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(sto) – Kollege Bremer hatte es angekündigt und versprochen, hier und heute (und auch in der Dienstag-Printausgabe der Berliner Morgenpost) ist es soweit: Das Rätsel Rob Friend soll unser Thema sein.

Die Frage, um die sich alles dreht, lautet simpel und einfach: Was kann der Kanadier? Genauer: Was kann er nicht?

Dass Friend in der zweithöchsten Spielklasse Tore erzielen kann, hat er hinlänglich unter Beweis gestellt. In Summe sind es 22 in 43 Einsätzen für Mönchengladbach und Hertha. Aber nun datiert sein bislang letztes vom 24. September in Cottbus, seitdem sind 390 Spielminuten vergangen – und die Frage steht im Raum: Ist dieser Friend stark genug für diese Hertha-Mannschaft? In Liga zwei – und erst recht: In Liga eins?

Was meint ihr?

Ihr habt diese Personalie ja hier und da schon leidenschaftlich diskutiert, aber jetzt noch mal konkret: Wie lange und in welcher Ausprägung wird Friend, dessen Vertrag bis 2013 läuft, bei Hertha eine Rolle spielen? Trennen sich die Wege nach einem Aufstieg schon im Sommer? Oder erfüllt Friend seinen Vertrag, ob als Reservist oder Stammspieler? Verlängert er dereinst gar und beendet seine Karriere in Berlin?

Anders gefragt: Erlebt Friend inmitten seiner ersten Mini-Krise im Hertha-Trikot nur, was so einigen seiner Vorgänger widerfahren ist – sprich, ist es das Schicksal der Torjäger seit Rekordschütze Michael Preetz, dass sie stets im langen Schatten des „Langen“ zu stehen haben?

Luizao und Wichniarek – in Berlin wurden sie nie glücklich

Wenige überzeugten seitdem so wie Marko Pantelic oder – wenigstens zwei, drei Monate lang – auch Andrej Voronin (aber niemals überzeugten beide gemeinsam). Luizao, gekommen als Weltmeister 2002, war der Inbegriff eines Fehleinkaufes. Über Andre Lima, der 2007 kam, ließe sich Ähnliches sagen.

Oder Artur Wichniarek und Fredi Bobic. „Wir haben 26 Tore verpflichtet“, rief Dieter Hoeneß im Frühjahr 2003 glückstrunken bei der Mitgliederversammlung vom Podium aus ins Auditorium. Zwei (vergleichsweise) große Namen, die bei Hertha wenig Erfolg hatten.

Womit sie spiegelbildlich für ein gravierendes Problem des Hauptstadtklubs stehen: Zu jeder großen Mannschaft gehört ein Torjäger. Warum hat Hertha in der Zeit nach Preetz ausgerechnet hier so oft ins sprichwörtliche Klo gegriffen? Ist es die Schuld des/der Manager? Der Scoutingabteilung? Einfach Pech? Eine Frage der Finanzen? War es falsch, Christian Gimenez nach nur einer (aber sehr erfolgreichen) Saison wieder zu verkaufen? Oder stimmte die Rendite: 2,2 Millionen für einen damals 32-Jährigen? Ach, so viele Fragen . . .

Jene in unserer täglichen Klickshow erlaubt übrigens nur je genau eine Antwort 🙂 …und noch eine Anmerkung dazu: Bei allen statistischen Angaben handelt es sich um Bundesliga-Werte. Ausnahme ist unser Freund Friend, der frühestens ab August 2011 in Liga eins für Hertha glänzen darf.

Mein Hertha-Topstürmer ist...

  • Michael Preetz (84 Tore, 15 Vorlagen in 196 Spielen (41%, 113 Stimmen)
  • Marko Pantelic (45 Tore, 21 Vorlagen in 114 Spielen) (40%, 110 Stimmen)
  • Andrej Voronin (elf Tore, vier Vorlagen in 27 Spielen) (8%, 21 Stimmen)
  • Christian Gimenez (zwölf Tore, drei Vorlagen in 28 Spielen) (5%, 15 Stimmen)
  • Alex Alves (25 Tore, neun Vorlagen in 81 Spielen) (4%, 11 Stimmen)
  • Nando Rafael (16 Tore, sechs Vorlagen in 70 Spielen) (1%, 3 Stimmen)
  • Rob Friend (vier Tore, drei Vorlagen in zehn Spielen) (1%, 2 Stimmen)
  • Artur Wichniarek (vier Tore, vier Vorlagen in 63 Spielen) (0%, 1 Stimmen)
  • Andre Lima (zwei Tore, null Vorlagen in 16 Spielen) (0%, 0 Stimmen)
  • Luizao (vier Tore, sechs Vorlagen in 26 Spielen) (0%, 0 Stimmen)
  • Fredi Bobic (acht Tore, sieben Vorlagen in 54 Spielen) (0%, 0 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 276

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Kommentare

mArk78
1. November 2010 um 18:17  |  1315

Heute mal der Erste!? Welch Ehre!

Gute Frage, ob wir „Jimmy“ Gimenez zu früh abgegeben haben. Vom damaligen Trainer kam ja die Aussage, er passe nicht ins System. Ich hätte ihn gern länger gesehen, auch im damaligen Systemfußball á la Lucien Favre.

Nichtsdestotrotz ist der Schatten vom „Langen“ enorm groß, erinnert er doch auch an die Saison, als man in die CL einzog…


Ben
1. November 2010 um 18:23  |  1316

Ich hatte immer den Gedanken, dass es weniger an den Stürmern lag, als daran, dass Hertha es nie verstanden hat, gute Mittelfeld-Außenbahnspieler zu verpflichten, die die Stürmer dann auch mit Bällen füttern konnten. Hertha hat unter Hoeneß meist auf „Namen“ beim Einkauf gesetzt: Hauptsache man hatte ein paar davon, egal ob andere Positionen dadurch nicht gut besetzt waren. Die „Namen“ tummelten sich dann meist in Abwehr und zentralem/defensivem Mittelfeld, aber nie auf den Außen!


Andreas
1. November 2010 um 18:24  |  1317

Ist es nicht eher der Schatten von Marko Pantelic?


backstreets29
1. November 2010 um 18:25  |  1318

Kein Marcelinho in der Liste?

Sind ja ne Menge Fragen 🙂
Ich denke Friend ist gut für einen Zweitligisten geeignet, der seins Spiel auf ihn abstimmt, aber in unserem System ist er spielerisch zu schwach und meiner Meinung nach nur denkbar,als Brecher, wenn man zurückliegt. Lasogga hat bei seinem kurzen Einsatz mehr Akzente gesetzt, als Friend davor. Seine Vorlage für Domo war einfach das Unvermögen einen Ball stoppen zu können, der zugegeben sehr scharf war. Friend ist keiner dem man in den Lauf oder den Raum spielen kann, der braucht direkte Zuspiele, daher macht er bei Standards ne gute Figur und ist ansonsten kaum zu sehen. Mittlerweile haben sich die Gegner natürlich auch drauf eingestellt
Gimenez ist damals auf eigenen Wunsch gegangen, daher ist die Frage ob man ihn hätte halten sollen nicht zulässig 🙂 Pante hatte Gehaltsforderungen die selbst Abramovic als unverschämt empfunden hätte
Warum man bei der Stürmersuche Pech hatte dürfte wohl ein Zusammenspiel von vielen Faktoren sein. Es nur auf Hoeness oder die Scoutingabteilung zu schieben wäre wohl zu einfach. Pantelic kam mti einem denkbar schlechten Ruf und hat eingeschlagen. luizao kam als Weltmeister und war ne Pfeife. Selbes gilt für Wichniarek, dessen zweite Verpflichtung ich sehr gut nachvollziehen konnte und bei dem es auch nicht an Willen oder Einsatz mangelte. Ich persönlich hätte anstatt Friend lieber Nando Rafael verpflichtet, der auch erst spät beim FCA weiterverpflichtet wurde. Ein bulliger technisch guter Stürmer, der sowohl als Keilstürmer, als auch als Anspielstation sehr gut arbeitet und erfolgreich ist. Ach ja, ich denke dass man Friend im Sommer abgeben wird


StinkePunk
1. November 2010 um 18:26  |  1319

Marko Pantalic – ohoho…….

Mehr gibts na ni zu sagen 🙂


hurdiegerdie
1. November 2010 um 19:07  |  1321

Ich war vor der Saison überzeugt, dass Hertha einen Stürmer wie Friend braucht, um gegen defensive Mannschaften das 0:0 zu brechen. Deshalb fand ich die Verpflichtung gut.

Ich muss leider für mich sagen, dass ich ihn technisch und läuferisch nicht so schlecht in Erinnerung hatte. Backstreet hat schon einiges gesagt, was ich unterschreiben würde.

Ein Friend braucht Flanken und Ramos kann alles ausser Flanken, und rechts hat man nur ab und zu was von Ruka gesehen. @Dan hat ja die Statistik dazu geliefert.

Das ist aber nur die eine Hälfte. U. Bremer hat ja hier vom Wormuth berichtet (im Hinblick auf eine einzelne Sturmspitze):

„Wormuth sagte, dass man (falls man nicht Didier Drogba zur Verfügung hat) dafür einen antrittsschnellen, technisch guten Stürmer braucht, der auch nach hinten arbeitet. Deshalb Olic vergangene Saison bei den Bayern (und nicht Gomez), deshalb Torres bei den Spaniern. Wormuth: “Ein grosser, wenig beweglicher Stürmer ist in diesem System nicht hilfreich.”

Das trifft auf Friend alles zu (also nicht der Drogba 😉 ). Um Flanken zu erarbeiten, braucht es in dem System AUCH einen Stoss-Stürmer der anspielbar ist und ggf. die Bälle auf die Flügel verteilt.

Dazu meine ich auch häufig bei Friend gesehen zu haben, dass er gut steil angespielt wurde, aber entweder den Laufweg nicht antizipierte oder im Laufduell hoffnungslos zu langsam war.

Meine Meinung: er passt nicht ins System und ist technisch und läuferisch für die erste Liga zu schwach.


Treat
1. November 2010 um 19:36  |  1324

Tja, ist in letzter Zeit ja nicht allzu oft vorgekommen aber hier kann ich mich vollumfänglich meinem Vorredner @hurdiegerdie anschließen, was mich der Mühe eines eigenen, wohlformulierten Beitrages enthebt.

Vielen Dank.

Blauweiße Grüße
Treat


Blauer Montag
1. November 2010 um 19:56  |  1326

Daumen hoch und Kugel rein RRRRRRob!
So ungern wie ich Berlin mit München vergleiche, an dieser Stelle fällt mir kein anderer Vergleich ein.
Auch Mario Gomez oder Miro Klose hatten Phasen über Monate, wo sie das Tor nicht trafen.
Weiter trainieren und immer wieder anbieten ist das Motto für jeden Stürmer. Niemals nachdenken und kritische Kommentare lesen!


Sandy
1. November 2010 um 19:58  |  1327

Marko Pantelic? Bitte nicht!
Bin ja so froh, dass dieser total überschätzte Typ endlich weg ist!


wilson
1. November 2010 um 20:21  |  1329

Friend – der Einer-Kanadier.

Wikipedia weiß dazu: „Ein Einer-Kanadier ist ein Kanadier, der für einen einzigen Fahrer ausgelegt ist.“

Hertha ist mit dem derzeitigen, verspielten offensiven Mittelfeld aber keineswegs gewillt, ein Spiel zu bestreiten, dass auf einen einzigen Fahrer (Stürmer) ausgelegt ist.
Friend ist ein guter Zweitliga-Stürmer, der ja auch bereits seine Tore für Hertha erzielt hat, aber darunter leidet, dass seine „Fütterer“ eher dazu neigen, selbst ihre Tore zu erzielen und ihn gerne vorne verhungern lassen. Besonders deutlich wurde das meiner Ansicht nach beim Ingolstadt-Spiel, als die Flanken von Schulz/Ruka fehlten und statt dessen das Mittelfeld mit einem weiteren „Spielsüchtigen“ (Ronny) bestückt wurde.


mArk78
1. November 2010 um 21:04  |  1331

@Backstreet

Es ist immer eine Frage, wie man es in der Öffentlichkeit darstellt, was den „Jimmy“-Transfer betrifft. Schon nöglich, dass die persönliche Komponente bedient wurde, um den Transfererlös hoch zu halten…

Zu Marko:
Der hatte gute Jahre bei Berlin, war aber nicht DER Stürmer, zu dem er immer gemacht wurde. Wäre es ihm eine Herzensangelegenheit gewesen, wie er immer sagte, wäre er mit den Gehaltsforderungen runter gegangen. Nicht umsonst ist er in Griechenland und nicht bei Schalke gelandet…


ubremer
ubremer
1. November 2010 um 21:55  |  1334

@backstreets29 und @mArk78,

Ich gehöre zu den wenigen Menschen in der Stadt ;-), der den einen Einsatz von Marcelinho als Stoßstürmer gesehen hat: In seinem ersten Spiel nach der Verpflichtung im Juli 2001 spielte Marcelinho in Dessau im Ligapokal Bayer Leverkusen (mit Butt, Nowotny, Bastürk, Ballack, Kirsten und Neuville) schwindlig. Er erzielte ein Tor, bereitete das zweite von Deisler vor und traf einmal Pfosten und einmal die Latte. Eine sensationelle Vorstellung (Endstand 2:1).
Aber @backstreets, come on, wir reden über Stoßstürmer – nicht über torgefährliche Spielmacher, den er anschließend bei Hertha gegeben hat.

Zu Gimenez: Ich erinnere eine Win-Win-Situation. Favre wollte ihn damals im Sommer 2007 nicht haben, Deportivo Toluca aus Mexiko hat Gimenez mit einem Millionen-Dollar-Gehalt gelockt. Er war 31 Jahre – und Hertha bekam eine Ablöse von 2,2 Mio Euro (gekommen war er für 750.000 Euro von Olympique Marseille).


Tony Walnuts
1. November 2010 um 22:06  |  1335

Rob Friend ist fußballerisch zu limitiert, um auf lange Sicht eine bedeutende Rolle für Hertha spielen zu können. Außerdem tut es dem Hertha-Spiel nicht gut, allein auf Friend fixiert zu sein. Einen Spitzenstürmer wie zum Beispiel Edin Dzeko zeichnen ja gerade seine Fertigkeiten am Ball gepaart mit körperlicher Robustheit aus.


Exilherthaner
2. November 2010 um 0:43  |  1337

Meine Glaskugel zu Friend sagt mir:

Er wird in dieser Saison insgesamt 14 Tore erzielen.
Er wird in der 1.Liga nur noch Reservist sein.
Er wird 1 Jahr vor Vertragsende für 0.5-1.0 mio transferiert werden.

Somit hat sich seine Verpflichtung unter dem Strich sogar gelohnt.

Zum besten Herthastürmer: eindeutig Ramos. Leider wird auch Ramos uns wohl nicht allzu lange erhalten bleiben, so dass Michas Torrekord weiterhin bestehen bleibt.


Mineiro
2. November 2010 um 2:37  |  1338

Mir persönlich ist es noch zu früh, um Rob Friend derart detailliert beurteilen zu können. Er ist darauf angewiesen, dass er perfekte Zuspiele bekommt und körperlich bei 100% ist. Beides ist aufgrund seiner Verletzungen und der neu zusammengestellten Herthamannschaft bislang letztlich nicht abschließend umgesetzt worden.

Daher weigere ich mich vorerst bis zur Winterpause, ihn abschließend zu bewerten und natürlich sowieso, den Stab über ihn zu brechen.


Datcheffe
2. November 2010 um 4:58  |  1340

Morjen!

Also, in erste Linie würde ich back’s Beitrag unterschreiben, denn er vertritt meine Meinung zu 100 %! Andererseits würde ich hier wegen 4 Spielen ohne Torbei einem Strafraumstürmer, den Friend nun mal darstellt, nicht gleich ein Fass aufmachen, wenn er mal nicht getroffen hat, auch wenn Pierre gegen Ingolstadt aus 2 Chancen mit einem Quentchen Glück auch gleich 2 Tore hemacht hätte.
Nur *Stürmerflauten*, eigentlich hasse ich dieses Wort, kommen bei den besten Adressen immer wieder vor, trotzdem bindet er immer mind. 2 Mann der Abwehr, was es unserer Viererkette leichter macht gnadenlos zuzuschlagen und im Endeffekt ist es egal, wer die Tore macht!

Allerdings, bin ich langsam wie Glenn zur Einsicht gekommen, das wir für die 1. Liga auf Friends Position noch nachlegen müssen, da führt kein Weg dran vorbei, denn ein Ballkünstler ist Rob nun wirklich nicht. Dabei muss man auch sehen, das sich die Mannschaft jetzt wirklich anfängt einzuspielen und daher bekommt Friend eben nicht mehr nur den Ball auf den Fuss serviert, so das er nur noch hinhalten muss. Er muss wirklich an sich arbeiten, daran führt kein Weg vorbei, vorallen die Ballannahme hat da absolute Priorität!

Wir werden sehen, in wie fern Markus Babbel, der das garantiert schon erkannt hat, Rob unter seine Fitiche nimmt und was sich im Laufe der Saison daran ändert!? Ob das bei einem Spieler in seinem Alter noch möglich ist, kann ich nicht beurteilen, aber bis zur endgültigen Meinungsbildung sollten wir zumindest bis zur Winterpause warten, das hat er sich verdient und wohl auch selbst eingesehen!

Also, immer ruhig bleiben, 10 Spiele-4 Tore( plus 2 Tore im Pokal) sind kein Weltuntergang, denn der gute Pante hat manche Saison auch weniger als 10 Tore geschossen und niemand hat ihn dafür vom Hof gejagt!

Schönen Tag noch!


backstreets29
2. November 2010 um 10:57  |  1342

@ubremer damit erklärt sich auch das Fehlen von Raffa in der Liste
@all Zur Erklärung von Cheffe’s Posting: Backstreets = Glenn

Im Grunde genommen ist es doch so, dass jeder Stürmer auf die richtigen Zuspiele angewiesen ist.
Für ein schnelles Kurzpasspiel ist Friend aber denke ich der falsche Kandidat


hurdiegerdie
2. November 2010 um 10:59  |  1343

Nachdem wir ja Friend durch haben, nochmal was anderes.

Ich empfand Luizao nie als den Inbegriff des Fehleinkaufes. M.E. war der nicht schlecht, wurde aber sehr selten und auch selten richtig eingesetzt. Er wurde oft sehr spät eingewechselt und früh ausgewechselt. So in meinem Empfinden.

Für Statistiken ist ja Dan zuständig, aber ich riskiere es mal:

Schaut man auf Bundesliga-Scorerpunkte nach Anzahl gespielter Minuten (und ich nudele jetzt nicht alle durch) dann brachte es
Pantelic auf 1 Punkt pro 134.33 Minuten;
Luizao auf 1 Punkt pro 176.44 Minuten;
Bobic auf 1 Punkt pro 233.93 Minuten;

Luizao war also näher an Pantelic als Bobic an Luizao.

Dan übernehmen sie. 😉


Halblinks
2. November 2010 um 12:15  |  1344

Ich schließe mich den vielen Vorrednern an. Ich habe es auch woanders schon geschrieben. Mir ist Rob Friend schlicht technisch zu schlecht am Ball. Er ist zu eindimensional einsetzbar. Gerade die technisch guten und schnellen Mittelfeldspieler brauchen einen Stürmer, den sie auch mal schicken können. Kaum war Lasogga am Sonnabend im Spiel, hat es lange Pässe gegeben. Die hätten sie auf Friend garnicht versucht.
Ich denke zudem auch, dass das vermeintliche „Zuspiel“ auf Domo vor dem 2:1 tatsächlich nur die wiederholte grottige Ballannahme war.

Ich würde mir wünschen, wenn in den nächsten Spielen mal Lasogga oder auch Djuricin die Chance von Beginn an bekommen, damit man wirklich mal sieht, ob es über ein ganzes Spiel besser klappt.

Und zu der weiteren Ausgangsfrage. Ich war ein glühender Bewunderer des Sturmduos Pantelic-Gimmenez. Das war ein echter Klassesturm, der oft auch ein gutes Zusammenspiel gezeigt hat. Das haben Pante und Voronin zum Beispiel nie hinbekommen.


Blauer Montag
2. November 2010 um 12:16  |  1345

hurdiegerdie,
wo find ich denn die von dir zitierten Bundesliga-Scorerpunkte?


Dan
2. November 2010 um 12:48  |  1346

Naja @hurdiegerdie,
wenn Du nach diesen Gesichtspunkten wertes oder im nachhinein den Erfolg eines Stürmers bewertest, dann dürfte es über Friend gar keine Diskussion geben.

Friend auf 1 Punkt pro 104.14 Minuten

Selbst Preetz schafft diesen Wer nicht annähernd.

Preetz auf 1 Punkt pro 159.9 Minuten

Meinungstechnisch bin ich bei @mineiro eine Halbsaison anschauen und dann ein erstes Urteil. Aber natürlich ist es richtig, dass erste Tendenzen erkennbar sind die darauf hindeuten, dass der Spielfluß leidet.
Man hat manchmal das Gefühl, als wenn der Raum um Friend von den Technikern gemieden wird und wenn man ehrlich ist sind die Anspiele oft auch eine Katastrophe. Desweiteren verpufft die Spielvariante „Ball abprallen“ lassen, wenn das „lauffaule Volk“ nicht in Position läuft um so einen Abpraller aufzunehmen.
Friend ist für mich eher ein Opfer der Ruka-Verletzung und dem torgefährlichem Mittelfeld.

Mit Ruka und Lell auf rechts, hatte ich immer das Gefühl es gab zwei Spielsysteme. Die rechte Seite war das Flankensysten für Friend und die linke Seite mit Ramos war das technische „Wir spielen sie aus“-System. Seit Ruka verletzt ist, passt das Verhältnis nicht mehr. Weder Schulz noch Ronny’s Spielweise ist der Flankenabschluß (so scheint es bisher) sondern das seitliche Eindringen in den Strafraum und dann der scharfe Pass in die Mitte oder Rückpass an die mittige Strafraumgrenze.

Ich hoffe mal, dass Babbel & Co in der Videoanalyse die Sachen erkennen warum Friend weiterhin wichtig für dieses Team ist und dies auch wichtiger ist als eigene Tore. Solange das Team gewinnt, ist es ein Luxusproblem seinen „Köningstransfer“ zu demontieren.


hurdiegerdie
2. November 2010 um 12:51  |  1347

@Blauer Montag

z.B. bei Transfermarkt.de (Summe aus Toren und Torvorlagen); manchmal ist es einfacher, weil anders organisiert, bei Transfermarkt.ch und es gibt sicherlich noch bessere Quellen.


ubremer
ubremer
2. November 2010 um 13:24  |  1348

@Mineiro,

nur zur Einordnung: In der Diskussion um Rob Friend (oder am Vortag um Ronny) geht es natürlich nicht um „Abschlußzeugnisse“. Sondern um eine Zwischenbilanz, nachdem rund ein Drittel der Saison (zwölf Pflichtspiele) absolviert ist. Und jeder Spieler darf sich weiterentwickeln 😉

Um den optischen Eindruck mit Zahlen zu untermauern, den einige von Euch angesprochen haben: In der Rubrik „Ballkontakte“ kommt Rob Friend nach zehn Einsätzen auf 294. Das ist der schlechteste Wert aller Stammspieler. Torwart Aerts hat 386. Die meisten Kontakte hat Kobiashvili (830/Quelle: bundesliga.de, die komplette Grafik findet Ihr in unsrer Print-Ausgabe.)


hurdiegerdie
2. November 2010 um 14:00  |  1349

@dan,

kannste mal sehen, Preetz habe ich gar nicht nachgerechnet, weil ich dachte, der stünde klar vor Pante.

Friend ist ja nur 2. Liga ;-).


Blauer Montag
2. November 2010 um 14:33  |  1350

Die Zahl der Ballkontakte sagt m.E. über die Qualität eines Spielers rein gar nix aus, sondern nur über seine Position im Spiel. Es ist üblich, dass die Verteidiger die meisten Ballkontakte haben. Ein Stürmer braucht nur einen Ballkontakt – zum erfolgreichen Torschuss.


mArk78
2. November 2010 um 14:53  |  1351

@Blauer Montag

Wenn das mal nicht eine Phrase ist??

„Ein Stürmer braucht nur einen Ballkontakt – zum erfolgreichen Torschuss.“


rasiberlin
2. November 2010 um 15:26  |  1352

@ blauer montag:

„Ein Stürmer braucht nur einen Ballkontakt – zum erfolgreichen Torschuss.” ???

Wenn ein Verteidiger richtig steht, braucht der auch nur einen Ballkontakt für einen erfolgreichen Torschuss! 🙂


Dan
2. November 2010 um 15:41  |  1353

@ubremer

Kann man solche Zahlen, denn miteinander vergleichen?

Ich bin absolut ein Freund von Zahlen und Stats, aber das schwerste an solchen Sachen ist sie richtig zu deuten und etwas daraus zulernen.

Ein Beispiel ist Domo und Raffa hier ist es legitim die Ballkontakte zu vergleichen. Anderseits wird es auch hier problematisch, welche taktischen Einstellungen hat der Trainer vorgenommen bzw. Aufgaben verteilt ? Domo ist nicht der Ballverteiler und Zauberer wie Raffa, er ist der mit am 16er auf die Abpraller wartet und mit seiner sehr ordentlichen Schußtechnik verwerten soll. Die restliche Zeit joggt Domo im Mittelfeld rum und stoppft Löcher, was sonst immer der zweite Staubsauger macht. Schön ist das erkennbar, wenn man sich die Spielmatrixen auf http://www.dfl.de anschaut. Niemeyers Betätigungsfeld ist überwiegend auf der linken Seite hinter Raffa.
Also ist meines Erachtens Domo mehr mit Lauf- und Defensivarbeiten beschäftig als mit dem Spielaufbau wie Raffa.
Kobi’s Wert kann man ja positiv werten, aber ich frage mich hat er deswegen mehr Kontakte, weil a) es mehr über die linke Seite geht, oder weil das eh linkslastige Mittelfeld öfter den Ball zurück spielt? „Überrascht“ war ich das Ronny gegen Ingolstadt z.B. auf Kobi 12x gepasst hat und auf seinen Bruder nur 10x . 🙂

Das linkslastiges Mittelfeld hab ich ja schon früher angesprochen, nach 10 Spieltagen lässt sich das nun auch „beweisen“.

In zehn Spielen gab es:
888 offensive Spielaktion über die linke Seite
577 offensive Spielaktion über die Mitte
713 offensive Spielaktion über die rechte Seite

40,77% über links
26,49% über die Mitte
32,74% über rechts

und wenn man nun noch weiß, dass im ersten Spiel ohne Raffa aber mit 68 Minuten Ruka und 79. Minuten Domo als alleiniger 10er das Verhältnis so aus sah:

27,3% (49) üner links
27,3% (49) über die Mitte
45,2% (81) über rechts

Dann könnte man sich „ketzerisch“ fragen, wer hier dem Spiel den Stempel aufdrückt und vielleicht auch andere schlechter aussehen lässt. 🙂

Ich habe leider nicht die Zeit und Willen, mit Videoanalysen die Tendenzen auszuwerten. Ich denke aber über solche Spielereien wie wir hier mit den Zahlen machen, wird auch professiomell umgegangen nur mit ganz anderem Know How und Intensivität.


Datcheffe
2. November 2010 um 17:07  |  1356

@ Halblinks nur zu Erklärung!
Djuricin ist verletzt und Pante und Voronin haben nie zusammen gespielt, soweit ich mich erinnere!

Happy evening


Datcheffe
2. November 2010 um 17:16  |  1357

P.S. Mich würden mal Domo seine Einsatzzeiten im Verhältnis zu den Toren interessieren.
Meiner Meinung nach, ist er nämlich der Spieler der die wenigste Einsatzzeiten für ein Tor braucht, also unserer erfolgreichster Stürmer!?


hurdiegerdie
2. November 2010 um 17:37  |  1358

@Datcheffe:

1. Bundesliga 4 Tore plus 1 Vorlage in 839 Minuten, also 179 Minuten pro Scorerpunkt (bei Toren sind es 210 Minuten), also in etwa das Niveau von Luizao. 😉

2. Bundesliga 5 Tore 0 Vorlagen in 808 Minuten = 162 Minuten pro Tor (oder Scorerpunkt)


hurdiegerdie
2. November 2010 um 17:47  |  1359

Ach ja, @dan

bei Preetz komme ich mit 84 Toren und 26 Vorlagen bei 15925 Minuten (Quelle: http://www.transfermarkt.de/de/michael-preetz/leistungsdaten-verein/spieler_348.html)

auf 144.8 Minuten pro Scorerpunkt. 😉 😉 Kleiner Kopfrechenfehler (84+26 =100) oder hast du die 2 Eigentore 5-fach abgezogen (wie macht man ein Teufelchen)?

Aber er bleibt schlechter als Pante, was ich nicht gedacht hätte.


Dan
2. November 2010 um 17:49  |  1360

@datcheffe

2 Lieferungen
Kommt auf Deinen Schwerpunkt an bei Domo:

Nur Hertha BSC
Domo
1.Liga: 210 Minuten pro Tor
2.Liga: 162 Minuten pro Tor
Preetz
1.Liga: 190 Minuten pro Tor
2.Liga: 257 Minuten pro Tor

Also Domo der klar bessere Zweitliga-Stürmer bisher. 🙂

Die zweite Lieferung ist zur Information und kein Besserwisser-Hinweis:

Pante und Voro haben 16x in der Bundesliga zusammen gespielt, davon 9x beide in der Starelf, davon 3x über 90 Minuten. Das „Lustige“ immer wenn sie über 90 Minuten zusammen gespielthaben, haben sie nie gewonnen (2 Niederlagen 1x Remis), sind sie aber gestartet und dann der eine oder andere ausgewechselt worden, dann haben sie alle Spiele gewonnen. 🙂

Insgesamt jedenfalls haben sie über 900 Minuten
zusammengespielt. 6 Minuten war der kürzeste gemeinsame Einsatz.


Halblinks
2. November 2010 um 18:20  |  1361

@Dan: danke für die Pante/Voro-Statistik. Das hätte mich jetzt fast vom Glauben abgebracht, wenn die nie zusammen auf dem Platz gestanden hätten 😉

Haste soeine auch zu Pante/Jimmy? Gefühlt müßte die besser sein, ist sie das objektiv aber auch?


Dan
2. November 2010 um 18:26  |  1362

@hurdiegerdie

Nein kein Fehler im Kopfrechnen eher ein Denkfehler.

Preetz hat 112 Scorer Punkte (86 + 26) erzielt und 17.909 Minuten in der Bundesliga gespielt, macht nach Adam Riese 159.9

Könnte mich rausreden, dass Du den Buli-Schnitt von Preetz wissen wolltest, aber ich habe einfach vergessen das der Lange noch paar Buli-Spiele für Düsseldorf und Duisburg absolvierte.
Daher die Ungereimtheit, enstuldige mich aber nicht, weil ich das zwischen zwei Happen und fettigen Fingern ohne Aufschreiben gemacht habe. Ein Teufelchen für Dich würde ich so machen: oIo :). Keine Angst wir kennen uns privat.


hurdiegerdie
2. November 2010 um 19:00  |  1363

Das muss ich mal probieren mit dem Teufelchen oIo


ubremer
ubremer
2. November 2010 um 20:06  |  1365

Seit 87 Tagen betreiben wir immerhertha.de. Meine These: In der Friend-Diskussion von heute waren mehr Zahlen zu lesen als in allen 86 vorangegangenen Tagen 😉

@Dan, wir fischen im selben Teich: http://www.dfl.de und http://www.bundesliga.de laufen auf die exakt gleiche Datenbank zu.

Aus eben dieser Quelle: Die Daten zu Friend bestätigen den optischen Eindruck von außen. Die wenigsten Ballkontakte, das hatten wir schon. Zweikämpfe in zehn Spielen: 31 Prozent gewonnen. Davon aber 66 % in der Luft, am Boden dagegen nur 21 %.

Trotzdem hast Du Recht, mit dieser Zahlen-Grundlage bleibt man an der Oberfläche. Wer tiefer in dieses Thema Fußball und Zahlen eintauchen will: Kollege Christoph Biermann (Süddeutsche/Spiegel online/u.a.) hat 2009 ein lesenswertes Buch zum Thema veröffentlicht: Die Fußball-Matrix / Kiepenheuer&Witsch. Ein paar Stichworte aus dem Inhaltverzeichnis: Die Digitalisierung des Fußballs – Der gläserne Spieler – Statistik und Wahrheit – Wahrscheinlichkeiten am Ball. Für die Manager, die es interessiert: Ein Biermann-Kapitel heißt: Die hohe Kunst des Fehleinkaufs.

P.S. Der Kollege Stolpe und ich haben im vergangenen November im Hebbel-Theater eine interessante Video-Präsentation von Biermann zu seinem Buch gesehen. Er hat ein Tracking-Computer-Programm vom WM-Finale 2006 (Italien-Frankreich) an die Wand projeziert, wo 90 Minuten lang jeder Spieler, jeder Mannschaftsteil mit jedem Laufweg visualisiert wurde.
Spannend. Aber wie wertet man nach 90 Minuten (geschätzt) eine Million Daten aus? Stargast der Veranstaltung im Hebbel-Theater war übrigens . . . Lucien Favre.


dstolpe
2. November 2010 um 21:07  |  1367

… der heute Geburtstag hat. Und damals gesundheitlich einigermaßen angeschlagen war. Ich bin gespannt, ob und wo wir ihn jemals wieder . . . – aber das ist ein anderes Thema.

Ich bin jedenfalls ganz beim Kollegen Bremer: Sooo viele Zahlen!!! 😉 Aber ne tolle Diskussion von euch heute, Herrschaften, gefällt mir ganz außerordentlich gut!

Schönen Abend!

P.S.: Als TV-Tipp jetzt ab 20.15 Uhr: rbb „Der Fall X – Wie die DDR West-Berlin erobern wollte“


Teddieber
2. November 2010 um 22:08  |  1371

Mir kommt Friend zu negativ hier weg. Man wusste doch im Vorfeld was für eine Art von Spieler er ist und gegenüber den Südamerikanern sieht doch fast jeder schlecht aus. Vorredner haben die Problematik für Friend schon erklärt, doch bin ich der Meinung das er bald wieder trifft und so wird das Ziel Wiederaufstieg mit Toren von Ihm gefeiert. Ob er dann aber bis zum Ende der Saison immer in der Startelf gestanden hat glaub ich nicht. Lasogga drückt ganz schön.
Spielertypen wie Friend, Klinsmann und auch Preetz überzeugten doch selten spielerisch sondern haben es auf manchmal kuriose weise geschafft die Ball über die Linie zu bringen und das zählt doch!


Datcheffe
3. November 2010 um 6:44  |  1378

@ hurdiegerdie und Dan,

vielen Dank für eure prompten Antworten auf meine Frage und die Korrektur meines Pante und Voro- Fehlers.
Ich muss mal loswerden, das wird hier immer besser, denn dieses Blog schon solche Ausmaße bzw. Zuspruch hat, das es fast an Forenniveau , was Fragen und Antworten betrifft, rankommt!

Mir persönlich macht es von Tag zu Tag mehr Spaß hier zu lesen und zu schreiben!

Ein dickes Lob und dank an alle Beteiligten und natürlich an die beiden Bloggurus, für ihre tägliches neuen Themen, die auf erstaunlich hohen Grad basieren!

Blau Weiße Grüße Datty

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