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(sto) – Das Auswärtige Amt warnt dieser Tage vor schweren Regenfällen in Kolumbien. Auch am Freitagmorgen soll es in Cali stark geregnet haben, Blitze zuckten, Donner grollte. Trotzdem war ein Radfahrer auf einer Straße unterwegs – und auch Adrian Ramos in seinem Wagen. Es kam zum Zusammenstoß, der Radfahrer lebt entgegen ersten Meldungen, liegt aber schwer verletzt in einem Krankenhaus. Und Ramos? Dem Hertha-Profi geht es gut, er blieb unverletzt – aber hat eine Menge Ärger am Hals. Die Messungen der Polizei noch am Unfallort ergaben einen Blutwert von 0,53 Promille Alkohol im Blut von Ramos. In Kolumbien gilt eine Promillegrenze von null. Nach dem Recht des Landes erwarten Ramos deswegen juristische Konsequenzen und wohl auch erhebliche Schadensersatzforderungen des Opfers oder dessen Familie, sollte es als Folge des Unfalls zu bleibenden Schäden kommen.

Für den 2. Weihnachtsfeiertag hat Ramos den Rückflug nach geplant. „Nach jetzigem Stand davon aus, dass Adrian Ramos pünktlich zum Trainingsauftakt am Dienstag zurück in Berlin sein wird“, sagte mir Hertha-Manager Michael Preetz am Mittag des 1. Weihnachtsfeiertages. Erst nach einem persönlichen Gespräch mit dem Spieler soll auch festgelegt werden, ob auch eine Geldstrafe durch den Verein fällig wird. Sollte sich der Gesundheitszustand des Unfallopfers jedoch verschlechtern, könnten die Behörden Ramos bis zur Klärung der rechtlichen Konsequenzen an der Ausreise hindern.

„Feria de Cali“ provoziert viele Unfälle

Trotz der im deutschen Profifußball extrem kurzen Winterpause hatte sich Ramos für eine lange Reise nach Südamerika entschieden – um neben Mutter Ana und Bruder Steven auch seine Frau Maryi (24) und das zwei Jahre alte Töchterchen Maria Paula wieder sehen zu können, die beide bereits seit Anfang November in Kolumbien waren. Und natürlich, um die Tage der „Feria de Cali“ zu feiern – eines der beliebtesten und berühmtesten Volksfeste des südamerikanischen Landes. Für die Kolumbianer und ganz besonders die Einwohner von Cali ist die Weihnachtswoche der Höhepunkt des Jahres. Kurz vor dem Jahreswechsel platzt die kolumbianische Salsa-Metropole traditionell aus allen Nähten. Die „Calenos“, wie die Einwohner Calis heißen, feiern sieben Tage lang. Salsa, Schnaps und gute Laune gibt es in der letzten Woche des Jahres im Überschwang. Allerdings schnellen während dieser turbulenten Tage auch die Unfallzahlen in die Höhe. Vor allem das Fahren unter Alkoholeinfluss sorgt immer wieder für zahlreiche schwere Unfälle.

So oder so: Es scheint, als stünden die Reisen des Fußballers in seine Heimat unter keinem glücklichen Stern. Als Ramos Anfang September letztmals in Kolumbien weilte, erlitt der 24 Jahre alte Stürmer in einem Testländerspiel gegen Venezuela einen Zusammenbruch. Der blieb zum Glück folgenlos, ein Arzt stellte nur Herzrasen und eine Unterzuckerung fest, doch die Aufregung war zunächst groß gewesen. So ist es auch diesmal. Ende offen.

Für Hertha ist das Thema ein Problem

Für Hertha ist das Thema schon jetzt ein Problem. Für den Zweitligisten ist Ramos ein Spieler, der den Unterschied im Vergleich zur ebenfalls aufstiegswilligen Konkurrenz ausmachen soll. Dass er dazu in der Lage ist, hat Ramos schon nachgewiesen – aber das ist lange her. Die Hoffnung von Manager Preetz und Trainer Markus Babbel war es, dass Ramos nach dem Heimaturlaub mit wieder aufgeladenen Kraftspeichern und vor allem auch frischer Motivation nach Berlin zurückkehren würde. Das Weihnachtsfest mit seinen unschönen Begleitumständen wird die Lage kaum zum Positiven verändert haben.


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Kommentare

stinkepunk
25. Dezember 2010 um 17:08  |  4957

Ich denke mal Ramos wird eine längere Pause benötigen. Sowas beschäftigt einen mental längere Zeit.


LLcoolandi
25. Dezember 2010 um 19:34  |  4959

…und so ein (scheinbar) sensibles Kerlchen wie Ramos wohl extra lange. Wenn man bedenkt wie ihn die rote Karte schon „beschäftigt“ hat, na dann Prost Mahlzeit.
Sieben Tage und Nächte durchfeiern…ich glaube wir haben hier die falschen Feiertage.


slipouvert
25. Dezember 2010 um 20:15  |  4962

Hut ab, sto! sogar am 1. weihnachtsfeiertag kriegst du den manager offensichtlich persönlich ans telefon. überall anders habe ich nur statements der klubsprecher gelsen. und wir hier profitieren von deinen infos aus ersterw hand! ich kann mich nur wiederholen: meine lieblings-herthaseite im netz!


ft
25. Dezember 2010 um 20:52  |  4963

Mich würde brennend interessieren ob Familie Babbel im verschneiten München einen Weihnachtsspaziergang mit Familie Nerlinger unternimmt und dabei am Rande vielleicht auch über einen gewissen van Bommel geplaudert wird.


naja is weihnachten, da kommen schon mal komische gedanken….


25. Dezember 2010 um 22:50  |  4964

Bommels Position ist bei Hertha mit Lusti,Niemeyer und Perde nahezu überragend besetzt..abgesehen davon, dass Bommel soviel verdient, wie die ganze Mannschaft zusammengenommen..(etwas überspitzt). nee, da habe ich andere Weihnachtswünsche…einen für das zentrale MF würde ich mir wohl wünschen oder einen beweglichen Knipser, ala´Raul.
Aber wohl auch ohne christlichen Beistand..haben wir genügend Pfeile im Köcher…;-)


Sir Henry
26. Dezember 2010 um 8:32  |  4968

@apoll

Frag doch mal bei Barca an, ob Messi für’n halbes Jahr rüberkommen möchte.


Bolle75
26. Dezember 2010 um 10:24  |  4969

Ich wünsche dem Radfahrer alles Gute und das er schnell wieder Gesund wird.
Knochenbrüche und Schadeltrauma kann zwischen Lebensgefährlich und halb so wild alles bedeuten. Ich wünsche mir natürlich letzteres für Ramos aber vor allem für den Radfahrer.
Aus der Herthabrille hoffe ich das Ramos nicht allzulange daran knabbern wird, eine nicht so schwere Verletzung des Unfallopfers wäre da auf jeden Fall hilfreich.

Eine Strafe vom Verein halte ich bei so etwas für nicht geeignet. Erstens denke ich das Ramos einen Charakter hat, den so etwas nicht kalt läßt.
Zweitens folgen sowieso Juristische Strafen. Drittens kann man so etwas eh nicht wieder gut machen wenn es bleibende Schäden oder sogar den Tod des Opfers zur Folge hat.
Ramos wird so oder so bestraft sein.

Und nun wünsche ich allen noch einen schönen zweiten Weihnachtstag.


LA49
26. Dezember 2010 um 10:43  |  4970

Ramos ist seit der roten Karte vom 07.11. sowas von der Rolle, dass es ins Bild passt, wenn seit Anfang November seine Frau und sein Töchterchen nicht mehr in Berlin sind.

Alleine die Visa-Geschichte im letzten Winter hatte den sensiblen Adrian deutlich mitgenommen.

Dann die Rote Karte, Familie in Kolumbien – mit der Folge, dass es auf dem Platz nicht mehr läuft. Das ist eine permanente Abwärtsspirale.

Und der Unfall ist da bestimmt nicht positiv wirkend.

Am besten sollte er seine Familie bei seiner Rückkehr mitbringen. Denn er scheint ein so intensiver Familienmensch zu sein, dass es mit Sicherheit das falscheste wäre, wenn er alleine in Berlin sitzend vor sich hin grübelt.

Dem Radfahrer wünsche ich baldige Genesung und Adrian, dass er rechtlich mit einem blauen Auge aus der Geschichte rauskommt.

Auf jeden Fall hat er sich in die lange Reihe der alkoholisert am Steuer erwischten Hertha-Spieler eingereiht.


Sir Henry
26. Dezember 2010 um 10:45  |  4971

Ich kenne nur die Geschichte mit Ebert. Wer noch?


dstolpe
26. Dezember 2010 um 11:41  |  4974

@sir
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
– Marcelinho 2002
– Dejagah 2007, Ebert im selben Jahr


mArk78
26. Dezember 2010 um 11:57  |  4976

@Sir Henry

War da nicht auch was mit Alex „Der Turm“ Madlung?
Der hatte doch neben vielen, vielen Knöllchen auch mal die „Margot Käßmann“-Gedächtnis-Fahrt gemacht, oder irre ich da!?


LA49
26. Dezember 2010 um 12:04  |  4977

Alex Alves (mit und ohne Alkohol und mit und ohne Führerschein)


LA49
26. Dezember 2010 um 12:17  |  4978

Und Lell hat doch auch entsprechende Erfahrungen.

Und auch ohne Alkohol waren einige Hertha-Spieler problematische Autofahrer. Ein gewisser Bartosz Karwan hatte mal Fahrverbot als dem Olympiagelände, weil er Passanten auf dem Gelände mit seiner flotten Fahrweise gefährdet hat. (Sachen gibt’s ….. tztz)


Sir Henry
26. Dezember 2010 um 15:49  |  4992

Bartosz Karwan. Das klingt wie aus einem anderem Leben…


Datcheffe
27. Dezember 2010 um 6:58  |  5016

Moin!

Mann, Mann, Mann was soll man dazu sagen?
Wenn 0.0 in Kolumbien angesagt sind, hat sich auch ein Nationalspieler darn zu halten!

Egal, wie der Radfahrer gefahren ist, trotzdem kann er den nicht anfahren!

Ich sitze so ein bisschen zwischen zewi Stühlen, einerseits brauchen wir ihn und andererseits habe ich kein Verständnis für Leute, die mit Alkohol im Blut Autofahren, egal wieviel!

Da ist eine Strafe , egal welche das Gesetz bestimmt, gerechtfertigt und er muss den Mist ausbaden!

Selbst Schuld!

Aber, der Verein, kann da bei aller Liebe, nicht vorgehen, wenn ein Mensch durch Adrian Schaden genommen hat!

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