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Berliner Morgenpost
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Montag, 16.8.2010

Babbel kritisiert Raffael

(ub) – Da darf man staunen. Wie vor jeder Saison hat bei Hertha BSC Manager Michael Preetz auch vor dieser Saison eine klare Marschroute in der Kabine ausgegeben: Bei öffentlichen Äußerungen sollen die Spieler nur sich selbst kritisieren. Kritik an den Kollegen, am Trainer, am Verein oder den Fans ist strikt untersagt. Daran halten sich auch alle. Eine Ausnahme ist nur der Trainer.

Am Sonntagabend, nur fünf Tage vor dem Saisonstart gegen Rot-Weiß Oberhausen, öffnete Markus Babbel eine neue Baustelle. Bekanntlich hatte Raffael am Wochenende im Pokal gegen den SC Pfullendorf wegen Fiebers gefehlt. Auf die eher beiläufige Frage, wo Raffael denn am Freitag spielen werde, antwortete Babbel: „Es kann sein, dass in der Offensive die Vier vom Samstag spielen.“ Gemeint sind Rob Friend, Adrian Ramos, Valeri Domovchiyski und Nikita Rukavytsya. Das heißt: Der Spieler, den 1200 Hertha-Mitglieder Ende Mai auf der Mitgliederversammlung stürmisch gefeiert hatten, weil er trotz des Abstieges seinen Vertrag in Berlin verlängert hatte, wird wohl auf der Bank sitzen.

Warum er das so sieht, begründete Babbel: „Ich habe selten einen Spieler mit solchen Fähigkeiten wie Raffa erlebt. Aber wir brauchen Spieler, die mental in der Lage sind, unsere Aufgabe anzugehen. Damit hat Raffa noch Schwierigkeiten.“

Schon in der Vorwoche hatte Babbel, seit Anfang Juni Hertha-Trainer, für Erstaunen gesorgt mit seiner Aussage: Er erwarte von Raffael, dass er die Mannschaft führe wie Stefan Effenberg. Der habe selbst an schlechten Tagen den Kollegen geholfen.Da scheint der Trainer Babbel seinen Star aber gar nicht zu kennen. Der stille Raffael ist kein Typ wie Effenberg. Effenberg war ein Leitwolf, wie es Raffael nie sein wird. Dafür ist Raffael ein viel besserer Fußballer als Effenberg es je war.

Und die Aufgabe vom Trainer Babbel ist es, seine Spieler bei ihren Talenten zu packen, um sie zu Bestleistungen zu bringen. Man darf gespannt sein, ob der Weg der öffentlichen Kritik just zum Ligastart der richtige ist, um Raffael zu mentaler Stärke zu verhelfen.


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Kommentare

pante
21. August 2010 um 10:00  |  10

ist raffael zu gut für die zweite liga? Oder anders gefragt: ist er zu weich? er wird es lernen, sich erstklassig in liga zwo zu präsentieren. immerhin, bruder ronny ging gegen rwo mit gutem beispiel voran


Ivokeeper
21. August 2010 um 11:50  |  16

ich bin bei raffael etwas skeptisch. von der grundlage her ein klasse spieler, aber mir fehlt der biss. er ist kein spieler der verantwortung tragen kann. die kritik war berechtigt, aber ich glaube nicht das sie was bringt. raffael ist so wie er ist

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