Präsentiert von
Berliner Morgenpost
Anzeige
Sonntag, 29.8.2010

Wie gut ist dieser Aerts?

(sto) – Neben den grundsätzlichen Reizen eines Fußballspiels stehen vor einer jeden Partie immer auch die kleinen Fragezeichen, die bei uns Zuschauern für Kribbeln sorgen.

Kollege Uwe Bremer hat an anderer Stelle ja schon bekundet, dass auch er diese Auswärtsfahrt gerne gemacht hätte, und ich gestehe, dass ich mich durchaus freue auf die Reise nach Düsseldorf. Zum einen sind Spiele unter Flutlicht immer etwas Besonderes (sogar an einem Montagabend). Außerdem stehen auch und gerade im Fall von Herthas Auftritt in Düsseldorf diese großen und kleinen Fragezeichen.

Sie sind Thema in der Morgenpost vom Montag. Worauf dort nicht näher eingegangen wird, ist eine Frage, die sich zwar durchaus stellt – aber vorerst nur still und leise, weil sie sich kaum verlässlich beantworten lässt: Wie gut ist dieser Mann, der als Nachfolger von Jaroslav Drobny die Nummer „1“ auf dem Rücken trägt – Maikel Aerts.

Erstmals habe ich ihn im kleinen Berliner Derby gegen den BFC Dynamo spielen sehen; beim 4:0 war Aerts mangels Prüfung durch den Gegner nicht zu bewerten. Nach schmerzhafter Rippenprellung spielte er erst im Trainingslager in Österreich wieder, bekam beim 2:2 gegen LASK Linz wenige Bälle  aufs Tor, von denen zwei drin waren – doch war das jeweils seine Schuld oder eher die der im Vorfeld zu nachlässigen Vorderleute?

Ganz ordentlich war Aerts beim 1:0 gegen AEL Limassol; vor allem aber fiel bei diesem Sieg auf der Dorfsportanlage des beschaulichen Bad Wimsbach auf, wie laut dieser Aerts seine Vorderleute dirigieren kann.

Die Lieblingsvokabel des hierzulande vor seiner Verpflichtung nahezu unbekannten Niederländers lautet dabei: „Druck!“

Den hat auch er selbst, denn nur mit einem guten bis sehr guten Aerts im Tor wird Hertha verlässlich aufsteigen. Deshalb noch einmal: Wie gut ist dieser Aerts?

Gegen Oberhausen musste Hertha schon drei Tore schießen, um 3:2 gewinnen zu können. Immer wird eine solche Offensivausbeute nicht möglich sein. Doch auch hier gilt: Welche der Bälle hätte Aerts halten können, halten sollen, halten müssen – oder waren nicht eher Kobiashvili (beim 0:1) und Mijatovic/Hubnik (beim 2:2) für das Zustandekommen der Gegentore verantwortlich zu machen?

Zusammengefasst hat Aerts sich im Hertha-Trikot noch keinen so dicken Klops geleistet, dass der ihm zweifelsfrei anzulasten wäre. Gleichzeitig hat er noch keinen so genannten Uneinholbaren festgehalten.

Während wir auf das eine gut verzichten können, wünschen wir Aerts reichlich vom Letztgenannten. In Düsseldorf. Und auch danach.


13
Kommentare

08-15
29. August 2010 um 21:53  |  108

Tja, durch diesen Blog-Beitrag schleicht auf leisen Sohlen diese Ungewissheit, die vielleicht den einen oder anderen mittlerweile auch in der Torhüterfrage bei Hertha BSC beschäftigt. Aber seien wir fair, es waren bisher erst zwei Pflichtspiele von Hertha in der Saison 2010/11. Da kann, nein MUSS, man schon ruhig noch ein paar Spiele warten, um sich ein ernstes Urteil bilden zu können.


pante
30. August 2010 um 6:06  |  109

mal ganz mutige these: hertha wird durch die saison marschieren und locker aufsteigen. ob der kollege aerts dabei eine gute figur macht – unwichtig. soll er doch einige bälle durchlassen. oder den berühmten klopps zelebrieren. aber: das wird auf dem weg zurück in liga eins kaum eine rolle spielen. denn die offensivkraft der hertha wird alle fehler des keepers reparieren. ergo: man wird wohl nie so recht wissen, ob kollege aerts ein hero ist. das erfahren wir leider erst ab sommer 2011, wenn er den astronauten, pizas oder ruuds dieser welt gegenübersteht.


nikoK
30. August 2010 um 6:50  |  110

blau-weiß siegt heute 3:1 in Düsseldorf – und über aerts wird dann keiner reden. und überhaupt: torhüterdiskussion nach einem spiel? zur winterpause gern. und dann wird es wohl so kommen: hertha wird aufsteigen und drobny kleinlaut von der hsv-bank zurück in die ostkurve kommen…


nikoK
30. August 2010 um 6:52  |  111

noch einen gedanken zum gedankenanstoß vor dem abendlichen anstoß in der grässlichen düdo-esprit-arena: wer war denn beste hertha-keeper ever? fiedler? groß? nigbur? drobny? kleff? kiraly?


30. August 2010 um 7:56  |  112

Fan sein heißt Optimist sein. Recht so pante!
Aber einen lockeren Marsch durch die 2 Liga erwarte ich nicht. Die Offensivkraft ist durch die lange Verletzung von Ebert geschwächt. Weitere Verletzungen könnten hinzu kommen.


westend
30. August 2010 um 9:16  |  116

Ich denke, dass Aerts ein sehr guter Keeper ist — wenn, ja, wenn die Innenverteidiger und die Doppel-Sechs hinten gut stehen. Wenn sie wie gegen Oberhausen immer wieder Aussetzer haben, dann „jute Nacht, Marie“. Da kann auch ein Fliegender Holländer nichts anstellen.

Insofern verstehe ich nicht, warum Babbel Dardai nicht einmal für den Kader in Düsseldorf nominiert hat. Ich bezweifle, dass — when the shit hits the fen — Perdedaj Aerts insofern entlasten kann. Im Fall der Falle hätte ich lieber einen halben Dardai als einen ganzen Perdedaj auf der Sechs.


30. August 2010 um 9:45  |  119

Fliegender Holländer, netter wortwitz aus dem Westend. Im Moment mach ich mir über den Keeper wenig Gedanken. Hauptsache er bleibt gesund und wir erleben nicht noch einmal so ein Desaster wie nach der Verletzung von Drobny.


30. August 2010 um 9:53  |  120

Akuten Trainingsbedarf sehe ich zur Zeit im Defensivverhalten. Die von pante gerühmten Offensivkräfte lassen nach Ballverlusten zu große Lücken, sie lassen die Verteidiger und ihren Torwart allein.


30. August 2010 um 9:55  |  121

Drobny verdient auf der Bank des HSV mehr als in der Ostkurve…..


exilfan
30. August 2010 um 13:20  |  124

Es ist erstaunlich, wie systematisch profivereine die position des torhüters unterschätzen, ihre bedeutung hat man in berlin in der vergangenen saison während der abwesenheit drobnys deutlich gesehen, in dieser saison werden unter anderem stuttgart und köln diese erfahrung machen. vielleicht auch die bayern – butt ist bestimmt kein schlechter, aber für einen verein mit ambitionen auf den cl-titel reicht es nicht. die anforderungen an einen modernen torhüter gehen heute über lautes schreien hinaus. ich glaube nicht, dass aerts, nachdem er in holland die zweitmeisten tore aller vereine kassiert hat und offensichtlich aussortiert wurde, ein adäquater ersatz sein kann


herthafreund
31. August 2010 um 1:02  |  129

wars 1:2 ein torwartfehler? ich finde eigentlich nicht. war eher ein schuss, wie er nur einmal im jahr gelingt…


Uwe
31. August 2010 um 7:26  |  133

Er hat gegen Düsseldorf gut gehalten finde ich


Justbecause
1. September 2010 um 17:56  |  152

In Düdo hatte er zwei Mal sensationell interveniert, nicht jeder Keeper traut sich es zu, notfalls den Gegner (oder hier Hubnik) dabei umzurempeln. Man sieht, dass der Mann gerne im 16-er herumackert, die hohen Bälle sollten bei dieser Verteidigung (plus Ramos und Friend) eher keine Bedrohung darstellen.
Beinah ein schlimmer Patzer in der 1. Hälfte und das Gegentor machen das Bild ein wenig dunkler, glücklicherweise ohne Einfluss auf das Endergebnis. Auch wenn ich seine Erklärung beim 1:2 durchaus nachvollziehen kann: Da er ein mitspielender Torwart ist, hätten ihm die ein Paar Meter zu weit vorm Gehäuse bei einem Steilpass vllt. gefehlt…

Anzeige