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Berliner Morgenpost
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Samstag, 18.9.2010

Der doppelte Peter Niemeyer

(sto) – Auf Mountain Bikes fuhren am Samstagvormittag jene Herthaner  vom Hof, die beim 1:1 gegen den 1.FC Union in der Startelf gestanden hatten. Während sie auf zwei Rädern regenrierten, hieß es für die Reservisten: Ab auf den Platz und trainieren. Spielzüge und Torabschluss standen schwerpunktmäßig auf dem fast zweistündigen Programm.

An diesem nahm zum ersten Mal nach seiner neuerlichen Verletzungspause auch wieder Fabian Lustenberger teil. Es war ein erster von noch einigen Schritten auf dem Weg zum Comeback. Er fühle sich gut und sei glücklich, wieder auf dem Platz zu stehen und mit den Kameraden zu üben, sagte Lustenberger hernach: „Als nächstes will ich ein paar Spiele bei den Amateuren machen, einfach möglichst viel spielen, um mich wieder aufzudrängen und dann auch bei den Profis bald wieder im Kader zu stehen. Aachen heißt für ihn die Perspektive, also das Montagsspiel nach der bevorstehenden Englischen Woche mit Spielen gegen Karlsruhe (Dienstag) und in Cottbus (Freitag).

Zu dieser Reise in die Lausitz hat Andre Mijatovic übrigens seine ganz eigene Meinung: „Cottbus ist das unangenehmste Spiel von allen. Stadion, Umfeld – einfach alles dort ist scheiße.“

Das für mich persönlich Bemerkenswerteste an diesem schönen Herbst-Vormittag hatte sich indessen abseits des Rasens ereignet – und diese Geschichte geht so: Da stand ein Herr mittleren Alters, nicht groß und auch nicht klein, aber durchaus kräftig und mit stoppelkurzen grauen Haaren. Wir gerieten in einen kurzen Plausch, stellten uns gegenseitig vor, ich nannte meinen Namen, er seinen: Peter Niemeyer.

Ich, leicht verwirrt, sagte: „Verzeihung, wie bitte?“ Denn ich meinte, Peter Niemeyer verstanden zu haben, und genau das hatte mein Gesprächspartner auch gesagt. Er hat eine solche Situation sicher schon oft erlebt, denn prompt erzählte dieser Peter Niemeyer die Anekdote, wie Clemens Fritz früher oft scherzhaft gesagt habe, er wüsste gar nicht wer wer ist, wenn er Vater und Sohn vor sich habe – so ähnlich, wie die beiden sich äußerlich wären.

Peter Niemeyer senior erzählte, dass er so gut wie jedes Spiel seines Sohnes besuchen komme (wie auch zu Zeiten in Enschede und Bremen), und so war er natürlich auch Freitagabend in der Alten Försterei gewesen, wo der Filius die frühe Hertha-Führung erzielte. Er ließ außerdem wissen, wie wohl Herthas neue Nummer 18 sich auf Anhieb in Berlin fühle – kurzum: es war ein netter Plausch.

Als der groß gewachsene, fast schon schlaksige und langhaarige Peter Niemeyer junior schließlich vom Radeln zurückkam und bei seinem Vater Halt machte, musste ich noch einmal schmunzeln.


7
Kommentare

Datcheffe
19. September 2010 um 3:15  |  368

Das hat mir Peter auch gesagt, das es ihm bei Hertha und in Berlin ausserordentlich gut gefällt. Wo, dürfte dir @bremu ja bekannt sein!

Schönen Sonntag!


ubremer
ubremer
19. September 2010 um 9:09  |  370

@Datcheffe,

Hui, Denksportaufgaben am Sonntagmorgen . . . wo können sich die Wege von Peter Niemeyer senior und Datcheffe gekreuzt haben? An jenem Tag, an dem Marco Djuricin mit zwei Toren auf sich aufmerksam gemacht hat, sprich dem Oberhausen-Spiel?

Ebenfalls einen schönen Sonntag


Blauer Montag
19. September 2010 um 9:58  |  371

Doppelter Niemeyer – wenn der Vater genauso gut spielte könnte wie der Sohn das wäre Klasse. Hertha könnte auch von Spielern wie Hubnik, Rukavytsa, Raffael, Freind u.v.a mehr ein Backup gebrauchen, welche bei Verletzungen der Originale sofort zur Verfügung steht.

Auf geht’s in der Woche der Wahrheit für Hertha!!!


LLcoolandi
19. September 2010 um 11:22  |  372

Wat soll man zum Kommentar von Mijatovic bezgl. Chosebuze noch sagen ???
Wo er recht hat… 😉

Oder wie es LKK formuliert: Wenn Du aus Cottbus kommst, kommst Du eigentlich aus Polen…

Mit dem Spieler Niemeyer hat Hertha einen richtig guten Fang gemacht, hoffe er kann bald mit Lusti gemeinsam spielen, was die Qualität des Herthaspiels auf jeden Fall erhöht.


herthafreund
19. September 2010 um 12:53  |  376

Wollen mal hoffen, dass Lusti überhaupt wieder richtig fit wird. Nach den Ermüdungsbrüchen der jüngeren Vergangenheit habe ich da so meine Bedenken. Dabei könnten wir einen Malocher mehr im Team (wie ihn) sicher sehr gut gebrauchen.


Treat
19. September 2010 um 19:54  |  377

Stimme dem Herthafreund voll zu, was den Bedarf an zusätzlichen Spielern wie Lusti angeht, allerdings mit der Einschränkung, dass wir in nicht (nur) als Kampfschwein, sondern vor allem auch als hochintelligenten Ballverteiler dringend in der Mannschaft benötigen würden. Selbst in der grottigen letzten Saison hat Lusti immer wieder angedeutet, dass er mit Abstand das intelligenteste Spiel aller Herthaner aus der Position vor der Abwehrkette heraus aufziehen konnte. Das er darüber hinaus trotz seiner schmalen Erscheinung derart kampfstark ist, ist ein Glücksfall und lässt darauf hoffen, dass er auch in Liga 1 einer der besten Spieler auf dieser Position werden könnte. Einzig Sorge bereitet dabei tatsächlich seine erhebliche Verletzungsanfälligkeit, wollen wir hoffen, dass er das Tal der Tränen nun endgültig hinter sich hat und dass er bald gemeinsam mit P. Niemeyer die beste Doppelsechs der Liga bilden wird, im nächsten Jahr dann auch gerne der 1. Liga… 😉

Blauweiße Grüße
Treat


tabson
20. September 2010 um 12:05  |  382

Also, ich mag diese Geschichten am und vom Rande. Der Blog macht Spaß und ich empfinde ihn als tolle Bereicherung.
Ein kräftiges: Weiter so!
Danke.

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