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(sto) – 2:1 in Düsseldorf, der zweite Saisonsieg ist unter Dach und Fach. Gleichzeitig setzte Hertha der Serie von 20 Fortuna-Heimspielen ohne Niederlage ein Ende – und damit ein Ausrufezeichen gegen einen der potenziellen Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg. Entscheidender Mann dafür war meiner Meinung nach Peter Niemeyer: defensiv souverän und auch offensiv ein Pfund, mit dem Hertha in Liga zwei wuchern kann.

Die Hertha-Spieler in der Einzelkritik – und wer nun sagen mag, die Noten sind aber arg streng: Wohltuend wie das Ergebnis war die sachliche Einordnung de Spieler: gewonnen – aber auch viel Glück gehabt.

Maikel Aerts: Hatte Glück bei einem Freistoß, der ans hintere Torgestänge flog. Da wäre der Niederländer machtlos gewesen (12.). Sonst wieder überwiegend beschäftigungslos, was sich kurz vor der Pause beinahe rächte, als er den Ball fast gegen Jovanovic vertändelte. Zweimal stark dafür bei einer Düsseldorfer Doppelchance kurz nach der Pause, aber beim Anschlusstreffer zu weit vor dem Tor platziert. Note: 4

Christian Lell: Holte den Freistoß raus, der zum 1:0 führte; war insgesamt etwas aktiver nach vorn als links Kobiashvili. Nach für ihn schwieriger Anfangsphase nach den beiden Toren auch defensiv sicherer. Note: 3

Roman Hubnik: Sein Fehlpass zu Torghelle zwang Perdedaj früh zu einem Foul an dem Ungarn, das Perdedaj auch Gelb einbrachte. Weitgehend fehlerfrei, aber mit einem Aussetzer gegen Jovanovic vor dem Tor, der nur knapp folgenlos blieb. Note: 4

Andre Mijatovic: Ein, zwei Wackler zu Beginn blieben folgenlos, danach – wie die gesamte Viererkette – souveräner, aber phasenweise auch mit dem nötigen Glück. Note: 4

Levan Kobiashvili: War fast ausschließlich auf Sicherung seiner linken Abwehrseite bedacht, erledigte das ohne auffällige Fehler. Nach vorne allerdings etwas zu passiv. Note: 4

Peter Niemeyer: Wie schon gegen Oberhausen etliche gute und wichtige Balleroberungen, sei es im Defensivzweikampf oder auch in der Vorwärtsbewegung wie vor dem 2:0. Sehenswert seine Ballannahme und –weiterleitung zum Torschützen Domovchiyski. Note: 2

Fanol Perdedaj: Übernahm im Duett mit Niemeyer die eher groben und defensiv wertvollen Aufgaben. Furchtlos im Duell Mann gegen Mann und auch bei Freistößen, wenn er notfalls auch die Ein-Mann-Mauer bildete. Note: 3

Nikita Rukavytsya: Der Australier machte das Spiel auf dem rechten Flügel wieder herrlich breit – und er trat mit links jenen Freistoß herein, der das 1:0 brachte. Ansonsten nicht sehr unauffällig, folgerichtig nach 69 Minuten ausgewechselt. Note: 3

Valeri Domovchiyski: Erhielt wie erwartet den Vorzug vor Raffael – und antwortete mit Effektivität. Vergab zunächst zwar unmittelbar nach der Führung allein und aus zentraler Position das sichere zweite Tor, holte das aber bald nach. In der Folge aber auch sehr unauffällig. Note: 3

Adrian Ramos: Der im Hertha-Trikot ja ach so unglückliche Kolumbianer 😉 machte wieder jede Menge Meter, er zog vom linken Flügel nach innen oder marschierte in die Spitze, immer auf der Suche nach der Lücke für sich oder seine Nebenleute. Als Raffael kam, ging er nach rechts. Note: 3

Rob Friend: So spielt ein Torjäger: Beim 1:0 brauchte der Kanadier nur noch den Fuß hinzuhalten – aber er tat eben auch genau das. Ansonsten ohne Torchance, dafür ständig gesuchte Anspielstation in vorderster Front, die dann die Bälle an nachrückende Kollegen verteilte. Sehr mannschaftsdienlich. Note: 3

Raffael: Der Brasilianer kam nach 69 Minuten zu seinem Debüt in Liga zwei und fügte sich auf dem linken Flügel ins Team ein. Vergab nach 86 Minuten und einem durchaus beherzten Antritt ein mögliches drittes Tor.

Ronny: Kam nach 78 Minuten für Domovchiyski. Jetzt durfte Bruder Raffael ins geliebte Zentrum, Ronny nach links. Blieb unauffällig.

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Erklärung:

1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = befriedigend, 4 = ausreichend, 5 = mangelhaft, 6 = ungenügend

Bewertet wird, wer mindestens 30 Minuten gespielt hat.


11
Kommentare

Sven H.
30. August 2010 um 12:51  |  122

Find ich schwer zu beantworten. Ich könnte mir vorstellen das Ruka das werden könnte. Der rennt heute die Düsseldorfer schwindlig und wird für unseren Robert Freund 3 Vorlagen flanken!

Man wird sehen…


THC
30. August 2010 um 13:15  |  123

Ich glaube, bis zur 60. Minute wird es unentschieden stehen, dann wird Raffa eingewechselt und macht den Unterschied; ob er selbst trifft oder die geniale Vorlage gibt, egal, das Tor wird seins sein.


backstreets29
30. August 2010 um 14:51  |  125

Ehrlich gesagt wäre mir schon ein bissl wohler, wenn wir uns auf unsere Defensive verlassen können. Da sind massive Steigerungen nötig.


Etebaer
31. August 2010 um 1:40  |  130

Die Bewertung vom Torwart kann ich nicht teilen, ein Bock beim Anschiessen des Gegners, 2x sehr gut rausgekommen und die verunglückte Lell-Rückgabe gefangen, beim Gegentor völlig machtlos, das war ein Sonntagsschuss.
Note 3


snbsc
31. August 2010 um 7:02  |  131

Kann den Noten nur zustimmen! Niemeyer war wirklich mit Absatnd der beste Herthaner. Da hat man einen sehr guten Kacar Ersatz geholt. Aerts steht dort, wo jeder Torhüter bei einer solchen Spielsituation steht. Somit für mich kein Fehler. Einfach nur ein tolles unhaltbares Tor.


Uwe
31. August 2010 um 7:22  |  132

Also ich habe Hertha nicht so schlecht gesehen wie sie z.B. vom eigenen Trainer geredet wurde. Sie versuchen zu spielen und auch das kämpferische Element ist vorhanden ( wo man gesagt hat das muß Hertha in der 2. Liga noch lernen ) Und einige Noten kann ich auch nicht verstehen, z.B. würde ich dem Maikel Aerts( Torhüter ) mind. eine 3 geben.
Gruß Uwe


Blauer Baumsteiger
31. August 2010 um 7:37  |  134

Die Defensive wackelte, aber sie fiel nicht!
Die nächsten zwei Spiele geht’s gegen schwächere Mannschaften, zwei Siege sind möglich.

Falls der Traumstart mit 4 Siegen gelingt, hoffe ich nicht nur, dass die Euphorie auf und um das Olympiagelände nicht zu groß wird. Erst die Spiele gegen die Mitkonkurrenten Karlsruhe, Cottbus, Duisburg und Augsburg werden zeigen, ob Hertha bereits in der Hinrunde unter den TOP 3 der Liga platziert ist.


backstreets29
31. August 2010 um 9:28  |  135

Es war ein intensives Spiel aber kein grosser 2.Liga Sport Hertha eiskalt und effektiv. Düsseldorf schlampig und fahrig. Vor allem nach dem 2:0 hat Hertha es versäumt den Sack zuzumachen und kam dann durch Wellington nochmal in Bedrängnis. Liest man heute mal quer durchs Web könnte man meinen D’dorf hätte eine Hunderprozentige nach der anderen ausgelassen.


Blauer Baumsteiger
31. August 2010 um 11:04  |  136

Im Web liest man nur die üblichen Übertreibungen in der Darstellung des Spielverlaufs. Ich habe das Spiel selbst, wenn auch nur im TV gesehen, und kann mir meine eigenes Urteil bilden.

Es ist viel zu früh, um vom Wiederaufstieg oder dem Pokalfinale zu reden. Stille Träume sind immer und jedem gestattet.


JimmyBerlin
31. August 2010 um 11:11  |  137

Nicht geglänzt aber gewonnen. Im Gegensatz zur Horrorsaison, wo man teilweise ja ansehnlichen Fußball gezeigt hat, hatte Hertha in den beiden ersten Spielen auch das eine oder andere mal das nötige Glück. So soll es weiter gehen. Wenn Lustenberger, Ebert, Raffael wieder voll im Saft stehen, wird sich Hertha auch spielerisch steigern. Gerade auch Lusti fehlt, der ja im Spielaufbau kaum Fehler macht und auch gute Vertikalpässe spielen kann, daran haperte es gestern noch sehr. Gut auch von Babbel, Raffael zunächst auf die Bank zu setzen. Auf Dauer wird er sowieso wieder in der ersten Elf stehen-aber er braucht den Konkurrenzdruck, um seine Lethargie zu überwinden.


Gilberto
1. September 2010 um 20:03  |  154

Niemeyer war in der Tat der Stärkste. Wundere mich, dass Werder den abgegeben hat. Er ist m.E. besser als Boro und Bargfrede und ein Frings hat auch viele Verletzungen und Leistungsschwankungen. Fanol finde ich auch gut. Er bringt die Leidenschaft mit, die wir bei Hertha so häufig vermissen. Friend reibt sich für die Mannschaft auf. Aber auf Dauer ist so ein Spiel natürlich zu eindimensional. Von Mijatovic war ich enttäuscht. Viele Stellungs- und Stockfehler in der 1. Halbzeit. Ist er nicht besser oder ist er aufgrund des Kapitänsamtes übermotiviert. Kennt ihn jemand aus Fürther oder Bielefelder Zeiten?
Raffael hätte ich gerne früher gesehen, da Domo die Mitspieler leider nicht in Szene setzte.

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