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(ub) – Am Nachmittag geht der Flieger zurück von Antalya nach Tegel. Die Mannschaft läuft um 10.45 Uhr ein letztes Mal im Trainingslager in der Türkei aus. Nach drei Testspielen (3:2 gegen den VfL Osnabrück, 2:0 gegen den 1. FC Heidenheim, 4:2 gegen den FC Thun) und zehn Tagen Training unter Neu-Trainer Michael Skibbe eine Bilanz.  Sie ist nicht in Stein gemeißelt, sondern vorläufig angelegt. Aber so habe ich die Akteure hier in Belek erlebt.

(Zu den Einschätzungen: Wenn Morales zwei Kategorien über Ottl steht, heißt das nicht, dass er zwei Klassen besser ist. Gemeint ist, wie die Spieler sich von ihrem jeweiligen Ausgangsniveau hier präsentiert haben).

Die Gewinner

Tunay Torun blühte nach langen Wochen, in denen wenig zu sehen war in der Vorbereitung auf. Er spielte zumeist auf der rechten Außenbahn oder zentral hinter den Spitzen. Bereitete mit Übersicht die Führung von Ramos gegen Heidenheim vor, verwandelte gegen Thun einen Elfmeter. Aber: Torun war auch im vergangenen Sommer ein Gewinner der Vorbereitung . . .

Ronny hat sich entschlossen in die Lücke begeben, die durch die Vier-Spiele-Sperre für Bruder Raffael entsteht. Engagiert, macht viel nach vorn. Mault auch mal die Kollegen an, wenn die nicht so laufen, dass Ronny seine Pässe spielen kann.

Alfredo Morales fiel bereits gegen Osnabrück positiv auf. Gegen Thun bereitete er einen Kopfball-Treffer von Ben-Hatira mustergültig vor. Ich glaube, wir alle wissen noch gar nicht, wie gut Morales werden kann.

Michael Skibbe Seine Verpflichtung war in weiten Medien- und Fan-Kreis als Beweis von Unfähigkeit im Hertha-Management und als Absage an jegliche Spielidee kommentiert worden. Nach zehn Tagen als Beobachter stelle ich fest: Hertha hat intensiv und vielfältig trainiert. Die Spieler erleben einen aktiven Trainer, der nicht nur mit den Händen in der Tasche an der Seite steht, sondern jede Aktionen von ihnen sieht und gegebenenfalls eingreift. Die Stimmung war gut. Der Trainer ist kommunikativ, sowohl gegenüber seinen Schützlingen, dem  Manager und Trainerstab sowie den Medien. Klar, noch ist kein Ball gerollt. Skibbe wird in der Rückserie an Punkten gemessen. Aber so weit , so gut.

Mit aufsteigender Tendenz

Christoph Janker Hat an Selbstbewusstsein gewonnen nach seinen Einsätzen zum Jahresende. War präsent. Sollte Kapitän Mijatovic nicht rechtzeitig für Nürnberg fit werden, wird Janker seine Position übernehmen.

Marco Djuricin ist gereift. Der Hochbegabte hält sein Spiel einfacher als im vergangenen Sommer, geht viele Wege. Er ist ein schneller, technisch starker Offensiver, geht mehr in Richtung Ramos als  in Richtung Lasogga. Ein schöner Lupfer zum 2:0 gegen Heidenheim dürfte ihm zusätzlich Selbstbewusstsein geben.

Sebastian Neumann steht auf dem Wunschzettel diverser Scouts, die in der Türkei zuschauten. Der KSC würde den Manndecker gern holen. Doch Skibbe wird den U21-Nationalspieler nicht hergeben. Neumann wirkte ruhig und bestimmt in seinen Aktionen. Der Trainer sagte, er hätte keine Probleme, Neumann in der Bundesliga einzusetzen. Sein Glück bei den Schmerzen: Sein Sturz auf den Ellenbogen beim Test gegen Thun stellte sich nicht als der befürchtete Ellenbogenbruch heraus, sondern „nur“ als Prellung.

Nico Schulz war verstimmt, dass er zuletzt bei der U21 trainieren musste. Jetzt nutzte er entschlossen seine Chance, sich bei den Profis zu zeigen. Als linker Außenverteidiger brauchte er etwas Anlaufzeit, um den Spielrhythmus zu finden. Doch je länger das Trainingslager dauerte, desto besser traf Schulz den Flow des Spiels. Er interpretiert seine Position mit viel Schwung nach vorn. Die Konkurrenz mit Felix Bastians, der vom SC Freiburg kommen wird, nimmt er gelassen: „Ein Verein kann seine Zukunftsplanung ja nicht auf einen 18-Jährigen aufbauen. Konkurrenz ist normal.“

Jerome Kiesewetter Fiel nicht auf – was hier positiv gemeint ist. Der 18-Jährige, erstmals dabei, hatte keine Mühe, das Niveau der Profis zu treffen. Ob Passsübungen oder Spieleinsätze als rechter Außenverteidiger – eigentlich ist Kiesewetter Stürmer – alles ordentlich. Er genießt Welpenschutz, alle unterstützen ihn, besonders der Trainer.

Ordentliche Performance

Andreas Ottl Entwickelt sich weiter mit ruhigen Schritten zum Kopf der Mannschaft. Sachlich, konzentriert, zuverlässig.

Patrick Ebert Präsentierte sich locker und konzentriert. Wurde mal als rechter Verteidiger, mal in der Zentrale ein wenig hin und hergeschoben. War immer mal wieder lautstark als Antreiber zu hören.

Fabian Lustenberger Setzte  unverdrossen seinen Kampf um einen Platz in der Doppelsechs fort. Bei den Spielen war er engagiert. Ich habe ihn einen Tick stärker gesehen als Niemeyer gesehen.

Peter Niemeyer Warf seine Stärken wie Kampfkraft und Laufbereitschaft in den Konkurrenzkampf. Er wirkte auf mich etwas angespannt. Er hat – ebenso wie Lustenberger – ein gutes Standing im Team.  Bei den Spielen unterlief ihm immer mal wieder ein böser Ballverlust. Da es Perdedaj aber ähnlich erging, mag es sein, dass der Trainer von den Doppel-Sechsern mehr riskante Pässe nach vorne gefordert hat – wo immer das Risiko besteht, dass sie verloren gehen.

Adrian Ramos Ich glaube, keiner sehnt den Rückrunden-Start so herbei wie der Kolumbianer. Ramos machte alles mit. Aber spätestens bei der 90-Minuten-Einheit im strömenden Regen mit Windböen und Sprintübungen dürfte er die Vorbereitung verwünscht haben.

Raffael ist ebenfalls kein Liebhaber der Vorbereitung. Aber er spulte sein Programm professionell ab. Wirkte aber etwas wehmütig, weil er weiß, dass er nach seiner Sperre bis auf weiteres zuschauen muss.

Roman Hubnik Für Hertha (und für die tschechische Nationalmannschaft) war es wichtig, dass der EM-Fahrer die Vorbereitung verletzungsfrei und im vollen Umfang absolvieren konnte.  Hubnik kann es besser, als er es in der Vorrunde gezeigt hat. Man darf gespannt sein, ob Skibbe den Tschechen weiter voranbringt.

 Nikita Rukaytsya War häufig unauffällig. Aber der Trainer war schwer beeindruckt von der Sprintfähigkeit und Tempohärte des Australiers. Er wird gegen Nürnberg nicht in der Startelf stehen, hat aber seinen Platz im 18er-Kader sicher.

Sascha Burchert trainierte als einziger Torwart komplett durch. Ordentliche Vorstellungen bei seinen Testspiel-Einsätzen.

Levan Kobiashvili Ein Vorbereitungsweltmeister wird der 34-Jährige nicht mehr. Er war aber besser drauf als im vergangenen Sommer, wo er nur ganz schwer in Schwung kam. Über Weihnachten scheint der Georgier nicht viel von seiner Form verloren zu haben.

Fanol Perdedaj Wurde ähnlich wie Neumann von vielen Scouts anderer Klubs begutachtet und für seine Kampfkraft gelobt. Der U21-Nationalspieler setzte unverdrossen seine Qualitäten ein. Aber mit Blick auf die vor ihm stehenden Ottl, Lustenberger und Niemeyer kann es gut sein, dass Perdedaj bis Monatsende ausgeliehen wird.

John Brooks Unauffällig. Der junge Manndecker ist noch dabei, sich an das Profiniveau zu gewöhnen.

Änis Ben-Hatira Rutschte im letzten Moment in diese Kategorie. In den ersten sieben, acht Trainingstagen bekam er wenig bis gar nichts auf die Reihe. Unkonzentriert bei der Ballannahme, fehlender Blick für die Mitspieler, keine klaren Aktionen. Doch in den letzten drei Tagen blühte Ben-Hatira auf. War es ein Einzelgespräch mit dem Trainer? Nun fand er Bindung zu den Kollegen, trennte sich auch mal rechtzeitig vom Ball. Lief richtig, so dass Morales ihm zum 2:0 gegen Thun auflegen konnte.

Unter den Erwartungen:

Abu Bakarr Kargbo  Tat sich schwer. Kargbo rackerte, war stets mit hohem Einsatz unterwegs. Aber es fehlte die Klarheit in den Aktionen. Kaum Kombinationsspiel, dazu häufige Missverständnisse mit den Kollegen. Bezeichnend für seinen  Auftritt in Belek war die eine Chance, die er gegen Thun zum Abschluss brachte – und dann hoppelte der Ball Zentimeter am leeren Tor vorbei (Foto: ub).

Außer Wertung,

(da angeschlagen und wenig trainiert und wenig gespielt): Andre Mijatovic, Christian Lell, Pierre-Michel Lasogga, Thomas Kraft, Maikel Aerts.

– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Nachtrag nach dem Vormittagstraining: Die Mannschaft hatte am Freitagabend freien Ausgang. Davon haben die meisten Spieler Gebrauch gemacht – einmal aus dem Hotel rauskommen. Wer nun aber gedacht hatte, der Trainer würde bei der letzten Einheit vor dem Abflug heute Morgen laue Lola machen, hatte sich getäuscht. Zunächst gab es ein Spiel Zwölf-gegen-Zwölf. Pierre-Michal Lasogga war dabei, erstmals auch Andre Mijatovic, Maikel Aerts stand nach zwei Tagen Pause wieder im Tor. Es ging 1:1 aus / Tore: Lasogga und Ramos.

Hubnik führte Ronny vor, auch ein Tscheche kann Hacke, Spitze . . . (Fotos: ub).

 

 

Patrick Ebert (links) beschleunigt gegen Levan Kobiashvili. Nachdem ihn Fabian Lustenberger zweimal gefoult hatte, keilte Raffael zurück „Was soll das?“ Lustenberger gab die Unschuld vom Lande:  „Was willst Du: Taktisches Foul, ganz normale Situation im Spiel“.  Pech hatte Rukavytsya. Der wurde mit einem Golfwägelchen vom Platz gefahren, er hatte sich bei einem Tritt von Jerome Kiesewetter eine Prellung am Unterschenkel zugezogen.

Soweit, so normal. Aber dann als letzte Übung hatte sich Trainer Skibbe eine Willensschule zurechtgelegt. Alle Feldspieler hatten 100 m in 18 Sekunden zurückzulegen – und das 15 Mal. Heftig, da war nochmal auf die Zähne beißen angesagt, wie Ihr den Fotos entnehmen könnt.

Die Herren Lustenberger, Ottl, Brooks und Ebert beim Sprint.

Raffel, Janker, Mijatovic, Ben-Hatira und Djuricin im Anflug

 

Und nach 50 Metern hochspurten, geht die Rallye bis zur Grundlinie zurück.

Das war’s aus dem Trainingslager in Belek. Montag um 14.30 Uhr auf dem Schenkendorff-Platz könnt Ihr Euch selbst ein Bild machen.

Schönes Wochenende.

Die Vorbereitung von Hertha war . . .

  • gut (72%, 346 Stimmen)
  • sehr gut (18%, 86 Stimmen)
  • befriedigend (9%, 41 Stimmen)
  • mangelhaft (1%, 4 Stimmen)
  • ausreichend (0%, 1 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 478

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Nach der Vorbereitung erwarte ich Hertha in der Rückserie . . .

  • besser als in der Hinserie (56%, 284 Stimmen)
  • so wie in der Hinserie (41%, 208 Stimmen)
  • schlechter als in der Hinserie (2%, 11 Stimmen)

Anzahl der Wähler: 503

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38
Kommentare

fg
14. Januar 2012 um 9:58  |  55295

hui, schon wieder erster?


Blauer Montag
14. Januar 2012 um 9:59  |  55296

Buenos dias señores ❗


jap_de_mos
14. Januar 2012 um 10:00  |  55297

Fein, fein. Danke für die Übersicht!
Ist natürlich aber etwas seltsam, wenn alle bis auf einer mehr oder weniger als „Gewinner“ der Vorbereitung gelten… 😉
Ich bin gespannt, wer nun wieder zur U23 (!) runter muss, wer bei den Profis bleiben darf etc.

Besonders gefreut hat mich die positive Bewertung von Neumann. Von dem erwarte ich nach wie vor, dass er endlich mal so eine Art Durchbruch erlebt!


fg
14. Januar 2012 um 10:01  |  55298

na dann: good morning. was man als außenstehender so liest, scheint hertha bisher zumindest gut gearbeitet zu haben. größere nachwehen der traineraction im dezember scheinen erstmal nicht ersichtlich. hoffe der eindruck stimmt.
davon, dass einige akteure deutlich luft nach oben haben, war ich immer überzeugt. wenn einige dies nun verstärkt demonstrieren und beibehalten, ist sicher eine gewisse steigerung möglich und unser aller wunsch, der nach möglichkeit vorzeitige klassenerhalt, gut realisierbar.
außerdem mag ich lells kleine eingestickte berlinfahne am schuh (quelle: berliner fenster). ich wenns nuancen sind, aber mich begeistert sowas.


Treat
14. Januar 2012 um 10:25  |  55300

Danke @ub für deine Einschätzungen, das verschafft einem ein sehr gutes Bild, wie der Stand bei den einzelnen Jungs so ist. Hoffen wir, dass das auch auf die Spiele übertragen werden kann.
Schön auch dein Kommentar zum Trainer, sehe das genau wie du.
Und als ich deinen Text über Ottl las, war mein erster Gedanke: Mal sehen, wie viele hier, die noch regelmäßig übel auf ihn schimpfen, werden den als unseren Chef auf´m Platz eines Tages noch anbeten… 🙂

Jedenfalls alles sehr nachvollziehbar und stimmungsvoll beschrieben – jedenfalls für meine Wahrnehmung. So lässt sich ein Wocheende angehen.

Dir einen guten Rückflug und allen hier ein blauweißes Wochenende,
Treat


Blauer Montag
14. Januar 2012 um 10:28  |  55301

ubremer // 14. Jan 2012
…. In den ersten sieben, acht Trainingstagen bekam er wenig bis gar nichts auf die Reihe. Unkonzentriert bei der Ballannahme, fehlender Blick für die Mitspieler, keine klaren Aktionen. Doch in den letzten drei Tagen blühte … auf. War es ein Einzelgespräch mit dem Trainer? Nun fand er Bindung zu den Kollegen, trennte sich auch mal rechtzeitig vom Ball. Lief richtig, so dass Morales ihm zum 2:0 gegen Thun auflegen konnte.

Die Vorbereitung von Hertha war . . .
ausreichend (meine Stimme)

Diese meine Note begründe ich auf den Trainingsberichten, die ich hier seit dem 3. Januar lese. An den teilweise excellenten Fotos kann es nicht liegen.
http://www.immerhertha.de/files/2012/01/IMG_0919.jpg

Genau wie auf diesem Foto war im letzten Jahr die ärmste Sau oft der Herthaspieler, der den Ball hatte. Trainer Skibbe wurde gestern in der Morgenpost zitiert mit einem Lob über das Passspiel der Mannschaft. Nun, die Mannschaft hat in den letzten 18 Monaten auch jeden Dienstag auf halbem Feld auf 4 kleine Tore gespielt. Training für das Laufspiel wurde dagegen im öffentlichen Training selten beobachtet. Ich halte Verbesserungen sowohl im defensiven wie im offensiven Laufspiel für erforderlich.

Randnotiz
Wenn Ottl zum Kopf dieser Mannschaft entwickelt werden soll, dann benötigen die anderen Spieler deutliche Ansagen, in welche Positionen sie laufen sollen, um sich anzubieten.


Exil-Schorfheider
14. Januar 2012 um 11:02  |  55302

Und genau diese Ansagen bzw. das Anzeigen von Laufwegen konnte ich am neuen Chef bei meinen wenigen Besuchen im Oly sehen, @bm, da ich meinen Fokus in den Spielen gegen BMG, Schalke und Lautern auf den Vielgescholtenen richtete, um mir meine Meinung zu bilden. Wenn die Spieler dann nicht so laufen, kommt wohl eher der Querpass oder der nach hinten.


Blauer Montag
14. Januar 2012 um 11:59  |  55303

Einmal mehr Schade Exil-S. :-(,
dass wir beim Pokalheimspiel nicht zusammen gesessen haben. Gerne hätte ich den gleichen Fokus wie Du auf das Spielgeschehen gerichtet.

Trainiert wird ab Montag 16.1. auf dem Olympiagelände an der Hanns-Braun-Straße um 14.30 Uhr.

Und in den kommenden Wochen feiern ihren Geburtstag
Adrian Ramos, geboren am 22.01.1986 und
John Brooks, geboren am 28.01.1993.

http://fussballdaten.de/vereine/herthabscberlin/2012/


gry
14. Januar 2012 um 12:06  |  55305

Bin gespannt wie Skibbe das in der Rückrunde handhaben will:

Einerseits haben wir eine festgespielte 11 in meinen Augen mit den typischen 2-3 Wechslern pro Spiel ( Dank MB 🙁 )

Zum anderen viele (junge) Alternativen die bis jetzt kaum zum Einsatz kamen.

Bin gespannt wie er da die Rotation betreiben wird, da er weiterhin am Erfolg gemessen wird.
Es wird ihm wohl kaum jmd. danken wenn er es schafft junge Spieler einzubauen und wir dafür am Ende zwischen Platz 13-18 landen.

Und selbst wenn andere (junge) Spieler als unter Babbel eingebaut werden, wer soll dafür sein Platz räumen?

erste 11:

Kraft – Lell, Hubnik, Mija, Kobi – Niemeyer, Ottl – Ramos, Raffa, Ebert – Lasso

Wechsler: Ruka, Torun, Lusti

Doch wo sollen die „Neuentdeckungen“ spielen?

Ronny ? – als Raffael Ersatz, aber spätestens wenn der zurück ist verschwindet er wieder in der Versenkung?

Ben Hatira/ Ruka/ Torun – Ersatz für Ebert? Ramos werden sie wohl kaum ersetzen.

Janker /Neumann- für Mija! – es kann aber auch nur einer Spielen?!

Gespannt bin ich auf Djuricin – wenn Skibbe Ramos auf Links spielen lässt, ist er wohl die erste Alternative zu Lasso . Fände ich besser als Ramos dann in die Spitze zu ziehen – doch dann wird es wieder schwer für Hatira/Ruka/Torum/Ronny

Vllt ist das inzwischen ein Luxusproblem – wir haben für viele Positionen fast gleichwertigen Ersatz.. 🙂


stiller
14. Januar 2012 um 12:13  |  55306

Ich durch die Spielberichte einen insgesamt guten Eindruck gewonnen. Insbesondere Skibbe scheint ein Gewinner zu sein, weil er sofort Trainerkompetenz zeigen konnte. Auch scheint ihm der Teamcharakter sehr entgegen zu kommen. Jetzt muss er allerdings zeigen, dass er wirklich der Taktitikfuchs ist und dass auch die personellen Veränderungen, die sich ihm durch Belek aufdrängen, nicht die Teamleistung der Hinrunde konterkarieren.

Die Einspielzeit für ein verändertes Teamgefüge ist sehr knapp. Und da sich Nürnberg in der Vorbereitung abscheinend auch mehr als stabilisiert hat, dürfte es für Hertha sehr schwer werden. Aber, ich werde da zwei, drei Spiele Kulanz walten lassen und schauen, ob und wo geplante Änderungen einschlagen. So oder so, Skibbe bracuht etwas Zeit, ansonsten müsste er alles beim alten lassen.


ft
14. Januar 2012 um 12:34  |  55307

Danke für die Bilanz dieses Trainingslagers.
Nach allem was man las und dem was ich beim Testspiel gegen Peles Manschaft an Eindrücken mitnahm, scheint sich der Faktor Skibbe eher positiv den negativ auf die Mannschaft ausgewirkt zu haben.
Ich bin echt gespannt, ob die neu formulierten Ziele umgesetzt werden.
Die da wären :

Skibbe sieht HBSC eher im vorderen Drittel der Liga.
Lell meint, das ihm persönlich der Pokal wichtiger wäre als am Ende Platz 7 in der Liga.

Dies Meinungsschnipsel sind ja mal völlig interessant;
Wie kommt Lell zu solch einer festlegung ( Platz 7 = ist vorderes Drittel ) wenn da nicht schon in Mannnschaftsgesprächen solch Thema angesprochen wurde.
Denn das ist dann schon mehr als “ nur Klassenerhalt“ , wie es unter der Ägide MB als Ziel formuliert wurde.

Also ick bin gespannt.


Exil-Schorfheider
14. Januar 2012 um 12:42  |  55309

@ft

Ich denke mal, Lellinger will damit ausdrücken, dass er lieber in den drei verbliebenen Spielen des DFB-Pokals Gas gibt als nach einer zu erfolgreichen Rückrunde auf Platz sieben landet, was ja irgendwie die „Goldene Ananas“ ist…


apollinaris
14. Januar 2012 um 12:57  |  55310

danke für den guten Überblick. Schön, dass Neumann so gut gesehen wurde. Morales war von allen Jungen am nächsten dran-bin sicher, er rückt weiter ganz nahe ran, hat aber auf seinen Positionen die Etabliertesten des Teams (Lell, Otll, Niemeyer, Lusti) vor der Nase…Mensch ja, der Ruka… 🙂
Bei Perde sehe ich keinerlei Chance, je in die Anfangself zu kommen, ebenso schätze ich das Talent von kargbo ein (unter dem Vorbehalt der Ferne, habe ihn höchstens 6 Mal spielen gesehen).
Ich könnte mir vorstellen, dass die Verletzung vom Mija die IV neu sortiert haben wird. War ja unter Babbel zum Ende auch der Fall..
Was mich noch sehr interessieren würde: welche hierarchische Achse gibt es bei der Hertha, die mir in bestimmten Situationen einfach zu kopflos agierte?
-wie laut ist Kraft?
– wer könnte Mijas Rolle übernehmen?
Mir fehlen irgendwie 2,3 klare Leader-oder hat sich da etwas getan?-An eine flache hierarchie glaubt selbst der Bundestrainer nicht mehr.. 🙂


Blauer Montag
14. Januar 2012 um 13:01  |  55311

Es geht für mich um die nächsten 20 Punkte und den Pokalsieg gegen BMG – sonst Nix.

Das ganze Gebabbel vom oberen Drittel der Liga ist für mich ein unnützes sprachliches Luxusproblem. Komplimente im Voraus an die Mannschaft, an die Medien und die Hauptstadt im gestrigen Interview sind nett zu lesen. Genau so nett zu lesen war das Interview mit Babbel vor Beginn der Hinrunde. 20 Tage später wurde hier in diesem Blog nach dem Rauswurf des Trainers gefragt. http://www.immerhertha.de/2011/08/25/

Ich gebe Trainer Skibbe keine 3 Spiele oder 100 Tage Kulanz. Ich werde ihn unterstützen, solange ich kann. Wenn er seinen nächsten Geburtstag feiert, hat er hoffentlich all seine Ziele mit HERTHA erreicht – im schlimmsten Fall erst in den letzten sieben Spielen der laufenden Saison. Ich hoffe, HERTHA erreicht diese Ziele ohne allzu viel hässliche Turbulenzen.


L.Horr
14. Januar 2012 um 13:25  |  55312

… ganz im Innern pendle ich immer noch zwischen den Polen Zuversicht und dem puren Erhalt der Klasse.

Ähnlich wie „gry“ sorge ich mich beinah wegen des Überangebots an perspektivreichen Spielern welche eventuell die Lust verliren könnten sofern sie keine Einsatzzeiten bekommen.

Anderenfalls befürchte ich dann wieder das die „Masse“ nicht Einen ausspuckt wenn´s darauf ankommt.

Hertha spielte die Hinrunde quasi ohne existenziellen Druck , stand nicht einmal hinten drin.

Ist die Mannschaft auch so „souverän“ wenn man einen schlechten Start erwischt oder sich gar auch mal hinten wieder findet ?

Ich hoffe das die „Talente“ , deren fussballerische Qualitäten sich gegen Osnabrück und in Belek abzeichneten , sich auch als „mentale Männer“ auszeichnen falls die Rückrunde so verlaufen sollte wie es sich keiner hier vorstellen möchte.


Freddie1
14. Januar 2012 um 13:38  |  55313

Erstmal Danke an @ub für die lebhaften Schilderungen aus der Türkei.
Zum Nachtrag des heutigen Trainings darf man wohl feststellen, dass der Ruf, der Horny voraus eilte, dass er wenig Wert auf Kondition lege, sich nicht bestätigt hat.
Denke mal, dass er nicht all zu viel ändern wird bei der Mannschaftsaufstellung, wenn denn nicht Verletzungen oder Sperren dies erfordern, so dass mE Ronny die einzige (dauerhafte ) Änderung sein dürfte..


Sir Henry
14. Januar 2012 um 14:06  |  55314

@ub

Danke für die Eindrücke. Biste ein wenig traurig, dass der Urlaub schon wieder vorbei ist? 😉

@Trainingsplanung

Ist nicht bös gemeint, aber unter MB hätte es zwei freie Tage gegeben. Stimmt das oder fahren meine Vorurteile mit mir Achterbahn? Wie war es die letzten Male?

@TV

Danke für den ersten Top. Lege noch einen nach: Im ASS geht’s heute um Fankultur in deutschen Stadien. Es findet eine Diskussionsrunde statt.

Nur schade, dass das ASS immer erst so spät anfängt.


Blauer Montag
14. Januar 2012 um 14:06  |  55315

Vielen Dank @ubremer,
für das Update mit den schönen Fotos von heute morgen.

Ich wünsche Dir einen schöne Heimflug und ein erholsames Wochenende.


14. Januar 2012 um 14:46  |  55316

Es fehlte in der Hinrunde das Negativerlebnis.
Nicht, dass ich das herbei unken möchte; aber da Hertha im ersten Saisonspiel gleich die schlechteste Leistung zeigte und sich danach verbessert und stabil auf passablem Niveau zeigte, wird abzuwarten sein, wie die Mannschaft reagiert, wenn der Vorsprung auf die Abstiegsränge schmilzen sollte.

Wenn ich die Trainingslagerbilanz (interessant und informativ, danke) lese und dieser entnehmen darf, dass alles – es folgt die launische Zusammenfassung – rosarot, schick und prima ist und lediglich einer „unter den Erwartungen“ blieb, dann ist mir das zu viel an Kuschel-Wohlfühl-Behaglicheit.

Es folgen 17 Spiele existenzieller (sinngem.: „zweiter Abstieg katapultiert Hertha in die Steinzeit zurück“) Abstiegskampf und darauf gilt es vorbereitet zu sein. Ist die Mannschaft das, wird sie die Klasse halten; erlaubt sie sich nur den Hauch einer Unkonzentriertheit und Laissez-faire-Mentalität, wird sie implodieren, sobald das Team erstmals in der Saison auf einem Abstiegsrang steht.


zenturio
14. Januar 2012 um 15:47  |  55317

Für mich persöhnlich ist Skibbe bis jetzt der grosse Gewinner. Etwas Sorge macht mir der evt. Trainingsrückstand von Lell. Und wie von einigen Vorgängern schon geschrieben schön das einige Junge wie Morales ihren Abstand verkleinern konnten. Schönen Sonntag


ft
14. Januar 2012 um 18:16  |  55318

auf 11 Freunde ist heute ein Report zu skibbes Arbeit bei Hertha veröffentlicht worden:

http://www.11freunde.de/bundesligen/148021?page=1


hurdiegerdie
14. Januar 2012 um 18:38  |  55319

Ein schöner Bericht, danke.

Wie es in der Saison dann aussehen wird, werden wir dann sehen.

Für mich klingt das alles ganz positiv. Wir müssen also (noch?) nicht verzweifeln, weil Skibbe Trainer ist (Achtung Subtext). Ob dann Torun seine Trainingslagerleistung bestätigen kann, oder Morales und Djuricin mal eine Chance erhalten, ob Neumann wirklich einen der etablierten ersetzen kann oder Ottl der Chef wird (also nicht nur als selbiger gesetzt ist), werde ich erstmal abwarten.

So wenig wie man die schecht geplanten Trainingsspiele in der Saisonvorbereitung gegen die Schweizer überbewerten sollte, kann man jetzt das 4:2 gegen Thun bewerten, denn jetzt sind die Schweizer 2 Wochen in der Vorbereitung zurück.

Gespannt bin ich allemal.


Etebaer
14. Januar 2012 um 18:44  |  55320

Mein Problem mit Skibbe ist nicht das erste halbe Jahr.
Es wird sich zeigen müssen, ob er das vermeintliche „Arbeitsmuster“ durchbricht, das nach der Hochstimmung der ersten Monate ein langer Kater folgt.

Ein gutes Jahr allen, Hertha eine gute Rückrunde, ich lehn mich zurück und geniesse es so, wie es kommt!


catro69
14. Januar 2012 um 21:01  |  55321

Na, denn schauen wir mal.
Menno, noch ne ganze Woche warten.
Meine Hoffnungen und Befürchtungen liefern sich ein heißes Argumente-Duell.
Wünsche Skibbe größtmöglichen Erfolg, damit es mit Hertha weiter aufwärts geht.
Mein Vertrauen gehört der Mannschaft, die hat häufig Moral, Charakter und Kampfgeist gezeigt. Mit so ner Truppe schafft ja eigentlich jeder den Klassenerhalt, hoffentlich.


ubremer
ubremer
14. Januar 2012 um 21:20  |  55322

@apoll,

Was mich noch sehr interessieren würde: welche hierarchische Achse gibt es bei der Hertha, die mir in bestimmten Situationen einfach zu kopflos agierte?
-wie laut ist Kraft?
– wer könnte Mijas Rolle übernehmen?
Mir fehlen irgendwie 2,3 klare Leader-oder hat sich da etwas getan?-An eine flache hierarchie glaubt selbst der Bundestrainer nicht mehr..

lauter gute Gedanken. Morgen mal 90 Cent in den Hand genommen, zum Zeitungshändler Deines Vertrauens marschieren und eine Morgenpost ordern 😉


Sir Henry
14. Januar 2012 um 21:23  |  55323

Man, hatten wir ein Riesendusel.

http://m.spiegel.de/sport/fussball/a-809114.html

Zehn Minuten hätten die nach dem straffen Programm doch nie durchgehalten. 😉


Sir Henry
14. Januar 2012 um 21:33  |  55324

@ub

Du bist wieder zu Hause, also solltest Du Dich wieder mit der Heimatzeit synchronisieren.

Morgen ist Sonntag, da kostet Deine Zeitung einen Schlach mehr. Wir wollen ja, dass Du auch morgen noch kraftvoll zubeißen kannst. 😉


apollinaris
14. Januar 2012 um 22:01  |  55325

@ub: eingebongt. -Kaufte die im letzten Jahr schon häufiger als in 30 Jahren zuvor- gute Zeitung, toller Sportteil 😀


fg
14. Januar 2012 um 22:12  |  55326

@wilson:

der (einst höchst komfortable) vorsprung auf die abstiegsränge is doch schon kontinuierlich geschmolzen. reaktion: die letzten fünf oder sechs ligaspiele nicht mehr gewonnen. dann kam die winterpause. also die chance für eine trendwende, in meinen augen auch gefördert durch das auftaktprogramm.


Dan
15. Januar 2012 um 2:46  |  55327

What a great day in San Francisco. Great D# – Great Alex – Great 49ers defeat Great Brees Saints.

Super Spiel.

Und nun mal sehen was die Aussenseiter Denver gegen New England ausrichten kann.
—-
Es scheint ein harmonisches Trainingslager hinter den Jungs zu liegen, hoffen wir das sie Ruhe und Ausgeglichenheit mit in die Rückrunde nehmen. Dann werden auch Krisen gemeistert.
Freue mich schon auf das Spiel live in Nürnberg, könnte schöner Auftakt werden. 😉

Wenn die „Spielerwahrheit“ stimmt, dass Offensive es einfacher haben, dann sehen wir vielleicht Morales öfter mal die letzten 10-15 Minuten.

Meine Meinung:
Neumann wird nicht an Janker vorbei kommen , Schulz & Brooks brauchen noch ein Jahr um den Profis ernsthaft Konkurrenz zu machen.
Perde wird verleiht und Djuricin ereilt nächste Saison ggf. gleiches Schicksal, wenn die von @ub gesehene Reife sich nicht in konstante und aufdrängende Trainingsleistung niederschlägt.

Soviel zu meiner Kristallkugel über die Jugend.

Sch… ist New England und Brady stark. Da wird Denver keinen Blumentopf gewinnen. 🙁


Blauer Montag
15. Januar 2012 um 10:00  |  55328

Die heutige Schlagzeile von Uwe Bremer in der Morgenpost lautet: „Hertha zieht an einem Strang.“

Es wäre traumhaft, wenn die blauweiße Welt bis zum Ende der Verträge von GF und TR so bleibt.


apollinaris
15. Januar 2012 um 12:23  |  55329

@dan: teile zu 100 % deine Kristallgugel
Out Of Topic: Glaskugel für Dienstag: sieht ziemlich gut aus…


pax.klm
15. Januar 2012 um 12:49  |  55330

@ubremer, finde Deinen Artikel:
Hertha BSC funktioniert auch ohne Platzhirsch
sehr treffend geschrieben, er zeigt auch, dass wir vieles von außen nicht richtig einordnen, warum zB bestimmte Spieler von denen etliche meinen sie gehörten nicht in die erste Reihe, dort aber zu recht stehen!


pax.klm
15. Januar 2012 um 12:54  |  55331

Gedanken zum Hallenturnier, das verlorene Heimspiel gegen Union wird uns wahrscheinlich (und hoffentlich) noch Jahrzehnte verfolgen!

Ach ja, der bereitete mir immer sehr viel Freude!
>Hertha wurde durch ein 5:3 gegen Real Dritter und stellte mit Dariusz Wosz auch den besten Spieler des Turniers.<


Dan
15. Januar 2012 um 13:18  |  55333

@pax
Ist doch klar, denn es heißt ja nicht umsonst:
„und niemals vergessen…“. 😉

Bei mir folgt dann eine magnetisches Einheit, bei anderen wird es da eher weicher.
Aber keiner kommt in seiner Erinnerung, an dem Ergebnis vor 75.000 Zuschauern vorbei.
Gönnen wir ihnen also ihre Stadtmeisterschaft 2011 und spielen dafür in der Bundesliga.


apollinaris
15. Januar 2012 um 13:36  |  55336

@ubremer: eine journalistische Großtat im Sportteil: selten einen angenehmeren Artikel gelesen, der ohne die üblichen Kurzsichtigeiten auskommt. Sehr ausgewewogen- im besten Sinne! Toll! -Ich bin übrigens zu 100% bei Sagnol- das sieht man auch in großen Mannschaften. Beispiel Barcelona: Puyjol spielt aus einem einzigen Grunde..
Manchester holt Scholes für ein paar Monate zurück…
Klopp braucht Kehl..
Deutschland verliert das Endspiel mit stummen Lahms und Schweinis..
– ich will keine Effenbergs oder gar Baslers..aber Ballacks (der lange nicht als Führungsspieler galt..) oder Rauls oder ..usw. dürfen es schon sein- . Ansonsten lässt verhält sich eine Mannschaft, die phasenweise unterlegen ist, gerne zu passiv.
Wenn es immer so funktioniert, wie bei Raffas Platzvereweis, als dann ein Ruck durch die Mannschaft fuhr..werde ich meine Überzeugung noch mal auf den Prüfstand stellen. 🙂


ubremer
ubremer
15. Januar 2012 um 14:44  |  55348

@pax und @apoll,

Danke für die netten Worte. Da fühlt man sich nach der Rückkehr in die Kälte von Berlin doch gleich etwas wärmer 😉


Blauer Montag
15. Januar 2012 um 15:41  |  55350

Zu den warmen Worten lege ich noch ein Zückerli für den Espresso „Alle ziehen an einem Strang“ 😉

Chuck Berry & Keith Richards – Oh Carol

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