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(ub) – Im ersten Montagspiel seit 13 Jahren kamen 34.762 Zuschauer ins Olympiastadion. Sie sahen das bisher schwächste Hertha-Spiel dieser Saison, ein 0:0 gegen Alemannia Aachen.

Maikel Aerts: Seine wichtigste Parade zeigte der Hertha-Torwart schon nach neun Minuten. Der Niederländer spekulierte nicht, sondern blieb gegen Aachens Auer lange stehen und lenkte dessen Schuss zur Ecke. Im Laufe der Partie brachten ihn vor allen die Mitspieler in die Bredouille, Aerts musste zweimal Kopf und Kragen riskieren, um Bälle vor den gegnerischen Stürmern festzuhalten.  Note 2

Christian Lell: Nach hinten solide, nach vorn war der Außenverteidiger fast gar nicht zu sehen. Das Zusammenspiel mit Nico Schulz, das in Cottbus noch gut funktionierte, fand gegen Aachen kaum statt.  Note 4

Roman Hubnik: Das dritte Spiel in Folge zu Null – das klingt für die Mandecker immer gut.  Doch gegen Aachen täuscht der Eindruck. Hubnik zerstörte zwar die meisten Gäste-Angriffe, wusste aber mit den vielen Bällen(106 Ballkontakte, die meisten aller Herthaner) wenig anzufangen. Seine 40-m-Pässe in zwei Meter Höhe in die Sturmspitze sind für die Kollegen schlicht nicht zu verwerten. Note 4

Andre Mijatovic: Leistete sich bei der Aachener Großchanche durch Auer einen Stellungsfehler. Defensiv kompromisslos. Im Vorwärtsgang ließ sich der Kapitän von der allgemeinen Nervosität anstecken und fabrizierte diverse Fehlpässe.   Note 4

Levan Kobiashvili: Nicht ganz so verunsichert wie die Abwehrkollegen. Der Georgier schaltete sich mehrere Male gemeinsam  mit Ramos in die Offensive ein. Nach hinten nicht wirklich gefordert.  Note 4

Peter Niemeyer: Das schwächste Saisonspiel des ausgeliehenen Werder-Profis. Zeigte weder die Präsenz noch die Zielstrebigkeit der vorangegangenen Wochen. Hatte zudem mit seinen 1,91 Metern mehrfach Standprobleme mit dem nassen Rasen.   Note 5

Niko Schulz: Rannte viel, ging unerschrocken in die Zweikämpfe, aber der Youngster brachte kaum eine Aktion zu einem sinnvollen Ende. Das war leider nix  Note 5

Raffael: Nicht nur Niemeyer, auch der beweglichste Herthaner offenbarte Standprobleme, je feuchter der Rasen wurde. Im Zusammenspiel mit Ramos sorgten die Südamerikaner immer mal wieder für Ansätze von Fußball-Kultur. Aber mit ungewohnt vielen Fehlpässen nahm sich Raffael meist die Wirkung  Note 4

Valeri Domovchiyski: Sonst geht dem Bulgaren nach 65, 70 Minuten die Luft aus, gegen Aachen war schon nach 25 Minuten nichts mehr von Domovchiyski zu sehen. Er bereitete zwei Halbchanchen für Friend vor, ansonsten ein Totalausfall.  Note 5

Adrian Ramos: Herthas bester Feldspieler.  Ließ sich auch von den vielen missglückten Aktionen der Kollegen nicht davon abbringen, unbedingt  gewinnen zu wollen. Hatte Pech, als Aachens Torwart einen 25-m-Schuss von Ramos noch über die Latte lenkte (68.).  Note 3

Rob Friend: Der Kanadier hatte eine undankbare Aufgabe, da er wenig und dann häufig schlechte Anspiele von den Kollegen bekam. Trotzdem mit zwei Minichancen (13./22.), aber insgesamt nur 22 Ballkontakte.  Note 5

Nikita Rukavytsya Entging mit seiner Einwechslung nach 61 Minuten einer Benotung. Aber der Australier reihte sich nahtlos in das unzusammenhängende Gekicke ein. Brachte seine wenigen Flanken nicht zum Mitspieler, dazu noch leichte Fehler im Spielaufbau.

Pierre-Michael Lasogga Kam nach 66 Minuten für den sichtlich genervten Friend. Der 18Jährige wollte wie Ramos unbedingt gewinnen, hatte aber keine gefährliche Situation mehr.

Marco Djuricin Durfte sechs Minuten vor Ende für Domovchiyski ran, blieb jedoch unauffällig.

——————–

Erklärung:

1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = befriedigend, 4 = ausreichend, 5 = mangelhaft, 6 = ungenügend

Bewertet wird, wer mindestens 30 Minuten gespielt hat.

Wer waren die Besten?

Jetzt seid ihr dran: Wie habt ihr Ihr könnt jeweils drei Spieler auswählen – wir freuen uns auf das Ergebnis!

Meine Three Stars gegen Aachen waren . . .

  • Maikel Aerts (34%, 107 Stimmen)
  • Adrian Ramos (22%, 69 Stimmen)
  • Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus (13%, 41 Stimmen)
  • Raffael (8%, 24 Stimmen)
  • Mannschaft von Alemannia Aachen (7%, 21 Stimmen)
  • Roman Hubnik (4%, 13 Stimmen)
  • Nikita Rukavytsya (4%, 12 Stimmen)
  • Levan Kobiashvili (3%, 9 Stimmen)
  • Nico Schulz (3%, 9 Stimmen)
  • Peter Niemeyer (1%, 4 Stimmen)
  • Pierre-Michel Lasogga (1%, 4 Stimmen)
  • Rob Friend (1%, 2 Stimmen)
  • Andre Mijatovic (1%, 2 Stimmen)
  • Marco Djuricin (0%, 0 Stimmen)
  • Valeri Domovchiyski (0%, 0 Stimmen)
  • Christian Lell (0%, 0 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 133

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14
Kommentare

Dan
5. Oktober 2010 um 1:50  |  633

Also Kobi muss ja bei Euch ein Stein im Brett haben. 4 ist mehr als schmeichelhaft.

Meine Top drei für die Wahl oben wären gewesen.

1) Die Schiedsrichterin (fand ich souverän)
2) eine aufopferungsvoll kämpfende und sogar spielende Aachener Mannschaft
3) Maikel Aerts

Das Spiel gegen Aachen hat gezeigt wie man sich nur selber schlagen kann, dann wenn man eine Spiel nur mit 90% Einsatz über die Bühne bringen will. Keine Laufbereitschaft, keine Zweikamfverhalten und einen lustlosen Solisten Raffa. Scheinbar halten Babbel Brandreden bei Raffa nur 2 Spiele.

Aber ok, man muss einem Team auch ein schlechtes Spiel zugestehen können, aber eigentlich konnte die Qualität nicht gezeigt werden, weil der Einsatzwille nicht gestimmt hat.


Datcheffe
5. Oktober 2010 um 4:43  |  634

Moin,Moin,

es war doch klar, das wir nicht jedes Spiel dominieren werden, denn schließlich machen die anderen Trainer auch ihre Hausaufgaben. Aachen war ein gutes Beispiel, früh gestört jede Aktion durch kluges Stellungsspiel und vorallen einen hervorragenden Torwart, der sogar den eigentlich perfekten Schlenzer von Ramos auch noch rausgefischt hat! Normalerweise wäre der nämlich drin gewesen!

Aber was solls, immer noch ein Punkt Vorsprung auf Platz zwei!
Wieder mal Länderspielpause, also genung Zeit die Mannschaft wieder fit zu kriegen und gegen Frankfurt sieht es wieder anders aus!

Schönen Tag noch!


5. Oktober 2010 um 8:12  |  635

Bei der Fragestellung „Wer waren die Besten?“ sträubt sich innerlich eigentlich etwas überhaupt ein Häkchen zu machen.

Natürlich @Datcheffe machen die anderen auch ihre „Hausaufgaben“ und Aachen hat die wirklich sehr gut gemacht. Trotzdem sind wir uns aus Hertha Sicht wohl alle einig: Das war nichts! Positiv daran war eigentlich nur, dass man selbst dieses Spiel nicht verloren hat. Was sicher aber auch daran lag, dass die Aachener nie echte Torgefahr ausstrahlten.

Ähnlich wie das Spiel gegen Union kann aber auch dieses Spiel weiterhelfen wenn man daraus etwas lernt. Mit Standfussball und nur darauf vertrauend das man gegen jeden Gegner von Hause aus das bessere Team hat gewinnt man auch und gerade in Liga 2 keine Spiele.


ubremer
ubremer
5. Oktober 2010 um 8:47  |  636

@Dan,

Gute Idee, habe mir ausnahmsweise erlaubt, die Umfrage um die genannten Aspekte zu erweitern (;-).

Davon abgesehen, wie hast Du Kobi gesehen?


hurdiegerdie
5. Oktober 2010 um 9:36  |  639

Ich habe gestern vor allem eines gesehen: Einen Plan der Aachener. Der lautete: schieb die Abwehr weit vor und zerstöre damit Herthas Mittelfeld.

Dem kann man begegnen mit einem schnellen Stossstürmer der geeignete Laufwege kennt und – jetzt kommts – irgendetwas mit einem Ball am Fuss anfangen kann, wenn es nicht einfach nur direkt auf das Tor lenken ist. Wenn sich dieser Plan der Aachener rumspricht, na dann Prost.

Hertha fehlt mit Friend im Sturm eine Anspielstation, um die gut verteidigenden Aachener aushebeln zu können.

Ansonsten fand ich Hubnik klar den besten Abwehrspieler (3), Ramos dagegen als Total-ausfall (5), der praktisch (bis auf den einen Schuss) jeden Ball und jedes Dribbling verlor (5). Schulz möchte ich als jungem Spieler noch eine 4 geben. Er hat Einiges versucht, diesmal aber oft ein Tick zu lang, zu verstoppert, zu schnell abgebrochen, etc. Aber er war stets eifrig bemüht.

Bei Raffa hat man wieder gesehen, dass er der einzige ist, der durch individuelle Klasseaktionen, die verfahrene Situation auszuhebeln weiss. Nur verzweifelt er nachdem 4. oder 5. Versuch, bei dem Friend ins Angriffsspiel eingebaut wird. Ich sage jetzt schon voraus, dass uns Friends Körper in der 2. Liga noch helfen wird, in der 1. Liga nicht mehr!


5. Oktober 2010 um 9:37  |  640

@ubremer, @dan: Danke für die Zusatzoptionen – die einzig wahren Zusatzoptionen! 😉

Würde sagen: Ein Dämpfer für alle, die schon wieder drauf und dran waren/sind, die dicke Berliner Aufstiegslippe zu riskieren. Was aber am grundsätzlichen Ziel nichts ändern sollte. Zudem ist auch gleich mal die Nummer „alle Heimspiele gewinnen“ zu Ende gespielt.

Warum rutschen eigentlich Hertha-Spieler vermehrt auf dem Rasen des Olympiastadions weg?

Die Mannschaft offenbarte erschreckende technische Unfertigkeiten (Ballannahme, prallende Bälle, Pässe). Zudem wieder mal erstaunlich viele zweite Bälle im Mittelfeld beim Gegner gelandet. Lag’s grundsätzlich am 4-1-4-1? Oder daran, dass unsere Jungs generell einen falschen Montag angedreht bekommen haben? Ganz klar: Punktgewinn!


westend
5. Oktober 2010 um 10:48  |  642

Einzig Aerts (stark!), Ramos und Raffa haben mir (relativ zur Gesamtmannschaft) gut bis einigermaßen gefallen. Schulz war ein Totalausfall, glatte 6. Niemeyer, der Grabscher, kriegt eine 5-. Was war eigentlich bei den Standards (Ecken!) los? Da kam ja gefühlt gar nichts sinnvoll an. Ansonsten mein Fazit: ein Punkt, weiterhin ungeschlagen, weiter geht’s!


böllenfalltor
5. Oktober 2010 um 11:20  |  643

Ich würde noch eine Sonderkategorie einführen: Note 1 für Frau Steinhaus. Sehr souverän, wie sie auf die „Brust-Attacke“ von Peter Niemeyer reagierte … 🙂


wilson
5. Oktober 2010 um 11:54  |  644

Dieses Spiel war offenbar ein Fest für alle, die Spiele gerne zwischen Offenbarung und Offenbarungseid sehen !


Datcheffe
5. Oktober 2010 um 12:52  |  645

Zitat funnyman[b]Was sicher aber auch daran lag, dass die Aachener nie echte Torgefahr ausstrahlten.[/b]

Naja, der BERLINER KURIER hat Maikel eine 1 gegeben, also die Aachener hatten schon den ein oder anderen gefährlichen Torschuss draufgehabt!


Halblinks
5. Oktober 2010 um 13:34  |  646

das war nix.
Ich denke Herr Babbel sollte die Länderspielpause nutzen, um neue Spielkonzeptionen einzustudieren, damit die Mannschaft demnächst weiß, wie sie einem solchen Gegener beikommen kann. Gerade in Hz2 waren die ewigen Fehlpässe nicht mehr mitanzusehen. Hat der Kobiashvili überhaupt eine Flanke ins Ziel bekommen?
Mich überzeugt (trotz 0 Gegentoren) zudem die Innenverteidigung nach wie vor nicht. Der Mijatovic ist unglaublich hüftsteif und besticht nur durch ein aktzeptables Kopfballspiel. Wenn er den Ball am Fuß hat, halte ich jedesmal die Luft an.
Ab jetzt beginnt das „Abenteuer“ 2. Liga erst richtig. Die Mannschaften werden jetzt alle mit ähnlichen Konzepten gegen der Hertha antreten. Mal sehen, wie sie damit klarkommen werden.


Mombi
5. Oktober 2010 um 19:06  |  651

Es war einfach viel zu wenig Bewegung im Mittelfeld. Wenn Hubnik und Mijatovic die Spielmacher geben müssen, dann kann das nix werden. Niemeyer und Raffa müssen sich die Bälle auch mal hinten abholen und einen Angriff einleiten. Und Domo war ein Totalausfall. Er hat sich die ganze Zeit hinter irgend welchen Aachener versteckt.


Dan
6. Oktober 2010 um 15:27  |  657

[b]@ubrehmer[/b]
Mit etwas Verspätung, zu Ihrer Frage wie ich Kobi gesehen habe.
Da ich nicht weiß welche Kriterien für so eine Benotung hineinspielen, gehe ich mal davon aus, dass erst mal alle bei Neutrum 3 beginnen und entsprechend ihren Aktionen hoch oder runtergestuft werden.
Für mich waren die misslungenen Angriffsbemühunngen (Fehlpässe) erheblich in der Überzahl als seine Bemühungen mit Ramos auf der linken Seite für Druck zusorgen. Ärgerlich fand ich es ebenfalls, nach entsprechenden Fehlpässen die Laufarbeit nach hinten einzustellen und gemächlich nach hinten zutrotten.
Ich gebe ihnen recht, dass er in der Abwehr nicht wirklich gefordert wurde umso auffälliger waren die beiden Aktionen in denen er salzsäulengleich stehend den Ball gefühlte 10 Sekunden in der Luft beobachte und überrascht über sich segelnd beim Gegenspieler landen sah. Sich dann um drehte um dem Gegenspieler hinterherjoggte.

Naja jedenfalls verbinde ich mit einer 4 bzw. 4- immernoch 50% der erreichbaren Punktzahl geschafft, durchatmen, setzten!

Dieses Gefühl hatte ich nach dem Spiel nicht. Ich fand sein Leistung mangelhaft, doch ich beurteile es auch aus dem Bauch heraus ohne Striche/Anmerkungen für gute und schlechte Aktionen heranzuziehen, was sicherlich zu Ihren Bewertungsrichtlinien gehört.


ubremer
ubremer
6. Oktober 2010 um 15:34  |  658

@Dan,

habe mich neulich mit @Datcheffe auf ein unkompliziertes ‚Du‘ geeinigt. Ich würde bei immerhertha.de gern mit allen so halten, wenn ihr einverstanden seid?

Zu Kobiashvili: Habe mal bei http://www.bundesliga.de nach den Fakten zu Kobi geschaut.
Die haben folgendes gezählt: 534 Ballkontakte, 11 Flanken, davon 18 Prozent erfolgreich. 323 Pässe, 75 Prozent angekommen, 68 Prozent gewonnene Zweikämpfe, davon 55 % in der Luft, 71 % am Boden.

Was mir bei Kobi gefällt: Er versucht enge Situationen spielerisch aufzulösen und so gut wie nie per Befreiungsschlag Da finde ich ihn häufig überzeugender als auf der rechten Seite Christian Lell. Kobi schaltet sich regelmäßig in die Offensive ein. Allerdings sagt die Flanken-Quote, dass kaum ein Ball den Mitspieler erreicht. Kobi gleicht mit einem guten Spielverständnis einen Nachteil aus, der sich nicht mehr ändern wird: Kobi ist nicht der mehr der Schnellste. Für die Zweite Liga wird das reichen.

Ein von Dir angesprochene Problem, teilt Kobi mit Lell. Bei hohen Bälle verschätzen sich beide mal und sind überrascht, wenn der Ball über sie hinwegsegelt. Grundsätzlich tue ich mich mit einer 5 für einen Verteidiger schwer, wenn die Mannschaft zu Null gespielt. (das galt am Montag auch für die anderen Herren der Viererkette). Im Vorwärtsgang war das am Montag bei allen Vieren schlecht.

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