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Mittwoch, 14.3.2018

Kurt macht den Unterschied

(jl) – Mein lieber Scholli, die Kommentarspalte platzt ja aus allen Nähten. Die jüngsten Berichte um Mitchell Weiser und das Treffen mit Leverkusens Manager Jonas Boldt haben teilweise heftige Reaktionen ausgelöst. Sucht man im Blog-Eintrag von Dienstag nach „Weiser“ werden über 80 Erwähnungen angezeigt. Die Bandbreite der Reaktionen reicht dabei von „ein Abgang wäre eine Vollkatastrophe“ bis „soll er doch …“.

Trouble um Weiser

Fest steht: Weiser ist ein hochveranlagter Kicker. Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Der Bursche war ziemlich häufig verletzt. Insgesamt hat er seit seiner Ankunft 2015 23 Spiele wegen Blessuren verpasst. In dieser Saison hat er deutlich weniger Zählbares zustande gebracht als in der Vergangenheit (20 Ligaspiele, ein Tor, zwei Vorlagen), verfügt aber trotzdem über Qualitäten, die ihn von seinen Kollegen abheben. Einen derart Eins-gegen-eins-wütigen Spieler hat Hertha sonst nicht.

Dass Weiser bei diversen Topklubs auf dem Radar rumfliegt, ist hinlänglich bekannt. Dass er sich selbst mittelfristig in der Champions League verortet, auch. Insofern scheint die Konstellation Weiser/Leverkusen plausibel, zumal Papa Patrick Weiser als Nachwuchstrainer bei Bayer arbeitet und Weiser im Rheinland aufgewachsen ist.

Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich die Geschichte entwickelt. Wie reagiert Trainer Pal Dardai? Welche Leistungen zeigt Weiser?

Was Hans Meyer sagt

Bislang hat der U21-Europameister die Bedingungen in Berlin sehr zu schätzen gewusst, seinen Vertrag daher auch frühzeitig bis 2020 verlängert. Dass das auch so bleibt, ist damit aber nicht gesagt. Um mal den „Fußball-Weisen“ Hans Meyer zu zitieren:

„Es ist eines der großen Missverständnisse unserer Zeit, dass wir Erwartungen und Sehnsüchte der Fans auf die Spieler übertragen. Wir würde es uns sehr viel einfacher machen, die beiden Welten klar zu trennen.“ Quelle: 11Freunde #196

Klar ist: Falls es tatsächlich zu einem Wechsel kommt, hat zumindest Finanz-Chef Ingo Schiller Grund zur Freude. Zur Erinnerung: Weiser kam ablösefrei. Sollte er gehen, wird die Ablöse im zweistelligen Millionenbereich liegen.

Pal Dardai äußerte sich zu all dem nicht am Mittwoch. Weiser trainierte völlig normal mit dem Team – business as usual.

Der Fokus lag erneut auf dem Toreschießen. Das Setting: Vier an der Mittellinie startende Angreifer gegen zwei Verteidiger plus einen weiteren. Die dritte Defensivkraft startete mit etwas Verzögerung im Vollsprint an der Mittellinie.

Verteidiger treffen besser als die Stürmer

Die Zahl der Treffer hielt sich – ihr habt es geahnt – in Grenzen. Auffällig war, dass die Quote bei den Verteidigern gefühlt höher war als bei den „Fachkräften“ aus dem Sturm. Dardai hatte trotzdem einen Fortschritt ausgemacht. „Das war eine Steigerung. Schön!“

Abschließend gab’s ein Elf-gegen-elf auf verkürztem und verengtem Feld. Gespielt wurde mit nur einem Kontakt. Sah phasenweise recht chaotisch aus, entwickelte sich aber zu einem ansehnlichen Schlagabtausch. Am Ende hieß es „letztes Tor entscheidet“. Jenes gelang Sinan Kurt. Kein Scherz 😉

Am Donnerstag trainiert Hertha hinter verschlossenen Schranken. Dafür gibt’s ein Update auf der PK – sicher auch zum dem Thema Weiser.


92
Kommentare

Paddy
14. März 2018 um 18:39  |  643053

Ha!


Slongbo
14. März 2018 um 18:41  |  643054

Ho!


Colossus
14. März 2018 um 18:58  |  643056

He!


Susch
14. März 2018 um 19:06  |  643058

Hertha BSC!


elaine
14. März 2018 um 19:07  |  643060

Olé Olé Olé


dewm
14. März 2018 um 19:11  |  643061

Der Meister von der Spree!


hurdiegerdie
14. März 2018 um 19:13  |  643062

@Damenwahl
Wie Opa? Du hast Exil-Herthaner in der Schweiz besucht?
Und mich nicht?


raffalic
14. März 2018 um 19:17  |  643063

Hier kommt Kurt…etwa doch noch??


Paddy
14. März 2018 um 19:21  |  643064

Gelb gegen Rafinha obwohl es ein glasklares rotwürdiges Foul war
(Bayernbonus)


hurdiegerdie
14. März 2018 um 19:39  |  643065

hmm Stocker sitzt auch in der Schweizer Liga auf der Bank (gerade gegen Lausanne)


Stiller
14. März 2018 um 19:57  |  643066

Schön, wenn Sinan jetzt mal sowas wie „gesunden Ehrgeiz“ entdecken würde. Alt genug ist er.


coconut
14. März 2018 um 20:11  |  643067

Wenn Sinan endlich durchstarten würde, hätten wir schon einen Ersatz bei einem möglichen Abgang von Weiser…
Der Junge hat so viel Potential, nur abrufen muss er es.


Stiller
14. März 2018 um 20:54  |  643071

Denke ich auch so; allerdings muss der Kopf mitmachen.

Da Mitch aber sein Host ist (war), könnte das insgesamt problematisch werden. Er müsste sich dann auch noch von seinem Ziehvater (oder so) lösen …


Colossus
14. März 2018 um 21:11  |  643072

Ist denn das Tor von Kurt Beleg einer aufsteigenden Form, oder purer Zufall.Nach dem Motto des Huhns…?


pathe
14. März 2018 um 21:12  |  643073

Messi ist einfach ein unfassbar guter Fußballspieler…


hurdiegerdie
14. März 2018 um 21:33  |  643074

pathe
14. März 2018 um 21:12 | 643073

Das ist ja meine Theorie (nicht das Hertha Messi haben könnte).
In der Bundesliga sind die Abwehrreihen so gut organisiert, dass du kaum mit Passspiel durchkommst. Das Verschieben ist gut die Absicherung ist gut. Du brauchst einen, der mal 1-2 Spieler überdribbelt und so Unruhe in die Abwehr schafft, weil die Verteidigung Positionen auflösen muss.

Genau der Spieler, nicht unbedingt auf Messi-Niveau, fehlt Hertha; einer der mal im Mittelfeld ein Dribbling anziehen kann, das Unruhe beim Gegner schafft, weil er die defensive Ordnung aufgeben muss.


14. März 2018 um 21:34  |  643075

Leute!
Sinan Ersatz für Grete?
Entschuldigung aber der ist richtig gut/optimistisch! Tut mir leid, kann ich nicht ernst nehmen.


Freddie
14. März 2018 um 21:38  |  643076

@hurdie
Das war doch auch der Vorteil von Bayern in der Vergangenheit.
Stichwort Robbery. Bei aller Passsicherheit, die beiden in Hochform sorgten mit ihren Dribblings doch für die Erfolge nach vorn.


backstreets29
14. März 2018 um 21:42  |  643077

Das hat Weiser mal ausgezeichnet


14. März 2018 um 21:42  |  643078

Darum wird bei Hertha in der Jugendakademie auch besonderer Wert auf 1 vs 1 gelegt.


Opa
14. März 2018 um 21:43  |  643079

@hurdie: Ich besuche nur Exilherthaner im digitalen Leninismus ?


Ursula
14. März 2018 um 21:46  |  643080

…NUR das die Messis & Co., also
auch die „Bezahlbaren“ nicht auf,
an den Bäumen wachsen…

…weil es eben auch im „preiswerten
Segment“ für die BULI kaum verfüg-
bare Kapazitäten gibt..!!

Eigentlich suchen ALLE, nicht nur die
Hertha, solche “ 1 zu 1″-Typen…

…und SIE sterben aus, Ribery, Robben…


hurdiegerdie
14. März 2018 um 21:59  |  643081

backstreets29
14. März 2018 um 21:42 | 643077

Sehe ich auch so, aber er kommt (kam) von aussen. Aus der Mitte heraus ergeben sich noch mehr Möglichkeiten. Problem: den suchen alle.

edit: bei „alle“ schliesse ich immer Bayern aus.


hurdiegerdie
14. März 2018 um 22:13  |  643082

Sieht so aus als wenn aus der Supergeldliga England im Viertelfinale der Cl nur 2 Mannschaften übrig bleiben.
3 aus Spanien, 2 aus Italien, 2 aus England und die aus Deuzschland, bei den man jeden internen Wettbewerb der Liga verzerrt, damit wenigstens eine deutsche Mannschaft dabei ist 😉


14. März 2018 um 22:14  |  643083

..was bei wikiblödia noch nicht steht, ist dann erstmal „Neuland“ für manchen Filosofen…


hurdiegerdie
14. März 2018 um 22:27  |  643084

apollinaris
14. März 2018 um 22:14 | 643083

Schöner, inhaltsvoller Beitrag


hurdiegerdie
14. März 2018 um 22:30  |  643085

Opa
14. März 2018 um 21:43 | 643079

Muss ich nicht verstehen, aber ich könnte dir schöne Ecken für dein Tagebuch zeigen.

Echt ma, wenn du in der Nähe bist, lass es mich wissen. Ich kann durchaus auch mal nach Basel reisen.


hurdiegerdie
14. März 2018 um 22:50  |  643086

Ursula
14. März 2018 um 21:46 | 643080

Wo Ribery und Robben in der CL stehen, werden wir im Viertelfinale sehen.

Istanbul ist bei dem Wahnsinn CL kein Gradmesser.


14. März 2018 um 22:55  |  643087

@hurdi..dann passt es doch bestens auf 21:43?
oder nich?


Opa
14. März 2018 um 23:07  |  643088

Worauf möchtest Du denn hinaus, Apo? Das mit dem digitalen Leninismus kam von Dir oder?


hurdiegerdie
14. März 2018 um 23:22  |  643090

apollinaris
14. März 2018 um 22:55 | 643087

Tschuldigung, ich konnte Wikiblödia, Neuland und Filosophen nicht in einen Einklang mit digitalem Leninismus bringen, aber Opas Post von 23:07 erleuchtet mich.


14. März 2018 um 23:31  |  643091

@opa..natürlich.
@hurdi..kein Ding.


Opa
14. März 2018 um 23:32  |  643092

Hurdie, das ist immerhin nichts, was sich nicht in zwanzig Sekunden klären ließe ?


Colossus
15. März 2018 um 0:19  |  643093

Laut Bild kratzt der Hsv nochmal alles hervor was sie so zu bieten haben hinsichtlich Unterstützung Taktikumstellungen und neuer Spieler. Ich würde ja sagen auf sie mit Gebrüll, bin aber leider unglaublich pessimistisch.


Herthas Seuchenvojel
15. März 2018 um 1:47  |  643094

Benni
15. März 2018 um 8:09  |  643096

Nächste Woche Donnerstag könnte sich der Fußball, wie wir ihn kennen, für immer signifikant verändern (bzw. werden die Weichen dafür gestellt).

Ist eigentlich bekannt wie sich Hertha zum Thema 50+1 in einer Woche positionieren wird?


SORGENKIND
15. März 2018 um 9:14  |  643097

Ich seniere über Fragen aus dem Damenwahl Podcast. (Wieviel Bier ist eigentlich übrig geblieben? Und war Opa auf dem Klo?)
Und???
Wie gut ist Pal Dardai’s Deutsch?
Das ist, so scheint es mir immer eine Frage des Gegenüber. Ich verstehe schon Leute, oder was sie meinen mit sehr viel weniger Kenntnissen der deutschen Sprache. Vermeiden sie es doch auch dadurch weniger um den heissen Brei herumzureden. Umgedreht tue ich mich z.T. schwer mit der Kenntnis über Aussagen von Muttersprachlern.
Wer erinnert sich nicht an den wunderbaren Tobsuchtsanfall eines gewissen Herrn Trappatoni? Um es mal abzukürzen, ich verstehe jede Aussage von Pal.
Und ich empfinde diese (danke @ Opa) gewisse Bauernschläue als sehr wohltuend.
Jedes Wort von Pal ist so klar wie fliessendes Wasser.

Sinan Kurt – Was ist passiert…. neue Frisur….zurück im Training….letztes Tor….vielleicht mal wieder im Kader? (kopfkratz)

Ich bekomm ums Verrecken keine Prognose für den Kick in Hamburg zustande. Ich will den Gedanken gar nicht daran verschwenden, was passiert wenn….
Lassen wir das….
Ha Ho He


frankophot
15. März 2018 um 9:32  |  643098

Es muss schlimm um die Offensive stehen, wenn S. Kurt den „Unterschied“ macht…


Jack Bauer
15. März 2018 um 9:56  |  643099

@Benni:

Bei Hertha – dem Verein mit „Haltung“ – eiert man in der Frage seit Wochen herum.
Im Übrigen finde ich ja den Standpunkt witzig, dass sich 50+1 zwar grundsätzlich bewährt habe, aber doch bitte jeder Verein selber entscheiden sollte, ob er die Mehrheit seiner Anteile verkaufen will oder nicht. Das ist doch nichts anderes, als für eine klare Abschaffung von 50+1 zu votieren.

Meine Meinung zu dem Thema habe ich schon oft genug klar gemacht. In einer Investorenliga bin ich als Fan raus. Einen Wettlauf um den geilsten Scheich mache ich nicht mit. Und der Glaube daran, dass die Liga dadurch fairer wird und die Zuschauer weiter (oder wieder?) in Massen ins Stadion strömen, ist in meinen Augen ganz klar ein Irrglaube. Die Antwort auf eine sich abzeichnende beginnende Übersättigung kann nicht heißen „wir brauchen einfach alle noch mehr Kohle“.


Benni
15. März 2018 um 10:06  |  643100

@Jack Bauer:
Schade, hätte mir da eine klare Haltung gewünscht.

In der Konsequenz bin ich bei dir. Fällt 50+1 bin ich weg.

Wobei hier 50+1 das Fass zum überlaufen bringt.
Das Entfernen von der Basis, die lieben Werksclubs, Videobeweise, der Umgang mit den Fans, die Spieltagszerstückelung und einige andere Entwicklungen machen das Premiumprodukt Fußball immer weniger zu meinem Fußball.


15. März 2018 um 10:06  |  643101

@Jack

ich kann einige der Argumente in Sachen 50+1 nachvollziehen. Aber dass 50+1 den fairen Wettbewerb fördert oder erhält, sehe ich nicht.

Unter der derzeitigen 50+1 Regel hat der FC Bayern in 55 Jahren Bundesliga 27 mal den Titel geholt. In den letzten Jahren sogar sechs mal am Stück. Und doch soll diese Regel für die Chancengleichheit gut sein. Das leuchtet mir nicht ein.


Jack Bauer
15. März 2018 um 10:47  |  643103

@Sir:

Ich glaube (vielleicht irre ich mich?), dass ich auch nie als Argument hervorbrachte, dass 50+1 einen fairen Wettbewerb garantiert. Dass die Liga nicht spannend ist, ist mir natürlich bewusst. In meinen Augen ist ein Hauptgrund dafür die falsche Verteilung der TV Gelder, insbesondere der CL-Gelder. Hierdurch wurde der Unterschied in den letzten 5-10 Jahren nochmal deutlich extremer und eine Überraschungsmeisterschaft, wie die von Kaiserslautern, Stuttgart, 2009 fast uns, ist mittlerweile so gut wie unmöglich geworden.

Nur wird mir jetzt gesagt, dass wenn 50+1 wegfällt, die Liga wieder spannend wird. Weil dann Vereine wie Hertha, Frankfurt, Köln, Stuttgart, Hannover die Möglichkeit haben viel Geld einzunehmen und den Abstand zu den großen zu verringern. Ich halte dagegen: Wenn Hertha 75% seiner Anteile verkauft, nehmen sie dafür ein Bruchteil dessen ein, was Bayern, Dortmund oder Schalke dafür kriegen würde. Sprich: machen alle dieses Rennen mit, profitieren die aktuell großen Vereine nur noch mehr davon, als Mittelklasse Vereine wie Hertha.
Also was bleibt? Die Hoffnung auf einen Oligarchen, der deutlich mehr Geld in den Verein pumpt, als Hertha eigentlich Wert ist. Mir dreht sich bei dem Gedanken der Magen um.

Zusammenfassend: Nein, 50+1 steht nicht für eine gerechte Liga und ginge es nach mir, würde man die Ausnahmeregelungen, speziell RB, welche den Sinn der Regel mit Füßen treten, vom Wettbewerb ausschließen.
Aber 50+1 bewahrt uns vor einem Wettlauf um die besten Investoren, in dem wir dann nicht mehr drüber reden, ob Tedi besser als KIK oder Nike ist, sondern ob wir Pate für einen terrorfinanzierenden Staat stehen wollen. Ob wir wollen, dass unser Verein von der Laune einer einzelnen Person, im besten Falle noch ohne Fusballkenntnis, abhängig ist. Ob wir wollen, dass wir unser Logo verändern, weil die Form der Fahne sich vielleicht nicht so geil vermarkten lässt. Ob Hertha als Name nicht eh veraltet ist und wir nicht überall als Berlin wahrgenommen werden sollen? Ob wir wollen, dass die Frage ob Fußball für alle Schichten bezahlbar sein muss, in Zukunft nur noch durch den Faktor Einnahmenmaximierung beantwortet wird… Und so weiter…


Opa
15. März 2018 um 10:50  |  643104

50 plus 1
Man sollte die Themen 50+1 und das sittenwidrige wie wettbewerbsverzerrende CL Füllhorn und die Testosteronträume der internationalen Wettbewerbsfähigkeit nicht zwingend in einen Topf werfen, wenn am Ende der Debatte etwas fruchtbares bei herauskommen soll. Fairen Wettbewerb kann es nur geben, wenn die Spielregeln für alle gleich sind. Doch um einen fairen Wettbewerb geht es in der Debatte um Profifußball doch erkennbar zu selten. Da werden merkwürdige Argumente wie „Investitionssicherheit“ oder „Arbeitsplätze“ angeführt, was beides am Kern der Debatte völlig vorbeigeht, denn bei einem Fußballspiel soll es doch nicht darum gehen, dass sich zwei Buchhalter im erweiterten Mittelkreis sich Kennzahlen um die Ohren hauen und wer mehr „Männer unter Waffen“ und das dickste Anlagevermögen hat, gewinnt. Das ist es, was derzeit faktisch auf den Plätzen zu sehen ist und was offensichtlich das bisherige Publikum zunehmend nicht mehr serviert bekommen will.

Ich persönlich möchte zurück zu echtem 50+1, raus mit VW, raus mit Bayer, raus mit RB, raus mit Hopp, raus mit Kind. Vermutlich werden die auch bald raus in ihre Superliga, wenn sie denn da aufgenommen werden. Mal gucken, wie Kind tobt, weil sein Spielzeug als zu wenig glamourös und sein Vermögen als zu popelig an der Aufnahme zum closed shop Superliga scheitert.

Zurück bleiben dann zweit- bis drittklassige nationale Wettbewerbe, die dann wieder den Fokus auf „Sportvereine“ richten sollten, die mehrheitlich von ihren Mitgliedern und Gönnern getragen werden, während die Großkopferten in ihrer Operettenliga spielen und sich für so systemrelevant halten, dass sie irgendwann nach einem Rettungsschirm plärren.

Das Problem des deutschen Fußballs ist heute schon zu viel Geld, nicht zu wenig. Was soll noch mehr Geld durch Investoren denn positives bewirken? Dass dann alle Schiffe höher liegen und die Renditeerwartungen steigen?

Mein Traum wäre eine in Regionalligen ausgetragene deutsche Meisterschaft. Jede Woche von August bis März ein regionales Derby, danach „Play-Offs“ um den nationalen Meistertitel mit einem Endspiel im „deutschen Wembley“, daneben verrottend die von „Boulderern“ genutzte Bauruine des neuen Herthaplatzes als Mahnmal für eine Zeit, die nicht noch einmal wiederkommen soll, so wie die Ruine des Anhalter Bahnhofs oder die alte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.

Ich wünsche mir, dass sich unsere Vereinsführung mit dieser von den Fans vorgetragenen Haltung zu 50+1 aufrichtiger und ernsthafter auseinandersetzt als bei der Stadionfrage, sonst könnte das mit der Ruine schneller gehen als ihnen lieb sein kann.


SORGENKIND
15. März 2018 um 10:57  |  643108

@Sir Henry
Mir persöhnlich geht es gar nicht darum die Bayern zu beerben.
Gott bewahre uns davor, so einen Fussball wie den der Bayern dereinst zu spielen. Ich will Fussball, kein 90% Ballbesitz!
Und ein etwaiger Fall von 50+1 wird das auch nicht automatisch einfacher machen.
Ich will, das der Fussball ein Stück Kultur bleibt. Ein Stück gewachsenen Tradition, wo auch nachhaltig Rücksicht auf Diejenigen genommen wird, denen in erster Linie nicht die Rendite sondern der Sport am Herzen liegt. Und die Liebe zu IHREM Verein!
Wenn einzelnen Personen das Handeln überlassen wird, haben wir bald überall Zustände wie in Hannover, Westham United, Wimbledon FC bzw Milton Keynes Dons. usw. Die Leute begehren auf!

Zwischen die Aussagen von Benni, Jack und mir passt kein Blatt Papier!


Seppel
15. März 2018 um 11:11  |  643112

@ SORGENKIND
15. März 2018 um 10:57 | 643108
Ich will, das der Fussball ein Stück Kultur bleibt. Ein Stück gewachsenen Tradition, wo auch nachhaltig Rücksicht auf Diejenigen genommen wird, denen in erster Linie nicht die Rendite sondern der Sport am Herzen liegt. Und die Liebe zu IHREM Verein!
————————
DAS WILL ICH AUCH !
A B E R…….
ist das noch möglich im bezahlten Fußball? Ich wage es zu bezweifeln. Also ab in die Brandenburg oder Berlin-Liga , zum Beisiel Bernau und/oder Nordberliner SC gucken…….
oder noch tiefer und mitkicken….


Blauer Montag
15. März 2018 um 11:20  |  643114

Hoffentlich gewinnt Hertha die „Burgenspiele“ (gegen HSV und VfL) und gegen den 1. FC Köln. Dann weiß jeder der genannten Vereine, für welche Liga er ab August 2018 planen kann.

Ich finde Siege gegen direkte Tabellennachbarn immer besonders wichtig, um sie auf Abstand zu halten. Gegen den VfB, Werder, Mainz und Freiburg hat das Toreschießen im Jahr 2018 leider überhaupt nicht geklappt – 2U und 2N brachten nur 2 Pünktchen.


SORGENKIND
15. März 2018 um 11:29  |  643119

@ Seppel

Ich weis nicht mal, ob mir das bei der derzeitigen Entwicklung so schwer fallen wird?
Ich bemerke bei mir eine zunehmende Sättigung. Das Ganze entwicklet sich immer mehr zu einem unerträglichen Zirkus!
Der Eine oder Andere hier tickt wohl ähnlich, frohlockt auch schon auf unvorhersehbare Ergebnisse eines Amateur Fussballspiels, gepaart mit Bratwurst und Bier zu bezahlbaren Preisen.


fußballfreund83
15. März 2018 um 11:31  |  643120

@Seppel
Weil ich den Verein hier im Zusammenhang schon öfters las.
Als Beispiel taugt der (in meinen Augen) für Fußball im verklärten, romantischen Sinne einfach nicht. Denke ich an die 00er Jahre, so frage ich mich ob sich das mit 50+1 vereinbaren ließ, was dort verwurstet wurde?


Seppel
15. März 2018 um 11:34  |  643121

@ SORGENKIND
15. März 2018 um 11:29 | 643119

Mein Schwiegersohn spielt in Brandenburg. Genau das macht Spaß! Bratwurst vom „Dorfschlachter“ lecker! Bier (echtes Bier) vom Faß lecker! Und Fußball hautnah! Toll! Ich sehe mir das im Augenblick (noch) beides an, Profi und Fußball PUR! 🙂


Seppel
15. März 2018 um 11:34  |  643123

@fußballfreund83
Welcher Verein?


fußballfreund83
15. März 2018 um 11:35  |  643124

Nordberliner SC


Uwe Bremer
Uwe Bremer
15. März 2018 um 11:38  |  643126

@Hektik

und Leidenschaft – Erinnerungen an Gert Dörfel und Dick van Burik,
Bernd Hollerbach und Arne Friedrich
– meine Kolumne Immer Hertha „Letzte Ausfahrt Volkspark“ – hier


Seppel
15. März 2018 um 11:38  |  643127

Na ja, ist nicht der best geführte Verein, stimmt! Aber die meisten Jungs die da spielen, machen das für (max.) Fahrgeld! und es ist ja ein relativ junger Verein. Sicher wurde viel falsch gemacht, sicher wird noch immer viel verkehrt gemacht aber die Jungs auf dem Platz liefern ehrlichen Fußball. Ich weiß, dass fast alle woanders etwas Geld verdienen könnten.


Pflaume09
15. März 2018 um 11:56  |  643131

#Nordberliner SC
Da spiele ich auch alte Herren.
Und Sohnemann D2.


hurdiegerdie
15. März 2018 um 12:01  |  643132

Uwe Bremer
15. März 2018 um 11:38 | 643126

Na da hattest du ja nicht viel zu schreiben 😉

Link geht nicht -> about:blank


Blauer Montag
15. März 2018 um 12:01  |  643133

Dein Link funzt (nur?) bei mir nicht Uwe 11:38 Uhr.


Blauer Montag
15. März 2018 um 12:08  |  643135

… Ein Konkurrenzverhältnis zwischen Hertha und dem HSV gibt es schon ­länger nicht mehr. In Berlin wird eine eigene Strategie verfolgt … Hertha als Ausbildungsverein für die Großklubs. Beim HSV ist von einer Strategie oder Philosophie schon länger nicht mehr die Rede.

Stattdessen rufen die Abendblatt-Kollegen aus Hamburg an: Ob es im Archiv noch Interviews von Michael Preetz gibt: Wie der Hertha-Manager es 2013 ­geschafft hat, den Abstieg in die Zweite Liga für einen Neustart zu nutzen. Und Michael Färber, der Morgenpost-Reporter von Zweitligist 1. FC Union, hat sich schon erkundigt: nach der besten Reiseroute zum Volkspark.

Kleiner Tipp für die Kollegen:
http://www.immerhertha.de/?s=preetz 😉


Uwe Bremer
Uwe Bremer
15. März 2018 um 12:10  |  643136

@50plus1

@jack
Meine Meinung zu dem Thema habe ich schon oft genug klar gemacht. In einer Investorenliga bin ich als Fan raus. Einen Wettlauf um den geilsten Scheich mache ich nicht mit.

Was heißt diese Meinung für die Zukunft der Bundesliga?

Es gibt die bekannte Ausnahmen von der 50+1-Regel (Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim), Hannover 96 hat einen Antrag auf ebenfalls eine Ausnahmegenehmigung erstellt, RB Leipzig ist unterwegs als „a class of its own“ (mit Zustimmung von DFB, DFL und UEFA):

– Die DFL beschließt, dass es ab sofort keine neuen Ausnahmegenehmigungen mehr gibt. Alle Vereine, die von unten neu dazukommen, müssen in Besitzverhältnissen von 50+1 daherkommen.
– Wissen die Fans, dass auch 50+1 Investoren erheblichen Einfluss ermöglicht? Hertha ist ein gutes Beispiel: Das wichtigste Gremium, der Aufsichtsrat der KGaA, fliegt regelmäßig unter Wahrnehmung durch. Dabei entscheiden mit Horst J. Pudwill und Markus Hunold von KKR jetzt bereits Investoren-Vertreter mit. Wenn KKR seine Anteil (wie zu erwarten ist) von 9,7 auf 33,4 Prozent erhöhen wird, wird ein weiterer KKR-Vertreter dort Platz nehmen. Wenn es Hertha gelingt weitere Anteile zwischen 33,4 bis 100 Prozent der Hertha-Aktienanteile zu verkaufen, werden auch diese Investoren im Aufsichtsrat der KG Platz nehmen und Einfluss haben
Aufsichtsrat der Hertha-KG – Besetzung

Angenommen, Hertha verkauft 100 Prozent seiner Aktienanteile – ist Hertha dann ein Investorenklub? Falls ja – alles ganz regulär im 50plus1-Mantel.

P.S. Der Traum von @opa, dass die DFL die bereits erteilten Ausnahmegenehmigungen zurückzuzieht, ist in unserem Rechtssystem nicht durchführbar.


SORGENKIND
15. März 2018 um 12:13  |  643137

Ich hatte mal eine kurze Phase, (ca.3 Jahre) da bin ich zwischendurch zu einem 5.Ligisten nach McPomm gefahren.
Das ergab sich aus familiären Umständen. Ein Onkel war Präsi da.
Das war wirklich klasse. Fussball durch und durch zum anfassen. Max 500 Zuschauer. (Die Berliner waren imer die lautesten)
Die Spieler mit Brauereikunst aus Berlin vor dem Spiel verwöhnt. Bratwurst und Bier zu den erwähnt günstigen Preisen. Beiwohnen der Pressekonferenz nach dem Spiel. Eine wunderbare Zeit.
Aus diversen Gründen ist das leider etwas eingeschlafen….

Aber das hat seine ganz besonderen Charme. Fussball, reduziert auf das Wesentliche…


Uwe Bremer
Uwe Bremer
15. März 2018 um 12:14  |  643138

@Männer

und Technik ? … habe den Link zur Immerhertha-Kolumne über den HSV noch mal neu gesetzt (um 11.38 Uhr).

Oder hier: Letzte Ausfahrt Volkspark – hier

Danke für Eure Hinweise


Paddy
15. März 2018 um 12:30  |  643139

@SORGENKIND daher bin ich am Freitag also Morgen auch erstmal bei einem Oberligaspiel (Viktoria – Dassendorf) und dann am Samstag bei dem komischen Chaosverein, wo wir hoffentlich nicht, wie immer, Krisenclubs den Anstoß geben, damit es bei denen wieder Aufwärts geht :-/ ich hoffe nur noch, mehr geht einfach nicht mehr (und worauf, will eh keiner hören und weiß auch jeder aus den eigenen Anschauungen)… Ach wird schon irgendwie werden…


King for a day
15. März 2018 um 12:35  |  643141

PK @ Weiser
Preetz: Alles Geschichtchen aus den Zeitungen


Jack Bauer
15. März 2018 um 13:10  |  643142

@Uwe Bremer:

Dich wird nicht überraschen, dass in meiner Welt eine Liga von eingetragenen Vereinen die Idealvorstellung ist. Trotzdem bin ich auch ein kleines bisschen Realist.

Hannover 96 hat sämtliche Anteile der KGaA an eine Investorengruppe um Martin Kind verkauft. Wie in den letzten Wochen rausgekommen ist, ist die Bewertung der Anteile da wohl nicht immer ganz korrekt abgelaufen.
Nun stellt sich die Frage: Warum will Martin Kind unbedingt diese 50+1 Regel weghaben, wo ihm doch schon die Anteile der KGaA gehoren? Die Ausnahmeregelung, von der Wolfsburg, Leverkusen und Hoffenheim profitieren kann er nicht nutzen. (Sind wir uns einig, dass Martin Kind natürlich nicht seinen Antrag nicht hat ruhen lassen um zur „Debatte“ aufzurufen, sondern er natürlich erfahren hat, dass sein Antrag abgelehnt werden würde, da seine Zuwendungen weder so hoch, noch so konstant waren, wie er das seit Jahren erzählt?)
Auch bei einer KGaA wird die Geschäftsführung vom haftenden Komplementär, nämlich der GmbH in Vereinsbesitz, bestimmt. Somit ist gewährleistet, dass die Mitgliederversammlung des Vereins das höchste Vereinsgremium ist. Was u.a. dazu führt, dass wir hier hitzige Diskussionen erleben, weil die Mitgliederversammlung sich erdreistet, den Spielort Herthas in der Satzung festlegen zu wollen. Auch das Logo und die Farben sind dort geregelt, aber das weißt du. Ich möchte das nicht opfern nur um zu hoffen, dass jemand mehr Geld in Hertha investiert, als in andere (teilweise deutlich höher dotierte) Bundesligavereine und somit den Verein zu seinem Spielzeug macht und die Mitgliederversammlung, ähnlich wie bei RBL, obsolet wird.


Opa
15. März 2018 um 13:17  |  643143

Gedankenspiele?
Für jemanden, der das seit Jahrzehnten gültige 50+1-Modell der DFL als „auf tönernden Füßen stehend“ darstellt, hast Du eine erstaunlich robuste Rechtsauffassung, lieber Uwe. Als ob Körperschaften wie RB, Bayer oder VW einen Rechtsanspruch auf Teilnahme am Wettbewerb und ewige Ausschüttung von Fernsehgeldern hätten.

Spielen wir doch mal folgendes Szenario durch. Die „Großen“ Europas gründen eine eigene Superliga, die von der DFL vermarktete Bundesliga ist auf einen Schlag „entwertet“, Fernsehgelder gehen zurück, ggf. geht der Rechteinhaber über die Wupper, eine Insolvenz der Liga und/oder die Einstellung des Spielbetriebs droht.

Unter dem Dach des deutschen Fußball Bundes wird auf Basis der bereits bestehenden Regionalligen eine neue deutsche Meisterschaft ausgeschrieben. Dort, beim gemeinnützigen DFB, der den Sport in den unteren Ligen regelt, gilt in jedem Fall § 16c Abs. 2 der DFB Satzung (daraus ergibt sich nämlich der Ligastatut der DFL), Vereine, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, sind nicht spielberechtigt. Da können VW, Bayer und Co. ihre Ansprüche ja gern gegen die DFL richten, spätestens dann reißt diese die Hufe hoch, zumal es in der dann leeren Hülle keinen Vermögensgegenstand mehr gibt, der die Ansprüche von Gläubigern befriedigen könnte.

In der DFB Satzung heißt es zu Ausnahmeregelungen:

Über Ausnahmen vom Erfordernis einer mehrheitlichen Beteiligung des Muttervereins nur in Fällen, in denen ein Wirtschaftsunternehmen seit mehr als 20 Jahren den Fußballsport des Muttervereins ununterbrochen und erheblich gefördert hat, entscheidet das Präsidium des DFB auf Antrag des Ligaverbandes.

In diesem Szenario gibt es keinen Ligaverband mehr, der einen Antrag stellen könnte, daher ergibt sich da auch kein Anspruch, zumal es die Liga ja auch nicht mehr gäbe.

Ergebnis: Ein Regionalligasystem, entkernt von den Ausnahmetatbestands- und Gestaltungsmissbrauchsfällen unterhalb einer europäischen Superliga. Die Regionalligen müssten dann über die Regionalverbände TV Verträge abschließen bzw. die Vermarktung der TV Rechte regeln. Auf welcher Rechtsgrundlage sollten Körperschaften wie RB, VW oder Bayer bei diesem Szenario Ansprüche gegen den DFB oder die Regionalverbände haben?

Zugegeben eher hypothetisch, aber durchaus im Rahmen unseres Rechtssystems durchführbar.


Jack Bauer
15. März 2018 um 13:19  |  643144

Noch eine kleine Ergänzung:

Mit RBL hat die DFL natürlich endgültig die Büchse der Pandorra geöffnet. Wir sollten aber nun nicht so tun, als sei dort alles korrekt abgelaufen und deswegen RB als Präzedenzfall für zukünftige Entscheidungen nehmen. Andreas Rettig, der damalige DFL Geschäftsführer, hat vor nicht allzulanger Zeit verlauten lassen, dass er die Unterschrift unter den Lizenzierungsantrag von RBL verweigert hat, er aber vom Lizenzierungsausschuss überstimmt wurde. Nicht aber, weil der Ausschuss der Meinung war, dass RBL im Rahmen von 50+1 agiert, sondern weil man schlicht der gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem Red Bull Konzern aus dem Weg gehen wollte. Und genauso wenig, wie RBL die 50+1 Regel einhält, sind Salzburg und Leipzig zwei voneinander unabhängige Vereine. Daher halte ich es für stark verkürzt zu sagen, DFL und UEFA sagen bei RB ist alles in Ordnung, also ist da alles in Ordnung und der Maßstab gilt von jetzt an.


Uwe Bremer
Uwe Bremer
15. März 2018 um 13:45  |  643145

@MichaelPreetz

ist auf der gerade beendeten Pressekonferenz vor dem HSV-Spiel vom Kollegen Lange gefragt worden:

1) Mit welcher Haltung geht Hertha in der 50plus1-Frage in die DFL-Vollversammlung, die kommenden Donnerstag stattfindet?

2) Inwiefern beeinflusst die Fan-Aktion für den Erhalt von 50plus1 die Haltung von Hertha?

Die Antwort von Preetz findet sich ab Minute 20.40 bis 22:15 – via Hertha-TV – hier


Better Energy
15. März 2018 um 13:50  |  643146

@ub

Es gibt – für einige leider unbekannt – in der BWL im Bereich Investition und Finanzierung die goldene Regel.

Langfristig ist langfristig zu finanzieren, kurzfristig ist kurzfristig zu finanzieren.

Gegen diese Regel zu verstoßen kommt noch nicht einmal Banken gut. In der Geschichte der BRD ist aufgrund dieses Regelverstosses sogar eine Bank zusammen gekracht. Die Folge war die BaFin mit erheblichen Kompetenzen.

Auch bei Hertha kennt man dieses Phänomen aus GröMaZ Zeiten. Dessen Handeln war doch letztlich die Aufnahme von KKR und Pudwill als Geber von Eigenkapital. GröMaZ verschuldete Hertha langfristig, um mit diesem Geld dann kurzfristiges Anlagevermögen, – sprich Spieler -, zu kaufen. Das Ergebnis kann heute jeder immer noch in den Jahresabschlüssen von Hertha nachlesen, sind sie doch im Bundesanzeiger als PDF nachlesbar.

Finanzieren durch die Abschaffung der 50+1 die Vereine Spieler mit Eigenkapital, zerbricht die Bundesliga. Und dann haben wir nur noch renditehungrige Pfeiffer in dem Wettbewerb.

Zu der Art der modernen Art der Finanzierung vom GröMaZ sagte mein Vater 1992, es hieß auch 1933, dass sich die Zeiten geändert hätten. Und man müsse halt das Neue wagen. Du kennst ja die Folgen.


Paddy
15. März 2018 um 13:56  |  643147

…zur Diskussion um RB, 50+1, Kind, da wird bzw. wurde doch soviel gemauschelt, dass sich die Balken biegen, ganz zu schweigen von den Milliönchen bzw. Miliardchen, die unverblümt den Besitzer gewechselt haben um Entscheidungen zugunsten von RB durchzusetzen… Ich höre lieber auf, sonst werde ich noch als Verschwörungstheoretiker angeprangert^^
😀 😉


Uwe Bremer
Uwe Bremer
15. März 2018 um 13:59  |  643148

@opa

spar‘ Dir Deine Herablassung, mit der Du Ahnungslosigkeit kaschierst.

Es gibt juristische Grundlagen in unserem Lande, die sich durch die Rechtssprechung der vergangenen Jahrzehnte entwickelt haben. Die gelten ganz unabhängig vom Fußball, aber eben auch für den Fußball.

Im übrigen brauchst Du nicht so zu tun, als wäre es meine Erfindung, dass die 50+1-Regel juristisch anfechtbar ist.

Falls es Dir nicht um Polemik geht, sondern um Inhalt: Diesen Standpunkt hörst Du von jedem, der sich mit dem Thema befasst: Dass die aktuelle 50plus1-Regel aus wettbewerbsrechtlichen Gründen wohl weder vor deutschem noch vor EU-Recht einer gerichtlichen Prüfung standhält.

Die Frage ist, was heißt das für die künftigen Besitzverhältnisse.

Die Auslegung, die hier der eine und andere mir unterschieben will: Wer auf den Punkt der juristischen Schwäche der aktuellen Regel hinweist, fordert die Abschaffung von 50plus1 – ist falsch.

Natürlich ist es eine Option für die 36 Profiklubs der DFL eine Regel im Statut zu verankern, die dem Sinn nach 50plus1 erhält. Dafür muss es eine Dreiviertel-Mehrheit bei der DFL geben. Und: Wie auch immer die Regel formuliert ist, muss sie einer juristischen Prüfung standhalten.

Ich bin gespannt, ob die DFL-Führung am Donnerstag weitere Optionen zur Diskussionen stellen wird. Und wie die aussehen werden.


Jack Bauer
15. März 2018 um 14:08  |  643149

@PK:

Wow, was für eine klare Haltung von Preetz. Man hat einen Standpunkt, den man seit Jahren vertritt – nur halt heute nicht. Deshalb geht man „ergebnisoffen“ in die Gespräche nächsten Donnerstag.

Interessant.
Vielleicht gibt ja Zsolt Petry nächste Woche wieder seine Meinung zu den Torhütern preis. Dann kann Preetz auch mal wieder klare Ansagen machen.


Uwe Bremer
Uwe Bremer
15. März 2018 um 14:22  |  643150

@jack

Wie in den letzten Wochen rausgekommen ist, ist die Bewertung der Anteile da wohl nicht immer ganz korrekt abgelaufen.

Du zerfaserst das Thema in Unterabzweigungen, so dass die Diskussion letztlich am Kern vorbeigeht.
Ich habe in den vergangenen zwölf Monaten mehrfach hier im Blog (und auch im Podcast) darauf hingewiesen, dass die Bewertung der Anteile bei Hannover 96 nicht zu verstehen ist. Dass ist aber das Bier der 96-Mitglieder, warum dort grundlegende Dinge am Anfang der Ausgliederung nicht erkannt worden sind.

Es gibt in dem Thema ja auch gerichtliche Auseinandersetzungen. Die werden irgendeinen Gang gehen und in einigen Jahren wird es letztinstanzliche Urteile geben für Martin Kind und Hannover 96.

Aktuell aber diskutieren die 36 Profiklubs über das grundsätzliche Thema: Wie sollen die Besitzverhältnisse aussehen.

Die Diskussion beginnt gerade. Welche Optionen auf dem Tisch liegen und noch dazu kommen werden, wissen wir in Kürze.
Es gibt verschiedene Interessen. Bayern München hat sich anders positioniert als der BVB usw.

Klar ist: Wenn es Änderungen geben sollte, braucht es eine Dreiviertel-Mehrheit der DFL-Klubs, um die Änderungen zu beschließen.

Und Hertha BSC etwa, hat ein dringenden Interesse, dass die Diskussion nicht endlos dauert. Sondern, dass es spätestens bis Ende 2018 Klarheit gibt.
Weil Hertha sehr hart daran arbeitet, Investoren ins Boot zu holen.

Durch die aktuelle Diskussion aber, kommen Herthas Aktivitäten aber praktisch zum Erliegen. Weil die Verantwortlichen abwarten werden: Innerhalb welcher Leitplanken können wir uns als Klub bewegen: Im 50plus1-Rahmen (auch dem Sinne nach) – oder in einem anderen?

Und Hertha möchte nicht darauf warten, bis das letzte Gericht in Niedersachsen zur letzten Verästelung in der Causa Kind/96 vielleicht im Jahr 2021 sein Urteil gesprochen hat.


Uwe Bremer
Uwe Bremer
15. März 2018 um 14:24  |  643151

@jack

Wow, was für eine klare Haltung von Preetz. Man hat einen Standpunkt, den man seit Jahren vertritt – nur halt heute nicht. Deshalb geht man „ergebnisoffen“ in die Gespräche nächsten Donnerstag.

die Hertha-Haltung hat Preetz in den letzten Wochen mehrfach formuliert.

Es hilft, hin und wieder hinzuhören, wenn die, die Entscheidungen treffen, etwas sagen.


Jack Bauer
15. März 2018 um 14:32  |  643152

@Uwe Bremer:

In meinen Augen führst du gerade die Diskussion am Kern vorbei. Deine Frage an mich war, ob wir denn nicht jetzt schon eine potentielle Investorenliga haben, da die Vereine, die ihre Profimannschaft ausgegliedert haben, sämtliche Anteile daran veräußern können (wie in Hannover und Augsburg bereits geschehen).
Ich habe dir hierauf beschrieben, wo in meinen Augen der entscheidende Unterschied zwischen dem aktuellen Modell und einer Investorenliga besteht (Mitgliederversammlung als höchstes Gremium etc.) Dabei habe ich noch einmal die Fälle Hannover und Leipzig beschrieben, weil diese maßgeblich für die aktuelle Diskussion verantwortlich sind.

Im Übrigen ist mir natürlich genau bewusst, was Preetz in den letzten Wochen zu 50+1 gesagt hat. Ich interpretiere das als „rumeiern“.

Wenn Preetz sich so klar geäußert hat, dann frage ich mich, warum der Kollege Lange heute überhaupt nach der Haltung Herthas nachfragen musste, zwecks nächsten Donnerstag.


Uwe Bremer
Uwe Bremer
15. März 2018 um 14:56  |  643153

@jack

In meinen Augen führst du gerade die Diskussion am Kern vorbei …

ich habe Dir um 12.10 Uhr dargelegt, dass es auch im Mantel von 50plus1 für Hertha BSC möglich ist, ein prima Investoren-Klub zu werden.

Darauf habe ich keine Antwort von Dir gelesen. Stattdessen argumentierst Du über Entwicklungen bei Hannover 96 …

Wenn Preetz sich so klar geäußert hat, dann frage ich mich, warum der Kollege Lange heute überhaupt nach der Haltung Herthas nachfragen musste, zwecks nächsten Donnerstag.

Ja, Preetz, hat sich mehrfach klar dazu geäußert. In der Morgenpost. Auf einer Hertha-Pressekonferenz (nachdem die Kind-Entscheidung bei der DFL ausgesetzt wurde)

Trotzdem habe ich den Kollege Lange gebeten, diese beiden Fragen zu stellen.

Weil es eine aktuellen Anlass gibt (DFL-Vollversammlung am 22. März).

Und weil sich die Welt weitergedreht hat. Vielleicht hast Du mitbekommen, dass in den vergangenen fünf Tagen knapp 2000 Fan-Klubs ein Schreiben 50plus1-Bleibt unterschrieben haben. Auch der Hertha-Anhang ist darunter, etwa der Förderkreis Ostkurve, die Axel-Kruse-Jugend und andere mehr.

Also liegt es als Journalist auf der Hand die Hertha-Verantwortlichen zu fragen: Eure Haltung aus dem Februar ist bekannt: Hat sich die Hertha-Haltung geändert/entwickelt? Etwa weil sich die Fan-Szene in dieser Frage vereinsübergreifend aktuell gerade positioniert.

So funktioniert Journalismus: Dass man Themen verfolgt, dass man Veränderungen registriert, dass man nach Folgen fragt.

Die Antwort von Michael Preetz habe ich hier um 13.45 Uhr verlinkt.

Und keine Bange: Wir bleiben bei dem Thema Wie-sollen-die-Besitzverhältnisse-in-der-DFL-aussehen weiter dran. Nicht nur allgemein. Sondern konkret, weil es ein Thema ist, das für Hertha wichtig ist (s. 14.22 Uhr)


Pro
15. März 2018 um 15:46  |  643154

Wenn es Interessiert PK HSV vor Hertha !

https://tv.hsv.de/player/list/latest/10934157/1

Bin gespannt !


Better Energy
15. März 2018 um 15:57  |  643155

@ubremer

Hertha braucht Sicherheit bis Ende 2018?

Uwe, du bringst mich zum Erstaunen. Hertha hat schon längst reagiert. Wenn du genauer hinsehen würdest und dabei gedanklich meinen vorstehenden Kommentar einbeziehst, dann siehst du es. ?


Frederic Raspe
15. März 2018 um 17:31  |  643156

https://www.tagesspiegel.de/sport/europa-league-salzburg-setzt-auf-viele-trainer-und-laptops/21071712.html
Bin heute im TS drüber gestolpert und denke der Artikel ist interessant im Kontext der Frage, ob unser Trainerstab vielleicht noch erweitert werden sollte.


catro69
15. März 2018 um 18:20  |  643157

Hallo @ub,
nach langer Zeit melde ich mich mal wieder zu einem Blogthema.
Leider, wie es halt so ist, hab ich nichts Erhellendes beizutragen, dafür ne Frage.
Könntest du in kurzen Worten Herthas Position/Haltung beim 50+1 Thema zusammenfassen? Bei meiner Recherche bin ich nur auf ähnliche Formulierungen, wie die auf der heutigen PK gestoßen. Klare Aussagen habe ich nicht gefunden. Sorry, wenn ich damit nerve.


backstreets29
15. März 2018 um 18:24  |  643158

Hertha vertritt mit aller Deutlichkeit die Meinung, dass es bisher super war, aber man auch damit klarkommt, wenn sich was ändert

Im Klartext: Schau ma mal 😉


catro69
15. März 2018 um 18:33  |  643159

@backs
Ganz genau so verstehe ich die gefundenen Aussagen, „Wir haben keinen Standpunkt und den vertreten wir.“

Mit der immer wieder vorgetragenen Investorensuche ergibt sich für mich eher das Bild, dass Hertha sehr wohl an einer grundlegenden Änderung (vielleicht sogar deren Abschaffung) der 50+1 Regelung interessiert ist, sich aber nicht den schwarzen Peter als Vorreiter zuschieben lassen will. Aber das ist nur spekuliert.


Better Energy
15. März 2018 um 18:40  |  643160

@ubremer

Es gibt die Hertha Stadion GmbH. Wenn hier Hertha einen Investor einbindet, dürfte kaum jemand etwas dagegen haben. Ein Anteilverkauf an der KGaA ohne Notwendigkeit einer langfristigen Investition ist Perlen vor die Säue schmeißen.


Etebaer
15. März 2018 um 18:41  |  643161

Das Problem mit den Schiffen und dem Wasser ist, das der Meeresspiegel steigt und alle Schiffe die nicht mitsteigen überflutet werden.

Das ist schön für archäologische Taucher…für die Schiffer ist es dramatisch!


Opa
15. März 2018 um 18:56  |  643165

Etebaer, was hast Du eigentlich in der Zeit gemacht, als alle anderen im Physikunterricht die vor 2000 Jahren von Archimedes entdeckten Auftriebsgesetze lernen durften?


Susch
15. März 2018 um 19:01  |  643167

Liverpool, Everton und Köln sind an Kiprit interessiert.
Kann es sein das er bei uns keine Rolle spielt weil er nicht die Absicht hat bei den Profis von Hertha spielen zu wollen?
Der Vertrag läuft ja aus, und über ein Profivertrag hört man nichts.
Seine Werte sind ja nun alles andere als schlecht.
Schade das sich Köln die Dienste verhältnismäßig günstig von Koziello sichern konnte.
Waren wir ja auch mal dran. Kann den vertikalen Pass spielen.
Wäre für die Zentrale mit Maier für die Zukunft sicherlich nicht schlecht gewesen.
Sollte Weiser für die gehandelten 12-13 Millionen gehen, bin ich mal gespannt wie man das kompensieren will.
Esswein oder Leckie dürften die Lücke und die Qualitäten von Weiser kaum ausfüllen.
Ist es Zufall das es aus den Nachwuchs bei Hertha nur Spieler schaffen die eher ihre Stärken in der Defensive haben?


SORGENKIND
15. März 2018 um 20:14  |  643180

Die Diskussion hat an Schärfe zugenommen, das einem schwindelig wird.
Gedankenspiele dazu von @opa finde ich relativ spooky. Und @Uwe wünsche ich etwas mehr Gelassenheit damit.
Egal was Michael Preetz bisher zum Thema 50+1 gesagt hat oder Uwe glaubt darüber zu wissen. Es ist für mich immer kryptisch gewesen.
Ich jedenfalls konnte manches dazu als gewisses Einverständis oder auch Verständnis zur Abschaffung der Regel 50+1 interpretieren.
Ich habe im Gegensatz zum einen oder anderen nur rudimentäre Erkenntniss zu den Mechanismen des Fussball. Wenn das nur ein Viertel dessen ist, was ich darüber weis kann es nur unappetlich bis inkompatibel zu meinen Vorstellungen von Fussball sein.
Jeder weis seit Red Bull, das die Verantwortlichen der DFL die von Ihnen geglaubte Kontrolle über diesen Sport in Deutschland verloren haben. Schade das die globalen Erkenntnisse zum Thema Fussball und Kommerz denjenigen nicht ausreichen, um zu Erkennen das ihr vorrausschaubares Handeln nichts weiter als das Ende der Bundesliga bedeutet, um die uns alle i.Ü. so beneiden.
Die DFL ist bei Red Bull eingeknickt, im Wissen das die Regel spätestens beim EuGH im Sinne des freien Kapitalflusses zu Fall gekommen wäre. Ich vermute im aktuellen Fall von H96 sogar ein Agreement von Kind und der DFL.
Das Vorgehen, in dessen Zuge sich die Herren nunmehr treffen muss dem Kunden als alternativlos verkauft werden. Man will auf eine öffentliche Auseinandersetzung vor Gerichten verzichten. Ganz ohne „Fans“ im Stadion verkauft sich das Produkt nicht.

Was haben wir denn zu erwarten? Seelenloses Treiben, getrieben von Rendite und Plaisir der Besitzer.
Ich habe Bilder vom Olympic Stadion in London vor den Augen. Die Leute begehren auf gegen das rücksichtslose Vorgehen der Eigner.


Bennemann
15. März 2018 um 22:21  |  643200

Falls es Dir nicht um Polemik geht, sondern um Inhalt: Diesen Standpunkt hörst Du von jedem… Und weil es jeder sagt, ist es inhaltlich und nicht polemisch? Ich hätte genau das Gegenteil angenommen? ich fand Op@s Ansatz garnicht so verkehrt…. Wolfsburg, Leverkusen undRBL habendoch -trotz Ausnahmeregelungen – keinen Anspruch auf Liga-Zugehörigkeit


Bennemann
15. März 2018 um 22:25  |  643201

Etebaer, was hast Du eigentlich in der Zeit gemacht, als alle anderen im Physikunterricht die vor 2000 Jahren von Archimedes entdeckten Auftriebsgesetze lernen durften?
Kreide holen?


Bennemann
15. März 2018 um 22:28  |  643202

MeinSchdel ist derzeit so angeschwollen, ich könnte jede noch so ungenaue Flanke von Pekarek oder Esswin erreichen? Das tät aber gewaltig weh…


Susch
15. März 2018 um 22:34  |  643204

?


Stiller
15. März 2018 um 22:49  |  643205

Mensch, @Bennemann, geht doch. Alles Gute!

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