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(ub) – Wünsche frohe Weihnachten in die Runde.  Die Profis von Hertha BSC scheinen so gut wie alle ausgeflogen zu sein. Und teilen via Instagram mit, was sie wo mit wem machen.

Wie macht Dardai das eigentich?

Vielen Dank für Eure Einsendungen. Ein spannender Text ist aus dem Norden der Republik eingelaufen. Genauer gesagt aus der nordwestlichsten Stadt des Landes. Die Frage ist eine schlichte: Wie macht der Trainer das eigentlich mit dem Teamgeist? Die Antwort ist vielschichtig. Und es ist der erste Immerhertha-Beitrag mit voll krass korrekten Fußnoten – Tusch, Trommelwirbel …

Team-Building at its best

Von @japdemos

Wenn man Pal Dardai nach dem Erfolgsgeheimnis der aktuellen Hertha fragt, antwortet er meist ganz kurz: „Harte Arbeit!“ Da ist sicher was dran. Nur: andere arbeiten auch hart. Nun könnte man sagen, die Berliner arbeiten eben Hertha – aber solch billige Wortspiele reichen als Erklärung sicher nicht aus…

Ein anderer Erklärungsansatz zielt auf das Team ab. „Wir sind eine Mannschaft mit Teamgeist. Wir sind eine Mannschaft, in der alle zusammenhalten – bis zum letzten Mann.“[1] Gesagt hat das niemand geringeres als der Trainer, nach dem Pokalerfolg beim FSV Frankfurt. Auch der Angreifer Nummer Eins, Salomon Kalou benennt den Teamgeist als Grund für den Höhenflug:

Dardai: „Das ist möglich, weil sich der Teamgeist verändert hat. Wir haben als Team eine Menge Selbstvertrauen, wir spielen als Team zusammen.“[2]

Der Teamgeist also. Nur: was ist das eigentlich? Und wo kommt der so plötzlich her? Zwei Fragen, deren Beantwortung einen kurzen Ausflug in die Theorie nötig machen: Wikipedia (tun wir mal so, als wäre das eine seriöse Quelle 😉 ) definiert den Begriff „Teambildung“ so:

Wikipedia: „Als Teambildung oder Teamentwicklung werden innerhalb der Personalentwicklung und des Sports die Phasen und Strukturen der Zusammensetzung von kleinen Gruppen bezeichnet, die unmittelbar miteinander in Kontakt treten, um in arbeitsteiliger Verantwortung ein Ziel zu erreichen.“[3]

Hm, ja, tja. Kann man so stehen lassen. Kann man auch einfacher ausdrücken: Gemeinsam ein Ziel erreichen, darum geht’s. Und weiter beim reichsten aller Online-Lexika: „Teamarbeit soll nicht dem Zufall überlassen werden; aus diesem Grund hat die Teamentwicklung unter anderem das Ziel, ein positives Arbeitsklima zu schaffen und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu gewährleisten.“

Positives Arbeitsklima und vertrauensvolle Zusammenarbeit – so kann man auch „Teamgeist“ definieren, finde ich. Und das klingt doch stark nach unserem aktuellen Hertha-Jahrgang, oder?

Nun also zum spannenden Teil: Wie hat Dardai (mit seinem Trainer-Team) das hinbekommen? Vereinfacht gesagt: er hat die Erkenntnisse der Gruppenpädagogik ernst auf das Hertha-Team übertragen und die dabei anstehenden gruppenpädagogischen Aufgaben hervorragend umgesetzt. Vereinfacht gesagt gibt es fünf wesentliche Phasen, die jede Gruppe durchläuft:

Forming – die Einstiegs- und Findungsphase (Kontakt)

Die erste Phase ist durch Unsicherheit und Verwirrung gekennzeichnet. Es geht zunächst darum, dass die Teammitglieder sich miteinander bekannt machen und ihre Zugehörigkeit zur Gruppe absichern. Erste Ziele und Regeln werden definiert und die Gruppe wendet sich langsam der Aufgabe zu, doch die Beziehungen der Teammitglieder untereinander sind noch unklar.

Diese Phase hat vor allem das Ende der letzten Saison geprägt. Die alten „Sicherheiten“ unter Luhukay hat er aufgebrochen, neues ausprobiert, die Spieler haben neu ihre Rolle gesucht (und teilweise gefunden: Plattenhardt ist da das beste Beispiel).

Storming – die Auseinandersetzungs- und Streitphase (Konflikt)

In der zweiten Phase kommt es häufig zu Unstimmigkeiten über Prioritätensetzungen wenn die Teammitglieder verschiedene Ziele verfolgen. Es kommt zu Machtkämpfen um die Führungsrolle und den Status in der Gruppe, dadurch entstehen Spannungen zwischen den Teammitgliedern. Die Beziehungen sind eher konfliktbeladen im schlimmsten Fall sogar feindselig, doch es erfolgen erste Abstimmungen über die Arbeitsorganisation. In dieser Phase ist die Leistung der Gruppe eher gering.

Diese Phase hat Dardai mit dem Abpfiff der letzten Saison eingeläutet. Er hat die Konflikte angesprochen und diese ausgetragen (Niemeyer, Wagner, Heitinga). Die Art, wie ihm das gelungen ist, hat viel zum aktuellen Erfolg beigetragen. Er hat es geschafft, einerseits die Macht-Frage zu klären, bevor es zu großen Kämpfen kommen konnte. Andererseits hat er es hinbekommen, dabei zwar deutlich, aber fair herüberzukommen. Beides hat seine Autorität gestärkt.

Und durch das Aufbrechen der alten Team-Strukturen (wiederum: Niemeyer, Wagner, Heitinga, die wohl je für sich eine gehobene Position in der alten Hierarchie inne hatten) konnte diese Phase für die verbliebenen Spieler fruchtbar gemacht werden. Ihnen wurde deutlich gemacht: Hier beginnt jetzt wirklich etwas Neues!

Klug übrigens, dass Dardai diese Phase nicht mitten in der Saison gestartet hat. Man beachte den letzten Satz des Zitats: „In dieser Phase ist die Leistung der Gruppe eher gering.“ Noch geringer hätte eben wohl Liga 2 bedeutet…

Norming – die Regelungs- und Übereinkommensphase (Kontrakt)

In der Phase des Norming werden Normen und Regeln diskutiert oder durch stillschweigende Übereinkunft gefunden und eingehalten. Die Teammitglieder haben ihre Rollen gefunden und es wird verstärkt kooperiert. Die Beziehungen sind harmonischer, die gegenseitige Akzeptanz steigt und das Team wendet sich verstärkt seiner Aufgabe zu.

Diese Phase startete mit Beginn der Saison-Vorbereitung (auch wenn der Übergang von Phase 2 zu Phase 3 natürlich fließend ist) und dauerte bis in die ersten Saison-Spiele hinein. Die Rollen wurden verteilt (Kapitäns-Frage, Stammplätze, Mannschaftsrat…) und das Trainerteam hat deutlich gemacht, welchen Fußball sie spielen möchten und was dafür nötig ist. Offensichtlich ist es den Trainern gelungen, die Mannschaft vom Ziel und den dafür notwendigen Schritten zu überzeugen. Die Regeln und Normen entsprechen diesem Ziel und dem Weg dahin, sodass die Gruppe sie akzeptiert und übernimmt.

Performing – die Arbeits- und Leistungsphase (Kooperation)

In der Phase Performing pendelt sich die Leistung der Teammitglieder auf einer gleichbleibenden Ebene ein. Das Team handelt geschlossen und orientiert sich an dem gemeinsamen Ziel. Es herrscht eine Atmosphäre von Anerkennung, Akzeptanz und Wertschätzung. Die Teammitglieder arbeiten erfolgreich zusammen. Rollen können durchaus flexibel zwischen Personen wechseln. Das Team geht offen miteinander um, kooperiert und hilft sich gegenseitig. Aus diesem Grund läuft die Aufgabenbearbeitung erfolgreich.

Dazu muss ich nicht mehr viel schreiben, oder? Das ist genau das, was wir in den letzten Spielen erlebt haben.

Also: Kein Hexenwerk, was Dardai und sein Trainerteam da angestellt haben. Sondern grundsolides, gruppenpädagogisches Handwerk (na gut, angereichert mit der einen oder anderen fußballerischen Expertise… 😉 ).

Hoffen wir, dass wir noch ein Weilchen Phase 4 genießen können und uns Phase 5 erspart bleibt. Die heißt „Auflösungs-Phase“…

 

[1] http://www.herthabsc.de/de/teams/viererkette-281015/page/9313–45–.html

[2] http://www.bundesliga.de/de/liga/news/interview-salomon-kalou-hertha-bsc-1-fsv-mainz-05-17-spieltag-blmd17N.jsp

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Teambildung

 


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Kommentare

Daniel W64
26. Dezember 2015 um 13:29  |  516147

Ha


26. Dezember 2015 um 13:29  |  516148

Ho 😉


psi
26. Dezember 2015 um 13:38  |  516149

He


pathe
26. Dezember 2015 um 13:55  |  516150

Hertha BSC


psi
26. Dezember 2015 um 13:56  |  516151

Hertha BSC


pathe
26. Dezember 2015 um 13:58  |  516152

@Uwe
Mukhtar, Morales und Raffael Profis von Hertha…?


Uwe Bremer
Uwe Bremer
26. Dezember 2015 um 14:01  |  516153

@pathe

hatte mit mir selbst gewettet, von wem diese Frage als erstes kommen würde
#einmalHerthaner…


pathe
26. Dezember 2015 um 14:04  |  516154

Und hast du die Wette gewonnen? 🙂


apollinaris
26. Dezember 2015 um 14:06  |  516155

Danke, @ jap für deine Mühe. Ja, diese Dinge sollte ein Trainerteam auch drauf haben. Der eine mehr, der andere weniger. Am Anfang klappt es ja fast immer ganz gut, Selbst bei den 312 Trainern in den letzten Jahren beim HSV…geprüft wird das alles werden dadurch, wie die Gruppe auf Frust, Störungen und Konflikte reagieren wird,
@ Uwe..danke, dass du immerwieder einige Ehemalige in die Herthafamilie miteinbeziehst.. das mag ich immer besonders gerne..👍👍


JG1892
26. Dezember 2015 um 14:06  |  516156

Ein großes Dankeschön für diesen wirklich gelungenen Text. Hier zeigt sich, dass sich aus dem Fussball gewonnene Erkenntnisse hervorragend auch auf andere Bereiche der Gesellschaft übertragen lassen. Wie ich selbst im Amateurfußball und des Ehrenamts erleben durfte, kommen manche Führungspersönlichkeiten absichtlich oder aufgrund mangelnder Qualität nicht über die Storming-Phase hinaus oder erheben den andauernden Konflikt zur Basis ihrer Führungsrolle. Hier ließe sich tatsächlich vieles vom Erfolg der Hertha lernen.


pathe
26. Dezember 2015 um 14:11  |  516157

Sehr schöner Beitrag @japdemos!
Der Zusammenhalt in der Mannschaft ist ganz sicher eines der Erfolgsgeheimnisse für diese formidable Hinrunde. Und ich bin davon überzeugt, dass dieser auch halten wird, wenn Dardai in der Rückrunde die eine oder andere harte Personalentscheidung treffen muss. Dass dies kommen wird ist sicher, wenn Spieler wie Kraft, Pekarik, Stark, Allagui und Schieber wieder voll einsatzfähig sind.


Freddie
26. Dezember 2015 um 14:14  |  516158

@ub

Ich hätte auf einen anderen getippt 😉

@jap
Sehr schöner Beitrag 👍


psi
26. Dezember 2015 um 14:29  |  516160

Für mich ist @Bussi die Nr.1, er findet alles 🙂
Dank an @japdemos für seinen Beitrag. Der Zusammenhalt einer Mannschaft ist besonders wichtig, wenn das Team nicht nur aus hoch bezahlten Superstars besteht. Das hat Dardai sehr gut hin bekommen.


kczyk
26. Dezember 2015 um 14:36  |  516161

*denkt*
im pokalfinale wird es also zum aufeinandertreffen einer mannschaft und und eines Teams kommen.
hoffen wir, dass die träume gewinnen.


psi
26. Dezember 2015 um 14:39  |  516162

@kczyk, richtig erkannt 🙂


Sir Henry
26. Dezember 2015 um 14:46  |  516163

Sehr feiner Text, @jap. Sehr interessante Aspekte und schön auf Hertha runtergebrochen.

Erst mal sacken lassen. Da fallen mir bestimmt noch ein paar Gedanken zu ein.


Freddie
26. Dezember 2015 um 14:47  |  516164

Apropos Ehemalige:

Nico Schulz wird wohl diese Saison nach Aussage von Eberl nach seinem Kreuzbandriss nicht mehr spielen


pathe
26. Dezember 2015 um 14:49  |  516165

@ waidmann2
26. Dezember 2015 um 9:37 | 516144

„#Ausblick
… mal entspannt die Rückrunde “durchgetippt”. Demnach landet Hertha mit 59 Punkten auf 6 hinter Bayern, BVB, Gladbach, S04 und B04. Knapp dahinter VW und dann ein riesiger Abstand von 12 Punkten.
Abstieg: Darmstadt und H96, Reli punkt- und torgleich SGE oder Audi.

Hertha auf 6 – kaum zu glauben aber nicht völlig unrealistisch.“

Für Platz 6 haben in den letzten fünf Saisons 47, 53, 51, 55 und 48 gereicht. Sollten wir in der Rückrunde „nur“ noch um die 20 Punkte holen, was mir nicht umöglich erscheint, hätten wir schon große Chancen auf Platz 6 und die Teilnahme an der EL. Zudem es ja nicht ganz unwahrscheinlich ist, dass auch Platz 7 reicht. Schöne Aussichten!


Sperrli
26. Dezember 2015 um 14:54  |  516166

Bei allem darf man nicht die Leistung von MP unterschätzen, ich war zu Beginn von ihm nicht überzeugt,2 Abstiege und der Schatten von DH taten ihr übriges, doch nun Respekt, da wächst was, ich bin optimistisch, CL ist möglich, vielleicht auch erst 2017, aber die Entwicklung macht Hoffnung


Kamikater
26. Dezember 2015 um 15:11  |  516167

@jap
Schöner Text! Klasse!

Frage: Bist Du in der PE tätig? Wahrscheinlich ja, aber kommt vor dem „Forming“ nicht das „Storming“? Ach, ich weiß auch nicht. Der Bogen ist Dir allerdings gut gelungen!

Gruß aus Lindau


26. Dezember 2015 um 15:46  |  516168

Danke Kamikater.
Den Klapps habe ich gebraucht.
26. Dezember 2015 um 15:11 | 516167

PE = Personalentwicklung. 💡
Jetzt verstehe ich japs Text.


Thomsoen
26. Dezember 2015 um 16:13  |  516169

@jap
Sehr guter Text, der einmal die Struktur aufzeigt in der sich Hertha in der Hinrunde bewegt hat.
Das Trainer-Team und vermutlich insbesondere Pal, hat es geschafft das die Summe des Herthateams deutlich höher ist, wie die einzelnen Summen der Einzelkomponenten (Spieler). Von daher hoffe ich, dass @Kczyk 14:36 richtig gedacht und orakelt hat.


U.Kliemann
26. Dezember 2015 um 16:52  |  516170

Ja ich finde diesen Text von @jap auch sehr gelungen . Mann wollte dieses Forming und Storming auch auf den ÖD übertragen ,was daraus
wurde sieht man heute am Lageso. Ein Desaster. Aber schön wenn es
bei Pal und Co klappt. Allen ein gesundes neue Jahr.


Uwe Bremer
Uwe Bremer
26. Dezember 2015 um 16:53  |  516171

@TV-Vertrag ab 2017

die „Wirtschaftswoche“ hat noch mal aufgeschrieben, was die DFL rausholen will für die Bundesliga beim kommenden TV-Vertrag von 2017-21:
– mehr als 1 Mrd. Euro/Saison
– 5 Spiele pro Saison am Sonntag, 13.30 Uhr
– 5 Spiele pro Saison am Montag, 20.15 Uhr
– 8 Spiele pro Saison Samstag, 18.30 Uhr

Quelle


Thomsone
26. Dezember 2015 um 17:16  |  516172

@UB
Hmmm, 8 Spiele am Samstag um 18:30 Uhr anstatt 6 ?????. Ich glaube wir hatten jetzt in der Hinrunde schon 13 Spiele zu dieser Zeit.


hurdiegerdie
26. Dezember 2015 um 17:32  |  516173

Sehr stark Japdemos


kczyk
26. Dezember 2015 um 17:41  |  516174

*denkt*
sport ist nicht allein fußball.
die DFL sollte berücksichtigen, dass jeder euro, den sie an TV-geldern erhält, anderen sportarten verloren geht.
das gerede um die PL und ihre wirtschaftliche macht ist doch nur eine scheindebatte. auch in England müssen die letzten in der tabelle absteigen. da ist es unwichtig, wieviel sie in die mannschaft drückten – und schließlich gehen dort die TV-gelder an investoren-mannschaften.


26. Dezember 2015 um 18:38  |  516175

@psi, da haste fast gewonnen 😉 ich durfte Weihnachtsscrabbeln 🙂 und gewinnen !

@ub, wer bitte ist „Muhktar“ ? :roll: spielte nie bei Hertha :mrgreen: ach, deswegen führt der Link ins Leere ? 😉

@jap, Daumen hoch 🙂


Tf
26. Dezember 2015 um 18:52  |  516176

Der letzten Phase kann man ja entgegenwirken wenn mit Brooks, etc. Verträge verlängert werden und man bei Ablöseangeboten konsequent bleibt…


Exil-Schorfheider
26. Dezember 2015 um 19:00  |  516177

@thomsone

Die Reduzierung am Samstag ergibt sich aufgrund der neuen Anstoßzeiten Sonntag/Montag.


Thomsone
26. Dezember 2015 um 19:43  |  516178

@Exil-Schorfheider
Hmmm, verstehe ich nicht, da ja im Artikel der WiWo steht: 8 anstelle von 6 Partien. Die Reduzierung am Samstag wäre doch wirtschaftlicher Unsinn. Eigentlich geht es der DFL doch um möglichst große Einzelpräsenz, heißt am besten jedes Spiel einzeln. Und ob am Samstag um 15:30 nun noch 3, 4 oder 5 Partien stattfinden ist doch auch egal, der Spieltag ist doch eh schon zerfetzt.


Jap_de_mos
26. Dezember 2015 um 21:12  |  516179

Danke für die Blumen! Bin auf der kirchlichen Seite der Jugendhilfe/Jugendarbeit unterwegs und dadurch ständig mit Gruppen zu tun. Da geht’s im Kleinen letztlich um dasselbe: Eine Gruppe zu einem Team machen…
Bin neugierig auf Ergänzungen oder Widerspruch. Wie seht ihr die Entwicklung? Ist es wirklich so simpel? Warum klappt es dann bei manchen, bei anderen nicht? Wie kann man möglichst lange in der produktiven Phase bleiben?
Grüße grad aus Berlin, auf Heimaturlaub..


26. Dezember 2015 um 21:13  |  516180

@JG1892..na ja..Eigentlich lernt der Fussball, mit großer Verspätung gerade aus anderen Bereichen, wie es geht..teamwork ist ja ein nicht ganz neues Wort und kommt nicht aus de Sport. Ebenso teambuilding u.ä. ..schon in den 70ern wurde all das diskutiert und hier und da angegwandt. Der Sport hat dann irgendwann Interesse entwickelt..und sehr spät in D. auch Einzug beim Profifussball erhalten. Ungeschützt und ohne Recherche, zähle ich einfach mal Rangnick und v.a. Kliensmann zu den populäreren ersten Vertretern dieser Moderniesung..bei uns.
Hoffe, das ist einigermaßen richtig


26. Dezember 2015 um 21:28  |  516181

..@jap–es gibt zu diesem Modell für mich keine Alternative. Im Grunde genommen, sind das heute ja sehr gründlich erforschte Dinge und Abläufe. Warum das nicht immer gleich gut klappt? weil es eben ein Modell ist, das, mE. heute nahezu alle kennen und vermutlich die allermeisten ähnlich anwenden. – Aber wie bei einem Tischler: es gibt gute, sehr gute Tischler und solche die schlecht sind..Hier haben Preetz, Dardai &co; co. aktuell sehr gute Arbeit geleistet
Und: weil die jeweiligen Einzelinteressen in den Teams beim moderenen Profifussball extrem sind und das Gefälle innerhalb einer Gruppe zu sehr viel Neid , Mißgunst..Konflikten führt. Oder das Glück die Gruppe verlässt..z.B. durch entscheidende Verletzungen an neuralgischen Stellen.- In dem Moment, wo das Schmieröl: das gemeinsame Erreichen von Zielen, in Gefahr gerät, ist das System im Gefahr, weil es eben nicht primär um das Spiel, Spass oder die Gemeinschaft geht, sondern am Ende um die Erfüllung des Interesses, Geld zu verdienen und eben zuletzt auch auch um Einzelinteressen ( Nationalspieler-Marktwertsteigerung, persönliche Karriere)
Im Grunde ist das Modell zwar konkurrenlos, aber eben auch endlich in der Wirkung. Auf einem Niveau wie bei Bayern München dem FC Barca..wo der Erfolg und damit alle anderen Komponenten nahezu immer gegeben ist, ist das S<stem nicht bedroht…
deshalb bin ich da vorsichtig..und warte ab, wie das alles in ein, zwei Jahren oder auch nur in 6 Monaten aussieht, bevor ich da mich festlege und dage..: wir haben das was Tolles gemacht. Gerade wir in Berlin haben das schon häufiger zu früh gefeiert..Ich auch: bei babble unLuhukay..andere bei Favre ..usw usf


Ursula
26. Dezember 2015 um 22:18  |  516182

# „Sehr gute Arbeit“

…Preetz und Dardai…

…als „Tischler“…?


Flämingkurier
26. Dezember 2015 um 22:26  |  516183

Sehr gut geschriebener Text alles genau auf den Punkt getroffen.
Phase 5 von Luhukay konnte man sehr gut in Belek im Januar beobachten.
Und ganz krass im wenn man das ganze mal vergleicht
Phase 2 unter Dardai in Schladming.
Ich hoffe die Jungs bleiben hungrig und Pal und sein Team haben auch immer noch einen Pfeil im Köcher wenn es mal nicht so läuft.


Bakahoona
26. Dezember 2015 um 22:51  |  516184

@#Sehr gute Arbeit – dieses Gleichnis ist doch leicht verständlich -wären beide Tischler, wäre die aktuelle Hertha ein super Tisch.


Stiller
26. Dezember 2015 um 22:59  |  516185

@jap_de_mos

Freue mich, dass Du das so gut und ausführlich besprochen hast. Klasse.

Eine Ergänzung hätte ich für Deinen letzten Satz: füge „kreativ“ im dialektischen Sinne ein und es könnte mit der nächsten Qualitätsstufe (ohne große Wermutstropfen) weiter gehen …

Frohe Feiertage.


kczyk
26. Dezember 2015 um 23:01  |  516186

allein teambuilding kann keinen erfolg garantieren.
wäre es anders würde es bedeuten, dass jeder mit seinen ihm eigenen unzulänglichkeiten alles erreichen könnte.
genauso wichtig wie teambuilding sind auch die ziele, für die es im training zu plagen sich lohnt.
die ziele dürfen nicht unerreichbar sein. schnell würde sich frust im team breitmachen und das team zerfallen. ziele haben sich auch nicht am schwächsten glied auszurichten.
was also kann das team gemeinsam erreichen !??
sodann stellt sich die frage, wofür.
geld (einkommen, marktwert) ist ein schlechter, ein nicht dauerhafter motivator. dauerhaft sind die fans eines vereins. schließlich können die fans schnell ein ganzes team verunsichern und alle arbeit im Bereich teambuildung zerschlagen.
was also erwarten die fans !??
nur wenn diese drei bereiche sauber aufeinander kalibriert sind, kann es zu keinem wertekonflikt kommen.

management, trainerstab und spieler haben offensichtlich diesen spagat erfolgreich geschafft.

es wird nicht gefordet, dass die mannschaft ins pokalfinale einzieht. es wird nur davon geträumt, dass dies möglich sein könnte.
und plötzlich leben alle für diesen traum – sie wollen es möglich machen.
daür lohnt es sich fan zu sein.


26. Dezember 2015 um 23:28  |  516187

Ergänzungen? Widerspruch? Jap_de_mos
26. Dezember 2015 um 21:12 | 516179

Zunächst meine Nachfrage:
Wer ist bei Hertha das Team?
Die Elf, die auf dem Platz kämpft?
Alle Spieler im jeweiligen 18er Kader?
Der gesamte Profikader mit allen Ergänzungsspielern?
Ich vermute, das Letztere.

Bis jetzt ordnen alle Ergänzungsspieler ihre Einzelinteressen dem Teamerfolg unter, zumindest werden keine Klagen öffentlich geäußert.

Wie kann man möglichst lange in der produktiven Phase bleiben?

Durch konsequente Erneuerung/Verjüngung des Kaders – Saison für Saison. Ob durch Neuverpflichtungen (Ausleihen?) oder Ausbildung eigener Spieler.

Hertha muss im kommenden Jahr mindestens 35 Pflichtspiele absolvieren, vermutlich mehr. Nicht alle Spieler halten diesen Belastungen stand.

Dardai hat mit seinem Trainerteam ein Spielsystem implantiert, welches jeden Ausfall eines Spielers bis dato gleichwertig oder besser ersetzen konnte. Solange dies weiterhin gelingt, kann die produktive Phase fortgeführt werden.


Opa
27. Dezember 2015 um 0:22  |  516188

Bei Opa wird´s zu den Feiertagen „fischig“:

#Teambuilding
Zunächst Kompliment an @jap_de_mos für den Erklärungsversuch, der dabei mit dem Teambuilding einen Aspekt beleuchtet. Auch auf die Gefahr hin, dass mir einige wieder Boshaftigkeit unterstellen, möchte ich dennoch ein paar Fragen zu diesem Erklärungsansatz stellen:

-Wenn das Teambuilding so entscheidend ist, warum hat es nicht schon früher stattgefunden?

-Warum waren die Vorgänger – unter Preetz immerhin 6 ohne Interimstrainer mit Favre, Funkel, Babbel, Skibbe, Rehagel, Luhukay – dazu nicht in der Lage?

-Was hat bei denen zu dem gefehlt, was Dardai jetzt hinbekommt?

Zusatzfragen (sofern mit Personenkonstellationen argumentiert wird, um mal vom unsäglichen Tischlervergleich wegzukommen):

-Welche belastbaren Persönlichkeitsmerkmale geben den Ausschlag?

-Wie lässt sich diese Erkenntnis für die Zukunft reproduzieren?

-Woran lag es, dass man nicht schon vorher diese Konstellation zusammenbekommen hat?

-Wie ist (ggf. strukturell) sichergestellt, dass wir bei einer sich anbahnenden Krise nicht wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen?

Jokerfrage, falls mit Finanzen argumentiert wird:

-Was hat Persönlichkeit und Charakter mit Geld zu tun?

Ich glaube, dass viele sich gerade vom Höhenflug blenden lassen. Hertha ist wie ein Hering im Mondenschein. Er glänzt, aber es könnte sein, dass er sehr bald den gewohnten, leicht „stinkigen“ Geruch annimmt.

#Spieltagszergliederung und TV Gelder
@Thomsone 19:43 h personifiziert meine Befürchtungen. Viele sind scheinbar schon so abgestumpft und willfährig, dass sie mit den Achseln zucken und sagen „ist doch eh schon zerfetzt, da kommt´s jetzt auch nicht mehr drauf an“. Das ist in meinen Augen nichts weiter als sich kampflos dem Schicksal zu ergeben. sky scheint im Privatkundenbereich ein massives Abonnentenproblem zu haben, ansonsten hätten sie nicht flächendeckend zu Weihnachten Bundesliga für 16,99 € verramscht, während die Kneipen mit mehreren hundert Euro monatlich derzeit böse bluten und in der fußballfreien Zeit kaum über die Runden kommen – wer´s nicht glauben mag, hier der Faktencheck: Für 100 qm konzessionierte Verkaufsfläche berechnet sky derzeit 779 €. Monatlich! Netto! Kann sich ja jeder ausrechnen, wie viele Bier verkauft werden müssen, damit nur das sky Abo refinanziert ist. Übrigens werben die heute schon mit täglichem Spitzensport, ganz ohne Montagsspiele!

Mir fehlt derzeit schlicht die Phantasie, wie sky oder ein anderer Rechtehändler 1 Mrd. € pro Spielzeit für die Bundesliga refinanzieren will, denn irgendwann ist die Schraube bei der cashcow der Wirte überdreht und die können sich dann aussuchen, ob sie mit oder ohne sky pleite gehen.

Könnte durchaus sein, dass am Ende des Bieterwettbewerbs ein gänzlich anderes Ergebnis steht und einige blöd aus der Wäsche gucken, z.B. nicht signifikant mehr Geld, aber signifikant mehr zergliederte Spieltage.

Könnte genausogut sein, dass das Paket zergliedert wird und man mehrere Abos braucht, um alle Spiele sehen zu können (so wie das große „Vorbild“ Premier League das heute schon handhabt).

Und schlussallerletzt könnten die hochtrabenden Träume zerplatzen, wenn die Bauern aus der Zentralvermarktung aussteigen und das Premiumprodukt Bundesliga auf das eingedampft wird, was es in seinem Markenkern ist. Da wären wir dann wieder beim glänzenden Hering und dem bald anstehenden Gestank.

#Und die Moral von der Geschicht…
…lass den Fisch alt werden nicht 😎

Auch wenn ich die Feiertage mit fiesem Männerschnupfen ans Bett gefesselt war, hab ich dennoch den durchaus hohen Feiertagen würdig gespeist. Fischfrühstück (Lachs, Matjes und Bismarck), Gänsebrust mit Rotkraut und selbstgemachten Klößen, Entenbrust mit Grünkohl und Bratkartoffeln, selbstgemachte Burger als Zwischenmahlzeit… Und das beste: Ich hab sogar abgenommen dabei 😎 Das dürfte dann aber eher am Männerschnupfen als am Essen gelegen haben. 😁

Und überhaupt: Wer Fisch nicht mag, mag auch Hertha nicht 😝


coconut
27. Dezember 2015 um 1:33  |  516189

Zunächst Glüchwunsch an @jap_de_mos .
Hast du fein gemacht… 🙂
Dennoch auch von mir einige Gedanken dazu.
Teambuilding ist, nach meiner Ansicht, nur ein Puzzlestück des derzeitigen Erfolges. Wie belastbar das Team-Gebilde ist, wird sich in der nächsten Krise zeigen. Und diese kommt ganz sicher…leider. Ein weiterer wichtiger Punkt (und imho der entscheidende) ist, das sich Erfolge einstellten. Denn ohne diese, würde das wohl nicht „so rund laufen“. Erfolg ist Motor der alles am laufen hält. Bleibt der aus, wird es hakelig…..
Genau aus diesem Grund genieße ich diese Zeit.
Würde der Erfolg nur am Teambuilding liegen, hätten „alle Erfolg“….. dem ist aber nicht so. Na gut, wir haben ja auch die 35% Glück gepachtet… 😆

Gute Nacht @all


27. Dezember 2015 um 2:03  |  516190

@kcyk..@Stiller..jo.
@bakoo..yo, einer der ganz gut aussieht und stabil erscheint. Ob er auch widrigen Verhältnissen trotzen kann, wird die Praxis zeigen


27. Dezember 2015 um 8:23  |  516191

@Opa #Spieltagszerfledderung

Ich bin in vielen Punkten bei dir, vor allem in dem, dass Sky nur mit ihrern Abos nicht das erwirtschaften kann, was die Bundesliga erwartet.
1 Mrd ist eine Hausnummer von der Rummenigge und die DFL träumt, Sky wird das nach meinem Empfinden mit ihren knapp 3 Mio Abonnenten nicht erwirtschaften. Werbung ist bei Sky zwar häufig und nervig, aber ist für die Kunden aufgrund der geringen Verbreitung nicht wirklich interessant.

Was bleibt also?
Der „englische“ Weg, wo man 2 Abo’s braucht (Sky + BC) und dann auch noch für Topspiele extra löhnt?
Eine dezentrale Vermarktung, wie sie die Spanier leben?
Ich denke das grosse Problem von Premiere, Sky, Arena usw usw ist, dass Deutschland kein Pay-TV Land ist und es den Kunden nicht zu vermitteln sein wird, wenn die Preise nochmal hochgehen.
Sky wird nicht umhin können, seine Strukturen zu überdenken, wenn sie attraktiv bleiben wollen und sich mehr und intensiver um das Internet kümmern muss.
Hinzu kommt ja, dass von den 3 Mio Abonnenten ein gewisser Anteil Sky nicht wegen Buli oder CL hat, sondern wegen Formel 1, Golf, oder Filmen.
Ich befürchte, dass das Szenario welches wir hier besprechen, nur ein erster Schritt in die Verhandlungen sein wird.
Die Sportschau wird dran glauben müssen und die Regionalsender und das AS werden ebenfalls zurückgestutzt werden.
Am Ende wird ein deutlich höherer Erlös nur über das Monopol für Sky möglich sein.


elaine
27. Dezember 2015 um 8:31  |  516192

@super Jap_de_mos ein sehr gelungener Beitrag!

das Tuckman System hast du gut auf Hertha umgesetzt, bisher ist auch alles gut gelaufen und es waren so gut , wie keine Teambuildingmaßnahmen nötig, unsere Trainer sagen doch , dass sie von Teambuilding Maßnahmen nichts halten? 🙂
Teambuildung soll doch im im Fußball, wie überall eher automatisch ablaufen und es gibt ein paar Eingriffmöglichkeiten (ich glaube, dass sind die Spiele, die von denen die Trainer nicht mögen 😉 , gemeinsames Essen geht gerade noch, aber die Stimmung passt eben auch ) ) um gutes Klima zu erzeugen, was Tuckman analysiert hatte,
Plattenhard konnte in der HR seine Position beispielsweise nicht ins Team finden, weil er aufgrund von Verletzungen draußen war.
Wenn die Mannschaft nun viele Verletzte hat wird das schwer, weil im Fußball wohl immer noch der Erfolg die Sicherheit bringt
Dardai hat sich schnell mit der Durchsetzung der Abgänge Respekt verschafft, die aber eher leistungsmäßig begründet waren oder auch persönliche Gründe hatten.
Jedenfalls ist auch aufgrund der guten Transferpolitik und des riesigen Erfolges die Stimmung bisher richtig gut und möge auch so bleiben und wenn nicht gibt es Teambuildungspiele


wilson
27. Dezember 2015 um 9:16  |  516193

@japdemos
Ein interessanter Text, der mich nachdenken lässt, inwieweit Teambildung heute – weg vom Fußball, hinein in den deutschen Arbeitsalltag – angesichts einer steigenden Zahl von Mitarbeiter-Home-Offices vielleicht nicht neu, dennoch anders definiert und umgesetzt werden müsste.


Opa
27. Dezember 2015 um 10:16  |  516194

#Fernsehgelder
@backstreets: Wenn Sportschau & Co. dran glauben müssen, muss dieser nicht ganz unwesentliche Teil (bislang sicher weit über 100 Mio. €) ja auch von sky refinanziert werden.

sky zahlt derzeit rund 486 Mio. € (von 628 Mio. € gesamt) pro Saison. Sky kann das derzeit nur über „Raubrittertum“ bei den Wirten und ein bißchen „Kleckerwerbung“ refinanzieren. Wenn die nun 800 Mio. bis 1 Mrd. € bieten sollen, stellt sich die Frage, ob das seriös abbildbar ist. Nach meiner Einschätzung mit dem jetzigen Modell sicher nicht.

Was also dann? Bleibt ja nur der Weg, wie wir ihn schon skizziert haben, wobei es wahrscheinlich eine Mischung verschiedener Kröten sein wird, die am Ende wir Fans schlucken müssen. sky macht die „Basisversorgung“. Sportschau & Co. später, kürzer und weniger. Über Internetrechte geht sicher noch eine ganze Menge (sky go für alle? – oder steigt amazon/google/Apple ein?). Topspielzuschläge sowieso, wobei zu befürchten ist, dass es eine Menge Topspiele geben wird. Am Ende sind wir als „Konsumenten“ die Gelackmeierten und werden den Mist auslöffeln müssen.

ABER: Bekommen wir dafür auch besseren Fußball?

Ich habe da erhebliche Zweifel. Das Geld wird wohl eher in den manikürten Griffelchen einiger Eliten versickern, Spieler, Berater, aber auch sog. „Journalisten“ (die eher PR Leute und Spindoctors als Berichterstatter sind), Verbände und Vereine werden sich an dem „Schuss“ kurzzeitig mit weißem in den Augen ergötzen wie ein Junkie beim erlösenden Schuss, aber was bleibt für uns Zuschauer?

Das Bier in der Sportsbar wird teurer werden, genauso das Privatabo, man wird uns schröpfen, denn Murdoch & Co. wollen ein profitables Investment. Jeder, der dieses Spiel mitspielt, hält die Spirale am Laufen und trotz seltenem Fernsehkonsum nehme ich mich selbst da nicht aus.

Und nun? Ist der Schicksalsweg hin zu Investorenclubs unabwendbar? Bekommen wir langfristig eine Operettenliga nach amerikanischem Vorbild ohne Abstieg, mit austauschbaren Spielorten mit einem Spitzenspiel Bayern Frankfurt gegen Borussia Berlin? Meine schlimmsten Alpträume würden wohl wahr werden.

Oder gibt es über die Rückbesinnung zu Sportclubs ein Revival auf leisen Sohlen? Werden plötzlich Vereine und Spiele in Regional- und Landesligen attraktiver? Ganz ohne oder mit ganz wenig Fernsehen? Mit Omis Kuchenstand und echter Bratwurst vom echten Grill mit Bier aus einem richtigen Glas?

Man mag mich – hier selbst von „höchster“ Stelle – als „Romantiker“ verspotten, aber wenn Fußball NUR NOCH Operette und Unterhaltungsindustrie ist, dann ist es Zeit, Abschied zu nehmen und sich frei zu machen.


27. Dezember 2015 um 10:59  |  516195

@Opa

Ich denke du überzeichnest da ein Wenig, aber die Haupt-Crux dürfte in der Tag in der Refinanzierung von Sky liegen, WENN sie weiterhin Bundesliga anbieten wollen.
Schon jetzt ist Sky hochdefizitär und mit erheblich steigenden Kosten dürfte sich das nicht ändern.
Nur mit Abos wird es in Deutschland nicht funktionieren und weniger Abos bedeuten weniger Werbeeinnahmen, hier beisst sich die Katze in den Schwanz.
Bin gespannt, wie man das löst. Die weitere Zerteilung des Spieltages wird nicht die Lösung aller Fragen bedeuten, schon gar nicht, wenn die Auswärtsfans dann daheim bleiben müssen


Opa
27. Dezember 2015 um 11:02  |  516196

Man stelle sich einmal vor, sky steigt aus dem Bieterverfahren aus. Und da sagst Du, ich würde überzeichnen 😂


Herthas Seuchenvojel
27. Dezember 2015 um 11:18  |  516197

und nu?
geht der eine, kommt der andere
http://www.welt.de/wirtschaft/article150336797/Amazon-Chef-interessiert-sich-fuer-Bundesliga-Rechte.html
Sparen gilt nicht nur die Schwaben, sondern auch für andere germanischer Völkerstämme
wenns rein aus den Ligaetaterlösen gegangen wäre, hätten sowohl Dortmund als auch Bayern never CL-Sieger oder wenigstens Finalist werden dürfen
@Dan: dichte mir bitte keinen Buzzer an, ich bin zu übermüdet und ko, dem heute noch nachzugehen

PS: über Getränkeschlüssel etc. gerne morgen
wer mit ner 10 Barhockerkneipe meint, sich das skypaket leisten müssen, hat betriebswirtschaftlich eh nur Stirntippen verdient


Opa
27. Dezember 2015 um 11:41  |  516198

Manchmal müsste man Schilder aufstellen:

„Achtung! Axt im Walde im Gange“

@Seuche: Warum bist Du so auf Krawall gebürstet? Weihnachtsstimmung schon vorbei? Zu viel rotes Fleisch?


Herthas Seuchenvojel
27. Dezember 2015 um 11:49  |  516199

hääh?
ich versuch dich explizit rauszulassen um den nächsten Krawall zu vermeiden, aber wenigstens teilweise inhaltlich einzugehen
ich hatte schon gestern abend erhebliche Bauchschmerzen zwecks des dahingeworfenen Textes, wollte aber da noch komplett Ruhe halten
sky & Co bzw. deren Möglichkeiten sollte man (ausgerechnet) in Deutschland differenzierter sehen

so, nachti, 29 h am Stück sind genug


Papa Razzi
27. Dezember 2015 um 11:56  |  516200

@Jap
Schöner Text zu einem der wichtigsten Erfolgsfaktoren in Beruf und Sport.

@Apo
Der einzig wahre Vorreiter des Teambuildings war doch eigentlich Sepp Herberger: “Elf Freunde sollte ihr sein!“
Das sind zwar nur fünf Worte aber es steckt sooo viel dahinter.


27. Dezember 2015 um 13:01  |  516210

„Nach fest kommt lose.“
Das gilt für jeden Anbieter, der zu heftig an der Preisschraube dreht.


27. Dezember 2015 um 15:16  |  516225

@Opa
Überzeichnen meinte ich eher bezogen auf Operettenliga usw.

Was soll denn passieren, wenn Sky aussteigt? Die Buli wird die Rechte für weniger als erhofft an einen anderen Bieter geben und Sky wird nur noch CL übertragen.
Für beide ist das keine erstrebenswerte Situation.

Was macht denn die Bundesliga, wenn sich Amazon die Rechte sichert und das komplett NUR noch über das Web anbietet?
Da können sich die Herren Bundesligamanager mal fragen wie sie das ihren Werbepartnenr erklären


Exil-Schorfheider
27. Dezember 2015 um 15:51  |  516229

@backs

Irgendwie arbeitest Du mit alten Zahlen und Daten.
Sky hat mittlerweile über vier Mio Kunden und legt zumindest beim operativen Gewinn zu.

Ebenso werden in Spanien die TV-Rechte ab 2016/17 zentral vermarktet.

http://m.sport1.de/internationaler-fussball/primera-division/2015/04/spanischer-fussball-vermarktet-tv-rechte-ab-2016-17-erstmals-zentral

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