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(sto) – Was ist eigentlich passiert?

Diese Frage stelle ich mir quasi seit der Sekunde des Abpfiffs in Osnabrück. 0:2, die dritte Auswärtspleite in Folge – alles okay, alles stattgegeben, mit allen Facetten und Gründen, die dazu führen, dass Hertha sich immer und immer wieder schwer tut auf des Gegners Platz, wenn der zweitligatypisch rennt und kämpft und grätscht und dabei – bei freundlichem Wegsehen des Schiedsrichters – auch mal über die Grenzen des Zulässigen hinaus „tritt“. Alles kaum hinzunehmen, alles besser zu machen; dringend. Aber: Hertha ist weiter Tabellenführer in Liga zwei – und (remember meine steile These bzgl. Niemeyer „Gelb ja oder nein“) fast wage ich zu behaupten, dass Aue am Sonntag NICHT gegen Aachen gewinnen wird. Die Psyche von Fußballprofis ist ein fragiles Gut – und jede Wette: Irgendwann zittert auch den Überraschungskickern aus Westsachsen das Füßchen.

Aber zurück zu Hertha. War da was los in der Mixed Zone nach dem Schlusspfiff! Ein solches Potpourri der Emotionen habe ich selten erlebt. Hier die Mahner: Marco Sejna war wütend, vermisste Willen und Aufbäumen. Sogar Sebastian Neumann betrieb – mit dem für einen 19-Jährigen gebührenden Maß – Kollegenschelte: „Es fehlt uns an Kampf, der gesamten Mannschaft.“ Dort die Beschwichtiger: Es ist nichts verloren, nicht nach dem 13.  von 34 Spielen, sie hätten nach wie vor alles selbst noch in der Hand. Sagte Christian Lell, sagte, schon etwas heftiger grummelnd, Peter Niemeyer.

Ausschlafen statt auslaufen

Sie haben es selbst in der Hand – so sieht es wohl auch Markus Babbel. Allem Ärger über die nicht zu übersehenden Unzulänglichkeiten seiner mehrheitlich kampfunwilligen Mannschaft zum Trotz wich er auf dem langen Weg zurück nach Berlin von seinem noch am Spielort gefertigten Plan ab – und strich(!) kurzerhand ersatzlos das für das heimische Trainingsgelände vorgesehene Auslaufen direkt nach der Rückkehr aus Niedersachsen. Auch Sonntag wird frei sein, erst Montag um 15 Uhr versammelt sich das Team wieder zur Arbeit. Zweieinhalb freie Tage im Anschluss an ein 0:2 – darüber staunt sogar intern der ein oder andere. Wie mutet euch diese Maßnahme an: Als Signal a la „Kinder, es ist doch überhaupt nichts passiert“? Oder müsste der Trainer gerade den Anfängen wehren?

Was passiert bis Weihnachten?

Vier Spiele sind es von nun an noch bis zur Winterpause. Und die Gegner haben es in sich. Stand Samstagnachmittag sind es der Dritte (Duisburg), Achte (1860), Zweite (Aue) und Siebte (Augsburg). „Chance und Risiko“ sieht Lell in dieser Konstellation. Chance: Gegen mehr oder minder direkte Konkurrenten punkten und entsprechend davonziehen. Zumal Hertha sich gegen eher spielerisch veranlagte Teams vergleichsweise leicht getan hat. Erst recht in Heimspielen. Sichere sechs Punkte gegen Duisburg und Aue also? Risiko: Geht es schief, heißt der Herbstmeister mit einer Wahrscheinlichkeit wohl nicht Hertha BSC – und das, mal unter uns, wäre wohl doch eine Überraschung!

Wie viele Punkte holt Hertha noch bis zur Winterpause?

  • 9 (21%, 58 Stimmen)
  • 10 (18%, 49 Stimmen)
  • 7 (17%, 46 Stimmen)
  • 8 (15%, 42 Stimmen)
  • 12 (12%, 34 Stimmen)
  • 6 (7%, 20 Stimmen)
  • 5 (4%, 10 Stimmen)
  • 0 (2%, 6 Stimmen)
  • 4 (2%, 5 Stimmen)
  • 3 (1%, 4 Stimmen)
  • 2 (0%, 1 Stimmen)
  • 1 (0%, 1 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 276

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Wird Hertha Herbstmeister?

  • Ja (72%, 163 Stimmen)
  • Nein (28%, 63 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 226

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28
Kommentare

Teddieber
20. November 2010 um 18:08  |  2296

Ich habe die Hoffnung das die anderen Teams zu doof sein werden um Hertha die Herbstmeisterschaft zu entreißen. Es macht zwar zur Zeit kein Spaß Auswärtsspiele zu gucken, doch kommen ja jetzt die Wahrsager und da knallt es im positiven Sinne. Der Trainer wird sicher noch die ein oder andere taktische Veränderung vornehmen und dafür sorgen das die Tordifferenz ein Zusatzbonus sein wird.
Werde jetzt mal den „Erklärbär“ machen dürfen wieso man gestern verloren hat, aber mit Onkel Jim Beam klappt das schon. 🙂
Schönen Abend Euch allen!


ft
20. November 2010 um 20:51  |  2298

Das Wismut Aue Aachen schlägt, das sehe ich auch noch nicht.
Das Aue überhaupt jetzt schon in das Oberhaus aufsteigen möchte, glaub ich kaum.
Auf längere Sicht gesehen, bestimmt.
Aber in der Saison 10/11 noch nicht.
Oder haben die in den alten Silbererzbergwerken einen Schatz geborgen von dem noch niemand weis ?
Bsyschologisch gesehen wäre es wiederum für Hertha gar nicht so verkehrt den Kumpels aus dem Erzgebirge die Rolle des Gejagten aufzubürden und im sicheren Fahrwasser des zweiten Platzes in Richtung BuLi One zu treiben.

Das ist natürlich reiner Spekulatius. Was ja zur Vorweihnachtszeit passt wie die Rute zum Rupprecht.

Das Babbel die Rute im Sack stecken läßt und den blauweißen Sportsfreunden ein geruhsames Wochenende gönnt – vielleicht ein Trick aus der modernen Trainingslehre – hab ich ehrlich gesagt nicht erwartet.
Eher Training mit zwei Medizinbällen unter den Armen den Teufelsberg rauf und runter im Laufschritt .
Oder so was ähnliches in der Art.

Ob die Streicheleinheit was genutzt hat sehen wir beim nächsten Spiel.


fg
20. November 2010 um 20:52  |  2299

@stolpedaniel und „urlaubsuwe“bremer:

wie seht ihr es denn?
lernen mannschaft und trainer aus den schlechten auftritten?
wie stark teilt ihr die hier stattfindende kritik am trainer bzgl. coaching [aufstellungen/(ausbleibende/verspätete/falsche?) einwechselungen] und der ewigen systemfrage?
wie seht ihr die kritik gegenüber den spielern in puncto einstellung und spielintelligenz?

jetzt ist die expertenmeinung gefordert! 😉


Exilherthaner
20. November 2010 um 21:50  |  2301

@dstolpe/ubremer

Was ist eigentlich mit Beichler? Man hört nichts, man sieht nichts. Wisst ihr etwas oder dürft ihr darüber nicht schreiben?


Stehplatz
20. November 2010 um 21:56  |  2302

exilherthaners und fgs Fragen würden mich auch interessieren.

Ergänzend dazu noch: Wie siehts eigentlich mit Taktik und Mechanismen aus? Wird da regelmäßig an bestimmten Schwerpunkten gearbeitet?


ubremer
ubremer
20. November 2010 um 22:02  |  2303

@fg,

habe gerade Leverkusen-Bayern gesehen, beide haben ein 4-2-3-1-System gespielt. Nach der Einwechselung von Franck Ribery sagte Kommentator Marcel R.: „Das ist bei den Bayern jetzt fast ein 4-1-4-1“ Unterton: Ist das überhaupt erlaubt?

Ich glaube, wir können nach dem Osnabrück-Spiel die Systemfrage für den Moment beiseite legen. Wenn die Mannschaft sich nicht auf die Zweite Liga einlässt, ist die Taktik egal.

Ansonsten geht es uns wie Euch: Wir erleben diesen Trainer und diese Mannschaft zum ersten Mal in einer, sagen wir, rumpeligen Situation.
Dass es rumpelt halte ich für normal – oder hat jemand im Ernst erwartet, dass Hertha über den Dingen schweben würde?

Nun bin ich gespannt: auf die Reaktionen von Manager Preetz und Trainer Babbel. Auf die Reaktionen der Mannschaft, allen voran von Raffael. Der Kollege Stolpe und ich erleben die Spieler täglich. Unser Eindruck: Da will jeder aufsteigen. Unbedingt.

Insgesamt bin ich nicht pessimistisch. Hertha hat Qualität, die Unterstützung der Fans im Olympiastadion ist ein Trumpf. Ohne jemanden abwerten zu wollen: Schaut Euch die Konkurrenten an.

Ich glaube, dass Hertha durch die Liga marschieren wird.

@Stehplatz,

taktische Varianten werden immer mal wieder unter der Woche geübt. Aber der Trainer macht die Abschlusseinheit stets unter Ausschluss der Öffentlichkeit (also auch der Medienvertreter), manchmal dazu noch die vorletzte Einheit vor einem Spiel. Was da passiert, können wir also nicht sagen.

Davon unabhängig werden Kollege Stolpe und ich hier im Blog einfach mal ein „Trainingsprotokoll“ schreiben für diejenigen unter Euch, die nicht die Gelegenheit habt auf dem Gelände vorbeizuschauen. (Von wegen: Heute Standardsituationen geübt, dann Flankentraining. Im Trainingsspiel überraschend Marco Djuricin auf der Position des Mittelstürmers . . .) Und Ihr gebt uns Bescheid, ob das interessant ist.

@Exilherthaner,

im Fall Beichler weiß ich gerade nicht, was los ist. Er war weder bei den Profis noch bei den Amateuren im Kader (1:1 beim VfB Lübeck/Lustenberger und Janker waren im Einsatz). Die Infos zu ihm reichen wir nach.


Exilherthaner
21. November 2010 um 0:19  |  2304

@ubremer

vielen Dank. Für einen Trainingsbericht wäre ich auch dankbar.

Noch eine (etwas längere) Anmerkung:

„Ich glaube, wir können nach dem Osnabrück-Spiel die Systemfrage für den Moment beiseite legen. Wenn die Mannschaft sich nicht auf die Zweite Liga einlässt, ist die Taktik egal.“

Kann es vielleicht auch einfach sein, dass es nicht an der mangelnden Einstellung (Laufbereitschaft, Zweikampf etc.) sondern an der Qualität der Spieler liegt? ALLE (!) Spieler in der offensiven Viererkette sind gelernte Stürmer. Als solche ist es doch eigentlich nur natürlich, dass sie im Laufe ihrer Ausbildung für eine Position ausgebildet wurden, die eher aufs Lauern, direkten Zug zum Tor usw. ausgerichtet ist. Mir kommt es so vor, als ob Babbel zur Zeit von z.B. Ramos und Ruka erwartet, eine Position zu spielen, die eher den äusseren Rautenspielern zukommt…heisst einerseits zwar nach vorne Akzente setzen, aber andererseits auch nach hinten auszuhelfen und abzusichern, wenn die Aussenverteidiger nach vorne gehen. Diese Positionen bekleiden beide Spieler wohl zum ersten Mal in ihrem Leben (ich weiss zwar, dass Ramos bei der kolumb. NM ebenfalls aussen spielt, doch weiss ich nicht, ob er da gleiche taktische Vorgaben hat wie bei uns). Und jetzt muss man sich eben fragen, wie leicht der taktische Übergang solchen Spielern fällt. Ich dneke, dass Defensivarbeit hier extrem unterschätzt wird. Genauso wie ein Dardai nicht von heute auf morgen einen offensiven Spielmacher geben könnte, genausowenig sollte man erwarten, dass unsere Stürmer aufeinmal anfangen, jedem Ball hinterherzurennen und die Gegner abgrätschen. Ja selbst das richtige Positionieren erfordert eine lange Schulung. Das hat m.e. eben nichts mit mangelnder Einstellung zu tun sondern ist ein Lernprozess, der innerhalb von einigen Monaten gar nicht abgeschlossen sein kann. Man schaue doch nur mal nach Bremen. Dort hat sich doch ein Schaaf jahrelang (!) an Özil und Marin die Zähne ausgebissen und selbst jetzt ist es doch eher selten der Fall, dass diese Spieler das Team defensiv entlasten (seis nun in Bremen oder in Madrid)….und dabei handelt es sich noch nicht mal um reine Stürmer wie bei uns. Auch ein Ferguson hat 3-4 Jahre gebraucht, um einem C.Ronaldo den Begriff „Grätsche“ zu vermitteln. (Der einzige, der den Anforderungen gerecht wird, ist raffael…..was mich am meisten verblüfft, da er der letzte ist, von dem ich erwartet hätte, dass er auch mal hinter die Mittellinie läuft. Mein Kompliment an ihn).
Was ich damit sagen will, ist, dass Babbels Kommentare in Sachen fehlenden Einstellung m.e. am Ziel vorbeigehen. Ich bin mir sicher, dass weder Ramos, noch Ruka oder gar Domo in dieser Saison dahingehend für das Team mitarbeiten können, als dass man am Ende nicht das Gefühl hat, das wir mit weniger als 10 Feldspielern auflaufen….und da gebe ich @ubremer Recht, dass das System zweitrangig ist, solange Babbel weiterhin versucht, von einigen Spielern Sachen einzufordern, für die sie nicht ausgebildet sind. Spiele wie gegen Paderborn und Osnabrück werden sich somit häufen.
Lösungsvorschläge? Eigentlich ist das einzige, was Babbel tun kann, andere Spieler aufzustellen. Welche Spieler? Nun, ich denke, dass hier das grosse Problem liegt, denn wir haben bis auf Ebert keinen Spieler im Mittelfeld, der offensiv wie auch defensiv gleichermassen „gut“ ist (vielleicht kann es Lustenberger noch, wer weiss). Ronny scheint mir ebenfalls ein Schönwetterspieler zu sein und Beichler kann ich nicht beurteilen. Somit hat Babbel kaum Alternativen parat, zumal Ebert ja sowieso noch länger ausfällt. Das muss sich Babbel aber selber ankreiden, denn ich vestehe bis heute nicht, wieso wir so viele Stürmer kaufen mussten anstelle mal im defensiven/zentralen Mitteleld nachzulegen, wo ja nur Niemeyer geholt wurde. Im Endeffekt spielgelt unsere jetzige Situation nur die partiell verfehlte Transferpolitik im Sommer wider und Babbel macht eben das „Beste“ draus.

Nebenbei wollte ich noch loswerden, dass mir Lasogga gegen Osnabrück recht gut gefallen hat, da er mehr nach hinten gearbeitet hat als Ramos und Ruka zusammen. Genauso muss es sein.
Tut mir leid, falls es ein wenig länger ausgefallen ist. Unsere Hertha sorgt ja zur Zeit für viel Gesprächsstoff 😉


Mineiro
21. November 2010 um 1:23  |  2305

Kann mir jemand einen Grund nennen, warum Ronny noch nicht einmal im Kader war?

Ich persönlich fand, dass er Montag gegen Bochum ein gutes Spiel gemacht hatte und nach der Rückkehr von Ramos zumindest auf der Bank hätte sitzen müssen. Hatte er eine Verletzung?


Seppelfricke
21. November 2010 um 1:27  |  2306

@ ubremer

wäre auch dankbar wenn ihr irgendwas wegen Beichler rauskriegt.

Laut BZ steht er ja schon vorm aus. Würde mich interessieren ob das mit dem „Konflikt“ mit Babbel zu tun hat oder ob er sich nicht genug anbietet. Fänds schade wenn er jetzt schon abgeschrieben wäre. Für mich ne Option für die Außenbahnen.
Ob Ebert wieder so stark wird ist ja auch nicht sicher. Wird noch Rückschläge bei ihm geben. Und die Defensivarbeit ist nicht gerade seine Stärke.

@exilherthaner

ist für mich kein Qualitätsmangel gewesen was die Niederlage in Osnabrück bewirkt hat. Das war einfach zu wenig Einsatz, Konsequenz und Willen. Muss auch sagen das ich auf der Sechserposition kein Bedarf sehe und kann deshalb deine Sicht für verfehlte Transferpolitik auf dieser Position nicht teilen.

Haben mit Niemeyer, Perdedaj, Lustenberger, Dardai und zur Not auch Janker (den ich aber nicht sehen will 😉 ) genug Leute.

Problem für mich sind eher Linkes/Rechtes Mittelfeld. Von dort kommt einfach zu wenig für Spieler wie Lasogga und auch Friend. Wenn man in den beiden Systemen spielen will, muss man den Mittelstürmer, egal wen von beiden, auch mal von der Grundlinie aus mit Flanken bedienen.


Datcheffe
21. November 2010 um 6:30  |  2307

Morjen!

Also, ersteinmal finde ich zwei Niederlegen in 13 Spielen, dazu noch auswärts, nicht so schlimm, als das ich mir anfange, Sorgen zu machen.
Sicher, die letzten beiden AWS waren nicht das Eintrittsgeld wert, wenn man an das Auftreten der Mannschaft denkt, nur wissen das die Spieler, laut ihrer Aussagen auch selbst, von daher finde ich Markus‘ Entscheidung ein freies Wochenende zu geben nicht verkehrt.
Denn so haben die Spieler einfach mal die Zeit in sich zu gehen und selbst darüber nachzudenken, denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das sie sich wirklich gut fühlen.
Auch Markus tun 2 Tage *Auszeit* nicht schlecht, denn seine Aufstellung und Vorbeireitung der Mannschaft war auch nicht gerade das Gelbe vom Ei!

Schlimm ist, das die Mannschaft den Kampf um den Ball nicht annimmt, sondern immer wieder versucht, das Problem spielerisch zulösen. Da ist m.M.n. der Hase im Pfeffer begraben, denn die Mannschaften , die gegen uns spielen, sind von selbst motiviert bis in die Haarspitzen, uns Eine einzuschenken und sie machen es gut.

Anstatt das wir einfach mal die Heimmannschaften kommen lassen und dann auf Konter spielen, bevor wir unsere Kraft umsonst verbrennen, versuchen wir immer wieder ein schnelles Tor zumachen. Das muss bei unserer Qualität nicht sein, warum nicht
die Gegner kommen lassen und dann gnadenlos zuschlagen, wenn sich die Möglichkeit bietet!?

Nun gut, die nächsten vier Mannschaften gegen
die wir spielen müssen, werden uns wahrscheinlich bessser liegen und ich denke, das Aue sich auf dauer oben nicht halten kann und wir ungefärdet Herbstmeister werden.

Wenn wir dann ganz oben überwintern, hoffe ich auf eine gute Vorbereitung und dann machen wir irgendwann den Deckel zu und werden wiederaufsteigen!

Heute heißt es Aachen die Daumen drücken und wir bleiben auf 1, dann sieht das Ganze schon mal etwas freundlicher aus!

Schönen Sonntag noch!


pax.klm
21. November 2010 um 8:24  |  2308

Ausschlafen statt auslaufen

für die Einen,
Heimaturlaub für den Einen?
Ohne es zu wissen, könnte es sein, dass herr Babbel auch mal seine Familie sehen will?
Macht doch Sinn, ein verlängertes WE?
Einen schönen Sonntag
Pax


dstolpe
21. November 2010 um 10:44  |  2311

@pax
Freilich, der Gedanke kann einem kommen… wir wissen es nicht, aber Kollege Bremer heute auch dieser Frage nachgehen.

@mineiro
Bzgl Ronny steht das im Live-Blog: Er war 19. Mann und somit nicht im Kader, Babbel hat das mit „taktischen Gründen“ erklärt: Indem mit Perdedaj ein zweiter Sechser spielte, saß mit Domo (zusätzlich zu Schulz und Friend und Co) schon eine offensive Alternative draußen. Damit brauchte es keinen Ronny (fand jedenfalls Babbel). Hätte Domo gespielt und Perdedaj gesessen, wäre ziemlich sicher Janker aus dem Kader geflogen.

@exilherthaner
Zu Beichler hatte ich an einem der vergangenen Tage was geschrieben, hast Du das gelesen? Seitdem habe auch ich keinen neuen Stand, da seitdem ja nicht mehr öffentlich trainiert wurde bzw er in Osnabrück – wie bekannt – nicht im Kader war. Ich schrieb es: Irgendwas ist da, es gärt in ihm – nur was und warum und wieso wissen wir (noch) nicht. Stay tuned.

Deine längere Einlassung bzgl der Gewöhnung der gelernten Stürmer an neue Positionen, die neue Aufgaben mit sich bringen mag ein Erklärungsansatz für gewisse Probleme sein.

Allerdings will ich darauf via @fg’s Fragen antworten:

„lernen mannschaft und trainer aus den schlechten auftritten?“

Klares Jein! Der Trainer hat, wie hier vielfach gefordert, aus den defensiven Problemen etwa des Paderborn-Spiels gelernt und taktisch umformiert. Mein schon vorher bestehender Eindruck hat sich mit dieser Woche, den Spielen gegen Bochum (4-1-4-1) und Osnabrück (4-2-3-1, später irgendwas 4-4-2-artiges), zementiert: DAS SYSTEM SPIELT KEINE ROLLE – WENN ALLE MITMACHEN. Gegen Bochum war es so, also klappte es auch defensiv trotz offensiver Ausrichtung. In Osnabrück war es nicht so, also klappte es defensiv nicht und offensiv auch nicht (den Unterschied von Heim- und Auswärtssspiel mal ausgeklammert, denn auch in Cotte konnten sie es schon, als ALLE mitmachten…).

Also: Nein, die Mannschaft bzw einzelne Spieler haben noch immer nichts bzw nicht ausreichend aus den schlechten Auftritten vorher gelernt.

Wobei ich auch sage, dass Osnabrück hinsichtlich Spieldominanz ein ganz anderes Kaliber war als etwa Paderborn.

Deswegen bin ich auch nicht bereit – siehe mein Blog oben -, jetzt den ganz dicken Hammer rauszuholen. Ja, wehret den Anfängen. Aber wie etwa @datcheffe es schreibt: 13 Spiele, zwei Niederlagen, Tabellenführer – es ist nicht die Zeit und nicht der Anlass für den dicken roten Panikbutton.

Kollege Bremer und ich sind uns einig: Diese Mannschaft wird aufsteigen. Wie souverän, das hat sie selbst in Händen. Ich habe es auch im Print-Kommentar der Samstagausgabe geschrieben: Es ist schlichtweg ärgerlich, wie leichtfertig die Mannschaft ihre Qualität mangels Mentalität verschludert.

Dem entgegenzuwirken ist Babbels Hauptaufgabe; besser früher als später, aber zur Not gibt es ja auch noch eine quälend intensive Wintervorbereitung, die wir natürlich eng beobachten werden (Ja, ich Guter opfere mich und begleite die Mannschaft nach Portugal. Nein, kein Blumen, bitte, das ist wirklich nicht nötig!) 😉


Bolle75
21. November 2010 um 11:18  |  2312

Sehr gut hat mir nach dem letzten Spiel die Analyse bez. der Außenbahnen von „Enno“ (http://www.hertha-blog.de/osnabruck-vs-hertha-seitenverkehrte-niederlage.html) gefallen.

„Am schlimmsten wog jedoch die Missachtung der Außenbahnen. Man konnte gestern sehr gut beobachten, was ich neulich schon kritisiert habe: Die Außenspieler stehen seitenverkehrt, Ramos als Rechtsfuß links und Rukavytsya als Linksfuß rechts. Das führt dazu, dass beide in vorhersehbarer Regelmäßigkeit ins Zentrum ziehen, statt den Weg konsequent an der Außenlinie zu suchen und dann eine Flanke zu schlagen. “

Genau das ist es was mich am meisten nervt. Diese ständige nach innen ziehen. Ich kriege den Enno Blogbeitrag zumindest nicht mehr aus dem Kopf denn für mich klingt es einfach richtig und logisch.


fg
21. November 2010 um 11:22  |  2313

mensch, portugal, dann verpasst du ja hier mit (+)2 – (-)10 grad und etwa anderthalb stunden sonne pro tag die schönste jahreszeit.
das forum sollte sich gedanken machen für eine angemessene entschädigung für dich!


ubremer
ubremer
21. November 2010 um 11:25  |  2314

@Bolle 75,

die Außen „verkehrt“ zu besetzen ist spätestens seit vergangener Saison Taktik-Mode geworden: Linksfuß Robben auf der rechten Außenbahn, Rechtsfuß Ribery auf der linken Seite. Das hat grundsätzliche Vorteile. Und Nachteile 😉

@Meneiro,

der Trainer musste sich bei der Bank-Besetzung entscheiden: Domo war neu da, der zentral und rechts im Mittelfeld spielen kann. Dann gab es Janker und Lustenberger, die auf der Sechs einsetzbar sind. Die Zwickmühle war auf der linken Seite Nico Schulz oder Ronny. Nur einer wurde gebraucht. Also war der Jüngere im Kader.


dstolpe
21. November 2010 um 11:27  |  2315

@fg
Ich sag’s ja: Einer muss sich ja opfern, wir können euch ja nicht auf einmal hängen lassen … 😉

@Bolle
Die Beobachtung an sich ist richtig, aber dieses seitenverkehrte Nachinnenziehen geschieht ja nicht zufällig, sondern ist Teil der Taktik – die, wir haben es ost diskutiert, klar zu Lasten des Stoßstürmers geht.


Bolle75
21. November 2010 um 11:29  |  2316

Und noch @Datcheffe: Danke das du dich bemühst die Gemüter wieder etwas runter zu bekommen.
Hast ja völlig recht!

Trotzdem das mit den Außenbahnen wurmt mich 😉

Und noch was zum Thema ausschlafen. Bei den Spielern denke ich das die sich schon so ihre Gedanken machen. Standpauke reicht auch am Montag noch. Es ist ja schließlich nicht so das wir völlig versagt haben, der Gegner war nur mal wieder besser obwohl er es nicht hätte sein dürfen.

Ebenfalls allen einen schönen Sonntag.


Bolle75
21. November 2010 um 11:40  |  2317

Mensch jetzt gehts ja hier auf einmal zur Sache.

@ubremer & dstolpe: Ich weiß schon das dies Mode ist aber irgendeinen unsrerer Spieler mit Robben & Ribery zu vergleichen tut es nun auch nicht.
Trotzdem scheint gerade Ruka es als Linksfuß, rechts zur Grundlinie zu gehen, nicht so sehr zu mögen.
Fürs PhrasOmeter 😉
Warum einfach, wenn´s auch kompliziert geht?


dstolpe
21. November 2010 um 11:48  |  2318

@Bolle
Ganz einfach: Weil weder Ramos noch Ruka gelernte Mittelfeld-Außen sind, also solche, die bis zur Grundlinie durchpflügen und von dort butterweich hineinflanken können. Das kann ein Ebert (sagen manche), aber der fehlt aus bekannten Gründen.

Also musst du als Trainer ihre Stärken anders einsetzen, und da ist es besser, sie seitenverkehrt aufzustellen, damit sie, wenn sie in die Mitte ziehen von links mit ihrem starken rechten Fuß (Ramos) bzw umgekehrt (Ruka) zum Abschluss kommen können.

Thema Spielintelligenz: Mir ist es ein Rätsel, weshalb ein Rukavytsya nicht viel, viel öfter seine ungeheure Schnelligkeit einsetzt und das eins-gegen-eins sucht. Andererseits hat der Junge teils derart eklatante technische Defizite, dass es fast schon wurscht ist, ob er davor das Laufduell gewonnen hat, weil er den Ball danach eh nicht sauber verarbeitet kriegt.

Ihr merkt vielleicht: Für mich im Moment DER Streichkandidat im offensiven Mittelfeld; jedenfalls in Auswärtsspielen.


hurdiegerdie
21. November 2010 um 12:06  |  2319

Auf der einen Seite werden wir durch die Liga marschieren, auf der anderen Seite müssen wir jetzt schon hoffen, dass Aue nicht gewinnt.

Im Gegenteil, ich hoffe sogar dass Aue und Duisburg gewinnen, damit die Lage (beinahe hätte ich „den Ernst der Lage“ gesagt) erkannt wird.

Zweiter mit einem Punkt zwischen Aue und Duisburg, die beide ein Heimspiel weniger haben, und eine Rückrunde, wo wir praktisch alle Spiele bei der Mitkonkurrenz auswärts haben, jene aber in der Rückrunde je ein Heimspiel mehr haben werden als Hertha.

Da ist im Moment nichts mit souverän, weder die Tabellenführung noch die Spielweise.


bawue_herthaner
21. November 2010 um 14:22  |  2320

Ich stimme allen zu, die das Problem darin sehen, dass man immer die spielerische Lösung sucht, nicht dagegen hält und damit mit der Zeit den Schneid verliert.
Auf der anderen Seite ist es übel, wenn OSN hart einsteigt und x-mal nur eine Ermahnung bekommt – bei Lell aber das erste Einsteigen gleich mit gelb geahndet wird. Sowas verstärkt die Angst vor körperlichem Spiel.

Auf dieses Mentalitätsproblem gibt es dann nur eine Antwort: Raffael auf die Bank, der auswärts sich schlechter behaupten kann als daheim. Und der mit seinen ewigen Dribblings genauso ineffektiv ist wie Rukavitsya.
Domo hat ohne Raffael das Spiel gut gesteuert, mehr Tore gemacht und auch einige vorbereitet. Beichler ist heiß, Ronny kann mindestens 45min ackern.
Da Ramos schon weiter beste Chancen versaut – wieso nicht Djuricin bringen? Der kann auch Flanken und gilt als spielender Stürmer.
Wenn ein Teil des Teams auswärts immer wieder verzagt, dann muss man auswärts rotieren um den Mut aufzufrischen. In der Offensive haben wir genug Alternativen…
Und defensiv hat Kobiashvili mittlerweile zu oft falsch gestaden wie bei 1:0 von OSN.
Ob auswärts Lasogga der richtig ist? Ich bin dafür, dass man da wechselt und beide Stoßstürmer für 45 min einsetzt, damit die den Gegner totlaufen, wenn sie schon nicht selbst treffen.

Aktion geht vor Jammern!

Auswärts will ich sehen:
Sejna
Lell-Hubnik-Neumann-Ronny
—–Niemeyer – Perdedaj
Beichler-Domo-Djuricin
——Lasogga/Friend


bawue_herthaner
21. November 2010 um 14:24  |  2321

@dstolpe: Wer das 1-gegen-1 sucht ist mit seinem Team langsamer vorm gegnerischen Tor als die schnellen Passgeber wie Domo.
Und gerade auswärts müssen wir öfter schnelle Konter fahren als daheim.


sunny1703
21. November 2010 um 15:07  |  2323

@bawue_herthaner
Stimme sehr vielem zu ,allerdings schau Dir das 0:1 noch mal richtig an und Du wirst sehen, da hat Kobi nichts mit zu tun, sondern einzig und allein Ramos der den weit hinter ihm stehenden Diabang für ungefährlich hielt und so vor ihm an den ball kommen ließ.

Diskussion gab es zu den Leistungen von Hertha seit Beginn der Saison.Nach meiner Einschätzung hatten viele der werten Kollegen sich in den letzten Jahren zu wenig mit der 2.lLiga beschäftigt und hatten eine Überhertha erwartet, es fiel ja das Wort von den Bayern der 2.Liga,wobei ich etwas ironisch nur erwidern kann, die Bayern wären glücklich momentan die Hertha der 1.Liga zu sein.

Für mich gilt immer noch die Regel zwei Punkte pro Spiel werden zu 100 % zum direkten Aufstieg reichen ,egal wie viele Heimspiele Hertha und die anderen noch haben.

Aue ist die Überraschunsmannschaft schlechthin, doch wäre es schon eine Riesensensation, wenn dieses Team aufsteigen sollte.

Duisburg kann ich nicht einschätzen, irgendwie bin ich immer bisher um deren Spiele rumgekommen.

Der Aufstiegsfavorit bleibt für mich Augsburg. Ich konnte deshalb auch den Jubel der Fans nicht verstehen als Augsburg noch gegen Union gewann. Ich werde mich ebenso nicht darüber freuen, wenn Duisburg oder Aue oder wer auch immer Konkurrenz zu Hertha ist,punktet.

Ich bin Fan von Hertha und da ist mir das Hemd ist mir näher als die Hose!

Über spieler und Spielsysteme zu schreiben,lohnt nicht ,da leider die entscheidenden Offensivkräfte nur eins bisher konstant hatten,nämlich keine Konstanz.

Ich bin wie @hurdiegedie Anhänger eines Raffaels ,eines Ramos, doch keine Frage in den Spielen die verloren gegangen sind,haben sie sich als Nieten erwiesen, die nicht begriffen haben wie man diese Gegner in der 2.Liga angeht.
Doch in den nächsten Spielen wird man sie vermutlich brauchen, denn dann wird wieder Spielkultur gefragt sein und von der bringen sie innerhalb der mannschaft am meisten mit.

Mein Fazit nach 13 Spieltagen, punktemäßig etwas über Soll,egal ob sie 1. oder 5. sind hauptsache sie halten diesen Schnitt.
Spielerisch Luft nach oben,kämpferisch bei einigen Offensivkräften reichlich Potential nach oben.

Ich bin gespannt,ob Babbel die Zweitligatugenden vermitteln kann, denn dann zusammen mit dem noch steigernswerten Spielpotential ist auch für mich Hertha ein großer Favorit für den direkten Aufstieg!
Das ist mehr als vor der Saison wo ich das Team unter den Top 5 sah.

Wie das team wirklich einzuschätzen ist,werden wir nach den nächsten 4 Aufgaben wissen.Ich habe auf sechs Punkte getippt.

lg sunny


Exilherthaner
21. November 2010 um 15:30  |  2324

@seppelfricke

Dardai, Janker, Niemeyer, Perdedaj haben alle gemeinsam, dass sie nur das gegnerische Spuel unterbinden aber nichts fürs eigene tun. Lustenberger ist der einzige Spieler im gesamten Kader, der beides kann. Ergo hat man da falsch eingekauft, indem man massig Stürmer geholt hat und keine/kaum zentrale Mittelfeldstrategen. jetzt spielen die Stürmer im Mittelfeld und Babbel wundert sich, wieso wir im Mittelfeld die Zweikämpfe verlieren. Dumme Sache, Herr Babbel! Solnage Babbel weiterhin mit 3-4 Stürmern im Mittelfeld agiert, wird sich nichts ändern. Da kann er gerne die Stürmer im Mittelfeld umpositionieren oder sonst etwas tun. Ich stelle ja auch keinen Lell oder Kobi in den Sturm und wundere mich, wieso keine Tore fallen.

@dstople
Die Systemumstellung hat aber geholfen. Osnabrück hat kaum Chancen (siehe im Vergleich Paderborn). Das erste Tor resultiert aus einem Individualfehler von Lell (das passiert in jedem System) und das 2.Tor war irregulär. Man bräuchte aber eben keine zwei Zerstörer sonden zumindest auch einen, der das Spiel leiten kann (Lustenberger), wo wir jetzt wieder bei der verfehlten Transferpolitk wären.
Und wie du schon im Mopo-Artikel richtig schreibst: Domo, Ruka, Raffael und Ronny sind keine Kämpfer, daher verstehe ich wiederum nicht, wieso du von diesen Spielern das Gleiche erwartest wie von Perdedaj oder Niemeyer („DAS SYSTEM SPIELT KEINE ROLLE – WENN ALLE MITMACHEN“). Entweder Babbel stellt andere Spieler auf oder muss weiterhin solche Pleitenspiele erkären und es wieder auf die (angeblich) mangelnde Einstellung schieben.
Wieso werden eigentlich dauernd Spieler aus der offensiven Viererkette kritisiert, wenn man defensiv schlecht steht? Wenn man aber offensiv kaum etwas zustande bringt, kritisiert hier keiner die Aussenverteidiger oder gar das defensive Mittelfeld. Wieso haben Perdedaj, Lell, Kobi oder Niemyer gegen Osnabrück kein Tor erzielt? Sind die etwa nicht Teil der Mannschaft? Mangelnde Einstellung vielleicht?


fg
21. November 2010 um 15:49  |  2325

so, die tabellenführung ist erstmal dahin. das KANN gut sein (sowohl für die selbstreflexion als auch für die gegner und auch die doch mitunter recht anstrengenden tv-reporter), wenn man die richtigen reaktionen zeigt.

ich würde mir ja wirklich manchmal wünschen, dass babbel hier mitliest, denn wir zermartern uns ja hier den kopf über alle möglichen aspekte. notfalls sorgen vielleicht unsere mittler von der mopo dafür, dem coach die besten ideen von immerhertha.de mitzuteilen 😉
aber im ernst: ich denke schon, dass spieler und trainer nicht glücklich sind mit der entwicklung und dass ihnen der trend ebensowenig gefällt wie uns. dstolpe und ubremer wiesen ja auch schon darauf hin, dass ihr alltäglicher eindruck ist, dass die mannschaft wirklich WILL.

ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, dass es eine bewusste ungleichbehandlung der schiris gegen hertha gibt. nicht ausschließen möchte ich zumindest diese david-gegen-goliath-nummer, weswegen evtl. unterbewusst, gerade auswärts durchs publikum beeinflusst, die refs doch eher konstant hertha benachteiligen könnten. da müsste dann aber spätestens in der winterpause von hertha eine mit fakten belegte analyse dem dfb zukommen, allerdings im sachlichen ton, ohne gleich die beleidigte dieter-keule zu schwingen.

nun denn, es sind noch vier spiele:
wenn man die bisherigen leistungen zu hause, gerade gegen fürth und bochum (was die etwas besser besetzteren gegner anbetrifft), sowie das (trotz)verhalten nach den letzten beiden auswärtsniederlagen als maßstab nimmt, erwarte ich gegen duisburg eigentlich einen sieg.
bei 60 denke ich müsste hertha beste rahmenbedingungen vorfinden: ein großes bundesligastadion, das zur hälfte leer sein wird, zuschauer, die nicht so extrem nah am spielfeld sind, ein gegner, der mitspielt, im endeffekt aber nicht besser sein dürfte als hertha.
sprich: wenn man in den nächsten beiden spielen von der einstellung volle 100% bringt, sollte sechs punkte durchaus drin sein.

weiterzudenken als die nächsten beiden spiele halte ich erstmal für nicht so zielführend, obgleich ich allerdings wirklich mittlerweile sehnlich darauf warte, dass aue mal ein paar spiele hintereinander nicht gewinnt.

herthas ziel sollte es auf jeden fall sein, zur pause vier plus x punkte vorsprung auf den nichtaufstiegsplatz drei zu haben, zumal die rückrunde in oberhausen nicht mit dem dankbarsten spiel beginnt und aue und duisburg mit heimspielen starten.


fg
21. November 2010 um 16:10  |  2326

„Lustenberger ist der einzige Spieler im gesamten Kader, der beides kann. […] jetzt spielen die Stürmer im Mittelfeld und Babbel wundert sich, wieso wir im Mittelfeld die Zweikämpfe verlieren. Dumme Sache, Herr Babbel! “

absolut richtig. ich bin auch dafür, die spieler so oft es geht so einzusetzen, wie sie auch ausgebildet wurden bzw. wie sie ihre stärken haben.
daher meine frage an alle:

sollte man nicht in einigen spielen (oder sogar in vielen?) vielleicht wirklich mal wieder dazu übergehen, ZWEI stürmer vorne aufzustellen, also da, wo sie eigentlich auch hingehören (nachteile des systems mit einer „offiziellen“ spitze sind ja auch mehrfach hier schon thematisiert worden)?
oder ist dieses system wirklich SO altbacken?

spätestens in der rückrunde könnte man dann eine schöne raute dahinterstellen, in der mit niemeyer (lustenberger), ebert, schulz und raffael auch eine halbwegs vernünftige aufteilung gegeben wäre, wo sich alle an defensiv- und offensivaufgaben beteiligen könnten.
und vorne würden ramos, lasogga, domo, friend und djuricin den kampf um die plätze um die beste form in einer vernünftigen konkurrenzsituation austragen.

aber ich „will“ endlich die zweite anspielstation in der spitze sehen! 😉


fg
21. November 2010 um 16:47  |  2330

ich erlaube mir nochmal, den letzten absatz von ennos kommentar aus seinem blog zu posten:

„Dieses blinde, weil einstudierte und auswendig geübte Spielverständnis, von dem Klopp hier so begeistert ist, fehlt der Hertha unter Babbel. Sicher kommen solche Automatismen nicht von heute auf morgen zum Tragen. Dortmund hatte mehr als zwei Jahre Zeit, diese unter Klopp zu entwickeln. Daher wird man von der Hertha nicht erwarten können, dass so etwas jetzt schon funktioniert. Aber ich zweifle, ob offensive Automatismen überhaupt auf dem Trainingsplan von Markus Babbel stehen, weil davon einfach so gut wie nichts zu sehen ist. Dieser Zweifel wiegt für mich mehr als eine einzelne Niederlage.“

da ist für mich leider sehr viel wahres dran. teilt ihr diese skepsis auch bzw. wenn ja, wie schlimm könnten die konsequenzen davon in dieser liga tatsächlich sein?
dstolpe deutet ja schon in seinem neuesten beitrag zu aue an, dass diese ja sehr wohl gerade in der offensive auch einiges an eingespieltheit zu bieten haben, sprich, system also eben auch erfolg bringen kann!


Treat
22. November 2010 um 9:12  |  2345

@sunny

Ich kann deinem Beitrag in jedem Punkt zustimmen, entspricht exakt meiner Beurteilung der Situation und ist angenehm unaufgeregt.

Nur bei der Klickshow habe ich – ein klein wenig optimistischer – auf 7 Punkte aus den nächsten 4 Spielen getippt. 😉

Blauweiße Grüße
Treat

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