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(sto) – Hertha BSC und die Fehlentscheidungen der Schiedsrichter – es ist ein anscheinend unendliches Thema. Im Frühjahr 2009 mag der von Knut Kircher tolerierte Treppenbau von Edin Dzeko mit und gegen Josip Simunic die Meisterschaft zu Gunsten des spätestens danach heranstürmenden VfL Wolfsburg entschieden haben. Alle Berliner Proteste während und nach dem Spiel blieben: erfolglos. Genau wie Herthas Titelambitionen.

Im Abstiegsjahr sah Manager Michael Preetz sich zu einem Brief an den DFB-Schiedrichterausschuss genötigt, um die vielen, vielen Entscheidungen gegen seine Mannschaft anzuklagen. Natürlich: erfolglos. Die beabsichtigte Aufholjagd scheiterte auch an den Herren in Schwarz, Signalgelb, Signalgrün oder Signalrot.Auch ich, obgleich als Journalist der Objektivität verpflichtet, die mir als Nicht-Berliner auch emotional möglich ist, war vielfach … fassungslos. Wenigstens.

Szenekenner ergreifen Partei für Hertha

Und auch in dieser Saison, an deren Ende der Aufstieg stehen soll, wähnt so mancher Herthaner wieder unbotmäßige Einmischung seitens der Referees. In Paderborn war es so, in Osnabrück, in Augsburg. Ärger, nichts als Ärger.Wobei ich diesmal sagen muss: Freunde, mit einem Kader, wie ihr ihn habt, solltet ihr auch äußeren Widrigkeiten wie fälschlichen Pfiffen trotzen – und eben auch mal mehr als null oder nur ein Tor auf des Gegners Platz schießen können. Doch grundsätzlich kommen sogar profunde Beobachter der Szene wie der renommierte Rechtsanwalt Dr. Christoph Schickhardt (am Dienstag in „Bild“) nicht umhin, festzustellen: „Es ist rätselhaft, warum Hertha von Schiedsrichter-Seite immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. Ich kann mich in den letzten Monaten an keine gravierende Fehlentscheidung zugunsten von Hertha erinnern. Dagegen viele, die Hertha offensichtlich benachteiligen.“

Lasst uns nicht darüber diskutieren, ob hier ein mutwilliges System vorliegt. Gehen wir bis zum Antritt eines im Fall der Fälle nur sehr, sehr schwer nachzuweisenden Gegenbeweises einfach davon aus, dass dem nicht so ist, sondern der lateinische Grundsatz „errare humanum est“ auch für Schiedsrichter gilt. Richten wir den Blick lieber nach vorn – ihr hattet das Thema auch vielfach für die Weihnachtszeit gewünscht (und natürlich macht Immer Hertha auch vor Weihnachten schon Wünsche wahr): Welche (technischen) Neuerungen können helfen, den Fußball besser, weil transparenter zu machen?

Eure Meinung ist gefragt

Ist es der Videobeweis – und wenn ja, in welcher Form? In Form eines Oberschiedsrichters, der bei ihm auffälligen Situationen von der Tribüne aus per Signal nach unten das Spiel unterbricht? Oder sollte es bei drei Mann bleiben, und die Macht über die Bilder entweder bei ihnen liegen? Oder bei den Teams, womit sie die Herren über das Verfahren wären und sich hernach nicht mehr über unaufgelöste strittige Situationen beklagen könnten? Und in welchen Situationen sollte ein Videobeweis zum Einsatz kommen dürfen – bei allen relevanten? Oder nur bei solchen, in denen es um Tor/kein Tor und höchstens noch Elfmeter/kein Elfmeter geht?

Ist der von fernen Satelliten überprüfte Chip im Ball die Zukunft? Oder sollte der Fußball menschlich bleiben, er also auf jene Torrichter setzen, die im Europapokal getestet wurden (und meiner Meinung nach dort nur wie Ölgötzen im Weg stehen)? Größere Tore? Mehr oder weniger Spieler?

Oder steht am Ende aller Diskussion doch die Meinung gleichfalls nicht weniger Fußballfreunde, die finden, dass der Fußball allen Fehlern zum Trotz so bleiben sollte, wie er ist – weil er sonst den Reiz verliert, der hunderttausende Spieltag für Spieltag in den Stadien und an den Stammtischen über die immer wieder kuriosen Randerscheinungen diskutieren lässt?

Wir bewegen uns heute hier mal weg vom engen Blick auf Hertha – umso mehr bin ich gespannt auf eure Gedanken.

P.S.: Die Freunde der Klickshow dürfen heute bis zu drei Häkchen setzen.

Was kann den Fußball besser machen?

  • Chip im Ball (30%, 110 Stimmen)
  • fortlaufender Videobeweis (Oberschiedsrichter) (24%, 88 Stimmen)
  • Videobeweis einmal pro Team und Halbzeit (16%, 57 Stimmen)
  • Der Fußball soll so bleiben wie er ist - aus Fehlern bezieht er seinen Reiz (13%, 46 Stimmen)
  • Videobeweis nur bei Torszenen (8%, 29 Stimmen)
  • Torrichter wie im Europapokal (7%, 24 Stimmen)
  • größere Tore (2%, 7 Stimmen)
  • weniger Spieler (1%, 2 Stimmen)
  • mehr Spieler (0%, 0 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 216

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69
Kommentare

22. Dezember 2010 um 16:28  |  4791

Ich denke es spricht nichts gegen einen Chip im Ball, wenn die Technik ausgereift ist. Dadurch ändert sich im Spiel nichts, außer das der Schiedsrichter einen Beweis an der Hand hat, ob der Ball über der Linie war. PRO!

Der Videobeweis sollte ebenfalls eingeführt werden. Jedoch in beschränktem Maße. Eine Intervention pro Halbzeit pro Mannschaft ist viel zu viel. Dadurch würde das Spiel mE an Dynamik verlieren. Man sollte das eher im Wettbewerbszusammenhang regeln: z.B. 3x pro Bundesliga-Saison und 1x im Verlaufe eines internationalen Championats.
Die Trainer einer Mannschaft sollte dann entscheiden können, bei welcher, daß Spiel sowieso unterbrechenden Szene, er interveniert.


backstreets29
22. Dezember 2010 um 16:35  |  4792

Interessanter Diskussionsansatz.
Ich denke, fast jede Idee hat auch ihre Daseinsberechtigung. Es geht oder sollte
nur um die Frage gehen, was den Fussball an
sich weiter bringt und was auch der Glaubwürdigkeit förderlich ist.

Oberschiedsrichter ist nicht schlecht, zumal die Shciris ja eh schon mit Headset mit ihren Linienrichtern kommunizieren, das könnte man durchaus ausweiten, sofern sich das Eingreifen in Grenzen hält und nicht den Spielfluss total hemmt. Insbesondere bei Tor-Szenen finde ich die Idee mit dem Chip am Besten. Eine schnelle nicht widerlegbare Entscheidung und alle wissen woran sie sind

Weniger Spieler ist Quatsch, dann müsste man auch die Anzahl der Spiele reduzieren.

Insgesamt würde ich mir wünschen, dass die Verbände auch mal anfangen eigene Fehler zu korrigieren.


Treat
22. Dezember 2010 um 16:42  |  4793

Hallo Leute, PC ist immer noch kaputt, daher hier wieder als Gastschreiber von meinem Junior aus:

Ich habe hier in der Klickshow nur ein Häckchen gesetzt, nämlich für den fortlaufenden Videobeweis, bei allen anderen glaube ich, dass sie gar nicht oder höchstens in Kombination mit diesem, die bestehenden Probleme lösen.

Ich meine mit fortlaufend auch nicht, dass jede Szene und jeder Schiri-Entscheid von Oberschiri zu prüfen und ggf. zurück zu nehmen wäre, weil das tatsächlich zu viel zu vielen Unterbrechungen führen würde. Andererseits würde ich es aber auch nicht bei Toren und Elfmetern belassen. Mindestens Tätlichkeiten und Abseitsentscheidungen würden für mich noch dazu gehören. Wie ich mir die künftige Ausgestaltung der Abseitsregel vorstellen könnte, habe ich ja bereits an anderer Stelle beschrieben, deshalb verzichte ich hier auf Wiederholung.

Ansonsten denke ich, dass es eine Frage von Sekunden ist, in denen ein Oberschiedsrichter Szenen aus der Fernsehübertraung per Zeitlupe noch einmal überprüfen und das Ergebnis an den Feldschiri weiter geben kann, daraus würde nahezu kein Zeitverlust entstehen, es würde das Spiel aber erheblich fairer machen.

Zudem könnte man den Mannschaften optional noch die Möglichkeit einräumen, einmal pro Halbzeit in einer nicht überprüften, ihrer Meinung nach jedoch relevanten Szene eine Überprüfung zu verlangen. Sinnvoller Weise sollte dieser Protest dann vom Trainer über den vierten Offiziellen weiter gegeben werden. Die Spieler auf dem Platz sollten sich dabei so weit wie möglich heraus halten.

Ich sehe nicht, wie Fußball an Emotionalität oder Reiz verlieren könnte, nur weil er mit einigen wenigen, simplen und schnellen Überprüfungsmethoden gerechter gemacht würde. Viele andere Sportarten haben solche Regeländerungen schadlos überstanden, warum sollte das nicht auch im Fußball möglich sein?

Ich muss gestehen, ich wäre sogar dafür, im Falle von längeren Spielunterbrechungen die Uhr anzuhalten und die vergeudete Zeit auf diese Weise exakt nach zu spielen. So würden Spieler in Führung liegender Mannschaften vielleicht weniger dazu verführt, jeden Luftzug, der durch einen vorbeilaufenden Spieler entsteht gleich als Tätlichkeit mit Schädelsbasisbruch als Folge darstellen zu wollen.

Ob die TV-Anstalten darin eine Möglichkeit sehen, zusätzlich Werbung einzubauen, weiß ich nicht und es ist mir ehrlich gesagt auch egal. Jede überflüssige Zeitverschwendung durch zusätzliche Werbung könnte schließlich ebenso durch das Regelwerk untersagt werden. Die Zuschauer würde – wie bisher auch – die Zeitlupe der strittigen Szene aus mehreren Perspektiven zu Sehen bekommen, mit dem einzigen Unterschied, dass der Oberschiri diese Bilder zeitgleich auch sieht und danach seine Entscheidung trifft.

Wer natürlich daraus gerne einen Kreuzzug gegen den Kommerz und für alle guten alten Zeiten führen möchte, der wird sicherlich auch in solchen – für meine Begriffe eigentlich harmlosen – Änderungen Argumenten für seine Position finden. Mir persönlich sind solche Ansinnen aber wie gesagt völlig egal, mir geht es nur um mehr Fairness und mir ist durchaus bewusst, dass diese sich dann auch einmal zu Ungunsten der von mir präferierten Mannschaft auswirken kann, damit habe ich aber keinerlei Probleme.

Und was die guten alten Zeiten angeht, da möchte ich mit meinem Lieblingszitat des leider verstorbenen Sir Peter Ustinov schließen:

Heute sind die guten alten Zeiten, an die wir uns in 20 Jahren zurück erinnern werden.

Blauweiße Grüße
Treat


dstolpe
22. Dezember 2010 um 16:54  |  4794

@treat

„Die Zuschauer würde – wie bisher auch – die Zeitlupe der strittigen Szene aus mehreren Perspektiven zu Sehen bekommen, mit dem einzigen Unterschied, dass der Oberschiri diese Bilder zeitgleich auch sieht und danach seine Entscheidung trifft.“

Solange das nur für die Zuschauer vor den TV-Bildschirmen gilt, spricht nichts dagegen. Oder anders ausgedrückt: Aus Sportarten wie zB Eishockey kann ich von teilweise tumultartigen Szenen in den Hallen berichten, wenn oben auf dem Videowürfel klar zu sehen war, dass ein reguläres Tor nicht gegeben wurde (oder so ähnlich).

Einen anderen interessanten, wohl aber wenig realistischen (oder?) Denkansatz lieferte ein Kollege aus unserer Redaktion: Mehr Fair Play würde den Fußball besser machen. Also Spieler, die mit mehr Ehrlichkeit (besser: weniger Unehrlichkeit) dazu beitragen, dem Schiedsrichter das Leben nicht über alle ohnehin schon schwierigen Entscheidungen hinaus (Tor/kein Tor, Abseits/kein Abseits, etc…) schwer zu machen.


ft
22. Dezember 2010 um 16:58  |  4795

Ich bin dafür das der Fußball so bleibt wie er ist.
Mit all seinen Fehlern.
Ist es nicht so, dass man sich kaum an wunderbare Spielzüge entsinnen kann oder eine immer präsente Erinnerung an ein tolles Tor im Gehirn gespeichert hat ?
Ich glaub kaum.
Aber – Stichwort Wembley 66 – eine Fehlentscheidung eines Schiris oder ein spielentscheidender Patzer ;

dass bleibt hängen.

Kahns einziger kleiner Patzer bei der wM 02 – den kann jeder heute noch dem Titanen unter die Nase reiben. Das er mehr oder weniger derjenige war, der die Adler überhaupt ins Endspiel gebracht hatte;
das interessiert nicht die Bohne.

Was ich also sagen will: Fußball braucht seine Fehler sonst wird es so langweilig wie immerwärender blauer Himmel und Sonnenschein.

Ein paar Änderungen im Reglement können und dürfen sein.

Chip im Ball – Ja. Wenn es technisch einwandfrei funktioniert.

Auch könnte man einführen, dass man im nachhinein einige Fehlentscheidungen des Schiris abmildern könnte.

Beispiel: Augsburg Hubnik gelb-rote Karte

Die tatsächliche Fehlentscheidung des Schiris würde ich gelten lassen.
Aber im nachhinein. Nach einem ruhigen emotionsfreien Anschauen der tatsächlichen Sachlage, sollte ein Gremium den Spieler entlasten dürfen. Und damit die harten Konsequenzen von Rot (Spielsperre über das aktuelle Spiel hinaus) aufheben können.

Es ist doch so, das eine (zutiefst menschliche )Fehlentscheidung des Unparteiischen spieländernd wirkt.
Für die Dramatik eines Spiel eigentlich ein schöner Kick.
Aber ein Fehlurteil sollte in keinster Weise Auswirkung auf kommende Spiel haben dürfen.

Im Moment ist es jetzt ja ein Automatismus des Regelwerkes , den keiner zurücknehmen kann.


Seppelfricke
22. Dezember 2010 um 17:20  |  4796

Ich bin für etwas was nicht in der Liste ist.

Wenn man verletzt auf dem Rasen liegt, soll man sofort das Feld verlassen oder rausgetragen werden. Dieses ewige Rumgeliege bin ich leid. Auch die diversen „Wunderheilungen“ von schwer gefoulten Spielern mit sofortiger Rückkehr aufs Feld nerven mich. Da sollte man 2-3 „Anstandsminuten“ einführen.

Vom Videobeweis halte ich nichts. Der Chip im Ball kann aber gerne kommen wenn technisch ausgereift. Größere Tore und son Quatsch braucht es auch nicht.

Die tollen Torschiedsrichter braucht man übrigens auch nicht. Dafür gibts den Chip im Ball. Gibt genug Beispiele aus der Euro League wo der Torschiedsrichter perfekt stand aber nichts richtig entschieden hat.


LA49
22. Dezember 2010 um 17:30  |  4797

@Seppelfricke
Interessanter Ansatz.

Könnte man logististisch in der Form lösen, dass es auf Höhe der Mittellinie gegenüber der Trainerbänke eine Sanitätszone gibt.

Wenn das Spiel nicht fortgeführt werden kann, weil der Spieler auf dem Rasen liegt, muss er in die Sanizone.

Am Spielgeschehen darf er erst wieder teilnehmen, wenn er sich an der Mittellinie auf der Seite der Trainerbänke befindet. – Also einmal schön um das Spielfeld aussen rum. Und wenn er an der Eckfahne abkürzen will, ist das eine Unsportlichkeit, die vom 4. Offiziellen gemeldet werden muss und mit einer Gelben Karte geahndet wird.

Dann hast Du automatisch 3 Minuten, die ein sterbender Schwan ausfällt.

Bezüglich FairPlay würde ich ja einführen, dass Spieler, die per Handbewegung eine Karte für den Gegner fordern die selbst wegen Unsportlichkeit erhalten.

Das ist eine widerliche Unsitte, die mich schon seit Jahren nervt.


Ben
22. Dezember 2010 um 17:31  |  4798

Nach dem Spiel in Paderborn wäre es ja möglich gewesen Ramos freizusprechen. Wenn aber Herr Leicher, Schiedsdrichter dieser Begegnung, sich nicht dazu bekennt einen Fehler begangen zu haben sind dem Gremium die Hände gebunden.

Nach diesem Fehlverhalten von Leicher dachte man eigentlich, dass dieser so schnell nicht wieder in Liga 2 auftaucht, aber selbst nach so gravierenden Fehlentscheidungen und mangelnder Einsicht wird der Schiri wieder in Liga 2 eingesetzt. Unverständlich! Gibt es so wenige Schiedsrichter?

Zudem sollte endlich eine Reglung gefunden werden die Nachspielzeit anständig zu bemessen. So bin ich dafür, dass bei Spielerwechseln die Uhr stehen bleibt damit auch dieser Quatsch mit der Zeitschinderei mal aufhört. Das will ich auch von der eigenen Mannschaft nicht sehen. Zum Schluß sollte ein Oberschiedsrichter die Nachspielzeit bekannt geben. Zustände wie in München, als Rafati nach Wechseln und Rot für den Torhüter eine Minute Nachspielzeit gibt sind lachhaft. Dort ist die Premier League uns noch etwas voraus. Dort gibt es auch gut und gerne mal 6 Minuten Nachspielzeit.

Mehr Fairniss der Spieler? Gerne! Die ständigen Betrugsversuche bei angeblichen Tätlichkeiten und die ständig versuchten Schwalben sind mittlerweile nicht mehr ertragbar.

In keiner anderen Sportart wird letztendlich so unmännlich und ehrlos gespielt, wie beim Fußball.

Hier wäre ich für eine nachträgliche Sichtung der Spieltage und Konsequenzen für offensichtliche Schauspieler.

Chip im Ball muss auch unbedingt sein.Fußball ist die vielleicht am weitesten auf der Welt verbreiteste Sportart und schreibt sich selber auf die Fahnen im Urzustand zu verharren.

Und das Argument seitens der Fifa „Fußball müsse überall auf der Welt vergleichbar sein“ ist doch lächerlich.
In der Jugend haben wir beim Basketball auch keine 24 Sekunden Uhr gehabt und trotzdem haben wir den selben Sport ausgeübt wie die Stars. Und wenn in der Kreisliga am Torpfosten kein Sensor ist, who cares? Das war immer so und wird keinen groß stören.

Wenn aber bei Hertha 40.000 Menschen Eintritt zahlen, Millionen am Fernseher sitzen und sogar Arbeistplätze von Sieg oder Niederlage abhängen, sollte man doch auf die vorhandenen Möglichkeiten zurückgreifen.

Profi-Fußball muss so professionell wie möglich sein, sonst verliert er seine Glaubwürdigkeit, was er durch die Fifa und ihre einsamen Entscheidungen sowieso schon tut.


Polyvalent
22. Dezember 2010 um 18:46  |  4799

Einige Kumpels und ich haben lange Zeit darüber diskutiert und sind letztendlich zu dem Schluss gekommen, das ABSEITS komplett abzuschaffen, denn diese Regel mit dem verschärfenden passiven Abseits stellt für die Schiedsrichter das größte Problem dar und verursacht demzufolge auch die größten Fehler.


LLcoolandi
22. Dezember 2010 um 19:26  |  4800

PRO-Chip im Ball und im Schienbeinschoner !

Damit kann man dann nicht „nur“ den Ball verfolgen (im Tor oder nicht) sondern auch Abseitsstellungen auflösen. Durch den Chip im Schienbeinschoner läßt sich dann auch ganz genau erkennen wer wo stand, bzw. näher zum Tor usw.
Ich glaube damit ist auch schon geprobt worden.
Pante’s angebl. Abseitstor gegen Sch… wäre dann gegeben worden und dann…

Bleiben für die Schiris immernoch die Fouls, um die er sich dann „kümmern“ können. Also hätte Gagamann in Augsburg auch mit Chip im Ball vier Mann vom Platz gestellt und die, die immer meinen es müsssen weiterhin „Emotionen“ im Spiel bleiben, hätten somit auch was zum diskutieren gehabt 😉


sunny1703
22. Dezember 2010 um 19:34  |  4801

@polyvalent
Nur kurz,denn zu dem Thema schreibe ich morgen was ausführlicher.Die passive Abseitsregel soll eigentlich eine Entschärfung der Abseitsregel sein,genau wie gleiche höhe ist kein abseits,im zweifel für den Angreifer,alles regeländerungen die eine änderung für die angreifer darstellen sollten,aber keine verschärfende.
Dass ich dennoch auch dafür bin,die passive abseitsregel und die im zweifel für den angreifer abzuschaffen,hat damit zu tun,weil man damit regeln für den schiedsrichter oder den assi geschaffen hat,der sie von der tatsache einer fehlentscheidung enthebt und zu verschiedenartigen auslegungen führen kann.
Allerdings bin ich gegen die Aufhebung der Abseitsregel,denn dann können wir den Fußball gleich in seinen 17 regeln auf den Kopf stellen.

lg sunny


ft
22. Dezember 2010 um 19:45  |  4802

Fußball ohne Abseits geht ja gar nicht.

Da fordere ich glattweg mal sofort die Abschaffung der Auswechslungen.

Und Elfmeterschießen im Endspiel ist auch Quark.

Müntze werfen war da viel kuhler.


Chrome
22. Dezember 2010 um 19:50  |  4803

Wenn dstolpe seinen Beitrag mit lateinischen Zitaten würzt, will ich es mal mit einem versuchen, dass beide Problematiken (Hertha und Regelwerk im Allgemeinen) für meine Begriffe ganz gut umfasst:

Ex nihilo, nihil fit. Will sagen, dass ich zwar absolut nicht an eine Verschwörung gegen Hertha im DFB glaube. Das würde nämlich beinhalten, dass Schiedsrichter (diverse unterschiedliche) vor Spielen angewiesen würden, kontra eine Mannschaft zu pfeifen. Im Einzelfall vielleicht sogar möglich. Aber das ist dieselbe Logik a la „die Twin Towers wurden vom CIA umgepustet“. Auch theoretisch möglich. In der Praxis entsteht bei solchen Verschwörungen immer ein gewaltiger Rattenschwanz an beteiligten Personen. Und von dieser langen Kette würde sich zwangsläufig irgendwann irgendwer verplappern.

Viel mehr denke ich, dass Hertha einen verdammt miesen Ruf beim Verband und vor allem auch bei den Schiedsrichtern hat. Ob das noch auf den Bundesligaskandal zurückgeht, wer weiß, möglich. Fakt ist aber, dass es kein Zufall sein kann das bestimmte Mannschaften in aller Regel auf eine Saison gesehen (wahre Tabelle etc.) wesentlich öfter mit Pluspunkten in Sachen Vor- und Nachteile durch Schiedsrichterentscheidungen stehen als andere, vergleicht man die Statistiken mehrere Jahre. Das Problem hierbei: es wird mit Vermutungen spekuliert. Zumindest aber mit Fernsehbildern, die die emotionale Aufnahme eines Augenblicks einfach ignorieren können. Das kann der Schiedsrichter nicht und das nennen wir dann „Tatsachenentscheidung“. Ein mE dümmliches Wort, da die Tatsachen (vor allem in dieser Saison in den zwei Profiligen) mehr als oft vollkommen ignoriert werden.

Wie das Problem lösen? Mit einer Kombination aller hier vorgeschlagenen technischen Hilfsmittel. Um das Stichwort schlechter Ruf noch einmal zu bemühen: die FIFA hat einen solchen. Vollkommen verdient, Herr Blatter hat auf seinem Egomanentrip inkl. zuletzt politisch unglaublicher Aussagen, für die man nicht wenige Politiker mit Schimpf und Schande aus dem Amt jagen würde (zu Recht), hart an diesem miesen Ruf gearbeitet. Denn wem soll man mit welcher Argumentation genau erklären, warum der Chip im Ball nicht kommt? Warum nicht wie im Tennis das Vetorecht pro Mannschaft pro HZ eingeführt wird? Warum kein Videobeweis eingeführt wird?

Das emotionale, spannende und unterhaltsame ist für mich am Fußball die Schönheit des Spiels (insoweit fußballerisch möglich und vorhanden) und das psychische Moment. Siehe Montag Union gegen Karlsruhe. Letztere kommen mit der falschen Taktik und Einstellung aus der Kabine und verlieren prompt (leider leider). DAS ist für mich der Reiz am Spiel, unabhängig von den genannten Teams, darum geht es. Das hat mit einem Schiedsrichter herzlich wenig zu tun. Mit unsinnigen „Tatsachenentscheidungen“ erst recht nicht.

Befreit unseren Lieblingssport von seinem größten Ballast: dem Wohl und Wehe über Meisterschaften, einzelne Spiele und im Extremfall dem Schicksal ganzer Vereine in der Hand eben jener armen, überforderten Herren (und Bibiana). Weil wir schon dabei sind und es in der Tat ein emotionales Thema ist, erlaube ich mir ein herzliches: Blatter raus!


apollinaris
22. Dezember 2010 um 19:52  |  4804

Chip im Ball: ja,wenn zuverlässig
Mehr Fairnis: unbedingt! Betrug und Betrugsversuche sollten auch nachträglich (ähnlich wie bei Tätlichkeiten) geahndet werden können.
-bei erwiesenen Fehlentscheidungen darf das „normale“ Strafmaß nicht angewendet werden ( beispielsweise 2 Spiele Sperre, weil das der Strafenkatalog so vorsieht, bei offensichtlichem Fehlurteil. Das ist ungerecht und unsinnig zugleich)
– passives Abseits abschaffen
-das Abseitsspiel ist ein ungemein wichtiges strategisches Mittel, ordnet und staffelt das Spiel-darf nicht als solches abgeschafft werden. „Das würde das Fussballspiel blöd machen“ (Zitat C. Menotti)
-im Allgemeinen: so wenig, wie nötig verändern. Fussball ist u.a. deshalb so ungemein erfolgreich, „weil er so ist, wie er ist“-:-))


tabson
22. Dezember 2010 um 19:56  |  4805

Der Fußball muss menschlich bleiben. Und zwar von der WM bis hin in die 3. Kreisklasse Nord.
Da in den untersten Ligen der Fußball auch ohne Linienrichter funktioniert und akzeptiert wird, ist es doch folgerichtig in Ordnung, dass sich bei den oberen Ligen der Personalaufwand erhöht. Daher: pro zusätzliche Schiedsrichter bzw. (Strafraum-) Torrichter und somit geteilter Verantwortung. Gerne auch als gut bezahlte Profis.
Und: contra dem Videobeweis (ich sehe schon Papa Günther mit seinem Weihnachtscamcorder kreischend am Spielfeldrand der E-Jugend).


nocke79
22. Dezember 2010 um 20:02  |  4806

Also den Chip im Ball fände ich gut, den Rest braucht man nicht. Fußball lebt numal von Emotionen und dazu gehören auch mal falsche Schiri-Entscheidungen, auch wenn Hertha davon nicht wirklich profitiert.
Welche Regel mich am meisten ärgert ist die Gelbe Karte fürs Trikot ausziehen. Finde ich überflüssig .
@apollinaris
Die Sperren für erwiesene Fehlenstcheidungen und passives Abseits abschaffen würde ich sehr begrüßen.


hurdiegerdie
22. Dezember 2010 um 20:10  |  4808

Ich bin ganz klar für den Videobeweis.
Der Schiri kann ihn jederzeit einfordern und die Mannschaften je 1x pro Halbzeit, wenn es der Schiri nicht macht.

Die Spielverzögerungen wären auch nicht viel länger als die jetzigen Diskussionen auf dem Platz. Der Zuschauer hätte zusätzliche Thrills (gibt er es oder nicht) und es werden weniger Spiele verfälscht.

Natürlich muss man das begrenzen, aber das kann man ja. Ich würde es auf Tätlichkeiten, Elfmeter und Tore begrenzen. Abseits (nur bei Toren oder Elfmeter mit Videobeweis) ist dabei ein Problem, aber das würde ich auf Scorerpunktbasis machen, also entweder Abseits des Torschützen oder vor dem Pass auf den Torschützen (bzw. Elfmeterschinder). Passive Abseitsregel würde ich beibehalten aber modifizieren (das Nürnbergtor dürfte nicht als neue Spielsituation gewertet werden, weil sich der Spieler durch ein passives Abseits den Vorteil verschafft hat, der dann gewertet werden muss, wenn er wieder aktiv eingreift).

Es gäbe noch genug zu diskutieren (sonstiges Abseits, gelbe Karten etc). Gelbe Karten würde ich rausnehmen aus dem Videobeweis, so wäre Hubnik zwar weiter gesperrt (2.Gelbe) aber Ramos wäre nicht gesperrt worden und den Elfer hätte es nicht gegeben. Prinzipiell gilt: hat der Schiri vor der Aktion abgepfiffe, gibt es keinen Videobeweis (also nicht bei Toren von vermeintlichen Abseitsschützen, nachdem der Schiri schon abgepfiffen hat, auch das lässt noch genug Diskussionstoff für nach dem Spiel).

Sicher bin ich mir noch nicht, ob ich den Beweis im Stadion einblenden würde (beim Tennis haben sie jedenfalls Spass), aber meine Tendenz geht eher zum Einblenden auch im Stadion.


22. Dezember 2010 um 20:16  |  4809

ich würde das nicht eingeblendet haebn wollen-das Fussballpublikum ist kein Tennispublikum. Die Emotionalisierung ist in bestimmten Phasen (beispielsweise im Abstiegskampf) vergleichsweise dermaßen hoch, dass ich Schlimmstes befürchte..


22. Dezember 2010 um 21:00  |  4810

@ blog:

ich habe „größere tore“ angeklickt… aber bitte nur für die gengner und für uns dann eishockey-größe…

ansonsten sollte man bei der diskussion nicht vergessen, dass fussball authentisch und nachvollziehbar, bis auch in die kleineren ligen, bleiben muss.


Chuk
22. Dezember 2010 um 21:02  |  4811

PRO Videobeweis!
In welcher Form genau muss sich noch herausstellen.


Petra Woosmann
22. Dezember 2010 um 21:11  |  4812

Per aspera ad astra – durch Schwierigkeiten zu den Sternen 😉
Auch ich kann Latein….
Ich bin der Ansicht, dass ein Chip im Ball einiges Verbessern könnte, noch wichtiger fände ich aber den Videobeweis bei strittigen Torraumszenen und bei schweren Fauls. Denn das sind die Sachen, wo der falsche Schiedsrichter (siehe Mr. Gaga letzte Woche) vieles kaputt machen kann.
Ansonsten ist es aber so, dass der Fußball von seinen Flair des technikfreien Raumes lebt und das romantische dadurch vielleicht für den einen oder anderen Fan zerstört würde.
In diesem Sinne macht alles besser, aber zerstört das gute Altmodische am Fußball dadurch nicht.


hurdiegerdie
22. Dezember 2010 um 22:24  |  4813

Also wenn ich das mal zusammenfasse, gibt es zumindest hier nur wenig Argumente gegen den Viedeobeweis.

Ich möchte wirklich niemandem zu nahe treten und fasse das bestimmt auch einseitig gefärbt zusammen, aber folgende sind für mich die Hauptargumente gegen den Videobeweis:

Man möchte längeres Kasteien nach Fehlentscheidungen wie Wembley 66.
Fussball lebt von Emotionen und braucht deshalb Fehlentscheidungen.
Papa Günther würde sonst seinen Weihnachtscamcorders in der E-Jugend einsetzen.

Habe ich irgendwas wichtiges vergessen oder bösartigerweise übersehen?

Ich bin mir noch nicht sicher, ob das Authentische und Nachvollziehbare bis in die kleineren Ligen gegen den Videobeweis spricht, oder für das Abschaffen von Rasenheizung, Flutlicht, Linienrichtern und insbesondere dem 4. Offiziellen, dem Ball „Torfabrik“ und Fernsehübertragungen.


Sir Henry
22. Dezember 2010 um 22:24  |  4814

Schönes Thema, liebe Mods. Aber hier muss man, auch auf Grund bereits gegebener Antworten, richtig systematisch vorgehen. Ist auch das erste Mal in diesem Blog, dass ich meinen Text mit Word vorschreibe und dann reinkopiere.
1. Systematische „Benachteiligung“ unserer Hertha
Nennt mich naiv und blauäugig, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Hertha systematisch durch Schiedsrichterentscheidungen benachteiligt sein sollte. Selbst eine tendenzielle Benachteiligung möchte ich nicht unbedingt annehmen. Wir neigen natürlich dazu, die falschen Pfiffe gegen die Hertha in den Fokus zu rücken. Die falschen Pfiffe gegen unsere unmittelbaren Gegner sehen wir vielleicht noch. Aber mal Hand aufs Herz, wer von uns interessiert sich für Fehlgriffe der Schiris bei Paderborn gegen Osnabrück?

2. Videobeweis
Hier bin ich selber noch nicht mit mir im Reinen. Einerseits ärgere ich mir regelmäßig die Platze, wenn wir am TV klar sehen, dass ein Schiri wieder mal falsch gelegen hat. Andererseits ist mir nicht ganz klar, wie wir in diesem Sport mit seinem kontinuierlichen Spielfluß den Videobeweis so einsetzen können, dass der Rhythmus des Spiels nicht gestört wird und wir den Charakter des Spiels nicht zerstören. Der Ansatz von treat scheint machbar zu sein.
Der nachträglichen Aufhebung von Strafen bei am TV erkennbaren Fehlentscheidungen stimme zu. Wir öffnen dann aber die Büchse der Pandora. Dann wird der Tag kommen, an dem eine Mannschaft die Wiederholung eines Spiels fordert oder sogar einklagt, weil wegen einer Fehlentscheidung ein Spiel maßgeblich beeinflußt worden ist.
Kleiner Blick über den Tellerrand: in der NFL steht jedem Team die Möglichkeit offen, eine Entscheidung der Schiedsrichter zu beanstanden. Diese sogenannte Challenge kann dann erfolgreich oder nicht erfolgreich sein. Bleibt die ursprüngliche Entscheidung bestehen, verliert das Team eine Auszeit. Wer sich ein wenig mit American Football auskennt weiß, wie wertvoll Auszeiten am Ende der Halbzeiten werden können.
Auf den Fußball übertragen, könnte eine verlorene Challenge evtl. das Auswechselkontingent um einen Spieler reduzieren oder die Mannschaft spielt zwei Minuten in Unterzahl. Egal was es ist, aber die Nachteil für die Mannschaft muss spürbar sein um zu verhindern, dass wegen jeder Kleinigkeit ein Einspruch erhoben wird.

3. Abseits
Das Abseits sollte schon bestehen bleiben. Sogar mit dem passiven Abseits könnte ich leben, wenn der passiv im Abseits stehende Spieler gezwungen würde, bis hinter die Mittellinie zurückzugehen oder so. Oft genug haben wir es doch erlebt, dass ein Spieler passiv im Abseits gewertet wurde, aber dann unmittelbar wieder ins Spielgeschehen eingreift und aus seiner besseren Position auf dem Spielfeld einen unmittelbaren Vorteil zieht. Gewertet wurde das Ganze aber als eine neue Spielsituation.

4. Chip im Ball
Wenn es funktioniert jederzeit. Dann ist diese Nummer endlich durch.

5. Regeländerungen, die das System verändern würden
a. Einführung der effektiven Spielzeit
• Keine Ahnung, wie oft ich mich schon über das Zeitgeschinde der führenden Mannschaft geärgert habe. Die betrifft ganze Bandbreite: Verzögern von Freistößen, Abstößen und Einwürfen, Fallsucht und akute „Herzstillstände“ mit folgenden Spontanheilungen, das Traben zur Seitenauslinie bei Auswechselungen. In dem Moment, in dem die Uhr bei einer Spielunterbrechung stehenbleibt, können sich die Jungens meinetwegen von einer Grundlinie zur anderen wälzen, weil die Schmerzen so unerträglich sind. Es interessiert nicht mehr. Gerne kann dann die Spielzeit auf zwei Mal dreißig Minuten reduziert werden.
b. Einwürfe können auch eingerollt werden. Macht das Spiel schneller und flexibler. Klappt in der Halle prima, warum also nicht auch draußen?


Sir Henry
22. Dezember 2010 um 22:36  |  4815

copy und paste hat aber auch Grenzen…

umpf


22. Dezember 2010 um 23:39  |  4816

Also, begrenzter Videobeweis fände ich eigentlich OK, aber Kollege @dan hat meine Überzeugung an der Stelle schon auch erschüttert, weil: Wie geht man dann mit bestimmten Situationen um? Z.B. Schiri pfeift Abseits – ab dem Moment müsste der Stürmer eigentlich sofort „vom Ball lassen“. Um aber im Nachhinein überprüfen zu können, ob man ein reguläres Tor geben kann, muss man doch erst mal gucken, ob es überhaupt ein Tor werden würde. Ergo, muss der Stürmer eigentlich die Situation zu Ende spielen. Also, die Frage: Für welche speziellen Situationen erlaubt man Videobeweis und für welche nicht? Vielleicht, nur bei Situationen, wo kein Abseits gepfiffen wurde und es aber zu strittigen Tor-ja/nein-Fragen kommt (Deutschland-England) :-).

Solche Sachen wie mit Ramos sind für mich aber exemplarisch: Wenn man nach dem Spiel im Videobild erkennt, dass es keine Tätlichkeit war, muss auch die Aufhebung der FIFA-1-Spiel-Pflichtsperre möglich sein. Genauso wie man im Nachhinein noch konsequenter auf dem Platz nicht erkannte Tätlichkeiten per Videobeweis bestrafen sollte.

Schaut mal bitte unter spiegel.de, da gab’s mal eine kleine Serie mit Vorschlägen zu Regeländerungen. Davon ist vermutlich nicht alles „toll“, aber mit ein wenig Offenheit für mögliche Verbesserungen vielleicht doch zumindest interessant:

http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,617923,00.html

Themen u.a.:
– Neue Elfmeterregel
– Zeitschinden
– Abseits
(auf der genannten Seite, links am Rand zu finden)

Speziell bei der Abseitsregel scheiden sich ja vermutlich wieder die Geister. Ich bin jedenfalls auch nicht für deren Abschaffung, aber für eine leichtere und klarer nachvollziehbare Auslegung. Finde, es gibt mittlerweile zu viele Fälle, wo es einfach zu unübersichtlich ist. Und wie oft wird denn jetzt tatsächlich die Maxime „im Zweifel für den Angreifer“ beim Abseits umgesetzt? Ich bin der Meinung, es sitzt eher „im Zweifel für die verteidigende Mannschaft“ in den Köpfen der Schiris, weil’s eben inzwischen doch als taktisches Mittel weitestgehend etabliert ist.


hurdiegerdie
23. Dezember 2010 um 0:01  |  4817

Tja, @08-15, Dan hält sich ja raus. Hatte mich schon so gefreut, ihm die Argumente um die Ohren zu hauen 😈

Dan/dein obiges Abseitsargument hatte ich schon behandelt. 😉


23. Dezember 2010 um 0:29  |  4818

Zitat:“im Zweifel für die verteidigende Mannschaft” in den Köpfen der Schiris, weil’s eben inzwischen doch als taktisches Mittel weitestgehend etabliert ist.“
..ich glaube eher, dass an dieser Ausrichtung die Öffentlichkeit „schuld“ ist: die Medien machen oft genug ein Fass auf, wenn auch nur das Füßchen im Abseits ist-manche Trainer und Klubverantwortliche ebenso…immerhin entscheidet ein Tor ein Spiel. Ein falscher Abpfiff einer Spielsituation bleibt im Spekulativen.
Das Verhalten der Schiris ist hier irgendwie ziemlich rational..:-)
Umgekehrt wär´s mir viel lieber-aber das müsste ein Umdenken von uns allen erfordern…


hurdiegerdie
23. Dezember 2010 um 0:40  |  4820

hmmm

Zitat:
Das Verhalten der Schiris ist hier irgendwie ziemlich rational..:-)
Umgekehrt wär´s mir viel lieber-aber das müsste ein Umdenken von uns allen erfordern…

Hmmm, Ich möchte da lieber nicht umdenken müssen, denn irrationale Entscheidungen der Schiedsrichter hatten wir gegen Hertha ziemlich viele .


23. Dezember 2010 um 0:45  |  4821

ich fürchte, du hast mich falsch verstanden-um Hertha geht´s nicht..
Die Schiris pfeifen lieber abseits, weil´s sonst kräftig auf die Mütze gibt-von allen Seiten-da ist es doch nachvollziehbar(und rational), dass sie im Zweifel lieber die Situation unterbrechen (und „abseits“ pfeifen).


hurdiegerdie
23. Dezember 2010 um 0:59  |  4822

ok @apolinaris,
das verstehe ich! Du meinst die Schiris pfeifen lieber vorher ab, um bei einem Tor hinterher sich nicht den Diskussionen eines vorangegangenen Abseits aussetzen zu müssen. Motto: lieber vorher das Tor verhindern (gibt weniger Diskussionen) als hinterher ein unkorrektes Tor eingestehen zu müssen.

Macht Sinn! Habe ich vorher nicht so verstanden, sorry.


hurdiegerdie
23. Dezember 2010 um 1:09  |  4823

Übrigens „macht Sinn“ habe ich als Provokation für einen hier noch schweigenden Ko-Kommentator benutzt, der zu Recht sagt, dass „Sinn machen“ eine Verdenglischung der deutschen Sprache ist (makes sense)

Also, es ergibt Sinn, es ist sinnvoll, man erkennt den Sinn dahinter, oder wie auch immer, lieber ( 😉 ) ….XY


Schlaumeier
23. Dezember 2010 um 7:11  |  4824

Ich denke Videobeweis und Chip im Ball wird es mit Leuten wie Blatter und dem ganzen greisen korrupten Pack sowieso niemals geben.

Es wäre ja schon en guter Anfang, wenn ein Schiedsrichter direkt nach Pfiff anzeigen muss, was er gepfiffen hat. Wieviele Szenen gibt es, wo der Schiri anscheinend selber nicht weis, was er gerade gepfiffen hat.

Im Eishockey funktioniert das ja auch.

Ansonsten bin ich für einen Videobeweis Pro Spiel /pro Mannschaft. Der Kapitän ist der einzige, der den Zeitpunkt dafür festlegen darf.

Das ganze wird dann über die Stadionleinwände eingeblendet. Das sollte auch den Schiris genug Druck machen, die eventuelle Fehlentscheidung zu überdenken.

Es kann nicht sein, dass sich der Fußball die letzten Jahre völlig verändert hat. Er ist ist schneller, besser und präziser. Die Schiris aber Halbgötter in schwarz, die sich aufführen, als würde Ihnen die Welt gehören.


Sir Henry
23. Dezember 2010 um 7:46  |  4825

Ach Hurdie, am Ende des Tages macht Sinn schon Sinn. 😉


Herthaner4ever
23. Dezember 2010 um 8:08  |  4826

Ich bin gegen den Videobeweis, einfach, weil es unfair ist. Es sind nun mal nicht in jedem Spiel in jedem Wettbewerb genauso viele Kameras im Einsatz, ggf. sogar in manchen Stadien baubedingt. Außerdem, wie sollte es aussehen, wenn eine Szene wegen Abseits abgepfiffen wird ? Schiri sagt:“ Okay, war doch kein Abseits, wir spielen an der Stelle weiter, jeder geht wieder da hin wo er war, und Du, Stürmer bist wieder in vollem Lauf!“ Wie soll das gehen ? Okay, man könnte jede Abseitsszene laufen lassen, bis das Spiel danach wieder unterbrochen ist (was ne ganze Weile dauern kann) dann das Video anschauen und dann die Entscheidung treffen. DAS würde die Dynamik des Spiels ungehauer beeinflussen. Wenn aber Videobeweis, dann für jede Szene, nicht nur für manche, daher ist für mich auch klar, „jede Mannschaft darf so und so oft den Beweis verlangen“ ist auch Quatsch. Wenn muss es einen Oberschiedsrichter geben. Aber wie gesagt, ich bin GEGEN den Videobeweis.
Kontra Chip im Ball: Ja, was ist denn, wenn der nun mal kaputt ist ? Zumal nicht nur ein Ball im Spiel ist. Nehmen wir mal an, Ball ist knapp im Tor, Chip ist aber kaputt. Folge: Kein Tor. Es regt sich aber zunöchst auch keiner auf. Anderer Ball im Spiel (bekanntlich wird nicht nur mit dem einen Spielball gespielt) – hier ist der Chip ok. Das ist doch im Zweifel eine klare Benachteiligung ? Zumal sich sicher hinterher nicht mal mehr zweifelsfrei klären lässt, welcher Ball es denn nun war, der im Tor war, aber es nicht angezeigt wurde.
Größere Tore oder mehr oder wenigr Spieler ist nonsens.
Meine Vorschläge sehen ganz anders aus:
1.) Für Unsportlichkeiten, die nicht als Foul zu werten sind, würde ich beim ersten Verstoß keine gelbe Karte zeigen sondern 5 Minuten Zeitstrafe verhängen. Im Wiederholungsfall gibt es dann gelb (ohne Zeitstrafe)
2.) kein Gelb mehr für so Banales wie Trikot ausziehen oder auch für Meckern, auch keine Zeitstrafe (Die Wut muss raus, es ist auch ok, wenn der Schiri merkt, dass die Spieler nicht einverstanden sind, Beleidigungen oder zu starkes Meckern ist dann natürlich immer noch mit Gelb oder Zeitstrafe zu bestrafen.)
3.) Nachspielzeit: Der 4. Offizielle stoppt die zeiten bei Unterbrechungen durch Verletzungen. Dazu wird für jede Auswechslung in dieser Halbzeit pauschal 30 Sekunden draufgeschlagen. Andere Unterbrechungen obliegen dem Ermessen des 4. Offiziellen (dazu gehört natürlich auch, dass er für Wechsel, die ihm zu lang waren noch zusätzliche Zeit draufschlägt. Diese Zeit wird angezeigt – und ist für den Schiri verbindlich (was es jetzt nicht ist). Er kann immer noch länger spielen lassen, aber nicht kürzer.
4.)Einführung der Torrichter diese sollen dann aber auch auf Fouls und Schwalben im Strafraum achten. Die Linienrichter sollen sich auf Abseits beschränken – Fouls und anderes sollen sie nur beurteilen, wenn sie in einem bestimmten Abstand von Ihnen geschehen – also z.B. in dem Streifen zwischen grundlinie und der (gedachten) Verlängerung der Strafraumgrenze. So kann es dann nicht passieren, wie im Paderbornspiel, dass der 30m entfernte, sichtbehinderte Linienrichter ein Ramosfoul erkennt, dass der bestens postierte Schiri 3m daneben nicht sieht.
5.) Videobeweis im Nachhinein: ja! Die Tatsachenentscheidung im Spiel bleibt bestehen. Aber Spieler, die aufgrund der Fehlentscheidung gesperrt werden müssten, werden dann generell freigesprochen
6.) Harte Geldstrafen aber auch Sperren im Nachhinein für nachträglich überführte Schauspieler, Handtorschützen und ähnliches, was erst nach dem Spiel festgestellt wird.
7.) Anwesenheitspflicht für den Schiri bei der PK nach dem Spiel
8.) Veröffentlichung des Spielberichtsbogens nach dem Spiel
9.) Internationaler Schiedsrichterpool aus denen die Ligen sich bedienen können und in besonders brisanten Spielen eben Schiris ansetzen, die unverdächtig sind, für die einen oder anderen zu sein. Angenommen es spielt X gegen Y, X spielt um die Meisterschaft, Y gegen den Abstieg. Schiris aus dem regionalen Umfeld von X oder Y kommen nicht in Betracht. Schiris aus dem regionalen Umfeld von Konkurrenten von X oder Y sollten auch nicht in Betracht kommen. Dann gibt es vielleicht noch Schiris, die eine bestimmte Vorgeschichte bei X oder Y haben. Die sollten auch nicht angesetzt werden. Also nimmt man z.B. einen Engländer, der ist unverdächtig, eher für X oder eher für Y zu sein.


Dan
23. Dezember 2010 um 8:27  |  4827

Da jemand herausfordernd streitlustig ist, werde ich mal sehen ob ich sinnvoll und leidenschaftslos antworten kann.

Videobeweis andere Sportarten:
Ich nehme mal die drei Sportarten die mir bekannt sind, in der der Videobeweis zugelassen ist -> American Football, Eishockey und Basketball. Alle drei Sportarten sind zeitgesteuert, bedeutet es kann die Spielzeit angehalten werden und ggf. zurückgesetzt werden. Dies ist bisher im Fussball nicht vorgesehen.
Das bedeutet, dass neben der bisher schon statistisch nachgewiesenen 55 Minuten reine Spielzeit (WM 2010) weitere Zeitverluste hinzukommen würden.

http://www.weltwoche.ch/onlineexklusiv/details/article/stockender-spielfluss.html
——
Zitat daraus:

„Die Universität Augsburg hat solche Unterbrüche systematisch untersucht. Das Ergebnis: Fussballpartien werden durchschnittlich 117 Mal unterbrochen. Tatsächlich läuft der Ball statt 90 Minuten nur 55 Minuten. Nach jedem Anpfiff dauert es somit im Schnitt genau 28 Sekunden bis zum nächsten Unterbruch.“
——-

Wenn man nun auch noch weiß, dass es im Schnitt 1. Minute Nachspielzeit in der ersten Halbzeit gibt und 3. Minuten in der zweiten Halbzeit, die ja auch unterbrochen werden, dann gibt es doch recht wenig Fussball für den Stadionbesucher. Nun soll es also noch weitere Unterbrechungen für den Videobeweis geben.

Dazu soll dann der Stadionbesucher von der Entscheidung ausgeschlossen werden(Krawalle/Unruhen), wärend der Fernsehfan (der nichts für die Stadionstimmung tut) den vollen Service von Zeitlupen, Wiederholungen und Entscheidungshilfen bekommt.

Ich denke der erste Ansatz des Videobeweises, es „gerechter“ zu machen ist nicht falsch, aber dann sollte man eine effektive Spielzeit einführen. Also mit Zeit anhalten und Rücksetzung.

Ich bin schon geschockt von den 55 Minuten effektive Spielzeit, ich war von einer um 74 Minuten aus einer alten Statistik ausgegangen und wollte nur mal die genau Minutenzahl überprüfen und dann läuft mir die Uni Augsburg vor die Argumentationsflinte.

Wenn ich also daran denke das Fans 10 Minuten bis 16+ Stunden unterwegs sind um ihre Teams zuhause oder auswärts zu sehen und am Ende nur 45 Minuten Fussball geboten bekommen und von Spielentscheidungenshilfen ausgeschlossen werden, dann frage ich mich nicht ob der Fussball gerechter da durch wird, sondern ob es sich noch lohnt ins Stadion zugehen.

Wenn also über solche Hilfsmittel entschieden werden soll, dann sollte meines Erachtens als erstes darüber entscheiden, wie der Kunde vor Ort (Stadion) wieder das geboten bekommt, warum er hingeht. 90 Minuten Fussball.

Daher würde ich erst wieder über den sinnvollen Videobeweis diskutieren, wenn es effektive Spielzeitmassnahmen gibt (Zeitanhalten/zurücksetzen usw.). In erster Linie LEBT dieses Spiel durch den Stadionbesucher, auch wenn er nicht das meiste Geld einbringt, aber Fernseh-Livebilder aus einer leeren Betonschüssel viel Spass. Immer weniger Fussball für höhere Preise diese Spirale ist nicht unendlich.

Ich glaube für einige ist die Argumentation vielleicht nicht nachvollziehbar, weil sie sich nicht direkt damit befasst, aber anderseits geht es nun mal in erster Linie um Fussball. Ich als Heim-Dauerkartenbesucher und ehemaliger Fan-Globetrotter habe eine andere Sicht- und Herangehensweise.

Die andere machbare und sinnvolle Videobeweisführung hatte ich schon ausführlich an anderer Stelle hinterfragt.

Also @hurdiegerdie ich hoffe ich bin Deinen Erwarten gerecht geworden, ob ich berechenbar Dir entgegen gekommen bin bezweifle ich. 😉


wilson
23. Dezember 2010 um 9:27  |  4829

Viele sehr interessante Sichtweisen.
Ich habe beim Schreiben eines Kommentars zu diesem Thema gemerkt, dass je mehr ich schrieb, desto häufiger mir selbst widersprochen habe. Daher kurz:

Chip im Ball nur für die Torentscheidung.
Kein Videobeweis.
Bloß nicht mehr als vier Schiedsrichter.

Was meiner Ansicht nach weiterhin einer Korrektur bedarf, ist die Gleichbestrafung durch Gelbe Karte bei Meckern und Foulspiel.
Ich bin noch immer überzeugt, dass beide Vergehen nicht gleich hart bestraft werden dürfen und ein großer Anhänger von Zeitstrafen für Meckerer und Dauerreklamierer, Zeitschinder und Trikotauszieher.
Wer permanent meckert, braucht Zeit wieder runterzukommen. Draußen.
Wer Zeit schinden will, soll Zeit erhalten. Draußen.
Wer sein Trikot ausziehen möchte, soll Zeit haben, es in Ruhe wieder anziehen zu können. Draußen.

Abschließend möchte ich aber noch die in der Überschrift gestellte Frage beantworten:
Wo liegt die Zukunft des Fußballs?
Auf´m Platz.


Blauer Montag
23. Dezember 2010 um 10:28  |  4831

Wo liegt die Zukunft des Fußballs?
Die Antwort ist einfach: in den Schweizer Bergen.

Dort hat die FIFA ihren Sitz, genauso wie das IOC und viele andere Sportverbände. Körperschaften nach Schweizer Recht, deren Vermögenswerte nicht publizitätspflichtig sind. An dem Regelwerk des Fußballs wird sich nur dann etwas ändern, wenn dies zur besseren Vermarktung der Sportart dienen könnte.


pan-flöte
23. Dezember 2010 um 10:36  |  4832

Ganz starkes Ebi-Interview in der MoPo. Kompliment, Männer!

Aber warum hat das Gespräch keiner unserer Blog-Chefs geführt? Oder hast du dir einen Künstlernamen zugelegt, Bremu? 😉 Oder dürfen wir hoffen, dass ihr uns hier bald zu dritt mit frischem Hertha-Futter versorgt?

Frohes Fest an alle!


catro69
23. Dezember 2010 um 10:58  |  4834

@ Dan,
wenigstens Einer schneidet das Thema Geld an.
Der elektronische Pipapo an der Seitenlinie, im Ball und im All kostet.
Aus unserer deutschen Sicht mag das kein Problem sein, aber wie sieht es in anderen Ländern aus, die müssen gar nicht so weit weg sein.
Bleiben wir in unserem schönen, verschneiten, fußballverrückten, Land.
Ich sehe das Grundübel im Amateurstatus der Schiedsrichter auf Profiebene.
Der Zahnarzt, der sich am WE das Abenteuer Bundesliga gibt, ist doch irgendwie „merkwürdig“.
Ein Schiedsrichter der nur seine Aufgabe, das Schiedsrichten, im Kopf hat, dürfte auf Dauer „fehlerfreier“ sein.
Warum werden ehemalige Fußballprofis so selten, oder sagen wir nie, Schiedsrichter? Weil sie sich den angestaubten, amateurhaften, Regeln des DFB unterwerfen müssten. Sie müssten sich hochdienen aus der Kreisliga, bis sie dann dort angekommen sind, wo sie vielleicht hinwollten, ist ihre Zeit schon wieder abgelaufen.
Nem ehemaligen Profi traue ich die Geschwindigkeit des Spiels eher zu, als nem Maschinenbauingenieur.
Im Moment dürfte sich jeder, auch ich, fragen, „sind die denn nicht voreingenommen?“
Ja und nein, kommt auf den Charakter des angehenden Ex-Profi-Profischiedsrichters an.
Aus meiner aktiven Amateurzeit ist bei mir hängengeblieben, dass die vereinseigenen Ersatzschiris meistens eher gegen mich/uns entschieden haben, schon um diesem Vorwurf der Parteilichkeit zu entgehen.
Dazu kommt, dass im Zuge des letzten Schiriskandals ja auch SMSen mit eindeutigen Inhalten à la „bloß nicht die Bayern, die mag ich nicht“, aufgetaucht sind, wo soll dann da der Unterschied sein? Ich gehe davon aus, dass diese Zu- bzw. Abneigungen menschlich sind und kein Schiri davon frei ist.
Sobald der Profischiedsrichter eingeführt ist, sollte es einen internationalen Austausch geben, Was spricht dagegen einen Profi für zwei, oder mehr, Monate ins Ausland zu schicken? Beim Amateur in Festananstellunng oder mit eigener Praxis ist das schon schwieriger, wenn es nicht gerade die EM oder WM ist.
Betrugsangeboten sieht sich ein Profischiedesrichter genau so ausgesetzt, wie unsere Amateure.
Ums kurz zu machen, Amateure pfeifen Profis beim Profisport, da ist ein Fehler drin. Quereinsteigern (Ex-Profis) muss es leichter gemacht werden zu Schiedsrichtern, der Anreiz dazu (Absicherung, in der Branche bleiben) muss gegeben werden. Es kann ja nicht sein, dass die Ehemaligen nur Trainer, Manager oder Zeugwart werden, weil es da noch was zu verdienen gibt, als Schieri aber zu Anfang nur ein Fahrtkostenersatz am Spieltag.
Bin ein wenig vom eigentlichen Thema abgewichen, dafür bitte ich um Vergebung, aber bevor wir Videobeweise diskutieren, sollten wir erstmal die regelkundigen Unparteiischen auf eine Stufe mit den Profis stellen, ihnen dann die neuesten Werkzeuge in die Hand zu geben, ist der nächste Schritt.
Vorweihnachliche Grüße


wilson
23. Dezember 2010 um 11:07  |  4835

@ catro69
„Der Zahnarzt, der sich am WE das Abenteuer Bundesliga gibt, ist doch irgendwie “merkwürdig”.“

Zahnarzt und merkwürdig

Sehr hübsches Wortspiel !


Dan
23. Dezember 2010 um 11:21  |  4836

@wilson

Ich sage nur: „Steve Martin als Dr. Orin Scrivello“

„She (mother) said, „My boy, I think someday
You’ll find a way
To make your natural tendencies pay
You’ll be a dentist
You have a talent for causin‘ things pain
Son, be a dentist
People will pay you to be inhumane
Your temperament’s wrong for the priesthood
And teaching would suit you still less
Son, be a dentist
You’ll be a success“
🙂
„Au Backe“ gibt es auch bei Youtube sucht nach: „Son be a Dentist“


ubremer
ubremer
23. Dezember 2010 um 11:23  |  4837

@pan-flöte,

danke für das Kompliment, reiche es an den Kollegen Julien Wolff weiter. An den wird sich der eine oder andere von Euch erinnern. Julien hat anderthalb mit uns Hertha betreut, schreibt seit dem Sommer aber für die WELT (wir sind bekanntlich eine Redaktion). Zu dem Interview-Termin mit Patrick Ebert ist er gekommen, weil Ebert zu einer TV-Aufzeichnung im Springer-Verlag war – und Julien gerade Zeit hatte.


Freddie1
23. Dezember 2010 um 11:35  |  4838

Mal Off Topic: Die Zeitung mit den großen Buchstaben meint, dass wir uns um Pröll und Hildebrand bemühen sollen. An die Blog-Väter: könnte da was dran sein? Wobei ich vermute, dass der gute Timo für uns zu teuer wäre.
Ps: Ja, das Interview mit Ebi ist gut.
An @alle: ein frohes Fest


ubremer
ubremer
23. Dezember 2010 um 11:47  |  4839

@Freddie,

ich bleibe dabei: Wenn andere losrennen, muss man selbst nicht immer mitrennen.
Wie schon mehrfach geschildert:
1) Erst Aerts mal ins Training am 28. Dezember einsteigen lassen.
2) Aerts im Trainingslager vom 2. bis 8. Januar beobachten.
3) Entscheidung abwarten, ob Aerts fit ist.
4) falls nicht, dann kann man sich seriös mit Alternativen beschäftigen 😉


23. Dezember 2010 um 11:48  |  4840

Off-Topic „Ebert-Interview“: Jep, bestätige auch, kommt gut! Wenn der Junge das hält, was da in dem Interview an gewissem Reifeprozess zu Tage kommt, wird das vielleicht doch noch was.

Ob er „uns (Fans) was schuldig ist“, sei mal dahin gestellt. Meine Bitte an ihn: In der Rückrunde angreifen, aber bitte nicht übermotiviert. Ich kenne mich zwar mit Kreuzbandverletzungen selbst nicht aus aus, aber die Erfahrung bei diversen Spielern zeigt ja, dass trotz mitunter in Rekordzeit durchgeführten Reha’s, der Neustart nicht unbedingt immer ruckelfrei läuft. Da also unbedingt Geduld mitbringen.

Ich ERWARTE NICHT, dass Ebert für die Rückrunde ein vollwertiger Neuzugang wird. Lasse mich aber auch gerne überraschen. Nur, der Kader ist schon ziemlich groß und ich fürchte, er wird sich da selbst jetzt von Anfang an Druck machen, um auch unbedingt in den Kader reinzukommen. Irgendwo verständlich, aber nach so einer Verletzung auch heikel, wie ich finde.

Ich drücke jedenfalls die Daumen, dass das Knie hält und es nicht sofort wieder eine Folge- oder Nebenverletzung gibt.


Herthaner4ever
23. Dezember 2010 um 11:49  |  4841

Mein Beitrag vorhin war etwas lang, daher möchte ich meine 9 Vorschläge noch mal kurzfassen. Wer nähere Begründungen haben will schaue sich einfach noch mal meinen Beitrag von 08:08 an.

Wie gesagt, bin gegen Viderobeweis und gegen Chip im Ball, Begrünung siehe 8:08. Als weiteren Grund möchte ich mich noch Dan anschließen (die Sache mit der Effektivspielzeit).

Meine Vorschläge waren:
1.) statt gelb für Meckern, Trikot ausziehen u.ä. beim ersten Mal 5 Minuten Zeitstrafe statt gelb, gelb erst im Wiederholungsfall
2.) Wenn Meckern und Torjubel im Rahmen bleibt, also nicht beleidigend oder der Torjubel provozierend wird, würde ich von einer Starfe sogar ganz absehen, wenn es übertrieben wird, dann gilt 1.)
3.)Nachspielzeit: pro Wechsel pauschal 1/2 Minute, bei Verletzungen stoppt der 4. offizielle die Zeit, die so ermittelte Summe kann der 4. offizielle in seinem Ermessen ggf. noch erhöhen. die wird dann angezeigt und ist für den Schiri VERBINDLICH! Länger darf er aber spielen, wenn erforlderlich.
4.)Torrichter einführen, die dann aber auch Szenen im Strafraum beurteilen sollen; Linienrichter auf abseits und das was unmittelbar vor ihnen passiert beschränken
5.) Videobeweis im Nachhinein: Nachweislich unschuldige Spieler sollen freigesprochen werden können, auch ohne Gnade des Schiris. Die tatsachenentscheidung im Spiel bleibt unverändert.
6.) Harte Strafen für Schauspieler, Hand-Torschützen (oder Torverhinderer mit der Hand)
7.) Anwesenheitspflicht für Schiris auf der PK nach dem Spiel
8.) Veröffentlichung des Spielberichtsbogens
9.) Internationaler Schiedsrichterpool, dem kann man sich bedienen für besonders brisante Spieler. Anforderung für die Schiris: Sollten FIFA-S chiris sein.


Freddie1
23. Dezember 2010 um 11:53  |  4842

@ubremer: is ja jut. 😉
Danke trotzdem. Am liebsten wär mir natürlich auch, dass Ebi und Aerts wieder richtig fit werden.


f.a.y.
23. Dezember 2010 um 11:54  |  4843

Ach schön, dieser Blog macht wirklich Spaß. Welch tolles Thema und vor allem eine nie enden wollende Geschichte (um auch gleich mit zurückgedeutschten Anglizismen zu kommen).

1. Chip im Ball: ist mir ehrlich gesagt egal, soll kommen, soll wegbleiben. Herthas Problem ist ja eher generell das Toretreffen… 🙂

2. Videobeweis. Da bin ich 100% bei @Sir Henry. Wir machens wie beim American Football. Jede Mannschaft bekommt eine Challenge, darf also einmal ein Fähnchen werfen und damit die Entscheidung des Schiris anzweifeln. EINMAL pro Spiel. Der Schiri geht dann in die Box, hat 1 Minute Zeit die fragliche Szene aus allen Perspektiven noch einmal anzugucken und entscheidet danach. Nimmt er seine Entscheidung zurück, gehts normal weiter. Bleibt er bei seiner Entscheidung, darf einmal weniger gewechselt werden. Hat man bereits dreimal gewechselt, kann man keine Challenge mehr einfordern, sondern muss das Fähnchen abgeben.

Kein Trainer wird also wahllos das Fähnchen werfen, denn zwei Einschwechslungen pro Spiel sind ausser für Herrn Funkel wohl für jeden eine Herausforderung. Das Spiel wird für eine Minute unterbrochen, die wird nachher unabhängig von der Entscheidung des Schiris nachgespielt. Immer. Verpflichtend.

3. Zeitschinden: hier muss der Schiri einfach schneller gelb geben, dann erledigt sich das von selbst.

4. Schauspielerei: schwierig. Ich wäre zwar auch dafür, Scheinverletzte mit „Zeitstrafen“ zu belegen, sehe aber auch ein Risiko. Warum sollte man dann nicht das Ziel ausgeben: haut die Gegner um, vielleicht geraten wir so für zwei, drei Minuten in Überzahl. Was nun? Zeitstrafen dann auch für die Foulenden? Und wie soll der Schiri erkennen, ob es echt oder gespielt ist? Wenn er das könnte, müsste er dem Schauspieler nur direkt wegen „unsportsmanlike conduct“ also unsportlichem Verhalten eine gelbe Karte zeigen. Dies wird nämlich im American Football ebenfalls bestraft.

P.S. Wenn der Trainer das Fähnchen geworfen hat, kann der Schiri danach ja noch genug Fehlentscheidungen treffen über die sich der gemeine Fussballfan dann die ganze Woche aufregen kann! Da wäre dann für jeden was dabei.


L.Horr
23. Dezember 2010 um 12:06  |  4844

*Pro „Chipkarte“ im Ball. Relativ geringer Aufwand für 100%ige Bestätigung.

*Pro „fortlaufender Videobeweis“ . Da der Chip im Ball schon die Tor-Frage vollends bedient , bliebe dem Schiedsrichter fortlaufend gestattet sich bei eigener Unsicherheit über sein Head-Set Klarheit zu verschaffen.
Ich denke das der Schiedsrichter sich nicht der Blöße hingeben würde über Gebür Video-Hilfe anzufordern , so das dieses Hilfsmittel nicht inflationär genutz würde.


23. Dezember 2010 um 12:29  |  4845

Eine Sache fällt mir noch ein: Die Winterpause sollte verlängert werden und die Sommerpause verkürzt, vielleicht sogar die Saison in einem Kalenderjahr ausspielen – Frühjahr bis Herbst.


sunny1703
23. Dezember 2010 um 12:52  |  4846

Ich finde diese Diskussion nicht so dringlich, weil ich der Meinung bin, die Medien drücken uns ein Thema auf, mit welchem Hintergrund ist leicht erkennbar.
Grundsätzlich ist es ja nicht so,dass sich in den letzten 20 Jahren nichts im Fußball verändert hat,im Gegenteil viele regeln haben Änderungen erfahren.
Wenn die gleiche Menge an regeln in den nächsten 20 Jahren geändert werden,wird unter dem was eingeführt, auch einiges des hier beschriebenen drunter sein.
Die Frage ist was für eine Zukunft wird hier angesprochen,die kurzfristige oder eine weiter entfernte?!
Kurzfristig halte ich drei Dinge schnell für durchsetzbar,die einführung der Torrichter im gesamten Fußball also auch den niedrigen klassen,diese sollen auch eine Art zusätzlicher Strafraumrichter sein.Für den Anfang ist das schon mal eine Hilfe.
Und es gehören den Schiedsrichtern Ermessensentscheidungen abgenommen,es gibt abseits oder es gibt keins aber nicht ein im Zweifel.Hier lässt eine regel(Gesetze) verschiedenartige Interpetationen zu ,und sorgt nur für weiteren Diskussionssprengstoff,bis hin zu dem Verdacht der spielmaipulation.Ich halte auch die passive Abseitsregel in der jetzigen Form für interpretierbar ,die entweder klarer gestaltet werden muss oder abgeschafft gehört.
Einige Bemerkungen zu einzelnen Beiträgen.
@catro69
Selsbt Profischiedsrichter sind keine Garantie für bessere Leistungen abgesehen davon,dass sich unsere Schiris auch von dem was sie für ihren Spieleinsatz bekommen,Sonntags ein Ei leisten können.
Allerdings wage ich zu bezweifeln,dass ein Ex Profi besser pfeifen wird,denn als Profifußballer muss er ganz andere Dinge beherrschen wie ein Schiedsrichter.Und ich glaube ein Ex Profi wird sich diesen Anti Schiri Krawall der Fans nicht antun,das wird eine Erfahrung seiner Profikarriere sein.
@Dan
Dein Report ist sehr interessant,allerdings erscheint mir Deine Forderung dann doch zu weit in den Fußbal eingreifend.
Denn über eins müssen wir uns im Klaren sein,90 minuten nettospielzeit hieße nach dem was die in Augsburg für eine jetzige nettospielzeit rausgefunden haben,eine Spielzeit von etwa 140 Minuten ,was widerum die Frage nach vermehrten Wechseln zur Folge hätte,nach verkleinerten Spielfeldern usw.
Ich gehe mal davon aus,dass Du dann für 60 Minuten Nettospielzeit wärst?!
Was kann ich mir vorstellen,zuerst mal und da gehe ich mit apollinaris mit,sollen Spieler im nachhinein noch für Schwalben etc bestrft werden können und zwar mit spielstrafen,schwalben und Rot scheint mir eine sinnvolle Lösung zu sein das abhebesyndrom zu beheben.
Ich möchte mich auch nicht anderen techniken verschließen,sofern sie den Charakter des Spiels nicht verändern und sie nicht einer fernsehgerechten aufmachung ausschließlich dienen.Eine Abschaffung des Abseits hätte aber eine vollständige Veränderung des Fußballs zur Folge.
Eine Torkamera oder ein Chip im ball,bitte wenn das funktioniert,warum nicht.
Wenn irgendwann eine Hilfe für die assis möglich ist,die sie bei Abseitsentscheidungen unterstützt,….es wäre ja schon etwas,wenn sie den blick nur noch auf die Abseitslinie halten müssten und nicht auch noch den zeitpunkt der Ballabgabe im auge haben müssen.
Zur zeit scheint ein Videobeweis überflüssig,da es noch reichlich möglichkeiten gibt,Veränderungen in den Fußball zu bringen.

Vergleiche mit anderen Sportarten sind trügerisch,denn man könnte ja auch mal vorschlagen,dass Eishockeyspieler barfuß aufs eis kommen ,basketballspieler den ball auch mit den füßen spielen können, oder Footballspieler aufhören solche weicheier zu sein und ohne irgendwelchen körperschutz auf den platz kommen und beim baseballnstatt zur base zu rennen nur noch hüpfen dürfen,aber diese verkalkten verbände machen das nicht!

Meine Güte,was macht Ihr nur ,wenn Hertha aufsteigt ,trotz all dieser fehlentscheidungen oder was macht Ihr erst,wennHertha nicht aufsteigt,obwohl der Videobeweis mit Oberschiri überall gilt.?!

Und zu guter letzt,was nutzt all diese Technik,wenn dann im Winter analog zur Bahn oder zu den Flugzeugen die ganze Technik versagt?!

Warten wir es ab,ich prognostizere bis 2020 einige grundlegende änderungen…..

lg sunny


sunny1703
23. Dezember 2010 um 12:53  |  4847

@DepecheMode
Ein sehr guter Vorschlag,endlich wirklich mal etwas für den Fan!


sunny1703
23. Dezember 2010 um 13:00  |  4848

Ich möchte an dieser Stelle Euch allen und Euren Familien ein frohes und besinnliches Fest wünschen.
Lasst Euch reich beschenken und genießt das Fest im Kreis Eurer Lieben ,so wie Ihr es Euch wünscht!

Für die die zwischen den Tagen wegfahren schon einen guten Rutsch und ein erfolgreiches und vor allem gesundes Jahr 2011…

Danke auch an ubremer und dstolpe für die Schaffung eines gelungenen blogs und Eurer fleißigen Arbeit und Beteiligung hier!:-)

Und uns allen ab Sommer 2011 wieder Punktspiele gegen Dortmund,Bayern und Schalke 🙂

lg sunny


Dan
23. Dezember 2010 um 13:18  |  4849

@Herthaner4ever
Ich würde es garnicht so kompliziert machen.

Was spricht dagegen:

Ball geht ins Aus -> Zeit anhalten
Ball wird ins Spiel gebracht -> Zeit läuft wieder

Freistoß wird gepfiffen -> Zeit angehalten
Ball wird freigegeben (Ballkontakt) -> Zeit läuft wieder

Tor geschossen -> Zeit angehalten
Anstoss -> Zeit läuft wieder

usw.

Die Zeit wird im Profibereich offiziell im Stadion angezeigt, weil es dafür offizielle Zeitnehmer gibt, im Amateurbereich arbeitet der Schiri eben mit der Stoppuhr so gut es geht.

Da können die Spieler sich auf dem Feld rumwälzen, Torhüter sich Zeit lassen beim Abstoß lassen, Jubelarien stattfinden wie sie wollen, es geht nichts von der Spielzeit verloren und vorallem was gut ist, es unterbricht oder bereinträchtigt das Spiel nicht. Aber das ganze Zeitgespiele fällt weg. Kein Torhüter wird mehr die 30 bis 60 Sekunden brauchen um einen Abstoß auszuführen und wenn doch, dann bringt es dem Team nichts. Da können die Verletzungen makieren wie sie wollen, es tickt keine Zeit runter.

Sollten Torhüter, Jubler doch zuviel nicht gezählte Zeit verbrauchen, gibt es sicherlich die Möglichkeit nach einer angemessenen Zeit dieses mit Gelb zubestrafen, oder Jubler später aufs Feld zulassen.

Ich persönlich denke, dass ist eine Reglung, die dem Fussball in keinsterweise schadet, aber im Keim schon das ganze Zeitgeschinde erstickt, weil es daran nichts mehr zugewinnen gibt. Nachspielzeit Diskussionen werden überflüssig.


f.a.y.
23. Dezember 2010 um 13:33  |  4852

@Dan: Hm Was aber bedeutet, dass ein Team z.B. in Unterzahl dennoch öfter mal langsam machen wird, um die eigenen Kräfte zu schonen. Und dann bleibt es wieder im Ermessen des Schiedsrichters gelb zu geben oder nur die Zeit anzuhalten. Warum nicht GLEICH schneller gelb?

Auch wenn ich American Football für die beste Sportart der Welt halte, glaube ich, dass das Zeitstoppen dem Fußball schaden würde. Der Reiz ist doch grade, dass die Zeit weiterläuft und dass das halt auch taktisch genutzt wird -okay. Ich will nicht um 13.00h (oder hoffentlich bald wieder um 15.30h) ins Stadion gehen und nicht wissen, ob ich nach zwei oder drei Stunden das Ergebnis weiss. Beim Football ist das anders, weil die Amis andere Zuschauer sind. 1. Guckt die Masse vor dem Fernseher, Atmosphäre im Stadion ist eher so lalala. 2. Geht man eigentlich nur ins Stadion, um mal woanders zu essen.

@all: entspannte Feiertage mit oder ohne Familie.


Treat
23. Dezember 2010 um 13:38  |  4855

@dstolpe:
Ja, ich meinte natürlich die Wiederholung für die Zuschauer vorm TV. Ich bin ebenfalls unsicher, was die Reaktionen im Stadion betrifft, allerdings könnte man auch optimistisch mutmaßen, dass Fans, die eine Schiri-Entscheidung mit den entsprechenden Zeitlupen auf der Videoleinwand bestätigt sehen, sich eher ruhiger verhalten würden. Ich würde dann aber nur die Beweisszenen einblenden und nicht ALLE Wiederholungen, die man im TV zu sehen bekommt.

Einige haben hier die Frage aufgeworfen, wie man nach einem falschen Abseitspfiff das Spiel wieder aufnehmen könnte. Ich verweise dazu auf meinen obigen Vorschlag, den AbseitsPFIFF eben abzuschaffen, das Abseits nur noch durch den Linienrichter anzeigen zu lassen und für den Fall, dass sich daraus keine entscheidende oder Spiel unterbrechende Szene ergibt, die Fahne – analog zur Vorteilsregelung – nach einem angemessenen Zeitraum (ca. 5 Sekunden) wieder zu senken.

Für deutlich konsequenteres Vorgehen gegen Schauspieler und Simulanten war ich schon immer, gern auch mit dem Mittel der nachträglichen Sperre. So etwas möchte ich auch und vor allem nicht bei meiner eigenen Mannschaft sehen, da geht mir regelmäßig die Hutschnur ab!

Ebenso muss es die Regel sein, Spieler, die nachweislich keinen Grund für eine gelbe, gelb-rote oder rote Karte geliefert haben, im Nachhinein frei zu sprechen. Dazu gehört neben der definitiven Spielberechtigung ab dem folgenden Spiel auf jeden Fall auch die Löschung der jeweiligen Karte, weil zumindest die gelben Karten sonst ja durch die Additionsregel irgendwann doch wieder unberechtigt zu einer Sperre führen würden.

Allerdings würde ich Spielwiederholungen durch im Nachhinein korrigierte Entscheidungen kategorisch ausschließen, weil das sonst ein Fass ohne Boden wäre. Wenn außerdem – meinem Vorschlag gemäß – eine permanente Überwachung durch einen Oberschiri gegeben wäre, müssten ja ohnehin nur extrem wenige Entscheidungen nach dem Spiel überprüft werden, die meisten würden ja schon während des Spiels richtig getroffen, notfalls eben per Videobeweis.

Nach @Dans Argumentation ist mir nun noch klarer als vorher, dass wir unbedingt die Einführung der Effektivspielzeit benötigen, um auch hier dem Betrug endlich einen Riegel vorzuschieben. Vorher war ich ja auch schon dafür – siehe oben – nun aber habe ich noch einige Argumente mehr dafür aufgenommen, danke dafür, Dan.

Auch den Beitrag von @chrome möchte ich hier unbedingt noch lobend hervorheben und mich seinem Appell : „Blatter raus“ aus voller Kehle anschließen! 😉

Die Idee einiger, das Wechselkontingent nach einer Challenge zu reduzieren, halte ich für super. Dann könnten die Trainer unter Umständen sogar entscheiden, im Spiel bis zu 3 Challenges zu verlangen, dürften dann aber ggf. überhaupt nicht mehr wechseln. Reizvolle Idee zur Selbstregulierung und zum verantwortungsbewussten Umgang mit diesem Instrument. Die Widerspruchsmöglichkeiten jedes Teams dürften natürlich nicht die Möglichkeiten des Platz- und des Oberschiris begrenzen, nach eigenem Ermessen jede weitere wichtige Szene im Spiel zu überprüfen und dann zu entscheiden. Ich bin überzeugt, dass es in über 90 % der Situationen dafür keiner Minute bedürfte. Die Diskussionen, die es jetzt nach jeder strittigen Szene auf dem Platz gibt, dürften erheblich mehr Zeit kosten.

Und was die Vergleichbarkeit bis hinunter in den Amateurbereich angeht: Das ist für mich ein verblendet romantisches und naives Argument. Seit wann hat denn der Amateursport dieselben Bedingungen und technischen Möglichkeiten wie der Profisport, in dem es um Millionen für die Vereine aber auch – ebenfalls sehr gut von @Dan dargestellt – um das viele Geld der zahlungswilligen Zuschauer geht?

Die hier diskutierten Regeländerungen und technischen Hilfsmittel, bzw. der Personaleinsatz sollten für den Bereich des Profifußballs oder meinetwegen zumindest für die erste und zweite Liga gelten. Und wenn bei einem Spiel eben mal eine Kamera weniger steht, dann muss der Oberschiri eben nach den dortigen technischen Möglichkeiten entscheiden, so ist das nun mal. Fairer als es zurzeit ist, wäre es dann meines Erachtens immer noch.

Blauweiße Grüße
Treat


f.a.y.
23. Dezember 2010 um 13:38  |  4856

P.S. Weil immer so auf der Zeitschinderei in den letzten Minuten rumgehackt wird: auch wenn ich das besipielsweise beim Spiel Sevilla-Dortmund auch übertrieben ätzend fand (warum hat der Schiri DAS nicht unterbunden?): letzten Endes geht das Spiel nicht nur die letzten 10 Minuten. Sorry, aber beide Mannschaften haben gleich viel Zeit, Tore zu schiessen. Und wenn die führende Mannschaft am Ende versucht, den Spielfluß zu unterbinden… Was hat denn Hertha in Wolfsburg am Ende gemacht? Ball querschieben und immer wieder Rückpass zum Torhüter ist doch dasselbe in grün, äh blau-weiß.


Herthaner4ever
23. Dezember 2010 um 13:41  |  4858

@Dan: Doch, das würde den Fußball gravierend ändern, es sei denn, statt 90 Minuten würde dann netto 60 Minuten gespielt. Alle Unterbrechungen zu ahnden halte ich auch nicht für nötig, es reicht, die übelsten Zeitschindereien zu bestrafen.

Mir sind noch 2 weitere Änderungsvorschläge eingefallen:
Wenn ein Spiel in die Verlängerung geht, sollten beide Mannschaften 1x zusätzlich wechseln dürfen. Funkel bräuchte das nicht, da er ja nie wechselt, aber ein Team, dass z.B. im Pokalspiel zurücklag, 3 offensive eingewechselt hat und dann in der Schlusssekunde ausgleicht, sollte die Chance bekommen, wieder einen defensiveren Spieler einzuwechseln. Außerdem sind die drei Wechsel auf die 90 Minuten ausgelegt – ich fände es sinnvoll, dann noch mal wechseln zu können. 3 Wechsel in 90 Minuten = 1 Wechsel pro 30 Minuten, da wäre ein Wechsel mehr für 30 Minuten mehr Spielzeit gerechtfertigt.

Und noch was zum Abseits: Ich wäre im Großen und Ganzen für eine Beibehaltung der Regeln „gleiche Höhe – kein Abseits“ und „im Zweifel für den Angreifer“. Nur wäre hier ein Umdenken nötig, man muss dem Schiri einfach zugestehen, dass ein „0,5mm-Abseits“ nun mal der ´Regel „im Zweifel für…“ entsprechend eine korrekte Entscheidung ist und dass er solch Minimalversöße nicht sehen kann. Daher gibt es diese Regel ja. Zudem belohnen beide den Offensivfußball.

Zum passiven Abseits: Grds. beibehalten. Bloß ich würde klarer definieren, wer definitiv NICHT passiv ist. Warum legt man nicht einfach fest, dass ein Spieler, der sich im Strafraum befindet niemals als passiv gewertet wird ? Dann gäbe es im Strafraum nur noch Spieler, die abseits oder nicht abseits sind, jetzt gibt es zusätzlich noch Spieler, die passiv abseits sind. 90% aller Passivabseitsfälle wären dann keine Auslegungssache mehr sondern ganz klar Abseits. Das Gekas- Tor gegen Dortmund letztes Jahr wäre bei solcher regel Abseits, weil er zum Zeitpunkt des Zuspieles hinter dem vorletzten Dortmunder UND im Strafraum war.

Alternativ kann ja jetzt schon ein Spieler, der zeigen will, dass er nicht eingreift, hinter die Torauslinie gehen. Dieser sollte dann erst wieder ins Feld dürfen (von der Seite) wenn der Linienrichter (oder Schiri, müsste man sehen wer das macht) wieder reinlässt.


Dan
23. Dezember 2010 um 13:53  |  4860

@sunny

Nee 90 Minuten so wie ich es dem @Herthaner4ever geschrieben habe.

Ja, das kann dazu führen das man 120 Minuten bis 140 Minuten (mit Halbzeit) von Anpfiff bis Abpfiff im Stadion verbringt.

Früher hat man Einwechslungen für Verletzte eingerichtet heute verkommt es schon als taktisches Mittel zum Zeitschinden.

Ich glaube garnicht das es soviel mehr Zeit wird, in dieser Studie wurde gesagt, die meisten Unterbrechungen waren 40 a ca 10 Sec. für Einwürfe und Ecken, dass sind schlapp 7 Minuten. Aber woran es doch am meisten krankt ist das absichtliche Zeitschinden, das makieren als Verletzter, die Abstoßverzögerungen usw..
Ich denke da nur gerade an das Dortmund gegen die Spanier, 5 Minuten Nachspielzeit und davon lagen die Spanier 3 Minuten am Boden, so das Dortmund davon nur 2 Minuten Zeit hatte um ein weiteres Tor zu erzielen.

Ich kann es natürlich nicht nachweisen, aber ich denke allein der Wegfall des Zeitschindens führt zu weniger Unterbrechungen und ggf. dazu dass die Spieler 105 bis 110 Minuten auf dem Feld stehen.
Wenn Einwürfe oder Ecke zu kleinlich ist, dann analysiert man von mir aus, wer die großen Zeitkiller sind und stoppt hier die Zeit um einen Mißbrauch zu unterbinden. Zum Beispiel Abschläge, Freistöße, Tor, Einwechslungen.


Dan
23. Dezember 2010 um 14:17  |  4863

@all bzw. die mich ansprachen

Natürlich muss man daran feilen, die richtige sinnvolle Mischung finden (würde hurdiegerdie schreiben).

Aber ich muss auch sagen, ich bin es leid ins Stadion zugehen und egal ob der Gegner oder mein Team, dieses Zeitschinden zu akzeptieren. Ich streite mich da auch schon mit meinen Sitznachbarn, wenn die sagen würden wir doch auch machen wenn wir führen. Wie ? Wieso? Was ist daran spannend, wenn die führende Mannschaft, die gegnerische Mannschaft daran hindert ein Tor zuschießen, weil sie die Zeit runterticken lassen, wärend sie versucht als Totgeweihte den Oscar zu gewinnen.

Natürlich würde es den Fussball dahin gravierend ändern, dass endlich wieder das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt. Vielleicht fallen auch wieder mehr Tore, wenn am Ende die Kondition in die Knie geht.

Wie gesagt, ein Diskussionsvorschlag, der einem unsägliches Problem die Zähne zieht und den Spielern trotzdem die Möglichkeit gibt, wie schnell sie vom Platz kommen. 🙂


sunny1703
23. Dezember 2010 um 14:23  |  4864

Lieber Dan,
zwei Dinge stören mich dabei.
Zum einen wird Fußball bei 90 minuten nettospielzeit,dann noch mehr zu einer Athletiksportart,bei der es darauf ankommt,Kondition und all das zu trainieren,was den Fußball technisch nicht schöner macht.
Zum anderen haben Sportarten mit Nettospielzeit oftmals ein mau daher kommendes Ende.
Hier könnte man ja um das zu verbessern,den 4.Offiziellen ins Spiel bringen,der Zeitspielen(was allerdings teilweise schwer zu definieren ist),verlängerter Jubel ,Verletzungen mit der Uhr stoppt ,um dann am Ende der jeweiligen Halbzeit dem Schiri anzuzeigen wie viel nachgespielt werden muss,ich denke da werden dann auch nochmal bis zu 10 oder 15 Minuten draufgelegt werden.
Zumindest wäre das ein Schritt in die Richtung,die Dich stört ohne gleich alles über den haufen zu werfen.

lg sunny


Bassoonist83
23. Dezember 2010 um 15:49  |  4877

Mahlzeit liebe mit-Herthaner!

Im Grunde genommen gehöre ich zu den Personen die sagen, dass der Fußball so wie er momentan ist eigentlich vollkommen in Ordnung ist. Ich gestehe auch den Schiedsrichtern manche Fehler zu die, wie im Text schon geschrieben wurden, jedem mal passieren können.

Nun ist es ja aber tatsächlich so, dass wir nicht nur aus unserer Sicht, sondern offenbar auch in den Augen eines externen Beobachters mit schöner Regelmäßigkeit um Tore, Punkte und Spielereinsatzzeiten gebracht werden. Und auch andere Vereine werden immer wieder „verpfiffen“ wie es so schöne heißt. Durch neue Tatkiken und schnellere Bälle hat das Tempo im Profifußball deutlich zugenommen, was im hier besprochenen Zusammenhang auch dazu führen kann, dass ein schiedsrichter eine Situation aufgrund der Geschwindigkeit falsch beurteilt.

Darum bin ich inzwischen zu der Ansicht gekommen, dass jeder Mannschaft in jedem Spiel genau EINMAL die Gelegenheit gegeben werden sollte, durch den vierten Offiziellen eine Analyse der strittigen Szene vornehmen zu lassen. Man ist zwar vor Fehlern nie gefeiht, aber es spielen ja immer wieder auch Faktoren eine Rolle wie ein unglücklich gelegener Wohnort eines schiris (nahe dem gegnerischen Verein), doch immer wieder aufkommende Schiedsrichter-Willkür oder der Vorwurf einer Antipathie gegen einen der im Spiel geleiteten Clubs. Auch solche Fälle wie ein möglicher Kontrollverlust eines Schiedsrichters über ein Spiel wie in unserem Fall Herr Gagelmann vorgeworfen wurde (der auch im danach von ihm geleiteten Pokalspiel nicht immer souverän wahr) könnten damit zumindest ein Stück weit entschärft werden.

Soviel zu meiner Meinung!
Wünsche euch besinnliche Weihnachten und nen jutn Rutsch

Bassoonist83


Treat
23. Dezember 2010 um 16:02  |  4881

@Bassoonist83

Der eigentlich SKANDAL war für mich, dass „Lady Gaga“ überhaupt sofort wieder ein Spiel pfeifen durfte und das obwohl der „kicker“ überraschend konsequent aber völlig zurecht die Note 6 vergeben hat.

Ein Verband, der einen entweder offensichtlich korrupten oder offensichtlich vollends überforderten Schiri sofort wieder die Verantwortung für ein Spiel in ein Pokalspiel überträgt handelt nicht nur grob fahrlässig und in einem unglaublichen Maße ignorant, sondern darüber hinaus entweder ebenso korrupt oder ebenso überfordert!

Eine bodenlose Frechheit und der Fürsorgepflicht, die der DFB auch für seine Schiris hat, nicht im Mindesten entsprechend. Der Schiri hätte einige Wochen (mindestens) Bedenkzeit bekommen müssen und wäre damit vorerst auch aus der Schusslinie gewesen. Sein uneinsichtiges und arrogantes Verhalten auch nach dem Herthaspiel hätte darüber hinaus gerne disziplinarische Konsequenzen haben dürfen.

Stattdessen wird ein Roman Hubnik, der sich zwar leicht unsportliche verhält (hämischer Applaus, Vogel zeigen) zusätzlich zur ungerechtfertigten Sperre auch noch zu 3.000.-€ Geldstrafe verknackt, obwohl aus menschlicher Sicht und im Wissen um die Deutlichkeit der Fehlentscheidung seine Erregung absolut verständlich war! Warum wird Spielern hier nicht ein ähnliches Verständnis entgegen gebracht, wie derart schlechten Schiedsrichtern?

Blauweiße Grüße
Treat


f.a.y.
23. Dezember 2010 um 16:19  |  4884

@Treat, vielleicht denkt der DFB, dass Gagelmann sich aus dem Tief schon wieder rauspfeifen wird? Kobi wurde ja auch immer wieder in der Hoffnung aufgestellt, er würde sich dann selbst aus der Krise heben.

Aber im Ernst: der DFB sollte sich in so einem Fall gerne schützend vor seinen Schiedsrichter stellen und ihn einfach aus dem Schussfeuer nehmen. Er muss es ja nicht offiziell als Pause proklamieren. Ich wäre auch als Schiedsrichter an dieser Stelle enttäuscht, dass meinem Verband so wenig an mir liegt. Denn ebenso wie sich der DFB zum Beispiel mit Babak Rafati lächerlich macht, gibt er selbigen auch der Lächerlichkeit preis.


Jocki
23. Dezember 2010 um 16:23  |  4885

Ich bin gegen jede unnötige Unterbrechung des Spiels. Ich möchte nicht, dass 3 Leute oder so am Spielfeldrand um einen Bildschirm stehen, sich irgendeine strittige Szene angucken und der Schiedsrichter zeigt dann an, was er denkt.

Wenn überhaupt, dann bitte nur den Chip im Ball. Vorausgesetzt, er funktioniert einwandfrei. Den merkt man nicht. Entweder er piept, wenn der Ball drin ist, oder er tut es eben nicht.

Ansonsten denke ich, dass der Fußball auch tatsächlich von seinen Fehlern lebt. Jeder auf dem Platz macht Fehler. Vom eigenen Torwart bis zum eigenen Stürmer.

Wenn der Schiedsrichter einen Fehler macht, ist das eben so. Der hat halt nur zwei Augen und kann nicht so schielen, dass er im gleichen Augenblick den Passgeber, den Stürmer im vermeintlichen Abseits und den gegnerischen Verteidiger sehen kann. Und dann soll er auch noch sofort entscheiden. Bei sowas passieren eben Fehler.

Wer das perfektionieren will, muss auch jeden Spielaufbau, jeden Torschuss etc perfektionieren. Geht aber nicht. Der Mensch setzt die Grenze.

Prost und frohe Weihnachten


23. Dezember 2010 um 17:05  |  4887

ich würde nix an der netto_zeit verändern (institutionell)-erstens, will ich keinesfalls noch längere Spiele haben (Lebenszeit und Werbeinseln..)..und: ein Spieler wie Ballack läuft durchschnittlich 11-12 Kilometer pro Spiel..wenn jetzt doch erhebliche Nettozeiten hinzukommen, sind die Buli-Mannschaften, die alle (zu Recht) jetzt schon über die Überbelastung stöhnen-nochmals mehrbelastet. Ich würde das tunlichst lassen. Zeitschinden müss (genau, wie Schauspielerei) mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit-dann ändert sich auch die Regelauslegung..von ganz allein..;-)


juriberlin
23. Dezember 2010 um 17:55  |  4889

@treat: 100% Zustimmung:

der DFB fordert immer einen fairen Umgang mit den Schiedsrichtern und schlägt und mit der Nominierung Gagelmanns für das DFB Pokalspiel am Mittwoch noch einmal mit der Faust ins Gesicht.

Während dieser also wieder Geld verdienen darf, muss Hubnik eine Geldstrafe zahlen und bekommt keine Prämie für das nächste Spiel weil er ungerechtfertigter Weise gesperrt ist.

Mit so etwas macht sich der DFB einfach nur lächerlich und rechtfertigt seinen Ruf als Fußballmafia!

Ich bin für jede Möglichkeit, die Schiedsrichter zu kontrollieren: Chip im Ball, TV-Beweis, meiner Ansicht nach sollte es technisch zumindest in den höheren Spielklassen auch möglich sein, das ganze Spielfeld zu überwachen und Abseitsentscheidungen dem Computer zu überlassen!


hurdiegerdie
23. Dezember 2010 um 17:56  |  4890

Ist streitlustig eigentlich positiv oder negativ belegt (lustig im Streit?)?

Na egal, endlich Ferien. @Dan hat mir klar gemacht, was ich implizit aber schon lange annehme: um Fussball mit Videoentscheidungen zu verbessern, muss die Nettospielzeit her. Ltzteres allein wird den Fussball fairer und besser machen und nicht die besseren Schauspieler bevorteilen. Von mir aus dann auch nur 80 min (netto), damit Ballak nicht noch mehr laufen muss.

Also Nettospielzeit (wo gibts die eigentlich noch nicht?Selbst im Handball wird doch die Zeit mehr und mehr gestoppt? Ach ja im Tennis, aber die haben ja eh ein anderes Publikum als im Fussball) einführen, damit wir dann wenigstens die gröbsten Fehlentscheidungen über Videobeweise ausschliessen oder ggf. korrigieren können.

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