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(ub) – Reden wir über Geld. Mittlerweile scheint es  Mode zu sein, alle 14 Tage einen neuen Hauptsponsor für Hertha auszurufen. Vor zwei Wochen war es BILD, die von einem angeblichen Interesse von Kabel Deutschland berichtete. Aktuell schreibt die BZ, die Bahn wolle verlängern, allerdings nur ein Jahr. Außerdem hätte Kabel Deutschland offiziell abgesagt. Und die Zukunft sei schwierig, weil sonst niemand Interesse habe.

Dazu einige Anmerkungen. Vorab, es geht nicht um Kollegen-Bashing. Sondern um Grundsätzliches: Wie kommt ein Verein zu einem Hauptsponsor? Wie lange dauert das? Und wie viel Geld gibt es?

Bekannt ist, dass der Vertrag mit der Bahn im Juni 2011 ausläuft. Aktuell bezahlt der Brustsponsor  20 Prozent weniger als zu Bundesliga-Zeiten, statt zuvor 5,5 Millionen Euro erhält Hertha  jetzt 4,5 Millionen.

Geht es ohne Mehdorn und Hoeneß?

Dass Hertha davon profitiert, einen so großen Partner zu haben, liegt auf der Hand. Die Bahn ist das zweitgrößte Transportunternehmen der Welt. Deren Seriosität schmückt  Hertha. Ganz klar, der bisherige Trikotsponsor ist erster Kandidat für die Zukunft. Die Zusammenarbeit zwischen Verein und Unternehmen ist intensiv. Ob auf Vorstandsebene oder bis runter zu Sachbearbeitern, die klären, wie groß das Bahn-Logo bei Hertha jeweils auszufallen hat. Die Bahn ist mit leitenden Mitarbeitern, Angestellten und Gästen bei jedem Heimspiel in der DB-Lounge im Olympiastadion.

Will sagen, auch wenn die beiden Vorleute, die die ersten Verträge ausgehandelt haben (Hartmut Mehdorn/Dieter Hoeneß), nicht mehr bei ihren vorigen Arbeitgebern sind – man kennt sich. Leute, die es wissen müssen, beschreiben mir das Verhältnis zwischen Hertha und der Bahn „als völlig intakt“ und loben den Sponsor „als absolut professionellen Partner“.

Zur Zeitschiene:  Hertha geht das Thema Brustsponsor im letzten Quartal dieses Jahres an. Bisher gab es weder vom Verein noch vom Rechtevermarkter Sportfive Gespräche oder Verhandlungen zu diesem Thema mit der Bahn (mit Kabel Deutschland ohnehin nicht).

Schaut man in die Vergangenheit, sieht man, dass die Bahn kein Interesse an raschen Entscheidung hat. Der erste Vertrag 2006 wurde im Mai vorgestellt, der zweite im März 2009. In der laufenden Saison wird der gute sportliche Start auf Wohlgefallen beim Hauptsponsor stoßen. Aber warum sollte die Bahn sich vor Weihnachten in irgendeiner Richtung festlegen? Da soll Hertha jetzt mal hübsch den positiven Trend bestätigen.

Prognose: Wenn Hertha sich mit der Bahn einigt, wird eine Entscheidung im ersten Quartal 2011 fallen.

Gibt es einen Plan B?

Klare Antwort: ja.

Der Verein wird, den Wiederaufstieg vorausgesetzt,  (mindestens) so viel Geld aus dem Brustsponsoring erlösen wollen, wie in der letzten Bundesliga-Saison. Der Vertrag war leistungsabhängig und reichte von 5,5 bis 8 Millionen Euro.

Sollte es keine Einigung mit der Bahn geben, sind folgende Varianten denkbar: Hertha wird weiter vom Standortfaktor Berlin profitieren. 2011 wir der Großflughafen BBI eröffnet. Stellvertretend für diverse Optionen sei hier „Fly Emirates“ genannt, die gerade beim AC Mailand auf die Brust gegangen sind (60 Millionen Euro für fünf Jahre/12 Mio pro Jahr). Außerdem ist die Fluglinie beim FC Arsenal und Paris St. Germain Trikotsponsor (und den Hamburger SV hat der Kollege Bremer noch vergessen; Anm. v. dstolpe).

Eine anderes Geschäftsfeld sind private Anbieter von Sportwetten. Der Europäische Gerichtshof hat Anfang September das deutsche Lotto-Monopol gekippt. Für Anbieter wie das österreichische Unternehmen BWin (zahlt Real Madrid  bis 2013 bis zu 20 Mio pro Jahr) sind Bundesliga-Klubs per Definition eine interessante Klientel.

Prognose: Hertha geht nicht mit blanker Brust in die Saison 2011/12.

Wie beurteilt Ihr das Thema: Soll Hertha um jeden Preis versuchen, bei der Bahn zu bleiben? Oder unterschreibt man  bei dem Unternehmen, das das meiste Geld bietet? Ist es moralisch ein Problem, einen Wettanbieter auf dem Trikot zu haben? Und: Wieviel Geld ist realistisch zu erwarten? Oder bleibt die Brust, in Ermangelung von marktgerechten Angeboten, doch frei?

Zur Umfrage:

Wer soll ab 2011/12 Trikotsponsor bei Hertha sein?

  • Deutsche Bahn (42%, 104 Stimmen)
  • Fluglinie/Unternehmen aus dem Umfeld des neuen Flughafens (34%, 85 Stimmen)
  • Blanke Brust (10%, 26 Stimmen)
  • Ein privater Wettanbieter (10%, 24 Stimmen)
  • Telekommunikation/Fernsehbranche (4%, 9 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 248

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22
Kommentare

dreiergott
2. Oktober 2010 um 16:19  |  593

Also so wie das derzeit aussieht, wird es dann kein großes Problem sein, nächste Saison einen Brustsponsor zu haben, vorausgesetzt Hertha steigt wieder auf.

Grundsätzlich denke ich, dass Hertha bei dem Unternehmen unterschreiben sollte, das das meiste Geld bietet. Man sollte zwar auch bedenken, dass der mögliche Partner auch nach außen vertretbar und „moralisch“ ist, doch in diesem Punkt sehe ich kein Problem bei einem Werbepartner aus den oben genannten Bereichen. Also auch ein Brustsponsor aus dem privaten Wettbereich wäre überhaupt kein Problem aus moralischer Sicht und nach außen hin vollkommen vertretbar. (Zudem hatte doch schon mal Werder Bremen mit bwin einen Brustsponsor, der wurde aber wegen des damaligen Wettmonopols verboten; das ist jetzt natürlich kein Problem mehr).

Dennoch sollte Hertha sich auf jeden Fall zuerst mit der Deutschen Bahn zusammensetzen, da diese zum Ende der Saison fünf Jahre lang Brustsponsor von Hertha war und letzte Saison Hertha auch treu geblieben ist (ich weiß, es war noch ein Jahr Vertrag, aber die DB hätte den Vertrag doch auch schlimmstenfalls auflösen können). Insofern ist die Deutsche Bahn der erste Gesprächspartner für Hertha.

Das Geld, das realistisch zu erwarten ist, wird sich meiner Meinung nach in diesem Raum der DB (5,5 – 8 Millionen) befinden, wobei mit Sicherheit auch wieder einiges an Erfolgsprämien angeknüpft sein wird, gerade weil man Aufsteiger ist.
Insofern gehe ich von 6-7 Millionen Grundbasis + Erfolgsprämien aus.


wilson
2. Oktober 2010 um 17:32  |  594

Je länger Hertha den positiven Trend bestätigt und dieser im Aufstieg seinen vorläufigen (?) Höhepunkt findet, desto bessere Karten hat der Verein, entweder bei der Verlängerung beim bisherigen Sponsor oder bei der Sichtung anderer Angebote, die dann ins Haus flattern sollten.

Sollte Die Bahn es ausreizen, muss sie damit leben –immer den Erfolgsfall Aufstieg vorausgesetzt-, dass ein anderes Unternehmen ein Angebot vorlegt, dass Hertha nicht ablehnen kann.
Vielleicht wagt man noch nicht einmal daran zu denken, dass nicht Hertha, sondern Die Bahn in (Achtung Wortspiel) ZUGzwang kommt.

Ich kann kein moralisches Problem darin erkennen, einen Wettanbieter als Trikotsponsor zu bewerben. Ehrlich gesagt fällt mir auf die Schnelle gar kein Unternehmen ein, welches eine moralische Hürde darstellen könnte. Vielleicht kann mir jemand Beispiele nennen ?!

Geld und Moral – ohnehin eine eigenartige Liaison.
Ist es moralisch verwerflich, die Stadionmiete stunden zu lassen ?
Ist es moralisch verwerflich, Spieler wie auf dem Viehmarkt zu handeln ?
Ist es moralisch verwerflich, einen Wettanbieter als Sponsor zu haben ?
Nein.


dstolpe
2. Oktober 2010 um 18:06  |  595

@wilson
Moralisch verwerflicher Trikotpartner? Da hab ich was im Angebot – und zwar aus dem Eishockey. Es begab sich zur Zeit der Saison 1987/88, da machte der finanziell schwer angeschlagene ECD Iserlohn Trikotwerbung für „das grüne Buch“ des libyschen „Revolutionsführers“ Muammar al-Gaddafi – allerdings nur genau ein Spiel lang, bevor der Aufschrei der Öffentlichkeit den Eishockey-Verband veranlasste, die Fortführung der Werbung zu untersagen.

Iserlohn bestritt danach lediglich noch ein Spiel, bevor der Verein in Konkurs ging. 😉 Niemand weiß, ob tatsächlich eine Geschäftsbeziehung mit Gaddafi bestanden hatte und welche Summen womöglich im Spiel waren; der Iserlohner Klubchef Heinz Weifenbach war allerdings tatsächlich einige Zeit vorher Libyen gewesen. . .


ft
2. Oktober 2010 um 18:30  |  597

Wenn es nach den Fans gehen würde, dann müßte vorne „Ich fahre S-Bahn“ und hinten „und ich trinke Schultheiß“ auf den Trikots prangen.
Das ist ein Scherz.

Aber mal im Ernst. die Bahn baut gerade ihren Standort in Berlin aus. Etliche Mitarbeiter der DB werden wohl in Zukunft ihren Arbeitsplatz in Berlin antreten.
DB steht deshalb irgendwie auch für den Standort Berlin .
Und da sie in Treue fest auch in Zweitligazeiten zu Hertha stehen, würden die für mich weiterhin erster Ansprechpartner in Puncto Sponsoring sein.


Nachtrag:

BMW wäre natürlich auch ein interessantes nicht zu verachtendes Premiumlabel.


ubremer
ubremer
2. Oktober 2010 um 18:38  |  599

@wilson,
in Erweiterung der Antwort des Kollegen Stolpe: In der Fußball-Bundesliga gab es mal Aufregung um den FC Homburg und eine Kondom-Werbung.

anbei der Wikipedia-Eintrag zum Thema FC Homburg:

Kondomhersteller als Sponsor
Für die Saison 1987/88 hatte der Präsident Manfred Ommer den Kondomhersteller London als Hauptsponsor gewonnen (Vertragshöhe: DM 200.000). Der DFB zeigte sich empört und drohte mit Punktabzug, so dass die Homburger den Sponsorenschriftzug auf dem Trikot vorerst mit schwarzen Balken abdecken mussten. Der damalige Vorsitzende des DFB-Ligaausschusses Gerhard Mayer-Vorfelder (CDU) wurde daraufhin scharf kritisiert (FDP-Stellungnahme: „Es war kaum zu erwarten, daß der selbsternannte Tugendwächter Mayer-Vorfelder über seinen kleinbürgerlichen Schatten springen würde.“). Die 13. Kammer des Landgerichts Frankfurt am Main befand schließlich, dass die Kondomwerbung auf den Trikots weder gegen Sitte noch Moral verstoße; fortan liefen die Spieler unzensiert auf.


Sven H.
2. Oktober 2010 um 21:03  |  601

1. Natürlich sollte es nicht das Ziel sein der DB hörig zu sein, sondern das finanziell attraktivste Angebot für den Verein zu finden.

2. Sollte der Meistbietende ein Wettportal betreiben oder mit solchen Dingen sein Geld verdienen, so sollte dies nichts mit dem Thema Moral zu tun haben.
Von mir aus könnte auch „Pempers“ oder „die Bild der Frau“ der nächste Sponsor werden wenn das Geld stimmt. Meiner Meinung nach ist Hertha nicht in der finanziellen Situation dort wählerisch zu sein.

3. Was schlussendlich an Geld für Hertha pro Jahr heraus kommt, kann ich mir im keinsten ausmahlen. Zumal dies komplett mit dem Abschneiden unsere Mannschaft am Saisonende zusammenhängt. Gegen eine Emirate-Angebot von 60 Millionen für 5 Jahre hab ich nichts einzuwenden, würde mich aber stark wundern.


2. Oktober 2010 um 21:20  |  602

Das Thema Brust- resp. Hauptsponsor (sind beide eigentlich immer identisch?) ist sicher ein sensibles. Der finanzielle Aspekt ist nicht zu verachten, allerdings spielen hier natürlich auch andere Dinge, etwa Image, strategische Überlegungen, persönliche Beziehungen, eine wesentliche Rolle. Ich vertraue hier mal auf Herthas Kompetenz und hoffe, dass Gegenbauer, Schiller & Preetz ein gutes Näschen haben und die richtigen Händchen schütteln. Wenn alle weiter mit den Füßen am Boden bleiben (soll kein Hieb gegen potenzielle Sponsoren sein), habe ich keine Bedenken, dass am Ende der richtige Fisch an der Angel zappelt.


pante
2. Oktober 2010 um 22:36  |  603

moin! geld – ein wundervolles thema zum fantasieren. wenn da nicht die störenden fakten wären. hertha in zusammenhang zu bringen mit visionären sponsoren ist witzig. hatten wir das alles nicht schon mal? watschelte der schlafende bär nicht schon mit den hightechriesen arcor oder otelo durch die liga? mal im ernst: hertha ist eine marke, die wie jeder andere klub einen wert hat. und der wert ist leider auch ein klein wenig bemessen am erfolg und nicht an bunten schlössern, die die manager malen. der wert bemisst sich leider auch ein klein wenig am kontoauszug, der bei hertha nun ein sanftes minus ausweist. also: hertha bleibt nichts anderes übrig, den auf die brust zu pappen, der die meiste kohle bietet. ob flieger, ein telefonierer, ein schaffner – das geld muss stimmen, um sich fit zu machen für den idealen fall der fälle: brust frei wie einst der fc barcelona! das war ein beitrag zur fußball-kultur!


Datcheffe
3. Oktober 2010 um 6:55  |  605

Moin,Moin Herthaner!

Nun, soweit mir bekannt, ist Air Berlin doch schon im Sponsorenpaket bei Hertha BSC enthalten. Wenn Die Bahn sich wirklich zurückziehen sollte, wäre Air Berlin vielleicht ein sehr interessanter Partner und vielleicht sogar bereit, Hauptsponsor zu werden.
Davon abgesehen, wäre es für Hertha von Vorteil mit einem *Berliner* Sponsor in der 1. Liga aufzutreten.
Da Air Berlin ja eine expantierende Fluglinie, immerhin jetzt schon die zweitgrößte Airlinie nach der Lufthansa, ist und dazu mit dem neuen BBI auch weitere größere Arbeitsbedingungen und Mieter auf dem *Ostluftkreuz Deutschlands*, welches BBI in Zukunft ist, natürlich immer bedeutender werden wird!

Namenlos in die neue Saison zu starten, ist m.M. nach sehr unwahrscheinlich, denn Hertha BSC wird nach dem Aufstieg natürlich wieder der einzige Verein östlich der alten Bundesländer sein und damit im Gegensatz zu den 17 altbundesländischen Vereinen wieder ein *Aushängeschild* .

Btw. finde ich die Zahlungen von z.Z. 5,5 Millionen Euro auch nicht gerade riesig als Hauptsponsor. M.M.n. sollte Michael Preetz sich einen neuen Sponsor vom neuen Flughafen suchen, denn nicht zu vergessen, in Tegel war auch ein riesiges Herthalogo vorhanden, das sollte im oder beim BBI auch möglich sein und für Air Berlin auch einen massiven Werbeeffekt haben.

Wettgemeinschaften oder andere Sponsoren sollte man nur nehmen, wenn es sich nicht vermeiden läßt!

Eventuell könnte man auch mit DHL, die weltweit das größte Transportunternehmen ist, Kontakte aufnehmen, vielleicht besteht da Interesse, obwohl ich nicht weiß, ob DHL nicht auf dem Leipziger Flughafen bleibt oder auch nach Schönefeld umzieht, was ich allerdings wegen dem Nachtflugverbot, mir nicht vorstellen kann, ist halt nur eine spontane Idee, während ich das hier schreibe. Also, das ist jetzt reine Träumerei von mir!

Schönen Sonntag und 3. Oktober, wir sehen uns hoffentlich morgen im Stadion!


OFC
3. Oktober 2010 um 8:39  |  606

Wie wäre es mal mit Siemens als Hauptsponsor? Ein Weltkonzern mit eindeutig regionaler Bedeutung für Berlin. Siemens hat sich vor kurzem klar für den Standort Berlin positioniert – hat gar (namentlich) einen kleinen Stadtteil inne und investiert in größerem Umfang.
Kleiner Vorteil für Fans: Das blau-weiße Trikot würde wieder von dem störenden „rot“ befreit …


3. Oktober 2010 um 11:10  |  608

@ubremer: Ob das mit der Kondomwerbung heute auch noch so einen Aufschrei erzeugen würde? Glaube nicht. Die Zeiten sind andere mittlerweile.

Sponsoring:
Deutsche Bahn muss in jedem Falle zunächst der erste Ansprechpartner bleiben. Denke, das hat was mit Anstand und Fairness im Geschäftsgebahren gegenüber einem langjährigen Partner zu tun (ich weiß, ich Träumer…). Wenn neue Partner bei Hertha Schlange stehen und alle deutlich mehr Geld bieten sollten, dann setzt das in der Tat auch die die Bahn unter ZUGzwang (Danke, @wilson!). Dann muss man gucken.

Das Problem ist doch, dass der deutsche Markt in der Hinsicht ziemlich abgegrast ist. Nicht alle Topmarken setzen auf Fußball und die, die es machen, sind i.d.R. vergeben. Frage ist: Was wäre mit einem strategischen Partner aus dem Ausland? Gäb’s da irgendwelche Schmerzgrenzen?


Datcheffe
3. Oktober 2010 um 11:26  |  609

Moin nochmal!

Nee, ein ausländischer Sponsor, würde bei dem *Berliner Bekenntnis* was Hertha z.Z. ja betreibt eigentlich so vorteilhaft sein. Allerdings kommt es dabei aber in erster Linie auf das Geld an, was der Sponsor investieren will. Ich perönlich finde den *Siemensvorschlag eigentlich sehr gut. Erfahrung mit Fussballsponsoring haben sie und die müssen auch relativ viel ausgeben, denn nicht umsonst wären sie beiReal Madrid jahrelang auf der Brust gewesen!


Datcheffe
3. Oktober 2010 um 11:28  |  610

P.S. Ich meine natürlich im ersten Satz: NICHT vorteilhaft! 😉


ubremer
ubremer
3. Oktober 2010 um 13:30  |  616

@Datcheffe,

ja, Siemens ist auch eine attraktive Marke mit Berlin-Bindung. Ich tue mich nur schwer, mir vorzustellen, warum die für einen Drei-Jahres-Vertrag bei Hertha(mal optimistisch kalkuliert) 20 Millionen Euro in die Hand nehmen sollten. Die Marke kennt ohnehin jeder in Deutschland, aus dem Telefonbereich ist Siemens ausgestiegen. Jeder Hauptsponsor verbindet mit einem Engagement bei einem Profiklub diverse Ziele: Mir fallen (aus Siemens-Sicht) nicht so viele ein, für deren Verwirklichung Hertha BSC hilfreich wäre. Bei Air Berlin ist es ähnlich.
Insofern scheint mir (die Bahn lassen wir jetzt außen vor) ein Konzern aus dem Ausland, der auf dem deutschen Markt Fuß fassen will, wahrscheinlicher.
(Zugegeben, das ist jetzt alles im Kaffeesatz gelesen.)


hurdiegerdie
3. Oktober 2010 um 13:42  |  617

Ich persönlich befürchte, wir werden es uns nicht aussuchen können. Könnten wir das, wäre ich gegen einen Wettanbieter.

Nicht nur das es über diesen Markt auch zu Wettbetrug kommt, Spielsucht ist auch eine Sucht, warum also nicht für Alkohol und Tabak werben? Kleine Geschichte am Rande; mir wurden gerade 8 Euro vom Konto abgezogen, wegen zu langerWettinaktivität. Wettest du nicht, nehmen die trotzdem dein Geld. Das Konto auflösen ist auch nicht so einfach, die zahlen nämlich nur aus, wenn midestens 50 Euro auf dem Konto sind (was bei mir nicht der Fall war).

Also, mir ist Kondomwerbung bei weitem lieber als Werbung für Wettanbieter. Und zu viele streng (Pabst-)gläubige Katholiken dürften sich deshalb auch nicht von Hertha abwenden.


wilson
3. Oktober 2010 um 14:16  |  618

@ die beiden Autoren

Danke für die Beispiele.

Zu Iserlohn/Gaddafis „grünem Buch“:
wusste ich nicht und haue folgende Idee raus, wenn es ein Berliner Sponsor sein soll:
es gibt da einen ehemaligen Berliner Finanzsenator, der auch ein Buch geschrieben hat und der sich damit dumm und dämlich verdienen dürfte…

Zu den Wettanbietern und als Ergänzung zu @ hurdiegerdie:
der andere Berliner Zweitliga-Club aus Köpenick war da wesentlich unvoreingenommener und strich das Geld der Deutschen Klassenlotterie Berlin/Oddset vorbehaltslos ein. Weiteres Beispiel: Bochum und Faber/Norddeutsche Klassenlotterie. Beides staatliche Wettanbieter.


böllenfalltor
3. Oktober 2010 um 15:41  |  619

schade, dass das „blub“ zu hat, sonst könnten die wieder aufs trikot.
und eine kleine anmerkung: herr mehdorn hieß bis gestern noch hartmut mit vornamen…


ubremer
ubremer
3. Oktober 2010 um 15:50  |  620

@böllenfalltor,

die Korrektur ist richtig, sorry.


DepecheMode
3. Oktober 2010 um 16:35  |  621

Sollten wir in der 2. Liga weiterhin so gute Ergebnisse einfahren, müssen wir uns um einen Trikot-Sponsor keine Sorgen machen.
Die DB sollte bei Verhandlungen natürlich als erstes angesprochen werden.
Aber ich sehe noch weiter Kandidaten, die hier auch schon genannt wurden:
Air Berlin) Noch mehr Berlin geht nicht. Großes Unternehmen im Wachstum mit entsprechendem finanziellem Hintergrund. Gute Identifikation beiderseits ist gegeben.
Siemens) Klarer Berlin-Bezug auch hier. Siemens würde zudem eine stärkere positive öffentliche Wahrnehmung gut tun.
BMW) BMW hat ein Werk in Berlin und bzgl. der Farben, könnte es nicht besser passen.


Datcheffe
3. Oktober 2010 um 18:55  |  624

@ ubremer, danke für deine Antwort, zu SIEMENS stimme ich dir nachträglich gerne zu, allerdings bei Air Berlin sehe ich das Ganze etwas anders.
Gerade weil Air Berlin von dem Billigfliegerimage weg will und zu einer weltweit expantierenden Airline in Konkurenz zur Lufthansa expandiert, wäre ein Sponsoring in der 1. Liga , gerade auch auf die Aussicht im europäischen Fussball, wo ich Hertha mit dieser Mannschaft unter Babbel längerfristig wieder erwarte, durchaus sinnvoll. Und der Vorteil ist, das Air Berlin nun schon länger mit Hertha zusammenarbeitet und man sich kennt! Air Berlin ist ja nun auch weltweit unterwegs und arbeitet an weiteren, natürlich auch europäischen Langstreckenverbindungen Richtung Osten!
Wie gesagt weg mir dem Billigimage, zwar immer noch günstiger als Lufthansa, aber mit bedeutet bessereb Service und angenehmeren Sitzplatzgrössen. Wir sind dies Jahr, das erste Mal mit AB in die Staaten geflogen und war sehr überrascht!

Schönen Abend noch!


5. Oktober 2010 um 8:58  |  637

@datcheffe Auch angesichts der Strahlkraft, die Hertha nachweislich in der zweiten Liga hat, sind die Millionen der DB mehr als großzügig. Ein Sponsor, der so „comitted“ ist, würde ich auf jeden Fall halten. Auch wenn Welten dazwischen liegen: Union erlöst weniger als 600.000 € mit dem Hauptsponsor in der gleichen Liga.


StinkePunk
5. Oktober 2010 um 9:16  |  638

Mir egal, hauptsache es gibt ordentlich Kohle für Hertha!

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