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Berliner Morgenpost
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(sto) – 1:0 beim FSV Frankfurt – als schon das zweite torlose Remis in Folge drohte, traf Adrian Ramos spät (88. Minute) doch noch zum Sieg für Hertha BSC, dem sechsten im achten Ligaspiel der Saison. Die drei Punkte waren aber auch schon das einzig erhellende an einem Spiel, zu dem mir Kollege Bremer irgendwann per SMS mitteilte: „Dieser Kick ist einfach nur ermüdend.“

Außerdem ist noch zu sagen: Entgegen der sonst üblichen Praxis war keiner von uns beiden live vor Ort, das übernahm dankenswerterweise der in Frankfurt ansässige Kollege Udo Muras. Er assistierte uns auch bei der Erstellung der Einzelkritik.

Marco Sejna: Etwas über 15 Jahre oder exakt 5601 Tage nach seinem bis dahin letzten Spiel für Hertha (18. Juni 1995) stand der Team-Senior als Ersatz des verletzten Maikel Aerts wieder zwischen den Berliner Pfosten. Nachdem er unter einer Flanke hindurchsegelte (5. Minute), präsentierte sich der 38-Jährige im weiteren Verlauf ruhig und souverän und rettete insbesondere zwei Mal gegen Mölders (6., 12.). Note 3

Christian Lell: Konnte trotz Sprunggelenk-Problemen spielen – und das war gut so. Nach hinten bis in die Nachspielzeit hinein nahezu fehlerfrei, bereitete der Rechtsverteidiger mit seiner einzigen guten Offensivaktion, einem entschlossenen Lauf samt platzierter Flanke, auch das Siegtor durch Ramos vor. Note 3

Roman Hubnik: Der Tscheche hatte – wie auch Mijatovic – so seine liebe Mühe mit dem schnellen FSV-Stürmer Mölders, löste mit Übersicht aber auch manch knifflige Situation. In der Schlussminute der ersten Halbzeit brachte er das Kunststück fertig den Ball nach einer Ecke aus einem halben Meter Entfernung nicht ins Tor zu bringen. Note 4

Andre Mijatovic: Der Kapitän stand meist gut zum Ball, hatte mangels Schnellig- und Beweglichkeit aber so manches Mal Probleme mit dem Gegenspieler, meist Mölders. Ernsthafte Konsequenzen zeitigte das aber nicht. Note 4

Levan Kobiashvili: Der Georgier war im Fernduell der Außenverteidiger defensiv ähnlich zuverlässig wie Lell, offensiv aber lange Zeit um mehr Aufbau bemüht. Couragiert sein Schuss aus gut 20 Metern (25.). Irgendwann häuften sich aber die Flüchtigkeitsfehler; gleich zwei Mal bugsierte Kobiashvili den Ball nach versuchtem Hackentrick mit dem Standbein ins Seitenaus. Seine wichtige Rettungstat gegen Cidimar (75.) hätte fast zu einem Eigentor geführt. Note 4

Peter Niemeyer: Der Stratege im Mittelfeld war gewohnt einsatz- und lauffreudig und war in Zweikämpfen zudem bis hart an den Rand des Erlaubten bissig. Offensiv mit nur einer guten Aktion, einem Kopfball nach einer Ecke (45.). Note 3

Adrian Ramos: „Warum wechselt der Babbel denn den Ramos nicht aus? Man sieht doch, dass der müde ist!“ Denkste, ausgerechnet der in seinen Aktionen bis dahin tatsächlich oft fahrig wirkende Kolumbianer netzte kurz vor Schluss nach kräftigem Absprung noch per Kopf ein – und wurde trotz anstrengender Länderspielreise so zum Matchwinner für Hertha. Note 3

Valeri Domovchiyski: Der Bulgare war nach seinem Länderspieltor gegen Saudi-Arabien mit viel Schwung erwartet worden, bewarb sich aber eher um eine viel frühere Auswechslung als die erst nach 79 Minuten erfolgte. Abgesehen von einer Kopfballchance (9.) nahezu wirkungslos, brachte ihm Schläfrigkeit im eigenen Strafraum einen Rüffel durch die Mitspieler ein; nach einer FSV-Ecke hatte er Fillinger widerstandslos gewähren lassen (17.). Note 5

Raffael: Der Spielmacher hatte von Anfang an viele Ballkontakte, die jedoch kaum einmal Zielführendes einleiteten. Bemerkenswert nur sein Freistoß aus gut und gern 28 Metern (44.) und ein Alleingang nach Frankfurter Ballverlust, an dessen Ende der Winkel zum Abschluss aber zu spitz geworden war. Note 4

Nikita Rukavytsya: Der Australo-Ukrainer kehrte nach zwei Spielen anstelle von Schulz in die Startelf zurück – und bot nur anfangs eine gute Leistung, ehe er immer mehr abtauchte und in der zweiten Halbzeit so gut wie gar nicht mehr zu sehen war. Mehr als zwei gute Hereingaben (3., 72.) und zwei von Tempo geprägte Sololäufe (19., 24.) waren von ihm nicht zu sehen. Note 4

Rob Friend: Das Dilemma des kantigen Kanadiers ist: Produziert die Viererreihe hinter ihm kaum oder keine Zuspiele, hängt er an vorderster Front fast völlig in der Luft. Der Stürmer ist nun mal kein Spieler, der sich die Bälle notfalls auch selbst erarbeitet. Immerhin gab er (sich) aber nicht auf und war bei den wenigen Gelegenheiten stets zur Stelle (3., 72.). Pech hatte er außerdem, als sein Pressschlag mit Schlicke am Tor vorbei hoppelte (87.). Note 3

Fanol Perdedaj: Die Einwechslung des defensiven Mittelfeldspielers für Domovchiyski schien wie ein Zeichen von Babbel: „Lieber ein Punkt als am Ende gar keiner.“ Perdedaj wird der Wechsel trotzdem gefreut haben.

Nico Schulz: Der 17-Jährige kam in der Nachspielzeit für Rukavytsya.

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Erklärung:

1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = befriedigend, 4 = ausreichend, 5 = mangelhaft, 6 = ungenügend

Bewertet wird, wer mindestens 30 Minuten gespielt hat.

Wer waren die Besten?

Jetzt seid ihr dran: Wie habt Ihr die Herthaner in Frankfurt gesehen? Warum tut sich die Mannschaft nach furiosen Auftritten in den ersten Spielen auf einmal so schwer mit dem Toreschießen – liegt es am fehlenden Rhythmus oder ist das Berliner Spiel berechenbar und für den Gegner somit kontrollierbar geworden?

In der Umfrage könnt Ihr wie immer bei Spielen jeweils drei Spieler auswählen – wir sind gespannt auf das Ergebnis!

Meine Three Stars gegen Frankfurt waren...

  • Sejna (29%, 102 Stimmen)
  • Lell (21%, 73 Stimmen)
  • Niemeyer (19%, 67 Stimmen)
  • Ramos (18%, 63 Stimmen)
  • Rukavytsya (5%, 16 Stimmen)
  • Raffael (3%, 12 Stimmen)
  • Hubnik (2%, 6 Stimmen)
  • Friend (1%, 5 Stimmen)
  • Perdedaj (1%, 5 Stimmen)
  • Mijatovic (1%, 4 Stimmen)
  • Kobiashvili (0%, 1 Stimmen)
  • Domovchiyski (0%, 0 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 139

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Kommentare

Bolle75
16. Oktober 2010 um 17:48  |  835

Nun ja die anderen können sich jetzt halt auf unser Spiel einstellen.
Weiterhin sollte der Domo-Bonus aus den ersten Spielen nun so langsam aufgebraucht sein. Ich hatte ja gehofft das er endlich durchstartet aber leider werden die Spiele von ihm immer schlechter.
Solange Raffa der einzigste ist der sich für Niemayer auch mal in der Mitte anbietet wird das auf Dauer nichts werden mit dem 4-1-4-1. Außerdem fehlte zuletzt die Laufbereitschaft. Warum darf Perde nicht mehr ran oder wenn schon 4-1-4-1 warum Duricin nicht mal für Domo von Beginn an oder zumindest zur zweiten Halbzeit. So wird der Konkurenzkampf langsam ausgebremst. Natürlich will Babbel einen festen Stamm finden aber in der Mitte klafft ein Loch und das sollte schnell gestopft werden. Mal gucken ob und wenn, wie, Babbel reagieren wird!

Andererseits, wer solche Gurkenspiele, wie sonst oft die Bayern, auf der Zielgeraden noch gewinnt wird am Ende ganz oben stehen. So gesehen hatte das heute auch was gutes. Und das kühle Blonde gibt´s nun aufgrund des frühen Kaffekränzchenspielchens zum Klitsch-KO.
Ein schönes Wochenende euch allen.


Datcheffe
16. Oktober 2010 um 18:38  |  836

So wie wir heute wieder gespielt haben, gewinnt Bayern jedes Jahr ihre Meisterschaften, du mußt nicht immer glänzen, aber Einen mußt du machen und wir haben den Mann dafür……..wenn nicht geht, Adrain macht noch noch eine Bude. Das macht ihn eben unbezahlbar!

Dazu kam dann noch Marco, der sich eben nicht von seinem Klops am Anfang erschrecken lies, sondern weiterhin konzentriert und ruhig spielte! das ist genau das gewesen, was ich versucht habe, zu erklären. Nicht danach unsicher werden und überlegen, wie man sich so verschätzen kann, sondern abhaken und weiterhin gelassen spielen. Das ist das Alter, die Erfahrung und die Routine, die Burchardt noch nicht hat, sieht man oft bei den Amas. Läufts gut, ist Sascha gut, geht irgendwas daneben, wird er fahrig und nervös, weil er gedanklich da hängen bleibt und dann patzt er wieder.
Sejna hat man heute nicht gemerkt, es war als steht Maikel da, nur Sejna hat einen Schlag, der ja Wahnsinn ist, oder war das Spielfeld kleiner als normal?

Und dann natürlich war natürlich Niemeyer defensiv wieder die Bank. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, das wir nach dem 0-0 gegen Aachen, wieder mal mit zwei Sechser spielen, aber babbel dachte garnicht dran und spielt weiterhin so offensiv! Was Niemeyer jedes Spiel alleine wegräumt, ist einfach klasse! Der wird nie müde und steht wie eine Wand, für mich eine gute Zwei! Da gehe ich mit eurer Drei nicht konfirm, denn irgendwie scheint ihr zu vergessen, das er jedes der letzten fünf(?) Spiele, alleine den Sechser macht, wodurch wir offensiv einen Mann mehr haben!?

Und da kommen wir zu meiner Frage! Was ist bloß mit unserer Offensive seit 2 Spielen los? Haben 5 Mann davorne und es geht im Moment nichts. Fallen die gerade in den Winterschlaf, oder was ist da los? Nichts geht mehr ineinander, alles geht vorbei! Sollte Domo mal eine Pause machen? Ich würde neben Raffael mal Djuricin oder Lasogga spielen lassen, denn trotz 5 Stürmern hängt Friend vorne völlig in der Luft, da muß Markus unbedingt was ändern!

Ansonsten weiterhin Spitzenreiter und nächste Woche kommt die unmittelbare Konkurrenz ins Oly, dann muss mehr kommen!


Treat
16. Oktober 2010 um 19:06  |  837

Tja, kann mich Vielem, das @datcheffe hier zum Besten gegeben hat, bedenkenlos anschließen.

Ob fehlender Rhythmus oder bessere Einstellung der Gegner auf unser Spiel – ich denke, wie so oft, liegt die Wahrheit da wohl in der Mitte.

Bei den (Minus)leistungen Domos könnte man allmählich wirklich darüber nachdenken, ihn draußen zu lassen, entweder zugunsten eines zweiten 6ers (Mist, das Lusti jetzt wieder verletzt ist!) oder eines anderen, eher spielenden Stürmers, der als Satellit Friend umkreisen könnte…

Auf Lasogga und Beichler warte ich auch, ebenso hoffe ich, dass Patrick Ebert auf Rechts in der Rückrunde wieder eine echte Alternative zu dem noch sehr jungen Schulz und dem für mein Empfinden sehr inkonstanten Rukavytsya darstellt.

Gegen Fürth muss eine klare Leistungssteigerung her, sonst wird das die erste Niederlage der Saison, die sind im Moment bärenstark! Gut für uns vielleicht, dass die mit viel Selbstbewusstsein im Oly antreten werden und auch selbst das Spiel machen wollen – wenn dann mal wieder konsequent gekontert wird, geht auch da etwas. Aber nur mit noch mehr Laufbereitschaft und noch viel konzentrierteren Abspielen, insbesondere beim letzten Pass.

Das mit den Torabschlüssen kommt von alleine wieder, einfach immer kräftig weiter ballern, es gibt nun mal solche Phasen.

Zu den Spielerbewertungen sage ich diesmal nix, ich konnte wie gesagt nur die erste Halbzeit sehen und musste den Rest bei der Arbeit im Radio und im Liveticker verfolgen, das gibt für Einzelnoten zu wenig her…

Euch allen ein schönes Restwochenende!

Blauweiße Grüße
Treat


16. Oktober 2010 um 23:12  |  838

Die Noten sind ja sonst nicht so mein Ding hier… finde aber, dass Sejna und Lell besser als „3“ waren. Und Kobi schlechter als „4“ (da waren mir echt zu viele Böcke bei heute).

Sagt, was Ihr wollt, aber ich finde solche Spiele stressig… war mir schon klar, dass das u.U. in die Hose gehen könnte. Und auch ein 0:0 hätte man schon, gemessen an den Ansprüchen, als „in die Hose gegangen“ bezeichnen müssen.

Defensiv ausgerichteter Gegner, na klar, das ist immer die eine Seite der Medaille. Aber die andere Seite, die, die man selbst gestalten kann, ich weiß nicht, da fehlt’s leider noch an ganz vielen Stellen. OK, was soll’s. Mund abwischen und hoffen…


backstreets29
17. Oktober 2010 um 8:25  |  840

Klar kann man jetzt mit „Bayern-Gen“, „Bayern-Dusel“ oder was auch immer für Ausreden für diesen Sieg kommen. Fakt ist aber auch, dass es Babbel und Co jetzt mal auffallen sollte, dass dieses 4-1-4-1 alles andere als förderlich für die Mannschaft ist. Raffa muss aus der Zentrale auf die Flügel ausweichen, mehr Defensivarbeit verrichten als allen lieb ist und Domo verpufft einfach. Zurück zu dem erfolgreichen 4-2-3-1, damit steht man defensiv stabiler, weil Niemeyer, den ich gestern besser als „3“ gesehen habe, dann mehr Unterstützung hat und auch offensiv Aktionen auslösen kann und weil man dann endlich wieder ein Übergewicht im zentralen defensiven MF hat und so weniger in der Abwehr in die Bredoulle geraten kann, wenn jeder seinen Job macht.


17. Oktober 2010 um 12:10  |  841

1:0 gewonnen, Mund abputzen, nächstes Spiel.
Ich finds normal, dass Hertha nicht jedes Spiel mit humbatäterätäää gewinnt. Cottbus ist am Hang von Bornheim sogar abgestürzt. Solche Partien, wie die beim FSV – Dauerregen, Popelstadion, bissiger Gegner – das ist Lackmustest 2. Liga. Und den haben wir bestanden, basta. Acht Spieltage sind durch, noch sechsundzwanzig vor uns, wir sind Erster. Ick kann nich meckern, allet jut.

p.s. Der (unsägliche) Sky-Moderator nannte unseren Keeper immer „Marco Senja“. Wird der tatsächlich so ausgesprochen?


laotse
17. Oktober 2010 um 15:00  |  845

Nein, Sejna spricht sich wie er sich schreibt. Aber der Sky-Reporter zeigte sich ja eh sehr informiert. Allerdings war TuT bei Schalke gg Stuttgart noch viel schlechter…

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