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Donnerstag, 23.6.2016

Vielleicht nervt mich zuviel

(ub) – Noch sechs Tage bis zum Trainingsstart am 29. Juni. Für Eure Lebensplanung: Am kommenden Mittwoch gibt es keinen Hokuspokus bei Hertha. 10 Uhr ist Auftakt – dann geiht dat los.

Test gegen Al-Jazira FC

Neu in der Planung : Anfang August ein Testspiel im Amateurstadion. Gegner am 6. August ist Al-Jazira FC aus Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Emirate (18 Uhr – Hintergründe). Habe mich bei Hertha erkundigt. Es geht nur um ein Freundschaftspiel wurde mir gesagt. Hinter der Begegnung stehen keine Investoren- oder Sponoren-Hoffnungen.

Weiß es gerade nicht: Ist es das erste Mal, dass Hertha gegen einen Gegner aus den Emiraten antritt? Hat einer von Euch den Überblick?

Heute (und morgen) gibt’s in Frankreich bekanntlich keine EM-Spiele. Zeit, um noch einmal einen Eurer Beiträge einzustellen, die Ihr uns für die fußballfreie Zeit geschrieben habt. Möchte mich bedanken, auch im Namen der Kollegen, dass Ihr so vielfach und zu vielfältigen Themen tätig geworden seid. Danke.

Jetzt am Start jemand, der hier sehr selten schreibt. Und überhaupt noch nicht so lange mit dem Hertha-Zirkus vertraut ist. Aus der Serie „Besser schreiben mit Immerhertha“ … Tusch und Trommelwirbel …

Man geht nicht vor dem Ende

Von @Jan

Ich fürchte, ich schweife ab. Obwohl ich immer gerne einen kleinen Komplex vor mir her trage, weil ich ja erst seit kurzem mit dem Hertha-Virus infiziert bin, gehe ich nicht nur auf dieser Saison mit stolzer Brust hinaus. Es war auch die Mitgliederversammlung, so blöd es klingen mag, die mich zum vom Trainer öfters zitierten „stolzen Herthaner“ werden lässt. Dazu später mehr.

Wie kommt man(n) eigentlich mit Mitte 30 zur Hertha? Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass damals die Zeichen für eine Liaison zwischen der Alten Dame und mir eher schlecht standen. Die Eltern mit Migrationshintergrund (Mettmann bzw. Halle/Saale), Vater eher desinteressiert und mit Sympathien für eine der Fortunas (wird später noch wichtig) und Hertha tingelte in den relevanten Jahren fleißig zwischen  Zweiter Liga und Amateur-Oberliga. Als ich mein erstes Paninialbum in der Hand hatte, war Hertha gerade wieder aus der Zweiten Liga abgestiegen.

Flucht vor dem Ball

Außerdem verlor ich schnell mein Herz an den Basketball, allerspätestens nach Barcelona 1992 drehte sich alles nur noch um Körbe. Zwar war ich immer ein fleißiger Turniergucker, erinnere mich noch an die Tränen der kindlichen Verzweiflung, als das Finale in Mexiko verloren ging, aber mehr war da auch nicht. In der E-Jugend eines Kreuzberger Vereins, der hier sicher lieber ungenannt bleiben möchte, war ich vor allem mit der Flucht vor dem Ball beschäftigt.

 

Nur ein Spiel der Hertha hatte ich bis dato gesehen. Über die Arbeit bekamen wir Tickets für die Ehrentribüne, aber alles was ich noch vom Spiel in Erinnerung habe, ist das geltende Pfeifkonzert aus der Ostkurve. Ich glaube das Spiel endete mit einem Unentschieden, aber es war kein Ereignis, das Lust auf mehr gemacht hätte. Trotzdem tat es mir natürlich leid, dass Hertha abstieg. Ich weiß nicht einmal mehr, wer damals der Gegner war, obwohl das Stadionheft (das vermisse ich) noch irgendwo bei mir rumfliegt. Ich tippe auf Nürnberg oder Lautern. Irgendwas mit Zweiter Liga. Der Hertha-Virus hatte mich klar verfehlt. Das sollte sich bald ändern.

Hörsturz in der S-Bahn

So fand ich mich mit meiner damaligen Freundin (heute Frau) und ihrer Familie (heute Schwiegervater, Schwager und Schwägerin) im Olympiastadion wieder. Hertha hatte den Wiederaufstieg bereits gesichert, was mir an dem Tag in der S2 nur durch die besoffenen Teenager, die dem gesamten Waggon mir ihrem Gegröhle einen kollektiven Hörsturz bescherten, auffiel. Auch ein Grund, ich hatte Herthafans bisher nur als besoffene Menschen erlebt, die die Bahn verstopfen. So saßen wir also am letzten Spieltag der Saison 2012/2013 irgendwo im Oberring in der Kurve und ich wollte einfach nur weg.

Alles war für mich befremdlich. Die umsitzenden Raucher, die Schals, die Musik. Ich fand alles komisch. Das Spiel war auch nicht so prall, mit Mühe quälte sich die Mannschaft von Josef Luhukay zu einem Unentschieden, nachdem sie zur Halbzeit noch mit 0:1 hinten lag. Aber die kurze Ansprache des Trainers hat mich doch irgendwie berührt. Und meine Frau wirft mir heute noch vor, wie affig ich mich an den Tag aufgeführt habe.

Historischer Sieg gegen Braunschweig

Was dann passiert ist, kann ich gar nicht genau sagen. Ich weiß nur, dass wir ein paar Mal zum Mitglieder-Spieltag im Olympiastadion waren und ich langsam Gefallen fand. In einem Spiel, in dem wir auf der anderen Seite des Marathontors saßen, fiel mir auf, wie schön der Blonde von Hertha da ackert, oder wie ich es damals formulierte „hustled“. Wie heißt der, Skjelbred? Gut, den mag ich jetzt. Ich glaube, ab der Rückrunde waren wir bei jedem Heimspiel außer gegen Bayern.

Plötzlich war ich Mitglied, hob stolz und wie selbstverständlich meinen Schal und schrie, schimpfte und jubelte. Ich bekam auch den einzigen Heimsieg der Rückrunde gegen Eintracht Braunschweig mit, historisch daher mein einziger Heimsieg in einer gesamten Halbserie.

Sippel an der Pin-Wand

Dann haben wir uns Dauerkarten gekauft. Wir sind seitdem zu dritt, meinen Schwiegervater konnten wir auch überzeugen. Die erste Saison verlief bekanntlich nicht sehr erfolgreich. Aber wir sind immer bis zum Ende geblieben. Als es gegen Hoffenheim 0:5 stand, es arschkalt war und viele das Stadion verließen, sagte meine Frau:

„Wir gehen nicht. Man bleibt immer bis zum Ende.“

In guten wie in schlechten Zeiten. Ich hatte danach zwar ein halbes Jahr lang ein Foto des Herrn Sippel an meiner Pinnwand im Büro und habe ihn verflucht, aber wir sind noch nie früher aus dem Stadion gegangen.

Vor oder nach der Pause auf Toilette?

Ich verstehe auch nicht die Menschen, die so etwas tun. Neulich im Podcast beschwerte sich ein Herr über Fans, die in der 35. Minute bereits zu den Toiletten oder den extrem langsamen Kiosken gehen. Aber ich bin einer von ihnen. Lieber verpasse ich ein paar Minuten der ersten Halbzeit als die ersten Minuten der zweiten Halbzeit. So geschehen in meinem ersten Heimspiel als Dauerkartenbesitzer, bei dem ich drei Tore verpasst habe. Zum Glück hat Pál Dárdai die Mannschaft dann noch gerettet.

Zur neuen Saison zogen wir zwei Blöcke weiter zu unseren Freunden, wo wir uns noch wohler fühlen. Ob das an den Leuten oder an der Saisonleistung liegt, kann ich gar nicht sagen. Ich musste mich erst an das Gefühl gewöhnen, glücklich aus dem Olympiastadion zu kommen. Wir sind gar zum ersten Spiel der Saison nach Augsburg gereist, weil meine liebe Schwägerin im Münchener Exil lebt. Dieses Spiel in Augsburg hatte noch den Charakter der Vorsaison, mit viel Kampf und wenig Spiel.

Die gute Fee und das Erstgeborene

In den folgenden Wochen und Monaten wurde es immer besser. Im letzten Spiel der Hinrunde stand ich in der zweiten Halbzeit einfach nur da und war glücklich. So ein schönes Spiel. Deshalb weigere ich mich standhaft, mit der ablaufenden Saison unzufrieden zu sein.

All‘ die Menschen, die sich beschweren, sollten sich mal fragen, ob sie etwa nicht nach dem letzten Spiel der Vorsaison in Hoffenheim einer guten Fee sofort mit Freude ihr Erstgeborenes versprochen hätten, wenn sie mit Platz 7 gelockt hätte.

Das Gemecker nervt

Statt zu schimpfen, sehe ich alles als gestaltbar an. Hertha ist nicht schlecht auf den Außen, es gibt dort lediglich noch Verbesserungspotenzial. Dieses für Berlin typische Gemecker nervt mich ungemein.

Aber es nervt mich auch, wenn mein Schwager, der einen anderen Verein favorisiert, ständig über diesen schimpft und die Spieler als Idioten und überbezahlte Nichtskönner bezeichnet. Vielleicht nervt mich aber auch zuviel.

Der Zauber, ins Stadion zu gehen

Aber für mich ist es noch ein Zauber, ins Stadion zu gehen. Ich hoffe das bleibt so. Egal wie die Mannschaft gerade spielt.


148
Kommentare

hurdiegerdie
23. Juni 2016 um 17:28  |  547852

Gold


HerthaBarca
23. Juni 2016 um 17:51  |  547855

Ha


23. Juni 2016 um 17:53  |  547856

Hallo Jan

Willkommen im Club ☺

Sehr interessant, deine Ausführungen, wie man auch zu einem Hertha Fan wird. Wünsche Dir noch tolle Aufenthalte im Olympiastadion.
Und wenn Hertha dich mal wieder enttäuschen sollte, sauge einfach mal die einmalige Atmosphäre unseres Stadions in dich auf. Das entschädigt. Ein bisschen 😉


hurdiegerdie
23. Juni 2016 um 17:57  |  547858

Ja @Jan,

sehr nett geschrieben (und ich gehe auch immer kurz vor der Pause, damit man noch ein Bier bis zum Anfang der zweiten HZ bekommt) 😉


23. Juni 2016 um 17:59  |  547859

Hurdiegerdie

Haste die erste Neuverpflichtung unserer Zweitligisten Ballsportart mitbekommen?


HerthaBarca
23. Juni 2016 um 18:01  |  547860

Danke Jan, wir gehen auch nie früher. Manchmal genießen wir noch die Stadionrunde. Mit ein bisschen Glück kann man auch ein Trikot – wie ich nach dem Spiel gegen S04 – abgreifen! Da ich kein Bier trinke, sehe ich sogar die 1. HZ komplett! 😜


HerthaBarca
23. Juni 2016 um 18:02  |  547861

fg
23. Juni 2016 um 18:02  |  547862

Ich finde den Peyton Siva von der Beschreibung her erstmal interessant, und den Caki ebenso.


hurdiegerdie
23. Juni 2016 um 18:04  |  547863

moogli
23. Juni 2016 um 17:59 | 547859

Nee iss ja nen Ding. Klingt gut der Mann, ich kenn ihn aber nicht. Den Trainer übrigens auch nicht.

Danke


elaine
23. Juni 2016 um 18:05  |  547864

@Jan

wenn man nach so vielen anfänglichen schwierigen Erlebnissen, doch zu Hertha findet, ist das eindeutig Schicksal 😉
Und das Schicksal meint es da gut mit dir, auch wenn @Dan immer sagt:
„Herthaner kommen alle in den Himmel, denn die hatten die Hölle schon auf Erden“


Blauer Montag
23. Juni 2016 um 18:06  |  547865

elaine
23. Juni 2016 um 18:07  |  547866

HerthaBarca 23. Juni 2016 um 18:02

danke, schöner das ist ein schöner Artikel!


23. Juni 2016 um 18:10  |  547867

Wieso schreibt mein Teil „Zweitligist“ wenn ich „zweitliebsten“ schreibe ??? 😩


hurdiegerdie
23. Juni 2016 um 18:12  |  547868

elaine
23. Juni 2016 um 18:07 | 547866

Schreibt man das erste „schöner“ nicht gross?


Blauer Montag
23. Juni 2016 um 18:12  |  547869

Dein Teil ist deine bessere Hälfte moogli 1810?


Exil-Schorfheider
23. Juni 2016 um 18:13  |  547870

@moogli

Weil das Wort Bestandteil Deines erstliebsten Ballsportveteins ist? 😅


elaine
23. Juni 2016 um 18:13  |  547871

hurdiegerdie 23. Juni 2016 um 18:12

oh peinlich, eigentlich am besten gar nicht 😉

Es ist zu heiß und ich gehe lieber schnell wieder weg


elaine
23. Juni 2016 um 18:34  |  547873

elaine 23. Juni 2016 um 18:13

aber im Grunde schon 🙂


Blauer Montag
23. Juni 2016 um 18:38  |  547874

Für hurdie und alle Freunde der deutschen Rechtschreibung.

http://www.alt-codes.net/german_alt_codes/
Drückstu: alt + 225 im Nummerblock = ß


Blauer Montag
23. Juni 2016 um 18:41  |  547875

Baguette macht nett,
Sushi macht wuschi.

Lakritz macht spitz,
Döner macht schöner.
……….
♫ ♪ https://www.youtube.com/watch?v=aJDr95C5oNI&index=4&list=PLalh1vP8ibccAH6LNyUS5y_o9eyWdJ8qX


23. Juni 2016 um 18:55  |  547876

Nein BM, ich schreibe noch selber…..

Und NEIN Exil, das gehört ja hoffentlich der Vergangenheit an!


Sir Henry
23. Juni 2016 um 19:48  |  547880

@Jan

Der Herr aus dem Podcast bin ich. Abgesehen davon, herzlich Willkommen. 🙂


Sir Henry
23. Juni 2016 um 19:50  |  547882

Komisch. Musste beim Lesen der Kommentare an Troubadix denken?


HerthaBarca
23. Juni 2016 um 19:58  |  547884

@Sir
…welchen Baum nehmen wir, Seil bringe ich mit!


pathe
23. Juni 2016 um 20:00  |  547886

@Sir
Ich auch…. Aber so was von!!


hurdiegerdie
23. Juni 2016 um 21:28  |  547887

Das Blöde an euch immerherthanern ist, dass ihr weder zart noch romantisch seid.


randberliner
23. Juni 2016 um 21:47  |  547888

@Sir Henry

Ist Twitter down oder warum postet du deine selbstverliebten Beiträge hier? Poste doch mal etwas über Doping. Das Thema erhält hier ja leider kaum Beachtung.


hurdiegerdie
23. Juni 2016 um 21:56  |  547889

Da hat jemand einen Kü’bis an die ‚übe gek’iegt.


U. Kliemann
23. Juni 2016 um 22:04  |  547890

Nach 2 Tagen ohne Internetanschluß,und
immer wieder mit Versatelaussetzern, die
Asterix Vorschläge haben schon was.


Freddie
23. Juni 2016 um 22:24  |  547891

Am ‚ande von Be’lin?


U. Kliemann
23. Juni 2016 um 22:33  |  547892

Im übrigen bin ich der Meinung Asterix
ist romantik pur !


HerthaBarca
23. Juni 2016 um 22:43  |  547893

‚omantik?


hurdiegerdie
23. Juni 2016 um 22:44  |  547894

Zurück zum Thema Doping.

Wer rast, der rostet. Merckx dir


Sir Henry
23. Juni 2016 um 22:52  |  547895

Zabel doch hier nicht so rum.


hurdiegerdie
23. Juni 2016 um 22:54  |  547896

Sir Henry
23. Juni 2016 um 22:52 | 547895

Der ist nicht aus Asterix!
Dit güldet nich.


Sir Henry
23. Juni 2016 um 22:57  |  547897

Stimmt. Kirk Douglas war dabei. Aber war der gedopt?


Agerbeck
23. Juni 2016 um 23:03  |  547899

Ich gehe mir jetzt die Zähne putzen mit der neuen Zahnpasta von Dr. Baumann.

N8i


U. Kliemann
23. Juni 2016 um 23:04  |  547900

Jeder gute Schauspieler dopt ! Ich denke nur an
H. Juhnke und das war legal.


hurdiegerdie
23. Juni 2016 um 23:06  |  547901

Nur bei Spartacus.


dewm
23. Juni 2016 um 23:16  |  547903

Großartiger Beitrag @JAN!

Richte DEINER großartigen Frau (RESPEKT!) aus, wegen solcher Einstellung von zu vielen ECHTEN Herthanern sind U- und S-Bahn Samstags gegen halb- dreiviertel sechs immer so voll! Nur unter uns: Im Preußen findet sich dann der eine oder andere Platz. Und die Stimmung ist selbst nach einem 0:5 im trüben Dezember großartig, wenn Bolly einen beim betreten des Raumes anstrahlt. Sind ja Berliner!


hurdiegerdie
23. Juni 2016 um 23:56  |  547904

Ja @Jan, dein toller Beitrag ist leider beim Flachsen untergegangen.

Ich weiss gar nicht, wann und ob ich Hertha-Fan geworden bin. Ich weiss, es ist über 46 Jahr her (muss so 1969 gewesen sein), dass ich zum ersten Mal ins Stadion gegangen bin.

Immer alleine, ohne Papa, Opa oder Onkel. War nie ein Ding in meiner Familie. Ich mochte es einfach, aber ich mochte immer Sport schauen. Ich habe auch im Fernsehen Ost-Fussball gesehen, oder alles was Sport war. Ich war als Kind schon Diktator in der Familie. Samstag um 18 Uhr trauten sich nicht mal meine Eltern den Fernseher für etwas anderes anzumachen.
Aber mehr noch wollte ich ins Stadion (auch in die Halle, DTV, Schlittschuhclub).

Ich bin auch fremdgegangen. Es gab einen alten Herrn, der ein paar Jungs Fahnen, Tröten und Eintritt bezahlt hat (keine Hintergedanken) — für TB. Da bin ich auch zu TB gegangen. Ich war einfach froh, ins Stadion zu können, auch für TB oder Blau-Weiss und Geld war ja nie da.

Nach einer Pause, bin ich erst wieder richtig verückt geworden (und dann besonders Hertha, weiss der Teufel warum), als ich nicht mehr hingehen konnte (Umzug in die Schweiz).
Ich weiss auch nicht, wie diese Sucht wirkt.


Stiller
24. Juni 2016 um 0:27  |  547905

dewm
24. Juni 2016 um 0:53  |  547906

Schlagzeile SPON gegen 0:45 Uhr:

„Erster Wahlkreis ist ausgezählt – Gibraltar gegen Brexit“

@KAMI: Du hängst doch schon wieder in Südspanien ab. ODER?


Herthas Seuchenvojel
24. Juni 2016 um 2:45  |  547907

sunny1703
24. Juni 2016 um 5:31  |  547908

Guten Morgen die briten erneut auf dem Weg zu einer Überraschung?!
Erst ihre hooligans, dann ihre Mannschaften und nun liegt brexit im Augenblick knapp vorne.
Das wäre nicht nur eine Niederlage für die EU und für Cameron sondern auch für die PL die sich eindeutig für den verbleib ausgesprochen hat.
Doch selbst wenn wie letztens in Österreich das Endergebnis noch anders ausfällt, mit diesem knappen Ausgang wird anschließend die Brüsseler EU nicht mehr dieselbe sein.
Interessant übrigens auch für erwähnte Österreicher, sollten die Wahlen dort wiederholt werden müssen.

Sorry für OT

LG sunny


Joey Berlin
24. Juni 2016 um 6:38  |  547909

Moin,

kein guter Morgen… 🙁

Mit diesem Brexit wird die EU um eine entscheidende kritische Stimme ärmer. Ein schwerer Rückschlag für alle Europäer, die auf mehr Subsidiarität, Rückbesinnung auf nationale Befindlichkeiten, Eigenständigkeit und weniger Zentralismus hoffen. Das UK lässt uns mit den Junkers, Schulzes, Asselborns usw. allein in der EU. Das Problem Europas sitzt in Brüssel.

Stimmungsbild im Mai aus dem Lager des Rock ’n‘ Roll.
(Mick Jagger denkt ähnlich…)

Won’t get fooled again: The Who frontman Roger Daltrey backs Brexit and calls EU leaders ‘bunch of f***ing useless w***ers’

the EU is a “wonderful idea”, but attacked Brussels bureaucrats for the way it has expanded, saying “they kind of sneakily crept in on us”.

https://www.thesun.co.uk/archives/politics/1165852/wont-get-fooled-again-the-who-frontman-roger-daltrey-backs-brexit-and-calls-eu-leaders-bunch-of-fing-useless-wers/


24. Juni 2016 um 7:14  |  547910

Denn sie wissen nicht was sie tun. …….


fechibaby
24. Juni 2016 um 7:16  |  547911

Wann dürfen wir Deutsche über einen EU-Austritt abstimmen?
Hier wären mit Sicherheit noch mehr als in England für einen Austritt!


Kamikater
24. Juni 2016 um 7:20  |  547912

@Jan
Vielen Dank für diesen äußerst angenehmen und gut geschriebenen Artikel! Dieser hebt sich wohltuend von den üblichen, dem „ewig drohenden Untergang“ geweihten Gedanken vieler mental negativ belasteter Herthaner ab! Mehr von dir!


Freddie
24. Juni 2016 um 7:53  |  547913

Man sollte zu einem Wochenendtrip nach London fahren.
So billig war’s bei diesen Kursen noch nie.

@Jan
Schöner Artikel, der gestern wie @hu’die schon schrob wegen der Chelmereien nicht genügend gewürdigt wurde.
Sehr wohltuend unaufgeregt.
Kann mich zwar an mein erstes Mal bei Hertha erinnern (1:1 gg Bayern, Tore durch Müller und Brück), war aber noch nicht infiziert. Das wurde erst allmählich (wie bei dir) immer schlimmer und ging immer häufiger ins Oly.
Meine erste DK hatte ich wegen Favre geholt und seitdem bin ich eben plemplem was unsere alte Dame angeht.


Exil-Schorfheider
24. Juni 2016 um 8:04  |  547914

Weil es zum aktuellen Thema gehört:

http://www.transfermarkt.de/brexit-welche-folgen-hatte-ein-eu-austritt-fur-britische-klubs-/view/news/236517

——————————————————————————–

@Jan

Super Beitrag!


HerthaBarca
24. Juni 2016 um 8:21  |  547915

@freddie
Nö, die wollen uns nicht – also bekommen sie auch nicht mein Geld! Sie können alleine ja alles besser. 😎


24. Juni 2016 um 8:23  |  547916

@Exil

Und was soll die Premier League davon abhalten die Regelungen so zu gestalten, dass weiterhin ausländische Profis in der Liga spielen?


Freddie
24. Juni 2016 um 8:25  |  547917

@barca
Ach komm. Die Londoner waren dagegen.
Moralische Unterstützung im Pub leisten.


Kamikater
24. Juni 2016 um 8:27  |  547918

http://www.weltfussball.de/news/_n2289913_/brexit-gut-100-kicker-muessten-gehen/
Hier noch einmal etwas anders beschrieben, welche Folgen der Brexit für die FA-Spieler bedeuten könnte, wenn keine Sonderregelungen gefunden würden.

Bin gespannt, wie sich der Brexit auf die Touristenzahlen und die Flugbewegungen auf Berlin auswirkt. Dütfte nach der vor kurzem erst gestarteten Initiative der BA sicherlich stark zurückgehen.


Exil-Schorfheider
24. Juni 2016 um 8:37  |  547919

@sir

Weiß nicht.
Es ging ja um den Ist-Zustand. 😉


HerthaBarca
24. Juni 2016 um 8:40  |  547920

@freddie
Okay, aber vor dem Anstoßen im Pub fragen ob pro oder contra! 😜


Freddie
24. Juni 2016 um 8:54  |  547921

@barca
Pro = Schaum aufm Bier
Contra = Flüssigkeit bis zum Rand

Und das Wembleytor war NICHT drin !


24. Juni 2016 um 9:10  |  547922

@Exil

Na ja, die geltenden Verträge werden ja nicht von heute auf morgen gekappt. Haben ja ein paar Jahre Zeit, sich was auszudenken.


kraule
24. Juni 2016 um 9:45  |  547923

#Brexit

Eines muss man anerkennen:
Kann sich jemand eine Volksabstimmung, dieser Art,
bei uns vorstellen?
Kann man sich weiter vorstellen, dass Parlamentarier
ihr Mandat anzweifeln, weil sie zu 75% gegen den Brexit waren und
sich nun nicht mehr als Die verstehen, die Volkes Wille vertreten?
Die Engländer sind die Spandauer Europas.
Ich bedauere den nun anstehenden Austritt,
aber ziehe meinen Hut vor dem Demokratieverständnis der Briten!


Freddie
24. Juni 2016 um 9:52  |  547924

Na ja…
Bei Volksbefragungen sind Populisten mit vermeintlich einfachen Lösungen immer im Vorteil.

Auf BBC hat übrigens grad ein Ausstiegsbefürworter zugegegeben, dass man sich bei den Kosten verrechnet habe. Geht um Schlappe 350 Mio £ pro Woche für Gesundheitssystem


24. Juni 2016 um 9:55  |  547925

Was mich erschreckt

Gegen den Verbleib in der EU haben zuvorderst die Älteren gestimmt.
Die, die es meiner Meinung nach eigentlich besser wissen müssten.


Herthas Seuchenvojel
24. Juni 2016 um 9:57  |  547926

japp
besonders bei schwierigen Anteilen & Lösungen gehen die meist immer schief, weil kaum einer die überblicken kann
nur dagegen hilft auch nie, bessere Lösungen sollte man schon vorher haben
das Katzengejammer wird schon noch kommen, abwarten…


Papa Razzi
24. Juni 2016 um 10:03  |  547927

Einen wunderschönen guten Morgen allen Herthanern!
Britain wird Greater, herzlichen Glückwunsch! GB wird wieder ein souveräner Staat, wird wieder demokratischer und handlungsfähiger sein, als bisher und nicht mehr beliebiger Wurmfortsatz von verschrobenen EU-Apparatschiks.
Für ALLE EU-Demokraten dürfte das heute ein Meilenstein gewesen sein. Die EU muss sich endlich reformieren, jetzt oder nie!!!
Sie muss ab sofort wieder Politik FÜR die EU-Bürger machen und nicht mehr an denen vorbei. Mauscheleien hinter verschlossenen Türen wie bei den Verhandlungen zum TITIP oder mit Erdogan gehören hoffentlich bald der Vergangenheit an. Davon würden alle Europäer profitieren, einschließlich der Briten!

Interessanter Aspekt am Rande:
Heute morgen etwa um 8.15h im DLF wurde berichtet, dass sich die Briten bereits seit Jahrzehnten viel mehr mit der EU beschäftigen, als die Deutschen, sie sind auch deutlich besser informiert.
Das darf den hier recht einseitig berichtenden Medien hierzulande durchaus zu denken geben.


Silvia Sahneschnitte
24. Juni 2016 um 10:20  |  547928

Lieber @Jan, launig geschriebener Artikel, hat Spaß gemacht zu lesen.
An mein erstes Herthaspiel kann ich mich nicht mehr erinnern, nur das es an der Plumpe stattfand.
Ansonsten vieles an Livesport mitgenommen, Hertha, BW 90, Wacker 04, TB, DTV, Wasserfreunde, Schlittschuhclub, ISTAF, Gymnastrada usw.
Hatte jedoch das Herthagen schon seit Geburt, bin halt im Wedding geboren.

Mit lieben Grüßen
Ihre Silvia Sahneschnitte


Exil-Schorfheider
24. Juni 2016 um 10:31  |  547929

Papa Razzi
24. Juni 2016 um 10:03 | 547927

„Interessanter Aspekt am Rande:
Heute morgen etwa um 8.15h im DLF wurde berichtet, dass sich die Briten bereits seit Jahrzehnten viel mehr mit der EU beschäftigen, als die Deutschen, sie sind auch deutlich besser informiert.“

Witzig ist, dass ich gestern genau das Gegenteil im Frühstücksfernsehen des ZDF gehört/ gesehen habe.

Sei´s drum.
Zahlen wir eben wie in der Vorkriegszeit wieder Zölle auf den Aston Martin oder Rolls Royce.


HerthaBarca
24. Juni 2016 um 10:35  |  547930

@Papa
Ich würde Dir gerne in Vielem widersprechen – gehört jedoch nicht hierher.


Papa Razzi
24. Juni 2016 um 10:43  |  547931

@Exil
Das „besser informiert sein“ ist ja auch eher ein Soft-fact, lässt sich schwer mit Zahlenmaterial belegen. Allerdings widerspreche ich der These, dass nur die dummen uninformierten Ahnungslosen den bösen Populisten auf den Leim gegangen sind. Es trifft den Kern nicht und führt dann auch nicht zu Lösungen.

Ich bin Fan einer Wirtschaftsgemeinschaft, wie es die EWG einmal war. Ich bin mir sicher, eine solche Kooperation werden die Briten auch anstreben.
Sie sind überhaupt keine Antieuropäer, sie wollen sich nur aus dem politischen Konstrukt namens EU lösen.
Vieles spricht dafür, dass wir die Aston Martins auch zukünftig zollfrei erwerben dürfen. 🙂

@Barca
Und trotzdem hast Du Dich hier schon mehrfach zu genau diesem Thema hier geäußert?!


Exil-Schorfheider
24. Juni 2016 um 10:46  |  547932

Papa Razzi
24. Juni 2016 um 10:43 | 547931

„Vieles spricht dafür, dass wir die Aston Martins auch zukünftig zollfrei erwerben dürfen. “

Sehen die Brexit-Befürworter ja auch so, glaube ich aber nicht dran.
Das Ganze wird wohl eher eine schmutzige Scheidung.


Freddie
24. Juni 2016 um 10:55  |  547933

Ich stell mir schon die Handlung des neuen Bond vor:
Zwei Stunden wie er an der Passkontrolle steht.


Freddie
24. Juni 2016 um 10:56  |  547934

Nordirland mit EU-Außengrenze zu Irland.


jenseits
24. Juni 2016 um 11:06  |  547935

Oder zu Kleinbritannien.


Opa
24. Juni 2016 um 11:13  |  547936

Brexit
17 Mio. Briten haben für Leave gestimmt und stürzen nicht nur ihr Land, sondern die Welt ins Chaos. Das vereinigte Königreich wird zerfallen, Schotten und Nordiren für ihre Unabhängigkeit stimmen. Rest-GB wird in eine Rezession verfallen. Wer diesen Tag feiert, hat ernsthaft einen an der Waffel. @ubremer hat einen schönen Retweet abgesetzt, der von einem Methusalem Komplott sprach. Je kürzer die verbleibende Lebenszeit, die man mit der EU hätte verbringen müssen, umso größer die Zustimmung zu einem Brexit. Die Jungen Leute, die noch Jahrzehnte mit den Folgen dieser Entscheodung leben müssen, haben deutlich mehrheitlich für den Verbleib gestimmt. Zeigt, dass man das Volk über so etwas nicht abstimmen lassen darf.

Leitartikel
Auch von mir ein Däumchen für den Tagesartikel von @jan. Von den ganzen Spielen, die ich Hertha gesehen habe, kann ich die, die ich vorzeitig verlassen habe, an einer Hand abzählen. Der Untergang in Cannstatt unter Skibbe war eins davon. Ansonsten hat mir die Unaufgeregtheit und der Pragmatismus gefallen, lieber vorzeitig aus deer ersten Halbzeit raus, um Bier und Pipi zu erledigen, als etwas von der zweiten Halbzeit zu verpassen. 👍


Plumpe71
24. Juni 2016 um 11:14  |  547937

Ich bin da sehr bei @Papa Razzi und teile die Ansichten um 10.03h

An die Furchtszenarien, die von den Brexit Gegnern zuletzt ins Feld geführt wurden, naja, nichts wird so heiss gegessen ..

Jetzt greift Artikel 50 vom Lissabon Vertrag, und da man auch irgendwie miteinander muss, wird man sich in zweijährigen Verhandlungen mit den übrigen Mitgliedsstaaten – solange es die noch gibt- über viele Regelungen verständigen müssen. Meine Hoffnung ist, dass Europa sich ein gutes Stück an die Ursprünge und die eigentliche Grundidee nach dem 2. WK erinnert, Reisefreiheit, gemeinsame Währung, gewisse Normen, wirtschaftliche Verträge, das alles sehr gerne, aber Brüssel ist mit seinem Regulierungswahn deutlich übers Ziel hinaus geschossen und setzt sehr eigenwilige Prioritäten.

Im Bereich des Asylrechts gibt es keine gemeinsamen Mindeststandards , Dublin und Schengen ist den aktuellen Problemen unserer Zeit nicht mehr gewachsen und gehört wie das gesamte EU Konstrukt längst reformiert, aber von Schweden bis Griechenland bekommen wir einheitliche Gurken und Glühlampen, nee.. da kann ich die Engländer und speziell die Haltung der Visegrad Staaten zur Flüchtlingsproblematik verstehen.

Das wars von mir auch schon zur Politik, gehört ja absolut nicht hierher, andererseits gibt es auch in Deutschland inzwischen ausreichend Symphatisanten solcher Ideen, und da sind ausreichend gebildete Leute darunter, denen einfache Lösungen grundsätzlich auch widerstreben.

Die Formel, wer nicht vorbehaltlos den Daumen für die aktuelle Politik hebt, ist per se ein Rechtspopulist oder ein ungebildeter ewig gestriger , läßt sich kaum noch halten.

Apropos OT, gibt es denn nicht einen kleinen Hinweis auf neue Kicker für die kommende Saison fürs Hertha Team ? 😉


Kamikater
24. Juni 2016 um 11:33  |  547938

@opa
„Zeigt, dass man das Volk über so etwas nicht abstimmen lassen darf.“

Das ist genau der Punkt.


Exil-Schorfheider
24. Juni 2016 um 11:38  |  547939

Kamikater
24. Juni 2016 um 11:33 | 547938

@opa
“Zeigt, dass man das Volk über so etwas nicht abstimmen lassen darf.”

„Das ist genau der Punkt.“

Sehe ich genauso
Aber erzählt das mal denen, die genau das jetzt für Deutschland fordern…

—————————————————————————–

@plumpe

Die Verhandlungen beginnnen erst mit der Anzeige des Austrittswunsches bei der EU.
Da Cameron binnen drei Monate zurücktreten wird, dauert das also noch.

http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Das-Brexit-Verfahren-Brexit-Step-by-step-So-geht-s-fuer-die-Briten-jetzt-weiter-4948999


24. Juni 2016 um 11:40  |  547940

Tach zusammen,

auch ich finde @Jan’s Niedergeschriebenes vorzüglich! Einblicke in eine Herthaseele, frei von düsteren Szenarien, die ich als sehr wohltuend empfinde.
Und @Silvia Sahneschnitte schon an der Plumpe zu Hertha gepilgert. kaum zu glauben, bei ihrem jugendlich frischem Schreibstil mit formvollendeter, höflicher Abschiedsformel .
Kann ja fast nur an der Heinrich-Seidel-Grundschule, Ramlerstr. 9-10, 1000 Berlin 65, gelehrt worden sein! 🙂

P.S. Geniesst die Hitze, vergesst erstmal den Brexit oder umgekehrt……


Uwe Bremer
Uwe Bremer
24. Juni 2016 um 11:40  |  547941

@Brexit

der Guardian denkt über die Auswirkungen auf den Profisport nach, vor allem über das Stichwort „Arbeitserlaubnis“. Wen es interessiert
– What does it mean for Professionel sport in the UK?

Auszüge:

“If, instead, an agreement is reached which includes restrictions on the movement of persons and services, the impact on the sports world would be more significant. Firstly, English players may not be able to move to the continent freely and EU nationals could be subject to entry restrictions when seeking to play in England, if post- Brexit they are treated in the same way as current non-EU nationals.”


“Leaving the EU will have a much bigger effect on football than people think,” football agent Rachel Anderson told the BBC in March.

Könnte also sein, dass ungeachtet der hohen TV-Einnahmen der englischen Klubs der Automatismus mit den XXXL-Gagen für Premier-League-Spieler ins Stocken kommt


Opa
24. Juni 2016 um 11:45  |  547942

Naja, nicht nur, kami. Es zeigt auch, dass sich so ein Vorwurf wie „Regulierungswahn“ sehr leicht aussprechen und populistisch ausnutzen lässt. Dass es sich eher um ein absolut sinnvolles Harmonisierungsvorhaben handelt, um einheitliche Standards zu schaffen, fällt dabei unter den Tisch.

Die EU wird den Brexit überleben, das vereinigte Königreich nicht. Norwegen zahlt für seine 5 Mio. Einwohner jöhrlich 1,8 Mrd. € Köhäsionsbeitrag (360 € pro Kopf), um am europäischen Wirtschaftsraum teilhaben zu dürfen. Hochgerechnet auf die 64 Mio. Briten wird das verinigte Königreich zukünftig 23 Mrd. € p.a. an Brüssel überweisen müssen. Das werden spaßige Brexitverhandlungen, zumal die Briten ein Handelsdefizit von 165 Mrd. $ bei einem Exportvolumen von 460 Mrd. $ haben.

Die Briten werden auf blutigen Knien zurückgekrochen kommen, während wir Deutschen massiv von der „aufgeweichten Mark“ (Euro) und einem starken Europa profitieren.


jenseits
24. Juni 2016 um 11:46  |  547943

Dieses Referendum war eine Schnapsidee. Leichtfertig und verantwortungslos von Cameron realisiert. In nur wenigen Jahren haben die EU-Befürworter unter den Briten die Mehrheit und können doch nicht mehr zurück.


Stiller
24. Juni 2016 um 11:48  |  547944

Da sieht man, was dabei herauskommt, wenn Stimmung Politik macht und den Rechtspopulisten in die Hände gespielt wird.

Wichtig für uns: der schon lange laufende Krieg gegen ein starkes Europa und insbesondere gegen den Euro geht weiter.

Die Briten waren da immer eindeutig positioniert. Dass der Bürgermeister der Londoner City diese anführt ist bezeichnend. Jetzt will (wird?) er Regierungschef werden. Für Deutschland ist das kein gutes Zeichen. Auf der anderen Seite bietet es eine Chance, sich aus dem Würgegriff der Londoner City zu befreien.

Wäre unser Verhältnis zu Frankreich und den südeuropäischen Ländern durch eigenes Verschulden nicht derart stark beschädigt, hätte eine Neuorientierung Europas durch führungsstarke Europäer gute Chancen. Aber so …


fechibaby
24. Juni 2016 um 11:50  |  547945

Dieser Blog verkommt immer mehr und mehr
zu einem Politik- und Dopingblog.
Wer es mag.
Ich mache mir jetzt einen schönen Tag bei diesem
Wetter!


Plumpe71
24. Juni 2016 um 11:51  |  547946

@exil, absolut richtig, danke für den Link.


Opa
24. Juni 2016 um 11:52  |  547947

fechi, um 7:16 h fandest Du den Blog aber noch ganz passabel für Deine Anti-Europa-Propaganda. Dass hier viele überzeugte Europäer mit sehr überzeugenden Argumenten darauf hinweisen, mit welcher heißen Luft Du hier hantierst, verdirbt Dir offensichtlich den Spaß.


Freddie
24. Juni 2016 um 11:55  |  547948

Verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen


Exil-Schorfheider
24. Juni 2016 um 11:59  |  547949

@jenseits

Zurück ginge – als Beitrittskandidat.
Wäre dann genauso blutig, weil Europa die Regeln diktieren könnte/wird.


Exil-Schorfheider
24. Juni 2016 um 12:00  |  547950

@opa

Ergänzend zu @freddie:

Er hat doch nur ne Meinung…


Freddie
24. Juni 2016 um 12:02  |  547951

@Jenseits
Zumal, wenn man vorher alles was nicht funzte, mit Europa erklärt hat.


coconut
24. Juni 2016 um 12:02  |  547952

Zumal die Abstimmung weniger dem Demokratiegedanken, sondern eher dem des Machterhalts (Camerons Versuch ging nun kräftig nach hinten los…) geschuldet war.

Ja, es gibt genug was man an der EU kritisieren kann. Aber es ist auch nicht alles Scheixxe.
zB. bin ich froh, das diese unsäglichen Roaming-Gebühren auf ein normales Maß reduziert wurden….

TTIP dagegen sogt bei mir für einen „dicken Hals“ oder so „schöne Dinge“ wie CETA…….

Für mich erschreckend, das solche Populisten mit dumpfen, in der Vergangenheit angesiedelten Schlagwörtern, Erfolg haben können.
Offenbar sind zumindest Teile der Menschheit noch immer sehr anfällig dafür…..
Trump und Co auf dem Vormarsch. Adieu Traum von einem friedlichen miteinander….
Ein trauriger Tag.


jenseits
24. Juni 2016 um 12:02  |  547953

@Exil
Ja klar. In ein paar Jahrzehnten dann wieder.


jenseits
24. Juni 2016 um 12:06  |  547954

@Freddie
Ja, wie so vieles bei Cameron, waren diese Aussagen reiner Opportunismus.


hotzn
24. Juni 2016 um 12:08  |  547955

Opa
24. Juni 2016 um 12:15  |  547956

@Coconut: Der Traum lebt weiter. Siehe der Blog hier, wo selbst Leute, die sonst nicht übereinkommen, Hand in Hand trotz aller Meinungsverschiedenheiten für diese großartige Idee gegen Populemik kämpfen.

@hotzn: Großartiger Link! Lügen macht so hässlich 💩 Der wird mit Mistgabeln an der Towerbridge aufgeknüpft, wenn die Leute, die er aufgewiegelt hat, kapieren, dass nichts von dem eintreten wird.


tunnfish
24. Juni 2016 um 12:24  |  547958

@opa
Der Kohäsionsbeitrag wird nicht so hoch ausfallen aber deutlich über der Nettozahlung von derzeit nicht ganz 6 Mrd liegen.
Milchmädchen grüßt die Briten.


Joey Berlin
24. Juni 2016 um 12:28  |  547959

@Jan,
wie andere schon bemerkten, schön geschrieben und auch gut mal eine andere Fan-Perspektive zu lesen; warum schreibst Du nicht öfter…

____________

#Zeigt, dass man das Volk über so etwas nicht abstimmen lassen darf.

Pseudodemokraten – Nein Danke!


apollinaris
24. Juni 2016 um 12:31  |  547960

sehr schön geschrieben, @ Jan.,Danke dafür.
#brexit…es wird nicht leichter werden..


coconut
24. Juni 2016 um 12:34  |  547961

@Opa
…ich hoffe du behältst recht.
Mich lässt die derzeitige Entwicklung, hin zu immer mehr Nationalismus, erschaudern.
Ich hoffe Frankreich ist nicht der nächste…
Man muss jetzt zügig bei der EU „in die Pötte kommen“ und wieder mehr die Bedürfnisse der Menschen im Blick haben.
Ich bin durch und durch Europäer, obwohl ich zu den Alten (Bj.1950) gehöre….


Stiller
24. Juni 2016 um 12:37  |  547962

#Demagogen sind keine Demokraten, sondern Demokratiemanipulateure

Mit der Maut fing in Deutschland der Dammbruch an …


HerthaBarca
24. Juni 2016 um 12:45  |  547964

Danke für die vielen proeuropäischen Ausführungen – zB @opa und @coco 👍🏼👍🏼👍🏼


Papa Razzi
24. Juni 2016 um 12:50  |  547965

Nach dem Studium sämtlicher Beiträge hier,
fand ich die von @Opa mit großem Abstand am populistischsten:

„Das vereinigte Königreich wird zerfallen,“
„Rest-GB wird in eine Rezession verfallen“
„Wer diesen Tag feiert, hat ernsthaft einen an der Waffel.“
„Zeigt, dass man das Volk über so etwas nicht abstimmen lassen darf“
„Die EU wird den Brexit überleben, das vereinigte Königreich nicht.“
„Die Briten werden auf blutigen Knien zurückgekrochen kommen, während wir Deutschen massiv von der “aufgeweichten Mark” (Euro) und einem starken Europa profitieren.“

Und genau Du, verehrter @Opa, stellt sich als hier größter Populismus-Widersacher unter der Sonne dar.
Das passt doch nicht!

Mehr will ich zu dem Thema auch gar nicht schreiben, soll nicht ausufern.


herthabscberlin1892
24. Juni 2016 um 12:50  |  547966

Die Demokratie hat einen gewaltigen Fehler:

Alle schreien danach – aber wehe, wenn das Ergebnis nicht nach den eigenen Präferenzen ausfällt.


Stiller
24. Juni 2016 um 12:59  |  547967

Um zu wissen, ob eine Entscheidung für einen positiv oder negativ ausfallen wird, muss man die Konsequenzen bewerten.

Dazu muss man die Konsequenzen vorher kennen!

Wenn Ängste geschürt werden, dann zählen bei den meisten (Ahnungslosen, was die Konsequenzen betrifft) mehr die eigenen Gefühle, als der Verstand. Angst essen nicht nur Seele sondern auch den Verstand auf.

Angst ist ein schlechter Ratgeber. Und deshalb ist es die eiskalte Taktik der Populisten, Schicksalsfragen in die Hände des Volkes zu legen.

Wichtiger wäre, bestmögliche und vollständige Information durch die Medien zu fordern, mitzudiskutieren und wählen zu gehen. Auch in UK sind nur 72% zum Referendum gegangen.


herthabscberlin1892
24. Juni 2016 um 13:07  |  547968

Und deshalb geht es der Welt so gut, weil Schicksalsfragen ja sonst in Parlamenten entschieden wurden/werden.

Was war eigentlich in der Pre-EU-Zeit?

Wie konnte Europa da nur existieren?

Eigenständige europäische Nationen, die zum Überleben und Fortschritt sinnvolle individuelle Partnerschaften eingehen (müssen) sind mir allemal lieber als eine sippenhafte Zwangsvereinheitlichung von einstmals individualkulturellen Ländern.


Plumpe71
24. Juni 2016 um 13:09  |  547969

eigentlich fehlt mir Zeit und Lust auf allzu dumme Provokationen noch einzugehen, aber in aller Kürze..

Das Problem mit grundsätzlichem Demokratieverständnis würde ich eher anderswo verorten, denn wer -bei welchem Thema auch immer, hier andere Blognutzer mit der Populismuskeule diffamiert, zeigt eigentlich eine ganze Menge über sich selbst, ist ja so neu nicht hier im Blog, mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen.

PS: vielleicht nicht ganz unwichtig, auch ich bin Europäer durch und durch, aber nicht vorbehaltlos, alles hat Grenzen und die Gefahren sehe ich eher nicht in Rechtspopulisten, dazu halte ich das Land grundsätzlich für zu aufgeklärt, es scheint eher die Arroganz der vermeintlich etablierten Politikerriege zu sein, die etwas Bodenhaftung verloren haben. Nüchterner Pragmatismus, wie von vielen Nachkriegspolitikern praktiziert, täte gut. Mit Bezug auf Europa sehe ich die Gefahr bei den Baumeistern und deren Nachfolgern, viele einfache handwerkliche Fehler. Das Fundament, die Bodenplatte, alles solide gegossen, aber bei den oberen Stockwerken wird geschludert
( u.a. viel zu schnelle EU-Osterweiterung ), gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Ist aber kein Blogthema, zumindest für mich nicht, und
bevor das hier weiter ausufert, Garten mit Pool sind bei dem Wetter eine ernsthafte Option, meine Junioren bei Rehberge haben trainingsfrei, kommt alle gut durch die Hitzewelle.


herthabscberlin1892
24. Juni 2016 um 13:13  |  547970

Schöner Text @Plumpe71 – darf ich fragen, in welchem Jahrgang Deine Junioren spielen?


herthabscberlin1892
24. Juni 2016 um 13:23  |  547973

Ist es nicht anachronistisch, wenn 27 Millionen Menschen vor dem Fernseher sitzen, um zu sehen, wie eine Deutsche Nationalmannschaft versucht, alle anderen teilnehmenden europäischen Nationalmannschaften zu besiegen?

So ein Turnier beinhaltet die totale Abgrenzung zu allen anderen Nationen.

Das Argument, dass es sich dabei um einen „sportlichen Wettkampf“ handelt, mutet sehr überholt an, wenn man konsequent einen europäischen Gedanken fortführen möchte.


Plumpe71
24. Juni 2016 um 13:25  |  547974

herthabscberlin1892
24. Juni 2016 um 13:13 | 547970 ,

klar darfste, 😉

Ich habe die ersten Jahre, also ab 1995, meist von F- bis D Junioren trainiert, gehe auch mal mit einem jüngeren Jahrgang mit in das zweite Jahr, aktuell bin ich bei den A-Junioren und betreue da mit den Übergang zum Männerbereich , werd aber wohl – so schwer wie mir das fällt, künftig nach Brandenburg wechseln müssen. Mit bis zu drei Trainingseinheiten bekomme ich das mit dem Job kaum noch unter den Hut, bleibt daheim ne Menge liegen, missen möchte ich es trotzdem nicht.


Toto-BSC
24. Juni 2016 um 13:27  |  547975

Ich glaube, dass man sich in England davon blenden lassen hat, dass Grossbritannien in den vergangenen Jahrhunderten alleine ein Grossmacht erfolgreich in der Welt war. Die Zeiten aendern sich allerdings und riesige Laender in Asien und selbst irgendwann in Afrika werden staerker und maechtiger und bilden Allianzen. Auf der anderen Seite hat man schon die riesige und maechtige USA. Da waeren die ganzen im Vergleich winzigen Laender in Europa eigentlich auf ein vereinigtes Europa als Gegenpol angewiesen. Das Problem an der EU ist, dass man versucht, den Buergern die EU ohne Mitspracherecht unterzujubeln nach dem Motto „Wir machen einfach mal und stellen die Leute vor vollendete Tatsachen.“ Eine Union wie die EU muss der Wunsch der Buerger sein, um zu funktionieren. Nicht nur die Idee der Politiker.

Naja, dann kann sich England ja endlich offiziell als 5. Bundesstaat der USA bewerben.


Toto-BSC
24. Juni 2016 um 13:30  |  547976

51. natuerlich


Kraule
24. Juni 2016 um 13:33  |  547977

Lasst bitte wieder Hertha spielen…..
Ich bin schon ganz erschlagen ob dieser Qualität hier Puh..


herthabscberlin1892
24. Juni 2016 um 13:34  |  547978

@Plumpe

Danke! ich hatte es auch erst so verstanden, dass Du Fussballspielende Kinder hast. Übrigens, vielen Dank für Deinen Einsatz. So ein „Job“ als Trainer ist oft undankbar. Und ohne Menschen wie Dich, gäbe es keinen Nachwuchs.


Toto-BSC
24. Juni 2016 um 13:34  |  547979

@herthabsc1892: Darf man dann auch nicht mehr mit seinen Kumpels auf dem Bolzplatz gegeneinander spielen, damit man sich ja nicht von denen abgrenzt? Oder Skat mit der Familie?


Plumpe71
24. Juni 2016 um 13:44  |  547980

herthabscberlin1892
24. Juni 2016 um 13:34 | 547978

ist viel Idealismus dabei, mit ner knappen Aufwandsentschädung arbeitet man längst nicht kostenneutral, aber man bekommt von den Kids und den Junioren genug zurück, probiere es aus, ohne die vielen Helfer geht es nicht, wie Du schon sagst. Sollte nach meiner aktiven Zeit auch nur mal eben ne Aushilfe werden, „kannste nicht mal ne Trainingseinheit übernehmen, hast doch auch gespielt “ , und dann bin ich irgendwie hängen geblieben 😉


Stiller
24. Juni 2016 um 13:52  |  547981

Der Wohlstand und die Freiheiten, die wir heute in Europa haben, sind in den letzten 50 Jahren mühsam aufgebaut worden.

Und das hat offensichtlich ganz gut geklappt. Nicht von Populisten. Die haben früher schon nationalen Egoismus gepredigt.

Ein Grund, warum UK 1975 in die EU kam, war übrigens die Tatsache, dass die englische Wirtschaft am Boden lag. Sie war industriell tot. Aber wenn’s der Kuh zu bunt wird …


24. Juni 2016 um 13:52  |  547982

Die EU hat derart viele schlecht verwebte Nähte, das ein Platzen dieser irgendwann angezeigt war. Europa ist in Wahrheit längst tief gespalten, zwischen arm und reich.- Für Europa gibt es eigentlich keine vernünftige Alternative; zu dem REALEN Konstrukt Europa allerdings schon..Man könnte den Brexit als große Chance sehen/nehmen , dass nun anders und weniger machtpolitisch zu organisieren..aber daran fehlt es mir an Glauben.
Die Hoffnung stirbt aber…zuletzt.
Die jungen Briten haben mein tiefes Mitgefühl. Jetzt müssen sie wirklich den Mist ihrer Elterngeneration ( in zweifacher Hinsicht) ausbaden.
Und hier zeigt sich schon,das solche Volksentscheide über derart existentielle Dinge fragwürdig bleiben werden. Ich war noch nie ein Anhänger der direkten Demokratie; dazu mißtraue ich den Massen viel zu sehr. Andererseits hat man sich das eben alles selbst zuzuschreiben, denn das aktuelle Europa ist seit längerem schon ein Wrack. leider. leider. leider.


herthabscberlin1892
24. Juni 2016 um 13:56  |  547983

@Toto-BSC am 24. Juni 2016 um 13:34 | 547979:

Wenn man es bis in das letzte kleine Detail weiterführen will, wohl nicht.

Warum soll man sich in Gemeinschaften überhaupt gegeneinander messen?

Aber das ist auch jetzt nicht mein Punkt.

Hier geht es ja um ein europäisches Turnier, welches mit einer derartigen Wichtigkeit gegeneinander ausgetragen wird, dass der Gemeinschaftssinn eigentlich ad absurdum geführt wird.

Wie gesagt, ich habe da gar nichts dagegen – ganz im Gegenteil. Ich kann nur nicht nachvollziehen, dass eine Auflösung einer europäischen Gemeinschaft bzw. der jetzige Austritt von GB als Katastrophe eingeordnet würde/wird.

Ich kann sogar so weit gehen zu sagen, dass ich ein „Gegner“ der EU bin, weil diese Vereinigung meines Erachtens auf Kosten der Individualität der einzelnen europäischen Länder geht, die ich aber als sehr interessant und befruchtend erachte.

„Populistische“ Gedanken müssen zudem nicht zwangsläufig rechtsradikal oder fremdenfeindlich sein. Ich habe das Gefühl, dass das oftmals gerne vermischt wird, um Andersdenkende zu diskreditieren.

Aber nun ist genug mit Politik.


herthabscberlin1892
24. Juni 2016 um 13:57  |  547984

@Plumpe71:

SUPER!


24. Juni 2016 um 13:57  |  547985

@kraule..ich inde die Qualität, die du anmahnst, eher erstaunlich gut.
Vielleicht nicht jeder Beitrag, aber der Ton stimmt doch..?


Blauer Montag
24. Juni 2016 um 14:06  |  547986

Jepp Stiller

24. Juni 2016 um 13:52 | 547981

Besseres fällt mir zum Rinderwahn auf der britischen Insel noch nicht ein.


Papa Razzi
24. Juni 2016 um 14:12  |  547987

@Stiller 13:52 h
Die EU gab es 1975 noch gar nicht, das war damals die EWG und genau da wollen die Tommis wieder hin.
Populisten sich nicht nur im rechtskonservativen Flügel zu finden.
Auch sind nicht alle Rechtskonservativen sind Populisten.

@Apollinaris 13:52 h
Schöner Kommentar. Wir haben da sicherlich konträre Ansichten aber mir gefällt die Ausgewogenheit,, die Besonnenheit, das Abwägen!


dewm
24. Juni 2016 um 14:16  |  547988

Na ja @BARCA (8:21 Uhr): Wenn Du danach gehst, wollten UNS die Schweizer, Norweger und Isländer auch nicht. Hält Dich das von einem Besuch in jenen Ländern auch ab?

Im Ernst: Ich denke nicht, dass die etwas mehr als 50 % derer, die bei der Abstimmung für den Ausstieg aus der EU gestimmt haben etwas gegen irgendein Land haben. Sie wollen anscheinend eben nur nicht, dass ihr Land Mitglied der EU in der aktuellen Form ist. Nun wird es spannend zu sehen, wie ein Austritt gestaltet wird. Es werden sicher viele Verträge abgeschlossen. Die negativen Auswirkungen für alle müssen ja so gering wie möglich bleiben. Hoffen wir mal, dass den „Schulzens und Junkers“ mehr einfällt als ein: WEITER SO! @FECHI wird sonst Recht behalten. Wobei man in anderen Ländern wahrscheinlich schneller sein wird…

Wenn ich aber einige demokratiefeindliche Äußerungen hier lese, ist das KRASS. Genau die Art, mit der Menschen (oder gar dem „Pack“) die Fähigkeit zu politischer Meinungsbildung abgesprochen wird, erzeugt die „Kritikimmunität“, die ein „Selbstverwaltungs-Perpetuum Mobile“ zusätzlich befeuert. Die DDR lässt grüßen… Wenn sich diese Einstellung nicht rasch ändert und die im Sinne der EU Handelnden nicht diesen „Schuss vor den Bug“ ernst nehmen, anstatt den Engländern zu schmollen (nach dem ihnen als Argumente nur Drohungen einfielen), werden die Menschen sich dieser teuren „Verwaltungsmaschinerie“ irgendwann entledigen… Mit dem Vereinigten Königreich fehlt nun ein Nettozahler, mit den Niederlanden und Dänemark wackeln schon weitere Nettozahler…

Es stimmt mich traurig, wie eine großartige Idee durch Raffgier von „Selbstversorgern“, Missmanagement und schlechter Politik mit einem „von oben herab“ zu Grunde gerichtet wird. Nicht die „Populisten“ sind schuld, es sind diejenigen die jenen das Futter ermöglichen.

ABER ich bin Herthaner. Ich kann mit Rückschlägen umgehen, Im Sinne JANs anmoderierter Zuversicht, glaube ich an die Vernunft der Europäer. Wir werden auch diese Herausforderung meistern. Es werden Wege gefunden, mit Britten und Nordiren weiter zu wirtschaften. Warum soll das nicht gehen, wenn es mit der Schweiz und Norwegen funktioniert? Das Beispiel Profifußball zeigt es doch: Unterscheiden sich die Regeln im Schweizer Profifußball so eklatant von denen der EU-Länder und Englands?


24. Juni 2016 um 14:16  |  547989

Ein komischer Tag…manche Sozialisten freuen sich ( bekommen gar nicht mit, dass die Briten nicht gegen die Austeritätspolitik gestimmt haben, sondern, dass sie eher rechtsgerichteten Ideen zugestimmt haben ; denen war dieses völlig verkorkste Europa zu sozialistisch..was ja der schlechte Witz an der ganzen Sache ist..)..und andere grämen sich, weil sie Europa nun auseinanderfallen sehen, dabei aber zu übersehen scheinen,dass dies im Innern längst geschehen ist..
Die Verwirrung wird anhalten. Und nichts wird leichter werden.


Blauer Montag
24. Juni 2016 um 14:17  |  547990

Si Papa Razzi,
die EU wurde 1992 gegründet durch die Verträge von Maastricht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Union


Toto-BSC
24. Juni 2016 um 14:21  |  547991

@Apo: Gegen Volksentscheide habe ich z.B. absolut nichts. Demokratiscer geht es gar nicht. In der Schweiz klappt das ja auch. Dass man in den ersten Volksentscheiden sehr fragwuerdige Ergebnisse bekommt, ist zu erwarten, aber sobald die Leute merken, dass fuer Auswirkungen ihre Entscheidungen haben, werden diese Volksentscheide nach und nach bedachter und informierter durchgefuehrt.


Blauer Montag
24. Juni 2016 um 14:26  |  547992

Wer die EU nur als Grundsicherungsamt für arme Länder Europas sieht, hat seine Lektionen aus der europäischen Geschichte nicht gelernt. 🙁


kraule
24. Juni 2016 um 14:29  |  547993

@ apollinaris
24. Juni 2016 um 13:57 | 547985
Der stimmt, dass ist richtig.
Aber bei vielen Meinungen kräuseln sich mir die Zehnnägel…..
Außerdem bin ich, nur ich für mich, der Meinung,
es gibt viele tolle Blogs zu speziellen Themen.
Tummelt man sich dort nicht viel besser aufgehoben?
Mich nervt es ständig und immer öfter nur zu scrollen.
Warum sich nicht in dem Themen spezifischen Blogs
(Doping, Brexit, Flüchtlinge etc.)
unter Gleichinteressierten austauschen?
Werde ich wohl nie kapieren.
Dieser Blog hier heißt doch immer noch
„immerhertha“ oder?
Hertha ist ein Fußball(Sport)verein……
Egal.
Aber letztendlich ist mir das wiederum nun auch keine Diskussion wert 😉


herthabscberlin1892
24. Juni 2016 um 14:29  |  547994

@Toto-BSC 24. Juni 2016 um 14:21 | 547991:

Sehr guter Punkt!!!


Stiller
24. Juni 2016 um 14:30  |  547995

@Papa Razzi
Es gab den Vorläufer, die EWG. Und im Grunde wollte das britische Finanz-Establishment bis heute, dass es bei der EWG bleibt. Das kann aber nicht unsere und die französische Interessenslage sein.

Cameron und seine Klientel haben sich verzockt. Das kann für uns alle verheerende Auswirkungen haben. Insbesondere das Finanzsystem wackelt gewaltig.

Populisten. Na klar, die sind nicht nur auf einer Seite zu finden. Und Konservative, die sich Europa und dem Gemeinwohl verpflichtet sehen und keine Populisten sind, gab und gibt es in allen Ländern. Von denen rede ich aber nicht.

Ich rede von denen, die wollen, dass „Wutbürger“ mit roten Kopf an die Urne gehen. Aufgestachelt wählen die auch ihren eigenen Henker.


herthabscberlin1892
24. Juni 2016 um 14:31  |  547996

Sollte Hertha BSC nicht ein Testspiel gegen AS Roma bestreiten?

Weiß jemand, ob die Meldung korrekt war?


kraule
24. Juni 2016 um 14:33  |  547997

@herthabsc1892
Diese Frage stellst du hier und jetzt? 😉
Ja, habe ich auch gelesen…..
wann es angesetzt ist weiß ich jetzt nicht.


Valadur
24. Juni 2016 um 15:00  |  547999

#PL

„Nicht-EU-Ausländer müssen hingegen qualitative Auflagen erfüllen, um überhaupt auf die Insel wechseln zu dürfen: Demnach muss ein Nicht-EU-Spieler 30 bis 70 Prozent der Länderspiele für seine Nation in den vergangenen zwei Jahren absolviert haben, gestaffelt nach FIFA-Weltranglistenplatzierungen. Je höher die Nationalelf rangiert, umso weniger Partien muss er bestritten haben im besagten Zeitraum.

Nach dem Austritt aus der EU ist die Frage aber nicht mehr „EU-Ausländer oder nicht?“ – dann lautet sie „Brite? Oder Nicht-Brite?“. Jeder Ausländer hat dann den gleichen Status. Ein Visum und vor allem eine Arbeitserlaubnis müssen her.

Wie weitreichend dieser Einschnitt wäre, zeigt ein Blick auf die aktuellen Kader der britischen Profiklubs: In den ersten zwei Ligen Englands und der höchsten Klasse Schottlands wären aktuell 332 Profis betroffen. Darunter mehr als 100 Premier-League-Spieler in England. Und: Nur 23 der 180 nicht-britischen EU-Akteure der 2. Liga bekämen eine Arbeitserlaubnis. Keiner der 53 nicht-britischen EU-Spieler in Schottlands Eliteklasse hätte die Voraussetzungen mit Blick auf seine internationale Karriere erfüllt, Gleiches gilt für 63 in der 3. und 46 in der 4. englischen Liga, alle im Profibereich angesiedelt.“

Quelle: http://www.kicker.de/news/fussball/intligen/startseite/654599/artikel_der-brexit-und-die-folgen-fuer-den-fussball.html


Stiller
24. Juni 2016 um 15:11  |  548000

Ich denke, diese Auswirkungen auf die britische Liga werden nicht sofort greifen. Und zwar aus verschiedenen Gründen.

Zum Einen hat UK noch nicht mal einen Antrag auf Austritt gestellt. Zum Zweiten werden die Austrittsverhandlungen über mehrere (mindestens 2) Jahre gehen. Bis zu deren Abschluss gilt EU-Recht. Zum Dritten werden die Briten den Vereinsbesitzern die Suppe nicht komplett versalzen.

Und last but not least werden heute verpflichtete Spieler auch älter …

Es wird sich irgendwann auf dann anstehende Neuverpflichtungen beziehen. Wobei das schnell geregelt werden könnte: unterliegen Spieler der PL dem Arbeits- oder dem Gesellschaftsrecht (Freischaffende / Dienstleister der Unterhaltungsindustrie)?


treppensitzer
24. Juni 2016 um 15:12  |  548001

Meine Güte, bin ich froh, dass dies ein Fußballblog von überwiegend höchster Sachkompetenz ist, eigentlich konkurrenzlos. Angesichts der heutigen Diskussion: bitte dabei bleiben. Allein die Aussage, Europa hätte vor der EU (oder EWG) funktioniert, lässt selbst lebende Historiker sich im Grabe drehen.
Da ich mich da nicht einreihen möchte, hier ein Kommentar, der mir ziemlich aus der Seele spricht:
http://www.stern.de/kultur/micky-beisenherz/micky-beisenherz-zum-brexit–now-we-have-the-salad-6917502.html


24. Juni 2016 um 15:34  |  548002

@toto..mag sein, aber ein Exit aus der EU lässt sich nicht schnell mal revidieren. Genau da wird es problematisch.
Ich bezweifle dieses Konzept der direkten Demokratie seit je-halte es nur bedingt für tauglich in einer Massengesellschaft (80 Mio!!)


HerthaBarca
24. Juni 2016 um 15:49  |  548003

@treppe
Kommentar 👍🏼


Toto-BSC
24. Juni 2016 um 15:49  |  548004

Natuerlich laesst es sich nicht einfach revidieren, aber die (wenn auch) knappe Mehrheit der Briten will das ja anscheinend auch gar nicht. Was du und ich davon halten, ist absolut unerheblich. Ich halte den Brexit auch fuer einen Fehler, aber wer sagt denn, dass ich recht habe.


Blauer Montag
24. Juni 2016 um 15:51  |  548005

Ich drehe mit dir
treppensitzer
24. Juni 2016 um 15:12 | 548001
Die EWG wurde gegründet zum 1.1.1958.
Wie hat denn Europa in den 100, 200, 500 Jahren zuvor „funktioniert“?

In einer endlosen Folge kleiner oder großer Schlachten.

Ich genieße die Gnade der späten Geburt. Zeit meines Lebens habe ich nur 3 Kriege in Europa erlebt bzw. wahrgenommen:
– den Bürgerkrieg in Nordirland,
– den Krieg gegen Serbien,
– den Bürgerkrieg in der Ukraine.


Stiller
24. Juni 2016 um 15:53  |  548006

Um mal wieder auf Fußball zu kommen.

Ich finde es nach wie vor schade, dass Beerens bei uns oder wir bei Beerens (oder beides) bei uns keine Chance haben. Über die (tieferliegenden) Ursachen tappe ich (nur ich) im Dunkeln.

Wenn Stuttgart oder Darmstadt ihn bekommen sollte, dann kann ich denen nur gratulieren.


Blauer Montag
24. Juni 2016 um 15:57  |  548007

YES Toto-BSC um 15:49
Den Topf haben die Briten unter dem Motto „Britain first“ selbst zum Kochen gebracht. Also liegt es an ihnen, diese Suppe auch auszulöffeln.

Wer bin ich denn, dass ich den Politikern in Britannien, Ungarn oder Polen erzähle, was ich für politisch angemessen und klug halte. Die werden hoffentlich selbst darauf kommen. 😎


Blauer Montag
24. Juni 2016 um 16:00  |  548008

Bis auf Weiteres gehe ich davon aus, dass Beerens in der kommenden Woche auf dem Schenckendorffplatz trainieren wird. Ferner wäre es möglich, dass er eine Halbzeit gegen Banal Baku spielen wird – oder wer auch immer uns als Gegner zugelost wird in der Quali zur Euro League.


Joey Berlin
24. Juni 2016 um 16:01  |  548009

@Toto-BSC
24. Juni 2016 um 14:21 | 547991,

ginge noch „unkomplizierter“… 😉

Perspektivwechsel!

Nach dem Aufstand des 17. Juni in der DDR,
ließ der Sekretär des Schriftstellerverbands
In der Stalinallee Flugblätter verteilen
auf denen zu lesen war, dass das Volk
das Vertrauen der Regierung verscherzt habe
und es nur durch verdoppelte Arbeit
zurückerobern könne. Wäre es da
Nicht doch einfacher, die Regierung
löste das Volk auf und wählte ein anderes?

#Ideologen und Demokratie ist eine problematische Kombination


Stiller
24. Juni 2016 um 16:18  |  548011

Das sind doch Nebelkerzen, @Joey.

Hier mal die Realität von Populismus – was gaaanz Praktisches und Aktuelles – etwas zum „Demokratieverständnis“ der Referendum-Betreiber Boris Johnson und Nigel Farage:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/nigel-farage-distanziert-sich-nach-brexit-von-millionen-versprechen-a-1099616.html

„Im Netz kritisierten zahlreiche Nutzer den Rückzieher von Farage. Viele verbreiteten ein Foto des Wahlkampfbusses des ehemaligen Londoner Bürgermeisters und Brexit-Befürworters Boris Johnson. „Wir zahlen jede Woche 350 Millionen Pfund an die EU – lasst uns stattdessen das NHS finanzieren“, stand darauf. Damit wurde auch in Werbevideos und auf Broschüren geworben.“

Die Wahl ist erst ein paar Stunden alt. So funktioniert Demagogie (Volksverführung).


Herthas Seuchenvojel
24. Juni 2016 um 16:23  |  548012

mal etwas weiter gedacht:
jedes EU-Land wird nun mit Argusaugen schauen, wie die Auswirkungen sind, wie sehr GB bisher von der EU profitierte, inwieweit und auf welcher wirtschaftlichen Höhe es sich allein durchschlagen kann
selbst Obama hatte gesagt, GB kann keine Geschenke vom großen Partner erwarten, sondern muß sich wie alle nun hinten anstellen
Schottland dürfte stiften gehen samt ihren reichhaltigen Ölquellen und ich kann mir nicht vorstellen, daß sie kurz eine eigene Währung auf die Beine stellen, sondern gleich in den Euro wechseln
ähnlich Nordirland, wo nun die Chance auf eine Vereinigung mit Irland selber erheblich gestiegen sein dürften
Gibraltar mit 32.000 Einwohnern kann nicht auf Europa verzichten, für die ist die Eu-Grenze in seinen Auswirkungen bisher fast wie das tägliche Überschreiten der Landesgrenzen von BRB zu Berlin
sollten die Briten selber irgendwann zurückkehren, dann sicher nicht mit den (teils einzigartigen) )Privilegien, die sie bisher hatten
es ist eine Chance zu Lernen, auf schmerzhafte Weise, könnte aber etliche Populisten in Zukunft abschrecken, wenn ihnen die Folgen sichtbar klarwerden


Toto-BSC
24. Juni 2016 um 16:35  |  548014

@Seuchenvojel: Zum Thema Abschreckung von Populisten. Populisten selbst werden sich nicht abschrecken lassen. Wenn dann eher die Waehler. Aber die vergessen wie alle Menschen leider zu schnell.


24. Juni 2016 um 16:41  |  548015

..es lohnt sich über die verschiedenen Formen der Demokratie in Ruhe und ohne schlechte Laune, nachzudenken
Und >Ideologen < sind eh´immer nur die anderen..


Blauer Montag
24. Juni 2016 um 16:42  |  548016

Wo waren eigentlich die britischen Medien während des Wahlkampfes?
Solche eine dreiste Lüge wie auf dem um 16:18 verlinkten Wahlkampfbus kann doch jeder Praktikant demaskieren.


Blauer Montag
24. Juni 2016 um 16:51  |  548017

Meine persönliche Laune ist blendend. 😀 ☀☀
Die lasse ich mir durch die European Hools Masters oder einen Brexit nicht verderben. Und ich nehme diese Ereignisse nicht zum Anlass, um über Demokratie oder die Europäische Union nachzudenken.

Mittwoch ist Trainingsstart auf dem Schenckendorffplatz.

Im September sind die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus.
Wer Populisten nicht mag (so wie meiner Einer), der sollte zur Wahlurne gehen und eine andere Partei wählen.


dewm
24. Juni 2016 um 17:15  |  548018

@MONTAG: Sind denn die IT-Probleme behoben? Sonst gibt es keine Wahlen im September. Die erfolgen vielleicht erst mit der BER-Eröffnung und die Populisten haben wieder einen Anlass…

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