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(ub) – Eine Entdeckung des Wochenendes, mit Dank an @spreemaradona, der bei hertha-inside.de regelmäßig auf Andre Lima (25) verweist: Lima hat abgenommen, trifft und bereitet Tore vor.

Und erinnert uns daran: Lima, da war doch was.

Als Torjäger-Hoffnung angekündigt, hat Lima 2007 vom damaligen Hertha-Manager einen Vier-Jahres-Vertrag bis Juni 2011 erhalten. Außerdem überwies Hertha 3,5 Millionen Euro Ablöse, das Jahresgehalt von Lima belief sich dem Vernehmen nach auf über eine Million Euro.  In Berlin indessen hatte es Lima mit der Leistung, der körperlichen Verfassung und den sportlichen Resultaten nicht so. Seine Bilanz für ein Bundesliga-Jahr: 16 Einsätze, zwei Tore.

Hertha hat Vertrag mit Lima aufgelöst

Nach Ausleih-Stationen beim FC Sao Paulo (2008) und  Botafogo (2009), hat Hertha Lima hat Anfang Februar 2010 bis Jahresende an Fluminense  Rio de Janeiro ausgeliehen. Fluminense hat der Stürmer im Sommer weitergereicht an Gremio Porte Alegre, wo er jetzt bis zum 31. Dezember unter Vertrag steht. Dort hat er seit Mitte September vier Tore erzielt und drei vorbereitet.

Wer nun meint, ab  Januar 2011 steht Lima bis zum Juni 2011 wieder auf Herthas Gehaltsliste – der irrt.

Nach Morgenpost-Informationen hat Hertha den Vertrag mit Lima im Sommer aufgelöst. Das teure Abenteuer ist beendet. Durch die neue Situation nach dem Bundesliga-Abstieg musste der Klub auch keine Abfindung an den Angreifer zahlen. Jetzt liegen die Transfer-Rechte für Lima bei Fluminense.

Heißt: In Berlin werden einige Daumen kräftig für Lima gedrückt. Je erfolgreicher er in Brasilien spielt, desto mehr steigt sein Marktwert. Und bei einem Verkauf, so sieht es der Vertrag mit Fluminense vor, partizipiert Hertha.

Was meint Ihr: Ist das eine gute Nachricht, dass Lima nicht wie mehr bei Hertha unter Vertrag steht? Richtig entschieden von Manager Michael Preetz und Trainer Markus Babbel? Andrerseits, wer weiß: Vielleicht wäre Lima von Januar bis Mai Herthas Geheimwaffe im Aufstiegsrennen geworden? Oder hätte man Lima dem VfL Wolfsburg anbieten müssen? (;-)

Piszczek rennt

P.S. Nachtrag zu den gestrigen Länderspiel-Aktivisten: Ex-Herthaner Lukasz Piszczek hat es im Foto bis in die Sports Illustrated gebracht, 2:2 (1:1) trennte sich Polen vor 31.700 Zuschauern in Chicago von den USA. Am Dienstag testet Adrian Ramos mit Kolumbien die Form der USA in einem Freundschaftsspiel in Chester/Pennsylvania.

(Für die Freunde der Klick-Show: Die Umfrage macht an diesem Sonntag frei.)


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Kommentare

spreemaradona
11. Oktober 2010 um 10:40  |  728

André Lima ist und war garantiert keine 3,5 Mio wert. Allerdings dürfte sich inzwischen selbst in den letzten Winkel Brasiliens herumgesprochen haben, dass man bei Verhandlungen mit Senhor Dieter immer noch eine Null hinten dran hängen kann, und er trotzdem meint ein gutes Geschäft gemacht zu haben. Damit gab er den Spielervermittlern in Brasilien nicht einmal die Chance so etwas wie ein schlechtes Gewissen zu entwickeln.
Trotzdem meine ich, dass Hertha im letzten Jahr Limas Dienste gut gebraucht hätte; und sei es nur als Ergänzungsspieler. Leider ist er Opfer eines in Deutschland weit verbreiteten Vorurteils geworden, welches besagt Brasilianer könnten nicht kämpfen. Lange galt doch der Begriff „brasilianischer Verteidiger“ als Paradoxon, während alte Recken wie Ramelow oder Nowotny für deutsche Kämpfertugenden standen. Bei Hertha greifen diese Mechanismen auch, wenn es mal nicht läuft. Da nimmt man dann lieber Funkel-Fußball in Kauf und steigt trotzdem ab, weil mit Marc Steins und Patrick Eberts halt auch kein Blumentopf zu gewinnen ist.
Was die angeblich so unglückliche Connection Hertha-Brasilien angeht (Marcelinho, Gilberto und Mineiro werden dabei gerne unter den Tisch gekehrt), möchte ich an den Parade-Fehleinkauf Alex Alves erinnert. Gewiß ein Freak vor dem Herrn; aber meiner bescheidenen Meinung nach einer der besten Stürmer der je die Stiefel für Hertha schnürte. Er war halt leider nur Brasilianer, und die fressen bekanntermaßen nun mal kein Gras, sondern schwarze Bohnen und davon auch gerne mal zu viel, wenn sie eigenmächtig ihren Urlaub verlängern.


Datcheffe
11. Oktober 2010 um 11:39  |  729

Moin,Moin Herthaner!

Tja, der gute Andre Lima, was war das für eine Wundertüte? Das er was drauf haben mußte, davon mußte man ja ausgehen, sonst hätte selbst Dieter H. (diesn Namen schreibe ich nur noch aus, wenn Ulli davor steht 😉 ) nicht 3,5 Mio € für ihn überwiesen, aber wie sooft vorher hat sich auch Lima völlig selbstverständlich in die Reihe von Torjägern bzw. Rohdiamanten, wie 7O, Bobic, Artur, Luizao angereiht, die es, aus welchen Gründen auch immer, bei uns nie geschafft haben, die Torquoten bei zu behalten oder vielleicht noch zu verbessern ………..nein sie haben dabei meist völlig versagt und manchmal überhaupt keine Tore geschossen!
Nun bleibt aber die bisher unbeantwortete Frage: WARUM? Als sie Hertha verlassen hatten, lief es dann wieder.
Ich habe schon viele Spieler bei Hertha BSC kommen und gehen gesehen, Torschützenkönige, Weltmeister usw. aber was dieser Verein an Geld für Spieler, die bei uns nicht klar kamen, verbrannt hat……………..ich glaube, das ist nur noch von Bayern München getopt worden, nur der Unterschied war und ist, die Münchener konnten sich das leisten!!!!

Ich wünsche einen wunderbaren Wochenstart!


ubremer
ubremer
11. Oktober 2010 um 11:47  |  730

@spreemaradona,

beim Lesen des Beitrages schoss mir Maikel Aerts durch den Kopf. Der mir neulich, in einem Gespräch über die holländische Welle in der Bundesliga mit van der Vaart, Robben, Huntelaar sagt: „Bayern kauft ihn doch nicht, weil er Holländer ist, sondern weil er Arjen Robben ist. Wir sind doch alle individuell.“
So ist es auch bei den Brasilianern. Dass Alex Alves das Potenzial für einen internationalen Klassestürmer hatte, war eigentlich immer klar. Aber als Profi muss man auch die mentale Robustheit haben, mit Schwierigkeiten umzugehen. Schade, dass er das so schlecht konnte.

Das Gegenbeispiel, was Professionalität angeht, war Mineiro. Der hatte sich kurz nach seiner Ankunft in Berlin (und dem 2:1-Traumtor gegen den HSV) verletzt. Ich traf ihn sieben, acht Wochen später nach einem Spiel im Ausgangsbereich einer VIP-Loge im Olympiastadion, wo er sich einen ausgestellten neuen Audi anschaute. Ich habe gegrüßt. Mineiro wartete, schaute mich an und runzelte die Stirn. Pause. Dann sagte er auf deutsch: „Stellen Sie Ihre Fragen.“
Ich war perplex. Alves und Marcelinho hatten noch nach zwei Jahren in Deutschland Sprachprobleme. Und Mineiro spricht nach acht Wochen fließend deutsch. Diese Professionalität hat mich schwer beeindruckt. Es hat seinen Grund, dass Mineiro, sicher nicht das größte aller brasilianischen Fußball-Talente, später vom FC Chelsea und FC Schalke unter Vertrag genommen wurde.
Von Andre LIma habe ich keine besondere Professionalität in Erinnerung. Er hatte aber das Pech, in den beginnenden Dauer-Streit zwischen Hoeneß und Favre zu geraten. Der Trainer wollte Lima nicht, der Manager hatte ihn (zu überteuerten Konditionen) geholt. Ob Lima neben Pantelic und Voronin eine Rolle gespielt hätte? Hm, weiß nicht.
Babbel macht das mit Ronny anders (was unter Favre nicht denkbar gewesen wäre): Mit Blick auf Ronnys körperliche Verfassung hat der Trainer ihm erklärt, dass er vier, fünf Monate überhaupt nicht spielen wird, sondern erstmal körperlich in Schwung gebracht wird. Das muss man sich leisten können – und jetzt steht Ronny in der Verantwortung zu beweisen, dass er der Mannschaft helfen kann.

@Datcheffe,

der von Dir genannte Manager hatte ja nicht in allem Unrecht. So hat er mehrfach gesagt, dass es für viele Profis schwerer sei in Berlin zurecht zu kommen als in fast allen anderen deutschen Klubs (Bayern ausgenommen). Warum?
Das beeindruckende/einschüchternde Stadion? Die vielen Ablenkungsmöglichkeiten? Die Medien-Vielfalt?
Wem fallen weitere Gründe für das „Warum“ ein?


spreemaradona
11. Oktober 2010 um 12:28  |  731

@ubremer:
Mineiro war in dieser Hinsicht sicherlich eine positive Ausnahme. Ich hatte das Vergnügen mich einmal kurz mit ihm und seiner Frau zu unterhalten. Dass er mir in einer Buchhandlung über den Weg lief reicht wohl als Indiz dafür, dass er nicht dem Klischee des Playstation spielenden Fußballer entspricht.
Natürlich sollte jeder bemüht sein, die Sprache des Landes zu lernen in dem er lebt und arbeitet. Das gilt nicht nur für Fußballer. Ich würde dieses Bemühen jedoch nicht als Gradmesser für Professionalität heranziehen. Über die Italienischkenntnisse von Spielern wie Matthäus oder Brehme könnte ich nur spekulieren. Allerdings sollte man den Unterschied zwischen der Sozialisierung in Hamburg-Barmbek und jener in Campina Grande berücksichtigen, der sich garantiert auch in einem deutlichen Gefälle in Sachen Bildungschancen widerspiegelt.
Dass es auf das fußballerische Können ankommt und nicht ob der Spieler Meier oder da Silva heißt ist klar. Allerdings sollte dieser Maßstab auch bei der Deklarierung eines Fehleinkaufs angelegt werden.


Datcheffe
11. Oktober 2010 um 18:13  |  732

Nabend!

Zitat @ ubremer:*So hat er mehrfach gesagt, dass es für viele Profis schwerer sei in Berlin zurecht zu kommen als in fast allen anderen deutschen Klubs (Bayern ausgenommen). Warum?
Das beeindruckende/einschüchternde Stadion? Die vielen Ablenkungsmöglichkeiten? Die Medien-Vielfalt?
Wem fallen weitere Gründe für das “Warum” ein?*

Also, wenn wir jetzt hier von Spielern reden würden, die aus dem hintersten Zipfel Südostafrikas oder so kommen, reden würden, könnte an deinen Beispielen etwas dran sein.

Aber, Spieler wie Bobic oder Wichnarek, die hier schon zig Jahre in Deutschland zuhause sind….da kannste deine Beispiele aber nicht mehr nehmen! Selbst Brasiliander, die in Rio, Brasilia usw. gespielt haben, sollten mit dem Stadion und der Medienvielfalt, die sie garnicht erst verstehen, doch wohl kein Problem haben…..

Ausserdem haben wir hier in Berlin ein fastastisches Trainingsgelände und Möglichkeiten, die du nicht überall in Deutschland finden wirst! Spieler wie Luizao, die Nationalspieler, an Wttkämpfen rund um dem Globus teilgenommen und dort ihre Leistungen abrufen konnten, sollen hier , aufgrund deiner Beispiele, plötzlich das Spielen verlernt haben?
Sorry, das lasse ich nicht gelten. 😉

Gruß und schönen Abend


hurdiegerdie
11. Oktober 2010 um 18:29  |  733

Sind es wirklich so viele, die im Sturm Flops waren oder wurden häufig Leute nach Namen und nicht nach Passform eingekauft oder waren es doch zu viele Brasilianer oder zuwenig Abstimmung mit dem Trainer?

Ich denke alles trifft zu. Es gab ja zuletzt auch eine ganze Menge Stürmer, die passten: Pante, Gimenez, Voronin, Ramos, Friend. Man sieht halt gerne eher die Flops. Ich denke, Transfers sind immer ein va banque Spiel mit einer hoffentlich aber selten über 50% liegenden Treffer-Quote.

Bei Wichniarek, der ja woanders funktionierte, hat man einfach nicht wie Bielefeld das Spiel auf ihn zugeschnitten (oder den falschen für das Spielsystem geholt). Ich sage jetzt nicht, dass der Trainer ihn gar nicht wollte, sonst bekomme ich von gewisser Seite wieder eins drüber 😉
Auch bei Lima kommt so eine vage Erinnerung hoch, wonach der Trainer sehr bald fragte, ob denn niemand bemerkt habe, dass ihm die fussballspezifische Muskulatur fehle? WUrde da bei Käufen immer der Trainer berücksichtigt oder nur der Name?

Die Brasis! Irgendwer hat mal gesagt, dass wenn sie ans Geld kommen (ich glaube es war über Ronaldinho), sie sich gerne gehen lassen. War Alves so jemand? Jedenfalls ist er ja auch nach Hertha weiter ins Bodenlose gefallen. Luizao fand ich stärker als viel andere, aber er bekam nach meinem löchrigen Gedächtnis selten Einsatzzeiten (der falsche Mann fürs richtige Spielsystem oder anders herum?)

Man vergisst auch gerne die andere Seite, nämlich dass Spieler bei Hertha funktionieretn (zumindest eine Saison lang), aber dann in anderen Vereinen Probleme haben (Drobny, Kacar, Cicero…..)

Moral von der Geschichte: Es ist einfach wichtig, dass sich Trainer und andere Führungskräfte besser bei der Personalauswahl abstimmen (wieso fällt mir da die Geschichte vom Transfer eines LV ein, den der Trainer dann stoppte?).

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