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(ub) – Das ist souverän. Dritter Sieg im dritten Heimspiel, mit 13 Punkten nach fünf Runden (vorerst) Tabellenerster der Zweiten Liga. Hier die Einzelkritik zum 4:0 (2:0) von Hertha BSC über den Karlsruher SC.

Maikel Aerts: Der Schlussmann hatte den besten Platz aller 33.828 Zuschauer im Olympiastadion. Was auf sein Tor kam, fischte Aerts weg, hatte aber so gut wie keine Gelegenheit, um sich auszuzeichnen.  Note 3

Christian Lell: Schritt für Schritt geht es voran. Körperlich kommt der Ex-Bayer in Schwung, hin und wieder wagt er sich auch die gegnerische Hälfe. Dennoch fällt er gegenüber Levan Kobiashvili, dem Außenverteidiger auf der linken Seite ab.  Note 3

Roman Hubnik: Verbrachte mit Manndecker-Kollege Mijatovic einen ruhigen Abend. Der Tscheche stand bei weitem nicht so unter Druck wie im Derby. Sein Spielaufbau war solide, auch wenn immer mal ein Pass ins Nirwana dabei ist.  Note 3

Andre Mijatovic: Der Kapitän ging konzentriert zur Sache, rigoros im Zweikampf. Vom KSC-Sturm war nichts zu sehen. Note 3

Levan Kobiashvili: Agil und nimmermüde. In der Defensive kaum gefordert, mischte er sich immer wieder in der Offensive ein. Die Abstimmung mit Peter Niemeyer und Adrian Ramos funktioniert. Kobiashvili spielte einen starken vorletzten Pass auf Ramos, am Ende jener Kombination stand das 2:0 durch Rukavytsya. Am Ende freute er sich über seine Trophäe, das Trikot Alexander Iashvili, seinem Kollegen bei der georgischen Nationalmannschaft.  Note 2

Peter Niemeyer: Die Bank bei Hertha. Vor allem der Ex-Bremer sorgte dafür, dass hinter ihm die Manndecker und Torwart Aerts so wenig zu tun bekamen. Zudem profitierte Niemeyer davon, dass auch Raffael und Domovchiyski nach hinten arbeiteten. Darüber überzeugt Niemeyer mit gutem Auge für Sturmkollegen und leitete mehrere gefährliche Angriffe ein.  Note 2

Nikita Rukavytsya: Nach dem er zuletzt müde gewirkt hatte, zeigte sich der Australier formverbessert. Nach drei Vorlagen zuvor gelang ihm im fünften Saisonspiel der erste Treffer für seinen neuen Verein, das sehenswerte 2:0. Dennoch ist die Abstimmung zwischen Lell und Rukavytsya auf der rechten Seite noch um einiges von dem entfernt, was Hertha auf links spielt.  Note 3

Raffael: Mit Niemeyer zusammen bester Mann auf dem Platz. Raffael war permanent anspielbar, hatte die meisten Ballkontakte (103). Bereitete gleich beim ersten Angriff das 1:0 vor und köpfte (!) den 4:0-Endstand. Außerdem fleißig nach hinten. Note 2

Valeri Domovchiyski: Einsatzfreudig wie immer, aber weniger präsent als Raffael (58 Ballkontakte). Der Bulgare lief viel und zeigte in seiner besten Aktion, als er nach  Vorarbeit von Rob Friend zum 3:0 traf, wo er sich am wohlsten fühlt – im Sturm.  Note 3

Adrian Ramos: Der Allrounder. Spurtete nach wenigen Sekunden unwiderstehtlich los und erzielte Herthas wichtigen Führungstreffer.  Dank seiner Schnelligkeit erlief der Kolumbianer einen Kobiashvili-Pass und legte zum 2:0 für Rukavytsya auf. Als Ramos in der Sturmmitte den ausgewechselten Friend ersetzte, bereitete er per Pfostenschuss das 4:0 von Raffael vor, stark.  Note 2

Rob Friend: Vier Tore, vier verschiedene Schützen, nur der einzige Stürmer ging leer aus. Trotzdem keine schlechte Partie vom Kanadier. Friend bereitete das Tor von Domovchiyski vor und erarbeitete die Räume, in die die Kollegen vorstoßen konnten Note 3


Nico Schulz Erneut der erste Spieler, den Trainer Babbel einwechselte. Schulz ersetzte nach 67 Minuten Rukavtsya. Bei seiner besten Aktion, einer Körpertäuschung an der Strafraumgrenze, mit der er drei Karlsruher ins Leere laufen ließ, hatte Schulz Pech, dass er ins Straucheln geriet und die Aktion nicht abschließen konnte.

Ronny So rasch hat es schon lange niemand mehr zum Publikumsliebling bei Hertha gebracht. Nach einem 22-Minuten-Einsatz im ersten Saisonspiel gegen Oberhausen, wurde der Brasilianer mit Sprechchören bei der Einwechslung im Minute 76 für Friend gefeiert. Sein Moment des Abends war der Kuss von Raffael nach dessen 4:0, den ihm sein Bruder auf die Wange schmatzte.

Marco Djuricin Kam neun Minuten vor Ende (für Domovchiyski) zu seinem dritten Profi-Einsatz.


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Erklärung:

1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = befriedigend, 4 = ausreichend, 5 = mangelhaft, 6 = ungenügend

Bewertet wird, wer mindestens 30 Minuten gespielt hat.

Wer waren die Besten?

Jetzt seid ihr dran: Wie habt ihr die Herthaner gegen die Freunde vom KSC gesehen? In der Umfrage wollen wir von euch wissen: Wer waren aus eurer Sicht die Besten? Ihr könnt jeweils drei Spieler auswählen – wir freuen uns auf das Ergebnis!

Meine Three Stars gegen den KSC waren...

  • Ramos (29%, 110 Stimmen)
  • Raffael (28%, 105 Stimmen)
  • Niemeyer (25%, 92 Stimmen)
  • Kobiashvili (5%, 17 Stimmen)
  • Rukavytsya (4%, 14 Stimmen)
  • Aerts (3%, 11 Stimmen)
  • Lell (2%, 9 Stimmen)
  • Friend (2%, 6 Stimmen)
  • Domovchiyski (1%, 5 Stimmen)
  • Hubnik (1%, 3 Stimmen)
  • Mijatovic (1%, 2 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 140

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8
Kommentare

Datcheffe
22. September 2010 um 4:18  |  391

Peter Niemeyer entwickelt sich immer mehr zum Joe Simunic auf der Sechs! Gewinnt UNMENGEN von Zweikämpfen und leitet den Gegenstoss immer rigeros ein, dazu fußballerisch wahnsinnig begabt, neben Raffael, dem anscheinend das Wetter gefallen hat, wieder mal bester Mann auf dem Platz.
Er scheint doch der angekündigte Sensationstranfer zu sein, den man uns verkaufen wollte. Ob allein oder neben einem zweiten Sechser, er will jeden Ball, der sich dem Sechszehner nähert, wird nimmer müde und scheint eine Pferdelunge zu haben! Dazu bei Standarts immer eine Waffe, wie gestern als er knapp verfehlte. Wer vermißt jetzt noch Kacar!?


22. September 2010 um 9:38  |  393

Wobei ich noch hinzufügen möchte, dass Niemeyer oft den Zweikampf gar nicht braucht, weil er antizipiert, wo der Ball hinkommen wird und ihn so mit Stellungsspiel statt Zweikampf „erobert“.

Ansonsten hat man wieder gesehen, wie wichtig ein Raffael für den Spielaufbau war. Die Geste mit Babbel hat mich erstmal von meiner Angst des Raffael-Exemple-Statuierens befreit.


Eginho
22. September 2010 um 10:50  |  394

Unser „Senator“ Ramos hat sich gestern imo ’ne glatte 1 verdient! Eine Augenweide, wie er seinen Gegenspieler einige Male mit seiner Schnelligkeit hat alt aussehn lassen…! Die Bestnote bekommt von mir auch Niemeyer…da bin ich vollkommen bei Datcheffe!: Gojko WER??? ;o)


LLcoolandi
22. September 2010 um 13:49  |  396

Das Domo ’ne 3 bekommt *grübel*??? Den habe ich erst bei seinem Tor bemerkt…

Und Niemeyer hätte doch ’ne glatte 1 verdient !!!
Ebenso wie Ramos und Raffael war der „Erstligareif“.

Lell hatte ich auch eher in Richtung 4 gesehen. Er passte sich den schwachen Karlruhern an.
Auch Kobi’s 2 ist mir zu gut…
Hinten ist nachwievor enorm viel Luft nach oben. Wer so wenig zu tun hat wie die beiden IV gestern, darf auch gerne mal nach vorne „was machen“

Ansonsten gefällt mir eure Zensurengeschichte. Hab‘ auf dem Heimweg gestern mit meinen Kumpels schon selbst Noten vergeben…die aber eben leicht anders aussahen 😉
Liegt wohl an unserer extrem Blau-Weißen-Brille


dstolpe
22. September 2010 um 15:09  |  397

@LL
Wir hoffen natürlich, dass ihr neben unseren alltäglichen Geschichten auch unsere Notenvergabe interessant findet. Schön, wenn es bei Dir schon mal der Fall ist!
Auch wir haben Spaß daran, denn Einzelkritiken der Hertha-Spieler gibt es in der Print-Ausgabe der Morgenpost ja nicht.
Und weil nichts so herrlich subjektiv sein kann wie der Eindruck von einzelnen Spielern im Mannschaftssport Fußball, freuen wir uns auch umso mehr über euer Feedback auf unsere Notenvergabe.
Auf gehts! 🙂


Treat
22. September 2010 um 22:31  |  399

Bin von der Einzelkritik ebenfalls begeistert. Nach dem Spiel gegen Essen mein zweites Saisonspiel, dass ich im Stadion sehen konnte. Hat großen Spaß gemacht, so entspannt ein Herthaspiel zu sehen und dabei noch mit dem kleinen aber tapferen Häufchen Karlsruher zu feiern!
Raffa und Niemeyer bekommen von mir ebenfalls eine glatte 1, Ramos ist zumindest verdammt nahe dran, finde ich. Auch Domo fand ich gut, diesmal finde ich sogar die 2 für Kobi berechtigt, da hat diesmal Vieles gestimmt und großartige Laufduelle, bei denen er durch seine Langsamkeit benachteiligt gewesen wäre, musste er ja nicht wirklich führen.
Die 3 von Aerts ist für mich eher eine gute. Klar, nicht allzu viel zu tun aber immer ruhig und ordnend von hinten, ein paar ganz gute Aktionen, ein sensationell abgewehrter Ball 5 Minuten vor Schluss. Zur 2 reicht es für mich nur deshalb nicht, weil er fahrlässig in „Drobny-Manier“ unter einer an sich harmlosen Ecke hindurch segelte, die aber zum Glück ins Leere ging.
Insgesamt eine runde Sache, nette Leute, gutes Spiel, so macht der Stadionbesuch Spaß!

Jetzt hoffe ich auf mindestens einen Punkt im bislang schwersten Spiel der Saison in Cottbus – nehmt den Schwund von diesem 4:0 mit in die Lausitz, Jungs!

Blauweiße Grüße
Treat


Treat
22. September 2010 um 22:32  |  400

Schrieb ich Schwund? Freud´scher Fehler! 😉

Es muss natürlich SchwunG heißen!

Blauweiße Grüße
Treat


Datcheffe
23. September 2010 um 3:48  |  403

Also, dann auch noch mal ein Lob von mir, für die Herrn Blogschreiber zu ihrer Benotung!
Wir sind zwar nicht immer 1:1, aber die Begründungen von euch decken sich zu 90% mit meinen Eindrücken und Beobachtungen.
Ruhig weiter so, es liegt auch immer im Anspruch des Betrachters. Ich gebe zu, das z.B. Peter Niemeyer für mich so ziemlich unbekannt war, daher meine Begeisterung, wobei er euch als Sportjournalisten bestimmt schon vorher ’ne Hausnummer war, denn sonst hättet ihr ihn nicht als “Sensationstransfer“ bejubelt!?
Da fehlt mir das Interesse an Werder Bremen, obwohl sie bekannt dafür sind, gute Leute zu haben.

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