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(sto) – Ist die Woche wirklich schon vorüber? Die Tasche steht gepackt im Zimmer, nur der Laptop ist noch aufgebaut, und die Kollegen drängen zur Abfahrt zum Flughafen von Faro.

Hertha BSC fliegt zurück nach Berlin – und wir fliegen notgedrungen mit. Notgedrungen, weil es für ein Trainingslager wirklich eine sehr angenehme Arbeitswoche war, die wahnsinnig schnell vergangen ist. Gefühlt ist es ein sehr gutes Trainingslager gewesen, und obgleich Markus Babbel das ja schon fast pflichtschuldig so feststellen muss, darf er es diesmal – so glaube ich – nach bestem Wissen und Gewissen so sagen. Bei sehr guten äußeren Bedingungen haben seine Spieler sieben Tage lang gut und hart gearbeitet, trotzdem habe ich fast überall zufriedene Gesichter gesehen. Maikel Aerts freute sich, dass sein Knie der intensiven Belastung von Training und am Samstag auch immerhin 55 Minuten Spiel Stand gehalten hat; Patrick Ebert und Daniel Beichler haben sich erfolgreich in die Mannschaft re-integriert; die Südamerika-Fraktion freute das milde Klima; Pierre-Michel Lasogga traf in Training und Spiel fast nach Belieben.

Aber sogar Rob Friend, für den es deutlich weniger gut lief, verspricht nach der Woche in Portugal: „Mein Kopf bleibt oben. Ich denke positiv, ich gebe nicht auf.“

Spieler mit Spaß an der Arbeit

Aus meiner Beobachtung heraus ist es das beste Trainingslager gewesen, seitdem ich Hertha nun begleiten darf. Zwar ist das – seit 2007 – noch immer vergleichsweise kurz, aber was ich hier erlebt habe, war das krasse Gegenteil jenes von Dauerregen überlagerten Winterlagers auf Mallorca, das jedem depressionsgefährdeten Menschen wohl auch noch den letzten Rest an Lebensfreude geraubt hätte. Ich habe Spieler mit Spaß an ihrer Arbeit erlebt; und ich habe einen Trainer erlebt, dessen gute Laune niemals aufgesetzt wirkt, an dem der Glaube an das Gelingen der Mission Aufstieg authentisch ist. Dazu meine ich eine spürbare Weiterentwicklung der Mannschaft feststellen zu können. Stellte das Testspiel gegen Zwolle auch noch keine wirklich belastbare Grundlage dafür dar, so war ich – wie die meisten übrigen professionellen Beobachter auch – doch sehr positiv angetan von dem Spiel am Samstag gegen Lüttich.

Die Abwehr stand da so stabil, wie sie es sein kann, wenn einmal nicht Roman Hubnik auf dem Platz steht, sondern Kaka. Aber die Rückwärtsbewegung der gesamten Mannschaft stimmte, ein Raffael ackerte dann an der Seite von Peter Niemeyer, bei Standards verloren auch die Offensivkräfte ihre Gegenspieler nicht aus dem Auge. Die Kommandos stimmten ebenso wie die Zuordnungen. Das Spiel nach vorne sah ohnehin schon recht ordentlich aus – und das, obwohl bei Spielern wie Raffael oder Adrian Ramos, aber auch Ronny und natürlich vor allem Rob Friend noch einiges an – Achtung: Standardfloskel! – „Luft nach oben“ ist.

Mein Traum: Flanke Knoll, Kopfballtor Friend

Dafür drängen Spieler wie Ebert und Beichler, aber auch ein Marvin Knoll nach, dessen Flanke vor dem 2:0 gegen Lüttich für mich deshalb einer der schönsten Momente des Trainingslagers war, weil es eine Flanke war, wie eine Flanke idealerweise auszusehen hat; nämlich nicht schwebend, sondern hart, aber sehr präzise getreten. Ich stelle mir vor, wie Babbel eines Tages in der Schlussphase gleichzeitig Knoll und Friend einwechselt – und dann der Ball des einen den Kopf des anderen trifft. Ja, das soll mein Schlusswort aus Portugal gewesen sein.

Eure Meinung ist gefragt

Nach all dem, was ihr in den vergangenen sieben Tagen hier oder in den Artikeln der Kollegen von den anderen Zeitungen gelesen habt – wer sind für euch die Gewinner und Verlierer des Trainingslagers von Portimao? Um den Klickspaß zu erhöhen, dürfen in jeder Kategorie bis zu fünf Stimmen abgegeben werden. Viel Spaß!

Wer sind eure Gewinner des Trainingslagers?

  • Daniel Beichler (18%, 237 Stimmen)
  • Pierre-Michel Lasogga (16%, 214 Stimmen)
  • Patrick Ebert (16%, 213 Stimmen)
  • Kaka (11%, 154 Stimmen)
  • Maikel Aerts (11%, 153 Stimmen)
  • Ronny (9%, 123 Stimmen)
  • Marvin Knoll (9%, 122 Stimmen)
  • Markus Babbel (5%, 73 Stimmen)
  • Alfredo Morales (2%, 23 Stimmen)
  • Raffael (0%, 4 Stimmen)
  • Rob Friend (0%, 4 Stimmen)
  • Peter Niemeyer (0%, 4 Stimmen)
  • Fabian Lustenberger (0%, 3 Stimmen)
  • Nikita Rukavytsya (0%, 3 Stimmen)
  • Christian Lell (0%, 2 Stimmen)
  • Sascha Burchert (0%, 2 Stimmen)
  • Andre Mijatovic (0%, 2 Stimmen)
  • Marco Djuricin (0%, 2 Stimmen)
  • Adrian Ramos (0%, 2 Stimmen)
  • Roman Hubnik (0%, 2 Stimmen)
  • Sebastian Neumann (0%, 2 Stimmen)
  • Christoph Janker (0%, 2 Stimmen)
  • Valeri Domovchiyski (0%, 1 Stimmen)
  • Levan Kobiashvili (0%, 1 Stimmen)
  • Fanol Perdedaj (0%, 0 Stimmen)
  • Marco Sejna (0%, 0 Stimmen)
  • Nico Schulz (0%, 0 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 326

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Wer sind eure Verlierer des Trainingslagers?

  • Rob Friend (28%, 210 Stimmen)
  • Valeri Domovchiyski (15%, 115 Stimmen)
  • Christoph Janker (8%, 58 Stimmen)
  • Marco Sejna (7%, 52 Stimmen)
  • Adrian Ramos (6%, 47 Stimmen)
  • Fabian Lustenberger (5%, 38 Stimmen)
  • Levan Kobiashvili (5%, 38 Stimmen)
  • Sascha Burchert (5%, 35 Stimmen)
  • Marco Djuricin (5%, 34 Stimmen)
  • Kaka (3%, 22 Stimmen)
  • Nikita Rukavytsya (3%, 20 Stimmen)
  • Nico Schulz (2%, 17 Stimmen)
  • Fanol Perdedaj (2%, 14 Stimmen)
  • Sebastian Neumann (1%, 8 Stimmen)
  • Andre Mijatovic (1%, 7 Stimmen)
  • Raffael (1%, 5 Stimmen)
  • Marvin Knoll (1%, 4 Stimmen)
  • Patrick Ebert (1%, 4 Stimmen)
  • Maikel Aerts (1%, 4 Stimmen)
  • Alfredo Morales (1%, 4 Stimmen)
  • Christian Lell (1%, 4 Stimmen)
  • Ronny (0%, 3 Stimmen)
  • Daniel Beichler (0%, 3 Stimmen)
  • Pierre-Michel Lasogga (0%, 3 Stimmen)
  • Markus Babbel (0%, 2 Stimmen)
  • Roman Hubnik (0%, 1 Stimmen)
  • Peter Niemeyer (0%, 0 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 256

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48
Kommentare

stinkepunk
9. Januar 2011 um 13:50  |  5859

Gute Heimreise!


Mazze76
9. Januar 2011 um 14:20  |  5861

Gewinner sind für mich:
Kaka, weil er nach gefühlt ewiger Durstsrecke scheinbar wieder eine Chance erhält bzw. zumindest die Chance hatte sich mal wieder zu zeigen.
Ebert, einfach weil er wieder fit ist.
Beichler, weil auch er sich nun endlich, wenn auch nur in Testspielen, mal zeigen durfte und das ja scheinbar recht ordentlich.
Knoll und Morales, natürlich weil sie Profiverträge erhalten haben, dadurch mit ins Trainingslager durften während andere zu Hause bleiben mussten.

Verlierer … hmmm… muss ich mir noch überlegen 😉
Friend hat zumindest gegenüber Pierre erstmal wieder verloren …


DOkos
9. Januar 2011 um 15:33  |  5864

Gute Reise!
Als Verlierer des Trainingslagers gebe ich niemandem eine Stimme, denn obwohl R. Friend zwar nicht sein Erfolgserlebnis hatte, hat er sich sicherlich weitergebildet, sowohl in der Chemie mit dem Team, als auch Mental. Seine Tore werden noch kommen, da bin ich relativ zuversichtlich…

Klare Winner des TL sind wie ich finde Lasogga und Aerts, sowie auch Kaka. Lasogga hat es Mal wieder geschafft den vorsprung auf Friend auszuweiten, der Junge ist in dem Alter schon so abgeklärt, ist ne super Sache. Aerts weil er scheinbar wieder ins Team rücken kann und Kaka weil er sich scheinbar auch gesteigert hat und hoffentlich weniger Patzer haben wird in Zukunft…


Chris
9. Januar 2011 um 15:36  |  5865

Meine Gewinner vom Trainingslager: Beichler, Lasogga, Aerts, Ronny und der Trainer.

Meine Verlierer vom Trainingslager: Domo und Ebert.
Dazu: Ersterer, weil immer klarer zu werden scheint, dass er im OM bzw. Angriff verzichtbar und nur einer unter vielen ist. Zweiter, weil wohl wieder gesünder, aber kein wenig klüger (Interviews)…

Anyway: Klingt alles in allem sehr vielversprechend für die Rückrunde. Ha-Ho-He!

Danke übrigens auch für die tolle Berichterstattung – Spitze!


L.Horr
9. Januar 2011 um 15:59  |  5866

Ich habe keinen „Verlierer“ getippt , weil ich daran glaube das alle versuchen werden alles für den Aufstieg zu geben !

Obwohl ich mir dennoch nicht wirklich Domo´s Lethargie erklären kann . Bei ihm hatte/habe ich nicht zu 100% das Gefühl das er sich gegen seinen sinkenden Stern entschlossen wehrt.

Schade , Ansätze waren doch Anfang der Hinrunde zu sehen !


ft
9. Januar 2011 um 17:35  |  5869

Michael Preetz
– weil er wohl nicht in die tiefe Tasche greifen muss um einen neuen TW zu ordern.

-Der Trainer scheint ja auch bleiben zu können.
Also bei demPunkt besteht auch kein Handlungsbedarf.

Marcus Babbel:

-Vorweihnachtskrise überlebt
-neue junge Spieler an die Kernmannschaft herangeführt
-Kaka anscheinend reanimiert

und ,so wie es kolportiert wurde, eine rundum zufriedene Truppe in Portugal zusammengeschmiedet.


keine argen Verletzungen , wie im Trainingslager vor der Hinrunde

Also was will man mehr.


ft
9. Januar 2011 um 17:37  |  5870

Alles Gewinner

Keine Verlierer

—–
Yep

und Rob wird durchstarten


backstreets29
9. Januar 2011 um 17:44  |  5872

Rob wird durchstarten? Ich hoffe du hast Recht, befürchte aber, dass es so nicht sein wird.

Es bewahrheitet sich halt immer wieder: Haste Sch… am Fuss….haste Sch… am Fuss und sowas zieht sich die ganze Saison durch.

Das Schlusswort aus dem Trainingslager lässt einen aber positiv auf die Rückrunde blicken.
Ein guter Start wäre jetzt natürlich die passende Bestätigung


9. Januar 2011 um 17:52  |  5873

was ich bisher gelesen habe..weist darauf hin, dass wir einen Trainer haben, der weiss, was er tut; der immer wieder neue Leute an das Team heran führt.
Deshalb, nach für mich völlig überzogener zwischenzeitlicher Kritik ( im Sinne von Infragestellung; berliner Hochmut??), ist Babbel ein „winner“, wie offensichtlich auch Lasogga und vielleicht sogar der Ösi..bei Aerts möchte ich noch abwarten.
Nicht sehr viel Positives dürfte bei unserem Sorgenkind, dem „Königstransfer“ hängen bleiben. Bin echt auf die Startelf gespannt. Und auch vom Domo, der mich nun wohl doch nicht überraschen können wird (Futur II..-:)
haben wir nichts Positives vernommen.


nocke79
9. Januar 2011 um 18:12  |  5874

Gewinner:
Lasogga, weil er auch im Training immer voll bei der Sache ist und die besseren Karten als Friend hat
Beichler, weil er endlich mitspielen darf und er nach seinem Interview die Klappe hält
Babbel, weil fast alle Spieler zur Verfügung hatte 😉
Kaka, weil er wieder mitspielen durfte

Verlierer:
Ebert, weil er statt Interviews lieber taten sprechen lassen sollte und weil er wieder über Pante reden musste. Der sicherlich ein guter Stürmer war, aber an manchen Tagen auch ein Chancentod und außerdem ist er Geschichte.


Kobolt
9. Januar 2011 um 18:16  |  5875

@ Chris
Hallo Leute,
bin hier total neu, lese aber schon ’ne ganze Weile mit und bin echt begeistert von dieser Seite. Mehr Hertha gehr nicht…
Ich hatte eigentlich nicht vor irgendwas zu schreiben, aber als ich den Kommentar…:
Wenn ‚de was an Ebert’s Intelligenz auszusetzen hast muss ‚de dir ne andere Sportart suchen (z.B. Schach). Oder globste, dass die anderen Fussballer intelligenter sind ?
Ebert isn super Vorbild (mittlerweile) für den gesamten Verein. Einfach nur geil, dass er wieder fit ist (war sicherlich kein Spaziergang für ihn). Hoffen ma, dass nicht noch irgend ein Test gegen Ulm ansteht…

P.S. Wollte nicht gleich bei meinem ersten Kommentar jemanden angreifen, aber Ebert als Verlierer anzuklicken konnte ich einfach nicht so stehen lassen


Bassoonist83
9. Januar 2011 um 18:17  |  5876

Vielen Dank erstmal an die hervorragenden und unterhaltsamen Berichterstatter! War echt ne super Sache. Auch die Interviews haben einen sehr guten Einblick in das Mannschaftsgefüge und den Verein ansich gegeben!

Zum Lager: Schonmal super, dass es diesmal ruhiger abging als noch in der Sommervorbereitung mit Patrick und Daniel. Auch wenn es natürlich einige blessuren gab die manchem im Weg standen/stehen.

Gewonnen haben denke ich wie oben schon geschrieben wurde eigentlich alle. Die Stimmung ist gestiegen, die Rekonvaleszenten haben eingeschlagen wie eine Bombe (und zwar alle drei), Sogar Kaká konnte von Babbel geweckt werden. Besonders habe ich mich über die Kontrakte für Knoll und Morales, bei denen ich sehr gespannt bin, was sie zusammen mit ihren Akademie-Kollegen noch auf die Beine stellen werden.

„Verlierer“ Nr. 1 (bezogen nur aufs Trainingslager, bedenkt das) ist natürlich Rob, der sein Dilemma natürlich selbst beschrieben hat. Bekommt er seine Bälle nicht kann er nicht einnetzen. Und am Ende kam auch noch Pech dazu… Für Lusti tuts mir Leid, dass er wegen seines Oberschenkels keine Spielpraxis vor Oberhausen sammeln konnte. Ähnliches gilt natürlich auch für Neumann und vor Allem Ramos, der nach seiner Formkrise genau dieses Lager gebraucht hätte um wieder zumindest auf 90% zu kommen…

Ich denke mal die kommenden acht Tage bis Oberhausen werden noch einigen ganz gut tun, inkl. dem Test gegen unsere Nachbarn aus Brandenburg.


ubremer
ubremer
9. Januar 2011 um 18:28  |  5878

@Kobolt,

willkommmen und viel Spass in der Runde 😉


Petra Woosmann
9. Januar 2011 um 19:18  |  5880

Gewinner sind für mich eigentlich (bis auf Rob Friend) fast alle Spieler und der Trainer. Bei Patrick Ebert muss man schauen, wie es weitergeht. Der Hellste ist er nicht, wie man an seinem Interview („Für Pantes Rückkehr verzichte ich auch auf Gehalt“) jetzt und auch früher schon sehen konnte. Aber ich halte ihm zugute, dass er jetzt dicht am Team dran ist und hoffentlich eine super RR spielen wird. Das Denken kann er ja im Zweifel Niemeyer u.a. überlassen.
Das Interview in der Printausgabe mit den vier jungen „Wilden“ ist übrigens allererste Sahne. Danke an D. Stolpe dafür! Da kann man sich echt auf die Zukunft dieser Spieler, hoffentlich bei unserer alten Dame, freuen.
🙂


9. Januar 2011 um 19:27  |  5881

jo, das Interview macht Spass; scheinen echt toughe Jungs zu sein, die erstaunlich geerdet erscheinen (hoffentlich bleibt das noch ne Weile so…)


Treat
9. Januar 2011 um 19:40  |  5882

(Fast) alle sind Gewinner, wenn selbst Rob trotz ausbleibender Erfolge seine Lockerheit zurück erlangt hat, ist selbst er nicht wirklich ein Verlierer. Das macht Mut für die Rückrunde. Allenfalls Domo hat es scheinbar wieder nicht geschafft, die Woche zu nutzen, um aus seinem (Dauer?)Tief zu kommen. Offenbar waren die zwar auch nicht guten aber immerhin erfolgreichen Auftritte vom Saisonbeginn eben doch die Ausnahme. Schade für ihn aber nicht wirklich dramatisch, wir haben genügend gute Spieler in der Offensive, denke ich.

Was die Einschätzung der Trainerleistung und auch die der zwischenzeitlich wieder einmal recht heftigen Kritik am Trainer angeht, bin ich erneut bei @apollinaris.

Und @dstolpe: Sei ehrlich, die Formulierung mit dem Trainer, dessen gute Laune nie aufgesetzt wirkte, hast du dir gemeinsam mit Sven Goldmann ausgedacht, stimmts? Das steht wortwörtlich auch so in seinem Tsp-Artikel! 😉

Hoffen wir, dass der insgesamt sehr positive Verlauf ein gutes Omen für einen ebensolchen Start in die Rückrunde ist.

Blauweiße Grüße
Treat


9. Januar 2011 um 19:45  |  5883

..noch ein Wort zum Interview mit den (hoffentlich bald ) glorreichen 4 Musketieren, weil´s die Kleinigkeiten sind: feines Schmankerl als Hintergrund gefunden („Zukunft bewegen“)..;-)


Seppelfricke
9. Januar 2011 um 20:10  |  5884

gewonnen haben

unsere jungen Spieler, die sich anbieten durften(!!! man denke nur an Funkel und Götz Zeiten) und diese Chance auch genutzt haben.

Ebert, weil er das Trainingslager weitestgehend beschwerdefrei mitmachen und mithalten konnte (auch wenn er kurze Rückfälle in sein naives jugendliches Denken gezeigt hat)

Stimmung im Team, die verbessert wurde. Ich finds bemerkenswert das der Co-Trainer beim Absteigerduell in der Portugisischen Liga mit unseren „Brasis“ dabei war (Ramos ist ja Kolumbianer ;-).

Lassoga der sein Platz meiner Meinung nach vorerst behauptet hat

und Beichler der Tore, Leistung und Einsatz gezeigt hat (weiter so).

„verlierer“ sind:

Friend, der noch an seinem Tief zu knabbern hat

und Domo von dem man nichts gehört hat. Eben unser Domo-phantom 😉

Schade fand ich,

dass Lusti leider wieder verletzt/erkrankt war. trotzdem für uns unverzichtbar


Sir Henry
9. Januar 2011 um 20:41  |  5887

Gewinner: natürlich die jungen Wilden plus Kaka.

Verlierer: Rob Friend und Domo (war der eigentlich mit?) und, ich hasse es zu sagen, Aerts. Gerade bei Letztgenanntem hoffe ich aber inständig, dass ich mich irre.

@apoll: ich hasse es, Dich korrigieren zu müssen, aber Dein Satz „der mich nun wohl doch nicht überraschen können wird“ iss übahaupt nich Futur II sondern nur Futur I. Futur II wäre „können werden wird“. *klugscheißer emoticon*

Spielste trotzdem noch mit mir? 😉


Datcheffe
9. Januar 2011 um 20:52  |  5888

Nabend!

Das hört sich eigentlich alles sehr positiv an! Hoffen wir diesmal einmal wieder, das wir einen vernünftigen Start in die Rückrunde schaffen und endlich mal diesen Fluch vom schlechten Start endlich ad acta legen können! Zeit wird es, denn wir haben 17 Endspiele vor uns und jeder Punktverlust ist einer zuviel!!!!

Ansonsten habe ich es wie L. Horr gemacht und stimme ihm zu 100% zu!

Mal sehen, wie das Spiel gegen Babelsberg wird!?


Exilfan
9. Januar 2011 um 21:20  |  5889

zu den gewinnern des trainingslagers zählt doch vermutlich der kollege goldmann, der auch mit muskelfaserriss das tennisduell gegen dich gewonnen hat, oder?


9. Januar 2011 um 22:05  |  5890

@sir: jo, keine Sorge., solche korrekturen muss ich ertragen können müssen wollen gehabt haben -Futur 3?…Schule ist schon zu lange her:-))
Jedenfalls: zwischenzeitlich dachte ich, ich müßte mich bei Domo virtuell für meine vielen kritiken und Prophezeiungen, ihn betreffend, entschuldigen..irgendwie hätte ich das sehr sehr gerne gerne gemacht; zwischenzeitlich sah´s so gut aus..5(!) Tore nach dem ersten Drittel der Vorrunde..und nun wieder Tristesse ohne Ende..:-(


Der_5te_Offizielle
9. Januar 2011 um 22:59  |  5891

@sir und apoll.
Ich glaube, da liegt ihr beide falsch. FuturII ist ein abgeschlossener Vorgang in der Zukunft.
Bsp.: Ich werde in einem Jahr FuturII verstanden haben.


08-15
9. Januar 2011 um 23:13  |  5892

Habe bei Gewinner zwar auch fünf Spieler geklickt, aber klarer Gewinner ist für mich: Der Mannschaftsgeist.
Hatte ich überhaupt je schon mal so ein gutes Gefühl bei einer Hertha-Mannschaft? Ich weiß es nicht. Aber irgendwie passt gerade Vieles zusammen. Wenn es tatsächlich gelungen sein sollte, die Jungs zu einer Einheit zu schmieden, das wäre doch toll. Alle haben für diese Saison diese eine Mission vor Augen und wollen das gemeinsam durchziehen. Ich drücke die Daumen. Momentan habe ich auch ein gutes Gefühl, dass es was werden könnte. Und genügend Erfahrungen aus der Hinrunde sollten eigentlich vorhanden sein, aus denen man für die Rückrunde lernen kann.

Verlierer habe ich nicht gewählt.


Exilherthaner
9. Januar 2011 um 23:19  |  5893

Bevor nicht einige Spiele gespielt sind, kann man keine Gewinner und Verlierer ausrufen.
Was bringt es z.B. einem Lasogga, wenn wir wieder mit diesem 4-1-4-1 spielen und er keine Bälle erhält und wir nicht gewinnen?


Sir Henry
10. Januar 2011 um 0:12  |  5894

@Offizieller:

Du hast recht. Bei werden komme ich immer durcheinander.

Na ja, wird schon noch (werden).


Sir Henry
10. Januar 2011 um 9:55  |  5900

Warum wird Ebert von Bild/BZ schon wieder so extrem in den Mittelpunkt gerückt? Nun hat er mal (endlich) wieder ein paar Minuten gespielt und schon schreiben sich Ingwersen und Co. wieder die Finger wund. „Spielmacher“. Dass ich nicht lache.

Offensichtlich scheint sich Ebert ja daran nicht zu stören und unternimmt nichts, die Berichterstattung irgendwie zu lenken.

Wenn das so weitergeht, dann sind die tollen Ich-bin-jetzt-ein-anderer-Mensch-Interviews einfach für die Katz.

Mal ne Frage an die beiden Journalisten: wie legen eigentlich die Promis die Regeln für den Umgang mit der Presse fest? Ich meine, dass man von Matthäus jeden Sch….. in der Zeitung lesen kann inkl. diverser Verhältnisse und Kinder etc. während z.B. über die Kinder von M. Schumacher oder G. Jauch praktisch gar nichts bekannt ist (was ich absolut i. O. finde). D.h., es scheint ja sehr wohl möglich und üblich zu sein, bestimmte Spielregeln zu verabreden.


Chris
10. Januar 2011 um 10:04  |  5901

@Kobolt

Schön, dass Du mitdiskutierst. Soviel mal vorweg: Eine andere Meinung zu vertreten, davon lebt Diskussion im Blog. Also, keine Sorge, so wie Du geschrieben hast fühle ich mich keineswegs angegriffen – nur hab halt ne andere Meinung.

Und die kommt hier: Es ist wohl sicher so, dass Fussballer keinen IQ von Wissenschaftlern haben müssen, aber vielleicht ist so viel Nachdenken angebracht, um nicht durch wirklich unkluge Aussagen sich selbst oder dem Team zu schaden. Eberts Wünsche nach einer Pante-Rückkehr klingen aus meiner Sicht wirklich nicht reif und überlegt. Klingt wie ein kleiner Junge, dem der Spielkamerad fehlt. Das Interview bringt also weder Ebert was, noch ist es irgendwie für Team oder Verein nützlich. Da heisst es einfach mal Klappe halten (im stillen Wünschen kann er´s sich ja). Soviel Einsicht sollte auch bei einem Profifussballer da sein, dazu bracht er keinen IQ eines Schachprofis. Besonders da Ebert, wie Du ja sagst, ein Vorbild /Integrationsfigur darstellen (möchte), sollte er seine öffentlichen Worte besser abwägen. Auch hier im Block schien es übrigens mal an einer Stelle durch, dass der Verein über Eberts Aussagen unglücklich war…

Nun ja, ich schätze und hoffe jedoch, dass wir bald diese Fragen vergessen und Ebert hoffentlich mal wieder´n paar anständige Flanken schlagen sehen…

Blau-Weisse-Grüße!


Chris
10. Januar 2011 um 10:06  |  5902

upps…. Fehlerteufel

jaja es heißt BLOG und nicht Block und zwar DAS Blog und nicht der…

😉


Sir Henry
10. Januar 2011 um 10:22  |  5903

@Chris

Block vs. Blog: auch schon Sehnsucht nach dem Stadion?


Dan
10. Januar 2011 um 11:09  |  5904

Wieder was für die „schlechte Witze-Kasse“ hat der Daniel Stolpe seinen Trainingslager-Aufenthalt ohne Absprache mit seinem Arbeitgeber verlängert oder warum berichtet er noch aus dem Trainingslager.

Vielleicht sogar doch den Flug verpasst, weil er Herrn Goldmann unter die Arme greifen musste?


Seppelfricke
10. Januar 2011 um 11:46  |  5905

Mal kurz off-topic:

Für alle deren Woche wieder mit Arbeit begann und jetz einen Lacher für die Pause brauchen.

Der König und zwar der König der in Berlin kaum traf und „Publikumsliebling“ war, ist bei Köln im Gespräch.

Mein Tag ist gerettet. 😉


Treat
10. Januar 2011 um 11:47  |  5906

@Sir Henry
Das mit der Ebert-Berichterstattung ist ärgerlich, da hast du vollkommen Recht. Allerdings versteht es sich quasi von selbst, dass der Boulevard bei einer Reizfigur wie Ebert jede mögliche Schlagzeile dankend aufnimmt, dass ist nun mal deren täglich Brot.
Ich weiß auch nicht, ob Patrick da wirklich allzu viel machen kann, außer natürlich, sich tatsächlich ab und an gedanklich mit dem auseinander zu setzen, was er öffentlich zu sagen gedenkt. Darüber hinaus ist meiner Meinung nach sowohl für Ebert als auch für uns Leser vor allem eines angebracht: Eine angemessene Gelassenheit gegenüber der hysterischen Berichterstattung des Boulevard. Wir müssen doch nicht jeden Mist, den die schreiben zum Anlass nehmen, uns die Köpfe heiß zu machen, oder? 😉

Allet wird jut!

Blauweiße Grüße
Treat


LA49
10. Januar 2011 um 13:57  |  5907

Prinz Poldi und König Artur.
Das wird ein danse polonaise, der in der Zweiten Liga endet.


Petra Woosmann
10. Januar 2011 um 14:28  |  5908

Artur zu den Kölner? 😀
Da können sie ihre Narrenkappen schon mal für die 2. Liga klar machen…


Treat
10. Januar 2011 um 14:46  |  5909

@dstolpe:
Guter Artikel zum Abschluss des Trainingslagers in der Online-Ausgabe!

Entgegen einiger anderer Stimmen, scheint man mit Babbel wohl doch einen Trainer geholt zu haben, der weiß, was er tut…

Mich freut das sehr und die benannten personellen Alternativen sollten ein weiterer hoffnungsvoller Baustein auf dem Weg zum Wiederaufstieg sein. Wie viele von den jungen Talenten sich – sollte der Aufstieg gelingen – dann auch als Erstliga tauglich erweisen, wird sich zeigen aber momentan ist mir um Herthas Perspektiven nicht bange.

Es fühlt sich im Moment wieder richtig gut an, Herthaner zu sein!

Auf in die Rückrunde!!!

Blauweiße Grüße
Treat


08-15
10. Januar 2011 um 15:29  |  5910

König Artur zu Köln?
Da wird er dann wieder treffen – ist doch logisch.


Ben
10. Januar 2011 um 15:44  |  5911

Das passt doch. Absteiger zum Abstiegskandidaten. Habs gerade auch verarbeitet 🙂

http://lieblings-herthaner.de/2011/01/das-passt-konig-artur-vor-wechsel-zum-1-fc-koln/


hurdiegerdie
10. Januar 2011 um 15:53  |  5912

So jetzt kanns los gehen. Ich bin gespannt. Natürlich werde gerade ich den Teufel tun und in den totalen Optimismus wechseln, aber ich wechsele schon mal die Reptilienart:

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/97468

Ich war vor der Saison von der Verpflichtung Babbels und der Kaderzusammenstellung überzeugt, insbesondere von Friend. Das hat sich im Laufe der Saison stark relativiert. Mir war zu wenig spielerische Entwicklung zu sehen.

Aber jetzt???
Gemäss Babbel war das Trainingslager optimal, es sind alle Spieler an Bord und wie man hört konnte am Spielerischen gearbeitet werden, was ja vielleicht so vor der Saison und während der HR aufgrund körperlicher Defizite nicht möglich war.

Daran wird sich Babbel jetzt messen lassen müssen.


mArk78
10. Januar 2011 um 16:34  |  5913

@Dan

Den mit der SWK verstehe ich jetzt nicht.
Der Blog-Eintrag ist doch von gestern?


tArO
10. Januar 2011 um 17:32  |  5914

Mit einigermaßen großer Verwunderung nehme ich die zahlreichen kritischen Stimmen Domo betreffend zu Kenntnis…ich finde das etwas überzogen und bin der Meinung, dass man in seinem Fall etwas relativieren sollte…

Valeri ist ein Stürmer und zwar ein typischer Strafraumstürmer. Die Rolle, die er bei Babbel idR spielen musste, (etwas zwischen 10er und 6er in einer Person) ist schlicht und ergreifend nicht „seine“ Position. Ich bin jedenfalls absolut überzeugt davon, dass WENN er im Sturm randürfte – meinetwegen neben Lasogga – er in der Lage ist, mindestens 10-15 Tore/Saison zu erzielen. Er hat den nötigen Torriecher und Kaltschnäuzigkeit, was er nicht zu letzt zu Beginn der Hinrunde unter Beweis gestellt hat.

Ich wundere mich auch etwas darüber, dass viele Personen hier die Lethargie bemängeln, die Domo angeblich zeigt…woran macht ihr das fest bzw. wann/wo ist es auffällig geworden?


Blauer Montag
10. Januar 2011 um 17:34  |  5915

@Dan
Dein Beitrag in die SWK wäre sicher nicht nötig. Aber Spenden sind natürlich herzlich willkommen…

@hurdiegerdie
Ich befürchte, du hast Dich kurzzeitig im Tierreich verlaufen. Laut dem Jedermann-Lexikon sind die Unken Amphibien, die Eidechsen dagegen Reptilien. Beide stehen auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Tierarten. Ich verspreche hiermit, bis zum Wiederaufstieg keine Witze mehr über gefährdete Tierarten zu bloggen!

@dstolpe
Auch von mir ein dickes Lob für das am Sonntag veröffentlichte Interview mit Burchert, Knoll, Morales und Perdedaj. Es wird voll und ganz dem Motto gerecht: „Aus Berlin – Für Berlin!“


dstolpe
10. Januar 2011 um 17:40  |  5916

@Blauer Montag & all others, denen das Interview gefallen hat
Zunächst einmal vielen Dank für das positive Feedback. Dann kann ein Interview eben auch immer nur so gut werden, wie der oder die Befragten sich vorher geäußert haben – und ich muss sagen, dass ich das Gespräch mit den vier Jungs auch sehr, sehr angenehm fand.

Aus Platzgründen konnte es leider „nur“ auf 200 Zeilen abgedruckt werden, also satte 100 weniger, als die Lamgform des Interviews umfasste. Und weil dem Kürzen ein paar – wie ich finde – noch sehr nette Passagen zum Opfer gefallen sind, kommt ihr hier in den Genuss des „Director’s Cut“. Viel Spaß!

Portimao – Selten war bei Hertha BSC so viel Berlin wie in dieser Saison. Fast ein Dutzend Talente aus dem eigenen Nachwuchs steht im Profikader. Mit Sascha Burchert (21), Alfredo Morales, Marvin Knoll (beide 20) und Fanol Perdedaj (19) versammelte die Morgenpost im Trainingslager in Portugal vier von ihnen zu einer Berliner Runde. Es ergab sich ein Gespräch über das Leben als Jungprofis, die Verbundenheit zu Hertha und ihrer Heimat Berlin, über S-Bahnfahren und teure Ausflüge ins Möbelhaus.

Berliner Morgenpost: Herr Burchert, wie ist es so mit drei Weltmeistern an einem Tisch?
Sascha Burchert: Nicht schlecht, oder? Die Jungs erzählen auch einigermaßen oft von damals.

Von damals, im April 2007, als sie als Gesandte der Poelchau-Oberschule in Chile mit Deutschland Schüler-Weltmeister wurden. Wie war das?
Marvin Knoll: In der Jugend waren diese zwei Wochen mein größtes Erlebnis, eine tolle Zeit.
Alfredo Morales: Wir wussten im Vorfeld ja gar nicht, was uns erwarten würde. Wir wussten, wir sind gut. Aber was können die anderen? Italien, dachten wir: Die sind bestimmt stark! Wir haben sie 6:0 weggehauen.
Fanol Perdedaj: Oder Südafrika im Endspiel. Die waren alle einen Kopf kleiner als wir, sind gerannt wie die Maschinen. Wir haben 2:1 gewonnen, aber hatten viel Glück.

Sie, Herr Knoll, erzielten eines der Tore im Finale und wurden mit zehn Toren Torschützenkönig.
Knoll: Ja, ich habe in jedem Spiel mindestens einmal getroffen. Darauf bin ich schon ein wenig stolz.
Morales: Und jetzt sitzen wir drei hier und sind alle Profis bei Hertha. Sensationell!
Burchert: Euer Vorteil damals war, dass ihr praktisch komplett als U17 von Hertha angetreten seid.
Morales: Stimmt. In der Startelf standen außer uns meist nur zwei Spieler von TeBe.

Auch das aktuelle Profiaufgebot von Hertha kommt immer mehr einer Lokalauswahl gleich. Ein knappes Dutzend Spieler wurde in Berlin geboren. So viel Berlin gab es bei Hertha lange nicht. Woran liegt das?
Burchert: Natürlich einerseits an den ein, zwei Jahrgängen, die gerade dran sind. Und dann am Abstieg. In der Bundesliga könnten nicht so viele Talente spielen, wie es jetzt der Fall ist.
Knoll: Korrekt, Sascha, so ehrlich müssen wir sein: Der Abstieg war nicht schön – aber für uns Junge ein Riesenvorteil.
Burchert: Aber ein Abstieg allein ist nicht alles. Du brauchst auch den richtigen Trainer.

Und dieser Markus Babbel…
Morales: …ist für uns der allergrößte Glücksfall überhaupt.
Perdedaj: Wenn ich da an letzte Saison denke…
Burchert: Da war es wirklich um 180 Grad anders.

Als Friedhelm Funkel quasi als erste Amtshandlung alle jungen Spieler zur U23 schickte. Offiziell, weil sie dem Druck des Abstiegskampfes nicht gewachsen sein würden.
Perdedaj: Das hätte er zuerst ja mal herausfinden können. Stattdessen gab es quasi null Kontakt mit uns.
Burchert: Und es ist ja nicht so, dass gerade die jungen Spieler verunsichert gewesen wären. Alle waren verunsichert!
Perdedaj: Ich hätte es mir schon zugetraut zu spielen. Aber gut, so habe ich eben in der U23 Gas gegeben.

Hat Funkel dort denn überhaupt mal zugeguckt?
Perdedaj: Nein.
Morales: Höchstens ein oder zweimal.
Knoll: Aber höchstens!
Burchert: Lasst uns darüber doch nicht mehr viele Worte verlieren!

Wie war stattdessen der Start unter Babbel? Sagte er zu Anfang etwa: Ihr werdet eure Chance bekommen?
Burchert: Das nicht. Aber es war zu spüren, dass er im ersten Trainingslager in Oberstaufen bei jedem einzelnen Spieler, auch den jungen, genau hinschaute, wer fußballerisch, aber auch charakterlich zur Truppe passen würde. Auf den Charakter legt er großen Wert.

Wie schwer zu verkraften war es da für Sie, die Herren Knoll und Morales, dass Sie als erste auf dem Profikader gestrichen wurden?
Morales: Klar, im ersten Moment denkst du: Scheiße, und schon bist du raus! Tatsächlich waren wir ja aber gar nicht raus, weil wir zuvor noch gar nicht richtig in der Mannschaft gewesen waren.
Knoll: Wir durften reinschnuppern, danach sollten wir bei der U23 Spielpraxis sammeln und Führungsspieler werden. Dann, sagte Babbel, kommt ihr auch wieder nach oben. Er hat Wort gehalten.

Nicht nur das. Während des Trainingslagers haben Sie beide Profiverträge unterzeichnet.
Morales: Ich habe danach sofort meinen Vater angerufen und ihm davon erzählt.

Wissen Sie auch schon, was Sie mit Ihrem ersten Profigehalt anstellen werden?
Knoll: Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Ich suche zurzeit nach einer eigenen Wohnung. Aber ich bin deshalb jetzt ja noch kein Millionär. Außerdem geht es gar nicht so sehr um das Mehr an Geld, sondern um die innere Befriedigung.
Morales: Sehe ich genauso. Klar, das Geld schiebt niemand beiseite. Aber den Status Fußballprofi haben wir immer vor Augen gehabt.
Knoll: Jetzt ist es ein Wahnsinnsgefühl!
Burchert: Aus eigener Erfahrung sage ich euch: Eines, das trotzdem nicht lange anhalten wird.
Knoll: Umso mehr genießen wir jede Sekunde.
Perdedaj (lacht): Die erste Kohle wandert sowieso erst mal in die Mannschaftskasse.
Morales: Von wegen! Ich habe schon seit Sommer eine eigene Wohnung in Schöneberg. Was das kostet! Da geht man einmal für Tisch und Stühle zu Ikea, schon ist man 150 Euro los. Oder die Küche: Ich bat meine Mutter, sie solle alles Notwendige besorgen und mir dann die Quittung geben. Sie kaufte Besteck, Gläser – all so Kram, den man braucht, aber der – sind wir doch mal ehrlich – nie auffällt. Ich dachte, ich spinne: 470 Euro!

Stand für Sie eigentlich in Zweifel, bei Hertha Profi werden zu wollen?
Knoll: Niemals! Hertha ist der Verein, der mir die Chance gegeben hat, als Fußballer Fuß zu fassen. Ich spiele jetzt im siebten Jahr für Hertha, ohne die Ausbildung in dieser Zeit säße ich jetzt nicht hier.
Morales: Ich spiele sogar schon seit elf Jahren, also seit 2000, bei Hertha. Ich kann mir auch gar nichts anderes vorstellen. Ich habe nichts gegen Nürnberg oder Frankfurt – aber Hertha ist für mich ein Lebensgefühl geworden, indem ich all die Jahre jeden Tag von der U-Bahn die Hanns-Braun-Straße hochgelaufen bin und immer in blau-weißen Trikots gespielt habe.
Burchert: Für jeden von uns vier gilt: Als wir zu Hertha kamen, waren wir nicht diejenigen, die wir heute sein dürfen. Da wollen wir jetzt etwas zurückgeben.
Perdedaj: Und es ist doch so: Hertha ist der große Verein in Berlin, zu dem jeder will.
Burchert: Das sagt jetzt ausgerechnet der Köpenicker!

Sie, Herr Perdedaj, sind also ein Hertha-Mitglied im Staatsgebiet des 1.FC Union?
Perdedaj (lacht): Ja, und ich wohne gern da, obwohl ich – solange ich noch keinen Führerschein besitze – oft eine Stunde lang und wieder zurück mit der S-Bahn fahren muss.

Da freuen Sie sich sicher schon sehr auf das Chaos nach der Rückkehr ins noch immer winterliche Berlin?
Perdedaj: Ach, so schlimm ist es doch gar nicht. Dann kommt die Bahn halt mal zehn Minuten später.
Burchert: Trotzdem sage ich dir: Wenn du erst mal deinen Schein hast, wirst du nie mehr Bahn fahren wollen.
Morales: Da hat der Sascha recht. Ich habe seit Oktober ein Auto, aber hatte die Nummer mit den Winterreifen verpennt. Tja, und dann kam der Wintereinbruch, und für mich ging erst mal gar nix mehr. Da musste ich auf einmal wieder eineinhalb Wochen mit U-Bahn und Bus fahren. Das war auf einmal richtig ungemütlich.

Werden Sie während der Fahrten mit dem öffentlichen Nahverkehr oft angesprochen: Mensch, Sie sind doch dieser Hertha-Profi?
Perdedaj: Angesprochen wird man selten. Aber schon oft angeguckt.

Am Tisch sitzen der Köpenicker Perdedaj, der in Lichtenberg groß wurde, der Hohenschönhausener Burchert, der Weddinger Morales und der Spandauer Knoll. Was macht für Sie den Reiz von Berlin aus?
Burchert: Am meisten sicherlich, dass einfach immer überall was los ist. Ich habe 18 Jahre in Hohenschönhausen gelebt – und brauchte auch nichts anderes. Charlottenburg kannte ich nur vom Training, an den Kudamm habe ich nicht gedacht. Jetzt lebe ich seit zwei Jahren in Charlottenburg-Wilmersdorf, jetzt empfinde ich es als komisch, wenn ich mal wieder in Hohenschönhausen bin.
Knoll: Umziehen kommt für mich nicht in Frage! Ich bin und bleibe Spandauer. Da habe ich die Shopping-Arcaden, ein wunderschönes Rathaus und einen überragenden Weihnachtsmarkt, den besten in Berlin überhaupt.
Morales: Für mich ist Berlin Multikulti. Ich bin mit deutschen und auch vielen ausländischen Freunden aufgewachsen.
Knoll: Ich genauso.
Burchert (lacht): In Hohenschönhausen ist das naturgemäß etwas anders.

Wie gelangt man aus dem – salopp gesagt – tiefsten Osten überhaupt zu Hertha, Herr Burchert?
Burchert: Das darf ich eigentlich gar nicht erzählen.
Morales: Zier’ dich nicht!
Burchert: Na ja, ich war bei einem Schulturnier gesichtet worden, aber für ein Probetraining hatte ich dann nie Zeit, weil ich auf einer Ganztagesschule war und der Weg zu Hertha so weit. Also habe ich auf Anhieb gespielt, es war mein erstes Spiel aufs Großtor überhaupt, wir verloren gegen St. Pauli 5:6. Ich habe wohl nicht allzu oft gut ausgesehen. Falko Götz, der damals Nachwuchskoordinator war, dachte wohl: Mit dem wird es wohl doch nichts. Aber Ilja Hofstädt, der seit der C-Jugend mein Torwarttrainer war, hat sich zum Glück für mich ausgesprochen. Ihm verdanke ich also so einiges.

Sie alle sind in einem Alter, in dem Ihre Vorgängergeneration gar nicht schnell genug aus Berlin wegkommen konnte. Heute spielen etwa die Boateng-Brüder in England und Italien. Warum sind Sie anders?
Burchert: Ich weiß nicht, ob sie damals das Geld oder die Perspektive gesehen haben. Vielleicht waren sie auch einfach einen Tick weiter als wir – ich meine von der fußballerischen Qualität her, bestimmt nicht menschlich.
Morales: Natürlich träumt man mal davon, in England oder Spanien zu spielen. Aber wirklich nachgedacht hat darüber von uns noch keiner.

Zu sagen „Hertha forever“ – so weit gehen Sie aber nicht, oder?
Morales: Für immer – das ist schon wirklich ein sehr großer Zeitraum.
Burchert: Wobei, wenn alles stimmt, die Umstände, die Perspektiven, die Trainer, dann kann das schon funktionieren. Schließlich ist Berlin die Stadt, in der ich alles habe, was mir wichtig ist, meine Familie, meine Freunde.
Knoll: Aber du weißt doch auch, wie schnelllebig der Fußball ist.
Burchert: Na klar. Allein ich erlebe in meinem dritten Jahr als Profi schon meinen dritten Trainer.

Kurzfristig könnte es ein schönes Ziel sein, sich mit dem Aufstieg in der Historie des Klubs zu verewigen.
Perdedaj: Ein schönes Ziel, kein Zweifel. Aber der Weg bis dahin ist noch sehr weit!
Burchert: Trotzdem wollen wir am 15. Mai natürlich aufgestiegen sein, ist doch klar.

Ertappen Sie beide, meine Herren Burchert und Perdedaj, sich inzwischen eigentlich manchmal dabei, wie Sie feststellen, dass Sie den Jungprofis Morales und Knoll nun schon einiges an Erfahrung voraus haben?
Perdedaj: Ja, der Gedanke kommt einem schon mal. Aber deshalb stelle ich mich trotzdem nicht hin und sage: Du da, trag’ mal die Bälle.
Burchert: Da trage ich auch noch mit. So was ist bei uns keine Frage von Profijahren, sondern des Alters – und da ist es doch gut, wenn wir zurzeit so viele junge Spieler sind. Da trägt es sich für alle leichter. Aber ich stelle an mir schon trotzdem fest, wie ich aus der Routine heraus weniger als früher ganz genau auf jedes einzelne Detail achte. Früher war ich immer schon zehn Minuten vor der vereinbarten Zeit am vereinbarten Ort. Jetzt sind es vielleicht noch fünf Minuten.

Aha, reißt der Schlendrian also schon ein!
Burchert (lacht): Ganz und gar nicht – mit fünf Minuten bin ich immer noch vor allen anderen da. Außerdem kann ich als Kassenwart mir einen Schlendrian sowieso nicht erlauben.

In dieser Funktion haben Sie die Nachfolge vom früheren Torwart Jaroslav Drobny also schon angetreten?
Burchert: Na ja, auf Umwegen. Zwischendurch war auch mal Biggi (Sascha Bigalke – d.R.) für die Mannschaftskasse verantwortlich. Aber ich treibe gern ein paar Summen ein, das Geld kommt schließlich uns allen zugute.

Wann? Und auf welche Weise?
Burchert: Irgendwann wird sich bestimmt ein angemessener Anlass finden, wie wir das Geld einem wohltätigen Zweck innerhalb der Mannschaft zuführen können.
Das Gespräch moderierte Daniel Stolpe


Dan
10. Januar 2011 um 17:49  |  5918

@mark78 und @Bl. Montag

Montag um 11:00 Uhr stand oben immer noch immer Hertha IM TRAININGSLAGER.

Daher meine Anspielung ob der gute Daniel Stolpe dort immer noch ist.

Nicht mehr und nicht weniger. Kurz danach haben sie das Blog-Logo wieder geändert. 🙂


Blauer Montag
10. Januar 2011 um 18:11  |  5922

@dan
Wenn die MoPo das Logo nicht aktualisiert,
muss die MoPo in die SWK zahlen.

König Artur wird beim Wiedersehen am 19. März wohl eher keine Zahlung in die SWK leisten, obwohl die Berliner Erinnerungen an ihn ja nun ein richtig schlechter Witz sind 🙁


hurdiegerdie
10. Januar 2011 um 18:16  |  5924

Mist @blauer Montag, aber wo du Recht hast haste Recht. Dann bin ich eben doch ein Schwan.


Blauer Montag
10. Januar 2011 um 18:30  |  5925

@hurdiegerdie
Schwäne und enten gehören nicht zu den gefährdeten Tierarten
– frag „Ente“ Lippens.


Treat
10. Januar 2011 um 22:02  |  5932

@dstolpe
Danke für das komplette Interview, in der Tat noch ein paar nette zusätzliche Aussagen, die den sympathischen Gesamteindruck gegenüber den jungen Spielern nur verstärken.

Für König Arthur ist es ja nun statt Köln offenbar Ingolstadt geworden. Ich wünsche ihm Glück und einen noch einmal erfolgreichen Karriereausklang, mit Hertha hat es eben nicht sollen sein aber dass er die Eier hatte, noch einmal her zu kommen und es noch einmal zu versuchen, das werde ich ihm nicht vergessen.

Blauweiße Grüße
Treat

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