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(sto) – Nach acht absolvierten Saisonspielen in Liga zwei sind anhand unserer unbestechlichen Einzelkritiken erste Trends erkennbar, die wir vorstellen und gern mit euch diskutieren wollen. Nachdem gestern die Defensive den Anfang machte (und hier gern weiter besprochen werden darf), ist nun die Offensive an der Reihe.

Adrian Ramos: Geht er oder bleibt er – diese Frage sorgte bis Ende August für bange Wochen bei den Hertha-Fans. Am Ende blieb der Kolumbianer, weil es a) kaum Interessenten für seine Dienste gab und b) diese wenigen Interessenten bei Hertha auch noch Ablöseangebote an der Grenze zur Unverschämtheit ablieferten (und teils sogar noch darunter). Wie wichtig Ramos ist, drücken die Noten aus: Schon vier Mal verdiente er sich eine 2, drei Mal die 3 – und nur ein einziges Mal war seine Leistung dem Wortsinn nach „nur“ ausreichend. Mit 2,625 erreicht Ramos denselben Wert wie Notenprimus Peter Niemeyer.

Durchschnittsnote 2,625 - Ramos ist...

  • genau richtig bewertet (46%, 84 Stimmen)
  • etwas besser (30%, 54 Stimmen)
  • etwas zu gut bewertet (14%, 26 Stimmen)
  • viel besser (9%, 16 Stimmen)
  • völlig überbewertet (1%, 1 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 181

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Valeri Domovchiyski: Ja, der Bulgare hat schon drei Saisontore auf seinem Konto. Kein schlechter Wert für eine Co-Nummer-10. Und doch hat er sich in unseren Augen in noch keinem der acht Saisonspiele eine bessere Note als eine 3 verdient – und auch die gab es nur drei Mal. Zwei Mal stand eine 4, schon drei Mal eine 5. Warum? Weil der Günstling von Markus Babbel  in unseren Augen selten für mehr als 60, 65 Minuten Luft hat, mitunter taucht er sogar noch deutlich früher ab. Mit einer glatten 4,0 weist Domovchiyski den durchschnittlich schlechtesten Wert aller Stammspieler auf.

Durchschnittsnote 4,0 - Domovchiyski ist...

  • genau richtig bewertet (45%, 81 Stimmen)
  • etwas besser (36%, 66 Stimmen)
  • etwas zu gut bewertet (10%, 18 Stimmen)
  • viel besser (8%, 15 Stimmen)
  • völlig überbewertet (1%, 1 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 181

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Raffael: Der bei seiner Vertragsverlängerung Ende Mai umjubelte Brasilianer musste sich das Vertrauen seines neuen Trainers erst erarbeiten. Und Raffael antwortete auf die Herausforderung erst mit Trainingsfleiß und anschließend auch mit Leistung. Zwar ist auch beim Spielmacher noch einiges an „Luft nach oben“ (seit Wochen die von Spielern und Verantwortlichen am meisten verwendete Floskel) – doch überragt er schon jetzt Nebenmann Domovchiyski. Sein Durchschnittswert von 3,333 ergibt sich – bei nur sechs benoteten Einsätzen – aus je zwei Mal einer 2 und 4 sowie je einer 3 und 5.

Durchschnittsnote 3,333 - Raffael ist...

  • etwas besser (41%, 72 Stimmen)
  • genau richtig bewertet (35%, 61 Stimmen)
  • viel besser (20%, 34 Stimmen)
  • etwas zu gut bewertet (4%, 7 Stimmen)
  • völlig überbewertet (0%, 0 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 174

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Nikita Rukavytsya: Der Australo-Ukrainer hat schon fleißig Assistpunkte und auch ein Tor verbucht, sich mit einer Undiszipliniertheit (kam 45 Minuten zu spät zum Abschlusstraining) für einige Zeit auch selbst ins Abseits gestellt. Auf ein wirklich überzeugendes Spiel von ihm warten wir bei einem Notenschnitt von 3,67 noch. Bislang reichte es – bei gleichfalls nur sechs benoteten Einsätzen – drei Mal zu einer 3, zwei Mal gab’s eine 4 und einmal stand auch die 5.

Durchschnittsnote 3,67 - Rukavytsya ist...

  • etwas besser (42%, 72 Stimmen)
  • genau richtig bewertet (42%, 71 Stimmen)
  • etwas zu gut bewertet (9%, 16 Stimmen)
  • viel besser (7%, 12 Stimmen)
  • völlig überbewertet (0%, 0 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 171

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Rob Friend: Der Kanadier, kam, sprang und – fiel um. So geschehen gegen Oberhausen, wodurch in diesem ersten Saisonspiel erst die große Stunde des Marco D. schlagen konnte. Doch wenn er bei Sinnen ist, tut auch Friend wie ihm geheißen: vier Saisontore sind teamintern Bestwert. Trotzdem reichte es vier Mal nur zu einer 3, je einmal stand eine 2, 4 und – gegen Aachen, als alle Herthaner enttäuschten – sogar 5. Insgesamt ergibt das nach aktuellem Stand eine 3,286.

Durchschnittsnote 3,286 - Friend ist...

  • genau richtig bewertet (55%, 93 Stimmen)
  • etwas besser (27%, 45 Stimmen)
  • etwas zu gut bewertet (13%, 22 Stimmen)
  • viel besser (4%, 7 Stimmen)
  • völlig überbewertet (1%, 1 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 168

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Außerdem eingesetzt: Ronny (vier Einwechslungen); Nico Schulz (acht Einsätze, zwei benotete Spiele, Durchschnittsnote 3,33); Marco Djuricin (fünf Einsätze, ein benotetes Spiel, Note 1); Pierre-Michel Lasogga (zwei Einwechslungen).

Jetzt seid ihr dran

Wie gestern lautet unsere Frage an euch: Wie beurteilt ihr das vorläufige Bild der Noten – wo geht ihr d´accord, bei welchen Spielern widersprecht ihr? Wir freuen uns sehr auf eure Kommentare und Meinungen. Und die Freunde der Klickshow kommen auch diesmal voll auf ihre Kosten. 😉


13
Kommentare

hurdiegerdie
20. Oktober 2010 um 19:57  |  930

Mit Sicherheit das Beste was Liga 2 zu bieten hat.

Und dann kommen ja hoffentlich noch Leute wie Ebert in ihre Form zurück, oder Beichler. Wahnsinn.

Nur Domo macht mir Sorgen. Der hat doch schon als ganz Jungscher alles getroffen. Bei Hertha hört man jedes Jahr, „der hat es“.

Dann gibt es mal ein gutes Spiel und dann ist wieder vorbei. Hat der einfach seine Position noch nicht gefunden? Aber auch da hat er doch offensiv fast alles durch!

Vielleicht sollte man ihn mal defensiv probieren. Ich könnte mir bei seinem Defensivverhalten durchaus vorstellen, dass er die 6 spielen kann (aber da haben wir ja auch schon 4 Leute). Vielleicht mal auf LV umschulen?

Firend wird uns noch viele Tore bringen,
aber er ist für mich ein Wanderer zwischen den Welten; körperlich zu stark für die 2. Liga, aber technisch zu schwach für die erste.


20. Oktober 2010 um 19:59  |  931

Uff, bin völlig erschöpft vom vielen Abstimungsklicken. Umfragedemokratie ist anstrengend… 😉

Liege auch dieses Mal eher wieder bei der Mehrheit der Bewertungen. Einzig Ruka, finde ich, könnte besser bewertet sein. Ich finde, i.d.R. macht er einen guten Job auf der rechten Seite (wo er ja wohl meistens spielt). Und, was ja in den letzten Jahren echt selten bei Hertha geworden ist, endlich mal einer, der Freistöße, Flanken und Ecken ordentlich (=gefährlich) vors Tor bringen kann. Was haben wir da in der Vergangenheit teilweise für Gruselbälle gesehen. Ich freue mich jedenfalls immer, wenn er zur Tat schreitet.


wilson
20. Oktober 2010 um 20:08  |  932

Mir kommt wie immer und überall der Domovchiyski zu schlecht weg. Ich halte es da mit Alt-Kanzler Kohl: wichtig ist, was hinten rauskommt. Weder Favre noch Funkel haben ihm die Chance eingeräumt, sich über einen längeren Zeitraum zu präsentieren. Das hat sich unter Babbel (endlich) geändert.

Raffael ist der besser Fußball spielende von beiden. Er macht die Dinge, die Domo niemals beherrschen wird. Raffael ist geschmeidiger, technisch versierter: er macht das hübscher anzuschauende Spiel – Domovchiyski macht die effektiveren Dinge. Raffael ist Brasilianer, Domo ist Bulgare – und so spielen sie auch (es lebe das Vorurteil). Raffael wird eher als Domo von seinen Mitspielern gesucht. Domo ist eher bereit, das Bällchen auch mal einem Mitspieler zu überlassen und spielt schneller ab. Raffael neigt zum Abschluss aus „unmöglichen“ Positionen. Domo spielt den einfacheren Ball. Raffael ist weniger torgefährlich als Domo.
Ich sehe lieber Raffael als Domo Fußball spielen, aber geht es darum ?!
Beide zusammen funktionieren am wenigsten gut; jeder allein ist die bessere Variante.

Einer von beiden wird „auf der Strecke bleiben“, wenn die Doppel-6 gespielt wird. Meine Prognose: es wird wieder Domo treffen.


Käptn Blaubär
20. Oktober 2010 um 21:20  |  933

Bin völlig deiner Meinung 0815.
Rob Friend muss fleißig mit Flanken bedient werden, und das macht Ruka prima.
In Frankfurt kam die Flanke von Lell.
Und ein gesunder Patrick Ebert sollte auch wieder gute Bälle vors Tor bringen. Dann werden Zuckerwattes Träume wahr….


Datcheffe
21. Oktober 2010 um 4:23  |  935

Moin, Moin!

Unsere Offensivabteil, wenn man die letzten zwei Spiele mal ausser acht läßt, ist mit unseren verletzten Spielern, durchaus Erstligafähig!

Einzig das 4-1-4-1 System macht das offensive Mittelfeld zu eng. Das hemmt Raffael seine Fähigkeiten voll auszuspielen. Da wir aber in der 1. Liga nicht mehr ohne zwei Sechser spielen werden, wird dieses Problem dann kein Thema mehr sein. Daher kommt auch Raffaels schlechte Bewertung. Ob nun mit Raute oder flache Vier müssen wir noch ausprobieren.

Ich hoffe, das Babbel damit gegen Fürth anfängt, Domo draussen läßt und dafür Fanol wieder an die Seite zu Niemeyer stellt, dann wird sich Raffael auch wieder besser entfalten.

Was mir dieses Jahr wesentlich besser gefällt, sind unsere Standarts, die aber Ebert, wenn er wieder kommt, auf keinen Fall mehr treten darf. Weiche plazierte Eckbälle, sollten von Raffael und Nikita geschossen werden und Freistösse, dann von Raffael und Ronny, den ich hoffe, längerfristig auf der Position von Lewan zu sehen.

Mit Lusti und Beichler wären wir dann gut vorbereitet und ich freue mich schon tierisch auf die Rückrunde, wenn uns diese Jungs wieder zur Verfügung stehen! Dann werden wir uns vorne absetzen.

Sollten wir dann wieder in der 1.Liga spielen, kommen unsere spielerischen Qualitäten, die in der 2. Liga nicht so gefragt sind, wieder voll zur Geltung.

Wie Rob Friend, dem viele ja die Erstligatauglichkeit wieder mal vorab absprechen, sich machen wird, wird m.M. seine Tore bei anständigen Flanken und Vorlagen auch machen. Eventuell sollte man auch ausprobieren, wie wir mit zwei Spitzen spielen. Da wäre interessant wer als Pendant zu Friend sich rauskristallisiert!

Das ist jetzt meine für mich objektive Meinung und hat nichts mit Euphorie zutun, denn ich denke, wenn wir uns hier, mit diesem qualitätiv hochwertigen Kader in dieser Treterliga durchsetzen, sollten wir uns durchaus in der spielerisch anspruchsvolleren 1. Liga auch durchsetzen!

Da ich die Offensive als Ganzes sehe, verzichte ich mit Absicht, im Gegensatz zur Defensive, darauf, die Spieler einzeln zu bewerten. In der Offensive zählen nur die Tore, wer sie macht, ist hier völlig egal!

Morgen sehen wir uns im Stadion, bis dahin heißt es daumendrücken, das sich niemand mehr verletzt!

Blau-Weiße Grüsse Herthaner!


Treat
21. Oktober 2010 um 8:28  |  938

Moin!

Nun kommen wir also von unserer wackeligen Defensive zu unserer abschlussschwachen Offensive… 😉

Nein, war nur Spaß.

Bin bei @hurdiegerdie, was die Einzigartigkeit dieser Offensivabteilung in Liga 2 angeht.

Wie auch bei der Defensive ist hier noch immer Luft nach oben, insbesondere, was die Verwertung der zum Teil beeindruckend herausgespielten Chancen angeht.

Für mich sind Raffael und Ramos die Herzstücke dieser Offensive aber ebenso, wie die Defensive schon in der Offensive anfängt, verhält es sich hier umgekehrt und man sollte nicht zu erwähnen vergessen, dass es auch durch Defensivspieler – hier wäre insbesondere Niemeyer zu nennen – zu richtig guten Spieleröffnungen gekommen ist, welche es den Offensivspielern erheblich leichter machen, einen erfolgreichen Angriff zu spielen.

Raffa gefällt mir – obwohl er sich weiterhin öfter mal fest dribbelt oder auch den besser postierten Nebenmann gelegentlich übersieht – fußballerisch am besten. In dieser Liga sticht er mit seiner Ballführung einfach heraus. Wenn er es ab und an noch einfacher spielen würde, wäre er wohl noch effektiver. Besonders beeindruckend auch – und dies auch nicht zum ersten Mal – seine Zweikampfführung und die Bereitschaft, für die Defensive mit zu grätschen. Dies wurde ihm ja schon oft abgesprochen, lässt sich aber in dieser Saison nicht mehr übersehen oder wegdiskutieren.

Dann Ramos, der kongeniale Gegenpart zu Raffa in unserem Angriffsspiel. Auch Adrian weiß Bälle wunderbar zu verarbeiten, auch wenn der eine oder andere mal verspringt und seine Zweikampfführung, insbesondere im Vergleich zu Raffa oder Niemeyer, noch stark ausbaufähig ist. Unwiderstehlich dennoch seine schnellen Antritte, wenn er seinen Gegenspielern mit dem Ball am Fuß manchmal 2 bis 3 Meter auf den ersten 10 Metern abnimmt. Trotz vieler vergebener Möglichkeiten hat er auch einen tollen Torabschluss und wie uns das späte Tor gegen Frankfurt gerade zeigte, ist er auch ein Mann für wichtige Tore!

Von Domo bin ich nicht überzeugt. Wegen gelegentlicher Geistesblitze und der bisherigen Tore würde ich sagen, dass er – wenn man denn von Noten einen Schnitt bilden mag – im Schnitt eher etwas besser als die glatte 4 war. Dennoch der erste Kandidat, den ich gegen stärkere Gegner zugunsten eines zweiten 6ers vom Feld nehmen würde, zumal ich glaube, dass Raffael seine Stärken noch besser ausspielen könnte, wenn Domo nicht seine „Kreise“ störte…

Friend ist ohne Zweifel ein torgefährlicher Angreifer aber eigentlich nur zu bewerten, wenn er die Bälle bekommt, die er unmittelbar zum Torschuss verwenden kann. Hat er in den ersten Spielen der Saison nach meiner Beobachtung noch öfter dadurch geglänzt, dass er Bälle in der Spitze gut halten konnte, dadurch Gegner auf sich zog und seine Sturmpartner so freispielte, ist mir das in den letzten Partien nicht mehr so positiv aufgefallen. Meines Erachtens verliert er inzwischen immer mehr Bälle immer schneller. Dennoch vor dem Tor eine Bank, wenn er einen guten Ball bekommt, er ist eben kein spielender Stürmer, sondern eher ein Typ, wie Micha Preetz einer war.
Ohne Zweifel ein Guter und Wichtiger in unseren Reihen aber spielerisch – wie gesagt – kaum zu bewerten.

Bleibt Rukavytsya. Schneller Mann, gute Standards aber keine Konstanz und bislang keine guten Spiele über 90 Minuten. Tendentiell etwas besser als der noch jüngere Schulz, dennoch würde ich auf dieser Position gern mal alternativ Ronny von Beginn an sehen oder auch einen wieder genesenen Beichler, von Ebert ganz zu schweigen. Wenn Letztere wieder dabei sind, wird es für Ruka schwer werden, seinen Stammplatz zu behaupten.

Alles in Allem sollte dieses Offensive jedenfalls in Liga 2 jederzeit in der Lage sein, jeweils mindestens ein Tor mehr zu erzielen als der Gegner.

Blauweiße Grüße
Treat


dstolpe
21. Oktober 2010 um 9:08  |  939

@wilson
Du kannst also nicht nur gut Auto fahren und dabei joggende Hertha-Aufsichtsräte überholen 😉 … gute Analyse auch des Wirkens von Raffa und Domo – mit einer Conclusio, die ich teile: „Beide zusammen funktionieren am wenigsten gut; jeder allein ist die bessere Variante“. So ähnlich wie bei Pante/Voro, die zusammen auf dem Platz auch nix hingekriegt haben (wobei die Gründe da anderer Natur waren…).

Teilweise widersprechen möchte ich dagegen 08-15: Ja, Ruka schlägt Freistoßflanken, die wirklich sensationell, weil teilweise butterweich sind … aber die Eckstöße??? Gruselig!!!

@datcheffe
Zwei Stürmer … und dann? Verändert sich radikal das Spiel der jetzigen Außen in der Vierer-Mittelfeldreihe! Die dürfen jetzt – genau wie Raffa/Domo im Zentrum – nach Herzenslust vorne mit reinstoßen. Bei zwei Stürmern sind dagegen Läufe bis zur Grundlinie und von dort saubere Flanken gefragt. Das ist eher nicht das SPiel eines Ramos und (jedenfalls rechts) auch nicht das eines Ruka. Nach Eberts Rückkehr sieht das womöglich schon anders aus (wobei der Junge in puncto zielführendes Spiel auch noch viel zu tun hat, wie wir alle wissen…), links traue ich es am ehesten Schulz oder Ronny zu.

Wer aber würde zu Friend passen? Ramos wäre wohl die erste Variante. Domo? Lasogga ist zu ähnlich. Djuricin ist 17 …von dem sollten wir alle noch ein, zwei Jahre keine regelmäßigen Wundertaten erwarten…! Mein Geheimtipp: Beichler. Den Jungen finde ich gut, der gefiel mir schon in den ersten Wochen, auch bei den Spielen in Österreich, als er ja noch die Beschwerden an der Leiste hatte…


Dan
21. Oktober 2010 um 10:09  |  940

@dstolpe
Beichler fehlt aber noch ein wenig Zeit. Gegen den HSV II vor schlapp drei Wochen, war er scheinbar nur ein Schatten von dem was Du andeutest.
Wenig spritzig, ging in der „grauen Masse“ unter und spielte nicht nur leblos, weil er einmal umgehauen wurde. Lusti war sichtlich weiter und bereit für die 1. Mannschaft.
Gegen Wolfsburg oder Cottbuss werde ich mir bei der Kälte die u23 nochmal anschauen, vielleicht gibt es da neue Erkenntnisse zu Lusti und Beichler.

Offence:
Sehe es so wie @wilson, beide passen als 10er nicht auf das Feld und am Ende wird Domo Opfer des Systems.
Das Problem was ich denke zu sehen, ist die Überbrückung von Abwehr in den Angriff. Niemeyer macht einen Superjob, aber ein Mann ist zu wenig. Keiner der beiden IV hat scheinbar die Mittel spielerisch aus der Abwehr heraus das Spiel aufzubauen. So fehlt mir eben nach der Balleroberung das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff und so bekommt man nach der verpassten Chance, dass Quergeschiebe in der Abwehr zu sehen, weil der Gegner sich schon wieder positioniert hat. Die IV können nicht – Niemeyer vom letzten Angriff noch nicht zurück und schon klafft eine Lücke von 25 bis 30 m zwischen Abwehr und Mittellinie. Die Abwehr spielt dann meist quer bis Niemeyer zurück ist und Domo sich hat „fallen“ lassen. Für diese besagte Lücke fehlt mir der zweite 6er. Der der zurückbleibt wenn der andere offensiv das Mittelfeld überbrückt.
So würde ich das mit einfachen Worten beschreiben, ohne die Fach-Terminologie von sich schlecht verschiebenen Dreiecken oder Studio-I-Pads mit Montagsmaler-Equipment zu nutzen. 😉


dstolpe
21. Oktober 2010 um 10:19  |  941

@Dan
Vor drei Wochen stand Beichler aber auch noch ganz am Anfang seines Comebacks … ich war gestern und vorgestern jeweils beim Training, da fand ich das schon nicht so schlecht. Gleichwohl braucht der Junge freilich noch zwei, drei Wochen, ehe er wirklich für den 18er-Kader (oder sogar mehr) in Frage kommt.

Generell interessant aber, eure Einschätzungen von Spielen der U23 zu lesen, denn dahin schaffen wir beide, Kollege Bremer und ich, es leider nur sehr selten.

Was Du im langen Absatz ab „Das Problem…“ beschreibst: Nun, das hat der Babbel-Markus vielleicht ähnlich gesehen – und gestern in epischer Länge zumindest die schnelle Spieleröffnung von hinten heraus trainieren lassen, mal über die Außenbahnen, mal durchs Zentrum und über den(!) Sechser Niemeyer (ja, er hat es wieder mit nur einem Sechser üben lassen). Am Ende der Übung stand jeweils eine Flanke von außen, darauf lag also ganz klar der Fokus.

Die Rückwärtsbewegung stand nicht auf dem Stundenplan – naja, vielleicht heute … aber da üben sie im Geheimen. 😉


Dan
21. Oktober 2010 um 10:36  |  942

@dstolpe
Danke für die Trainingseindrücke. Dann könnt ihr Euch heute bei diesem unangenehmen Wetter, ja von dem gestrigen anstrengenden Tag (Training + Pressekonferenz) etwas in den Büroräumen erholen und für den langen morgigen Tag Kraft tanken.

Viel Spass uns allen morgen im Stadion und natürlich auch für die paar TV-Kiekker.


hurdiegerdie
21. Oktober 2010 um 11:35  |  943

Hachherje ist das alles kompliziert.

Ich bleibe für mich dabei, dass bei 2 Sechsern mir die Namen ausgehen, die es offensiv richten können. Es bleiben ja dann praktisch nur 4 Plätze, wobei nur 3 für die Aufbauarbeit verantwortlich sein können, weil Friend ja der Verwerter ist. .

Bei beiden, Lusti und Fanol, habe ich zwar den Eindruck, dass sie defensiv ausserordentlich gut antizipieren, Räume zulaufen und Bälle abfangen können, sich aber nicht durch einen guten Spielaufbau auszeichnen.

Die Stärken von Pante/Voronin waren, dass man sie vorne anspielen konnten und beide in der Lage waren den Ball zu halten, bis die anderen aufgerückt waren. Das geht mit Friend m.E. gar nicht.

Bleibt im Moment die Hauptlast auf Raffa, wobei ihm die Anspielstationen fehlen (Friend kann nicht, Ramos und Ruka sind oft noch mit Abwehraufgaben beschäftigt), so dass ihm oft nur die Dribblings bleiben, die dann häufig verloren gehen.

Ich würde mit einer 6 spielen lassen und Raute (Raffa vorne), Ronny auf links einbauen und Ramos und Friend im Sturm, wobei die beiden dann wechselnd auf der defensiven rechten Seite in der Rückwärtsbewegung aushelfen aushelfen müssen (Ruka gefällt mir in der Abstimmung mit Lell noch nicht) und Raffa rückwärts eher Links hilft, damit sein Bruder den Kobi absichern kann.

Na ja, alles graue Theorie und uff’m Platz müssen die besten 11 irgendwie vernünftig angeordnet werden (dürft ihr für den Phras-o-meter verwenden ;-)).


Datcheffe
21. Oktober 2010 um 11:44  |  944

@dstolpe,

als zweite Spitze neben Friend geht nur ein Mann, der die Ballannahme und spielerischen Fähigkeiten besitzt, die bei Friend so ein bisschen zu schlecht sind. Jemand der nicht nur etwas Luft um Friend schafft, sondern auch die Bälle aus der Tiefe holt und auch Raffael eine bessere Anspielmöglichkeit gibt, wie es Friend manchmal macht!
Wie Beichler spielt kann ich nicht beurteilen, aber Djuricin halte ich für nicht zu jung, der Junge ist schon so weit auch um mal 90 Minuten durchzuspielen. Vielleicht würde Ramos auch neben Friend als zweite Spitze funktionieren, nur bei Domo bin ich mir sicher, das er im Moment nicht paßt!
Wie gesagt, Markus müßte einfach mal etwas variabler spielen lassen, dann hätten wir wenigstens etwas mehr Wissen, wie man spielen könnte!


dstolpe
21. Oktober 2010 um 16:31  |  947

@Dan
Hach, endlich jemand, der uns versteht…! 😉

@datcheffe, auch hurdiegerdie
Ich finde gar nicht, dass Friend so gar keine Bälle für nachrückende Spieler halten kann. Klar, sein größtes Können sind die Buden aus der Nahdistanz. Aber ich finde schon auch, dass er mit dem Rücken zum Tor Bälle ablegen kann; nicht oft, nicht immer … aber er wird da von euch oft sehr, sehr kritisch gesehen.

Trotzdem, natürlich: Ergänzung zu Friend kann nur ein echter „spielender“ Stürmer sein … meinetwegen Djuricin, nix lieber als das … ich will dem Jungen mit seinen 17 Jahren nur nicht den Rucksack der Erwartungen aufsatteln und finde, dass alle gut daran tun, es nicht zu tun.

Und zu der Variabilität: Ich verstehe, wie es gemeint ist, aber wie man es als Trainer macht. . . In Stuttgart wurde Babbel zu viel Rotation vorgeworfen (=dass sich keine Mannschaft finden konnte); jetzt steht er mit sechs Siegen und zwei Remis oben, und wir jammern, dass wir mögliche Alternativen zu schlecht beurteilen könnten … hach, immer diese Luxussorgen…!!! 🙂

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