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(ub) – Was für eine ungewöhnliche Anstoßzeit: Dienstag um 17.30 Uhr gegen den KSC. Trotzdem werden über 30.000 Zuschauer erwartet. Trainer Markus Babbel grübelt inmitten der englischen Woche über die System-Frage: Ein Sechser oder zwei Sechser? Vor allem aber: Raffael oder Valeri Domovchiyski? Oder Raffael und Domo?

Marxelinho hat in seinem Blog zurecht beschrieben, dass Babbel schauen muss, dass es nicht so aussieht, als habe er eine Privatfehde mit Raffael

Dass der Trainer sich ausgerechnet Raffael nun schon mehrmals zu öffentlichen Disziplinierungen ausgesucht hat, zeugt von riskanter Psychologie. Raffael ist eigentlich ein Typ, der anders zu motivieren ist, zumindest konnte das in der Abstiegssaison so erscheinen: Er lässt sich nicht unter Druck setzen, er lässt sich aber in die Verantwortung nehmen.

Raffael hat von Herthas 360 Zweitliga-Minuten lediglich 156 auf dem Platz gestanden.

Der KSC stellt sich nach vier Runden mit einem paradoxen Torverhältnis im Olympiastadion vor: 11:10. Das spricht für Qualität  – und für Defizite.

Bleibt die Herausforderung: Wie geht Hertha diese Aufgabe an: mit dem vom Kollegen Stolpe getauften System „Auf sie mit Gebrüll“ 4-1-4-1 ? Schließlich hat das schon gegen Bielefeld für einen souveränen Sieg gesorgt.

Oder mit  jener Umstellung, die Babbel in der Pause des Derbys gegen Union vorgenommen hat: auf zwei Sechser, also 4-2-3-1?

Dazu kommt eine weitere Überlegung: Union, KSC und am Freitag Cottbus in acht Tagen – wie siehts mit der Rotation aus? Bekommt Nikita Rukavytsya eine Pause und  darf Nico Schulz in der Startelf ran? Was ist mit Ronny, der öfters helfen will, als bei seinem 22-Minuten-Auftritt am ersten Spieltag gegen Oberhausen (3:2).

Was ist eure Meinung? Wer hat es noch verdient?

Mit welcher Taktik gewinnt Hertha gegen den KSC?

  • Klassisch 4-4-2 (mit Friend und Djuricin im Sturm) (34%, 64 Stimmen)
  • "Auf sie mit Gebrüll" 4-1-4-1 (mit Raffael und Domovchiyski) (32%, 60 Stimmen)
  • Safety first brasilianisch 4-2-3-1 (mit Raffael, ohne Domovchiyski) (32%, 60 Stimmen)
  • Safety first bulgarisch 4-2-3-1 (mit Domovchiyski, ohne Raffael) (1%, 2 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 186

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7
Kommentare

hurdiegerdie
20. September 2010 um 18:34  |  386

Raffael war einer von fünf Note 5 Kandidaten in der Offensive, aber einer, der für mich immer noch mal was Geniales machen kann, und auch der Einzige, der in den ersten 20 min noch was gemacht hat.

Für mich hat Babbel den Raffa auserkoren, um zu demonstrieren „bei mir sind alle gleich, ich schrecke auch nicht vor dem Star zurück“. M.E. hat das Hertha kurzfristig 2 Punkte gekostet.

Ob es mittelfristig der Weg ist, Raffael zu motivieren, wage ich zu bezweifeln.


08-15
20. September 2010 um 19:49  |  387

Glaube auch, dass Raffael noch kommt. Klar war das bisher alles noch nicht rund, aber ich bin auch der Meinung, dass er einer von wenigen im Team ist, dem man in engen Spielen auch mal einen Geniestreich zutrauen kann. Jetzt auf ihm alles abzuladen wäre falsch. Am Freitag haben einige Spieler nicht „funktioniert“. Und ja, auch Raffael nicht.


21. September 2010 um 12:01  |  388

Sehe das ähnlich, aber nur wegen Marxelinho. (Meiner Meinung nach ohnehin derjenige Hertha-Blog, dessen Analysen stets den Kern treffen und der hier zu Recht ins Blickfeld gerückt wird.)
Es wäre natürlich interessant zu erfahren, wie Babbel die Problematik intern angeht. Trifft er auf Verständnis, zeichnen sich Entfremdungs-Tendenzen ab? Ein Fall für MoPo!
Ich freu mich derweil auf das Spiel gegen Karlsruhe..


ubremer
ubremer
21. September 2010 um 12:31  |  389

@egmonte,
teile Deine Meinung, dass Raffael eine richtig wichtige Personalie ist. Nicht nur, weil jeder gegnerischer Trainer feixt, wenn Raffael zunächst auf der Bank sitzt oder früh ausgewechselt wird. Der Hertha-Manager wird ein Interesse daran haben, dass der Wert des teuersten Spielers nicht beschädigt wird. Babbel muss mit seiner rustikalen Art, Raffael herauszufordern, die Balance finden. Ronny wird es nicht goutieren, falls an seinem Bruder mal ein Exempel statuiert werden soll. Wer sieht, wie eng Raffa, Ronny und Adrian Ramos täglich zusammenhängen, muss auch Ramos mit ins Kalkül ziehen.

Schauen wir mal heute, wie Babbel gegen den KSC aufstellt und was die Mannschaft daraus macht.


laotse
21. September 2010 um 20:09  |  390

Wie so oft: Grau ist alle Theorie, entscheidend ist auf dem Platz.


Mombi
22. September 2010 um 7:30  |  392

Eine Fehde sieht anders aus. Der Torjubel von Raffa hat alles gesagt.


22. September 2010 um 12:50  |  395

Nach dem Jubel von Raffael zusammen mit Babbel muss man die vermutete Fehde sicherlich zu den Akten legen. Das war herzlich, nicht gekünstelt. Alles scheint in bester Ordnung zu sein zwischen Raffael und Babbel. Der Erfolg macht das natürlich leicht.

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