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(ub) – 0:0 gegen Aachen. Nach dem Auslaufen am Dienstag sagt Peter Niemeyer: „Noch ist nicht wirklich was passiert. Wir sind weiter ungeschlagen und Tabellenführer. Aber wir müssen die Fehler ansprechen, ehe die Karre im Sand feststeckt.“

Ich habe mit den Beteiligten gesprochen und Eure Kommentare gesehen. Für die maue Leistung an diesem siebten Spieltag höre ich einen ganzen Blumenstrauß an Gründen. Wenn man sortiert, kristallisiseren sich folgende Bereiche heraus:

Aachen zerstört das Hertha-Spiel: @Datcheffe schreibt: „Es war doch klar, das wir nicht jedes Spiel dominieren. Schließlich machen die anderen Trainer auch ihre Hausaufgaben. Aachen war ein gutes Beispiel, früh gestört jede Aktion durch kluges Stellungsspiel und vorallen einen hervorragenden Torwart.“ @hurdiegerdie schreibt: „Ich habe vor allem einen Plan der Aachener gesehen. Der lautete: schieb die Abwehr weit vor und zerstöre damit Herthas Mittelfeld.“

Fehlende Qualität bei Hertha: @Dan schreibt: „Keine Laufbereitschaft, keine Zweikamfverhalten und einen lustlosen Solisten Raffa.“ Das scheint Markus Babbel  vor dem Training bei immerhertha.de gelesen zu haben. Jedenfalls sagte er nach dem Training: „Es hat uns an Laufbereitschaft und Kompaktheit gefehlt und an geistiger Frische.“

Verkehrte Taktik Da Aachens Tolgay Arslan permanent Herthas einzigen Sechser, Peter Niemeyer, attackierte, fehlte dem Berliner Aufbauspiel die Präzision.  Mit einer Doppel-Sechs (Niemeyer/Perdedaj) wäre das nicht passiert.

Diesem Punkt widerspricht Babbel übrigens vehement. Er sagt, Aachen war nur deshalb so gut, „weil wir so schlecht waren.“ Wenn die Konkurrenz sich ein Beispiel am Auftritt der Alemannia nehmen würde,  „bitte, nur zu“, sagt Babbel: „Das würde uns in die Karten spielen. Dann hätten wir den Platz, den wir für unsere Spielweise brauchen.“

Die langen Pausen Nach der Länderspiel-Pause im September, hat die zweite gerade begonnen. Dazu hatte Hertha zweimal zehn Tage zwischen dem RWO-Spiel und Düsseldorf sowie zwischen Cottbus und Aachen. Babbel: „Da ist es schwer die Spannung zu halten“, sagt Babbel. Stürmer Rob Friend räumt ein: „Ich habe keinen Rhythmus.“

Arroganz Seit drei Runden ist Hertha Tabellenerster. Da gab es für jeden Profi rechts und links des Weges viele Glückwünsche und Lob, das laufe ja alles prima mit dem Unternehmen Wiederaufstieg. Babbel: „Von so einer Stimmung kann man sich anstecken lassen.“ Es sei seine Aufgabe aufzupassen, dass keine Zufriedenheit einzieht über das, was bisher erreicht worden ist.“ @funnyman: „Mit Standfussball und nur darauf vertrauend das man gegen jeden Gegner von Hause aus das bessere Team hat gewinnt man auch und gerade in Liga 2 keine Spiele.“ Verteidiger Christian Lell sagt: „Wer meint, dass wir locker durch die Zweite Liga marschieren, der irrt.“

Die Schiedsrichterin Das Leben ist manchmal ungerecht. Kaum jemand spricht über die ordentliche Spielleitung von Bibiana Steinhaus aus Hannover. Aber alle amüsieren sich über die ungeplante Begegnung mit Herthas Mittelfeldspieler Peter Niemeyer, hier auf youtube. Die Unparteiische hat die Situation mit Augenzwinkern gelöst,  von Niemeyer wird aus dem Aachen-Spiel nichts in Erinnerung bleiben – außer dieser Szene.

Am 16. Oktober wartet FSV Frankfurt

Meine Fragen an Euch: Wo seht ihr die Gründe für die uninspirierte Vorstellung gegen Aachen? Was können Mannschaft/Trainer  bis zum FSV Frankfurt-Spiel machen, wenn elf Herthaner mit ihren Nationalmannschaften auf Reisen sind? Wie sollte Herthas Antwort auf einen Gegner aussehen, der hoch verteidigt?

Zur Umfrage (zwei Antworten sind möglich):

Was war Herthas Problem gegen Aachen?

  • Überheblichkeit bei den Spielern (24%, 61 Stimmen)
  • verkehrte Taktik (21%, 54 Stimmen)
  • Die Stärke derAlemannia (19%, 49 Stimmen)
  • fehlende Qualität bei Hertha (12%, 32 Stimmen)
  • die vielen Pausen zwischen den Spielen (11%, 29 Stimmen)
  • Welches Problem? Hertha ist Tabellenführer! (7%, 18 Stimmen)
  • Bibiana Steinhaus hat nicht nur Peter Niemeyer durcheinandergebracht (5%, 14 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 175

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9
Kommentare

Bolle75
5. Oktober 2010 um 17:31  |  649

Ich habe für „Die Stärke derAlemannia“ gestimmt.
Wobei das nicht ganz stimmt denn Hertha hatte einen schlechten Tag wie es immer mal passieren kann und Alemania hatte die dazu passende richtige Taktik. Da die Alemania, außer gut zu Verteidigen und früh zu stören, auch nicht viel zustandegebracht hat spricht nun nicht unbedingt für die Stärke der Mannschaft.
die Grüne für den schlechten Auftritt muss Babbel finden, vielleicht war es wirklich das Programm der letzten wochen + fehlendem Rythmus, aber ein Feuerwehrmann kann sich auch nicht aussuchen wann es brennt deswegen akzeptiere ich solche „Ausreden“ nicht gerne.
Die Antwort auf einen hoch Verteidigenden Gegner lautet tief mit dem Kombinieren zu beginnen, gepaart mit Stellungswechseln viel Laufbereitschaft was schnelles spiel beinhaltet und wechselnden Angriffen über die Flügel und durch die Mitte. So hat man schon immer Gegner geknackt die so spielen. Sagt sich einfach aber ich bin der Meinung Hertha hat die Spieler dazu. Das nächste spiel wird besser … bestimmt.


tabson
5. Oktober 2010 um 18:27  |  650

Wo ist der „Hertha-Europapokal-Gedächtnisspiel“-Button?


5. Oktober 2010 um 20:50  |  652

Hm…..

Ja, klar haben’s die Aachener geschickt gemacht und frühzeitig gegen Herthas Spiel gedrückt. Und teilweise technisch recht ansehnlich. Was hindert aber Hertha daran, zumal in einem Heimspiel, auf Aachens Abwehr zu drücken? Ich glaube auch, bei diesem Spiel wurde nicht wirklich Bekanntschaft mit dem inneren Schweinehund gemacht, geschweige denn, seine Überwindung angestrebt. Er bellt immer noch – wuff!

Spieleröffnung zeitweise katastrophal. Mir sind da sowohl von Hubnik als auch von Aerts jeweils zwei, drei direkte Pässe in des Gegners Fuß in Erinnerung. Tödlich für eine Mannschaft in Vorwärtsbewegung. Balleroberung im Mittelfeld oftmals zu Gunsten von Aachen, weil sie dort regelmäßig ein Übergewicht herstellen konnten. Glaube, ein zweiter Sechser wäre mir in solchen Spielen lieber. Zudem muss das OM noch stärker nach hinten mitarbeiten (wobei z.B. Raffael das schon gut macht).
Schlechtes Verhalten nach eigenen Ecken (–> Aachener Schnell-Konter), eigene total fahrig gespielte Konter und viele weitere Unsicherheiten (Pässe, Laufwege), machten das Ganze dann vollends unansehnlich.

In jedem Falle wahrhaftiger Montagsfußball, aber trotzdem kein Beinbruch! Was ich mir jetzt wünsche: Weniger quatschen, sondern einfach besser machen! Interne Analyse, Lehren daraus ziehen und bitte nicht im Vorfeld jeden Gegner stark reden. Dass unserer Hertha nun jeder an die Brust will (sorry, nach den ganzen Berichten heute, ist mein Fokus etwas fehl justiert…), ist uns doch nun allen hoffentlich klar. Na und? Das ist halt so. Jetzt muss einfach mal das Bayern-Gen aktiviert werden – also das aus der letzten Saison, meine ich. 😉

Herr Babbel, bitte übernehmen Sie!


Datcheffe
6. Oktober 2010 um 3:58  |  654

Moin, Moin Herthaner!

Lassen wir doch endlich das Träumen und denken Hertha räumt alles weg, was ins Stadion kommt. Jeder ist schlagbar, auch wir, was ja noch nicht malpassiert ist. Zugegeben es war nicht viel Dolles von unserer Seite zu sehen, aber selbst die wenigen guten Schüsse z.B. den von Ramos, sind diesmal nicht reingegangen, den hätte nicht jeder Torwart gehabt!
Ausserdem ist Aachen sowieso nicht so schlecht, wie sie z.Z. in der Tabelle stehen. Die werden sich auch im oberen Drittel über kurz oder lang festsetzen. Stimmung, wie im Oly, ist ihnen vom Tivoli bekannt und das war schon mal ein Plus für sie, im Gegensatz zu manch Dorfverein, der in der 2.Liga rumdümpelt.
Dann eine gute Taktik gegen uns ausgedacht( Doppeln von Ramos) und schon läuft es über links schon mal nicht so gut, wie gegen den KSC. Nico Schulz war auch um Klassen schlechter, als im vorigen Spiel, immerhin sein Debüt im Oly (Nervositität?)

Es fehlte schlichtweg die frühe Führung und Aachen konnte gelassen abwarten, anstatt aufmachen zu müssen.
Kurzum, war halt nicht unserer Tag und ein verdammter Montag dazu. ich bin zwar nicht abergläubisch, aber die Mannschaft kam nicht aus den Puschen.
Egal, da wir diese Saison auch Auswärts siegen können, sehe ich für den FSV nichts, was uns am Siegen hindern sollte und dann kommt Fürth, wieder ein Spitzenspiel und dazu Freitag Abend, mehr Zuschauscher und vorallen Zuhause, wie gegen Energie! Ein Durchmarsch wird schwer, aber wir sind jetzt 8 Spiele ungeschlagen und Babbel wird die Mannschaft jetzt darauf penibel vorbereiten und eventuell Niemeyer, dem auch ein Aachener laufend beschäftigte, ein zweiter Sechser, vielleicht sogar Fabian an die Seite stellen und Raffael hinter zwei Spitzen Friend und Marco spielen lassen!

Also, immer ruhig bleiben, wir haben noch viel Zeit und sind jetzt schon mal oben! nichts spricht dafür, das wir die Tabellenführung wieder hergeben müssen, ganz im Gegenteil, die Verletzten sind auf dem Weg der genesung und bietet Babbel dann noch mehr Spielraum!
Ein Beichler, Lustenberger und später noch ein Ebert werden auf alle Fälle Verstärkungen sein. Janker kann man da getrost aussen vor lassen!

Wünsche euch einen schönen Mittwoch und Freitag geht es wieder ins Oly, diesmal die *großen* Jungs anschauen! *Riesigfreu*!


StinkePunk
6. Oktober 2010 um 12:13  |  655

Fußball ist eine Laufsportart und genau das hat gefehlt, die Laufbereitschaft. Wenn sich dann auch keiner frei läuft, dann fehlen die Anspielstationen und daraus resultiert dann das ideenlose Aufbauspiel. Hinzu kam noch eine nicht mit anzusehende Konzentrationslosigkeit. Die waren im Kopf warscheinlich schon alle bei ihren Nationalmannschaften. Da wurde immer wieder wunderschön der Ball erobert um ihn dann sofort wieder durch einen Fehlpass herzuschenken.

Das ist im Endeffekt die größte Aufgabe für Babbel, die Profis immer so zu motivieren, dass sie spielen als wäre es das Endspiel um den DFB-Pokal.


Chrome
6. Oktober 2010 um 13:53  |  656

Angst und Bange. Genau das wurde mir bei diesem Spiel. Aus persönlicher Sicht begann das Spiel durch den anstrengenden und nervigen Auftritt einiger Halbstarker in unserem Block bereits unangenehm, auf dem Rasen setzte es sich indes noch weit unangenehmer fort.

Wenn Coach Babbel wie es hieß bereits nach 3 Minuten zu seinem Co-Trainer sagt: es wird heute schwer, so hat er völlig recht. Dieser Eindruck wurde in der Tat bereits kurz nach Beginn der Partie vermittelt.

Angst und Bange wurde mir jedoch nicht aufgrund dieser Tatsache, denn in der Tat wäre es vermessen anzunehmen, dass auch ein so stark besetzter Kader wie der unsere in der 2. Liga über 34 Spieltage jeden Gegner dominiert. Noch vor dem Spiel gegen Karlsruhe wurde, meines Erachtens aus gutem Grund, darüber spekuliert, dass die bis dato guten Resultate der Saison auf Faktoren beruhten, die nicht ohne weiteres als dauerhafte Spielstärke einzuordnen sind.

Der überfallartige Sieg gegen Karlsruhe verdrängte diese Überlegungen kurzzeitig, dass Spiel gegen Aachen lässt sie aus meiner Sicht nun erneut aufleben. Um das Stichwort zu Beginn noch einmal zu bemühen: Angst und Bange wird mir, wenn ich höre, wie Babbel das Ergebnis bzw. das zustandekommen desselben einordnet. Ohne Frage, fehlende mentale frische und Laufbereitschaft waren wichtige Faktoren für die schlechte Leistung. Sie aber als die wichtigsten zu bezeichnen und stur an der Taktik festzuhalten, welche Babbel, vor allem durch die Tore von Domovchiski im Laufe der Sieben Saisonspiele entwickelt hat, ist meiner Ansicht nach genau der falsche Weg.

Es erscheint mir geradezu naiv anzunehmen, dass die Leistung Aachens eben nicht als Blaupause für die kommenden Gegner herhalten kann. Die schlechtesten Saisonleistungen von Hertha kamen gegen Union und Aachen zustande. Unabhängig davon, ob diese Gegner systemgleich gegen uns aufliefen, in jedem Fall einte sie eines: das frühe stören, intensives Pressing und die erfolgreiche Trennung der Bindung von Herthas Defensive mit dem Sturm.

Mit nur einem 6er zeichnet sich für mich gegen die Gegner, die heftigen Widerstand leisten ein klares Bild ab: Defensive und Offensive sind einander fremd. Beleg ist die Tatsache, dass Rob Friend ohne jegliche vernünftige Zuspiele in der Spitze vor sich hin vegetiert, wie es gegen benannte Gegner der Fall war.

Was fehlt, ist insofern nicht nur die Bereitschaft zu laufen, sondern auch die Erkenntnis, dass die fast nur aus gelernten Stürmern bestehende Hertha-Offensive selbst bei gutem Bemühen in der jetzigen taktischen Ausrichtung nicht fähig sein wird, gegen entsprechend motivierte Gegner, Tuchfühlung nach hinten aufzunehmen und im Gegensatz zu sinnlosen Flanken aus dem Halbfeld und Fernschüssen der Innenverteidigung den Ball mit dem sinnvollsten Mittel in des Gegners Strafraum zu befördern das diesem Kader zur Verfügung steht: spielerisch.

Gerade aus dieser Überlegung heraus war es mir schleierhaft, warum Trainer Babbel nicht einen Ronny einwechselt wenn er sieht wie wenig Bindung zwischen den Gliedern der Mannschaft besteht, wie selten vernünftig zu Ende gespielte und gedachte Angriffszüge zustande kommen.

Kampf ist, gerade in Liga 2 ohne Frage enorm wertvoll. Anzunehmen das er den Aufstieg bringt, ist hingegen naiv. Schon alleine deshalb, weil der Kader darauf gar nicht ausgerichtet sein kann. Die überzeugenden Elemnte der bisherigen Saison kamen durch spielerisch starken Fussball zustande, der erfordert die Freiheit zwischen Defensivem und Offensivem Mittelfeld eine Bindung herzustellen, bestes Beispiel hierfür ist das Spiel von Sahin bei Borussia Dortmund, die Mannschaft, die bei aller Bewunderung für Mainz 05 momentan für mich Meisterschaftskandidat Nummer 1 ist.

Zum Ende: tun sie bitte bitte uns und sich selbst den Gefallen und überwinden sie die Nibelungentreue zu Domovchiski, Herr Babbel, dieser Fremdkörper im weder einstudierten noch erfolgreichen 4-1-4-1 macht das ganze System noch ineffektiver, als es ohnehin schon ist.


hurdiegerdie
6. Oktober 2010 um 17:06  |  659

Interessante Analyse @chrome. Ich bin auch die ganze Zeit am überlegen, wie man denn jetzt spielen sollte. Ich weiss es nicht!

Sie scheinen eine Doppel-6 zu favorisieren. Ich wüsste nicht, wer die spielen sollte ausser Lusti (mit Niemeyer). Aber wenn, wie sähe es dann davor aus?
Ein 4-4-2 mit zwei eher defensiven 6-ern würde die Bindung zwischen Abwehr und Sturm doch noch weiter schwächen. 4-2-3-1? Fehlen dann nicht wegen der dann notwendigen Abwehrarbeit bei schnellen Gegenstössen genau jene Aussen, die unseren Friend füttern sollen? (Ich fand übrigens nicht, dass er in der Luft hing, sondern, dass Pässe wegen seiner falschen Laufwege ins Leere gingen, bzw. Anspiele zum Mitspielen direkt auf seine Füsse ein direkter Ballgewinn des Gegners waren) .

Wie gesagt, ich weiss es nicht! Wenn Doppel-6 tendiere ich wohl zu einem 4-4-1-1 mit Raffa in der Mitte zwischen Mittelfeld und Friend. Der Könnte die Bälle halten, auf die nachrückenden Aussen ablegen, Friend als Anspielstation absichern, so dass man Friend nicht anspielen muss,um ihn dann so anzuspielen, dass dieser den Ball nur einmal Richtung Tor berühren muss. Na gut, war gemein.


Chrome
7. Oktober 2010 um 14:35  |  676

Ein interessanter Ansatz den sie am Schluss äußern. In der Tat favorisiere ich das 4-2-3-1, auch wenn ich zugebe damit natürlich ein wenig auf dem Strom der Zeit zu schwimmen.

Jedoch haben solche Tendenzen auch Gründe. Für eine Doppel-6 sehe ich diverse Aufstellungsmöglichkeiten. Niemeyer und Lustenberger bringen meiner Ansicht nach beide die Fähigkeiten mit, offensive Akzente zu setzen, Niemeyer bewies diese ja schon im ersten Saisonspiel gegen Oberhausen, als er mit starkem Tackling für Ronny auflegte, der einen Weltklassepass auf Djuricin für das 3:2 spielte.

Um es in eine allgemeinere Perspektive zu rücken: Eine Doppel-6 bedeutet für mich das ein Part offensive Akzente setzt, der andere eine starke Mauer gegen gegnerische Angriffe bildet. Im absoluten Optimalfall sind beide Spieler in der Lage, sich je nach Situation vor oder auch zurück zu bewegen und das Defensive Zentrum damit Optimal auszufüllen. Im derzeit von Babbel bevorzugten System ist die Grundidee soweit ich das beurteilen kann, durch die pure Masse an starken Offensivspielern den Gegner überfallartig mit schnellem Spiel zu übertölpeln. Gegen Karlsruhe klappte dies auch vorzüglich. Sobald der Gegner jedoch massiert im eigenen Halbfeld auftritt, ist die ganze Idee der Schnelligkeit für die Katz.

Genau an dieser Nahtstelle sehe ich die Möglichkeit den jeweiligen Gegner spielerisch aussteigen zu lassen, indem man unter Anleitung aus dem Zentrum (offensiv akzentuierter DM, dazu Raffael als einziger ZOM) die Bälle seitlich verteilt und ein Übergewicht schafft, dass man ggf. durch Seitenverlagerung und öffnenden Pässe in den freien Raum ausspielt. Einfach gesagt: man zwingt den Gegner seine zentrierte Position zu verlassen und damit sein Bollwerk aufzugeben.

Diese Idee hatte Babbel ohne Frage ursprünglich ja auch, vor der Saison betonte er das er im 4-2-3-1 spielen will. Er wich mE von der Idee nur ab, weil er sich scheute Spieler die bereits Tore erzielten auf die Bank zu setzen.

Das ist verständlich, aber auch bedauerlich, denn es nimmt unserem Kader seine zentrale Stärke: einen breit besetzten Kader mit enormen spielerischen Potential, dass ausgenutzt werden muss. Eingespieltheit spielt hierbei ebenso eine zentrale Rolle, wie eine gewisse Rotation, die ich mir sehr wünschen würde.


ubremer
ubremer
7. Oktober 2010 um 20:01  |  682

@chrome und @hurdigerdie,

will noch zwei Aspekte in die Diskussion werfen. Habe Andre Mijatovic gefragt, was sich für ihn als Manndecker ändert, wenn vor ihm ein Sechser (Niemeyer) spielt oder zwei (bisher Niemeyer/Perdedaj).
Mijatovic sagte: „Ein Sechser ist für in der Viererabwehr-Kette kein Problem, solange IMMER einer der Zehner nach hinten mitarbeitet“ (gemeint sind Raffael und Domo).

Und, sagte Mijatovic, Hertha wird immer ein Problem haben, wenn die Pässe im Aufbau serienweise so unpräzise gespielt werden wie am Montag gegen Aachen. Da sei das System egal.
Grundsätzlich zur Abwehr siehe hier:
http://www.morgenpost.de/sport/hertha/article1416634/Hertha-Fans-zweifeln-an-staerkster-Liga-Abwehr.html

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