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(sto) – Jetzt ist er ganz nah, der Tag, dem so viele so lange entgegengefiebert haben: Friedhelm Funkel kehrt mit dem VfL Bochum zum Topspiel des zwölften Zweitliga-Spieltags zurück ins Olympiastadion – den Ort, an dem er als Hertha-Trainer in 14 Anläufen nicht ein einziges Heimspiel gewinnen konnte. Ich wage mal die ganz steile These: Blumen wird er keine überreicht bekommen. 🙂

Aus Bochum wird gemeldet, Funkel habe – ganz und gar unüblich – gleich an zwei Tagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainieren lassen. Alles wie immer dagegen bei Hertha, wo Peter Niemeyer (grippaler Infekt) gestern wieder trainieren konnte. Nachmittags schrieb er mir eine SMS: „Jetziger Stand: Ich kann spielen.“

Aber zurück zu Funkel, dem Mann, der – oder wie sehr ihr es? – niemals so recht in Berlin angekommen war. Ich nehme an, er ahnt, dass ihn ein kühler Empfang durch die Ostkurve erwartet. Aber auch medial ging es schon ganz schön zur Sache. „Hertha-Fans wollen Funkel nicht sehen“, ätzte die „BZ“. Platz eins in der nach oben offenen „Anti-FuFu-Skala“ geht vorerst an die Kollegen vom Kurier, die den Ex-Trainer in ihrer Sonntags-Ausgabe restlos auf links gedreht haben. 😉

Jetzt seid ihr dran

Mit welchen Emotionen blickt ihr Funkels Rückkehr entgegen? Wie ist sein Anteil am „unnötigsten Abstieg der Bundesliga-Geschichte“ (Zitat des Kollegen Bremer) zu bewerten?Vom Beklagten steht diese Aussage zu Protokoll: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich habe zusammen mit meinem Trainerteam keinen Fehler gemacht.“ Eure Meinung hierzu? Lasst alles raus – auch in unserer heutigen Ausgabe der Klickshow!

P.S.: Noch bis Montag, 15 Uhr, läuft die Einsendefrist zur Teilnahme an unserer Verlosung von 15 Zander-CD’s.

Friedhelm Funkel war. . .

  • der falsche Trainer zur falschen Zeit (62%, 146 Stimmen)
  • der schlechteste Trainer der Hertha-Geschichte (33%, 77 Stimmen)
  • am Abstieg schuldlos (5%, 12 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 235

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43
Kommentare

backstreets29
14. November 2010 um 18:10  |  1880

Also ehrlich gesagt finde ich den Artikel noch viel zu nett, wenn ich an die Emotionen erinnere, die FF während seiner Hertha-Zeit in mir ausgelöst hat. Die spielerische Rückentwicklung, das mutlose Aussitzen der Situation……es war einfach nur grauenhaft und die Verantwortlichen haben es einfach verpennt Funkel im Winter zu chassen und so den letzten Strohhalm zu ergreifen


Blauer Montag
14. November 2010 um 18:16  |  1881

Emotionen?
Friedhelm Funkel?
Das Interview gestern in der Morgenpost war kaum geeignet, Emotionen zu wecken.
Eher schon ein Blick auf die aktuelle Torschützenliste der ersten Liga. Lag es am Trainer, dass Gekas so selten für Hertha getroffen hat? Diese und andere Fragen werden auch in 48 Stunden ohne Antwort bleiben. Hauptsache 3 Punkte bleiben Montag Abend im Oly.


Treat
14. November 2010 um 18:31  |  1882

Ich sehe F.F. nicht ganz so finster, wie es seine Bilanz bei unserer Hertha vielleicht vermuten lassen würde.

Sicher, er war definitiv der falsche Mann zur falschen Zeit und ich hätte es damals gern noch weitere 7 oder 8 Spieltage mit Favre versucht, denn meine damalige wie heutige Überzeugung war und ist: Wenn einer mit diesem Kader noch aus der Situation heraus gekommen wäre, dann wohl Favre.

Dennoch finde ich, dass Funkel die Hertha in einer unglaublich schwierigen Situation übernommen hat und auch viele andere Trainer in dieser Lage eher schlecht ausgesehen hätten.

Abgesehen davon fand ich es richtig, dass er anfangs geduldig war und diese Ruhe auch äußerlich zu demonstrieren bemüht war. Er hat dann allerdings den Zeitpunkt verpasst, zu dem man hätte aktiver werden müssen und die „Politik der ruhigen Hand“ gegen „erkennbaren Notfallplan“ hätte wechseln müssen. So wurde aus stoischer Ruhe – dem äußeren Eindruck nach – schnell Hilf- und Ideenlosigkeit.

Wie gesagt, der falsche Mann, zur falschen Zeit aber für mich aufgrund seiner vorherigen Stationen immer noch ein ehrlicher Arbeiter und durchaus sympathischer Trainer, der sicherlich nicht absichtlich für Herthas Abstieg gesorgt hat. Daher finde ich auch, dass er nicht mit Pfiffen im Oly bedacht werden muss. Er hat sich nie negativ über unsere Hertha oder die handelnden Personen geäußert, einzig, dass er am Ende keine eigenen Fehler erkannt haben wollte, mutete für mich seltsam unreflektiert an. Da hätte ich etwas mehr Ehrlichkeit von ihm erwartet.

Was das Spiel gegen Bochum angeht, die unmittelbaren Konkurrenten haben überwiegend Zurückhaltung geübt und jeweils nur einen Punkt geholt, insofern würde ein weiterer Heimsieg wieder zu einem etwas freundlicheren Blick auf die Tabelle führen, denn zwei Punkte vor Aue und derer 4 auf Platz 3 sind zwar kein Ruhekissen, aber eben doch eine recht souveräne Tabellenführung nach 12 Spieltagen.

Zudem wäre ein Sieg nach der ersten Saisonniederlage der erste Garant dafür, jetzt nicht gleich in eine kleine „Ergebniskrise“ zu rutschen.

Wollen wir hoffen, dass die von Babbel zurecht bemängelte Formel „stark gegen starke Gegner, schwach gegen schwache“, diesmal noch einmal zutreffend ist, denn Bochum ist sicherlich einer der stärkeren Gegner in dieser zweiten Liga.

Ich setze auf einen nicht glanzvollen aber verdienten Heimsieg mit, sagen wir mal, 3 : 1.

Blauweiße Grüße
Treat


Tony Walnuts
14. November 2010 um 18:34  |  1883

Natürlich war Funkel als Hertha-Trainer die totale Fehlbesetzung. Trotzdem sollte man fair mit ihm ungehen. Ihn allein für den Abstieg verantwortlich zu machen, greift viel zu kurz. Mit der billigen Stimmungsmache gegen ihn kann ich auch nicht sehr viel anfangen.


norberto
14. November 2010 um 18:43  |  1884

Ein 3:1 in Hannover, gar ein 5:1 in Wolfsburg, souverän in Freiburg und Köln gewonnen. Das weckte Hoffnung um das Desaster zu vermeiden und verleitete immer wieder zu Besuchen im Olympiastadion. Und was kam da? An den mut- und trostlosen Auftritten (Mainz, Gladbach, Bochum, Nürnberg) war der Trainer nicht schuldlos.

Ich hoffe und bete, dass Friedhelm seine Abneigung gegen die Hertha-Heistätte beibehält und dort nicht gewinnen kann.

Dem Markus hingegen: Alle Daumen gedrückt, die zur Verfügung stehen.


ft
14. November 2010 um 18:44  |  1885

In einem Bochumforum spottete man kürzlich in Anspielung auf seine Saison in Berlin, dass Funkel in Berlin nicht gewinnen könne.

Ich hoffe das bleibt so.

Ich persönlich glaube nicht , dass man dem F. Funkel nun alles in die Schuhe schieben kann, was dazu beitrug das Hertha in die Liga Zwo abrutschte.
Man kann ja diesen Gesprächsstrang dazu nutzen wo denn die vielen Baustellen waren, die dazu führten, das Hertha mit einem Minusrekord an Punkten in den Keller ging?

Stichwort, die derzeitige Torgefährlichkeit von Gekas
Die Frage weshalb Friedrich nach ner lausigen Saison so eine große WM spielte?
undsoweiterundsofort

Funkel war doch nur ein Puzzelteil im Gesamtkonzept Abstieg.


Blauer Montag
14. November 2010 um 18:51  |  1886

ft du stellst du richtigen Fragen!!!
Nach meiner Erinnerung kam der Knick abwärts beim 0:0 gegen Schlacke 04 im Oly 2009.
War dieser Grottenkick vor oder nach der Trennung von Dieter Hoeneß? Seitdem haben Arne Friedrich und viele andere nur noch seltsam mut- und kraftlose Spiele für Hertha gemacht.


dstolpe
14. November 2010 um 18:53  |  1887

@BlauerMontag
Besagter Kick war VOR der Trennung vom Manager und Spieler-Ziehvater Hoeneß. . . 😉


Blauer Montag
14. November 2010 um 19:07  |  1888

danke dstolpe
jetzt mal konkret gefragt:
hat die mannschaft damals so einen grottenkick gespielt, weil der Ziehvater ihre überteuerten Verträge nicht mehr verlängern konnte?
Die Trennung von Favre hat den finanziellen Spielraum weiter eingeengt. FuFu war dann letztlich der mut- und ideelose Verwalter des genzen Elends, genau wie jetzt in Bochum.


Exilherthaner
14. November 2010 um 19:13  |  1889

Funkel hat Gutes aber leider auch viel Schlechtes hier erreicht. Die gestoerte Teamchemie konnte er nicht mehr kitten. Wenn er das geschafft haette, wir waeren wohl nicht abgestiegen.
Ansonsten finde ich Kobiashvillis Aussage zum Trainervergleich Babbel-Funkel in der Mopo ganz interessant, weil sich dieses auch mit meiner Beobachtung deckt:

„Markus Babbel lässt sehr hart trainieren. Wirklich hart, das ist nicht viel anders als bei Felix Magath. Das war bei Friedhelm Funkel nicht so. Da haben wir auf dem Platz mehr Taktik gemacht.“

Hoffen wir mal, dass sich diese kontraere Arbeitsweise beider Trainer nicht am Montag raecht.


dstolpe
14. November 2010 um 19:13  |  1890

@BlauerMontag
Wir bewegen uns bei dieser Frage natürlich arg im Raum des Spekulativen… Vorweg: Ich fand das Spiel gegen Schlake nicht soo schlecht; gibt der Schiri das reguläre Tor von Pantelic, fallen die Ruhrpottler doch restlos in sich zusammen. Auch so hatten die doch keinerlei Interesse an einer ernsthaften Spiel-Teilnahme.

Eher schon nicht hinnehmbar war das 0:4 beim KSC – und es sei dahingestellt, wie es mit Voronin und/oder Friedrich gekommen wäre.

Die Niederlage hatte bzgl Champions League die Konsequenz, die wir alle kennen.

Dass der eine oder andere dem Ex-Manager nahestehende Spieler im weiteren Verlauf die eine oder andere offene Rechnung beglichen hat – wie gesagt, alles pure Spekulation, aber jedem steht dazu eine Meinung frei. . .


Blauer Montag
14. November 2010 um 19:50  |  1894

ehrlich gesagt dstolpe, hatte ich gehofft, dass ihr journalisten über informationen verfügt, die den absturz seit 2009 ein wenig erklären könnten.
aber ihr könnt natürlich auch nur wiedergeben, was Spieler, Trainer u.a. Mitarbeiter der Hertha euch erzählen. Weitere Spekulationen halte ich für müßig, nur zwei Kommentare seien mir gestattet:
1. Der gröFuMaz wird weiterhin das Geld der Eigentümer in den Mittellandkanal werfen, ohne dort einen Titel zu fischen.
2. Der (einzige?) Herthaner aus der Mannschaft von 2009, der 2011 im internationalen Fußball spielen wird, ist voraussichtlich Lukas Pisczek.


14. November 2010 um 20:03  |  1895

Der Falsche zur falschen Zeit am falschen Ort trifft es. Funkel ist bestimmt kein schlechter Trainer, ihm fehlt es aber an dem gewissen Etwas: Esprit, Leidenschaft, Intuition, was weiss ich.
Aber ich kann dem Abstieg mittlerweile durchaus etwas Positives abgewinnen, denn paradoxerweise ist Herthas Reputation dadurch immens gestiegen, wir werden ob unseres gräuslichen Schicksals ganz anders wahrgenommen. Das wäre womöglich ganz anders gekommen, wenn FF die Klasse gehalten hätte. Also nochmal herzlichen Dank dafür, Herr Funkel!


böllenfalltor
14. November 2010 um 21:23  |  1897

@Blauer Montag:

Rasmus Bengtsson hat auch gute Chancen, 2011 intenational zu spielen (oder jedenfalls im Kader einer Mannschaft zu stehen, die international spielt).


fechibaby
14. November 2010 um 21:45  |  1898

Nicht Funkel hatte Schuld an Herthas Niedergang sondern der viel zu hochgelobte Trainer Favre!! Was Favre aus der Hertha-Elf machte war eine einzige Schande.
Funkel konnte den verdienten Abstieg mit dieser Gurkentruppe nicht mehr verhindern.


hurdiegerdie
14. November 2010 um 22:24  |  1899

Für mich war die Wahl von Funkel eine Abkehr von allem, worin ich meine Hoffnung gesetzt hatte. Weg von der Grossmannssucht hin zur Entschuldung des Vereins, Konzeptfussball mit jungen Spielern vielleicht auch aus der Hertha-Akademie.

Funkel war die Abkehr vom schnellsten One-Touch-Fussball der Liga unter Favre hin zu altem Fussball, mit einer der ersten Massnahmen, die jungen aus dem Kader zu nehmen.

Aber es musste was pasieren, wer weiss wenn nicht dieses Slapstick 1:3 gegen Hamburg gewesen wäre….

Funkel ist sicher kein schlechter Trainer, vielleicht war der Karren bereits zu sehr in den Sand gesetzt. Dennoch war mir Funkel einfach zu sicherheitsbedacht, zu wenig einfallsreich, Fu- Fu halt. Aber da gab es die Wendemöglichkeit nach dem 3:0 in Hannover und dann 3 sicherheitsbedachte Unentschieden in Heimspielen.

Hätte er die Mannschaft von Anfang an gehabt, wäre der Abstieg wohl vermieden worden, Fussball à la Franfurt, sicher drin aber keine Idee nach vorne. Eine Hoffnung auf bessere Zeiten hätte es mit Funkel für mich nie gegeben.


Stehplatz
15. November 2010 um 1:55  |  1903

Man mag mich bitte nicht gleich steinigen, aber ich glaube, dass mit Dieter Hoeneß am Ruder der Abstieg(und Funkel) zu verhindern gewesen wäre (Die Tatsache das er, zusammen mit dem Präsidium und sonstigen Verantwortlichen, den Verein finanziell beinahe zu Grunde gerichtet hat mal außen vor).
Hoeneß hatte Favre nicht so früh rausgeworfen um sich zu schützen und profilieren wie Preetz es tat. Zudem wären wohl auch andere Spieler verpflichtet worden (vor allem ein vernünftiger Stürmer…). Letztendlich ist das Geld was am Anfang der Saison nicht da war dann für Funkel, Favre und im Winter rausgeschmissen worden. Hätte man auch zu Beginn der Saison in die Mannschaft investieren können.

Was ich etwas verwunderlich fand ist, dass Preetz Favre so früh das Vertrauen entzogen hat, nachdem er aus einer Mittelfeldmannschaft einen Meisterschaftskandidat machte, und aufgrund der dekadenten Vergangenheit des Vereins nochmal von vorn anfangen musste.
Funkel durfte 27! Spieltage den Abstieg verwalten, obwohl er bis dato wenig beeindruckendes vollbracht hatte: Stabilisieren und konservieren. Das hat er auch in Berlin geschafft. Er hat die Mannschaft defensiv stabilisiert, auf Kosten der Offensivkraft, und damit den Tabellenplatz konserviert. Man hätte ihn schon in der Winterpause vor die Tür setzen müssen. Die BILD-Schlagzeile hätte ich auch dazu: Hertha entlässt „Frasen Funkel“! Denn einzige was Funkel geblieben ist, ist das Andenken an Angsthasenfußball, unerträgliche Phrasendrescherei(da könnte ich auch jetzt noch den Platz stürmen!) und ein lebloser Haufen Fußballer die das Attribut „Profi“ nicht verdient hatten.

Letztlich ist das alles bedeutungsloser Schnee von gestern.
Funkel kommt mit seiner neuen Mannschaft, die verdächtig ähnlich spielt wie Hertha im letzten Halbjahr Bundesliga, zurück ins Olympiastadion. Hoffentlich bleibt ihm die Serie die er mit Hertha gestartet hat auch bei Bochum erhalten: Kein Sieg im Olympiastadion!


wilson
15. November 2010 um 8:27  |  1906

Im Gegensatz zu Favre hat Funkel keine Pressekonferenz gegeben, um „nachzutreten“.
Vielleicht hat Funkel deswegen auch wieder einen neuen Job und der andere nicht.

„Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich habe zusammen mit meinem Trainerteam keinen Fehler gemacht.” Hier allerdings irrt Funkel.
Er war zwar nur einer von vielen, die Fehler gemacht haben, aber seine Äußerung ist angesichts der Anzahl der Spiele, die er hatte, blanker Hohn.
Der Kader war gut genug, um in der ersten Liga zu bestehen. Die Mannschaften, die Funkel aufs Feld schickte, waren es nicht. Das darf er sich neben den Spielern auch auf die Fahne schreiben. Ist aber Schnee von gestern.

Mal gucken, was das rheinische Temperamentsbündel und seine heutige „Manndchaft“ in Berlin zeigen – und warum riecht es eigentlich so nach 0-0 ?


15. November 2010 um 9:17  |  1907

Also entgegengefiebert habe ich der Funkel-Rückkehr nun wirklich nicht. Mir ist es eigentich relativ wurscht mit welchem Trainer der VfL hier aufkreuzt. Weghauen, 3 Punkte in Berlin lassen und fertig. Das Kapitel Funkel ist seit Ende der letzten Saison endgültig abgeschlossen und alle Diskussionen dazu sind kalter Kaffee von gestern. Heute zählt nur das atuelle Team unter Trainer Markus Babbel und der direkte Wiederaufstieg.


Mike
15. November 2010 um 9:19  |  1908

Ich denke auch das Funkel nicht der einzige Grund für den Abstieg war. Letztlich stehen immer noch 11 Profis auf dem Feld, die gewinnen wollen.

Das haben sie allesamt aber nicht gezeigt, dass der Wille noch da ist.

Ich bin jedenfalls gespannt was sich unsere Ostkurve heute wieder „feines“ ausdenkt. Wahrscheinlich wieder einige Transparente mit politischem Tiefgang.


Treat
15. November 2010 um 9:24  |  1909

@stehplatz:

Wenn du dich mal nicht vergagaloppierst, was das mangelnde Festhalten von Preetz an Favre angeht.

Verwundert hat mich das damals auch und ich schrieb ja schon weiter oben, dass ich mir gewünscht hätte, Favre hätte mehr Zeit bekommen, die Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen. Immerhin hatte er ja bereits vor Saison beginn gesagt, dass es eine sehr schwierige Hinrunde werden würde und dass er mit eklatanter Verbesserung erst ab der Rückrunde rechnet. Soviel Zeit hätte man ihm meines Erachtens lassen müssen.

Dennoch bin ich mir nicht sicher, ob die Initiative zur Trennung damals wirklich von Preetz ausging. Es war mehrfach zu lesen, dass Favre selbst resignierte und Preetz darum bat, ihn gehen zu lassen. Wenn das stimmt, bin ich sicher, dass Preetz ihm von sich aus sicherlich noch mehr Zeit eingeräumt hätte.

Aber was soll man als junger Manager mit einem Trainer machen, der selbst keinen Plan mehr hat, wie er mit der Krise seiner Mannschaft umgehen soll. Das Mindeste, was ich als Manager erwarten muss ist, dass mein Trainer Vertrauen in sich und die Mannschaft hat und wenn das fehlt, fehlt die Basis für die weitere Zusammenarbeit. Ohne Glauben kein Konzept!

Vielleicht hätte man Favre damals beruhigen sollen, ihn überreden, weiter zu machen und ein paar Tage später hätte er seinen Glauben vielleicht auch wieder gefunden. Ich glaube aber, dass Preetz in der Situation einfach selbst zu unerfahren war, um der stabilisierende „Anker“ für Favre sein zu können. Als der hilflos wurde, wusste auch Preetz zunächst keinen Ausweg mehr, außer dem, mit einem Abstiegskampf erfahrenen Trainer rechtzeitig in der Saison gegen zu steuern und so das Ruder noch herum zu reißen. Das er zu dem von ihm gewählten Trainer auch in schweren Zeiten treu stand, hat er ja dann (etwas zu) nachhaltig bewiesen.

Ich sagte es damals schon und sage es noch, eine Verkettung sehr unglücklicher Umstände, zu denen sicher auch ein noch unerfahrener Manager zählten, führten zum unnötigsten Abstieg aller Zeiten aber jetzt Preetz die alleinige Schuld zu geben und zu glauben, mit Hoeneß wäre alles anders (besser) gelaufen, greift meines Erachtens zu kurz.

Blauweiße Grüße
Treat


Blauer Montag
15. November 2010 um 9:37  |  1910

In der Rückschau komme ich zu folgenden Aussagen:
1. Die Trennung von DieHoe war notwendig, weil seine Personalpolitik schlicht nicht mehr finanzierbar war.
2. Im Training und in der Spielvorbereitung war LuFa ein guter Trainer. Seine Personalpolitik am Ende der Saison 2009 und die Vorbereitung auf die Saison 2010 war dagegen eine einzige Katastrophe.
3. Fufu hat den Mangel dann nur noch bis zum Ende der Saison einfallslos verwaltet.

Kobiashvili sagte gestern im Interview in der Berliner Morgenpost, das Training unter Babbel wäre ähnlich hart wie unter Magath. Ich hoffe stark, dass die Mannschaft auch für 90+ min Luft hat, um die nächsten 3 Punkte zu erkämpfen. Auch ein dreckiges 1:0 bringt drei Punkte!!!


Dan
15. November 2010 um 11:31  |  1912

@Blauer Montag
Habe zwar 2:0 getippt, aber mit einem dreckigen 1:0 wäre ich ebenfalls zufrieden.

„Fuckin‘ three point durch ein fuckin‘ Standard und durch Friend der den Ball mit irgendein fuckin‘ Körperteil über die Linie drückt.“ 🙂

Zu FuFu ist eigentlich alles gesagt, ausser das er meine vorherige „Hertha-mausgrau-Verkörperung“ Neururer ablöste.

Da war ja Martin Luppen wie ein LSD-Ttrip. 🙂


hurdiegerdie
15. November 2010 um 11:31  |  1913

Bis heute verstehe ich nicht, @Wilson, wo Favre in der PK nachgetreten hätte, sein Fehler war wohl für mich eher überhaupt eine gegeben zu haben.

Ich sehe auch nicht die Fehler in der Personalpolitik zum Ende der Saison 2009, @Blauer Montag, und befürchte die Kaderplanung war wohl mehr der Finanzlage Herthas verschuldet.

Die Preetz-Favre Geschichte sehe ich inzwischen wie @treat.

Im Endeffekt alles kalter Kaffe, freuen wir uns im Sinne von @Exilherthaner auf ein „schönes“ (also gut geführtes) Spiel und in @Sunnys Sinne auf ein erfolgreiches.


Blauer Montag
15. November 2010 um 11:40  |  1914

..gerdie, ich meine LuFas Aufstellungen in den letzten Spielen der Saison 2009 und seine Fehleinkäufe für die Saison 2009/2010.
die falsche Kaderplanung war, wie du sagst, der Finanzlage geschuldet. Ein guter Koch sollte jedoch aus kleinen Zutaten ein leckeres Menu anrichten.
Auf geht’s – lasst uns Bochum verputzen!!!


Stehplatz
15. November 2010 um 12:31  |  1915

@wilson
Die PK ,die Favre gegeben hat ,habe ich nicht als nachtreten empfunden. Warum hätte er das tun sollen? Er hat sich zumindest nach aussen nie verstellt oder Anlass gegeben ihm zu misstrauen. Hinzu kommt das er eine andere Sprache sprechen musste…o
@treat
Ich will hier nicht die Fahne von Favre hochhalten ,da es um Funkel geht.
Deswegen in aller Kürze:
Preetz sagte der Trainer wirkte ratlos, Favre sagte später er wollte weitermachen. Aussage gegen Aussage. Da muss jeder selber wissen wem er glaubt.
Hast du eine (zitierfähige) Quelle zur These Favre wollte weg?

Viel spannender ist doch heute abend die Frage wie gut oder wenig Funkel seine Mannen auf uns einstellen konnte aufgrund seiner Vorkenntnisse.


Sir Henry
15. November 2010 um 12:46  |  1916

@dstolpe

Du schuldest mir 0,299 EUR Zeilenhonorar.

(18 / 62 x EUR 1,03 =0,299 EUR) 😉


Treat
15. November 2010 um 13:09  |  1917

@stehplatz

Kommt darauf an, was du mit „zitierfähig“ meinst. Ich erinnere mehrerer Medienberichte, in denen Preetz sich entsprechend geäußert hat und ich MEINE mich zu erinnern, dass Favre das zunächst nicht, später dann aber umso bestimmter dementierte…

Aber dabei war ohnehin niemand von uns, die Spieler werden sich nicht dazu äußern, was in der Kabine gesagt wurde und ansonsten wissen es nur Favre und Preetz.

Letztlich ist es auch nicht mehr wirklich wichtig, ich finde nur, man sollte im Nachhinein, nicht über einen „Alleinschuldigen“ den Stab brechen, wen immer man auch dafür hält. 😉

Und @wilson:
Ich finde auch nicht, dass hier von Favre nachgetreten wurde. Ich denke, es war sein ehrliches Bemühen, im Nachhinein Dinge richtig oder zumindest aus seiner sicht darzustellen und dabei scheiterte er aufgrund der Sprachbarriere und einer offensichtlich schlechten Beratung. Ich unterstelle ihm weiterhin ehrenhafte Motive. Da ich ihn und seine Art, die Mannschaft zu führen – mit Abstrichen beim Umgang mit „Stars“ – aber sowieso schätzte, habe ich wohl „positive Vorurteile“, was ihn betrifft. 🙂

Auf den nächsten Heimsieg heute, er wäre so wichtig…

Blauweiße Grüße
Treat


hurdiegerdie
15. November 2010 um 13:17  |  1918

@Blauer Montag

Ich weiss schon, was du meinst. Du meinst, dass der verletzte Friedrich (der musste 3 Tage später den Länderspieleinsatz absagen, obwohl er gegen Karlsruhe geschont wurde) bzw. Voronin (der das 0:0 gegen Schalke mitverschuldetet, weil er sich nicht an die taktischen Vorgaben hielt) hätten aufgestellt werden müssen.

Bei der versauten Planung meinst du vermutlich Leute wie Bengtsson, der jetzt CL spielt, oder Pejcinovic (der jetzt, glaube ich auch erstklassig spielt) und vermutlich Ramos.

Ich kenne die Argumente, und respektiere sie, ich kann sie halt‘ nicht teilen. Favre hätte sicher lieber gestandenere Innenverteidiger geholt und man wollte wohl auch diesen russischen Stürmer.

Es geht halt nicht, wenn das Geld fehlt, und dann mussten diese Youngster auch noch gegen eine total zerüttete eigene Mannschaft spielen, wo bei den geplanten Leithammeln immer was zurück geblieben ist, und konnten so nie die Sicherheit gewinnen.

Aber ich bin halt Favrist, ich gestehe.


Treat
15. November 2010 um 13:21  |  1919

@hurdie

Auch hier mal wieder 100%iger Einklang unserer Fußballseelen… 😉

Blauweiße Grüße
Treat


dstolpe
15. November 2010 um 13:48  |  1922

Was zwischen der kolportierten, von Favre heftig dementierten Aussage in der Teeküche der Hoffenheimer Gästekabine und der tags darauf erfolgten Trennung lag, war, was eine weitere Zusammenarbeit unmöglich machte: Der Wutausbruch von Assistent Gämperle nach dem Vormittagstraining. Danach war die Basis zwischen Team und Trainerteam wohl endgültig zerstört.

Spekulation bleibt, was (oder wer) Gämperle zu dieser Rede veranlasst haben könnte. Favre selbst, so viel steht fest, war es nicht; der erfuhr von dem Ausbruch erst später, seine Reaktion war entsprechend – beider Verhältnis ist es heute ebenfalls. . .


hurdiegerdie
15. November 2010 um 14:10  |  1923

Na wat’n nu @dstolpe 😉
Da haick mir endlich damit abjefunden, dass ma Favre wohl entlassen musste, und nu ditte wieda. 😈


Treat
15. November 2010 um 14:23  |  1925

Hmm, ich kann mich natürlich täuschen aber rein menschlich betrachtet (die MoPo hatte mal eine Kolumne die „Menschlich gesehen…“ hieß, kennt die noch einer? ;-), fand ich den damaligen Ausbruch von Gämperle nicht nur verständlich, sondern geradezu ehrenhaft. Er hat damals Vieles ausgesprochen, was ich zum diesem Zeitpunkt schon seit einer ganzen Weile dachte und ich fand, er hat sich wie ein Löwe vor seinen Chef L.F. geworfen.

Ob das klug war, steht auf einem anderen Blatt aber ich fand es erfrischend ehrlich und zu diesem Zeitpunkt auch mehr als verdient für die Arbeitsverweigerer in der Mannschaft.

Dumm nur, dass es wahrscheinlich wirklich die Basis für eine weitere Zusammenarbeit zerstört haben könnte. Andererseits hätte die Führung hier auch Stärke demonstrieren können und dem Trainerstab den Rücken stärken, indem sie – ganz undiplomatisch aber dafür ehrlich – offen die Aussagen Gämperles gestützt und für wahr erklärt hätte. Dann wären vielleicht einige Spieler beleidigt gewesen, bei dem einen oder anderen wäre wohl auch „etwas hängen geblieben“ aber die Mannschaft hätte keinerlei Ausreden mehr gehabt.

Blauweiße Grüße
Treat


dstolpe
15. November 2010 um 14:30  |  1927

Kurz gesagt lautete die Wahl für Favre, der diesen Moment verpasste, und hernach für Preetz: Einzelne (Führungs-)Spieler suspendieren oder den Trainer entlassen. . .


Blauer Montag
15. November 2010 um 14:37  |  1928

hätte, wäre, wenn ist im Nachhinein müßig.
Aber in dem von dstolpe beschriebenen Fall wäre es die bessere Wahl gewesen, einzelne Führungsspieler zu suspendieren. Das hätte die Mannschaft vielleicht noch rechtzeitig vor der letzten Winterpause wachgerüttelt.


Treat
15. November 2010 um 14:41  |  1931

@Blauer Montag

Das sehe ich ebenso.

Blauweiße Grüße
Treat

P.S.: Stammt der Nick eigentlich aus dem Parker-Gesellschaftsspiel „Zahltag“? 😉


Blauer Montag
15. November 2010 um 14:52  |  1932

FuFu war der schlechteste Trainer der Vereinsgeschichte??
Die Autoren der Klickshow sollten zu dieser Frage noch andere Namen anbieten. In den Archiven fand ich bspw. Pal Csernai, Uwe Reinders, Werner Fuchs, Peter Neururer, Günther Sebert.


Blauer Montag
15. November 2010 um 14:56  |  1933

Der Nick entspringt einzig meiner müden Phantasie. Montag deshalb, weil Hertha in dieser Saison so oft spielen und gewinnen muss. Mein Nick ist ein virtueller Gruß an die Mannschaft.


Stehplatz
15. November 2010 um 15:07  |  1936

@ dstolpe
Eine Frage zum „Führungsspieler“: Handelt es sich dabei um den kürzlich nach Wolfsburg gewechselten WM-Helden?


dstolpe
15. November 2010 um 15:11  |  1937

@Stehplatz
Der, um den es geht, sagte selbst einmal, es „bleibt immer was hängen“. 😉 Und wird sich doch bis in alle Zeiten heftig gegen den Vorwurf wehren, er sei ein „Königsmörder“ gewesen.


Teddieber
15. November 2010 um 15:15  |  1938

Zitat des Tages:

„Da war ja Martin Luppen wie ein LSD-Trip.“ 🙂

Mir ist egal wie heute gespielt wird, Hauptsache ´n Dreier und Herr Funkel bleibt da wo er hingehört: In der Versenkung!


hurdiegerdie
15. November 2010 um 15:36  |  1940

Ob Favre damals soviel Möglichkeiten hatte, Spieler zu suspendieren, ist für mich noch fragwürdig, denn ein weiteres Teilchen des Abstiegspuzzles war ja, dass es gerade in den ersten Spielen viele Verletzte gab, und der Torwart war einer davon. Da traut man sich nicht so, jetzt auch noch die IV umzustellen und den zukünftigen WM-Helden draussen zu lassen.

Ich glaube aber, dass sich selbiger bei Suspendierungsandrohung sehr schnell an die eigene Nase gefasst hätte, schliesslich wollte er ja zur WM.

Ansonsten bin ich mit der Gämperle Einschätzung auch schon wieder bei treat. Mann, was’n los? Too much harmony! 😈

Ansonsten kann es für mich heute auch ein schön herausgespieltes 1:0 sein, ohne dass Friend den Ball über die Linie stolpert. Ich habe allerdings ein schmutziges 1:1 getippt, wobei zu meiner grössten Sorge 😉 Friend uns rettet.


westend
15. November 2010 um 17:54  |  1945

Ich freue mich schon auf Funkels Rosarote-Brille-Kommentare nach dem 5:0 heute abend: „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen“.

Zum Glück für uns Vergangenheit! Wieder ein Schritt mehr für mich aus dem Posttrauma Hertha 2009/2010!

Ha ho he!

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