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(ub) – Montag, nur noch vier Tage bis zum Derby: Die Mannschaft ist nach ihrem dritten Sieg im dritten Saisonspiel im Nieselregen auf dem Schenckendorff-Platz in Ruhe ausgelaufen. Sie hat ohne Trainer Markus Babbel gearbeitet. Der war auf Heimatbesuch in München,  sein Töchterchen wurde eingeschult.  Nach einem zweiten öffentlichen Training am Dienstag wird Hertha die Schotten runterlassen. Mittwoch und Donnerstag erfolgt die Vorbereitung auf das Prestigeduell beim 1. FC Union unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Unterdessen schlägt das Thema Hertha BSC und die gestundeten Mietzahlungen für das Olympiastadion sowie die Kritik von Union-Präsident Dirk Zingler weiter Wellen. Aktuell hat Thomas Härtel, Sportsstaatssekretär, die Vorwürfe von Union zurückgewiesen. „Es handelt sich um eine Stundung und nicht um eine Subvention. Wir können die Verärgerung überhaupt nicht verstehen, zumal dem 1.FC Union auch schon Stundungen gewährt wurden.“

Hertha BSC müsse das Geld samt Zinsen zurückzahlen. Ausschlaggebend für die Entscheidung seien allein wirtschaftliche Gründe gewesen und keine sportlichen.

Alle Parteien haben gesprochen: Hertha, Union und der Senat. Die Argumente liegen auf dem Tisch.

Was passiert hier: Geht es um eine West-Ost-Geschichte mit Hertha und Union? Oder nutzt Union-Präsident Zingler die Stadionmiete-Debatte, um ein wenig Raum in der öffentlichen Diskussion zu besetzen, so dass der angeschlagene Trainer Uwe Neuhaus samt seiner Mannschaft mehr Ruhe zur Vorbereitung auf das Derby haben? Welche Auswirkungen hat die Debatte für Herthas Auftritt im Forsthaus?


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Kommentare

Treat
13. September 2010 um 22:15  |  262

Ich denke, dass Herr Zingler sich schon etwas von seiner unreflektierten Kritik verspricht. Uwe Bremer geht da schon in die richtige Richtung, Ablenkung von den aktuellen Problemen Unions schaffen, damit Neuhaus und die Mannschaft ruhiger arbeiten können. Nicht die feine englische Art aber auch nicht über die Maßen tragisch, da im Fußballzirkus wohl recht weit verbreitetes Geschäftsgebahren. Die Bayern sind unter anderem auch darin Meister, Nebenkriegsschauplätze zu errichten.

Und die Anwürfe Zinglers halten selbst einer oberflächlichen Überprüfung nicht lange stand, insofern sollte dadurch auch nicht allzu viel Aufregung entstehen.

Allerdings auch nur zu normal, dass Fans beider Lager solche Themen nutzen, um sich ihre gegenseitigen Ressentiments zu bestätigen und mal wieder ein wenig auf den blöden Rivalen einzuschlagen.

Ich gebe die Hoffnung auf ein faires, stimmungsvolles und mitreissendes Spiel mit abschließenden, souveränen 3 Punkten für Hertha nicht auf! Leider habe ich keine Karten erhalten, weil ich bei Hertha nicht ausgelost wurde, ich werde mir das Spiel aber in einer Sportsbar mit ein paar sehr geschätzten Hertha-Fan-Kollegen ansehen!

Gruß
Treat


Knut
13. September 2010 um 23:03  |  264

Großes Kino an der alten Försterei oder wie Herr Zingler die Öffentlichkeit für doof verkauft.

Berlin, 2.6.2008
„Jetzt ist der Zeitpunkt für Entscheidungen gekommen“, weiß Union-Präsident Dirk Zingler. Und stellte gestern Mitgliedern wie Fans in der Fankneipe „Abseitsfalle“ Unions neues Stadionprojekt vor.

3,2 Millionen Euro vom Senat

…..Es geht um ein Investitionsvolumen von 17 Millionen Euro. Voraussetzung: Die Übernahme des Stadiongeländes durch den Verein symbolisch für einen Euro. Und ein Investitionszuschuss durch den Senat in Höhe von 3,2 Millionen Euro zur sofortigen Wiederherstellung der Betriebssicherheit. Der Antrag hierfür wurde bereits vor einem Jahr gestellt. Für eine Zustimmung gebe es im Senat „genug sportpolitische Einsicht“, so Zingler, in Sachen Grundstück sogar „Einigkeit durch alle Fraktionen“. ….

Zingler sollte sich schämen, nur weil seine Eisernen rosten, muß er nicht die Atmosphäre zum Derby extra anheizen. Sollte es zu Auseinadersetzungen am Dienstag kommen, muß er sich fragen lassen, ob er nicht auch „ein bißchen“ daran Schuld hat. Doch zum Glück weiß ich, dass es auf beiden Seiten nicht nur viele besonnene Menschen gibt, sondern sogar viele Freundschaften zwischen diesen und das ist das Bild das dominieren muß. Ein starkes und sportliches Derby trotz der Zingler dieser Tage.
In diesem Sinn

Ha Ho He


pante
13. September 2010 um 23:32  |  266

also, was erwartet hertha bei union? was erwartet union von hertha? anders gefragt: was erwartet man überhaupt vom derby? würde mal sagen: zehn tore wie beim kick in cottbus wären schon mal gut…zweite liga kann so herrlich sein!


Dan
14. September 2010 um 0:47  |  267

Wenn man es sportlich sieht, werden sie Raffael auf’s Korn nehmen und die Hertha muss hoffen das er seine Nerven unter Kontrolle hat.

Ramos und Ruka sind zu schnell für Union, das wird zu späten Grätschen führen und somit zu Standards. Körperlich werden wir gegen die hochmotivierten Unioner bestehen können.

Denke éin Standard entscheidet das Spiel. Aber ich bin im Tippen von Ergebnissen sauschlecht.

Cu all gegen KSC

Dan


backstreets29
14. September 2010 um 7:55  |  269

Ich finde es dumm und unnötig das Derby zu benutzen, um eine neue Ost-West Debatte anzuheizen. Feuer, Leidenschaft und Rivalität ja, aber was von Seiten Union kommt, ist unnötig, geht an der Realität vorbei und schadet allen Beteiligten


08-15
14. September 2010 um 10:19  |  273

Tja, mir geht’s eigentlich nur um die drei Punkte am Freitag. Am Besten aus der neuen Alten Försterei mitnehmen und Abmarsch nach Hause. Etwas Sorge bereitet mir die Fanstimmung. Was einst mal ein gutes Miteinander war, ist mittlerweile zur offen ausgetragenen Abneigung geworden. Die moderaten Fans beider Seiten, die sich an die guten Zeiten von früher erinnern und die hier ein Korrektiv sein könnten, stehen wohl nicht im Vordergrund. Es sind vermutlich leider doch eher die Deppen, die dann „Zirkus“ veranstalten werden. Hoffe, es bleibt gewaltfrei.


rasiberlin
14. September 2010 um 10:26  |  275

hey herthaner-ohne-karten,

nicht allein oder kleinen grüppchen das spiel am freitag im tv gucken. treff 14.30h alex. dann gemeinsam rüber nach köpenick fahren. ich werde persönlich mit dem blau-weißem rest euch die stimmung und tore vor das stadion akkustisch bringen…

alle in blau, alle gegen rot.


14. September 2010 um 12:23  |  279

@knut Aber es kam ja dann doch anders. Die Übernahme des Geländes für einen symbolischen Euro kam aufgrund einer Intervention der EU nicht zustande (unzulässige Subvention). Dafür kam es dann zu dem allseits bekannten Erbpachtvertrag.


Ete
14. September 2010 um 14:07  |  280

..was schert’s eine deutsche Eiche, wenn sich eine Wildsau daran reibt…

oder noch besser: ..entscheidend ist auf dem Platz…!

Mögen die „Eisernen“ sich schon genug Rostlöser im Baumarkt besorgen, bald ist der Trainer nämlich in akuter Gefahr…kein Wunder: siehe Tabelle !

Ansonsten:
Klarer Sieg für Hertha (denke 2-0) , dann 12 Punkte auf dem Konto…schön, was ?!?

Weiter so, Markus Babbel. Du scheinst genau der richtige Mann zu sein. Kein Herumgelaber, kein Wischiwaschi…keine Schmierentheater. Mit Dir wäre Hertha noch in Liga 1. Aber bis Mai 2011 ist es ja nicht mehr so lange.

Gruß Ete


14. September 2010 um 15:39  |  281

Erstaunt hat mich vor allem das ausgerechnet Herr Zingler, der in Interviews nie müde wurde zu erklären ihn würde die Ost-West Thematik nicht interessieren, jetzt genau diese Karte zieht. Allerdings müssen sich auch die Medien und hier eben vor allem die Berliner Morgenpost fragen lassen warum sie ausgerechnet in dieser Woche dieses Thema angefangen haben!? Denn erst(!) war der Bericht in der Morgenpost, dann einen Tag später kam Zinglers Antwort.

Sportlich denke ich wird es eine enge Kiste die vielleicht wirklich durch einen Standard oder eine Einzelaktion entschieden wird. In welche Richtung vermag ich wirklich nicht zu tippen in diesem Fall.


ubremer
ubremer
14. September 2010 um 15:49  |  283

@funnyman,
wenn Hertha zur Sicherung der Lizenz mit der Olympiastadion-Betreibergesellschaft eine Stundung der Miete für eine komplette Saison aushandelt im Wert von 2,55 Millionen Euro, ist das eine Nachricht. Die Informationen dazu haben wir in der vergangenen Woche erhalten. Da es um das Olympiastadion geht, haben wir die Geschichte passend zu einem Heimspiel im Olympiastadion, eben am vergangenen Sonntag gegen Bielefeld platziert.

Für die Morgenpost war nicht vorauszusehen, ob der 1. FC Union etwas zu dem Thema sagt und wenn ja, was der 1. FC Union dazu sagen würde.
Aber unabhängig vom Derby haben die Fans ein Recht darauf zu erfahren, was bei ihrem Verein los ist. Und die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, wie mit Steuergeldern umgegangen wird.


14. September 2010 um 16:10  |  284

Ich nehme die Information über den zeitlichen Ablauf zur Kenntnis. Die Öffentlichkeit hat sicher auch ein Recht auf ein friedliches Derby.

Wir haben in dieser Woche mit HSV gg. Pauli ja ein weiteres äußerst brisantes Derby im Fussball. In Hamburg sind die Medien, selbst der Boulevard, äußerst bemüht kein Öl ins Feuer zu kippen. Das einfach nur mal so als Denkanstoß mit auf den Weg für den Rest der Woche.


Knut
14. September 2010 um 17:45  |  287

@Sebastian Es geht nicht darum wie es kam, es geht darum das da einer etwas als falsch moniert, was er selber gerne gehabt hätte. Das ist eben das Verlogene. Vergessen auch das Senatsgeld, für die Rasenheizung der AF, das dann über die Pachtzahlungen wieder reingeholt wird, über jene Pachtzahlungen die ja auch schon einmal gestundet wurden. Die Argumente wiederholen sich, was bleibt ist ein fader Beigeschmack, dass sich Herr Zingler als, zwar durchsichtiger aber durchaus gefährlicher Demagoge gezeigt hat.


Berliner
14. September 2010 um 17:52  |  289

Juhu icke will auch hier mal wat schreiben 🙂

Jut heut is ja schon Di. und det jeile Derby is nur noch 3 Taje weit.

Zur Hauptfrage hier:

Also ich fange mit der Mannschaft an, was sie meiner Meinung nach erwartet.
Das Waldstadion zu U.N.V.S.U. wird unserer Mannschaft sehr feindlich gegenüber treten. Ein gewisser Hr. Arbeit wird bestimmt wieder sein „wir aus dem Osten…. und die aus Charlottenburg“ quatsch los lassen was die seinen bejubeln werden. Das sollte die unseren Blau Weißen kalt lassen, denn die Mannschaft des 1.Fc U wird ihnen kein Platz, keinen Zentimeter gönnen. Das Spiel ansich wird ein Kampfspiel wo es nur darum gehen wird unsere Herthakicker nieder zu machen. Aber nix da. Wir sind ja nicht dumm und ignorant wie einige andere Vereine aus Berlin, für die scheinbar der 1. bis 3. Spieltag nur Übung war und dessen Saison auch nur aus 2 Spielen besteht. Unsere Herthaner werden alles geben und 3 chice Punkte mit nach Hause nehmen.

Zu den Fans
Die Herthaner machen Stimmung, davon ist auszugehn. Ich hoffe sehr das Wir besonnen bleiben und uns mit den 3 Punkten ganz schnell aus dem Waldstadion zu U.N.V.S.U. zurückziehen und an einem neutralen Ort in Blau Weiß feiern.

Also, auf gehts HERTHA kämpfen und SIEGEN!

HA HO HE


norberto
14. September 2010 um 18:38  |  293

Ich meine, da haben sich mal wieder zwei Populisten aus dem Wald gemeldet um Stimmung gegen Spieler und Hertha zu machen. Das dabei urzeitliche Klischees bedient werden, war wohl vorher klar. Selbst wenn die Morgenpost den Artikel nicht gebracht hätte, wäre denen zur Stimmungs- und Panikmache was eingefallen.

Für Freitag wünsche ich Hertha ein tolles Spiel und den Sieg, dem Adrian 3 Tore und den Herren aus dem Wald ein paar Extra-Stunden BWL!


Hauptsatdbaer
15. September 2010 um 12:14  |  304

Ich kann dieses Ost- Westgequatsche einfach nicht mehr hören.

1990 war ich im Stadion und kann mich genau noch daran erinnern, wie Polizeikräfte einen Mob von ca. 30 dummen Dynamo-Sympathisanten aus dem Olympiastadion verbannten und die Besucher im ganzen Stadion, hier bestehend aus Union- und Hertha-Fans, die Aktion gemeinsam lautstark unterstützten.
Ich kann mich auch genau noch daran erinnern, wie Anfang der neunziger Jahre wir uns gegenseitig zu Fußballturnieren oder Fanfesten einluden, gemeinsam sogar Fahrten ins übrige Bundesgebiet organisierten und dort als Einheit auftraten.

Immer noch verfolge ich den Fußball in Berlin und deren Umgebung. So war ich in der letzten Saison begeistert über den guten Start der Unioner, aber gleichzeitig enttäuscht über den Abstieg der Rostocker – Wäre auch ein interessantes Zweitliga-Spiel geworden-.
Was ich bei unserer alten Dame empfunden habe, möchte ich hier nicht mehr näher erläutern.

Ich bin fest davon überzeugt, dass Verhältnisse wie sie im Ruhrpott herrschen, ein Hochgenuss für uns Fußballfans aus dem Osten!!!! –und ick bin eeen sojenannter Wessi-
wären.

Am Freitag werden meine Frau und ich gemeinsam nach Köpenick reisen und hoffentlich drei Punkte nach Charlottenburg entführen.
Ich hoffe nicht, dass wir Opfer von irgendwelchen Vollbirnen werden, die Anfang der Neunziger vermutlich noch mit ihrem Bollerwagen um den Weihnachtsbaum gefahren sind.

Verbal ausgetragene Emotionen gehören zu einem Derby einfach dazu und werden von hiesiger Stelle auch ausdrücklich erwünscht.
Sie sollten aber insgesamt auch von keiner Seite als persönlichen Angriff gewertet werden.
Nach dem Spiel wünsche ich unseren Freunden aus Köpenick, dass sie sich aus dem Abstiegssumpf so schnell wie möglich befreien.

Unser Herz schlägt zwar blau/weiß, aber es schlägt auch für Berlin.

Wäre doch ein Traum, die alte Dame gemeinsam mit den Eisernen eines Tages in der ersten Liga wieder zu sehen.


Mineiro
15. September 2010 um 12:24  |  305

@ubremer:

Sicher hat die Öffentlichkeit ein Recht darauf, zu erfahren, wie mit Steuergeldern umgegangen wird. Nur ist mir nicht klar, inwiefern das bei der Stundungsvereinbarung zwischen Hertha BSC und der Stadionbetreibergesellschaft eine Rolle spielen soll?

Dafür, dass Hertha seine Steuern nicht pünktlich zahlen würde, bestehen doch wohl keine Anhaltspunkte, oder?

Und dass eine Stadionbetreibergesellschaft Steuern erheben würde wäre mir auch neu.


ubremer
ubremer
15. September 2010 um 12:48  |  306

@Mineiro,

ich räume ein, dass die Formulierung „die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, wie mit Steuergeldern umgegangen wird“ eine verkürzte ist.
In voller Argumentationslänge hätte es heißen müssen: „Da der Haushalt des Landes Berlin von der Olympiastadion-Betreibergesellschaft jährlich eine umsatzabhängige und gewinnabhängige Pacht bekommt, haben Verträge, die diesen Betrag betreffen, Auswirkungen auf den Landeshaushalt. Wenn also die Betreibergesellschaft Hertha BSC die Miete für die Saison 2010/11 stundet, hat sie im entsprechenden Zeitraum die eigentlich erwarteten Einnahmen NICHT. Das führt dazu, dass sich der Umsatz der Betreibergesellschaft definitiv verringern wird und sehr wahrscheinlich auch der Gewinn. Deshalb wird sich die Pacht, die die Betreibergesellschaft an das Land Berlin abführt, ebenfalls verringern. Im Resultat bedeutet die Stundung zugunsten von Hertha BSC, dass der Landeshaushalt (der der Haushalt von uns Steuerzahlern ist) in dem ursprünglich geplanten Zeitraum mit diesem Geld eben nicht planen kann.“

Kommen wir zu dem, was in der ursprünglichen Formulierung alles NICHT gemeint war: Es ist nicht behauptet worden, dass Hertha keine Steuern zahlt. Es ist nicht behauptet worden, dass die Olympiastadion-Betreibergesellschaft Steuern eintreibt. Ebensowenig wurde behauptet (das zu einer anderen Diskussion von uns beiden, @Mineiro 😉 ), dass Hertha den gestundeten Miet-Betrag hätte auf einen Schlag zahlen müssen.


Mineiro
15. September 2010 um 13:40  |  309

@ubremer:

Ihre Darstellung zur Ertragslage der Betreibergesellschaft ist falsch. Die Stundung hat buchhalterisch keinerlei Einfluß auf Umsatz oder Gewinn der Betreibergesellschaft, wenn man von der Erzielung der Zinserträge einmal absieht.

Die Forderung gegen Hertha BSC wird dort in die Bilanz ertragswirksam eingestellt und löst eine gewinnerhöhende Umsatzbuchung aus. Bei Zahlung kommt es dann nur noch zu einem Aktivtausch (Bank erhöht sich und Forderung erlischt).

Die von Ihnen beschriebenen Auswirkungen würden sich nur dann ergeben, falls die Betreibergesellschaft die Forderung gegen Hertha ausbuchen müsste, weil an deren Werthaltigkeit begründete Zweifel anzumelden wären. Dies ist hier jedoch nicht der Fall.

So gesehen bestehen die von Ihnen beschriebenen Auswirkungen auf den Landeshaushalt nicht. Es ergeben sich lediglich Auswirkungen auf Liquiditätsebene, aber nur dann, wenn die Betreibergesellschaft ihrerseits fällige Zahlungen an das Land Berlin nicht entrichten kann und auf eine Stundung angewiesen wäre. Darüber (über die Liquiditätslage bei der Betreibergesellschaft) ist jedoch nichts bekanntgeworden.


ubremer
ubremer
15. September 2010 um 14:00  |  312

@Mineiro,

bin kein Buchhalter. Kein Volkwirtschaflter. Kein Betriebswirtschaftler. Kein Ökonom. Also versuche ich es einfach zu halten:

1) Hat Hertha BSC eine Stundungsvereinbarung mit der Olympiastadion-Betreibergesellschaft erzielt – Ja oder Nein?

2) Ist eine solche Stundungsvereinbarung im Lizensierungsverfahren für Hertha BSC ein geldwerter Vorteil – Ja oder Nein?

3) Wenn die Betreibergesellschaft eine Stundungsvereinbarung mit dem Hauptmieter vereinbart, hat das Auswirkungen auf die Pacht, die sie an den Landeshaushalt abführen kann – Ja oder Nein?

(In diesem Zusammenhang hat der Senator für Inneres , Ehrhart Körting, darüber informiert, dass (sinngemäß) bei geringeren Umsätzen und geringerem Gewinn, die Olympiastadion-Betreibergesellschaft, voraussichtlich eine geringere Pacht für das kommende Geschäftsjahr an den Landeshaushalt entrichten wird.)
Komplizierter wollte ich das Thema gar nicht machen.


Mineiro
15. September 2010 um 14:21  |  316

Ich will nichts komplizieren, sondern erwarte nur bei der Verwendung wirtschaftlicher Begriffe ein Mindestmaß an Genauigkeit.

Die Punkte 1) und 2) sind für die Wertung der Sache als „Umgang mit Steuergeldern“ schlicht irrelevant und bei Punkt 3) hängt alles davon ab, wieviel Geld die Betreibergesellschaft tatsächlich auf dem Konto hat oder nicht.

Da Hertha ja aktuell Zahlungen für die Vorsaison abzahlt und diese Zahlungen seit Jahresanfang offenbar ein Volumen von etwa 1 Mio. EUR betragen haben (übrigens der Gegenwert von 9 Jahren Pacht für die Alte Försterei), sind Spekulationen hierüber ein Stochern im Nebel.

Die Betreibergesellschaft kann die Stundung ja auch über einen Kredit bei einer Bank refinanzieren. Jeder Kredit unter 5% Zinssatz (das Zinsniveau am Markt liegt derzeit deutlich niedriger) führt dazu, dass sie damit Gewinn macht und der Landeshaushalt die volle Pacht erhält.

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