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(sto) – 1:0 in Cottbus – die Worte zum Auswärtssieg des alten und neuen Tabellenführers beim (aktuell noch) Zweiten sprach der einmal mehr famose Peter Niemeyer:  „Unser Sieg war absolut verdient, weil wir gefightet und den Kampf angenommen und dazu noch gut Fußball gespielt haben.“ Und auch das sagte Niemeyer noch: „Wenn wir kapieren, dass zu Fußball auch Arbeit und Kampf gehören, sind wir in der Zweiten Liga das Maß aller Dinge – auch hier in Cottbus.“ Die Mannschaft in der Einzelkritik.

Maikel Aerts: Der Niederländer war einmal mehr da, wann immer er gefordert wurde und verdiente sich sein zweites Spiel in Folge ohne Gegentor. Stark war seine Parade gegen Jula kurz vor dem Pausenpfiff. Allerdings brauchte Aerts gegen den ansonsten unsichtbaren Petersen zweimal auch Glück: nach seinem recht willenlosen Befreiungsschlag (35.) und als er unter einem Ball hindurchsegelte (81.). Note 2

Christian Lell: Der Ex-Münchner bot seine bislang stärkste Leistung im Hertha-Trikot und krönte sie mit der Flanke, die dem Siegtor vorausging. Insgesamt suchte Lell immer wieder den Weg nach vorn und hatte nach 42 Minuten sogar eine recht gute Schusschance aus 17 Metern. Note 2

Roman Hubnik: Der Tscheche bestritt einmal mehr viele Zweikämpfe und verurteilte Energies bis dato siebenfachen Torschützen Petersen quasi zur Wirkungslosigkeit. Note 2

Andre Mijatovic: Ein schlimmer Stockfehler hätte unmittelbar vor dem Pausenpfiff gut und gerne in einem Rückstand münden können. Von diesem einen Patzer abgesehen anfangs wenig beschäftigt, aber immer dann zur Stelle, wenn es sein musste. Note 3

Levan Kobiashvili: Der Georgier war wie schon in den Spielen zuvor recht lauffreudig und hatte viele Ballkontakte, stand im Fernduell der Außenverteidiger zum ersten Mal aber in Lells Schatten. Note 3

Peter Niemeyer: Die Schaltzentrale im Mittelfeld funktionierte auch im dritten Spiel binnen einer Woche über 90 Minuten ohne einen einzigen Aussetzer. Der Eroberer vieler Bälle war gewohnt zweikampfstark, sein Spiel ist sicher und mit viel Übersicht. Note 2

Nico Schulz: Dass er spielte, verdankte er Rukavytsyas Zuspätkommen tags zuvor beim Abschlusstraining. Der Junge aus dem eigenen Nachwuchs nutzte seine Chance eindrucksvoll. Schulz ist 17 Jahre alt – aber spielt ruhig und abgeklärt wie ein Erwachsener. Gute Ecken, gute Flanken, gute Balleroberung, gute Übersicht – und dazu zwei Sololäufe (33., 72.), die gut und gern zu Toren hätten führen können. Note 2

Valeri Domovchiyski: Gerade zu Anfang des Spiels bemerkenswert eifrig, baute der Bulgare in schon gewohnter Weise immer mehr ab – und wurde folgerichtig nach 80 Minuten ausgewechselt. Note 4

Raffael: Die nächste starke Leistung des Brasilianers. Neben ein paar guten Aktionen in der Offensive verdiente sich Raffael gerade in der Defensive Fleißkärtchen. Bestes Beispiel: Seine Grätsche nahe der Mittellinie gegen einen Cottbusser, mit der er den Ball eroberte und prompt zum Gegenstoß ansetzte. Note 2

Adrian Ramos: Die beste Szene des Kolumbianers war mehr wert als zwei Tore: In der Nachspielzeit kratzte er Julas Flachschuss, der kaum mehr zu retten schien, noch von der Linie. Auch zu Friends Siegtor assistierte er. Diese individuellen Leistungen kaschieren mehr als deutlich, dass Ramos auch wenigstens zwei Kontersituationen schlampig zu Ende spielte. Note 2

Rob Friend: Der Kanadier hatte nicht viele Chancen – aber stand beim Siegtor dort, wo er als Torjäger zu stehen hat. Ramos‘ Zuspiel verwertete er zu seinem vierten Saisontor im sechsten Spiel. Note 3

Pierre-Michel Lasogga: Der 18-Jährige kam in Minute 74 zu seinem Plichtspieldebüt – und hatte zehn Minuten später sogleich die Chance zu seinem ersten Tor für Hertha. Knapp (aber nicht geahndet) im Abseits stehend, vergab er freistehend vor dem Cottbusser Tor.

Marco Djuricin: Der 17-Jährige kam für Domovchiyski (80.) und spielte vier Minuten später den Pass zu Lasogga.

Ronny: Kam in der Nachspielzeit für Schulz, durfte sich bei einem Kopfball im eigenen Strafraum über einen Ballkontakt freuen. Räumte aber auch Lell zur Seite, wodurch erst Radus Chance in letzter Minute entstand.

Und was sagt Ihr?

Wie habt Ihr – sei es im Stadion der Freundschaft oder zu Hause vor den TV-Geräten – die Herthaner gesehen? Schreibt es uns – und wählt in der Umfrage Eure Three Stars.

Meine Three Stars in Cottbus waren . . .

  • Raffael (25%, 113 Stimmen)
  • Schulz (20%, 93 Stimmen)
  • Niemeyer (16%, 72 Stimmen)
  • Ramos (13%, 59 Stimmen)
  • Lell (11%, 49 Stimmen)
  • Aerts (8%, 38 Stimmen)
  • Friend (5%, 22 Stimmen)
  • Hubnik (2%, 10 Stimmen)
  • Kobiashvili (0%, 2 Stimmen)
  • Domovchiyski (0%, 2 Stimmen)
  • Ronny (0%, 1 Stimmen)
  • Mijatovic (0%, 0 Stimmen)
  • Lasogga (0%, 0 Stimmen)
  • Djuricin (0%, 0 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 160

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Kommentare

Datcheffe
25. September 2010 um 3:40  |  423

Ich sage nur U-N-S-C-H-L-A-G-B-A-R!!!
Es muss manchmal auch ein Quentchen Glüch dabei sein,
Super Niemeyer, Super Schulz, Super Raffael und Super ramos!

Allerdings auch Super Kirschbaum, sonst hätten wir wesentlich höher gewonnen!


Datcheffe
25. September 2010 um 3:43  |  425

P.S. Friend brauchst du nur anschiessen, dann trifft er!
Er erinnert mich an Micha Preetz, der hat solche Dinger auch immer reingestochert!


25. September 2010 um 7:51  |  428

Vom Fernseher aus lässt sich das so schwer beurteilen, da man dort ja die Laufwege ohne Ball nicht sieht. Aber ich fand es beeindruckend, dass Friend beim Tor dort stand, wo er stand. Und auch das energische Verhalten, das zum Tor führte, zeigt, dass er mehr als nur ein Zweitligaspieler ist.
Wenn die Saison nur ansatzweise so gut läuft, wie sie bis jetzt begonnen hat, dann kann Hertha in der nächsten Saison mit einem gewaltigen Pfund wuchern: Mit einer perfekt eingespielten Mannschaft.


25. September 2010 um 8:29  |  429

Den Niemeyer Worten ist eigentlich kaum etwas hinzuzufügen. Das war eine wirklich gute Leistung!

Das einzige Manko das Auslassen wirklich guter Chancen aus den Kontern der zweiten Halbzeit. So etwas kann sich natürlich auch einmal rächen wie wir alle wissen. Cottbus am Ende daher mit dem „nur“ 0:1 wirklich gut bedient und Hertha der absolut verdiente Sieger.


Treat
25. September 2010 um 8:35  |  430

Ich würde mich diesen Bewertungen diesmal ohne Einschränkungen anschließen, ausgezeichnet analysiert!

Blauweißen Gruß
Treat

P.S.: AUSWÄRTSSIEG!!! 😉


25. September 2010 um 9:28  |  431

[…] den Beitrag weiterlesen: 1:0 in Cottbus – Sieg im Spitzenspiel Bookmarken Sie uns, Danke! Mit Klick auf diese Icons kann man diese Webseite mit anderen Social […]


Blaubeere
25. September 2010 um 9:36  |  432

Friend erinnert dich an Micha Preetz Datcheffe?
Na das hört sich doch für die Zukunft vielversprechend an. Friend und Ramos schien in dieser Saison beide für jeweils 10+ Tore gut zu sein. Daumendrücken dass sie gesund bleiben!!!


dstolpe
25. September 2010 um 10:47  |  434

@treat
Der Rezensent dankt! 😉


25. September 2010 um 11:24  |  435

Friend ist das was nach Pantes Abgang so sehr gefehlt hat: Ein echter Knipser! Auch wenn man die beiden Spielertypen natürlich nicht vergleichen kann.
Endlich hat Hertha wieder einen da vorne der nur diese eine Chance braucht um ein Spiel dann auch mal ganz allein zu entscheiden. Ein echter Glücksgriff diese Verpflichtung.


25. September 2010 um 12:44  |  437

[…] aller Euphorie um den aktuellen Erfolg (fünf Siege in sechs Spielen, ungeschlagen) und die – endlich! – kämpferische […]


Zimsel
25. September 2010 um 12:54  |  438

ich wollte nur nochmal auf das starke spiel von nico hinweisen…unglaublich wie der geackert hat… hatte hier und da auch mal einen kleinen fehler aber trotzdem RESPEKT vor der leistung dieses hervorragenden nachwuchsspielers


LLcoolandi
25. September 2010 um 13:38  |  439

Nanu, soooo viele gute Noten von euch !?

Um nun auch in guter Berliner Manier ein wenig zu mäkeln;
Hubnik und Mijatovic sind doch wie Falschgeld rumgelaufen. Beide habe ich als glatte 4 gesehen, Mijatovic in Richtung 4-5
Gut nur bei hohen Bällen, die sie alle samt abfingen. Sollten wir im Pokal mal auf einen 1.Ligisten treffen gibt’s mit den beiden da hinten reichlich auf die Mütze.
Frage mich warum Babbel an denen festhält – mangels Alternativen ?


wilson
25. September 2010 um 14:12  |  440

Ja, ja – mit den Noten ist das so ´ne Sache. MoPo bewertet Hubnik und Mijatovic zu gut und LLcoolandi zu schlecht.
Beide haben für ein Zweit-Liga-Spiel eine befreidigende Leistung (3) abgeliefert. Hubnik springt pro Spiel mindestens einmal unter dem Ball weg und Mijatovic macht´s ihm vor oder nach. Beide noch mit sehr viel Luft nach oben.
Sieg in Cottbus – gibt´s nicht so häufig zu feiern, also wird gefeiert.
Daumen hoch für Babbel: setzt wie angekündigt auf die jungen Jungen. Je erfolgreicher sich die nächsten Spiele für Hertha gestalten, rechne ich mit folgenden Leuten in einer Startelf:
Neumann als IV, Perdedaj als 6er, Djuricin und/oder Schulz im OM und Lasogga als Sturmspitze (wenn der Friend mal Aua hat).

War es nicht das, was wir uns immer erträumt haben: der eigene Nachwuch rockt die Liga.

Und Ebert ist hier ausdrücklich nicht vergessen.


wilson
25. September 2010 um 14:19  |  441

Oh, wie unangenehm: die MoPo bewertet den Mijatovic ja auch mit einer DREI.

Na ja, mit dem zweiten (Blick) sieht man besser !


herthafreund
25. September 2010 um 14:31  |  442

Vor dem Spiel in Cottbus hab ich noch zu anderen Herthafreunden gesagt – wenn wir da gewinnen, glaube ich langsam an einen Durchmarsch. Nun war es nicht so, dass wir die Cottbuser die ganze Zeit voll im Griff gehabt hätten. Aber das war schon sehr überzeugend. Energie kam doch gar dazu, sein aggressives Spiel aufzuziehen. Wenn wir sogar in solchen Stadien wie Cottbus mit unseren spielerischen Mitteln bestehen können – was soll dann noch schief gehen? Wie an anderer Stelle gesagt: Mit Pech kann man so ein Spiel auch verlieren, wenn der Petersen mal knipst oder der Jula. Aber verdient wäre das nicht gewesen, ich glaube, das sehen sogar die Cottbuser so…


Dan
25. September 2010 um 15:11  |  443

Friend Tor – Ich denke die Druckwelle des Hertha-Blocks hinter dem Energie-Tor hat den Ball etwas runtergedrückt. Ich hätte im Augenblick des BAllkontaktes und -verlassen gewettet das Ding geht gegen die Latte aus 80 cm Torentfernung. 🙂

Ansonsten kann uns nur die eigeneEinstellun und Faulheit schlagen.

Cu all gegen Aachen
Dan


25. September 2010 um 15:29  |  444

Für mich sind ohne Zweifel Ramos und Raffael die Spieler des Spiels gewesen. Lell kommt für meinen Geschmack in der Einzelkritik zu gut weg. Es gab wieder etliche Szenen in denen er mehr schlecht als recht aussah und knüpfte in meinen Augen an seine Leistungen aus den vorigen Spielen an. Seine Flanke, die über Ramos dann zum Tor führte wiegt die zum Teil haarsträubenden Fehler nicht auf. In dieser Zeitligasaison ist Lell für mich der einzige, der meine Erwartungen (noch?) nicht erfüllen konnte.


StinkePunk
25. September 2010 um 16:19  |  445

@Felix: Deiner Kritik an Lell kann ich nicht beiflichten. Saß auf der Haupttribühne und Lell hat auf jeden Fall seine bisher beste Saisonleistung gezeigt. Das haben mir auch einige Cotbusser bestätigt.

Nico Schulz scheint auch tatsächlich eine deutliche Alternative zu sein. Kann mir vorstellen, dass er sich damit vorerst einen Stammplatz erkämpft hat. Pech für Ruka. Aber so ein Exampel ist gut für die Disziplin der Mannschaft.


snbsc
25. September 2010 um 16:46  |  446

Gleiche Meinung, wie @Stinkepunk: Bisher beste Saisonleistung von Lell. Vom Typ her ist er ganz wichtig für die Mannschaft. Einige ehemalige Abwehrspieler hatten eher ein Schwiegersohnimage! Die hätten z. B nach dem Unionausgleich nicht um den Ball so lange gekämpft bis das Tor aus den Angeln gedrückt wird.


25. September 2010 um 18:27  |  447

Meiner Meinung nach wird Lell generell überbewertet. Selbst wenn er sein bestes Spiel gemacht haben sollte, war das noch lange keine gute Leistung, sprich keine Note 2.
Zu Mijatovic wurde inzwischen schon genug gesagt.
Domovchiyski kommt bei der MoPo Bewertung in meinen Augen etwas zu schlecht weg. Er hat anständig gespielt, wenn auch ohne wirklich Akzente zu setzen. Ich hätt ihm ne 3 gegeben 😉


Treat
26. September 2010 um 10:16  |  464

Der Vergleich zwischen Preetz und Friend ist absolut berechtigt, das habe schon gesagt als letzterer verpflichtet wurde.

Auch Lell habe ich diesmal stark verbessert gesehen und Schulz hat mir richtiggehend imponiert. Der hat wirklich bis zur 75sten Minute Dampf gemacht, bis er völlig platt war und für meinen Geschmack ein paar Minuten zu spät ausgewechselt wurde. Es hat noch nicht alles geklappt aber die Spielfreude und Unbekümmertheit machen beim Zusehen einfach Spaß.

Schön, dass es in diesem jungen Jahrgang wieder einige Hoffnungsträger gibt und dass wir einen Trainer haben, der diese auch konsequent aber behutsam an die höheren Aufgaben heran führt. So lässt sich eine zukunftsfähige Mannschaft bilden, die auch im nächsten Jahr in der ersten Liga nicht in Abstiegsnöte kommen sollte. Vielleicht ist hierfür eine punktuelle Verstärkung auf der einen oder anderen Position erforderlich aber im Großen und Ganzen haben wir da schon eine prima Mannschaft zusammen, finde ich.

@dstolpe: Gern Geschehen, Ehre, wem Ehre gebührt!

Blauweiße Grüße
Treat

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