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(sto) – Kommt es jetzt also doch so wie 1997? Den Gedanken daran mag nach dem 1:2 gegen 1860 München am Freitagabend auch Markus Babbel nicht mehr weit von sich schieben. Als Hertha BSC vor 14 Jahren zum bis jetzt letzten Mal in die Bundesliga aufgestiegen war, gingen die drei dem Vollzug (in Unterhaching) noch folgenden Spiele samt und sonders verloren: gegen die Stuttgarter Kickers, gegen Jena, gegen Uerdingen.

Und jetzt? „Kann es wieder so kommen“, sagte Babbel am Samstag noch vom Vorabend ernüchtert: „Wenn wir es nicht schaffen, uns wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren.“ Diesen Worten wohnt die Rüge inne, dass seine Profis in den Tagen nach Duisburg eben nicht auf das Wesentliche konzentriert gewesen sind. Dass es schwer werden würde den Fokus zu behalten, „wusste ich“, sagt Babbel, auch dass das nicht wie in einem Alles-oder-nichts-Spiel über 90 Minuten möglich sein würde. „Aber ich hatte schon mehr erwartet.“

Hertha – wieder eins mit den Fans

Mehr erwartet als „eine von der ersten bis zur letzten Minute schlechten Leistung“ gegen die Sechz’ger. Vielleicht war Babbel in seinem Urteil da ein wenig hart. Doch will er eben allen Anfängen wehren. Zu schön ist der Status quo. „Wir sind wieder eins geworden mit den Fans“, sagt Babbel stolz. Die Zuschauer hätten Hertha nach dem Abstieg die Treue gehalten, und die Mannschaft diesen Kredit mit vielen guten Leistungen zurückgezahlt. Obendrein, sagte Babbel und kam damit zum Kern seiner Rede, sei Hertha „wieder ein Stück greifbarer geworden und von seinem hohen Ross herabgestiegen. Ich hoffe, wir behalten das bei. Ich hoffe, wir verfallen nicht in alte Euphorie, sondern behalten uns ein Stück Demut.“

Babbel weiß um Herthas Historie. Als die Hauptstadt 1997 in die Bundesliga zurückkehrte, hatte die damalige Vereinsführung zum Ziel, den Klub in Europas Top-20 zu etablieren. Solcherlei Wolkenkuckucksheime lassen den jetzigen Trainer schaudern: Als Aufsteiger kennt Hertha diesmal nur ein Ziel, den Klassenerhalt. „Und das wird schwer genug.“

Vor allem, wenn die Seinen in Liga eins mit diesem Hauch von Hochnäsigkeit zu Werke gehen, der ihr Spiel gegen 1860 München begleitete. Immerhin waren die Profis auch anderntags noch selbstkritisch genug um einzugestehen, dass sie da am Freitagabend alles andere als eine gute Leistung abgeliefert hatten – mit naivem Verhalten bei den beiden (fast identischen) Gegentoren als Krönung. Babbels Warnung ist unmissverständlich: „In der Bundesliga werden Fehler noch sehr viel gnadenloser ausgenutzt, da müssen wir noch sehr schnell viel lernen.“

Zweitliga-Meister auf der Couch?

Und nebenbei, wenn es geht, im Hier und Jetzt Zweitligameister werden. Schon am Montagabend kann es damit soweit sein – wenn Augsburg in Cottbus nicht gewinnt. Babbel wäre es nicht unrecht, die Meisterschaft auf der Couch perfekt zu machen, denn „wenn wir so wie Freitag auftreten, wird es auch in den letzten beiden Spielen schwer für uns“. Dagegen gab Kapitän Andre Mijatovic schon wieder den Vorkämpfer: Er sei „fest überzeugt, dass wir in den letzten beiden Spielen noch sechs Punkte holen“. Ganz zu trauen scheint er seinen Mitstreitern aber nicht, denn er sagte auch: „Ich kann nur an die Mannschaft appellieren, dass wir die letzten beiden Spiele gewinnen! Denn wenn du verlierst, aber trotzdem feiern sollst, bleibt immer ein schlechtes Gefühl.“

Was meint ihr?

Mijatovic voller Zuversicht, Babbel in Sorge – und ihr? Wie viele Punkte holt Hertha im Saisonendspurt noch?

Wie viele Punkte holt Hertha noch gegen Aue und Augsburg?

  • Vier (49%, 152 Stimmen)
  • Sechs (24%, 76 Stimmen)
  • Drei (13%, 40 Stimmen)
  • Einen (6%, 19 Stimmen)
  • Zwei (5%, 15 Stimmen)
  • Null (3%, 9 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 311

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19
Kommentare

pilgrims
30. April 2011 um 18:33  |  20243

Die Spieler sind stets zuversichtlicher als Trainer oder andere leitende Verantwortliche.
Selbstüberschätzung?

Ich denke, in den letzten zwei Spielen wird man sich wieder halbwegs aus der Affäre ziehen können, sollte Babbel nicht auf konsequentes Handeln verzichten. Ramos und Ebert gehören – nur als Warnschuss – auf die Bank. Aerts gehört der Kopf gewaschen. Ein Torwart muss die Punkte und Siege festhalten und nicht durch ängstliches Verharren auf der Linie erst den Einschuss zulassen. Natürlich hilft das herumirren im 16er auch nicht viel.

Insgesamt ist es egal, ob wir noch die letzten beiden Spiele gewinnen und Meister werden oder nicht. Wir sind aufgestiegen. Das ist das wichtigste Ziel gewesen.
Sahnehäubchen wäre es gewesen, wenn man den Punkterekord von Hannover hätte brechen können. Dann wäre es für den Negativheimrekord der letzten Saison ein angemessene Wiedergutmachung.


fechibaby
30. April 2011 um 18:44  |  20244

Wie schon 1997 wird Hertha nach dem feststehenden Aufstieg 3 x verlieren und Augsburg wird doch noch 2. Ligameister.
Aber aufgestiegen ist Hertha ja schon.
Herzliche Glückwünsche.
Sollte es doch noch was zu feiern geben, dann aber bitte ohne Krawalle!!!!


Freddie1
30. April 2011 um 19:07  |  20248

Ich sach mal 6 Punkte. war gestern heilsamer Schock. Denn sooo schlecht warn wa nicht. Und bei ordentlichem schieri hätten wir auch nicht verloren. Seh mit einem Auge Bayern – S04. 3:1 nach nicht mal halber Stunde. Bei @fechibabies Ansprüchen ist S04`s Abwehr nicht buli-tauglich. Is ja ooch nur der Neuer 😉


fechibaby
30. April 2011 um 19:13  |  20249

BVB ist Deutscher Meister.
Scheixxe 04 kann nicht hoch genug verlieren!!!!


Freddie1
30. April 2011 um 19:23  |  20252

Nach der Logik ist also nur die BVB-Abwehr buli-tauglich. Aber stimmt: BVB zum Glück Deutscher Meister. BVB ist halt das Hertha BSC der ersten Liga.


Petra Woosmann
30. April 2011 um 19:29  |  20256

Freu mich für den BVB, das haben die sich echt verdient und Leverkusen kann eh nur Vize 😉
Tja, hab jetzt mal auf 4 Punkte getippt und hoffe, dass Cottbus uns mal bissl unterstützt 😆


Exil-Schorfheider
30. April 2011 um 19:40  |  20259

Da nützt Dir doch der weltbeste Torhüter nichts, wenn er selbst nicht fehlerfrei ist!

Also brauchen wir gar keinen neuen Keeper! 😉

Nach einem netten Tag in der Schorfheide noch mal ein großes Danke an die Blogpappies für das spontane Treffen beim Italiener! Der Laden ist auf dem eigenen Restaurantführer gelandet!

Danke aber auch an Sir Henry für die Begleitung zum Spiel und an die Anderen(Dan, BM, Freddie&Begleitung, dewm) für das Treffen danach. Ich hatte sehr viel Spaß, innerhalb kürzester Zeit über so viele Themen reden zu können, als würde man sich ewig kennen.

Stay tuned! 😉


hertha@berlin
30. April 2011 um 19:56  |  20260

ich sehe die Niederlage gestern auch eher locker.
Die erste Halbzeit war eigentlich okay.

Die Konzentration ist dann abgefallen, aber das ist vier Tage nach dem anvisierten Aufstieg fast verständlich.

Mit einem objektiven Schiedsrichter hätten wir auch nicht verloren.
Manche Schiedsrichter hätten auch den Handelfer für uns in der ersten Halbzeit gegeben.


juriberlin
30. April 2011 um 20:17  |  20265

Augsburg wird am Montag in Cottbus verlieren, dann sind wird Zweitligameister. Das Spiel in Aue ist mir dann egal aber am letzten Spieltag zu Hause sollte man zumindest nicht verlieren. Eine Niederlage würde die Partystimmung doch trüben. Ich habe gestern schon gemerkt, wie meine Laune merklich nach unten ging. Das brauche ich nicht am letzten Spieltag. Außerdem wird man ja wohl nicht 2 Heimspiele hintereinander verlieren. Also ich könnte zur Not mit einem weiteren Punkt leben, eben am 34. Spieltag gegen Augsburg!


driemer
30. April 2011 um 22:09  |  20276

Aue hat uns im Heimspiel gelegen, und das trotz „Heimspieldruck“, und wird uns auch Auswärts liegen. Dort zu siegen ist also möglich. Zumal Raffael sich ja eine Baby-Pause geholt hat und Ramos wieder freier aufspielen kann. Auch dürfte Ruka wieder dabei sein und seine Schnelligkeit gegen die Auer Abwehr ausspielen können.

Und am letzten Spieltag wird Augsburg sicher Möglichkeiten zum Siegen haben, wenn Raffael wieder mitspielt, das Spiel in der Offensive an sich zieht und nicht wieder her gibt. Sollte Raffael aber aus der 6 nach vorne gehen können, Lustenberger sowieso weiter vorn spielen, dann gebe ich Augsburg keine Chance, uns den Spaß zu versauen.

Mijatovic dürfte mal eine Presse-Pause verordnet werden, denn langsam wird er für mich zum Friedrich in seinen Kommentaren. Die Zeit sollte er zum Paßspieltraining nutzen.

Auch wenn es manche nicht mehr oder überhaupt nicht lesen wollen. In beiden Spielen wird es auch auf die Leistung der Schiedsrichter ankommen. Und da der DFB das weiß, rechne ich mit solchen Qualitäts-Klonen von Steuer und Gagelmann, er selbst wird ja sicher zum genehmen Entscheidungsgehorsam in der 1. Liga benötigt. Aber da gibts ja auch noch Klone von Kinhöfer und Weiner und Starke …

Tja, es wird noch mal spannend. Ich werde wohl die Herztropfenpulle aus dem Meer zurücktauchen müssen.


08-15
30. April 2011 um 23:31  |  20281

Hm, ich glaube nicht, dass es so schlecht wie 1997 werden wird. Bzw. ich hoffe es stark, dass sich alle noch mal am Riemen reißen. Und da steht für mich weniger die Schale im Vordergrund als vielmehr der Ansatz, es wenigstens HALBWEGS ordentlich/sportlich zu Ende zu bringen. Aber mit Schale gäb’s am 15.5. natürlich noch mal lohnende Fotomotive in der Ostkurve… 😉 Also, ran Männer!

Babbels Analyse zum Thema „Fanbindung“ finde ich richtig. Es hat sich Vieles deutlich verbessert, es ist wieder mehr Identifikation zu spüren und Hertha ist offener und interessanter für einen breiteren Kreis Berliner/innen geworden. Der Zuschauerzuspruch diese Saison ist einfach genial.

Als Ziel den „Klassenerhalt“ auszugeben, finde ich auch richtig – wenn es mehr werden sollte, wird’s ihm keiner übel nehmen. Finde, die Einstellung der Vereinsführung da insgesamt angemessen und kommt allgemein gut an, würde ich meinen. Siehe auch: MoPo-Artikel „Zehn Fragen und Antworten zum Hertha-Aufstieg“, da speziell zur Frage:

Wann gibt es wieder Spiele im Europacup?
http://www.morgenpost.de/sport/article1619308/Zehn-Fragen-und-Antworten-zum-Hertha-Aufstieg.html


1. Mai 2011 um 2:15  |  20284

Für Fechibaby werden alle Herthaner trotz der noch 2 geholten Siege am letzten Spieltag weite Teile von Charlottenburg in Schutt und Asche legen. Und der andere Trainer da gewinnt auch noch 2 mal.


f.a.y.
1. Mai 2011 um 8:34  |  20289

Ich bleib dabei: gegen Aue und Augsburg wird gewonnen. Hatte gegen die 60er mit einem Punkt gerechnet, der wäre ja wohl auch drin gewesen. Nun denn, bin nicht traurig das Spiel verpasst zu haben.

Babbels Ansprache ist richtig. Abwägen und milde sein ist jetzt nicht angebracht. Die Mannschaft hat noch 180 Minuten vor sich, da darf man Vollgas erwarten.

Der BVB hat es geschafft, mit schönsten Fussball der Saison auch Meister zu werden. Das ist eine angenehme Variante zum letzten Meister. Auch von mir Glückwünsche. Allerdings werden wir uns die in der letzten Saison aberkannten Punkte diesmal zurückholen! 🙂


Fuujin
1. Mai 2011 um 10:35  |  20290

Kriegen wir halbwegs bundesligareife Schiris, die nicht das ganze Spiel einseitig verpfeifen (ungleich 1860-Schiri), werden wir noch 6 Punkte holen.

Ich bin mir sicher, dass wir Meister werden.
Cottbus gewinnt morgen gegen Augsburg.

1 Hertha BSC +38 68
2 FC Augsburg +31 61

Gewinnt Augsburg, haben sie 64 Punkte, wir also noch 4 Punkte Vorsprung bei danach noch 6 ausstehenden Punkten und wir sehr wahrscheinlich weiterhin das bessere Torverhältnis mit mindestens +3 Toren.

Spielt Augsburg unentschieden haben sie 62 Punkte bei weiterhin 6 ausstehenden Punkten und 6 Punkte Rückstand. Weiterhin +7 Torverhältnis für uns. In diesem Fall sind wir zwar noch nicht durch, aber kaum noch einzuholen wenn wir nicht 2x hoch verlieren (unter anderem gegen Augsburg).


Inari
1. Mai 2011 um 11:51  |  20297

————————-Aerts————————-

Lell———–Hubnik———Mijatovic———-Kobi

————-Niemeyer———–Lusti—————-

Ruka——————-Ebert——————Ronny

————————Ramos————————-

So gewinnen wir. Ich denke aber, dass wir schon Dienstag nach einer Augsburg-Niederlage Meister sind.


08-15
1. Mai 2011 um 12:20  |  20300

Aus „Niederlage für Ebert besonders schmerzlich“ (Mopo, 1.5.2011)

Morgenpost Online: Gewinnen wollen – niemand will das mehr als Ihr Trainer. Wie wichtig sind Babbel oder Christian Lell, für die es beim FC Bayern nie um etwas anderes ging als um Platz eins, für einen Klub wie Hertha?

Patrick Ebert: Sehr wichtig! Solche Typen brauchen wir, und wir brauchen auch noch mehr von diesem Münchner Siegeswillen. In den letzten Jahren war es bei uns zu oft so: Haben wir nach zehn Minuten ein Gegentor kassiert, dann haben 80 Prozent der Spieler das Spiel gedanklich schon als verloren abgehakt. Das war in dieser Saison ganz anders, das war super.

——————————————————-

Gut, dass das auch mal offen ausgesprochen wurde. Das ist der erste Weg zur Besserung, um einem etwaigen Mentalitätsproblem den Kampf anzusagen.


unki
1. Mai 2011 um 15:39  |  20328

Ich habe es fast geahnt. Morgens das Internet gecheckt (wegen der Zeitverschiebung is es bei uns ein recht spaetes Spiel) und diesmal kein Herzflattern beim Lesen bekommen. Hertha ist halt unsere Seuche, und dafuer lieben wir sie auch um so mehr. Trotzdem 6 Punkte in den naechsten zwei Spielen (aber glaube doch nicht so richtig dran – eher null Punkte – trotz Babbel).


Treat
1. Mai 2011 um 18:20  |  20364

Habe auf noch 4 Punkte getippt. In Aue wird gewonnen, danach ein schläfriges Unentschieden am letzten Spieltag.

Allet wird jot…

Blauweiße Grüße
Treat


Ydra
2. Mai 2011 um 8:53  |  20449

Dieses „eindreschen“ auf die Mannschaft geht mir einfach zu weit.
Wir haben ein Spiel verloren, in dem wir die ein oder andere klare Chance nicht genutzt und 2 Elfmeter nicht bekommen haben. Das Foul an Hubnik vor dem Siegtreffer wurde ebenfalls nicht geahndet.
Mit jedem anderen Schiedsrichtergespann und etwas mehr Zielgenauigkeit unserer Offensive wäre das ein souveränes 3:1 geworden.
Aber man kennt das in Berlin: Es gibt nur Schwarz und Weiß.

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