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(ub) -Noch drei Tage bis zum Derby gegen den 1. FC Union. Die Spannung steigt. Rund 200 Kiebitze schauten beim letzten öffentlich zugänglichen Training von Hertha BSC in dieser Woche zu. So viel wie nie in diesem Jahr. O.k., die Winterferien tragen ihren Teil bei, dass  einige Eltern mit ihren Kindern einen Ausflug auf den Schenckendorff-Platz unternommen haben. Die Kollegen vom TV-Sender Sky waren da, ein eher seltener Besuch, dazu andere TV-Stationen mit ihren Kamera-Teams.

Was gab’s zu sehen? Die Profis, die die Kleinen sonst wohl aus dem Fernsehen kennen, ganz nah, wie hier für diesen Trainingsbeobachter (Foto: ub). Trainer Markus Babbel ließ zunächst ähnlich wie am vergangenen Mittwoch trainieren. Eine Einheit mit ausgedehnten Sprint-Anteilen. Schnelle Starts, kurzes Beschleunigen. Gern auch in einem Geschirr, das der startende Profi wie ein Pferd umgehängt bekommt – am anderen Ende der Leder/Gummi-Konstruktion  ein Kollege, der seinerseits mit seinem Körper ein Gegengewicht schafft.

Es wurde Zwei-gegen-Zwei gespielt, Angriff gegen Verteidigung. Diese Übung wurde dann verschärft. Drei Stürmer gegen zwei Verteidiger.

Von der Mittellinie ging es los, Cotrainer Rainer Widmayer zählte die Uhr rückwärts in Feldwebel-Manier laut runter – binnen zehn Sekunden musste der Sturm seinen Angriff über 50 Meter  inklusive Torschuss abgeschlossen haben – „zehn, neun, acht . . . “

Nicht dabei war Raffael. Trainer Babbel hofft, dass der Brasilianer am Donnerstag wieder trainieren kann.

Verwundert war Babbel, dass Patrick Ebert in der Zeitung gesagt hattte, er wolle sich am Mittwochnachmittag beim 90-Minuten-Test Profis gegen Amateure die nötige Matchpraxis holen (in der Hoffnung, fürs Derby vielleicht in den Kader rutschen zu können). Dem erteilte Babbel eine klare Absage: „Davon habe ich auch gelesen. Aber heute Nachmittag ist kein Training. Und das ist auch kein Wunschkonzert bei uns. Patrick muss sich jetzt einfach mal gedulden.“

Will sagen: Ebert schaut sich Union von der Tribüne aus an.

Noch mehr staunte Babbel (hier bei der Medien-Arbeit/Foto: ub) über die Zukunftsplanung von Lennart Hartmann. Der 19-Jährige, dessen auslaufender Vertrag im Sommer von Hertha nicht verlängert wird,  spielt ja bekanntlich derzeit bei den Vancouver Whitecaps aus Kanada vor. Die bestreiten gerade ein Trainingslager in Arizona. Babbel: „Ich muss ja nicht alles verstehen. Aber das verstehe ich überhaupt nicht.“

Was den Trainer dagegen sehr freut: Die Kulisse am Samstag im Olympiastadion. 74.244 – ausverkauft. Babbel: „Ich wünsche mir, dass unsere Leistungen so sind, dass wir noch mehr Spiele in dieser Saison ausverkauft bekommen.“

Jetzt Ihr: Hertha hat im Olympiastadion noch sieben Heimspiele: Union, Cottbus, FSV Frankfurt, Paderborn, Osnabrück, 1860 München und Augsburg.

Wieviel Hertha-Heimspiele werden ausverkauft sein?

  • 2 (51%, 232 Stimmen)
  • 1 (25%, 114 Stimmen)
  • 3 (21%, 96 Stimmen)
  • 4 (2%, 11 Stimmen)
  • 6 (0%, 2 Stimmen)
  • 7 (0%, 2 Stimmen)
  • 5 (0%, 1 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 458

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P.S. Beleg für @Tunnfish oder Hertha-Reporter im Einsatz 😉


92
Kommentare

Treat
2. Februar 2011 um 13:40  |  8527

Ich fürchte, dass maximal noch ein weiteres Spiel ausverkauft sein wird. Wenn der Aufstieg geschafft ist oder im letzten Spiel noch geschafft werden kann, werden sicherlich wieder 74.244 – oder vielleicht sogar ein paar mehr – die Aufstiegsparty live im Stadion erleben wollen.

Ansonsten wäre es schön, wenn der Schnitt in der Rückrunde noch ein wenig besser wäre als in der Hinrunde und wenn wir tatsächlich Markus Babbels Aussage über die 70.000 gegen Paderborn wahr machen könnten – das würde uns so schnell niemand nachmachen! Oder für die Anglikaner und sonstigen Angler unter uns:
That makes us nobody so fast after! 😉

Blauweiße Grüße
Treat


Mazze76
2. Februar 2011 um 13:42  |  8528

Könnte mir vorstellen dass nach Uniuon, noch 2 Spiele ausverkauft sein werden.
1. Wenn wir gegen 1860 München den Aufstieg schon Dingfest machen können.
2. Am letzten ST gegen Augsburg wenn wir die Zweitligameisterschaft feiern 🙂


2. Februar 2011 um 13:42  |  8529

Tippe auf das Augsburg-Spiel.
Zu Ebert: da würde ich als Trainer keine Stellung mehr mehr nehmen. Und al Forist auch erst mal nicht mehr..
zu Hartmann: dem hatte ich von allen youngstern der vergangenen „Generation“ am Meisten zugetraut, auf jeden Fall den Sprung in´s A-Team…
Kanada..völlig abstrus..?-Deckt sich das vielleicht mit einem Teil seiner Lebensplanung?


joergen
2. Februar 2011 um 13:51  |  8530

Ich tippe darauf, dass die Spiele gegen 1860 und Augsburg ausverkauft sein werden. Dann hätte unsere Hertha in der 2. Liga dreimal eine volle Hütte gehabt. Das wäre schon etwas Besonderes.


Exil-Schorfheider
2. Februar 2011 um 14:02  |  8531

Ich denke, dass maximal noch die letzte Partie gegen Augsburg ausverkauft sein wird, damit die Rückkehr ins Oberhaus standesgemäß gefeiert werden kann.

Sollten noch mehr Spiele dazu kommen, sage ich nicht nein, da mehr Einnahmen! Vielleicht können wir dann ja die Stadionmiete zahlen… 😉

Allgemein kann der Zuschauerzuspruch auch wieder ansteigen… „nur“ noch 30.000 bis 35.000 ist doch nicht Euer Ernst!? 😀


Chuk
2. Februar 2011 um 14:03  |  8532

Ich tippe/hoffe 2 … das letzte gegen Augsburg und vorher noch „Babbel’s Traum“ – ausverkauft gegen Paderborn! 🙂


wilson
2. Februar 2011 um 14:04  |  8533

Guter Einwand, @ apollinaris.

Es scheint bei dem ein oder anderen Erstaunen hervorzurufen, dass auch 19-jährige eine Lebensplanung, eigene Ziele und Vorstellungen haben.


sunny1703
2. Februar 2011 um 14:10  |  8534

Union ist ja klar,Augsburg und wenn alles weiter so gut läuft und das wetter mitspielt noch gegen die löwen.


backstreets29
2. Februar 2011 um 14:18  |  8535

Augsburg wird noch ausverkauft sein, da wird nämlich die Radkappe ü berreicht 😀

Was Ebert sich denkt, oder ob er das überhaupt tut, wird mir immer rätselhafter.
Hat er keinen Berater/KOllegen/Manager/Co_Trainer/Trainer/Freund, der ihm mal so vermitteln kann, was er wann äussern sollte, dass er es kapiert??


Tunnfish
2. Februar 2011 um 14:35  |  8536

In welchem Blatt hat sich Ebert denn geäußert?

@ubremer
Der Blog mußte wohl schnell gehen, weil uns lesbar langweilig wurde!? Viele kleine Flüchtigkeitsfehler in den ersten beiden Absätzen, und im Verlauf noch wenigstens einer, was mich nicht wirklich stört, aber einer muss Dich ja mal drauf stupsen.


ubremer
ubremer
2. Februar 2011 um 14:54  |  8537

@Tunnfish,

shame on me. Es war, wie Du vermutet hast: Nach 90 Minuten in der Kälte will ich Euch rasch mit dem News versorgen. Rein in die Salumeria meines Vertrauens. Rechner hochgefahren, loslegen. Dann wird der Espresso an den Tisch gebracht. Du fängst an zu tippen. „Bitte noch ein Wasser.“ Äh, wo war ich im Text? Sind die Fotos schon überspielt? . . .
(Stelle als Beleg ein Foto von heute ans Textende 🙂 )

Ebert gestern in der BILD: „Am Mittwoch ist ein Test Profis gegen U23 geplant. Ich hoffe, dass ich da 90 Minuten spielen kann.“


Moritz
2. Februar 2011 um 16:02  |  8539

Ich tippe auch auf noch zwei ausverkaufte Spiele (zusätzlich zum Deby): Gegen 60 und natürlich am Saisonende gegen Augsburg.

Ob gegen Paderborn die Hütte voll wird, wage ich zu bezweifeln, aber es handelt sich ja dem Vernehmen nach sowieso um einen Traum 😉

Bin gespannt, wie das Verhältnis (zahlnemäßig) der Fanlager am Samstag sein wird.

Was meinen die übrigen Kommentatoren?


Mineiro
2. Februar 2011 um 16:12  |  8540

Ich würde mir auf jeden Fall sehr wünschen, dass noch möglichst viele Spiele ausverkauft sein werden, doch bin ich nach so vielen Jahren in Berlin eben auch etwas skeptisch.

Ausverkauft heisst ja zunächst einmal, dass der Gästeblock voll werden muss und bei Gegnern mit weiter Anreise (München, Augsburg) sehe ich das eher pessimistisch. Beide Spiele sollten aber deutlich über 50.000 anlocken, wenn Hertha weiterhin so erfolgreich spielt.

Die Spiele gegen Frankfurt, Osnabrück und Paderborn werden dagegen „nur“ normale Zuschauerzahlen (zwischen 30.000 und 45.000) bringen, denke ich.

Bliebe das Spiel gegen Cottbus bei dem ich mir nicht wirklich sicher bin, aber letztlich auch kein ausverkauftes Haus erwarte.

Am Saisonende sollte allerdings unser Zuschauerschnitt zwischen 40.000 und 50.000 liegen können, was für die 2. Liga schon gigantisch ist. 🙂


Datcheffe
2. Februar 2011 um 16:25  |  8542

Mahlzeit!

Absolut in Ordnung, das Ebert nicht spielt!
Keine Praxis=keine Spiele!

Schätze, dass das letzte Spiel wohl nochmal volle Hütte sein wird, wenn Augsburg den 2. Platz hält!

Schönen Abend noch!


nocke79
2. Februar 2011 um 16:49  |  8543

Glaube außer gegen Union wird höchstens noch gegen Augsburg ausverkauft sein.

Ebert müsste ja langsam mal verstehen das er bei Babbel nur übers Training eine Chance hat in den Kader zu rutschen. Und diese Interviews sind kontraproduktiv.


Tunnfish
2. Februar 2011 um 17:03  |  8544

Die Besucherzahlen haben ja leider auch sehr viel mit den Spieltagsansetzungen zu tun (mal vom Wetter ganz abgesehen). Cottbus sollte eigentlich mehr Zuschauer bringen als ím Durchschnitt, aber leider findet das Spiel an einem Montag statt, dadurch fehlen locker 15.000 im Stadion, trotz allem glaube ich noch an den neuen 2.Liga Rekord von 42801 oder um auf Nummer sicher zu gehen 42900.
Allerdings müssen unsere Jungs auch was dafür tun, entweder, gewinnen oder zumindest gut Spielen.


Slaver
2. Februar 2011 um 17:29  |  8546

42.800 ist aber gar nicht der 2. Ligarekord. Der liegt bei 43.763 aus der Saison 07/08 vom 1. FC Köln.


Slaver
2. Februar 2011 um 17:49  |  8547

Das Derby wird übrigens von Dr. Jochen Drees geleitet. Den hatten wir diese Saison schonmal im Berlin-Brandenburg-„Derby“ in Cottbus beim 1:0-Auswärtssieg.


ursula
2. Februar 2011 um 18:04  |  8548

Die Interviews sind in der Tat kontraproduktiv,
@ nocke79, aber bietet er sich denn im Training so wenig an?

Es kann doch nicht sein, dass nach Beichler nun
auch Ebert über den „Trainingsabgleich“, nicht
einmal in den Kader rutschen „darf“!

Oder haben die beiden Herren den Babbel so
sehr „genervt“?

Oder stimmt bei Babbel mit einigen Spielern
die Chemie nicht überein und mit anderen
„Oldies“ ist er eben unendlich großherzig…..


Tunnfish
2. Februar 2011 um 18:42  |  8549

@slaver, peinlich

@ursula
Ich denke es geht hier mehr um die Erziehung hinsichtlich von Äußerungen gegenüber der Tagespresse oder habe ich einen Oldie überlesen, der in der Presse seine Gedanken offenbart hat?
Außerdem hat Babbel gesagt, daß Patrick zunächst 1 bis 2 Spiele „Wettkampfhärte sammeln soll. Durch den Meuselwitz Ausfall, fehlt diese Erfahrung natürlich noch. Ich denke Babbel ändert seine meine nicht einfach so mal auf die schnelle, egal wie gut Ebert trainiert.


Stehplatz
2. Februar 2011 um 19:12  |  8550

Babbel geht mir in der Sache Ebert echt auf den Keks! Warum kann man ihm nicht dirket in der ersten Mannschaft Spielpraxis geben, wenn es in der II nicht klappt? Spielen Ruka, Ramos, Schulz, Domo oder Ronny so toll, dass man ihnen umbedingt einen Stamm- oder Bankplatz garantieren kann?

Aber Babbel weiß wohl auch, dass das Spiel zeigen wird ob die Mannschaft sich wirklich weiterentwickelt hat oder nur eine fittere Version des Hinrundenteams ist und will deshalb nichts riskieren.


sunny1703
2. Februar 2011 um 19:20  |  8551

Zu Ebert!
Wie kann ich mir das vorstellen,ruft er in der redaktion an und sagt das und das bzw rennt beim Training zu einem Journalisten und zwingt ihm ein Interview auf?
Oder stürzen sich nicht lieber einige Herren der Journaille auf einen Interviewschwachen wie Ebert,wohlwissend daraus egal was Ebert sagt eine Schlagzeile produzieren zu können?
Wenn Ebert das gesagt hat,was jetzt @ubremer geschrieben hat,dann weiß ich noch nicht was daran falsch ist,zu HOFFEN,dass er bei diesem Test bei sein kann.
Meine Güte mehr Konjunktiv geht ja schon fast nicht.
Soll er sagen er hofft er würde bei einem solchen Test nicht eingesetzt!??
Merkwürdig,dass er nur nicht den Trainingsplan weiß!
Im ersten fall hat babbel mit seiner reaktion Recht,das nervt langsam.
Im zweiten Fall finde ich babbels Reaktion so sie denn so war wie beschrieben falsch und vor allem liebe Journalisten ,wenn Ihr es wirklich gut mit Hertha meint,dann rennt nicht immer zu Ebert ,um ihn eventuell bloß zu stellen.
Ein in Form befindlicher Ebert könnte der ganzen Mannschaft helfen und zwar nicht als Pressesprecher!
Aber von der Presse fertig gemacht,nutzt er niemanden was!

lg sunny


2. Februar 2011 um 19:35  |  8552

Ich tippe mal optimistisch auf 3 ausverkaufte Spiele.
– Union
– jenes Spiel, nach dem wir als Aufsteiger feststehen könnten (1860?)
– Augsburg


Bolle75
2. Februar 2011 um 19:38  |  8553

Ebert wird seine Chance kriegen, da bin ich mir ziemlich sicher. Aber das der nicht einfach die Klappe halten kann verstehe ich nicht.
@ub & sto: Ist der denn so ein Naivchen dem man in Interviews einfach die Antworten entlocken kann. Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen da er sich ja immer so cool gibt?
Es läuft gut für Hertha, Babbel tauscht trotzdem ab und an was aus. Einen 100% Stammkader gibt es nicht und auf die Bank kann er sich bestimmt arbeiten. Ich versteh es einfach nicht.

Zu den Zuschauern: Ich habe ganz Optimistisch auf 3 Spiele getippt, aber 2 (Augsburg) sind wohl realistischer. Wenn aber der Punktestand so aussieht das wir zum München Spiel schon aufsteigen könnten tippe ich da ebenfalls auf ne volle Hütte. Ob wir irgendeinen Rekord brechen ist mir eigentlich egal. Das Cottbusspiel wird voll werden. Damit es für ausverkauft reicht wird es aber darauf ankommen ob und wie wir die nächsten zwei Spiele gewinnen.


hurdiegerdie
2. Februar 2011 um 19:39  |  8554

@sunny,
selten genug in der Hochprozentigkeit der Übereinstimmung, aber hier bin ich fast nahtlos bei dir.


2. Februar 2011 um 19:42  |  8555

Bolle75

Ob wir irgendeinen Rekord brechen ist mir eigentlich egal.

Ich finde solche Rekorde immer ganz angenehm, weil sie doch zeigen, wieviel Potenzial die Stadt Berlin hat.


ft
2. Februar 2011 um 19:48  |  8556

Ich vermute das kein einziges weiteres Spiel ausverkauft sein wird.
Am naheliegendsten wäre, aus meiner Sicht, noch eine ausverkaufte Schüssel gegen Cottbus. Doch wenn die nicht mal im Pokal im eigenen Stadion ne volle Hütte haben, wie sollten die dann auf die Idee kommen ausgerechnet nach Berlin zu fahren.
Unwahrscheinlich.

München 60 :

Die 60 er Fans hatten vor dem Hinspiel gehofft, das mal ein paar Mann mehr zum eigenen Heimspiel kommen als normal. Und dabei fast schon befürchtet, das mehr Herthaner am Spielfeldrand auftauchen als Einheimische….

auch unwahrscheinlich

Paderborn , Osnabrück, die „kleinen Frankfurter“ sind für das Berliner Eventpublikum garantiert nicht so interessant, das man einen Bummel ins Oly einplant.

Ne volle Schüssel wäre zwar der Hammer, aber ich glaubs net.


ft
2. Februar 2011 um 19:49  |  8557

Achso: meine Stimme gebe ich der nicht vorhandenen Null. 🙂


ubremer
ubremer
2. Februar 2011 um 19:58  |  8558

@ft,

bei der Zusammenstellung der Click-Show – es kam gerade der zweite Espresso (siehe Foto oben) – war meine Rechnung: Sieben Heimspiele stehen noch aus. Gegen Union ist bereits voll. Also kann ich es mir sparen, Euer Internet mit einer „O“ vollzustellen. 😉

zu Ebert: Grundsätzlich ist es nicht die Aufgabe von Journalisten, es „gut mit Hertha zu meinen“. Unser Job ist zu berichten, was los ist. Aber klar ist da eine Grauzone.
Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen in Deutschland. Demnach seien Sportjournalisten viel zu dicht an den Vereinen/Protagonisten dran. Deshalb fehle die nötige Distanz, um kritisch berichten zu können. Ich sehe das differenzierter – aber das ist ein Rotwein-Thema.

Dem Trainer ging es bei Ebert eher nicht um die Äußerung „ich hoffe 90 Minuten zu spielen“. Sondern, dass der gesunde Menschenverstand nahelegt, dass Hertha drei Tage vor dem Derby sicher nicht 90 Minuten Profis gegen Amateure spielen läßt.


Chris
2. Februar 2011 um 20:03  |  8559

2 x wird´s ausverkauft sein. Gegen Union und zur Aufstiegsfeier gegen Augsburg am letzten Spieltag!
-> was gleichzeitig ein würdiges Abschiedsspiel für Pal Dardai sein wird.
How, ich habe gesprochen 😉


hurdiegerdie
2. Februar 2011 um 20:14  |  8560

@chris

Was mir ja so im Kopf rumgeht ist: warum Dardai nicht für ein anderes Spiel nutzen, um das Stadion voll zu machen?
Ne anständige Feier mit Kinderzirkus und allem Tralala um Dardai herum gegen München, Frankfurt oder Paderborn. Wir brauchen doch Geld und warum Dardai im allgemeinen Aufstiegsjubel gegen Augsburg untergehen lassen, wo das Stadion eh‘ voll ist? Warum ihn nicht getrennt ehren? Er hätte es verdient.


2. Februar 2011 um 20:26  |  8561

sorry hab die comments jetzt nicht alle gelesen, aber was war denn mit hartmann das babbel nicht meinte das versteht er überhaupt nicht?


derMazel
2. Februar 2011 um 20:32  |  8562

@hurdie

keine schlechte Idee – dann könnte Pal gegen Augsburg auch kräftig mit feiern und muss sich nicht noch für ne Rede oder so schonen 😉

@DuCk

Babbel sieht die MLS als zu großen Rückschritt – weil er sich dort wohl nicht wirklich weiterentwickel können wird.


2. Februar 2011 um 20:36  |  8563

zum Rotweinthea: ich bin da bei den Wissenschaftlern..anders kann es gar nicht sein. Sportjournalismus ist aber auch wirklich ne seltsame Kiste: die, die diese Berichte am aufmerksamsten lesen, sind die fans..und diese erwarten ne gewisse Parteilichkeit. Was gab es da für kuriose Streitigkeiten im Portal des Tagesspiegel. Seriöse, neutrale Berichterstattung kann da gar nicht funktionieren..der Sportjournalismus (der jeden Tag berichtet) erscheint mir da ein wenig wie ein Zwitter…weder Journalismus in Reinkultur noch reine Fanoptik.
Von Seiten der Vereine und Fans und Leser wird ne Menge an Undurchsichtigem vom Sportjournalist erwartet..ist sicher sehr schwer, da autark zu bleiben (?)- schließlich besteht auch ne gewisse Abhängigkeit: wer geschnitten wird, erhält keine Infos..(Ich meine jetzt wirklich jene Journalisten, die tagtäglich unterwegs sind…)


Treat
2. Februar 2011 um 20:44  |  8564

@ubremer
Das mit dem Gespräch bei einem schönen Glas Wein sollten wir unbedingt mal machen, wenn du Zeit hast. Ich wäre jedenfalls ausgesprochen interessiert an deiner differenzierten Darstellung über das Verhältnis von Journalisten zu den Vereinen und an deiner täglichen Arbeit ganz im Allgemeinen.
Im Übrigen finden wir uns auch in anderen Dingen offenbar schnell: Ich liebe Espresso UND San Pellegrino ist das EINZIGE Wasser mit Sprudel, das ich in meinen Adoniskörper lasse, sonst gibts immer nur Stilles!

Blauweiße Grüße
Treat


ursula
2. Februar 2011 um 20:59  |  8565

@ sunny

Dein Beitrag entspricht meinen Gedanken zu
einem gewissen Unverständnis, was diese
„Situation“ um Patrick Ebert anbelangt!

Wenn „Edelreservisten“ subjektiv wieder
fit werden, galt auch für Beichler, wollen
sie in der 1. Mannschaft ihr Können unter
Beweis stellen…..

nicht nur im Training, in der 2. Mannschaft
oder in Interviews, die SIE nicht in der oft
beschriebenen Form selbst gesucht haben!

Vielmehr beginnend mit Kurzeinsätzen,
z. B. was hätte gegen einen Einsatz von
Ebert in den letzten 20 Minuten gegen
Bielefeld gesprochen, obschon eine ganze
Menge „platter Kollegen“ förmlich laut
schreiend darum flehte…..

Nee, das stimmt was nicht! Entweder WIR
haben nun dem Ebert verziehen und wollen
mit seiner „Fußballkunst“, die diese Hertha
verstärken kann, bereichernd leben oder wir
substituieren einen 2. Fall Beichler (?)…….


alorenza
2. Februar 2011 um 21:06  |  8567

Da ist so ein Punkt angesprochen, bei dem der Kollege UB und ich völlig auseinanderliegen.

Sportjournalismus ist meiner Meinung nach längst der kritischste Teil der deutschen Medienbrache. Investigativ, kommentierend, gut informiert, durchsetzt mit Klasse-Schreibern.

Wenn ich die Polit-Kollegen mit ihrer Freiherr-wo-gehts-denn-in-Ihro-Enddarm-Berichterstattung sehe, und die Tatsache, dass sie uns nach vielen schlechten Regierungen nun eine total unfähige herbeigeschrieben haben …

Wenn ich die Wirtschafts-Kollegen sehe, die die Krise noch nicht einmal erkannten, als Millionen ihrer Leser schon die Ersparnisse verloren hatten …

Dann lobe ich mir höchstens die Feuilleton-Kollegen, die immer noch gerne Aufmacher über balinesische Zwei-Ton-Musikfestivals schreiben, um ja nicht in Verdacht zu fallen, populistisch zu sein. (Diese Art gibt’s übrigens auch im Sportjournalismus noch, zu bewundern bei einer großen Zeitung unserer Stadt …)

Aber Sportjournalismus per se ist schon ziemlich stark (dieser Blog und die darum herum entstandenen Diskussionen sind durchaus ein Beispiel dafür). Und weil der Bereich Sport so stark ist, fallen einem ja auch die Abgründe so deutlich auf.

Meine Meinung.


sunny1703
2. Februar 2011 um 21:07  |  8568

@ubremer
Es ist beruhigend zu wissen, dass Eure Sichtweise nicht die des Vereins sein muss. 🙂
Natürlich interessiert mich schon die Frage welche Sichtweise vertritt Ihr dann,……aber gut,dass ist wohl wirklich etwas für eine andere Stelle zum Gespräch!
Nur sorry,empfinde ich es zumindest als ziemlich merkwürdig, wenn jemand der momentan nicht mal zum erweiterten Stamm der Mannschaft gehört,immer wieder für Schlagzeilen gut ist.
Ist nicht die Meinung eines Kobiashivili als Beispiel über seine eigene Leistung für den Fan viel interessanter als die einer Nummer 26..von der Wichtigkeit?!
Der Verdacht einer gewissen Stimmungsmache,zumindest von den Boulevardkollegen,kommt schon auf.

Das mit dem nicht gewussten Training hat natürlich einen gewissen Possencharakter,doch auch hier frage ich mich,hat Patrick vorher was gutes geraucht oder wie kommt der darauf so eine Info weiter zu geben?!

Vielleicht bin ich naiv und traue selbst einem nicht ganz so gebildeten Menschen die Äußerungen solche Fantasien gegenübe r Euch Journalisten nicht zu.
Ansonsten sollte Ebert aber dann doch mal andere als für Physis zuständige Ärzte aufsuchen.

lg sunny


sunny1703
2. Februar 2011 um 21:12  |  8569

@alorenza
Mein alter Deutschgymilehrer hätte jetzt gesagt,: eins rauf mit Mappe ! 🙂
Toller Beitrag!

lg sunny


alorenza
2. Februar 2011 um 21:17  |  8570

@sunny Noch ein paar so klube Posts und Du gewinnst ein KURIER-Abo.

Ebert (und vor allem Beichler) zum Aufmacher zu machen, geht nicht nur Deiner Meinung nach am Fan und Leser vorbei.

Als kleine Inside-Information: Wir hatten in den letzten Tagen zweimal das direkte Themen-Duell Ebert/Beichler gegen ein Zweit-Herthathema. Einmal Friend, das andere Mal Mijatovic.

Die Online-Klickzahlen nach 24 Stunden, ein ziemlich guter Indikator für das Leserinteresse:

Friend siegte 4000:800.
Mijatovic 3900:1000.

What have You done for me lately – so erkläre ich mir das.


Tunnfish
2. Februar 2011 um 21:21  |  8571

@alorenza
Daumen hoch

Wahrscheinlich hat Ebert folgendes gesagt:
“ Am Mittwoch will ich hart trainieren und danach (am Wochenende) 90 Minuten die nötige Spielpraxis zu sammeln. Bei den Amateuren oder lieber noch bei den Profis“

Und da dies keinen Zündstoff hat…….Boulevard Remix


ubremer
ubremer
2. Februar 2011 um 21:29  |  8572

@alorenza,

um mal einen Großen des Journalisten-Gewerbes zu zitieren: „Alle Bereiche im Journalismus haben mit Nähe und Distanz ein Problem, aber am stärksten scheinen sie im Sport zu sein.“ Sagt Hans Leyendecker von der Süddeutschen Zeitung. Der wird zitiert in einer Studie „Hofberichterstattung im System Sport“ von Simon Grünke aus dem Jahr 2010. Der hat sich mit der Ausbildung von Sportjournalisten befasst, mit Fanjournalisten, mit Gesinnungsjournalisten und mit strukturellen Problemen.

Das Fazit von Grünke heißt (verkürzt): Ein Problem für den Sportjournalismus seien die Kunden. Die seien wenig an Kritik und Reflexion interessiert, aber an Jubel und Unterhaltung. Ein anderes: Wie sollen TV-Stationen oder Zeitungen kritisch berichten, wenn sie Rechte teuer erworben haben (oder Medienpartner eines Vereines/Veranstaltung) sind? Eine These von Grünke: Die TV-Sender und der Boulevardjournalismus hätten sich diesen System „fast ohne Widerstand“ ergeben.

Soweit die Studie. Meine Meinung: Ich sehe vieles differenzierter , als es dort gemalt wird. Allein das Beispiel Berlin zeigt, dass selbst das Etikett „Boulevard“ sehr verschieden ausgefüllt werden kann. Da schaue man sich nur die BILD, die BZ und den Berliner Kurier an. Wie gesagt: Rotwein-Thema (für Adonis-Körper 😉 )


alorenza
2. Februar 2011 um 21:36  |  8573

So viel Wein, so wenig Zeit. UB und DS – Ihr werdet nicht an einem Immer-Hertha-Treff irgendwann in den nächsten Monaten vorbeikommen.

Schlage als Treffpunkt vor: Bloghouse, oder wie das heißt.


Sir Henry
2. Februar 2011 um 21:58  |  8575

Ein hochinteressantes Thema, ub und alorenza.


2. Februar 2011 um 22:00  |  8576

@alorenza: alles, was du über den Polit-u. itschaftsjournalisten sagst, unterschreibe ich sofort. Mir fällt der Ausnahmejournalist Harlad Schumann ein-ein hochqualizizierter und meinungsstarker Journalist, dem in den 70ern alle Türen offen gestanden hätten, so einer muss heute froh sein, sein Zeilengeld zu bekommen. Nicht, weil die Leser das so sehen , sondern die Redaktionen unfrei sind.-Dass allerdings der Sport nun so einen tollen Journalismus betriebe, ist mir bisher völlig verschlossen geblieben. Der Sportjournalismus ist opportunistisch, durch und durch. Das liegt auch daran, dass jeder Sportjournalist „seine“ Sportart hat, „seinen“ Verein gar..und umgekehrt…
Na, das wäre sicher ein unterhaltsamer Abend, mit viel Lachen und großen Dynamikumfang.. 😉
Dieser blog hier, ist jedenfalls große Klasse..das liegt am Medium, an der starken Moderation und den Foristen. Solche blogs sind aber empfindlich und leicht zu stören…deshalb meist temporärer Art.
Schaun mer mal…
Immerhin: ich lese wieder (auch) die moPo.. 🙂


alorenza
2. Februar 2011 um 22:10  |  8577

Mopo-Lesen: Und das, apollinaris, obwohl der Kollege UB Dich gerade mit seinem San-Pellegrino-Bekenntnis aus der Wasserkiste gegrätscht hat.

Aber: Opportunismus, hmh, eigener Verein, grübel.

Da hilft sicher, dass die Polit-Kohlegen keine Lieblingspartei haben, weil sie ja nie wählen gehen. Und die Wirtschafts-Experten ihr ganzes Geld unterm Kopfkissen verstauen, aber nie und nimmermehr irgendwo anlegen. Ja, wenn ich so darüber nachdenke, sind wir Sportler schon extrem durch Nähe gefährdet.


2. Februar 2011 um 22:13  |  8578

na,.. sag ich doch..?


alorenza
2. Februar 2011 um 22:17  |  8579

Ich doch auch, Augenroll.

Ejal. Muss noch schnell ein Textchen für unsere Derby-Ausgabe schreiben und lass mich mal auswechseln.

Trainer! Aua! Geht nicht mehr! Ährlich!


2. Februar 2011 um 22:20  |  8580

aber, dann doch noch was, auch wenn es gar nicht der Sinn meiner Aussage war: es gibt Wähler, die nicht immer die selbe Partei wählen. Das ist eigentlich das Geheimnis der Demokratie: man kann wählen und wechseln.
Einen Verein kann man nicht ganz so schnell „ablegen“.
Aber noch mal: ich hatte ja gar keine Trennlininie gezogen- ganz im Gegenteil. Der Journalismus ist verhurt und verschwägert, wie noch nie. -Ich bezweifle nur, das ausgerechnet der Sportjournalismus davon frei wäre. Das ist wirklich eine steile These..


ubremer
ubremer
2. Februar 2011 um 22:28  |  8581

@apollinaris,

sagen wir so: Der Journalismus in Deutschland ist ein Spiegel unserer Gesellschaft. Ich treffe im täglichen Leben auch auf eine ganze Menge interessanter, spannender, guter Leute. Männer wie Frauen . . . 😉


sunny1703
2. Februar 2011 um 22:29  |  8582

@ubremer
Auch ein interessanter Beitrag,wobei mir das von Dir gekürzte Fazit Grünkes gefällt.
Der Sport und hier insbesondere die erfolgreichste Sportart Fußball ist zu einem riesigen Wirtschaftszweig mutiert,in dem die Gesetze des Marktes ebenso gelten ,wie in jedem anderen Wirtschaftszweig auch. Ihr als Journalisten seid ein Teil der Erfüllungsgehilfen, die abhängig von euren Verlagen mehr oder weniger frei Eure Meinung publizieren könnt.
@alorenza hat nun nach der überstandenen heuschreckenplage gerade Familienkrach ganz oben und kann dadurch vielleicht etwas freier sich entfalten,wobei ich hoffe nebenbei, Du wirst morgen nicht mit Baseballkeulen von Deinen Kollegen aus den anderen Ressorts empfangen,ansonsten müsst Ihr bei der Mopo ihm Asyl geben! 🙂
Aber wenn die Artikel sich zu sehr gegen die leserschaft wendet,also im falle des Kuriers zu sehr gegen Union und zu pro Hertha sind,wird doch vermutlich die Chefredaktion eingreifen,weil die Leitungen der Callcenter im Verlag mit angedrohten Kündigungen heiß laufen.
Und ähnliches passiert bei Springer vermutlich in die andere Richtung,hier funktioniert noch das Richten nach der Leserschaft.
Doch wie ist es bei den TV Journalisten,ich kann mir nicht vorstellen,dass Reif ,Taxis und andere alle einseitig für den Videobeweis und Oberschiedsrichter sind. Dennoch wird der Zuschauer mit einer durchschaubaren Kampagne bombardiert,die nur darauf abzielt, mehr Zeit für Werbeeinahmen zu bekommen,am besten Werbefernsehen mit Fußballunterbrechungen.
Argumente für diese Änderungen habe ich hier bessere gelesen ,auch wenn ich ein Gegner von Änderungen bin. Nur jeder weiß,die Kosten für bezahlten Fußball nähern sich dem Ende ,dann bleiben nur noch das Einspielen der Kosten für die TVRechte durch mehr Werbeeinnahmen.
Wie unabhängig können solche Journalistenkollegen noch sein!?

lg sunny


Tunnfish
2. Februar 2011 um 22:29  |  8583

@sportjournalisten

aber wenigstens habt ihr durch die Nähe im Gegensatz zu den Kollegen von Politik und Wirtschaft Ahnung von der Materie.


ubremer
ubremer
2. Februar 2011 um 22:31  |  8584

@Tunnfish,

@sportjournalisten

aber wenigstens habt ihr durch die Nähe im Gegensatz zu den Kollegen von Politik und Wirtschaft Ahnung von der Materie.

hiermit hat er Anrecht auf einen Gratis-Espresso erworben 😉


Tunnfish
2. Februar 2011 um 22:35  |  8585

Dann sammel ich noch ein bischen bis ich Wasser (welches auch immer) und Kuchen als Beilage zusammen hab.


hurdiegerdie
2. Februar 2011 um 22:42  |  8586

Simon Grünke
Der Autor(Jahrgang 1982) ist Diplom-Online-Journalist und studierte von 2004 bis 2008 Online-Journalismus an der Hochschule Darmstadt.

In der wissenschaftliche Förderungen gibt es schon lange kaum noch Gelder zur Unterstützung von Buchpublikationen.

Warum nicht? Weil man heute super billig im Internet publizieren kann. Das macht aber der Online Spezialist Grünke nicht, er verkauft ein 160 Seiten Taschenbuch für 60 Euronen. Seine Kenntnisse im Online Journalismus sind aber nicht zu verkennen. Das Werk wird wirklich überall mit dem gleichen Klappentext des Zitats von Hans Leyendecker von der Süddeutschen Zeitung „verkauft“. Nur Leserrezensionen gibt es nicht.

Journalismus hat Probleme mit Nähe und Distanz. Gut und schlecht. Schön und hässlich. Schwarz und weiss.
Wenn der Hahn kräht auf dem Mist ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist.

Wie wird das Wetter eigentlich am Samstag in Berlin?

Also die Diskussionen zwischen alorenza und ubremer finde ich spannender. Schon der zweite Satz des Klappentextes vonThomas Kistner, der einen Großteil der deutschen Sportjournalisten gar „für Fans, die es über die Bande geschafft haben“ hält, wird doch durch unsere Blogväter widerlegt. Kamen die nicht erst in den 90ern nach Berlin? Sicher nicht als Hertha-Fans.


sunny1703
2. Februar 2011 um 22:56  |  8587

@hurdie
Stürmisch……für wen auch immer das gut ist,eventuell regnerisch.
Tolle Diskussion fnde ich auch.-……..aber mal zur Ehrenrettung der anderen Kollegen,von deren ressorts haben doch die allermeisten von uns keine Ahnung oder wie viele Wirtschaftler,Juristen,Politologen um mal nur einige zu nennen haben wir denn hier?!
Und welcher Sportjournalist hat 09/10 auf Herthas Abstieg getippt?
Oder darauf,dass Mainz,96 und Freiburg unter denTop 6 der 1.Liga nach dem 20. Spieltag stehen? 🙂

lg sunny


hurdiegerdie
2. Februar 2011 um 23:02  |  8588

Sunny

Temperatur ist wichtig! Zur Zeit lese ich von 9/10 Grad. Muss ich einen extra Koffer mitbringen um mich als Michelin-Mann zu verkleiden (verkleiden ist gut 😆 ) oder reichen „herbstwarme “ Klamotten. Ich bin gerade am Packen.


L.Horr
2. Februar 2011 um 23:05  |  8589

Ich musste vor gut 2 Monaten Babbel wie ´ne Mutter verteidigen ,
aber bezüglich Ebert nervt er mich jetzt doch ganz gewaltig.
Als wäre Meuselwitz der nötige Wahrsager gewesen!
Warum spielt Lustenberger ohne Trainingsschleife und Meuselwitz nach seiner langen Verletzung sofort ?

Ebert ist nicht der blöde Maulheld. Er war im Sommer Trainings-und Testspielweltmeister (O-Ton Babbel) , kam mit besten Werten aus dem Urlaub.

So demotiviert man Spieler !


2. Februar 2011 um 23:07  |  8590

wie immer…müsste man, denke ich, erst mal Struktur in so eine Diskussion bekommen.. 🙂
Wenn ich 9/10 der Journalisten des ehemaligen dsf sehe..und viele jüngere bei Ard/ZDF..spräche das durchaus für T. Küstners( den ich nicht kenne) These..
Ich glaube eher weniger an Vorgaben durch die Redaktionen, wie sie @sunny aufzeigte- sondern an die berühmten „Scheren im Kopf“..und an einen grundsätzlichen mainstream, wie es ihn in dieser mächtigen Form vielleicht noch nie gab ?
Und dem auch ich verfallen bin, wenn ich aufrichtig bin. Ansonsten dürfte ich den Profisport gar nicht mehr wohlwollend, zahlend und mit Emotionen begleiten..denn die dort praktizierten Methoden sind bis in viele kleine Details hinein, ziemlich weit entfernt von dem, was ich eigentlich für wünschenswert halte..
Am Samstag..um eine gewisse Zeit herum, werde ich alle diese Bedenken wieder vergessen..und brüllen, pfeifen und johlen… 🙂


sunny1703
2. Februar 2011 um 23:10  |  8591

@hurdie
So zwischen 5 morgen und 10 Sonnabend bis 9 am Montag,aber windig und feucht….also nicht ganz einfache entscheidung


DonG
2. Februar 2011 um 23:11  |  8592

Zitat: „dass Patrick Ebert in der Zeitung gesagt hatte, er wolle sich am Mittwochnachmittag beim 90-Minuten-Test Profis gegen Amateure die nötige Matchpraxis holen“

Lernt der Junge niemals wie die Welt funktioniert?

„Was erlauben Ebert?“ Wenn ich Trapattoni ebenfalls zitieren darf.

Babbel muss echt aufpassen nicht einen wirklich faulen Apfel in der Truppe zu halten. Ich sehe momentan nicht den Bedarf Ebert bei den Profis zu behalten. So lange Ruka, Ronny, Schulz, Ramos gesund sind, ist Ebert überflüssig.

Ebert sollte aufpassen, den Bogen nicht zu überspannen!


2. Februar 2011 um 23:30  |  8594

wenn ch ehrlich bin: dieser begebenheit zwischen Babbel/Ebert sollte man nicht allzu viel Tiefe andichten wollen-weder in die eine, noch die andere Richtung?


sunny1703
2. Februar 2011 um 23:31  |  8595

@apollinaris
Das ist immer der Punkt an dem ich merke, ich bin alt geworden, nicht mehr so fähig Veränderungen auch durch zu ziehen.
Anstatt sky abzumelden und Hertha II oder Kickers 1900 bei uns zu unterstützen,back to the roots sozusagen, Individualurlaub können wir noch Cocktails schlürfend all inclusive 5 Sterne genießen und dabei hinter einem Ball her rennenden Jungmillionären zujubeln. 🙂

lg sunny


3. Februar 2011 um 0:06  |  8597

jo, eigentlich sind wir Deppen..


hurdiegerdie
3. Februar 2011 um 0:18  |  8598

Boah,

ich habe mir jetzt bewusst ein paar Kommentare verkniffen. :mrgreen:

Aber jetzt: Ich bin absoluter Sky -Feind.
Aber wenn Hertha aufsteigt… das Budget ist bereits mit meiner Frau ausgehandelt (Gegenwert Shiatsu-Massagebank).
Man gönnt sich ja sonst nichts.


3. Februar 2011 um 1:32  |  8601

abgesehen vom Spass, hurdi: gegenüber dem dsf, ist sky sozusagen journalistische Hochkultur.. 🙂


juriberlin
3. Februar 2011 um 7:19  |  8605

mal was anderes: Was ist nun wirklich mit der Verletzung von Raffael?


sunny1703
3. Februar 2011 um 7:59  |  8606

Im tsp steht übrigens die Geschichte um Ebert ein klein wenig anders.
Da war für Mittwoch scheinbar schon so etwas wie ein Trainingsspiel mal geplant,dann hat aber Babbel den Spielern am Mittwoch mitgeteilt,weil die erste Trainingseinheit der Woche länger und intensiver gewesen sei,auf die Einheit am gestrigen Nachmittag zu verzichten.
Egal wie,lasst einfach Ebert mal eine Weile in Ruhe und wieder in das sportliche geschehen eingreifen, dann ist er wieder ein interessantes Thema!

Euch allen einen schönen Tag

sunny


wilson
3. Februar 2011 um 9:20  |  8607

Journalisten und Zeitungen

Geht´s nicht eigentlich um Auflage ?
Ihr habt ein Produkt zu verkaufen. Eure Kollegen und Ihr seid „gezwungen“ (ist halt Euer Job – Eure Berufung?), täglich an einem Artikel zu basteln. Wenn nichts/kaum etwas passiert (trainingsfrei, keine „interessanten“ Verletzungen, keine Wirtshausschlägerei), dann wird halt mit Perdedaj S-Bahn gefahren oder wir schauen uns gemeinsam mit Mutter Ebert alte Fotoalben an und beobachten Ronny beim Bohnenweitwurf.

@ alorenza:
Ich lese mir auch keinen Artikel über einen armenischen Regisseur durch, der in seinem neuesten Werk die drohende Klimakatastrophe anhand der Leidensfähigkeit einer peruanischen Bergziege in einem 125-minütigem Schwarz-Weiß-Epos analysiert.
Wenn ich also die Leser für einen Artikel interessieren will, den sie ansonsten überblättern würden, versuche ich zur Not mit „sex and crime“.
Der gleiche armenische Regisseur hat Angelina Jolie beim gestrigen Filmfestival an die Brust gefasst ? Den Artikel lese ich. Sigmar Gabriel hat in der vorletzten Nacht nach dem SPD-Parteitag ein Schaf geschächtet. Den Artikel lese ich (Gut, vielleicht lese ich den Artikel zum SPD-Parteitag auch ohne Schaf…). Christian Lell war gestern im P4711 ? Den Artikel liest vielleicht auch jemand, der sich für Fußball nicht interessiert.

Neuigkeiten könnt Ihr doch nicht wirklich vermelden: Radio, TV, Internet sind schneller. Die Zeitung (aus Papier morgens im Briefkasten oder beim Kiosk ihres Vertrauens) ist vom Nachrichtenwert her bereits 2 Minuten nach Redaktionsschluss eine olle Kamelle.

Ich bin weit davon weg, Eure Arbeit beurteilen zu können: wenn ich gelegentlich mal beim Training zuschaue und beobachte, wie Ihr die Spieler ansprecht, um ein Interview zu erhalten und mitunter auch abgewiesen werdet, ahne ich, dass man sich dann auch mal auf die Plaudertaschen stürzt und aus Nichtigkeiten einen Artikel formt. Und da scheinen sich einige anzubieten. Ebert mag dazugehören.
Wie gesagt: ich kann es nicht beurteilen.
Ich bin nur ein Leser. Auch Papier.


alorenza
3. Februar 2011 um 9:39  |  8608

Wir können das gerne mal vertiefen – Journalismus, Sportjournalismus, Schnelligkeit, Exklusivität (8-Millionen-Geldspritze ist ein schönes Beispiel) – aber erst nach dem Derby.


Tunnfish
3. Februar 2011 um 11:38  |  8609

Habe das Interwiew zum Derby mit Olaf Seier zu der steigenden Rivalität zwischen den CLubs gelesen.
Mir ist dabei aufgegangen, dass sich der Zuwachs der Rivalität und die Summierung der Anfeindungen äquivalent zur sagen wir mal „Leistungsnähe“ verhalten. Will sagen spielt man mit dem gleichen Anspruch und den gleichen Zielen wächst die Rivalität schneller, als wenn eine Distanz bspw zwischen zwei Ligen herrscht.
Interessant dabei ist, dass es sich in der umgekehrten Richtung langsamer oder gar nicht bewegt, da Fankultur scheinbar ein sehr gutes Gedächtnis hat.
Dies wird also eine so oder so stetig steigende Rivalität zur Folge haben, es sei denn es geschieht etwas Großes, Positives zwischen den Vereinen.

Aber wenn ich ehrlich bin fällt mir europaweit kein Derby ein bei dem gleichzeitig eine Fanfreundschaft besteht.


3. Februar 2011 um 11:46  |  8610

@tunnfish: richtig. Deshalb bin ich zwar immer elektrisiert, wenn ich nach Dortmund/Schalke oder ähnlichen Derbies schaue-aber, ob das alles wirklich wünschenswert ist?-Ich kann in Wahrheit nichts damit anfangen, einfach, weil es ziemlich beknackt ist, schaut man mal genauer hin..
Frotzeleien und Albernheiten..aber die meinen das ja ernst..Ohne diesen Ernst allerdings, würde es nicht elektrisieren,-man muss sich wohl entscheiden.
Ok.- Dann bin >ich < lieber Sesselpuper…


Chuk
3. Februar 2011 um 13:46  |  8611

Schiedsrichter beim Derby ist übrigens: Dr. Jochen Drees
(falls es schon oben jmd. gepostet hatte – sorry!)


wilson
3. Februar 2011 um 14:11  |  8612

Ich war schon wieder auf der Union-Seite:
http://www.fc-union-berlin.de/verein/aktuelle-meldungen/details/Offener-Brief-an-die-Sportredaktion-der-BZ-108U/

Hat auch was mit Journalisten zu tun.


Sir Henry
3. Februar 2011 um 14:25  |  8613

Hallo wilson, die Initiative von Union ist lobenswert, aber wahrscheinlich eher von symbolischem Wert. Aber manchmal gehts ja um Symbolik.


3. Februar 2011 um 14:25  |  8614

@ wilson:

und da ist sie wieder die „geliebte“ rumheulerei der unioner…was hatte sascha b. nicht alles nach dem hsv-spiel über sich ergehen lassen müssen. auch zu unrecht, aber man kann es auch hinnehmen wie profis. jetzt wieder den enke-ausnahme-vorfall herbeizuziehen passt 1:1 zu den vernachlässigten, zu bemitleidenen und stark unterdrückten „eisernen“…

hoffe jetzt noch mehr auf ein 5:0… mit vier
torwartfehlern…

quellen:

http://www.derwesten.de/sport/fussball/Der-Trottel-im-gelben-Trikot-id269574.html

http://www.krone.at/Nachrichten/Deutschland_lacht_ueber_den_Torwart-Trottel_von_Hertha-Spott_und_Hohn-Story-164653


derMazel
3. Februar 2011 um 14:31  |  8615

Ich hab seit 20min ein neues Lieblingskleidungstück 🙂


3. Februar 2011 um 14:34  |  8616

@ der Mazel:

schwarz – mit einem deprimierten mann drauf??? 😉


derMazel
3. Februar 2011 um 14:38  |  8617

Aber sowas von richtig 😀


3. Februar 2011 um 14:44  |  8618

Ich finde die Reaktion von Union gut und richtig, es gibt einfach Formulierungen die nicht in Ordnung sind, eine sachliche Ebene hat noch keiner Berichterstattung geschadet. Aber die BZ ist sich für keine Überschrift zu schade, Schlagzeile kommt ja auch von schlagen und diese war ein Schlag ins Gesicht von Unions Keeper


3. Februar 2011 um 14:52  |  8619

Hier im Link unter dem Nick eine alternative Vorgehensweise um Torhüterkritik zu üben!


ubremer
ubremer
3. Februar 2011 um 14:53  |  8620

@rasi,

angekommen. Topp! Mucho gracias 🙂


3. Februar 2011 um 14:55  |  8621

ups….das war eher ein Rechenbeispiel von Dieter….^^^^
hier der richtige Link unter dem Nick


3. Februar 2011 um 15:12  |  8622

@ tunnfish:

link leider nicht zu öffnen. bitte überprüfen…


Tunnfish
3. Februar 2011 um 15:17  |  8623

man lernt nie aus… Man muss auf Facebook angemeldet sein um den Link sehen zu können, das wußte ich bis eben nicht.


Sir Henry
3. Februar 2011 um 15:19  |  8624

@ub

nu aber auch schön in der Redaktion tragen, das gute Stück. Und dann mal bei den Kollegen mit den großen Schlagzeilen vorbeischauen.


Sir Henry
3. Februar 2011 um 15:21  |  8625

@rasi

Du solltest aber schon unterscheiden, WER damals über Sascha Burchert hergezogen ist. Ich kann mich nicht erinnern, dass da auch die Köpenicker mit dabei waren.

Und Hertha hat damals, sehr zurecht, ähnlich reagiert wie Union heute: sich nämlich solch Berichterstattung zu verbitten.


Dan
3. Februar 2011 um 15:40  |  8626

Ich finde die Kritik vollkommen ok und konsequent, wenn man bedenkt, dass die B.Z. Werbepartner von Union ist. Denke ich jedenfalls, wenn mich eine B.Z. Dachwerbung im Forsthaus „anspringt“.

Online haben sie jedenfalls aus „Torwart-Trottel“ -> „Patzer-Keeper“ gemacht.
——
Gibt es schon Hinweise, ob Raffael den Donnerstag-Test bestanden hat?


3. Februar 2011 um 15:41  |  8627

@ sirhenry:

nicht mich falsch verstehen, kann mit solchen populistischen aufmachungen auch nichts anfangen. nur die art und weise passt eben meiner meinung zu union. natürlich hat mp auch auf die trottel-kritik reagiert, aber so wie ich es mitbekommen habe in anderer art und weise … kann mich täuschen und meine blau-weiße-brille habe ich natürlich auch auf…


3. Februar 2011 um 18:11  |  8642

solche herabsetzenden Überschriften sollten von allen gegeißelt werden…natürlich richtig!


sunny1703
3. Februar 2011 um 18:34  |  8651

Es ist doch genau der typische Springer Boulevardjournalismuston.Und es ist genau das was ich gestern hier beschrieben habe.
Diese Überschrift hätte niemals imKurier erscheinen können,weil es dann am nächsten Tag Hunderte ,wenn nicht Tausende von Kündigungen gegeben hätte.
Springer nicht im Osten so vertreten kann sich wissend um den guten Platz der Hertha und der momentanen Sympathie für den Spitzenreiter leisten so eine Schlagzeile mal eben rauzuhauen,aber keine Sorge es stehen dieses Jahr noch Wahlen an und dann werden solche Provokationen nicht mehr zugelassen,weil ja die Splitterpartei CDU im Osten Berlins nicht völlig unten durch sein soll.
@rasiberlin
Ich empfehle Dir mal die blau weiße brille mit Durchblick und Herz und Verständnis auch für andere,für Gegner usw.
Frage treat,dan und andere ,die wissen,wo man sie bekommt!
Nichts für ungut!

lg sunny


Jan
28. April 2011 um 19:19  |  19989

Eine Rezension des oben mehrfach erwähnten Buches gibt es übrigens doch – und zwar hier:

http://feed-magazin.de/schlecht-schlechter-sportjournalismus/

Ich habe das Werk selbst gelesen und finde es hochinteressant und aufschlussreich. Die sieben Thesen des Autors Simon Grünke kann ich alle so unterschreiben.

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