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Berliner Morgenpost
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(sto) – Nach zwei Tagen in „Markus‘ Muckibude“ stand bei Hertha BSC am Tag drei der Länderspielpause nicht nur endlich wieder der Ball im Vordergrund. Nein, es fanden sogar „alle Übungsinhalte mit Ball statt“, meldete unser neuer Volontär Jörn Meyn von seinem Trainingsbesuch am Schenckendorff-Platz.

Eineinhalb Stunden beschäftigten Trainer Babbel und Assistent Rainer Widmayer die in Berlin verbliebenen Nicht-Nationalspieler. Und nur weil die nicht – wie tags zuvor geschehen – die Treppenstufen am Marathontor des Olympiastadion auf- und abhetzen mussten, war es noch lange keine lockere Einheit. Die gestaltete sich wie folgt: Los ging es mit satten 30(!) Minuten fünf bzw. sechs gegen zwei – in deren Verlauf sich wer am lautstärksten hervortat? Richtig, Patrick Ebert! 😉

In erster Linie stehen die Tage dieser und der nächsten Woche aber unter dem Label „Schaulaufen der Reservisten“, was weniger Ebert betrifft. Dafür all jene, die derzeit hinter der ersten Elf stehen – beziehungsweise es überhaupt erst einmal dauerhaft in den Profikader schaffen wollen. Wie Terrence Boyd (20), ein Bremen geborener Deutsch-Amerikaner, von Beruf Stürmer. Er trainierte nun schon den zweiten Tag „oben“ mit – und durfte sich somit fast schon zugehörig fühlen, als Widmayer bei der folgenden Passspiel-Übung zu mehr Konzentration gemahnte: “ „Männer, mehr Anspruch: Ihr seid eine Zweitliga-Spitzenmannschaft!“

Kargbo, Holland und Brooks dürfen vorturnen

Drei weitere Nachwuchskräfte zogen Donnerstag nach: Abu Bakarr Kargbo (18), ein aus Sierra Leone stammender Kraftprotz, von dem einst schon Lucien Favre raunte: „Er hat etwas, aber leider ist er noch sehr jung.“ Dazu der hier zu Teilen sehr hoch geschätzte Fabian Holland (20), ein Mittelfeldspieler, der auch hinten links spielen kann. Und zuletzt John Brooks, Abwehrspieler, ein weiterer Deutsch-Amerikaner, der gerade volljährig geworden ist und hauptsächlich noch in der U19 angesiedelt ist.

Diese letztgenannten drei standen im „Team blau“, das auf zwei Drittel großem Feld zu neunt lang zu einem internen Spielchen gegen acht Mann von „Team rot“ antrat. Kargbo, Books, Holland, Morales, Rukavytsya, Domovchiyski, Bigalke und Ebert also mit Sejna im Tor gegen Ronny, Raffael, Boyd, Janker, Mijatovic, Niemeyer, Lell und Torwart Burchert. Ergebnis: zweimal zehn Minuten, zweimal 0:0. Immer wieder unterbrochen von Widmeyer zum Zwecke lautstarker und gestenreicher taktischer Korrekturen. Und durchsetzt von kleineren und größeren Aufregern, etwa einem Lattenschuss von Ronny aus 35 Metern, oder einem Christian Lell, der lautstark darüber lamentierte, wenn seine Hereingaben wieder und wieder keinen Abnehmer fanden.

Ausbaufähige Flanken-Quote

Stichwort Hereingaben: Auch daran wurde gearbeitet – mit mäßigem Erfolg, so hörten wir. Zwischen den beiden Halbzeiten wurde geflankt, geflankt, geflankt, von links von Rukavytsya, Ronny und Holland, von rechts von Lell und Ebert. In der Mitte wartete der Rest auf verwertbare Bälle, und im Tor Maikel Aerts auf Arbeit. Sie warteten und warteten und warteten. Nein, ganz so schlimm war es nicht, aber doch fand unser Mann vor Ort die Quote der guten Hereingaben „erschreckend“.

Den Aufreger des Tages lieferten sich abschließend Niemeyer und Morales. Nach einer ordentlichen Sense des Routiniers zog der Youngster verbal keineswegs zurück, meckerte Niemeyer an, woraufhin der den im Aufstehen befindlichen Morales prompt noch mal zu Boden schubste. Hin und her flogen die Giftpfeile, dann – aber nicht ausdrücklich deswegen – war die Einheit vorüber. Markus Babbel über den Zwischenfall: „Das zeigt mir, dass wir scheinbar noch immer nicht genug gemacht haben, noch härter arbeiten müssen.“ Das freilich war nur scherzhaft gemeint. „1000-mal“, sagte Babbel, habe er solche Rangeleien auf Trainingsplätzen dieser Welt schon erlebt: „Das gehört dazu, nach dem Training liegen sich alle wieder in den Armen.“

Freitag Test gegen Braunschweig

Fakt ist aber auch: Die Jungen bei Hertha sind durchaus nicht gewillt, nur brav nebenher zu laufen. Sie wollen schon auf sich aufmerksam machen – durch Einsatz, durch Leistung, aber eben auch durch gesundes Selbstvertrauen. Babbel wird es gefallen, denn nichts anderes als eine professionelle Einstellung wird er tolerieren, wenn der Zweitliga-Spitzenreiter Hertha BSC am Freitag im Amateurstadion (14.30 Uhr, leider unter Ausschluss der Öffentlichkeit) gegen Drittliga-Primus Eintracht Braunschweig testet.

„Ernst nehmen“ müssten sie diesen Kick, sagt Babbel. Gleichwohl kündigte er schon an, die verbliebenen Stammspieler der Profi-Elf allenfalls eine Halbzeit zum Einsatz kommen lassen zu wollen. Den Männern der zweiten Garde wird es recht sein, einige von ihnen dürfen sich durchaus Hoffnung darauf machen, volle 90 Minuten vorspielen zu dürfen.

Morales stänkert gegen Niemeyer - das. . .

  • gehört zum Profi-Alltag mal dazu (93%, 392 Stimmen)
  • ist respektlos (7%, 30 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 422

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Auf welchen jungen Spieler seid ihr im Test gegen Braunschweig besonders gespannt?

  • Abu Bakarr-Kargbo (40%, 156 Stimmen)
  • Fabian Holland (39%, 153 Stimmen)
  • Terrence Boyd (18%, 69 Stimmen)
  • John Brooks (3%, 11 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 389

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