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(sto) – Tag zwei der Derbywoche – ein Tag, an dem man bei strömendem Regen keinen Hund vor die Türe jagen würde. Deswegen dauerte die einzige Trainingseinheit am Dienstag auch nur wenig mehr als eine Stunde. Aber die hatte es durchaus in sich. Immer neue Einfälle hatte Co-Trainer Rainer Widmeyer, in welchem Rhythmus er die Herren Profis zur Steigerung der Koordination und Beweglichkeit über einen Trippel-Parcours jagte: vorwärts – und dann Sprint über fünf Meter zu zwei gelben Stangen; rückwärts; seitwärts; mit überkreuzten Beinen; usw.usf.

Während all das für kleine, flinke Kerle wie Fanol Perdedaj und Lennart Hartmann keine Mühe darstellte, hatten die groß gewachsenen Rob „the canadian tower“ Friend und Andre Mijatovic schon eher ihre liebe Not. Und jeweils ganz hinten reihten sich die Südamerikaner ein, also Raffael, sein Bruder Ronny, Kaka und Adrian Ramos. Sie schauten sich an, was ihre Kollegen so trieben und machten das dann brav nach. Insgesamt aber wirkte etwa ein Ronny von a) der Aufgabe des Tages und b) vor allem den äußeren Bedingungen eher weniger angetan. Wo, verdammt noch mal, waren die Sonne und der Ball?

Sie werden zumindest die letztere Komponente von morgen, Mittwoch, an wiedersehen. Genau wissen wir, die Reporter, es auch nicht. Denn mit dem heutigen Tage lässt Markus Babbel die Schotten runter: Im Verborgenen bereitet Hertha sich fortan auf das Derby vor.

Mich würde wirklich einmal interessieren: Wie denkt ihr da draußen über so was? Total sinnvoll, weil der Gegner keinerlei Einblick in die Planungen erhalten soll? Oder vollkommen überflüssig, weil es eh keine Geheimnisse voreinander geben kann?

Wie immer freuen wir uns über eure Wortbeiträge zu dem Thema. Aber wir hatten euch auch versprochen, mit der Zeit immer neue Tools und Features einbauen zu wollen, und so dürfen wir euch heute zum ersten Mal eine Umfrage präsentieren. Ihr findet sie unten – wir freuen uns über rege Beteiligung.

Herthas Entschwinden in die Einsamkeit ist...

  • richtig (83%, 111 Stimmen)
  • mir egal (12%, 16 Stimmen)
  • falsch (5%, 7 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 134

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16
Kommentare

14. September 2010 um 16:28  |  285

Sinnvoll vielleicht um allzu neugierigen Reportern zu entgehen!?

Aber im Ernst, das handhabt jeder Trainer ganz unterschiedlich. Richtig oder falsch kann man daher eigentlich auch kaum sagen. Wenn es zum sonstigen Konzept eines Trainers passt dann ist es sicher richtig. Babbel macht bisher den Eindruck als wisse er ganz genau was er tut, als hätte er „den Plan“. Lassen wir ihn also einfach machen.


Mineiro
14. September 2010 um 17:23  |  286

Ich finde das Geheimtraining völlig richtig. Die letzten Einheiten vor einem Spiel sollten dazu genutzt werden, konzentriert am taktischen Feinschliff zu arbeiten und gerade auch bei einem Derby muss man verstärkt mit Spionen aus dem Lager des Gegners unter den Zuschauern rechnen.


Andi
14. September 2010 um 17:46  |  288

also ICH sehe das Ganze eigentlich also Blödsinn an … mal ehrlich … kennen sich die Vereine nicht mittlerweile eh schon recht genau ? Wozu taucht man dann ab ? Was bitte soll da außergewöhnliches passieren beim Training ? Das KANN nur psychologische Ursachen haben … und DANN macht es Sinn … aber alles andere finde ich nicht wirklich sinnvoll …


Hannes
14. September 2010 um 18:07  |  290

naja ich würde sagen das geheime Training macht nur Sinn, wenn ein außerordentliches Spiel ansteht. Aber da ja Hertha immer wieder besonders betont hat wie normal das Spiel denn sei, scheint mir so ein geheimes Training äußerst widersprüchlich. (es scheint also doch nicht soo NORMAL zu sein)
ich schließe mich dennoch „funnyman“ an und bin auch der Überzeugung, dass Babbel einen „masterplan“ hat.


Berliner
14. September 2010 um 18:09  |  291

ich finde es gut, denn:

Vor dem Spiel gegen die DSC Arminia Bielefeld hat der Trainer es genauso gemacht und sagte zum Inhalt nur: “ Wir haben an den Standarts gearbeitet“ . Wie ist dann das 1:0 entstanden?!!!

Jo, also ich finde es richtig, auch mit kleinen Dingen kann man großes erreichen.

HA HO HE


Halblinks
14. September 2010 um 18:32  |  292

Was heißt denn eigentlich „Schotten runter“. Wird der Schenkendorfplatz großflächig verhangen, dass man von nirgendwo mehr was sieht? Trainnieren die in der Halle? An einem geheimen Ort?
Zudem erlaube ich mir die Frage: Sind die alle so gut und fit, dass 60min Training ohne Ball völlig ausreichend ist? Ich fordere ja keinen 8h-„Arbeits“tag, aber 60 min Training erstaunt mich schon.
Ich gehe davon aus, Argumente in Richtung: „Da fehlt noch die Abstimmung..“ etc dann auch niemals wieder zu hören, wenn man mitten in der Woche nur so wenig trainiert.


Treat
14. September 2010 um 18:44  |  294

Die Intention des Geheimtrainings ist es sicher nicht, dem Spiel eine ungewollte Aura von Wichtigkeit zu verleihen, das Besondere des Derbys ist wohl nach wie vor vor allem von Fans erlebbar.
Die räumliche Nähe zu Union und deren Vertretern gebietet es jedoch, nicht schon im Vorfeld einzelne taktische Ideen und Standard-Variationen für Union sichtbar zu machen, sonst könnte man damit ja nicht mehr überraschen.
Ich bin mir sicher, Markus Babbel weiß genau was er tut, daher, Daumen hoch für etwas Diskretion vor dem Spiel!

Blauweiße Grüße
Treat


dstolpe
14. September 2010 um 18:53  |  295

@Halblinks
„Schotten runter“ heißt: An der Zufahrt zum Vereinsgelände ist eine Schranke. Will Hertha „unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ trainieren, wissen die freundlichen Servicemitarbeiter am Empfang darüber Bescheid und weisen jeden ab, der nicht irgendeine Zugangsberechtigung hat.

Da müsste man als Reporter/Fan also schon gewaltig um die Ecke gucken können 😉

Zu deiner zweiten Frage, „sind die so gut und fit, dass…?“: In einer so kurzen Woche mit Spielen am Sonntag und dann schon wieder Freitag macht es Sinn, die Belastung dazwischen überschaubar zu halten.

Nichtsdestotrotz gehen wir davon aus, dass die Einheiten am Mittwoch und Donnerstag mit mehr Intensität stattfinden – und außerdem gerade Inhalte wie Abstimmung der Mannschaftsteile und Spielzüge beinhalten werden.


Dan
14. September 2010 um 19:05  |  296

Vielleicht lesen ja einige auch hier den Blog. Jedenfalls weiß ich das sie es bei den Kommentaren vom Tagesspiegel machen.

Wenn nun vor dem Bielefeld-Spiel hier angeregt wird über ein „Neues System“ zusprechen. Das 4-1-4-1 einschließlich zutreffender Personalentscheidung „Perde“. Dann sicherlich auch aus Beobachtungen aus dem Training.

Daher ist es vielleicht ganz sinnvoll, wenn der Trainer was Neues testen will oder schon konkret vorschwebt, die Öffentlichkeit aussen vorzulassen.

Vielleicht haben die Unioner als Schwachpunkt den langsamen Kobi ausgemacht und ihre Strategie teilweise darauf ausgerichtet.

Heute am Dienstag-Trainig nahm er sich vorher Ronny in der Kabine zur Seite und sagte ihm:
„Hey Ronny, heute ist der U.Bremer draussen, der hat mein 4-1-4-1 System in die Welt rausposaunt. Mach mal den lustlosesten Eindruck den Du hinkriegst und wenn der das frisst, biste am Freitag mein Überraschungsgast als LV für Kobi oder LM für Ruka.“

Wäre doch schade, wenn solche Überraschungen nicht klappen würden, aber geübt werden muss es doch auch. Also Geheimtraining.

Apropro Geheimtraining – lieber Herthamitarbeiter der die Meinungen zu Hertha durchschaut, mach ein Memo an Markus B. das er auch einen nach oben auf den Glockenturm schickt. Die Beobachtungstechnik ist schon sehr ausgereift und passt auf das Union sich bei Google Earth keine Satelitenzeit gekauft haben :).

Cu all
Dan


Mineiro
14. September 2010 um 19:26  |  297

Natürlich werden im Training bestimmte Varianten für Standards trainiert, die man dem Gegner nicht unbedingt vorher verraten will. Auch wird man an der Verteilung der Leibchen im Training Rückschlüsse darauf ziehen können, welche Elf am Freitag starten wird bzw. mit welcher taktischen Ausrichtung man ins Spiel zu gehen gedenkt. Da lässt sich kein Trainer gerne in die Karten gucken und die Präsenz von Zuschauern und Medienvertretern gerade in den Tagen vor dem Derby würde schon die gezielte Vorbereitung durch viel Unruhe eher behindern als fördern.


westend
14. September 2010 um 19:55  |  298

Ich sehe das genauso: Etwas „Ruhe und Gemütlichkeit“ (ganz im Sinne Balus) tut unseren Jungens von der Hertha sehr gut. Und, ja, die Standardsvariationen und eingeübten Spielzüge (siehe erster Angriff gegen die Arminia!) müssen diese Leute aus Köpenick nicht kennen. Aber vielleicht verknackt uns ja der Senat dazu, die Spielzüge zu verraten?! Als Ausgleich für die sowas von unfaire Stundung der Stadionmiete. Schnief.

Das wäre mir auch egal, denn (falls es jemanden interessiert): wir schlagen Union sowieso easily mit 3:0 (Freundchen mit einem lupenreinen Hattrick)!

Und dann singt ganz Berlin, ob West oder Ost: „In Berlin, an der Spree, gibt’s nur Hertha BSC!“


Knut
14. September 2010 um 23:48  |  301

Psssst alle mal mal herhören. Gaaaaanz geheim. Hertha gewinnt das Derby haushoch aber psssssst, darf niemand wissen O.K ?!


backstreets29
15. September 2010 um 7:12  |  302

Natürlich ist das richtig. Allein schon aus dem Grund, weil Babbel momentan alles richtig macht 🙂


norberto
15. September 2010 um 12:53  |  307

Stichwort Einsamkeit: wo schaut sich denn unser blau- weißes Berlin das Derby an? Mich würden hauptsächlich die Lokalitäten im Nordosten interessieren, um nicht einsam beim Jubel zu sein. Bringt die MoPo dazu noch einen Beitrag?


08-15
15. September 2010 um 20:53  |  324

@dan: Klasse… Satellitenzeit bei Google Earth und Glockenturm. Ja, ja, da wird so ein Geheimtraining auch schnell mal zum öffentlichen Leistungsschau. 😉


Datcheffe
16. September 2010 um 17:04  |  334

Da Babbel für mich der erste Trainer ist, der macht, was er verspricht, finde ich es gut, das er damit nicht öffentlich trainieren geht. So haben wir und die Gegner mit einer seiner Überraschungen zutun und sehen, ob er wirklich der richtige Mann ist.Sollte er alles schon vorher öffentlich machen, kann sich jeder Gegne…r, darauf einstellen und es sind dann keine Überraschungen mehr! Mit der 4 1/2 Stürmer- Taktik hat er die Bielefelder und auch uns Publikum überrascht. So macht Hertha BSC wieder richtig Spaß!

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