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 (mkl)  – Den heiligen Rasen des Schenckendorffplatzes dürfen in der Regel nur ganz wenige Auserwählte betreten. Dazu gehören natürlich die Spieler, die Trainer und einige weitere Mitarbeiter des Vereins. Kamerateams nach Absprache, Pressevertreter aber auf gar keinen Fall. Heute gab es eine riesengroße Ausnahme, nicht nur für uns, sondern gleich für rund 60 Polizisten, die sich auf der Zufahrt zum Olympiastadion just am Trainingsgelände von Hertha BSC versammelt hatten, um den Besuch des Papstes zu sichern. Weil es aber offenkundig nicht viel zu tun gab so früh am Morgen, beobachteten viele von ihnen erst einmal das Training. 

 Mein persönlicher „Höhepunkt“ des Vormittags: Nach rund einer Viertestunde des Zuschauens entfernte sich ein Kollege der Polizei und meinte angesichts der vielen erfolglosen Versuche, den Ball im Überzahlspiel vier gegen zwei im Tor unterzubringen: „Wie soll das erst gegen echte Gegner werden?“ Egal, am Ende hieß es dann zu unser allen Erstaunen: Bitte, hinauf auf den Rasen zum gemeinsamen Gruppenfoto. Da versammelten sich dann alle rund 60 Polizisten (es parkten zwischenzeitlich 20 Einsatzwagen am Schenckendorffplatz), um Teil dieses historischen, jetzt schon legendären 🙂 Fotos zu werden (Hertha übrigens in Grau):

 

 Nicht zu erkennen, aber trotzdem Fakt: Es fehlen Adrian Ramos und Christian Lell. Ramos laboriert noch immer an den Folgen seiner Gesäß-OP, Lell absolvierte ein leichtes Programm im Rehabereich, er hat eine Rückenblockade. Trainer Markus Babbel meinte später, beide könnten Sonntag auf jeden Fall spielen: „Die Basis ist ja gut“, was heißt: Ein paar Tage Trainingsrückstand werfen die Jungs nicht aus dem Konzept.

Schlechte Nachrichten auf dem Platz

Den Trainer hatte zuvor auf dem Platz die Nachricht vom Rücktritt Ralf Rangnicks erreicht. Er zeigte sich sichtlich gerührt: „Ich habe es eben mit Bestürzung erfahren. Er ist ein anders denkender Trainer, der das auch immer gelebt hat. Das zeigt einmal mehr: Es ist ein stressiger Job, auch für den Kopf“, sagte er. Manche Dinge, so Babbel, dürfe man sich eben nicht zu sehr zu Herzen nehmen. Das war keine Kritik an Rangnick, sondern wohl eher eine Bestätigung seines bisherigen, eigenen Kurses. Auch wir können den Menschen ja nur vor die Stirn schauen, aber der Eindruck bislang ist: Verbiegen lässt sich Babbel nicht.

Was ist also los in der Bundesliga? Ich neige den zahlreichen Kommentaren von euch zu, dass das Problem „Burn Out“, mentaler Druck oder gleich wie man es nennen will, im Profisport allgemein unterschätzt wird, dass es auf der anderen Seite aber auch nur ein Spiegel der Gesellschaft ist. Das Problem der mentalen Überlastung finden wir überall. Außer, so denken meiner Ansicht nach eben noch zu Viele, im Profisport. Wer sein Hobby zum Beruf macht gilt gemeinhin als Glückspilz, und auch ich ertappe mich – zwischen Handy in der Linken, den Block in der Rechten, Print-Texte und Blog schon im Kopf – dabei, wie ich die Herren Profis auf dem grünen Rasen manchmal beneide. Wie einfach ist doch ihr Job, zumindest theoretisch.

Die Beispiele sind zahlreich und erschreckend

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich: Nein, so einfach ist das alles nicht. Schauen wir über den Tellerrand: Es trifft alle Sportarten. Jüngstes Beispiel: Britta Steffen, die überfordert von der Schwimm-WM in China flüchtete (auch wenn sie nicht aufhört und das Wort Burn Out ausblieb, sehe ich Parallelen). Nehmen wir Triathlon-Olympiasieger Jan Frodeno, der zwei Jahre nach Peking aufhören wollte, obowhl er aussichtsreich in der WM-Serie lag. Nehmen wir die Überfliegerin im Stabhochspringen, Jelena Isinbajewa. Es gab nichts, was sie nicht gewonnen hätte – trotzdem oder deswegen nahm sie eine Auszeit. Vom bekannten Fall des Sebastian Deisler ganz zu schweigen. Sven Hannawald, Gianluigi Buffon, Jennifer Capriati…die Liste ließe sich noch eine ganze Weile fortsetzen.

Nun würde ich Profisportler nicht als gefährdeter Ansehen als andere Menschen im Berufsleben auch, wie gesagt: Dieser Zirkus ist ein Spiegel der Gesellschaft. Schwäche gilt gemeinhin als Problem, wer einem Kollegen den Vortritt lässt, gilt als Weichei ohne Ellbogen. Wer nicht laut genug ist, wird übersehen. So viele Menschen verstellen sich selbst, um irgendwelchen Bildern, Vorgaben, Erwartungen gerecht zu werden. Dass auf diese Weise Konflikte entstehen, ist klar. Und längst nicht jeder kann diese mit sich selbst ausmachen.

Nun, wollen wir den heutigen Tag mal nicht mit all zu trüben Gedanken beschließen :). Babbel zumindest hatte trotz allem gute Laune. Angesichts des Polizei-Aufgebotes meinte er: „Ich habe mich hier noch nie so wohl und sicher gefühlt. Es gab auf jeden Fall schon Veranstaltungen, die mich mehr genervt haben, wenn hier überall Hubschrauber gekreist haben.“  Schön, dass also auch Herthas Trainer den Papst willkommen hieß.

Was meint ihr: Sind Profisportler besonders gefährdert für mentale Überlastungssyndrome? Oder sehen wir jetzt nur in geballter Form das, was in unser aller Leben wirklich abgeht? Oder sagt ihr: Wer in der Öffentlichkeit steht, muss da einfach auch mal durch?


90
Kommentare

Ursula
22. September 2011 um 17:29  |  38413

Alles falsch! ERSTER!


Ursula
22. September 2011 um 17:29  |  38414

Rangnick tut mir leid!
Wenn man sich mehr oder weniger
durch eigene Erfahrungen im Fußball-
profigeschäft auskennt, als Spieler
und Funktionär oder bereits als Trainer,
steht jeder früher oder später vor der
Entscheidung, auf Kosten einer Familie
oder eines sinnvollen Privatlebens den
Beruf des Trainers mit “Leib und Seele,
ganz oder gar nicht, auszufüllen!

Das gilt sicherlich auch für Führungs-
positionen aller Art, ob Bankmanager
oder Firmenbosse, selbst die mittleren
Führungsangestellten von Unternehmen
sind bereits über dem normalen Stunden-
plan eines “gewöhnlichen Angestellten”
über Gebühr eingebunden!

Im Fußballsport geht es neben den
durchaus vorhandenen finanziellen
Anreizen aber bei einer Entscheidung,
Fußballlehrer mit Qualifikation für
die Profiligen zu werden, auch um
ständig wechselnde Konzepte und
einer großen Fluktuation von Mit-
arbeitern, sprich Spielern, die den
ganzen Kerl “rund um die Uhr” in
Anspruch nehmen! Öffentlichkeit,
Druck seitens eines Vereins, und
das wird oft vergessen, der eigene
Anspruch, sein eigenes Renommée
zu optimieren, selbst Erfolge haben
zu wollen, und dann tritt gern dieser
finanzielle Anreiz in den Hintergrund!

Finanzielle Unabhängigkeit hilft zwar,
aber schützt vor Torheit nicht!

Eigentlich wird diese Überforderung
schon sehr schnell fühlbar, aber diese
“SUCHT Fußball” übertüncht letztlich
vorhandene Warnsignale immer und
immer wieder! Letztlich wird einer dann
zum “Workoholic”, aber das trifft bei
Rangnick nicht den Kern! Einige der
” Dauerbrenner” dieser Branche haben
doch längst ihren Zenit überschritten,
wären finanziell unabhängig, jagen aber
noch immer dem großen imaginären
Erfolg hinterher!

Sie bemerken aber nicht, dass sie längst
ausgebrannt sind, keine “Kreativität”
und Impulse für eine Mannschaft mehr
einbringen können, zumal dann, wenn
sie nicht zu den begabtesten der Branche
zählten! Das Ende ist eine dauerhafte
Entlassungskette, aber durch Verzweiflung
von Vereinen, letztlich diesen Trainer mit
dem alten, guten Ruf erneut zu engagieren,
darf man “irgendwie” weiterdümpeln…..

….es merkt ja keiner und die “Sehenden”
sollen verstummen! Z. B. ohne Friedhelm
Funkel wäre Hertha nicht abgestiegen…..

Die ganz Klugen dieser Branche, stellten
früh fest, dass sie ihre Lebensvorstellungen
so nicht realisieren können, zumal wenn sie
dann noch ihre Vorstellungen von Fußball
nicht umsetzen können oder dürfen!

Nehmen, nicht einfach, längere Auszeiten!

Die ganz, ganz Klugen dieser Branche
lernten irgendwann “unterwegs” auch
zu DELEGIEREN und haben in großen
Vereinen einen fähigen und kompetenten
Trainerstab installiert, dem sie vorstehen
und dem sie beratend, inspirierend zur
Seite stehen, Paradebeispiel Ferguson!

Leute wie Rangnick, die letztlich ALLES
machen wollen, sind über kurz oder lang
zum Scheitern verurteilt, mehr durch sich
selbst, als das seine Lebensschwingungen
gar einen internen oder externen Anstoß
bedürfen! Rangnick wird nicht wieder-
kommen oder als ein ganz Anderer….


22. September 2011 um 17:46  |  38415

@ursula: guter beitrag und @mkl: guter bericht

… aber wie schon im bericht von mkl erwähnt. der fussballzirkus ist auch nur ein spiegel der gesellschaft. gehe von höheren zahlen bei anderen berufsgruppen, wie z.bsp. kita-erzieher und lehrer (stimmt´s @bm) für das burn-out-syndrom aus…


Ursula
22. September 2011 um 17:53  |  38416

@ rasi, damit habe ich nun gar nicht
gerechnet! Danke!

Ich kannte ein ganz klein wenig Rangnick,
habe ihn 2-3 Mal gesehen, besser gehört,
er war eim „Irrer“! Mein Eindruck von
ihm war, der frißt sich selbst auf…..

…..aber das er noch die Kurve bekommen
hat (rechtzeitig?) spricht für ihn!


elaine
22. September 2011 um 18:02  |  38417

ich kann mir vorstellen, dass Trainer und Manager im Profifußball besonders betroffen sind.

Im letzten Jahr hatte ich Babbel und Preetz schon bewundert, dass sie die Erwartungen , die in sie gesetzt wurden ertragen konnte.

Das ständige Präsent sein in den Medien, mit teilweise auch eigenartigen Schlagzeilen, ist bestimmt nicht einfach zu bewältigen.
Dazu kommt, dass im Fußballsport nun jeder meint, dass er es besser weiß, als der Trainer oder Manager.
Diese zusätzliche Belastung ist bestimmt eine noch etwas größere Herausforderung, als die die jeder in seinem jeweiligen Job hat.

Britta Steffen lebt dagegen ja anonym. Obwohl ich mich gewundert hatte, dass sie überhaupt zur WM gefahren war, nachdem sie zwei Jahre keine richtige Wettkampfpraxis hatte. Im Nachhinein denke ich, dass sie von den Sponsoren dazu getrieben wurde


Blauer Montag
22. September 2011 um 18:17  |  38418

Wenn ich so nett gefragt werde, muss ich antworten @rasiberlin.

Ich habe zunächst einmal den wikipedia-Artikel zum Burnout-Syndrom überflogen. Der ist noch länger als die Beiträge vereinzelter Blogger hier. :scroll: :scroll: :scroll:

Persönlich fühle ich mich derzeit nicht vom Burnout bedroht. Vermutlich deshalb, weil der Lärmpegel und die Umgangsformen in der Erwachsenenbildung deutlich ruhiger sind als bei Kinder und Jugendlichen. Ich habe allerdings regelmässig Teilnhmer, die unter der Fülle ihrer beruflichen und privaten Aufgaben zusammen gebrochen sind oder kurz davor stehen. Regelmäßig höre ich die Frage/die Bitte: „Herr Montag (Name von der Redaktion geändert), geben Sie mir eine Idee, egal welche, was ich beruflich machen könnte. Meinen alten Job schaffe ich nicht mehr.“

http://www.immerhertha.de/2011/09/21/hurra-wir-spielen-auswaerts-oder-auf-der-suche-nach-dem-heimvorteil/#comment-38409


Blauer Montag
22. September 2011 um 18:25  |  38419

@elaine
Markus Babbel hatte als Spieler bereits eine üble Nervenerkrankung zu überstehen – näheres dazu auch wieder bei wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Markus_Babbel

Wer solche Krankheiten ohne Dauerschäden übersteht, der sieht viele andere Dinge später sehr gelassen.

Michael Preetz dagegen steht in meiner Wahrnehmung die Anspannung oft direkt ins Gesicht geschrieben.


Bolle75
22. September 2011 um 18:58  |  38420

Was Burnout bedeutet wurde mir klar als ich vor ca. 4 Jahren von einer ehemaligen Kollegin erfahren hatte warum sie schon so lange nicht mehr auf bei der arbeit war.
Sie Führungsposition, Job geliebt und alles dafür gegeben, das übliche halt.
Die Symptome aber hat sie anfangs ignoriert und auf andere Ursachen geschoben. Erst als dann alles zusammen kam, ständige Grippe, zu hoher und dann wieder zu niedriger Blutdruck, Mangelerscheinungen obwohl gut und gesund ernährt, Zerrungen beim hochheben eine Einkaufstüte im Unterarm, Verlust der Ausdauer obwohl fast tägliches Joggen, Hautausschlag, Lichtempfindlichkeit ufm., erst als sie daraufhin noch Depressionen bekam, bekam sie auch die richtige Diagnose des Psychologen. Als ich sie das erste mal wieder gesehen hatte dachte ich zuerst an Krebs oder sonst etwas aber sie begann zu erzählen. Ich weiß deshalb, Rangnik macht es richtig, diese Krankheit kann einen zerstören. Meine ehem. Kollegin hat zurückgefunden aber dafür fast 5 Jahre benötigt. Es ist stark Typabhängig wie schnell man die Probleme erkennt und je eher man die Krankheit erkennt je schneller kann man sie auch heilen. Ich wünsche Rangnik alles gute und das er bald gesund wird.


Appius
22. September 2011 um 18:59  |  38421

Ich denke, dass Profisportler immernoch einen der besten Jobs haben.

Druck hat man heute leider überall. Jeder muss sein Job so perfekt wie möglich ausüben, ansonsten könnte es Probleme geben.

Sportler und Trainer haben Druck, Erfolge zu feiern.
Ein Manager im Vertrieb , hat den Druck nach Umsatz.Er muss im Jahr 20 Millionen Ennahmen machen.Wenn es weniger wird, dann ist er weg.
Genauso wird es euch Journalisten gehen. Ihr müsst immer eure Artikel schreiben und dann diese noch den Seiten anpassen. Wenn es dann einen Stromausfall oder das Computersystem zusammenbricht interessiert dann niemanden. Die Zeitung muss dann spätestens bis 11 uhr beim Druckhaus sein und zwar vollständig.

Leider kommt es bestimmt auch bei genug anderen Menschen zu einem Burnout, nur da erfährt es nicht die Öffentlichkeit.

Meiner Meinung nach ist es einfach ein Problem unserer heutigen Gesellschaft und keines des Sports.


Slaver
22. September 2011 um 19:11  |  38422

Laut der spanischen AS ist Markus Babbel heißer Kandidat für das Traineramt bei Schalke 04.

http://www.as.com/futbol/articulo/babbel-suena-relevo-rangnick-schalke/20110922dasdasftb_15/Tes

Merkwürdig, dass das ausgrechnet von spanischen Medien kommt, aber in den deutsche Medien nichts darüber zu lesen ist.


Silberrücken
22. September 2011 um 19:43  |  38424

Alles Gute zur Genesung, das ist keinleichter Weg.
—————————————
Wenn die Rolle des beruflichen Menschen merkantil auf Dauer von seinen wirklichen Fähigkeiten abweicht, dann besteht höchste Gefahr.


Stehplatz
22. September 2011 um 19:55  |  38425

Das ein krankes System kranke Menschen produziert, sollte jetzt nicht sonderlich verwundern. Gelernt wird nichts drauß, Landtagswahlen sind auch nicht, also was solls. Toll das Rangnick diesen Schritt gemacht hat und nicht wie andere es hinausgezögert hat, um dann die Probleme final durch die Deutsche Bahn zu lösen. Das verdient Anerkennung sollte aber eine Selbstverständlichkeit sein. Womit wir bei der Ausgangsthese wären.
Naja ……..

Spannender wird sein wie wir in Bremen spielen werden. Ob es eine Systemänderung geben wird oder tatsächlich Torun oder ÄBH in der Spitze auflaufen. Letzteres wäre mir am liebsten. Bremen wird schwerer zu verteidigen sein als die Dortmunder, besonders die Standardstärke der Bremer wird schwer zu bändigen sein. Auch die Offensiven sind durch die Bank auf Augenhöhe wenn nicht sogar stärker als die der Dortmunder, von daher wird auch die Taktik den Gegner nach Außen zu drängen nicht das Erfolgsrezept sein.


22. September 2011 um 19:57  |  38426

@letztlich ist ja alles ein Teil oder Spiegel der Gesellschaft. Wenn es um Kindererziehung geht, sagt man gerne, dies sei Sache der Eltern und meint damit oft „Schuld“. Dabei sind Eltern letztlich auch nur „Agenten der Gesellschaft“ (E. Fromm). Die Zeit gebiert alle diese Zustände im gesellschaftlichen Leben. Einige Berufsgruppen sind nun aber besonders gefährdet. Dazu gehören nun mal die Profitrainer von Fussballklubs: -extremer Terminkalender
-extreme Erfolgsabhängigkeit, bei 50% nicht planbarer Dinge
– permanente Kontrolle durch die Öffentlichkeit
-extremes, emotionales Klima-mehr als sonst irgendwo
Und @ursula hat ja auch sehr viele Dinge sehr schön ausgeführt.
Nein, das ist nicht wie „überall“. Trainer, Torhüter sind gefährdeter als Grundschullehrer in Ribnitz-Damgarten oder Busfahrer im KreisTeltow. –
Prinzipiell kann es jeden in jeder Berufsgruppe erwischen, auch ehrgeizige Journalisten. Die etwa 30 potentiellen deutschen 1. Ligatrainer haben in aller Regl aber noch deutlich mehr auszuhalten. Die allermeisten schaffen das-aber wie viele brauchen Alkohol, Kokain, Tabletten etc? Krankenhausärzte, Pflegepersonal, Manager mit hoher Verantwortung, Politiker der 1. Liga..sind auch stark gefährdet.
Es gibt noch unendlich viele Jobs, die richtig stressen ( Piloten, Verkäuferinnen an der Kasse, Mutter,Vater,LKW-Fernfahrer etc pp-aber Stress ist „nur“ ein Faktor von vielen, die zum burn out führen (können).-
Ich wünsche dem Rangnik, das er es sehr früh erkannt hat, dann kann die Regeneration schnell gehen-ist er völlig erschöpft, ist der Akku voll entladen-..werden wir ihn wohl nicht mehr als Trainer sehen 🙁


22. September 2011 um 19:58  |  38427

mein Beitrag war ne Antwort auf @slaver..


JK
22. September 2011 um 20:32  |  38431

@ursula
wem kanntest oder kennst du nicht?
diese liste wäre kürzer.


JK
22. September 2011 um 20:34  |  38432

burn out, depression etc.

eine gefahr für das system. erwirkt durch das system!

gute besserung!!!!!!!!!!!


jap_de_mos
22. September 2011 um 21:13  |  38433

Interessanter Kommentar von Sven Goldmann zum Rücktritt von Ralf Rangnick: http://www.tagesspiegel.de/sport/es-war-hoechste-zeit/4651030.html


monitor
22. September 2011 um 21:16  |  38434

@jk

Ich glaube an Deiner Aussage ist was wahres dran. Immer mehr Rationalisierung oder auch Arbeitsverdichtung genannt. 2 Kolleginnen von mir sind/waren auch schon betroffen, obwohl wir gefühlt öffentlicher Dienst sind.

Wer nicht 110% gibt ist eine faule Socke, daß ist der Geist, der zur Zeit herrscht, weil die Verantwortlichen dafür zu unerfahren sind, um die Folgen ihres Tuns zu begreifen.

Bei Ralf Rangnick liegt der Fall nun in sofern anders, daß Bspw. Fußballtrainer sich den Druck selbst machen, anders als die Arbeitnehmer, die den Druck von „oben“ kriegen, letztendlich macht das aber keinen Unterschied.

Oder?


calla
22. September 2011 um 21:20  |  38435

Verdammt ausgebrannt! Es zieht sich durch alle Ecken und Nischen unserer Gesellschaft, durch alle Schichten. Einige meiner engsten Freunde und mein Chef sind betroffen. Manche schaffen sich zu erholen, manche werden für immer gequält durchs Leben laufen.

Was sagte der Papst heute allgemein über Kritik und daraus entstehenden Druck? Kritik wäre normal in einer aufgeklärten Gesellschaft.

Recht hat er! Druck wird hingenommen „to push“ für noch bessere Leistungen. Ich persönlich finde, dass Druck und Kritik heute extreme Ausmaße angenommen haben, ohne Rücksicht auf das überhaupt mögliche Maß. Bei Robert Enke hat es angefangen, beim schwulen skandinavischen Fußballer ging es weiter. Wo soll es noch hinführen?

Ich wünsche Ralf Rangnick die Ruhe, die er jetzt braucht und die Zeit die dafür nötig ist. Und ich wünsche uns allen, dass die Hau-drauf-Idioten, die immer eine Mitschuld tragen, sich endlich mal selbst reflektieren.


hurdiegerdie
22. September 2011 um 21:42  |  38436

So jetzt kriege ich wieder einen drauf.

Enkes Depression hat nichts mit Fussball zu tun. Die Krankheit trifft Millionen in Deutschland.

Rangnick hat Burnout. Er tut mir leid. Meine Kollegin ist 35 Jahre und hat Burnout, sie muss aber noch 30 Jahre arbeiten und hat ihr Geld nicht im Trockenen. Rangnick muss 6-7 Monate mit bester Hilfe, Ruhe und Pflege gesund werden. Dann wird er wieder einen Millionenjob übernehmen können, den er gar nicht mehr braucht.

Was wird aus meiner Kollegin?

Sorry mich nervt das. Depressive gibt es überall. Es ist die prävalenteste mentale Krankheit in Deutschland.

Burnout ist beim heutigen Leistungsdruck auch gang und gäbe. Nur diskutiert wird es dann – wegen des unmenschlichen Fussballgeschäfts – wenn es mal einen Prominenten trifft.

Nö es ist der Leistungsdruck und den gibt es in fast jedem Beruf ausser bei denen die 3 Monate Ferien im Jahr haben.

Blöd für Rangnick, aber vermutlich gibt es jährlich Hunderttausende, die es härter trifft.

Eine Nachricht gehört dazu, aber jetzt weltbewegende Bedenken zum Profisport…..


monitor
22. September 2011 um 21:45  |  38437

@michselbst

Doch es gibt einen Unterschied.
Menschen, die gut verdienen, können es sich leisten selbstbestimmt die Notbremse zu ziehen, wenn sie genug auf die Seite gelegt haben.
Die anderen sind da eher abhängig,… vom Gesundheitssystem und ihrer eigenen Selbsterkenntnis, betroffen zu sein!


monitor
22. September 2011 um 21:51  |  38438

@hurdie
Ich hab es ein bisschen sensibler formuliert, meine an sich aber das Gleiche.
Allerdings ebnen die prominenten Beispiele den Nichtprominenten die Akzeptanz ihrer Probleme.
Spätestens wenn Spiegel, Focus und Stern die Titelseite „Burnout, die moderne Pest“ veröffentlicht haben, glaubt der Betroffene, daß sein Artzt ihn ernst nimmt und nicht als „faulkrank“ abstempelt.


hurdiegerdie
22. September 2011 um 22:02  |  38440

@Monitor, ich bin eben unsensibel (würde hier ein Smiley bringen, ist aber wohl nicht angebracht).

Ich finde es gut, was Miller oder Rangnick machen, damit das in die Presse kommt; wie du es sagst, damit diese Krankheitsbilder anerkannt werden.

Ich wehre mich nur dagegen, dass jetzt als spezifisch auf das böse Fussballgeschäft zu beziehen, denn dann geht man gegen deine Absicht. Dann trifft es nur die arg stressgeplagten Fussballtrainer (um zu übertreiben).

Also nochmal, gut das Rangnick an die Öffentlichkeit geht, schlecht, dass jetzt als fussballspezifisches Stresssyndrom zu deklarieren. Es trifft eben auch Fussballmillionäre. Niemand ist davor sicher.


JK
22. September 2011 um 22:03  |  38441

@monitor

druck ist druck…nur die wenigsten bauen sich freiwillig einen krank machenden druck auf.
bin z.z. in reha…… zum o.g. thema und bin kein fußballtrainer. ziele, dann noch unter gewissen vorgaben, sind selten selbst gewählt und können krank machen. mir geht es so.


monitor
22. September 2011 um 22:15  |  38443

@jk
Alles Gute, ich kann das nachvollziehen.

Ignorante Vorgesetzte die sich profilieren wollen und lügen, daß sich die Balken biegen. Und ich steh da, und muß froh sein, diesen fair bezahlten Arbeitsplatz überhaupt zu haben und nicht beim Job Center zu landen.


JK
22. September 2011 um 22:19  |  38444

@monitor
bitte nicht falsch verstehen, aber diese aussage :
„….und muß froh sein, diesen fair bezahlten Arbeitsplatz überhaupt zu haben….“ fördert noch die macht dieser drücker…..
du machst nen job und der MUSS fair bezahlt werden!


monitor
22. September 2011 um 22:28  |  38445

@jk
ohne Vorwurf
sag das mal den Mitarbeitern bei PIN, KIK, Schlecker, Discountern, Hermes, usw.

Und jetzt laß uns wieder über Hertha sprechen.


pax.klm
22. September 2011 um 22:38  |  38446

So nun noch meinen Senf dazu,
der Übergang von Burn Out und Depressionen ist doch wohl fließend, die Auswirkungen sind auch ziemlich gleichlaufend gefährlich, bis hin zum Suizid. Wer davon schon betroffen war weiß, dass dies viel komplexer ist als selbst Fachleute es oft aus ihrer Spezialistenecke sehen!
Apollo, den Kreis Teltow, wann gab es den?
Lehrer sind heute allzu oft Manager, Psychologen, Elternersatz, Putzfachkräfte, Computerspezialisten, Zweiradmechaniker, Künstler und Artisten, Ärzte, Sachbearbeiter in der Jobvermittlung, Kaufleite, Familienhelfer, Ringrichter, Ersatzeltern …

Eine Gesellschaft, die GLOBAL immer mehr in kürzerer Zeit mit noch mehr Rendite verlangt, ist sie es wirklich wert, dass wir alle immer so weiter machen?

Früher hatten die Menschen eine 6 Tage Woche mit 48 Std Arbeit, heute sollen immer weniger Menschen immer mehr in 4-5 Tagen und in einer 35 Std Woche schaffen! Wer geht wohl eher kaputt!
Lasst uns schnell noch was zubetonieren, weil das ist der Fortschritt, kommt wir steigern das BSP!

Anhang die falsch eingestellten Kommentare…:

pax.klm // 22. Sep 2011 um 22:00

Und auch darum ist es GUT, dass der Babbel im Hotel wohnt, viele der häuslichen Probleme und der privaten “Programmpunkte” “prallen” an seiner Situation ab, er kann sich so ganz der Hertha widmen!…
Probleme daraus sind dann später zu lösen!

pax.klm // 22. Sep 2011 um 22:07

Trainerteam, Spezialtrainer, Einbindung anderer Fachleute, das Ganze als Team, das ist es was ich hier und dort , auch schon zu Beginn der Abstiegssaison als Ideal darstellte, sehe das vermehrt so, darüber hinaus ist die Eigen verantwortung eines jeden Protagonisten gefordert!


22. September 2011 um 22:44  |  38447

Leid ist nicht teilbar. Ob arm oder reich-im Moment der Krankheit gibt es keine Stände. Meine Mutter ist seit mehreren Jahrzehnten psychiatrisch erkrankt-mein Bruder ist nicht mehr am Leben; in meinem engsten Freundeskreis gab es eine Selbsttötung (kein Sportler, ein erfolgreicher Kino-und Filmemacher). Von mir möchte ich gar nicht reden..Ich bin da wirklich nicht naiv oder allgemein: ich sehe aber wirklich verschiedene Bedingungen und Katalysatoren. Und dieser Job-Fussballtrainer, den nur ca 30 Männer in Deutschland auf diesem Niveau ausführen können-ist ein besonders krank machender Job- (natürlich wenn bestimmte individuelle und äußere Faktoren ineinanderwirken).
Es gibt einen positiven Nebeneffekt, wenn es prominente Menschen ereilt hat: man (die Öffentlichkeit) spricht darüber, in der Kneipe, auf der Arbeit, am Frühstückstisch- und man spricht dann zwangsläufig auch häufig über sich selbst. Und das kann nur gut sein..Je mehr und öfters über solche Dinge öffentlich diskutiert wird, desto mehr die Wahrscheinlichkeit, das sich je etwas ändern wird. Seit Gewerkschaften nur noch um %te feilschen, aber nicht mehr um Arbeitsbedingungen..braucht diese Gesellschaft mehr denn je Folien. Und Prominente sind dafür gut.
Wenn Politiker von Gesundheitsreformen etc reden, findet das auf einer extrem allgemeinen und abstrakten Ebene statt-selbst wenn über „die Alten“, die „Behinderten“, „die psychisch Kranken“ -durch Meldungen „aus dem Leben“-Enke, Rangnick, Lady Di etc kann der Diskurs tiefer gehen, dadurch, dass Gefühle angesprochen werden. Die meisten reagieren vermutlich nur sentimental und viele viele Berichte und Artikel sind kurze Lückenfüller , ohne echtes Interesse. Wenn aber nur ein paar menschen sich mehr Gedanken machen als vorher, die Fussballwelt als solche weiter sensibilisiert wird-ist es doch gut?-Mich nerven auch falsche Töne-aber mich nervt nicht, dass über Ralf Rangnick nachgedacht wird. Besser als Schweigen, ist es allemal. Vor 10 Jahren hätte man vermutlich die Sache vertuscht oder mit anderem Namen bedacht (persönliche Gründe, gesundheitliche Gründe). Offenheit ist kein Allheilmittel-aber eine richtige kleine Etappe auf dem Weg zu Veränderung.


hurdiegerdie
22. September 2011 um 22:51  |  38448

Aber Pax, das stimmt doch einfach nicht!

Burn out ist ein reversibles Krankheitsbild meist durch Erschöpfung hervorgerufen. Depressionen sind in der Regel (es gibt ein paar wenige, die …. aber die Mehrheit eben nicht) nicht reversibel (also umkehrbar/heilbar) . Enke hatte seine Symptome schon als Jugendlicher. Das ist eben kein einheitliches Krankheitsbild mit fliessendem Übergang.

Enke hat eben nichts mit Rangnick zu tun. Rangnicks Erkrankung ist mit dem Fussballstress zu erklären, wie eben in vielen anderen Berufen es Stress gibt, und Enkes Depressionen haben vermutlich nichts aber auch gar nichts mit Fussball zu tun.

Egal, gehe jetzt schlafen.

Ich bin in Berlin, falls es ein Treffen am Sonntag zwecks gemeinsamen Fussballguckens gibt…. ich kann es nicht versprechen, aber wenn, würde ich zu 70% kommen.


pax.klm
22. September 2011 um 23:00  |  38450

hurdiegerdie // 22. Sep 2011 um 22:51

Wieso nur lief die Krankschreibung, über ein halbes Jahr, über Burn Out, und verschriben wurden mir seitdem Antidepressiva?

Was sind „Auslöser“ der Krankheiten?
Was sind Erscheinungsbilder? Wo sind dort Gemeinsamkeiten?
Sollten uns viwelleicht beim Schweizer Staatsbesuch unterhalten, so Du Zeit und Kraft hast, die ich Dir wünsche…


22. September 2011 um 23:10  |  38451

ich versuche es mal so: wenn man die krankheitsfördernden Faktoren im sehr bekannten Jon Fussballtrainer diskutiert und erkennt, ist der Weg nicht weit, diese Dinge „zu übersetzen“ und in anderen Zusammenhängen auch zu erkennen. Das eine schließt das andere nicht aus,-sondern gegenteilig: es kann das Brennglas sein, die Lupe.


monitor
22. September 2011 um 23:13  |  38452

@pax
Die Auslöser sind die Ohnmacht durch völlig inkompetente oder skrupellose Vorgesetzte Rahmenbedingungen zu erhalten, die mit Logik nichts zu tun zu haben und den gesunden Menschenverstand völlig ausschalten oder ignorieren wollen!


tabson
23. September 2011 um 0:11  |  38454

Off Topic:
habe heute kräftig die Ehrentribüne mit dem Fernglas abgesucht, aber leide keinen Herthaner beim Papst entdecken können. Vor allem an die Südamerikaner hätte ich erwartet.
War da wirklich niemand dabei?


hbscwilly
23. September 2011 um 1:29  |  38456

Es sind eben mehrere verschiedene Faktoren, die ins Burn Out führen. Ebenso verschieden wie die Menschen die es trifft. Bei Rangnick sind es eben die Erforderlichkeiten die man aus der ersten Profifußballliga kennt. Ständig präsent sein. In der Darstellung nach außen immer vorbildlich, weil sonst die Öffentlichkeit reagiert. Bei Interviews immer hochkonzentriert, denn sonst könnte man ja einem Spieler oder einem Schiedsrichter aus Versehen auf den Schlips treten. Und so weiter.

Bei ner Krankenschwester im Krankenhaus sind all diese Faktoren unwesentlich. Aber dennoch ist sie aus meiner Sicht ebenso „Burn Out“ gefährdet. Sie macht irgendwann den zwanzigsten Nachtdienst, wegen der dünnen Personaldecke. Nur elf wären erlaubt, aber „geht nicht anders“. Sie hätte eigentlich schon lange Feierabend, aber irgendwo muß noch Blut abgenommen werden. Dann macht sie das halt auch noch.
Ich arbeite auch im „sozialen“ Bereich und weiß, daß dieser nur sozial für andere ist. Für einen selbst nur mit viel Glück. Die Kinder haben erst später Schule, dann erweitert man seinen 24 – Stunden – Dienst eben auf 26. Und dann noch Unmengen an Dokumentation. Macht man eben auch noch. Dann geht man nach 30 Stunden aus dem Dienst und morgen gehts wieder von vorn los. Dann hätte man frei. Kollege krank , kein Problem die 24 Stunden mach ich auch noch. Wären zwar meine beiden freien Tage gewesen, aber „geht nicht anders“. So mach ich das seit über 10 Jahren. Keinen Tag krankgeschrieben. Dann ist man ausgebrannt. Sowohl ein Rangnick, als auch Menschen, die im „sozialen“ Bereich arbeiten. Das Schwierige daran ist, daß man es nicht erkennt. Sondern erst, wenn man die Tretmühle mal für eine Woche verlässt und im Verlauf dieser Woche nicht „ein“mal an die Arbeit denkt. Und erst da erkennt man den Unterschied zwischen Bundesligatrainer und Krankenschwester. Vorher unterscheidet „Burn Out“ nicht nach dem Bankkonto.


hbscwilly
23. September 2011 um 1:46  |  38457

Noch vergessen: Gute Besserung, Ralf Rangnick. Egal wie lang es dauert.


Blauer Montag
23. September 2011 um 5:02  |  38458

Ich bin spontan begeistert über den ehrlichen und authentischen Beitrag von hbscwilly um 1:29. Denn ich denke nicht, dass man Erkrankungen infolge völliger Erschöpfung achselzuckend als Kollateralschäden des Wettbewerbs in einer Leistungsgesellschaft in Kauf nehmen sollte.

Die Gesellschaft ist kein Abstraktum. Wir sind die Gesellschaft. Wir sind für sie verantwortlich und haben es selbst in der Hand, für Veränderungen zu sorgen. Aber dafür muss man den Mund aufmachen.

Einen Burnout kann man vermeiden, bevor man zum Arzt muss. Denn wie @hurdiegerdie richtig schrieb, sind Depression und Burnout aus medizinischer Sicht nicht das Gleiche. Aber die Symptome ähneln sich und es ist leider Glückssache, so wie von @pax.klm um 23:00 beschrieben, ob der Arzt die richtige Diagnose stellt und die richtige Therapie einleitet.

Am 25. August 2011 publizierte @mkl in diesem Blog einen Artikel unter der Schlagzeile „Herr Babbel, provozieren Sie eigentlich ihren Rauswurf?“. Ein Artikel, welcher 423 Kommentare bekam. Der Artikel „Schlechte Kunde auf einem gut bewachten Platz: Was sagt uns der Fall Rangnick?“ des gleichen Autors bekam bis dato 37 Kommentare.

Ich weiß nicht, ob diese Differenz in der Zahl der Kommentare ein Ausdruck für die fehlende Bereitschaft oder das Unvermögen ist, über die eigene Erschöpfung und die daraus resultierenden gesundheitlichen Probleme zu reden bzw. hier zu schreiben. Wenn Ihr daran etwas ändern wollt, kann ich nur empfehlen:
Redet darüber …
– mit eurer Familie (euerem Partner, eure Kinder u.a.),
– mit euren Nachbarn,
– mit euren Freunden,
– mit euren Kollegen und eurem Betriebsrat.


jap_de_mos
23. September 2011 um 7:28  |  38459

Um auch nochmal meinen Senf dazu zu geben: Meine Partnerin hatte vor einigen Jahren auch einen Burn-Out, allerdings die eher leichtere Stufe (zum Glück) und ist über den Zeitraum von gut einem Jahr wieder auf die Beine gekommen. Dass Burn-Out stets reversibel sei, ist mir neu. Die Ärzte und Betroffenen, mit denen ich gesprochen habe, haben mir tendenziell das Gegenteil erzählt, abhängig sicherlich von der Art des Burn-Out.
Einen Zusammenhang mit Depression gibt es meiner Erkenntnis nach insofern, als eine mögliche Folge von Burn-Out eine „depressive Phase“ ist, die sich bei Nicht-Beachten verfestigen und zu einer „Erschöpfungs-Depression“ führen kann. Dennoch ist da sicherlich ein Unterschied zu Robert Enke, dessen Depression (wohl) körperliche (neurologische) Ursachen hatte.
Der Hauptgrund für Burn-Out ist meiner Meinung nach häufig, dass man den Druck von außen „an sich ranlässt“ und ihn zu seinem eigenen macht.
Ein Ausweg kann sein, sich regelmäßig Auszeiten zu nehmen (einsame Insel, Kloster, Segeltouren… Je nach Typ), die eigene Situation immer wieder zu reflektieren und ggf. die Reißleine zu ziehen.
Schwierig wird es nur dort, wo die eigene Existenz gefährdet ist, wenn die Reißleine gezogen wird… 🙁
Ein Beispiel dafür ist sicherlich der „soziale Sektor“, der zu großen Teilen mit Arbeitsbedingungen aufwartet, die wirklich zerstörerisch wirken können. Die Beschreibung von @hbscwilly war sehr eindrücklich, danke dafür!!
Ein Weg kann nur sein, dass „die Gesellschaft“ – also wir, wie @BM sehr richtig anmerkt – beginnen, gerade diese Menschen stärker zu respektieren und die Gewerkschaften auf diese Missstände stärker aufmerksam werden. Oben beschriebenes Problem betrifft ja auch die Klinikärzte, auch wenn die natürlich wesentlich mehr verdienen…
Puh, was ein langer Beitrag. Aber das Thema beschäftigt mich schon seit geraumer Zeit durch (siehe oben) persönliche Betroffenheit.


Ursula
23. September 2011 um 7:53  |  38460

Eigentlich ist zu dem total differenzierten
Krankheitsbild von “Burn out” zu den
Depressionen schon vieles richtig gesagt,
geschrieben worden, aber der gravierende
Unterschied ist doch, dass die Depression
als solche auch unter Medikationen z. B.
von Psychopharmaka nicht heilbar ist!

Hingegen ist das Überlastungssyndrom
“Burn out” je nach Schwere, Intensität,
eine “vorübergehende” Erscheinung!

Wenn man depressiv ist, sind sämtliche
Bereiche einer Persönlichkeit, der Psyche
und, oder gerade des Alltags betroffen!

Das Denken, Fühlen und Handeln, leider
auch das körperliche (somatische), eben
pathologische Befinden sind nicht mehr
“reparabel”! Depressive Menschen quälen
sich mit Selbstvorwürfen und Schuldge-
fühlen und glauben, nee wissen, dass
sie nie wieder glücklich und gesund
werden können, ohne Selbstwertgefühl!

Ralf Rangnick, der “Burn Outer” hat
lediglich die Reißleine gezogen, wohl-
wissend, dass wenn er so weiter macht,
in der Tat krank (organisch, kardiologisch)
werden kann, also in vollem Besitz seiner
geistigen und seelischen Kräfte…..

….in der Regel differenziert lediglich
die Dauer einer gewissen Heilung oder
Wiederherstellung, wenn auch mit einer
veränderten Betrachtungsweise so wie
Lebenseinstellung, was ja der Sinn und
Zweck dieser körperlichen Warnsignale
waren!

That is the reason why and makes the
different!


papazephyr
23. September 2011 um 9:03  |  38461

Wenn ich das alles so lese – vielleicht macht es Babbel tatsächlich richtig mit seiner Trennung Berlin = Beruf und München = Privat?

Das sieht für uns dann zwar so aus, als würde er sich nicht 100% mit Berlin identifzieren. Aber mal ehrlich, wenn er nicht sofort wieder aufsteigt bzw. Hertha sich im Tabellenkeller der 1. Liga wiederfindet, dann schrumpft ganz schnell auch die Identifizierung der Fans mit ihm – selbst wenn die Familie in Berlin wäre.

Wenn Hertha uns keine Erfolgerlebnisse beschert, ist es uns doch ziemlich egal, was es für seine Familie bedeutet wenn er hier „einen Kopf kürzer gemacht wird“. Je länger ich drüber nachdenke – ich hätte meine Familie wohl auch in München gelassen – zumindest bis zum Gewinn der 1. Deutschen Meisterschaft…

Vielleicht schafft es Babbel ja tatsächlich im Flieger nach München „Hertha“ aus- und im Flieger zurück wieder einzuschalten – und sich so vor den hier beschriebenen Symptomen zu schützen bzw. zu regenerieren?


Sir Henry
23. September 2011 um 9:58  |  38462

@mkl

War der Polizist, der den oben und auch im Print zitierten Kommentar von sich gab eigentlich Berliner?


Sir Henry
23. September 2011 um 10:01  |  38463

Ach so, noch was. Ist zwar schon länger her, aber es gab mal eine Zeit, in der ich mich schon einmal für einen Verein begeistern konnte, der gaaaanz dicht an den Sicherheitsorganen dran war (oder umgekehrt).


Blauer Montag
23. September 2011 um 10:03  |  38464

Moin @sir,
es gab im letzten Jahrhundert auch einen amerikanischen Präsidenten, welcher sprach: „Ich bin ein Börliner.“


Sir Henry
23. September 2011 um 10:05  |  38465

Schon wieder was, @mkl. Ist das eigentlich Zufall, dass ihr und der TSP am gleichen Tag einen Artikel über Torun schreibt (abgesehen von der Tatsache, dass es sich thematisch auf Grund der recht guten Form des Spielers einfach anbietet) oder werden Euch die Spieler als Thema vom Verein „angeboten“ und für Interviews „bereitsgestellt“?


Exil-Schorfheider
23. September 2011 um 10:16  |  38466

@Sir

Das hatten doch @ubremer und @dstolpe schon mal erklärt, glaube ich. Da ging es um Gespräche im Trainingslager, wo dann mehrere Journalisten am Tisch sitzen und jeder die Geschichte für sich verarbeitet.

Der boulevardeske Teil der Journaille macht ja das Thema Lusti auf, mit Nebenkriegsschauplatz Ruka:

http://www.bild.de/sport/fussball/hertha-bsc/wann-verliert-lustenberger-die-lust-20082188.bild.html


Sir Henry
23. September 2011 um 10:36  |  38467

@Exil

Und ich habe damals sogar zugehört. Aber wir haben derzeit eben kein Trainingslager sondern Normalbetrieb. Um so mehr überrascht die Doppelung der Artikel, die sich zudem im Tenor stark ähneln.


Sir Henry
23. September 2011 um 10:36  |  38468

@Lusti

Ist doch ein alter Hut. Hat der Ingwersen hier abgeschaut. 😉


f.a.y.
23. September 2011 um 10:43  |  38469

Kurz OT @BM

Blauer Montag // 22. Sep 2011 um 17:04

@f.a.y. und catro69,

Seit 1978 l(i)ebe seit 1978 in Berlin. Ich wundere mich gar nicht mehr über

Im Netz eine gefühlte Ewigkeit, doch eigentlich nur einen Tag später meine Antwort. Mein schlaues Telefon wollte gestern nicht so recht…

Also ich bin 1974 in Berlin geboren und wundere mich sowieso selten über irgendwas. Ich weiss, dass die Berliner ein Haufen Meckerköppe sind. Und man auf eine freundliche Frage (welch Fauxpas) gerne mal ein „Ham wa nich, kriegen wa auch nich mehr rein!“ bekommt. Das ist das eine. Das andere ist, dass es mich nervt. Habe 2 Jahre im sonnigen Süden der USA gelebt und der oberflächliche Umgang dort ist Balsam. Dass ich da langfristig nie leben könnte, steht auf einem anderen Blatt. Aber ich finde, dass man halt ab und zu ein wenig freundlich sein kann. Auch die Berliner. Bin ich ja auch, kann ich ja auch.


Blauer Montag
23. September 2011 um 11:03  |  38470

Ist das OT oder doch BT @f.a.y. ?

Wenn man sich das Leben durch unnötige Ruppigkeiten gegenseitig schwer macht?

Danke auf jeden Fall für deine Antwort. Ich hätte mich ggf. noch eine Woche später drüber gefreut.


Exil-Schorfheider
23. September 2011 um 11:19  |  38471

@Sir

Vielleicht geht es ja im normalen Betrieb genauso. Oder meinst Du, der Journalist vom TSP Macht den Guttenberg!? 😉


Sir Henry
23. September 2011 um 11:22  |  38472

Das haste aber schön gesagt, @f.a.y.

Ich schlage noch in die gleiche Kerbe und behaupte, dass einigen Stinkstiefeln das der Stadt anhaftende Bild der allgemeinen Ruppigkeit sehr entgegenkommt. So können sie sich nämlich hinter dieser Fassade verstecken und haben gleichzeitig immer ein Ausrede für ihre eigene Grießgrämigkeit, Unhöflichkeit, Respektlosigkeit, Taktlosigkeit und Ungezogenheit.

Nun kann man selbstredend auch ohne besondere Betonung dieser Werte überleben, wir tun das ja täglich. Aber etwas mehr gegenseitige Aufmerksamkeit im besten, altmodischsten Sinne erleichtert doch das Miteinander ungemein. Den Stress gibt es ohnehin frei Haus.

Wie sind wir eigentlich auf dieses Thema gekommen? 😉


Sir Henry
23. September 2011 um 11:24  |  38473

@Exil

Na, vielleicht ja auch andersrum… 😉

Wäre auf Grund der zeitgleichen Produktion eher schwierig, dafür braucht man dann schon den kleinen Zinken im Zeit-Raum-Kontinuum.


chrillinho
23. September 2011 um 11:33  |  38474

nur am Rande:

Wo ist eigentlich Ronny auf dem Gruppenbild!


Blauer Montag
23. September 2011 um 11:37  |  38475

Wie wir auf den Umgangston in Berlin gekommen sind @sir henry?

f.a.y war so freundlich, auch einen Tag später noch zu antworten auf meinen comment # 38409

http://www.immerhertha.de/2011/09/21/hurra-wir-spielen-auswaerts-oder-auf-der-suche-nach-dem-heimvorteil/#comment-38409


Dan
23. September 2011 um 11:57  |  38476

@chrillinho // 23. Sep 2011 um 11:33

Der hat nicht mehr raufgepasst. 😉


Exil-Schorfheider
23. September 2011 um 12:02  |  38477

@Dan

Da sitzen die Euro-Cents aber locker, so wie Du mit SWK-würdgen Sprüchen um Dich wirfst!

@chrillinho

Wundert mich auch, da im Torun-Artikel von zwei anderen Spielern die Rede ist, die nicht auf dem Foto seien…


chrillinho
23. September 2011 um 12:08  |  38478

@Dan

Und ich dachte, der steht schon am Kabinen-Buffet. 😉


Sir Henry
23. September 2011 um 12:09  |  38479

Ramos fehlt doch auch.


jenseits
23. September 2011 um 12:14  |  38480

@Sir

Dessen Fehlen wurde aber erwähnt…


Sir Henry
23. September 2011 um 12:19  |  38481

Oh.


f.a.y.
23. September 2011 um 12:31  |  38482

@BM und @sir: dann sind ja wenigstens ein paar in dieser schönen Stadt unterwegs, die zur Verbesserung des Binnenklimas ihren Beitrag leisten. 😀


Exil-Schorfheider
23. September 2011 um 12:36  |  38484

@chrillinho

Wo ihm Doc Schleicher den Pillen-Becher hinhält und Ronny sich mit einem egschmuggelten Schoko-Riegel in die Schmollecke verzieht… 😉


Blauer Montag
23. September 2011 um 12:39  |  38485

Danke @f.a.y. um 12:31
werde am Ball bleiben getreu dem Motto „Prima Klima für diese schöne Stadt“.


jenseits
23. September 2011 um 13:02  |  38486

Wahrscheinlich sind hier recht viele, die sich in dieser Hinsicht als „Ausnahme-Berliner“ bezeichnen würden. 😉


f.a.y.
23. September 2011 um 13:10  |  38487

Die allwissende Zeitung mit den 2 Buchstaben sagt übrigens, dass Ronny nicht trainiert hätte, weil der Knöchel zwickte. Hat @mkl den etwa übersehen? Gar nicht vermisst? Oder wie oder was?


Dan
23. September 2011 um 13:18  |  38488

@Exil-Schorfheider // 23. Sep 2011 um 12:02

Bevor alles die Griechen und Italiener bekommen, haue ich die Cents lieber in die SWK. 😉


Blauer Montag
23. September 2011 um 13:18  |  38489

Du meinst die B.Z. @jenseits?


Blauer Montag
23. September 2011 um 13:20  |  38490

Schon klar @Dan
Lieber zum Griechen kriechen,
als zum Italiener zu robben. 😉


chrillinho
23. September 2011 um 13:24  |  38491

Also in der Zeitung mit den 4 großen Buchstaben steht, dass Ronny beim Training fehlte. Zudem wollte er mit seiner Frau zum Papst, um seinen ungeborenen Ronnynho segnen zu lassen.

Und damit keine Misßverständnisse auftreten: Das Baby wird auch hier von der Frau ausgetragen. 😉


f.a.y.
23. September 2011 um 13:26  |  38492

@BM:

http://www.bz-berlin.de/sport/hertha-bsc/der-tag-bei-hertha-article1278518.html

Pause: Neben Adrian Ramos (Furunkel) fehlte am Donnerstag auch Linksfuß Ronny. Er klagte über Schmerzen am rechten Knöchel, wurde behandelt.


jenseits
23. September 2011 um 13:26  |  38493

Ich war es zwar nicht, lieber @Blauer Montag, aber @f.a.y., die dies wohl meinte:

http://www.bz-berlin.de/sport/hertha-bsc/der-tag-bei-hertha-article1278518.html


jenseits
23. September 2011 um 13:45  |  38494

Ein Zwischen-Fazit über unsere Zugänge auf der FussballTransfers-Seite.


Blauer Montag
23. September 2011 um 13:53  |  38495

Danke @jenseits um13:45,
aber Zwischenzeugnisse schreibe ich nur aus beruflichen Anlässen, nicht wahr @pax.klm?

In meiner Freizeit interessieren mich andere Themen …


f.a.y.
23. September 2011 um 16:48  |  38496

Noch einer für den sich das Karussell zu schnell gedreht hat?

MÜNCHEN. Laut eines Berichts des Münchner Merkur wurde der Brasilianer auf Veranlassung des FC Bayern ins Max-Planck-Institut für Psychiatrie eingeliefert, wo einst Bayern-Profi Sebastian Deisler wegen Depressionen behandelt worden war. Der Klub bestätigte der Zeitung, dass man Breno geraten habe, sich in psychologische Betreuung zu begeben. Dies legt nahe, dass der Spieler erhebliche persönliche Probleme hat. Ein Auslöser dafür ist laut Münchner Merkur, dass Breno wegen wiederholter Kniebeschwerden um seine Karriere fürchtet.

Quelle: http://www.abendblatt.de/sport/article2037531/Bayern-Star-Breno-in-Psychatrie-war-es-Brandstiftung.html


dstolpe
23. September 2011 um 17:51  |  38497

@f.a.y.
Während das ein weiterer Fall von der dunklen Seite der Medaille wäre, belustigt mich heute diese Episode aus dem Kapitel „Gabel, Messer, Schere, Licht sind für kleine Kinder nicht“:

Lionel Messi und Gerard Pique vom spanischen Fußball-Meister FC Barcelona haben sich einen Jungenstreich erlaubt und das Motorrad eines Mitglieds aus dem Trainerstab um Pep Guardiola verbrannt. Das berichten spanische Medien. Angeblich fühlten sich die Weltstars vom Geknatter und Geratter so gestört, dass sie das Motorrad in einer Nacht-und-Nebel-Aktion kurzerhand in Brand gesteckt und in einem Container entsorgt haben. Am nächsten Tag konnte der Motorrad-Besitzer dann auf einem neuen Gefährt Platz nehmen – einem, das keine störenden Geräusche von sich gibt.


ft
23. September 2011 um 18:04  |  38498

Achtung Achtung !

Ich möchte die versammelte Mannschaft der immerhertha-blogisten schon einmal auf das vor uns liegende Wochenende und den damit verbundenen Kampf gegen Werder lenken.

Während wir noch gebannt auf Ratzes Auftritt im Oly starren, haben die Norddeutschen von der Weser schon unser Spiel analysiert und stellen eine Prognose für den kommenden Sonntag.

Ich schalte um zum Werderblog:

http://werder-fussball-blog.net/2011/09/gegen-hertha-kampf-der-systeme/#comments


Blauer Montag
23. September 2011 um 18:06  |  38499

NEIN sagen.
Schlicht und einfach NEIN sagen.

Wenn ich merke, dass ich …
– zerrieben werde zwischen Beruf und Familie,
– zerrieben werde zwischen den Anforderungen meiner Vorgesetzten,
– zerrieben werde den Erwartungen meiner Kunden und Mitarbeiter,
– zuviele und zu lange Schichten arbeite,
– nicht mehr zur Ruhe komme,
dann ist ein NEIN der Anfang vom Selbstschutz.

In Deutschland haben 2/3 der Männer Übergewicht, auch mehr als die Hälfte der Frauen. Dagegen sind Ronnys 2 Kilo zuviel ein Klacks. Wer nicht mehr zur Ruhe kommt, greift schnell einmal zu einem festen oder flüssigen Entspannungsmittel.

Die Gesundheit ist zu wichtig, um sie den den Ärzten zu überlassen. Auch Ärzte können irren (s. @pax.klm um 23:00 am 22.9.). Jeder ist selbst für seine Gesundheit verantwortlich. Wenn die eingangs genannten Belastungen erdrückend werden, ist Resignation und Schweigen ungesund. Wenn Ihr daran etwas ändern wollt, kann ich nur empfehlen:
Redet darüber …
– mit eurer Familie (euerem Partner, eure Kinder u.a.),
– mit euren Nachbarn,
– mit euren Freunden,
– mit euren Kollegen und eurem Betriebsrat.


jenseits
23. September 2011 um 18:26  |  38500

@ft,

vielen Dank für den Link. Finde ich interessant, dass der Blog-Beitrag so intensiv (könnte natürlich noch ausführlicher sein…) auf die taktische Auswirkung der beiden am Sonntag gegeneinander spielenden Mannschaften/Systeme eingeht.

Außerdem tut’s gut zu lesen, dass man Hertha ernst nimmt. 😉


23. September 2011 um 18:56  |  38501

Ich muss zu diesem Thema auch noch meinen Senf abgeben, auch wenn es spät und bald wieder vom nächsten Thema überholt sein wird.

Gestern ging es nicht da mein Laptop nach kurzer Zeit die Buchstaben T,U,I,O,D,Ü,3 und – nicht mehr schreiben will, weiß der Fuchs warum.

Ich habe großen Respekt vor Rangnick, glaube aber auch, dass die Entscheidung für ihn eine vergleichsweise einfache war, gerade auch wegen der jüngeren Ereignisse rund am andere Personen aus dem Sport. @monitor und @hurdie haben einen teil der Argumente schon vorgebracht.

Es ist wirklich von Vorteil wenn man NEIN sagen kann, die Reißleine ziehen, dem Burn-Out und seinem Schaden entkommen kann. Doch was ist, wenn man als Unternehmer, Selbständiger auf Gedeih und Verderb von seiner eigenen Leistung abhängig ist und zwar so sehr, dass man sich einen Ausfall von ein paar Wochen oder mehr nicht leisten kann?
Wenn dann noch viele andere mit dranhängen finanziell oder sozial…..
Noch dazu kommt, dass in der Regel der Burn Out genau in der Phase, in der man die Energie dringender denn je benötigt, in der Krise, in der Erfolglosigkeit, im Kampf gegen die Ungerechtigkeit, vernichtend zuschlägt.
Festzustellen, dass alles was man geleistet und wofür man gelebt hat, den Bach runtergeht, weil andere sich nicht an die Spielregeln halten oder man diese schlicht nicht verändern kann ist bitter und lähmend.
Da wird es leider auch selten besser die anderen an seinem Selbstmitleid teilhaben zu lassen, auch wenn es immer heißt reden hilft.
Wenn man alles schon 100mal besprochen und keine Lösung gefunden hat hilft auch das reden nicht mehr.
Ich habe das alles durch, am Ende oder besser im weiteren Verlauf des Weges, stellt man doch schnell fest, Du bist es wieder selbst der die Dinge in die Hand nehmen muss, der sein Glück schmieden und darauf hoffen muss, Du der eben immer noch einen, DEN Funken in sich trägt.

Ich behaupte auch , dass RR mit Schalke auf Platz 1 oder 2 seinen Rücktritt sicher noch eine Weile aufgeschoben hätte.
Erfolg ist das Doping gegen Burn Out schlechthin, erst wenn man auf der Erfolgsspur fast alles erreicht hat wird man möglicherweise überholt.

Ich hätte meinen, ohne die negativen Erfahrungen im Geschäftsleben, nicht erlebt.


ft
23. September 2011 um 19:01  |  38502

yep.

Der Sieg gegen Dortmund hat bei etlichen Inet-Taktikanalytikern einen Meinungswandel herbeigeführt, was die Hertha betrifft.
Nicht nur im Werder-Fußball-Blog. Auch auf Spielverlagerung.de sieht man HBSC nicht mehr als DEN Abstiegskandidaten schlechthin.

Einerseits ist das gut für uns – wird HBSC doch erstgenommen.
Andererseits macht es die Arbeit von MB noch ein wenig schwieriger. Denn, so glaube ich, werden seinen Kollegen in der Liga ihn auch deutlich genauer unter die Lupe nehmen und in ihm einen ausgekochten Taktikfuchs wahrnehmen.


ft
23. September 2011 um 19:06  |  38503

@tunnfish

vor drei Wochen hatte ich solch Tiefpunkt, denn man vielleicht schon als Ausgangspunkt für ein Burn out bezeichnen kann.
Ich hatte das außerordentliche Glück, das ich in der Zeit gecoacht wurde.
Und zwar gut gecoacht.
Mein Coach hat in einem Gespräch nur ein paar Stellschrauben in meinen Gehirn leicht drehen müssen und schon war für mich die Welt wieder in Ordnung.

Das Glück solch einen Fachmann zur rechten Zeit zu haben muß man erst mal haben.


derMazel
23. September 2011 um 19:24  |  38510

@ft

Danke für den Einblick in die weserschen Gedankengänge. Sehe es genauso wie du: Schön, nicht mehr neben Augsburg Topfavorit auf die Talfahrt zu sein und schon bei Gegnern wie Werder besorgnis auslösen („Daher dürfte es das bisher schwerste Heimspiel werden.“, letzter Satz aus den Werderblog). Blöd, dass die Bundesliga Hertha nun ein Konzept zuschreibt. Fande es besser, weiter konsequent unterschätzt zu werden, gerade in konzeptionellen, systembedingten Fragen.


Blauer Montag
23. September 2011 um 20:12  |  38516

Glaub mir @tunnfisch,
ich habe Dutzende Jungunternehmer kennengelernt – erfolgreiche genauso wie gescheiterte. Die Kurzfassung des Gründungsmonitors 2009 der KfW nennt auf Seite 8 einige Merkmale, welche die erfolgreichen von den gescheiterten Gründungen unterscheiden.
Eine multivariate Analyse der Ursachen des Überlebens von Gründungsprojekten kommt zu dem Ergebnis, dass eine frühere Selbstständigkeit des Gründers, eine freiberufliche Gründung oder der Einsatz finanzieller Mittel oberhalb des Mikrofinanzierungsbereichs (> 25.000 EUR) die Wahrscheinlichkeit des Fortbestandes des Gründungsprojekts signifikant erhöhen. Gründer, die ein Handelsunternehmen gründen, deren Produkt oder Dienstleistung eine „nur“ regionale Marktneuheit darstellt, die Teamgründer ohne Mitarbeiter sind oder die ohne den Einsatz jeglicher finanzieller Mittel gründen, haben dagegen eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit, mit ihrem Projekt frühzeitig zu scheitern.

Diese Aussagen decken sich mit meinen eigenen Erfahrungen aus dem beruflichen Alltag. Als weitere Kennzeichen erfolgreicher Gründungen kann ich nennen:
• Person und Familie des Gründers
• Detaillierte Marktforschung und Wettbewerbsanalyse
• Unterscheidbarkeit gegenüber Wettbewerbern
• Effiziente Kommunikation mit den Kunden
• Zeitmanagement
• Langfristige Liquiditätsplanung
• Monatlich aktuelle Buchführung und Kostenrechnung

Die gescheiterten Gründer verkriechen sich teilweise in dem kleinsten Mauseloch, aus dem sie dann nur noch mit Hilfe ihrer Angehörigen oder Freunde heraus zu locken sind.


23. September 2011 um 20:24  |  38517

ein Tief..ist wirklich noch mal etwas anderes als ein burn out. Im Netz gibt es einen burn out -Test-der ist mit Vorsicht zu genießen, wie alle solche Verallgemeineungen-aber doch recht brauchbar, um zu erahnen, um was es beim burn out, der einem brutalen Kollaps gleich kommt, einem Totalausfall-das kann Jahre dauern, bis man auch nur halbwegs wiederhergestellt ist.
So wenig, wie ein burn out eine klinische oder auch „nur“ reaktive Depression ist, so wenig ist ein mentales, temporäres Loch ein burn out. Ich weiss auch nicht, was es bei RR ist-man braucht da eine gute Anamnese, keine Zeitungsinformationen.
Mein Mitgefühl haben grundsätzlich alle, die so etwas ereilt: sei es überwiegend selbst bestimmt oder fremdbestimmt, sei es ein hart arbeitender Millionär, der keine Existenzängste haben muss ( aber diese vielleicht als real erlebt…) oder sei es ein Kneipier, der sich keine Pause leisten kann, weil er sonst..
Wir sollten nicht zusehen, und dort, wo etwas verändert werden kann, verändern. Dort, wo man helfen kann, helfen. Politisch nicht schlafmützig sein…etc pp-Das ist doch schon was.. 😉


23. September 2011 um 20:54  |  38521

@BM
Oh ja ich habe diese Mauselöcher schon von innen gesehen…was nützt der beste Plan mit erfolgreichen Kennzeichen, wenn in einer zu kurzen Phase zu viele Kunden Insolvenz anmelden..da ist der Aufenthalt in so einem Mauseloch für einen gewissen Zeitraum sehr angenehm.

@apo
Ein Tief unterscheidet sich für mich von einem Burnout oder einer beginnenden Depression durch die fehlenden Höhen, die zeitlich vor und hinter einem Tief liegen sollten… Wenn man dass Gefühl hat sich aus eigener Kraft keinen Zentimeter mehr vorwärts oder hoch zu kommen, jede ruhige Minute in trauriger resignierter Stimmung mündet, man über die Sorgen vor lauter Fülle schon gar nicht mehr nachdenken, geschweige denn reden möchte, dann ist das irgendwie mehr als nur ein Tief.


Blauer Montag
23. September 2011 um 21:07  |  38523

„Dort, wo man helfen kann, helfen. Politisch nicht schlafmützig sein. Das ist doch schon was ❗ “

Auf geht’s … in ein hoffentlich blauweißes Wochenende.


23. September 2011 um 21:10  |  38524

ja..und noch begleitet wird durch unendliche Erschöpfung, durch gerädertes Aufstehen (keine Erholung durch Schlaf), durch völlige Konzentrationslosigkeit, durch völliges Zurückziehen (keine sozialen Kontakte), Suizidgedanken (hier die Ähnlichkeiten mit der Symptomatik bei der Depression) u.v.a.m.
Es ist eine enorme Fallhöhe. Unbehandelt ( meistens über einen sehr langen Zeitraum) führt kein Weg heraus. Ich glaube, wer je einen depressiv Erkrankten gesehen , gesprochen erlebt hat, weiss um den Unterschied zum „normalen“ Traurigsein . Eine Niedergeschlagenheit, eine Mutlosigkeit kann sehr tief gehen und einen für Tage aus der Bahn werfen. Ein burn out SYNDROM ist lebensgefährlich und bleibt.
Wenn ein Mensch nicht genau weiss, ob es ein „normales Tief“ ist, in dem er sich befindet, sollte er ohne zu zögern zu einem Facharzt gehen. Zusammen wird man es herausfinden.


Blauer Montag
23. September 2011 um 21:11  |  38525

@Tunnfisch,
Mehrere Forderungsausfälle binnen weniger Wochen, das ist ungewöhnlich hart. Das zu ertragen, ohne sich lange mit Selbstzweifeln zu plagen, ist verflixt schwer.


pax.klm
23. September 2011 um 22:46  |  38526

Man denkt halt immer wieder, dass es an einem selber liegt…
schön, besser nicht schön, auf alle Fälle tröstend, dass ich/man kein Einzelfall bin.
Für mich war es nicht möglich ne manische Phase so explizit von Burn out zu unterscheiden, irgendwie es bei mir alles im Fluß, der stinkt mir, so dreckig ist der– sinnbildlich gesprochen, mag das aber hier nicht ausweiten…

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