Präsentiert von
Berliner Morgenpost
Anzeige

(ub) – Kollege Daniel Stolpe tummelt sich noch bei Hertha hautnah, heute Nachmittag beim SV Empor. Das Thema ‚Nähe zur Basis‘ bewegt den Klub schon länger. Deshalb die Kiez-Tour an den Prenzlauer Berg. In der Saison soll es zwei weitere Termine dieser Art geben, voraussichtlich einen davon im Post-Stadion in Moabit.

Neben der Fan-Nähe bewegt Hertha BSC auch das Thema Geld. Wie mir Präsident Werner Gegenbauer und Finanzchef Ingo Schiller bestätigt haben, wird der Zweitliga-Tabellenführer eine zweite Anleihe auflegen. Sie wird sich auf sechs Millionen Euro belaufen, die Laufzeit datiert von 2010 bis 2016. Hertha wird diese Anleihe am kommenden Montag der Öffentlichkeit vorstellen, die Morgenpost berichtet bereits am Freitag darüber. Dank von hier aus an @pacinoBSC, er hat bei hertha-inside die entscheidenden Infos öffentlich zugänglich gemacht.

Zuvor wird Hertha zum 1. Dezember die ausstehenden 4,5 Millionen Euro für die erste Anleihe an die Anleger zurückzahlen. Die erste Auflage von 2004 bis 2010 hatte die Berliner Volksbank vertrieben.

Verbindlichkeiten steigen auf 38 Millionen Euro

Schiller sagte, dass die neue Anleihe nicht für die Finanzierung dieser Saison nötig sei. Sie sei interessant, weil die lange Laufzeit von sechs Jahren samt festgeschriebenem Zinssatz (fünf Prozent) Hertha BSC Planungssicherheit geben. Mit Augenzwinkern wurden die Nennbeträge der Inhaber-Schuldverschreibungen gestückelt: Es gibt sie in 100 Euro, 500 Euro – und 1892 Euro.

Die Verbindlichkeiten von Hertha werden durch die neue Anleihe von rund 36 Millionen (Stand 30. Juni 2010) steigen auf rund 38 Millionen Euro.

Vielleicht können die unter Euch, die sich besser mit Finanzen auskennen, uns anderen helfen die Anleihe einzuordnen. Ist das ein sinnvoller Vorgang, schließlich gibt es diverse Unternehmen, die Anleihen auflegen? Auch andere Klubs (jetzt mal tapfer sein) arbeiten mit Anleihen, etwa der, bei dem Felix Magath tätig ist.

Oder ist eine neue Anleihe ein Alarmsignal?

P.S. Versprochen, morgen geht es um das Hertha-Spiel am kommenden Montag gegen den VfL Bochum. Aber die Finanzen sind die Basis, auf der das gesamte Hertha-Gebilde steht.  😉

Die zweite Anleihe über sechs Millionen Euro . . .

  • macht mir als Zeichen der Hertha-Finanzen Sorgen (38%, 92 Stimmen)
  • ist eine sinnvolles Finanzinstrument (33%, 79 Stimmen)
  • Ich werde davon etwas zeichnen (14%, 34 Stimmen)
  • verstehe ich grundsätzlich nicht (11%, 26 Stimmen)
  • ist mir egal (5%, 12 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 243

Loading ... Loading ...

43
Kommentare

hertha-phil
11. November 2010 um 17:49  |  1783

Vorneweg: Ich bin kein Finanzfachmann.

Für Hertha ist es eine gute Sache. Der Verein bekommt für eine mittlere Laufzeit ein Darlehen, dessen Zinsen fest sind. Eine Sicherheit braucht nicht gestellt zu werden.

Bei den derzeit niedrigen Zinsen ist das möglicherweise sowohl für den Verein (relativ niedrige Zinsen für ein Darlehen), als auch für die Anleger (Festgeldanlage für 5% ist aktuell nicht so schlecht) ein gutes Angebot.

Besorgnis ruft das bei mir nicht hervor. Im Gegenteil, es hätte mich sehr überrascht, wenn Hertha jetzt die 4,5 Mio. einfach so hätte bezahlen können. Eine andere Art der Finanzierung, etwa durch ein Bankdarlehen, wäre sicher teurer. Bliebe ein Spielerverkauf im Winter. Das wäre mir noch weniger lieb.


Tobias
11. November 2010 um 17:59  |  1785

Für den Verein ist das ein sinnvolles, da planbares Instrument. Als Anleger sollte man entweder von den fundamentalen Daten – sprich dem Wohlergehen – des Unternehmens überzeugt sein oder zur Familie gehören – was ja beim Fan gewissermaßen der Fall ist. Denn die gute Verzinsung steht für das Risiko des Totalausfalls, falls die Alte Dame denn doch den Löffel abgibt.
Aber für uns Herthaner, sofern man ein paar Groschen entbehren kann, ist das doch wohl ein doppelter Gewinn: Hertha unterstützen und damit auch noch Zinsen bekommen. Denn wenn Hertha pleite wäre, bricht ja sowieso ein Teil der Welt zusammen.
Sorgen um die Finanzen von Hertha mache ich mir grundsätzlich schon, aber nicht wegen dieser Anleihe. Immer her damit!


11. November 2010 um 18:33  |  1786

Hier mal weitere Infos zum Einlesen:

Vorteile von Anleihen (stark werblich gefärbt, weil der Anbieter natürlich gerne seinen Consultingservice verticken möchte, aber trotzdem schön übersichtlich):

http://www.mittelstandsanleihe.com/

Ein paar Hintergründe zum Thema Anleihen (2 Seiten PDF), gerade auch im Kontext der viel-zitierten „Finanzkrise“:

http://rundbrief.bvmwsued.de/fileadmin/user_upload/rundbrief/2009/offene-tuer/rb-unternehmensfinanzierung-mit-anleihen.pdf


westend
11. November 2010 um 18:45  |  1787

Für das jetzige Niedrigzinsumfeld ist 5% viel — das schreit nach Risikoaufschlag. Dax-30-Anleihen (ok, Hertha ist finanziell mit den Dax-Tankern nicht wirklich 1:1 vergleichbar) mit ähnlicher Laufzeit gibt es so knapp unter 3%. Weiß nicht, was Anleihen vergleichbarer Mittelständler so hergeben.

In jedem Fall für den Emittenten Hertha eine gute Sache! Ein Alarmsignal ist das sicher nicht. (Im Notfall stunden wir einfach wieder irgendwas beim Senat. Wasserpreise oder so — Wowi, es ist doch Wahlkampf…)


Dovifat
11. November 2010 um 18:52  |  1788

Aus der erneuten Aufnahme einer Anleihe ist sogut wie gar nichts direkt abzuleiten. Fuer den Verein ist das ein wenig spektakulaeres, aber eben auch ausserordentlich billiges und risikoarmes Instrument zur Beschaffung von Kapital. Im Gegensatz zu den zu wenig mehr als der Taeuschung der DFL-Lizenzbabteilung guten „Erloesen“ aus den Rechteverkaeufen kann die Kohle auch tatsaechlich investiert werden.

Entscheidend fuer die Bewertung ist, wofuer diese ca. sechs Millionen eingesetzt werden sollen.

a) Als Puffer fuer schlechte(re) Zeiten ? Wenig sinnvoll, rumliegendes Geld stinkt.

b) Schuldentilgung/Umschuldung ? Vermutlich halbwegs sinnvoll, abhaengig von den Details.

c) Zur Abdeckung von Kaufoptionen/Aufstiegspraemien/etc. ? Nicht gerade ideal, die Millionen wuerden zur Behebung von in der letzten Saison verursachten Schaeden versickern, aber die wohl astronomischen Betraege muessen ja irgendwie bezahlt werden.

d) Als zusaetzlicher Investitionsspielraum fuer Neuverpflichtungen und Vertragsverlaengerungen ? Super, aber extrem unwahrscheinlich.

e) Zur Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs ? Trotz Schillers gegenteiliger Aussage leider nicht unwahrscheinlich, Herthas „durchfinanzierten“ Etats traue ich jedenfalls nicht mal mehr von hier bis zu meiner Nasenspitze.

Fuer mich ist eine Mischung aus b) und c) am wahrscheinlichsten. Das hiesse dann: Hertha steht zwar immer noch direkt am Abgrund, wurde durch den Abstieg aber ( noch ) nicht hineingestossen.

Viel wichtiger als die Anleihe sind aber der direkte Wiederaufstieg und der Klassenerhalt fuer einige Jahre. Ohne Erstligafernseh- und -sponsorengelder wird der Verein der Schuldenfalle nicht entkommen koennen. Durch die geringen Einnahmen aus Marketing und Spielbetrieb reichte es ja schon im Oberhaus seit Jahren nicht mal mehr zur Deckung des laufenden Etats.


mArk78
11. November 2010 um 18:53  |  1789

Es war ja irgendwie abzusehen, dass eine zweite Anleihe kommt.
Die Verzinsung klingt interessant. Vielleicht zeichne ich diesmal auch.


rasiberlin
11. November 2010 um 19:06  |  1790

für rasiberlin bitte 2 klicks…

-Ich werde davon etwas zeichnen

-Verstehe ich grundsätzlich nicht

danke…


rasiberlin
11. November 2010 um 19:06  |  1791

@ dovifat

guter beitrag….


11. November 2010 um 19:42  |  1792

Zur Anleihe kann ich wenig sagen. Wenn man wüsste, wozu sie benötigt wird, wäre das klarer zu bewerten.

Kurze Info: Zumindest der Platz von Empor auf dem ehemaligen Exerzierplatz und heutigem Jahnsportpark gehört zum Prenzlauer Berg und nicht zu Mitte.


Dan
11. November 2010 um 21:14  |  1794

Da ich ja mein Geld aus der ersten Anleihe wieder bekomme, kann ich auch wieder was „zeichnen“. Hoffentlich lassen sich die wieder ein schickes Design einfallen. 🙂

Man sollte da kein Geld reinstecken, was man braucht, Auch nicht welches was man in 6 Jahren braucht.
2004 waren die 5% nicht der Hammer für dieses Risiko, war halt blauweißes Herz. Aber die letzten Jahr habe ich gelacht, wenn ich die Tagesgeld-Zinsen und für Langfristige gesehen haben.
Heute halte ich diese Anleihe für riskanter als 2004, denn wenn wir nicht den sofortigen Aufstieg schaffen, sehe ich tiefschwarze Wolken am Horiziont. Daher werde ich wohl auch nur die Hälfte aus der ersten Anleihe wieder reinpumpen.

Wozu sie genutzt wird ist mir schnurzpiepegal ist halt mein Verein. 🙂


Dan
11. November 2010 um 21:22  |  1795

Achja vergessen,

Poststadion steht definitiv fest, wäre ggf. auch schon füher drangewesen.

Doch wer die Scherzfrage beantworten kann, weiß auch warum es zur Zeit kein Thema ist.

Wieviel Lux schafft die Flutlichtanlage des Poststadions ? 🙂


Alpi71
11. November 2010 um 21:30  |  1796

Ich finde die Anleihe ist eine sehr interessante Sache für den Verein, für die Anleger und auch für die Fans unter den Anlegern.

Anleger: 5% Zinsen, momentan echt super (Baukredite bekommt man schon für unter 4%)

Fans: Es gibt bestimmt wieder ein schönes Zertifikat + Zinsscheine für die heimische Wand

Verein: der Verein muss mit Sicherheit nicht die ganze Summe zurückzahlen, bzw. die ganzen Zinsen zahlen. Ich habe jedenfalls nicht meine Zinsscheine abgeschnitten und werde sie schön an meiner Wand hängen lassen.

Von 6 Millionen zahlt Hertha nun 4,5 Millionen zurück. Für unsere Hertha ein gutes Geschäft.


herthafan
11. November 2010 um 22:22  |  1797

Ich selbst arbeite für eine deutsche Bank und beschäftige mich als Hertha Fan natürlich auch regelmäßig mit der alten Dame sowie ihren Finanzen.

Erstmal zu der Frage ob die Anleihe für Hertha eine sinnvolle Sache ist: Das ist es eindeutig! Eine 5% Verzinsung liegt sehr deutlich unter dem was Hertha bei einer Bank zahlen müsste für einen Kredit.
Die Zinshöhe für alle Formen der Kapitalbeschaffung hängen immer von vielen Faktoren ab, die wichtigsten sind jedoch die wirtschaftliche Stabilität des Kreditnehmers, seine Sicherheiten und die aktuellen Kapitalmarktzinsen.
Wenn ich mir dabei nun Hertha ansehe: Es existieren Schulden in höhe von 32-36mio, je nach Quelle, und weiteren „Verbindlichkeiten“ in der selben Höhe, (diese muss Hertha nicht direkt als Schulden ausweisen, da für Vereine andere Bilanzierungsregeln gelten als für Unternehmen, ich will mich hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, es gibt einen Gerichtsbeschluss zu diesem Thema, der es verbietet zu sagen Hertha BSC hätte 60+x mio Schulden, was nicht heißt, dass Hertha nicht im Fall der Fälle für dieses Geld haften muss).
Herthas Ertragslage sieht so aus, dass selbst zu Erstligazeiten nur ca. 70-80mio eingenommen wurden und Herthas, ich sag mal Eigentum, hauptsächlich aus Werten besteht die sehr stark schwanken, wie Transferrechte an Spielern.
Zudem ist Herthas Fähigkeit Kredite zu tilgen immer vom sportlichen Erfolg abhängig, beispielsweise ein weiteres Jahr 2. Liga hätte katastrophale Folgen für Hertha.

Zum Thema Sicherheiten: Ich beziehe mich jetzt mal auf den e-bundesanzeiger: „Die Besicherung der Anleihe erfolgt durch Abtretung der Einnahmen aus der Verwertung der Fernsehrechte der Amateurmannschaft, 20 % der Bundesliga TV-Einnahmen ab dem 1.7.2009 sowie der Verpfändung von Bankguthaben.“
Die höhe sowie die existenz dieser Sicherheiten lässt sich über 6Jahre nicht realistisch schätzen.

Heißt im Endeffekt: Wenn ein vergleichbares Unternehmen mit solchen Zahlen einen Kredit haben wollen würde, dann nur zu sehr viel schlechteren Konditionen, oder gar nicht, zumindest aus Sicht einer Bank.

Für den Fan muss das nicht unbedingt gelten. Die 5% Verzinsung ist vielleicht mit einem höheren Risiko verbunden als man es anderswo bekommen könnte, nur welcher Herthafan würde sich schon eingestehen das Hertha in den nächsten 6Jahren zahlungsunfähig ist.. Aber bitte nicht den letzten Euro dafür aufbringen das machen schließlich Schiller, Gegenbauer und Preetz auch nicht 😉

Hoffe es ist noch verständlich und halbwegs leserlich, Gruß


Exilherthaner
11. November 2010 um 23:07  |  1799

@herthafan

Danke für den informativen Beitrag. Ich persönlich habe von Finanzen ja wenig Ahnung.

Ich habe da noch zwei grundsätzliche Fragen:

Wieso muss Hertha von der ursprünglichen Anleihe nur 75% zurückzahlen?

Ist davon auszugehen, dass diese 75% durch die 2.Anleihe gedeckt werden sollen?


herthafan
11. November 2010 um 23:45  |  1800

@ Exilherthaner

gerne,

Zu deiner 1. Frage:
Die 4,5mio resultieren daraus , dass nicht jeder Besitzer der 1. Anleihe diese wieder einlöst. Hertha hat damals 50% der Besitzurkunden als sogenannte „Schmuckanleihen“ herausgegeben die gut aussehen und von vielen Fans behalten werden wollen. Wie Hertha allerdings darauf kommt das genau 15.000 Anleihen nicht wieder eingelöst werden ist mir auch rätselhaft. Möglicherweise hat Schiller hier genauso über den Daumen kalkuliert wie bei seinem Neuschuldenfrei durchfinanzierten 2.Liga Etat. Teilrückzahlungen sind jedenfalls nicht vorgesehen gewesen und einen Wertverlust zum Laufzeitende haben Anleihen auch nicht. Entweder sie werden zu 100% bedient oder fallen komplett aus.

Zu deiner 2. Frage: Laut Schiller ist dies nicht der Fall, zumindest hieß es bisher immer das die Anleihe aus Eigenmitteln beglichen wird. Der konkrete Verwendungszweck der 2. Anleihe wird offiziell offen gehalten. Was genau mit dem Geld passiert ist werden wir wohl erst im nächsten Jahr wissen, wenn das Geld entweder investiert wird oder nicht mehr zur Verfügung steht..


Exilherthaner
12. November 2010 um 1:50  |  1803

@herthafan

nochmals danke 🙂

Ich bin auch überrascht, dass Hertha mit einem „Gewinn“ von 1.5mio € aus der 1.Anleihe hervorgeht. Die Summe erscheint mir viel zu hoch….aber wenn der Schiller das so ausgerechnet hat………

Da sich bei Hertha immer genügend Löcher auftun (Mietrückzahlungen, Prämienausschüttungen und womöglich sonstige kurzfristig zu bedienende Kredite), werden diese 6mio der 2.Anleihe wohl auch irgendwo versickern.


westend
12. November 2010 um 7:56  |  1805

@dstolpe: super Artikel heute in der Zeitung!


dstolpe
12. November 2010 um 8:50  |  1806

@westend
Vielen Dank! Du machst mich ja ganz verlegen 😉


StinkePunk
12. November 2010 um 8:53  |  1807

Ich würde die Anleihe zu diesen Konditionen als Verein auf jeden Fall auch aufnehmen. Was mir eigentlich viel mehr Sorgen macht, ist dass die Verbindlichkeiten immer weiter steigen. Erst waren es 33 Mio, nachdem Hoeneß gegangen war. Dann 36 Mio und nun 38 Mio. Ich glaub mittlerweile nicht mehr daran, dass sich der Trend irgendwann mal umkehren wird. Vielleicht wird bis zur nächsten Sport Five Vertragsverlängerung gewartet. Dann können die Schulden wieder von 55 Mio auf 33 Mio gesenkt und ein paar Milliönchen in Spieler investiert werden und das Spiel geht von vorne los.

Zu den steigenden Schulden ist natürlich in erster Linie der sportliche Misserfolg der letzten Saison verantwortlich. Ich hoffe einfach mal, dass der Wiederaufstieg geschafft wird, Hertha in der Bundesliga dann in erster Linie auf finanzielle Konsolidierung baut und auch hoffentlich dadurch nicht wieder in Abstiegsgefahr kommt.

Am besten wäre natürlich das Erreichen der Champions-League. Dann sind alle Probleme vorbei. Aber man wird ja mal Blau-Weiß Träumen können.


mArk78
12. November 2010 um 10:45  |  1808

@stinkepunk

Dein Zitat „Am besten wäre natürlich das Erreichen der Champions-League. Dann sind alle Probleme vorbei.“ wurmte mich schon, als es die Aussage vieler in Favreschen Zeiten war, wo man an der Tür zur CL klopfte.
Ich finde nicht, dass man mit den garantierten Einnahmen aus der CL wirklich alle Probleme bei Hertha lösen kann, denn die vorzeitige Ablösung von Krediten bedeutet auch einen höheren Aufwand(als Beispiel).

Man könnte mit den oft kolportierten 15 Mio Garantie-Einnahmen bei Erreichen der Gruppenphase höchstens einen Teil davon in die Schuldentilgung stecken, denn Du musst Dein Team dafür auch aufrüsten, damit Du in der CL mithalten kannst. weil Dir sonst die Zuschauer weg bleiben und dann hast Du am Erreichen der CL auch nichts gewonnen….


StinkePunk
12. November 2010 um 11:00  |  1809

Sicher, das war auch nicht ganz ernst gemeint. Aber trotzdem schade, wie fahrlässig diese Chanche verspielt worden ist, mit dem 0:4 gegen den aus damaliger Sicht bereits mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit abgestiegenen KSC.


hurdiegerdie
12. November 2010 um 11:12  |  1810

Und ich @stinkepunk bin nicht der Meinung, dass es der Abstieg war, der den Schuldenberg hinterlassen hat, sondern der Schuldenberg war Mitschuld am Abstieg.

Jetzt kommen wieder Zahlen.

2004 hatte Hertha etwa 20 Mio Schulden, 2006 bereits 60 Mio. Da wurde ein Umdenken eingeleitet mit Favre und Transfergewinnen, die einfach nötig wurden, überzogen vielleicht in der letzten Saison, aber nötig aufgrund des Missmanagements Mitte des letzten Jahrzehnts.

Das Ausbluten der Mannschaft dann trug bei zum Abstieg.


StinkePunk
12. November 2010 um 11:25  |  1811

Wofür hat Hertha zwischen 2004 und 2006 40 mio ausgegeben?


Freddie1
12. November 2010 um 12:24  |  1812

Hallo dstolpe, auch finde den Artikel über das Training in Prenzlberg sehr gelungen.
Aber zumindest in der Onlineausgabe ist ein Foto während des Trainings mit Kacar und Ramos abgebildet. Ist der gute Goyko denn wieder zurück gekehrt und warum hab ich ihn gestern nicht gesehen? 😉


mArk78
12. November 2010 um 12:39  |  1813

@hurdiegurdie

Guter Gedanke, da bin ich bei Dir.

@stinkepunk

Das ist eine gute Frage, die unter anderem im Finanz-Fred bei hertha-inside.de, u.a. von pacinoBSC und mineiro(so es denn der Gleiche ist), dargestellt wurde.


Blauer Montag
12. November 2010 um 13:18  |  1816

eine mögliche Erklärung für den seit 2004 wachsenden schuldenberg sind die sinkenden tv-einnahmen seit 2003. die geringeren zahlungen von premiere an die dfl konnte oder wollte hertha damals nicht abfangen durch kürzungen bei den personalausgaben. Im Gegenteil, die Personalausageben sind gestiegen. ich zitiere hierzu aus dem lagebericht der Hertha BSC GmbH & co. KG zum 30.6.2009, veröffentlicht im elektronischen http://www.unternehmensregister.de

„Die Hertha BSC GmbH & Co. KGaA schließt das Geschäftsjahr 2008/2009 mit einem Jahresfehlbetrag nach Steuern von T€ -1.908 ab.

Die Umsatzerlöse konnten um T€ 8.494 gesteigert werden und liegen mit T€ 85.076 deutlich über dem Vorjahresniveau (T€ 76.582).

Die Spielerlöse sind von T€ 9.177 auf T€ 15.153 gestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf die Teilnahme an der Gruppenphase des UEFA-Cups, aber auch auf den erhöhten Zuschauerzuspruch aufgrund des sportlichen Erfolgs in der Bundesliga zurückzuführen.

Die Vermarktungserlöse konnten im Vergleich zur Vorsaison (T€ 22.709) mit T€ 24.698 um rund 8,8 % gesteigert werden. Außerdem wurde ein anteiliger Betrag (T€ 14.077) der Signing Fee aus der Vertragsverlängerung und -modifikation mit der SPORTFIVE GmbH & Co. KG ertragsseitig erfasst.

Die Erlöse des Handels konnten um T€ 709 gesteigert werden. Dies ist begründet in höheren Verkaufszahlen im Merchandising aufgrund des sportlichen Erfolgs. Entsprechend hat sich auch der Aufwand im Bereich des Handels um T€ 372 erhöht.

Die Abschreibungen auf Spielerwerte betragen T€ 5.622 (Vorjahr: T€ 4.041).

Die Aufwendungen für Personal sind u. a. bedingt durch erhöhte Ausschüttungen von Punktprämien aufgrund des positiven sportlichen Abschneidens, die getätigten Nachverpflichtungen in der Wechselperiode II im Winter 2008/2009 sowie die vorzeitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit Herrn Dieter Hoeneß auf T€ 41.439 (Vorjahr: T€ 32.935) gestiegen.

Im Bereich des Sonstigen betrieblichen Aufwands ist im Wesentlichen die Position des Spielbetriebs angestiegen. Dies ist insbesondere begründet durch die Teilnahme am UEFA-Cup und die damit entstandenen Kosten. Außerdem trägt ein erhöhtes Barter-Volumen zur Erhöhung des Aufwands bei.“


dstolpe
12. November 2010 um 13:51  |  1817

@Freddie1
Auch dir ein Dank – auch und besonders für den Wink mit Online. Das ist natürlich Quatsch so und schon geändert 🙂


mArk78
13. November 2010 um 11:18  |  1841

@ubremer

Beim zweiten Lesen ist mir noch was aufgefallen.
Ist es beabsichtigt, dass Du den Schuldenstand vom 30.06.2006 erwähnst?


ubremer
ubremer
13. November 2010 um 12:04  |  1843

@mArk78,

autsch 🙁 Natürlich muss es heißen: 36 Millionen Euro Verbindlichkeiten zum 30. Juni 2010 (ist verbessert


Graf Zahl
13. November 2010 um 14:27  |  1846

Das die Verbindlichkeiten auf 38 Mio steigen ist so nicht richtig. Schliesslich sind die 4,5 Mio im letzten veröffentlichten Jahresabschluss zum 31.12.2009 Teil der dort ausgewiesenen Verbindlichkeiten i.H.v. 33 Mio. Wenn man von diesem Wert ausgeht, die 4,5 Mio abzieht und die 6 Mio hinzurechnet, kommt man auf 34,5 Mio.

Ob dieser Wert stimmt ist allerdings auch fraglich, da zumindest mir keine Zahlen für das Geschäftsjahr 2009/2010 und das laufende vorliegen. Bis der JA 2009/2010 vorliegt müssen wir wohl wie üblich noch ein halbes Jahr abwarten bis die gesetzliche Veröffentlichungsfrist abläuft.

Ich hab zwar einige Spekulationen gelesen, die für ein Ansteigen der Verbindlichkeiten sprechen. Ohne konkrete Zahlen kann man aber nicht sagen, wie hoch die Verbindlichkeiten tatsächlich sind.

Zu der zurückzuzahlenden Anleihe ist noch zu sagen, dass diese wenn ich mich recht erinnere zu 50% (3 Mio) in Form von effektiven Stücken, also in Papierform ausgegeben wurde (heutzutage eher unüblich). Hintergedanke ist, dass sich Herthafans in großer Zahl so eine Anleihe an die Wand hängen würden, um ihre Verbundenheit mit dem Verein zu dokumentieren. d.h. Hertha müsste diesen Teil der Anleihe nicht tilgen.

Zu der neuen Anleihe. Wenn die bilanziell überschuldete Hertha ein Anleihevolumen von 6Mio zu 5% am Markt platzieren kann, ist dies für die Hertha sicher als sehr gut anzusehen. Griechenland musste zuletzt mehr für seine Anleihen zahlen.^^


ubremer
ubremer
13. November 2010 um 14:57  |  1848

@Graf Zahl,

willkommen im Kreis. Ich habe nicht spekuliert, dass die Verbindlichkeiten auf rund 38 Euro ansteigen [Edit: gemeint sind natürlich 38 Millionen/Dank an @Graf Zahl]. Vielmehr basiert diese Feststellung auf Informationen direkt von Hertha. Der Verein hatte schon im vergangenen Mai mitgeteilt, dass die Verbindlichkeiten von Dezember 2009 sich bis Juni 2010 um rund drei Millionen erhöht haben (Winterverpflichtungen Kobiashvili, Hubnik,Gekas, damals mit dem Ziel, den Klassenerhalt doch noch zu schaffen). Die exakte Zahl, wie es derzeit um die Verbindlichkeiten bestellt ist, wird sicher von Finanzgeschäftsführer Schiller auf der Mitgliederversammlung am 30. November im ICC vorgetragen.

Noch ein weiterer Punkt ist zwischen der alten Anleihe und der neuen verschieden. 2004 gab es für Hertha eine Platzierungsganrantie, die damals die Berliner Volksbank übernommen hat. Bei der Anleihe, die jetzt bis 2016 laufen wird, gibt es keine Platzierungsgarantie.

P.S. Wo ist eigentlich @Mineiro, wenn man ihn braucht? 😉


Graf Zahl
13. November 2010 um 15:31  |  1849

@ubremer

erstmal danke für das Willkommen.

„Ich habe nicht spekuliert, dass die Verbindlichkeiten auf rund 38 Euro ansteigen. “

Das wäre schön. Also die Verbindlichkeiten i.H.v 38 € 😉

Aaahh, danke dass mit den 3 Mio war an mir vorbeigegangen. Aber wie ist es mit der Somertransferperiode? Wurde da nicht ein Transferüberschuss erwirtschaftet? Dann war noch davon die Rede, dass weitere Genusscheine ausgegeben werden sollten. Diese gehören aber bilanziell nicht zu den Verbindlichkeiten sondern zum Eigenkapital.

In der Bilanz zum 30.06.2009 sind 18,5 Mio kurzfristige Verbindlichkeiten ausgewiesen. Diese müssen ja in dem Zeitraum bis 30.06.2010 getilgt oder umgeschuldet worden sein. Daher ist der Versuch die Verbindlichkeiten aufgrund der Informationen die im Laufe der Zeit so von Hertha veröffentlicht werden sicher interessant, birgt aber ein großes Risiko, dass man dort falsch liegt. In der Vergangenheit hat Hertha z.B. mit sale und lease back Geschäften sowie Genusscheinen operiert, wodurch sich die bilanziell ausgewiesenen Verbindlichkeiten stark verändern.

Zu der Frage ob die erneute Auflage einer Anleihe ein schlechtes oder ein Warnzeichen ist: Sicher ist es ein Zeichen dafür, dass man sich Liquidität besorgen muss. Also ein Warnzeichen. Allerdings läuft ja quasi zeitgleich die 1.Anleihe i.H.v. 4,5 Mio aus. Womit die neue Anleihe zu 75% der Umschuldung dient, was ein ganz normaler Vorgang ist.

Prinzipiell finde ich die Diskussion über die absolute Höhe der Verbindlichkeiten immer etwas unglücklich, da es zwar griffig ist so einen Millionenbetrag zu nennen. Die Aussagekraft der Zahl an sich ist aber relativ gering. Da birgt so ein Jahresabschluss doch viel interessantere Informationen.

Ich kann gerne wenn ich etwas mehr Zeit habe ein paar Anmerkungen zu den wirklichen Auffälligkeiten in den Bilanzen der letzten Jahre machen…


ubremer
ubremer
13. November 2010 um 15:37  |  1850

@Graf Zahl,

oups, Verbindlichkeiten von 38 Euro – die Geschichte würde ich in der Tat gern über Hertha schreiben.

Ansonsten bitte gern mehr Infos. Dass ist ja einer der Vorteile eines Blogs, wenn man vom Wissen anderer profitieren kann.


sunny1703
14. November 2010 um 12:45  |  1870

Niemand von uns weiß im Grunde wie der Schuldenstand von Hertha BSC einzuordnen ist.Ich lehne eine Schuldenpolitik jedoch grundsätzlich ab. Es ist ein ausuferndes Unrechtsdenken,wenn ein Verein,selbst wenn ein Teil ein mittelständisches Unternehmen darstellen möchte,nur über eine verfehlte Finanzpolitik am Leben gehalten wird.
Vereine wie Real Madrid, Barcelona, Manchester ,Schalke und Dortmund,nur um einige zu nennen gehörte schon längst ihre Lizenz zum weiter Schulden machen entzogen!
Nur über gleiche wirtschaftliche und finanzielle Rahmenbedingungen ist ein sportlich fairer Wettkampf möglich.
Wennn aber ein verein wie Karlsruhe zur Zeit gerade wegen einer Finanzlücke von 600.000 Euro um Punktabzug bis zur Lizenzverweigerung schwitzte und gleichzeitig S 04 vor der Saison für 30 oder 35 Millionen neue Spieler transferierte ,obwohl der Verein mehrer hunderte Millionen Schulden hat,wird jedes gesellschaftliches Gewissen,dass zur einer gesunden Privathaushaltspolitik aufruft,mit den Füßen getreten. Von einem sportlichen Gleichheitsgrundsatz gar nicht zu reden!
Hertha Bsc ist leider nicht weg aus dieser Philosophie der Schuldenpolitik und ich frage mich,was wird die Finanzpolitik herthas im falle des Aufstiegs sein,wieder das finanz Chaos mit Klotzen ohne jegliche Rücksicht oder wird die Vernunft endlich regieren.
Was der Verbleib in der 2.liga für Folgen hat,können wir Herthafans uns wohl alle vorstellen.
Das alles spielt eine Rolle bei der Betrachtung dieser Inhaber Teilverschuldung.
Der Zinssatz von 5% liegt etwa 1- 1,5 % Prozent über dem festgeldsatz für eine Anlage der gleich Länge,zumindest bei kleineren europäischen Banken in Euro.
Der Unterschied für den Anleger ist die viel riskantere Anlage einer Inhaber Teilverschuldung,die sowohl den jährlichen Zinsverlust als auch die komplette Einlage zur Folge haben können,während eine festgeldanlage durch den Einlagesicherungsfinds zumindest bis zu einer bestimmten Höhe abgedeckt ist.
Selbst sicher wirkende Inhaber teilverschuldungen haben schon zu Verlusten geführt,West Lb als Beispiel und die Unsicherheiten dieser Papiere sind in den jetzten Jahren größer geworden.
Grundsätzlich kann man ein solches Papier nur einem risikofreudigen Anleger mit einem Vermögen über 50.000 besser über 100.000 Euro zur kleinen Beimischung empfehlen,und für für den Herthafan in einem minimalen Maß,als Art guter Wille.
Für den „Bürger Normalanleger“ ist es wegen der viel zu hohren Risiken und dem dazu dann zu niedrigen Zinssatz NICHT geeignet!

lg sunny


Blauer Montag
14. November 2010 um 13:30  |  1873

Sunny ich teile deine Meinung über die unsinnige Lizenz zum Schuldenmachen voll und ganz.
Mein ungutes Gefühl über die Finanzpolitik der Hertha BSC GmbH & Co KG wird erst verschwinden, wenn hierüber ähnlich aktuelle Daten veröffentlicht würden wie von börsennotierten Unternehmen. Die letzte im http://www.unternehmensregister.de veröffentlichte Bilanz datiert vom 30.6.2009. Aktuellere Daten zur Finanzlage habe ich auf der Webseite
http://www.hertha-bsc.de/index.php?id=1335
nicht gefunden.


Mineiro
15. November 2010 um 14:59  |  1934

@ubremer:

Hallo, hier bin ich… 🙂
… und @mArk78: ja, ich bin der gleiche Mineiro, der auch im Forum bei hertha-inside schreibt.

Ich wollte zu diesem Thema eigentlich erst etwas schreiben, wenn mehr Details bekannt sind und dazu die heutige PK abwarten. Hoffentlich berichten die Herren Bremer & Stolpe darüber hier in den nächsten Stunden in der gewohnten Qualität, dann bin ich bei der Diskussion gerne dabei!

Zu den Jahresabschlüssen der KGaA und den darin enthaltenen Untiefen auf der Passivseite und Aktivseite habe ich im Finanzenthread des hertha-inside Forums mehrfach ausführlich meine Einschätzungen als unabhängiger und nicht an der Prüfung oder Erstellung derselben beteiligter Wirtschaftsprüfer abgegeben. Das alles hier nochmal zu wiederholen würde wohl den Rahmen sprengen.

Ich kann nur sagen, dass ich noch im Sommer mal auf einer Veranstaltung Herrn Schiller zu der Frage, ob es eine neue Anleihe geben wird, befragt hatte und er damals noch sagte, dass dies noch nicht entschieden sei, schloss ich aus seiner Antwort aber durchaus, dass man sich darüber zu gegebener Zeit möglicherweise Gedanken machen würde, weil das Instrument als solches Sinn macht.

Ob die DFL-Bedingungen im Lizensierungsverfahren vor dieser Saison damit zusammenhingen, ob die alte Anleihe planmäßig zurückgeführt werden könne, ohne die Liquiditätslage über Gebühr zu belasten, wollte er mir damals nicht beantworten.

Gegen die These von einer reinen Umschuldung durch die neue Anleihe sprechen für mich aber der Zeitpunkt der Tilgung der alten und Zeichnung bzw. dem tatsächlichen Geldfluss der neuen Anleihe.


dstolpe
15. November 2010 um 16:17  |  1941

@mineiro
Die Pressemitteilung zum Thema lautet wie folgt:

Am heutigen Tag emittiert HERTHA BSC ihre neue Inhaberschuldverschreibung (Anleihe) im Gesamtvolumen von 6 Millionen Euro.

Wie schon im Jahre 2004, als HERTHA BSC ihre erste Fananleihe auf den Markt brachte, besteht auch dieses Mal wieder die Möglichkeit sowohl effektive Stücke als auch Papiere für das Depot zu erwerben.

Die Anleihe ist in drei verschiedenen, aufwendig gestalteten Stückelungen zu 100 Euro, 500 Euro und 1892 Euro – in Anlehnung an unser Gründungsjahr – erhältlich. So sind auf der 100 Euro-Anleihe die aktuellen Nachwuchsfußballer des Vereins abgebildet, auf der 500 Euro-Anleihe befinden sich Bilder ausgewählter Spieler aus dem Lizenzspielerkader 2010/11 und auf der 1892 Euro-Anleihe sind besondere Momente der Vereinsgeschichte festgehalten.
Damit bieten die effektiven Stücke die Chance, als echter „Wandschmuck“ in die Wohnzimmer aller Herthafans Einzug zu halten und stellen dadurch das ideale Weihnachtsgeschenk dar. Die neue Anleihe bietet bei gleicher Laufzeit (6 Jahre) einen festen Zinssatz von 5 Prozent. Der Zeichner erhält demnach eine gute Möglichkeit der Finanzanlage.

Während die alte Anleihe ausschließlich bei der Berliner Volksbank gezeichnet werden konnte, geht HERTHA BSC diesmal einen neuen, innovativen Weg: Zu beziehen sind die heute aufgelegten Inhaberschuldverschreibungen ab sofort in den HERTHA BSC-Fanshops (Geschäftsstelle, Olympiastadion, Europa-Center, Hauptbahnhof und Gropius-Passagen), dem HERTHA BSC-Onlineshop (www.herthashop.de) sowie über die eigens eingerichtete Homepage http://www.hertha-anleihe.de, auf der im Übrigen weitere, detaillierte Informationen zu finden sind. Sämtliche Kaufanträge werden darüber hinaus auch in allen Filialen der Berliner Volksbank angenommen.

„Diese neue Anleihe ist ein Stück HERTHA BSC, welches sich wirklich sehen lassen kann – und zwar im doppelten Sinne: Zum einen handelt es sich um eine starke Wertanlage, zum anderen unterstreicht es die feste emotionale Bindung zwischen den Fans und HERTHA BSC“, sagt Geschäftsführer Ingo Schiller, der auch schon für die erfolgreiche Emission der Anleihe 2004 verantwortlich zeichnete.

„Die Anleihe ist ein wunderbares Weihnachtsgeschenk und bietet eine gute Anlage für alle Herthafans“, kommentiert Ingo Schiller, „ich bedanke mich in diesem Zusammenhang bei allen im Entstehungsprozess Beteiligten. Im Einzelnen bei unserem langjährigen Partner, der Berliner Volksbank, die diesmal die Zahlstellenfunktion übernimmt. Darüber hinaus bei der Kanzlei Noerr LLP, Günter Jucho von Jucho & Coll. und selbstverständlich dem, für dieses Projekt verantwortlichen Mitarbeiter in unserem Hause, Björn Bäring.“


Blauer Montag
16. November 2010 um 11:32  |  1996

Mineiro,
wenn Du so gerne Bilanzen liest, kennst Du vielleicht auch den Unterschied zwischen einer Bilanz und einem Bikini?


Mineiro
16. November 2010 um 19:31  |  2008

Unterschied?

Eigentlich sind doch beide meist knapp „auf Kante“ genäht, oder? :-O

@dstolpe: Vielen Dank für den Text der Presseerklärung. Unter dem entsprechenden Link finden sich ja allerlei Hintergrundinfos und auch der sehr umfassende Wertpapierprospekt zur Anleihe als Download.

Darin findet sich u.a. auch der Jahresabschluss zum 30. Juni 2010 (ab Seite 87 von 104), der einen Jahresverlust in der Abstiegssaison von knapp 6 Mio. EUR ausweist. In der ebenfalls veröffentlichten Kapitalflussrechnung sieht man, dass diese 6 Mio. EUR vollständig durch die Neuaufnahme von Darlehen refinanziert wurden. Insoweit sind diese Zahlen insgesamt schon recht bedenklich (aber wohl durch den Abstieg erklärbar) und ich bin auf die Erläuterungen und Ausführungen dazu bei der Mitgliederversammlung gespannt.


Blauer Montag
16. November 2010 um 19:57  |  2010

Mineiro, du kennst dich aus:
Es gibt keinen Unterschied zwischen Bikini und Bilanz – beide verbergen die interessantesten Stellen.


Blauer Montag
17. November 2010 um 13:05  |  2064

Fragen wir doch einmal den Finanzfachmann Boris B. aus L., wie man sein Vermögen durchbringen kann: „Ja gut, ich sag mal:
1. am Pokertisch, das geht am schnellsten,
2. mit der Hertha-Anleihe, das dauert sex Jahre,
3. mit schönen Frauen, das prickelt am meisten!“


Seppelfricke
19. November 2010 um 0:18  |  2160

Gucke mir grad das Prospekt zur Anleihe an.

Beim Anhang des Prospekts wird mir bisschen Angst und Bange.
Hertha muss 22 Mio in dieser Spielzeit entweder zurückzahlen, Umschulden oder die Kredite verlängern. Zahlen findet man im Anhang Seite F-25.

Bin kein Finanzfachmann, aber es steht auch ne Seite vorher das die Bilanzielle Überschuldung (weiß nicht was das bedeutet aber das klingt verdammt schlecht) nur durch die positive Zukunftsperspektive gedeckt ist. Ich denke mal damit ist der Wiederaufstieg gemeint.

Ansonsten sinkt der Herthadampfer wohl auf den Grund des Schuldenmeeres 🙁


Blauer Montag
19. November 2010 um 8:07  |  2163

Seppel, die bilanzielle Überschuldung meint,
das ein Unternehmen mehr Schulden als Vermögenswerte hat. Nach § 92 AktG u.a. Vorschriften müsste dann der Vorstand der KGaA die Aktionäre zur Hauptversammlung einladen, um über die Weiterführung oder Insolvenz des Unternehmens zu beschließen. Ein Protokoll der letzten Hauptversammlung der Hertha BSC GmbH & Co KG ist allerdings im Unternehmensregister nicht öffentlich einsehbar. Du kannst die Akten jedoch kostenlos einsehen beim amtsgericht Charlottenburg in der Auskunfsstelle des Handelsregisters.

Anzeige